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	<title>As der Schwerter</title>
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		<title>Star Dreck VI: Six feet under – Gestorben wird immer</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Feb 2012 23:41:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sternbald</dc:creator>
				<category><![CDATA[AdS-Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Sternbald (A)]]></category>
		<category><![CDATA["Culture of Critique"]]></category>
		<category><![CDATA[Hollywood]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturmarxismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Serien haben mich noch nie sonderlich interessiert, und einen Fernseher besitze ich nunmehr seit drei Jahren nicht mehr, weil dieser mich überwiegend nur mit Ekel, Ablehnung, Wut oder Langeweile beschenken würde. Kürzlich wurde ich von einem Bekannten, mit dem ich gelegentlich unverbindliche Gespräche führe, dazu eingeladen, mir die erste Episode seiner Lieblingsserie mit ihm anzusehen: [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=15398&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Serien haben mich noch nie sonderlich interessiert, und einen Fernseher besitze ich nunmehr seit drei Jahren nicht mehr, weil dieser mich überwiegend nur mit Ekel, Ablehnung, Wut oder Langeweile beschenken würde. Kürzlich wurde ich von einem Bekannten, mit dem ich gelegentlich unverbindliche Gespräche führe, dazu eingeladen, mir die erste Episode seiner Lieblingsserie mit ihm anzusehen: <em>Six feet under</em> bzw. auf Deutsch <em>Gestorben wird immer</em>. Anscheinend hatte er die Hoffnung, mich davon zu begeistern. Wenn er nur geahnt hätte, was in mir vorging, während wir das Machwerk zusammen ansahen. Ja, es gibt Paralleluniversen. Er genoss es, und ich musste miterleben, wie mit einem medialen Vorschlaghammer an der Zerstörung unserer Kultur, unserer Familien und unserer zwischenmenschlichen Beziehungen gearbeitet wird. Wie untenstehend erkenntlich wird, ist diese Tatsache eigentlich so offensichtlich, dass es wirklich verwunderlich ist, dass sie nicht von jedem halbwegs intelligenten Menschen bemerkt wird. Lässt sich dies durch die bereits erfolgreich herbeigeführte Benebelung erklären, die bei Menschen, die von der Gehirnwäsche abhängig sind, immer extremere Dosen erlaubt?</p>
<p style="text-align:justify;">Bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Six_Feet_Under_%E2%80%93_Gestorben_wird_immer">Wikipedia</a> finden sich folgende Hintergrundinformationen zu der Serie:</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;"><strong>Six Feet Under – Gestorben wird immer</strong> (Originaltitel: <em>Six Feet Under</em>) ist eine von <a title="Alan Ball (Drehbuchautor)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alan_Ball_%28Drehbuchautor%29">Alan Ball</a> verfasste <a title="Vereinigte Staaten" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Staaten">US-amerikanische</a> <a title="Fernsehserie" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehserie">Fernsehserie</a>, die in fünf Staffeln von 2001 bis 2005 vom <a title="Pay-TV" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pay-TV">Pay-TV</a>-Sender <a title="Home Box Office" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Home_Box_Office">HBO</a> ausgestrahlt wurde. Sie war die erste dramatische Serie des Senders nach <a title="Die Sopranos" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Sopranos">Die Sopranos</a> und gilt heute als eine der klassischen HBO-Serien. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem sieben <a title="Emmy" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Emmy">Emmys</a> und drei <a title="Golden Globe Award" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Golden_Globe_Award">Golden Globe Awards</a>. […]</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Handlung</strong></p>
<p style="text-align:justify;">S<em>ix Feet Under</em> ist eine schwarzen Humor mit <a title="Dramatik" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dramatik">dramatischen</a> Elementen verbindende <a title="Familiensaga (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Familiensaga&amp;action=edit&amp;redlink=1">Familiensaga</a> um die in <a title="Los Angeles" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Los_Angeles">Los Angeles</a> lebende Familie Fisher. Ausgangspunkt der Serie ist der Tod von Nathaniel Fisher, Bestattungsunternehmer, in einem Verkehrsunfall. Das Bestattungsinstitut wird danach von den Brüdern Nate und David weitergeführt. Neben ihnen gehören Ruth, die Witwe und die adoleszente Schwester Claire zur Familie, im Bestattungsinstitut arbeitet darüber hinaus Rico als angestellter <a title="Thanatopraxie" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thanatopraxie">Einbalsamierer</a>.</p>
<p style="text-align:justify;">Nathaniels Tod wird häufig als das Verschwinden patriarchischer Verhältnisse interpretiert, in vielen Episoden versucht die Serie daher eine „positive Antwort auf die Frage, wie sich die Gesellschaft ohne patriarchale Führung entwickeln könne“ zu finden. Die Serie verfolgt die weiteren Lebenswege der Familienmitglieder und ihres direkten Umfeldes, ihrer Konflikte und Selbstfindungen. Zentrales zusätzliches Motiv neben dem Tod sind dabei insbesondere partnerschaftliche Beziehungen. Vor diesen Hintergründen werden dabei zugleich große und teils tabuisierte Themen wie Alter, Homosexualität, <a title="Gender" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gender">Gender</a>, der innere Unfrieden Heranwachsender, Rassenkonflikte, psychische Erkrankungen und Drogensucht umkreist. <sup><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Six_Feet_Under_%E2%80%93_Gestorben_wird_immer#cite_note-esssfu-0">[1]</a></sup></p>
<p style="text-align:justify;">Jede Folge beginnt mit einem Todesfall, der die Einleitung zu dieser Episode darstellt und zugleich als Türöffner dient. Diese Todesfälle reichen vom Banalen über das Absurde, Komische bis hin zum Tragischen. <sup><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Six_Feet_Under_%E2%80%93_Gestorben_wird_immer#cite_note-esssfu-0">[1]</a></sup> […] Die Serie debütierte bei HBO am 3. Juni 2001 und endete am 21. August 2005 nach der fünften Staffel<sup><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Six_Feet_Under_%E2%80%93_Gestorben_wird_immer#cite_note-nettime-1">[2]</a></sup>. In Deutschland lief <em>Six Feet Under</em> auf dem Fernsehsender <a title="VOX" href="http://de.wikipedia.org/wiki/VOX">VOX</a> vom 11. Mai 2004 bis zum 15. März 2006<sup><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Six_Feet_Under_%E2%80%93_Gestorben_wird_immer#cite_note-nettime-1">[2]</a></sup>. In Österreich wurde die Serie in der <a title="Donnerstag Nacht" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Donnerstag_Nacht">Donnerstag Nacht</a> auf <a title="ORF 1" href="http://de.wikipedia.org/wiki/ORF_1">ORF 1</a> gezeigt. Im Januar 2011 strahlte <a title="ZDFneo" href="http://de.wikipedia.org/wiki/ZDFneo">ZDFneo</a> die Serie werbefrei aus<sup><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Six_Feet_Under_%E2%80%93_Gestorben_wird_immer#cite_note-zdfneo-2">[3]</a></sup>.</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;">Tatsächlich lässt sich das Konzept der Serie so zusammenfassen: Es wird uns gezeigt, dass amerikanische Familien für gewöhnlich vollkommen zerrüttet sind. Die Familienmitglieder hassen sich untereinander, und es ist normal seinen Partner zu betrügen. Promiskuität und Homosexualität sind Tatsachen und das ist auch gut so; Drogenkonsum gehört zum Leben einfach dazu, ebenso wie Depressionen und Selbstzweifel – am ehesten können wir letztere überwinden, wenn wir die Dinge einfach geschehen lassen und das Leben so genießen, wie es sich uns darbietet. Die christliche Religion spielt nur als eine leere Fassade eine Rolle im Leben der Menschen (die erste Episode spielt an Weihnachten); ihre Repräsentanten sind bigotte Heuchler. Die folgenden von mir kommentierten Szenen werden dies verdeutlichen:</p>
<p style="text-align:justify;">1) Nate kehrt nach langer Abwesenheit in seine Heimatstadt zurück, um Weihnachten mit seinen Eltern zu verbringen. Nach der Ankunft vögelt er seine geile Sitznachbarin, deren Namen er noch nicht einmal kennt. Es ist völlig normal, unseren Trieben zu folgen, wenn sie uns rufen. Erlebnisse wie dieses bestätigen uns, dass wir attraktiv und selbstbewusst sind. Direkt nach dem Quickie wird Nate durch einen Anruf vom Tode seines Vaters erfahren.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/25/star-dreck-vi-six-feet-under-gestorben-wird-immer/1-4/" rel="attachment wp-att-15424"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15424" title="1" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/13.jpg?w=500&#038;h=281" alt="" width="500" height="281" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">2) Die minderjährige Tochter der Familie lässt sich von einem tollen Typen, der sie nachher in ihrem Auto bumsen wird, zum Crackrauchen überreden. Der tote Vater, der als Geist alles mitverfolgt, nimmt an dem Verhalten seiner Tochter, die ihm besonders am Herzen liegt, keinen Anstoß.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/25/star-dreck-vi-six-feet-under-gestorben-wird-immer/attachment/2/" rel="attachment wp-att-15425"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15425" title="2" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/2.jpg?w=500&#038;h=281" alt="" width="500" height="281" /></a></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/25/star-dreck-vi-six-feet-under-gestorben-wird-immer/3-2/" rel="attachment wp-att-15426"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15426" title="3" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/3.jpg?w=500&#038;h=281" alt="" width="500" height="281" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">3) Der Tod ist für Familie Fisher etwas Alltägliches. Auch die Zuschauer sollen an den Anblick von Leichen gewöhnt werden. In „witzigen“ kleinen Werbespots, die immer wieder eingeblendet werden, werden Produkte wie Wundenfüller durch tanzende, halbnackte Frauen beworben.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/25/star-dreck-vi-six-feet-under-gestorben-wird-immer/4-2/" rel="attachment wp-att-15427"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15427" title="4" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/4.jpg?w=500&#038;h=281" alt="" width="500" height="281" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">4) Eines der vielen Bilder, welche dazu beitragen, die christliche Religion zu verhöhnen. So stellen sich die Macher der Serie den Himmel vor:</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/25/star-dreck-vi-six-feet-under-gestorben-wird-immer/attachment/5/" rel="attachment wp-att-15428"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15428" title="5" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/5.jpg?w=500&#038;h=281" alt="" width="500" height="281" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">5) David, der jüngere der beiden Brüder, ist mit einem feschen Mulatten zusammen. Immer wieder dürfen wir ihnen dabei zusehen, wie sie sich küssen und betatschen. Auch der Geist des toten Vaters ist in dieser Szene dabei. Anscheinend nimmt er am Verhalten seines Sohnes keinen Anstoß. Nun denn – wenigstens hat diese Art der Rassenvermischung für die Gesellschaft keine nachhaltigen Folgen.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/25/star-dreck-vi-six-feet-under-gestorben-wird-immer/attachment/6/" rel="attachment wp-att-15429"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15429" title="6" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/6.jpg?w=500&#038;h=281" alt="" width="500" height="281" /></a></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/25/star-dreck-vi-six-feet-under-gestorben-wird-immer/attachment/7/" rel="attachment wp-att-15430"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15430" title="7" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/7.jpg?w=500&#038;h=281" alt="" width="500" height="281" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">6) Wie wir erfahren, hat Frau Fisher ihren Mann jahrelang betrogen. Warum sie nun gerade nach dessen Tod die Beziehung zu ihrem gutaussehenden und verständnisvollen Liebhaber (ein Frisör, der eben mal spontan Flugtickets nach Costa Rica kaufen kann) beendet, ist an dieser Stelle nicht wirklich ersichtlich. Vielleicht ist dies der Ausgangspunkt dafür, dass sie in den weiteren Folgen ein gesundes, wirklich promiskuitives Sexualleben entwickeln kann.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/25/star-dreck-vi-six-feet-under-gestorben-wird-immer/8-2/" rel="attachment wp-att-15431"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15431" title="8" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/8.jpg?w=500&#038;h=281" alt="" width="500" height="281" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">7) Der Blonde ist immer der Böse. Der skrupellose Agent einer Bestattungsunternehmenskette will den Familienbetrieb der Fishers an sich reißen.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/25/star-dreck-vi-six-feet-under-gestorben-wird-immer/9-3/" rel="attachment wp-att-15432"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15432" title="9" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/9.jpg?w=500&#038;h=281" alt="" width="500" height="281" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">8) Neger sind intelligent, erfolgreich und natürliche Autoritätspersonen; der Anwalt, der das Testament des verstorbenen Vaters eröffnet, beweist es.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/25/star-dreck-vi-six-feet-under-gestorben-wird-immer/attachment/10/" rel="attachment wp-att-15433"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15433" title="10" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/10.jpg?w=500&#038;h=281" alt="" width="500" height="281" /></a></p>
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		<item>
		<title>Die Kultur der Kritik (1) – Juden und die radikale Kritik an der nichtjüdischen Kultur: Einführung und Theorie</title>
		<link>http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/23/kultur-der-kritik-1-juden-und-die-radikale-kritik-an-der-nichtjudischen-kultur-einfuhrung-und-theorie/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Feb 2012 22:27:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Deep Roots</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deep Roots (Ü)]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdsprachige Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Kevin MacDonald]]></category>
		<category><![CDATA["Culture of Critique"]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Judaismuskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Judentum]]></category>
		<category><![CDATA[Organisiertes Judentum]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Prof. Kevin MacDonald, übersetzt von Deep Roots. Das Original „The Culture of Critique“ erschien 1998 bei Praeger Publishers und die mir vorliegende Paperback-Ausgabe 2002 bei 1st Books Library (ISBN 0-7596-7222-9). Ich erhebe keinen Anspruch auf eine wie auch immer geartete Vergütung für die Verwendung dieser Übersetzung durch den Verfasser, Professor Kevin MacDonald, für eine [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=15392&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="wp-image-15393 aligncenter" title="CofC cover kleiner" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/cofc-cover-kleiner1.jpg?w=614&#038;h=451" alt="" width="614" height="451" /></p>
<p>Von <strong>Prof.</strong> <strong>Kevin MacDonald</strong>, übersetzt von Deep Roots. Das Original <strong>„The Culture of Critique“</strong> erschien 1998 bei Praeger Publishers und die mir vorliegende Paperback-Ausgabe 2002 bei 1st Books Library (ISBN 0-7596-7222-9). Ich erhebe keinen Anspruch auf eine wie auch immer geartete Vergütung für die Verwendung dieser Übersetzung durch den Verfasser, Professor Kevin MacDonald, für eine Veröffentlichung in Buchform oder in irgendeiner sonstigen Weise.</p>
<p>(I will not claim any reward whatsoever from the author, Professor Kevin MacDonald, should he publish this translation in printed or any other form)</p>
<p>Zuvor veröffentlicht:</p>
<p><strong><a title="Permalink zu Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald" href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/01/30/die-kultur-der-kritik-vorwort-von-professor-kevin-macdonald/">Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald</a><br />
</strong><strong><a title="Permalink zu Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald zur ersten Paperback-Ausgabe" href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/15/die-kultur-der-kritik-vorwort-von-professor-kevin-macdonald-zur-ersten-paperback-ausgabe/">Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald zur ersten Paperback-Ausgabe</a></strong></p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">Juden und die radikale Kritik an der nichtjüdischen Kultur: Einführung und Theorie</span></strong></p>
<blockquote><p>1500 Jahre lang war die jüdische Gesellschaft dazu bestimmt, Intellektuelle hervorzubringen… Die jüdische Gesellschaft war darauf ausgerichtet, sie zu unterstützen… Reiche Kaufleute heirateten Töchter von Weisen; … Ganz plötzlich begann diese alte und hocheffiziente soziale Maschine zur Produktion von Intellektuellen um das Jahr 1800 herum ihren Ausstoß zu verlagern. Statt alle ihre Produkte in den geschlossenen Kreislauf rabbinischer Studien zu füllen, … entließ sie einen bedeutenden und ständig wachsenden Anteil davon ins säkulare Leben. Dies war ein Ereignis von umwerfender Bedeutung in der Weltgeschichte. (<em>A History of the Jews</em>, Paul Johnson 1988, S. 340 – 341)</p></blockquote>
<p>Ein wichtiges Thema von <em>Separation and Its Discontents</em> (deutsch: Absonderung und ihr Unbehagen; im Folgenden <em>SAID</em> genannt) war die Manipulation von Ideologie im Dienste der Rationalisierung spezifischer Formen des Judentums, der Interpretation der Geschichte und der Bekämpfung des Antisemitismus. Der vorliegende Band ist in vieler Weise eine Erweiterung dieser Phänomene. Jedoch haben die in diesem Band behandelten intellektuellen und politischen Aktivitäten in der breiteren intellektuellen und politischen Welt stattgefunden und sind nicht dazu bestimmt gewesen, spezifische Formen des Judentums zu rationalisieren. Vielmehr können sie im weitesten Sinne als Bestrebungen in Richtung der Kulturkritik charakterisiert werden und zeitweise als Versuche, die breitere Kultur der Gesellschaft in einer Weise zu beeinflussen, die spezifischen jüdischen Interessen entspricht.</p>
<p>Hier wird keine einheitliche jüdische „Verschwörung“ zur Untergrabung der nichtjüdischen Kultur angedeutet, wie in den berüchtigten <em>Protokollen der Weisen</em> von Zion dargestellt. Seit der Aufklärung ist das Judentum niemals eine einheitliche, monolithische Bewegung gewesen, und es hat in diesem Zeitraum unter Juden eindeutig ein großes Maß an Meinungsverschiedenheiten darüber gegeben, wie sie sich selbst schützen und ihre Interessen verwirklichen sollten. Die in diesem Band behandelten Bewegungen (Boas’sche Anthropologie, politischer Radikalismus, Psychoanalyse, die Frankfurter Schule der Sozialforschung und die New Yorker Intellektuellen) wurden von relativ wenigen Individuen vorangetrieben, deren Ansichten der Mehrheit der jüdischen Gemeinschaft vielleicht nicht bekannt waren oder von ihnen nicht verstanden wurden. Das Argument lautet, daß Juden diese intellektuellen Bewegungen dominierten, daß ein starkes Gefühl jüdischer Identität für die große Mehrheit dieser Individuen charakteristisch war und daß diese Intellektuellen in diesen Bewegungen und mit ihrer Teilnahme eine jüdische Agenda verfolgten.</p>
<p><span id="more-15392"></span>Somit wird nicht angedeutet, daß das Judentum eine einheitliche Bewegung darstellt oder daß alle Segmente der jüdischen Gemeinschaft an diesen Bewegungen teilnahmen. Juden stellen vielleicht ein vorherrschendes oder notwendiges Element in radikalen politischen Bewegungen oder Bewegungen innerhalb der Sozialwissenschaften dar, und Identifikation als Juden mag mit diesen Bewegungen sehr kompatibel sein oder diese sogar begünstigen, ohne daß die meisten Juden an diesen Bewegungen beteiligt wären. Infolgedessen ist die Frage nach den allgemeinen Auswirkungen jüdischer Einflüsse auf die nichtjüdische Kultur unabhängig von der Frage, ob die meisten oder alle Juden die Bewegungen zur Veränderung der nichtjüdischen Kultur unterstützten.</p>
<p>Diese Unterscheidung ist wichtig, weil einerseits Antisemiten oft stillschweigend oder ausdrücklich angenommen haben, daß die jüdische Beteiligung an radikalen politischen Bewegungen Teil einer übergreifenden jüdischen Strategie sei, zu der auch reiche jüdische Kapitalisten gehörten wie auch die jüdische Beteiligung an den Medien, am Universitätswesen und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens. Andererseits haben Juden, die den Antisemitismus zu entschärfen versuchten, der daraus entstand, daß Juden in vielen radikalen Bewegungen eine vorherrschende Rolle gespielt haben, oft darauf hingewiesen, daß nur eine Minderheit der Juden darin verwickelt sind und daß Nichtjuden ebenfalls an diesen Bewegungen beteiligt sind. Folglich war zum Beispiel die Standardantwort des American Jewish Committee (im Folgenden AJCommittee genannt) während der 1930er und 1940er auf das Überwiegen von Juden in radikalen politischen Bewegungen die Betonung, daß die meisten Juden keine Radikalen waren. Trotzdem unternahm das AJCommittee während desselben Zeitraums Anstrengungen zur Bekämpfung des Radikalismus in der jüdischen Gemeinschaft (z. B. Cohen 1972).<sup>48</sup> Das AJCommittee anerkannte stillschweigend, daß Aussagen, nur eine Minderheit der Juden seien Radikale, tatsächlich wahr gewesen sein mochten, aber irrelevant hinsichtlich dessen waren, ob 1) eine Identifikation als Jude kompatibel mit der Beteiligung an radikalen politischen Bewegungen ist oder diese begünstigt; 2) Juden ein vorherrschendes oder notwendiges Element in radikalen politischen Bewegungen darstellen oder 3) man sich Einflüsse auf die nichtjüdische Kultur, die aus der jüdischen Vorherrschaft in radikalen Bewegungen (oder den anderen in diesem Band betrachteten jüdischen intellektuellen Bewegungen) resultieren, als Konsequenz des Judaismus als gruppenevolutionäre Strategie denken kann.</p>
<p>In ähnlicher Weise impliziert die Tatsache, daß die meisten Juden vor den 1930ern keine Zionisten waren, gewiß nicht, daß eine Identifikation als Jude für den Zionismus irrelevant war, oder daß Juden eigentlich keinen vorherrschenden Einfluß auf den Zionismus darstellten, oder daß der Zionismus keine Auswirkungen auf nichtjüdische Gesellschaften hatte, oder daß nicht manche Nichtjuden zu glühenden Zionisten wurden. Der politische Radikalismus ist eine Wahlmöglichkeit unter vielen gewesen, die Juden in der Welt nach der Aufklärung offenstanden, und hier wird nicht angedeutet, daß das Judentum eine monolithische, einheitliche Gruppe in der Welt nach der Aufklärung darstellt. Daß Juden mit größerer Wahrscheinlichkeit als Nichtjuden radikale politische Alternativen gewählt haben und daß Juden in manchen radikalen politischen Bewegungen einen beherrschenden Einfluß hatten, sind daher Tatsachen, die für das vorliegende Projekt höchst relevant sind.</p>
<p>Daß manche Nichtjuden an diesen Bewegungen beteiligt waren, überrascht ebenfalls nicht. Auf theoretischer Ebene beruht mein Denken wiederum auf einer evolutionären Interpretation der sozialen Identitätstheorie (siehe <em>SAID</em>, Kap. 1). Nichtjuden können aus ziemlich denselben Gründen von den politischen und intellektuellen Bewegungen angezogen werden, die Juden anziehen, das heißt, aus Gründen, die mit sozialer Identifikation und Konkurrenz zwischen Eigengruppe und Fremdgruppe zusammenhängen. Zum Beispiel sind afroamerikanische Intellektuelle oft von linken intellektuellen Bewegungen und Erklärungen rassischer Gruppenunterschiede im IQ mit Umwelteinflüssen zumindest teilweise als Reaktion auf ihre Wahrnehmung weißer Animositäten und daraus folgender Implikationen genetischer Unterlegenheit angezogen worden. In gleicher Weise argumentiere ich, daß Antisemitismus für viele jüdische Intellektuelle eine motivierende Kraft gewesen ist. Erinnern Sie sich an die motivierende Rolle der Selbstachtung als theoretischer Primitiver in der sozialen Identitätstheorie. Sehr viele Leute, die sich aus welchem Grund auch immer als Opfer eines bestimmten soziopolitischen Systems fühlen, werden von Bewegungen angezogen, die das System kritisieren, anderen die Schuld an ihren Problemen geben und allgemein ihre eigenen positiven Vorstellungen von sich selbst und ihrer eigenen Gruppe als auch ihre negativen Vorstellungen von Fremdgruppen rechtfertigen. In jeder der intellektuellen und politischen Bewegungen, die ich bespreche, waren eindeutig die Identifikation als Juden und ein Anliegen, den Antisemitismus zu bekämpfen, involviert.</p>
<p>Außerdem überrascht es nicht, daß, sobald Juden die intellektuelle Vorherrschaft errungen haben, Nichtjuden von jüdischen Intellektuellen als Mitglieder einer sozial dominanten und prestigereichen Gruppe und als Verteiler geschätzter Ressourcen angezogen werden. Solch eine Sichtweise paßt gut zu einer evolutionären Sicht auf Gruppendynamik: Nichtjuden, die um die intellektuelle Statushierarchie verhandeln, würden von den Eigenschaften der dominantesten Mitglieder der Hierarchie angezogen werden, besonders wenn sie die Hierarchie als durchlässig sehen würden. Der Autor William Barratt, ein nichtjüdischer Redakteur der <em>Partisan Review</em>, beschreibt seine „Ehrfurcht und Bewunderung“ gegenüber den New Yorker Intellektuellen (eine Gruppe überwiegend jüdischer Intellektueller, die in Kapitel 6 behandelt wird) zu Anfang seiner Karriere. „Sie waren Wesen, die in meinen Augen einen seltsamen und mysteriösen Glanz besaßen“ (in Cooney 1986, S. 227). <em>Partisan Review</em> war ein Journal, das ein Flaggschiff dieser sehr einflußreichen intellektuellen Bewegung war, und hatte entscheidenden auf Erfolg oder Scheitern in der Welt der Literatur. Leslie Fiedler (1948, S. 872 – 873), selbst ein New Yorker Intellektueller, beschrieb eine ganze Generation jüdisch-amerikanischer Schriftsteller (einschließlich Delmore Schwartz, Alfred Kazin, Karl Shapiro, Isaac Rosenfeld, Paul Goodman, Saul Bellow und H. J. Kaplan) als „typisch städtische Juden der zweiten Generation.“ Die Arbeiten dieser Autoren erschienen regelmäßig in <em>Partisan Review</em>, und Fiedler sagt weiters: „Der von New York aus den Provinzen angezogene Schriftsteller fühlt… sich als Hinterwäldler, versucht sich anzupassen; und die Beinahe-Parodie des Judentums, die vom nichtjüdischen Schriftsteller in New York erreicht wird, ist ein seltsames und wesentliches Zeugnis unserer Zeit.“</p>
<p>Fast die Hälfte von Kadushins Auswahl (1974, S. 23) elitärer amerikanischer Intellektueller aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg waren Juden. Die Auswahl beruhte auf den am häufigsten vorkommenden Artikelschreibern führender intellektueller Journale, gefolgt von Interviews, in denen die Intellektuellen für einen anderen Intellektuellen „stimmten“, dem sie den meisten Einfluß auf ihr Denken zumaßen. Über 40 Prozent der Juden in der Auswahl erhielten sechs oder mehr Stimmen als Einflußreichste, verglichen mit nur 15 % bei den Nichtjuden (S. 32). Es überrascht daher nicht, daß Joseph Epstein (1997) findet, daß es in den 1950ern und frühen 1960ern unter Intellektuellen im Allgemeinen „ehrend“ war, Jude zu sein. Nichtjüdische Intellektuelle „durchsuchten ihre Ahnenreihen nach jüdischen Vorfahren“ (Epstein 1997, S. 7). Um 1968 konnte Walter Kerr schreiben: „Was seit dem Zweiten Weltkrieg geschehen ist, ist daß die amerikanische Empfindung teilweise jüdisch geworden ist, vielleicht genauso jüdisch, wie sie irgendetwas anderes ist… Der gebildete amerikanische Geist hat in gewissem Maße jüdisch zu denken begonnen. Es ist ihm beigebracht worden, und er war dazu bereit. Nach den Entertainern und Romanautoren kamen die jüdischen Kritiker, Politiker, Theologen. Kritiker und Politiker und Theologen sind von Berufs wegen Former; sie formen Sichtweisen.“ Meiner persönlichen Erfahrung nach bleibt dieser Ehrenstatus jüdischer Intellektueller unter meinen Kollegen verbreitet und ist zum Beispiel in Hollingers kürzlicher Arbeit (1996, S. 4) über die „Umgestaltung der ethnoreligiösen Demographie des amerikanischen Universitätslebens durch Juden“ im Zeitraum von den 1930ern bis zu den 1960ern augenscheinlich.</p>
<p>Schlußendlich ist es ein wesentliches Thema, daß Nichtjuden oft aktiv für die hier besprochenen Bewegungen rekrutiert worden sind und innerhalb dieser Bewegungen sehr sichtbare Positionen erhielten, um den Anschein zu mindern, daß die Bewegungen tatsächlich jüdisch dominiert sind oder nur auf eng begrenzte jüdische Sekteninteressen abzielen. Vom Standpunkt der sozialen Identitätstheorie zielt eine solche Strategie darauf ab, Nichtjuden diese intellektuellen oder politischen Bewegungen als durchlässig für Nichtjuden und als nichtjüdische Interessen befriedigend wahrnehmen zu lassen. Wie in <em>SAID</em> (Kap. 5 u. 6) beschrieben, sind die Rhetorik des Universalismus und die Rekrutierung von Nichtjuden als Verfechter jüdischer Interessen bei der Bekämpfung des Antisemitismus sowohl in der Antike als auch in der modernen Welt wiederkehrende Themen gewesen.</p>
<p>Es ist auch wichtig daran zu denken, daß die Wirksamkeit und historische Bedeutung der jüdischen Beteiligung an den in diesem Band behandelten Bewegungen zweifellos bei weitem in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Zahl der beteiligten Juden stand. Obwohl zum Beispiel Juden in bestimmten historischen Epochen vielleicht nur eine zahlenmäßige Minderheit innerhalb radikaler politischer oder intellektueller Bewegungen gewesen sind, könnten sie sehr wohl eine notwendige Voraussetzung für die Wirksamkeit und historische Bedeutung dieser Bewegungen gewesen sein. Juden, die zu Radikalen wurden, behielten ihren hohen IQ, ihren Ehrgeiz, ihre Beharrlichkeit, ihr Arbeitsethos und ihre Fähigkeit, geschlossene, stark engagierte Gruppen zu organisieren und in ihnen mitzuwirken (siehe <em>PTSDA</em>, Kap. 7). Wie Lindemann (1997, S. 429) über die Bolschewiken bemerkt: „die absoluten Zahlen der Juden anzuführen, oder ihren Prozentanteil am Ganzen, verkennt gewisse entscheidende, wenn auch ungreifbare Faktoren: das Durchsetzungsvermögen und die oft blendenden verbalen Fähigkeiten jüdischer Bolschewiken, ihre Energie und die Stärke ihrer Überzeugung.“ Juden tendieren dazu, in diesen Eigenschaften weit über dem Durchschnitt zu liegen, und diese Eigenschaften sind für den Judaismus als gruppenevolutionäre Strategie die ganze Geschichte hindurch entscheidend gewesen.</p>
<p>In einem Text über die amerikanischen jüdischen Radikalen vermerkt Sorin (1985, S. 121 – 122) besonders ihre harte Arbeit und ihr Engagement, ihren Wunsch, Spuren in der Welt zu hinterlassen, und ihren Wunsch, in der Welt aufzusteigen, an ihrem persönlichen Vorankommen zu arbeiten und öffentlichen Beifall zu erhalten – alles Eigenschaften, die in jeder Gesellschaftsschicht zu Aufwärtsmobilität führen. Diese Aktivisten wurden daher zu einer stärkeren, wirksameren Kraft als ähnlich proletarisierte Gruppen von Nichtjuden. „Ein jüdisches Proletariat, das sich seiner Klasseninteressen und seiner kulturellen Identität bewußt war, wuchs, und mit ihm wuchsen Aktivismus und Organisation“ (Sorin 1985, S. 35). Sorin (1985, S. 28) akzeptiert die Behauptung, daß die Hälfte der Revolutionäre in Rußland 1903 Juden waren, und merkt an, daß die jüdische Arbeitermilitanz, berechnet nach der Zahl der Streiks und nach verlorener Arbeitszeit, dreimal so hoch war wie die jeder anderen Arbeiterklasse in Europa zwischen 1895 und 1904 (S. 35). Innerhalb linker Kreise wurden Juden als die Avantgarde der Bewegung gesehen. Sobald diese kritische Masse von Juden radikalisiert worden war, überrascht es nicht, daß es bedeutende Auswirkungen in ganz Europa und Nordamerika haben sollte. Zusätzlich dazu, daß sie Radikale waren, waren diese Juden eine sehr talentierte, intelligente und engagierte Gruppe von Menschen. In ähnlicher Weise merkt Hollinger (1996, S. 19) an, daß Juden wegen ihres größeren Reichtums, ihrer höheren gesellschaftlichen Stellung und technischen Fähigkeiten in der intellektuellen Arena mehr Einfluß auf den Niedergang einer homogenen protestantisch-christlichen Kultur in Nordamerika hatten als die Katholiken.</p>
<p>Ein Hauptthema ist daher, daß die Juden, die die in diesem Band betrachteten Bewegungen ins Leben riefen und dominierten, durch Intelligenz, Beharrlichkeit und die Fähigkeit charakterisiert waren, Teil von geschlossenen, kooperativen und stark fokussierten Gruppen zu sein. Diese Gruppen kann man sich daher als säkulare Versionen historischer jüdischer Gruppen vorstellen, nicht nur wegen hohen Maßes jüdischer Identität, die für die Gruppenmitglieder charakteristisch war, sondern auch weil diese Gruppen die wesentlichen Eigenschaften des Judaismus als gruppenevolutionäre Strategie beibehielten. Wegen dieser Eigenschaften waren diese Gruppen bei der Erreichung ihrer Ziele außerordentlich effektiv. Zusammengenommen bieten die hier behandelten Fallstudien einen weiteren Hinweis darauf, daß hoch disziplinierte, kooperative Gruppen in der Lage sind, individualistische Strategien auszukonkurrieren. Tatsächlich ist ein wichtiges Thema in den folgenden Kapiteln dies, daß jüdische Intellektuelle stark zusammenhaltende Gruppen gebildet haben, deren Einfluß sich in großem Ausmaß von der Solidarität und Geschlossenheit der Gruppe ableitet. Intellektuelle Aktivität  ist wie jedes andere menschliche Unterfangen: Zusammenhaltende Gruppen schlagen individualistische Strategien aus dem Feld. Die fundamentale Wahrheit dieses Axioms ist für den Erfolg des Judentums während seiner gesamten Geschichte von zentraler Bedeutung gewesen, ob in geschäftlichen Allianzen und Handelsmonopolen oder in den hier behandelten intellektuellen und politischen Bewegungen (siehe insbesondere <em>PTSDA</em>, Kap. 5).</p>
<p>Ein weiteres Hauptthema dieses Bandes ist dies, daß jüdische Intellektuelle intellektuelle Bewegungen entwickelt haben, die die Institutionen der nichtjüdischen Gesellschaft radikalen Formen der Kritik unterzogen haben. Umgekehrt haben nichtjüdisch dominierte Gesellschaften oft hegemoniale Ideologien entwickelt, die die gegenwärtigen Institutionen der Gesellschaft erklären und begründen sollten. Dies ist vermutlich bei den großen Weltreligionen der Fall gewesen, und in jüngerer Zeit scheinen Ideologien wie Kommunismus, Faschismus und liberale Demokratie eine ähnliche Funktion zu erfüllen. Der Judaismus hat wegen seiner Position als  Gruppenstrategie einer Minderheit, die ihrer eigenen Weltsicht verpflichtet ist, dazu tendiert, Ideologien zu übernehmen, in denen die Institutionen und Ideologien der umgebenden Gesellschaft negativ gesehen werden.</p>
<p>Solch ein Ergebnis folgt direkt aus der sozialen Identitätstheorie. Besonders auffallend sind die negativen Ansichten über Nichtjuden, die in jüdischen religiösen Schriften offenkundig sind. Das Reinheitsgesetz betrachtet Nichtjuden und ihr Land als in sich unrein. Nichtjuden werden typischerweise mit Tieren gleichgesetzt, die zu schlimmsten Ausschweifungen fähig sind, wie in den Schriften von Maimonides, wo heidnische Frauen der Hurerei verdächtigt werden und heidnische Männer der Sodomie (<em>The Code of Maimonides, Book V: The Book of Holiness</em>, XXII, S. 142 [Anm. d. Ü.: hierbei handelt es sich um Maimonides’ <em>Mischne Tora</em>, die „Wiederholung des Gesetzes“]). Juden stellen sich selbst als Nachkommen Jakobs vor, der in der Genesis als glatthäutig, feinfühlig und nachdenklich dargestellt wird. Nichtjuden werden durch Esau verkörpert, Jakobs Zwillingsbruder, das Gegenteil von Jakob – haarig, grob und brutal. Während Esau als Jäger und Krieger lebt, führt Jakob sein Leben mittels Intelligenz und List und ist der angemessene Meister Esaus, dem von Gott befohlen wurde, Jakob zu dienen. Lindemann (1997, S. 5) zeigt, daß diese Stereotypen für Juden in der heutigen Zeit auffällig bleiben.</p>
<p>Das Judentum kann als subversiv gesehen werden, wenn Juden versuchen, Nichtjuden negative Vorstellungen von der nichtjüdischen Kultur einzuimpfen. Die Assoziation des Judentums mit subversiven Ideologien hat eine lange Geschichte. Indem er die Assoziation von Juden mit subversiven Ideen in moslemischen Ländern hervorhebt, stellt Lewis (1984, S. 104) fest, daß das Thema der jüdischen Subversion auch in „anderen Zeiten und Orten“ geläufig ist. Johnson (1988, S. 214 – 215) findet, daß ab dem Mittelalter konvertierte Juden, besonders solche, die zur Konversion gezwungen wurden, „ein kritisches, forschendes, störendes Element innerhalb der Intelligenzia [waren]… [Deshalb] enthielt die Behauptung, daß sie intellektuell subversiv seien, ein Körnchen Wahrheit.“ Ein Titel eines kürzlich erschienenen Buches über jüdische Kunst im Mittelalter drückt dieses Thema gut aus: <em>Dreams of Subversion in Medieval Jewish Art and Literature</em> (M. M. Epstein 1997). Epstein kommentiert: „Man kann den Zorn spüren, den Juden des späten Mittelalters empfunden haben mußten, als sie zur Vernichtung der Christenheit aufriefen“ (S. 115).</p>
<p>In der Antike und durch das ganze Mittelalter hindurch waren negative Ansichten über nichtjüdische Institutionen relativ auf den internen Gebrauch innerhalb der jüdischen Gemeinschaft beschränkt. Ab dem Aufruhr um die Conversos im Spanien des fünfzehnten Jahrhunderts jedoch erschienen diese negativen Ansichten oft in den prestigereichsten Kreisen und in den Massenmedien. Diese Ansichten unterzogen die Institutionen der nichtjüdischen Gesellschaft im Allgemeinen einer radikalen Kritik, oder sie führten zur Entwicklung intellektueller Strukturen, die die Identifikation als Jude in einer post-religiösen intellektuellen Umwelt rationalisierten.</p>
<p>Faur (1992, S. 31ff) zeigt, daß Conversos im Spanien des fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert unter den humanistischen Denkern weit überrepräsentiert waren, die gegen die um das Christentum zentrierte körperschaftliche Natur der spanischen Gesellschaft waren. Bei der Beschreibung der allgemeinen Stoßrichtung dieser Autoren merkt Faur (1992, S. 31) an: „Obwohl die Strategie variierte – von der Schaffung sehr anspruchsvoller literarischer Werte bis zum Schreiben gelehrter und philosophischer Aufsätze – das Ziel war eines: Ideen und Methodologien zu präsentieren, die die Werte und Institutionen des ‚alten Christen’ verdrängen würden… Die Dringlichkeit, die Werte und Institutionen des christlichen Spaniens zu überdenken, wurde offenkundiger mit dem ersten Massaker an <em>Conversos</em>, das 1449 von den alten Christen in Toledo begangen wurde.“ In ähnlicher Weise merkt Castro (1954, S. 557 – 558) an, daß Werke „heftiger Gesellschaftskritik“ und „antisozialen Hasses“, einschließlich besonders der Sozialsatire, im fünfzehnten Jahrhundert von <em>Converso</em>-Schriftstellern geschaffen wurden.</p>
<p>Ein Musterbeispiel ist <em>La Celestina</em> (erste Ausgabe von 1499) von Fernando de Rojas, der „mit all der Pein, dem Pessimismus und Nihilismus eines <em>Converso</em> schrieb, der die Religion seiner Väter verloren hat, aber unfähig war, sich innerhalb des Kompasses des christlichen Glaubens einzuordnen. Rojas unterzog die kastilische Gesellschaft seiner Zeit einer ätzenden Analyse und zerstörte mit einem Geist, der ‚destruktiv’ genannt wurde, all die traditionellen Werte und geistigen Schemata des neuen intoleranten Systems. Angefangen bei der Literatur und weiter über die Religion, ging all die ‚Werte’ des institutionalisierten Kastenwesens durch – Ehre, Tapferkeit, Liebe – alles wird in perverser Weise pulverisiert“ (Rodriguez-Puértolas 1976, S. 127).</p>
<p>Diese Assoziation von Juden mit subversiven Ideologien bestand während und nach der Aufklärung fort, als Juden in der Lage waren, an der öffentlichen intellektuellen Debatte in Westeuropa teilzunehmen. Paul Johnson (1988, S. 291 – 292), der über Baruch Spinoza schrieb, bezeichnet ihn als „das erste bedeutende Beispiel für die schiere Zerstörungskraft des jüdischen Rationalismus, sobald er einmal den Einschränkungen der traditionellen Gemeinschaft entkommen war.“ In ähnlicher Weise ist Heinrich Heine „sowohl der Prototyp als auch der Archetyp einer neuen Gestalt in der europäischen Literatur: der jüdische radikale Literat, der seine Fähigkeit, seinen Ruf und seine Popularität benutzt, um das intellektuelle Selbstvertrauen der etablierten Ordnung zu untergraben“ (Johnson 1988, S. 345).</p>
<p>Diese „schiere Zerstörungskraft“ des jüdischen Intellekts war ein bedeutender Aspekt der Zeit vor dem Nationalsozialismus in Deutschland. Wie in <em>SAID</em> (Kap. 2, 5) angegeben, war ein hervorstechendes Merkmal des Antisemitismus unter Sozialkonservativen und radikalen Antisemiten in Deutschland von 1870 bis 1933 ihr Glaube, daß Juden entscheidend bei der Entwicklung von Ideen waren, die traditionelle deutsche Einstellungen und Überzeugungen untergruben. Juden waren in den 1920ern in Deutschland als Redakteure und Schriftsteller weit überrepräsentiert, und „eine allgemeinere Ursache des gestiegenen Antisemitismus war die sehr starke und bedauerliche Neigung dissidenter Juden, nationale Institutionen und Gebräuche sowohl in sozialistischen als auch nichtsozialistischen Publikationen anzugreifen“ (Gordon 1984, S. 51).<sup>49</sup> Diese von jüdischen Schriftstellern wie Kurt Tucholsky  &#8211; der „sein subversives Herz auf der Zunge trug“ (Pulzer 1979, S. 97) &#8211; gegen die deutsche Kultur gerichtete „Mediengewalt“ wurde von der antisemitischen Presse weithin bekanntgemacht (Johnson 1988, S. 476 – 477).</p>
<p>Juden waren unter den radikalen Journalisten, Intellektuellen und „Kulturschaffenden“ im Weimarer Deutschland nicht einfach überrepräsentiert, sondern sie schufen diese Bewegungen im Grunde. „Sie griffen alles an der deutschen Gesellschaft heftig an. Sie verachteten das Militär, die Justiz und die Mittelklasse im Allgemeinen“ (Rothman &amp; Lichter 1982, S. 85). Massing (1949, S. 84) vermerkt die Wahrnehmung des Antisemiten Adolf Stoecker des jüdischen „Mangels an Ehrerbietung gegenüber der christlich-konservativen Welt.“</p>
<p>Der Antisemitismus unter Universitätsprofessoren der Weimarer Zeit wurde teilweise von der Wahrnehmung befeuert, daß „der Jude die kritischen oder ‚negativen’ Aspekte des modernen Denkens verkörperte, die Säuren der Analyse und der Skepsis, die die moralischen Gewißheiten, patriotische Hingabe und den gesellschaftlichen Zusammenhalt moderner Staaten aufzulösen halfen“ (Ringer 1983, S. 7). In Widerspiegelung dieser Wahrnehmung behauptete die nationalsozialistische Propaganda dieser Zeit, daß die Juden den sozialen Zusammenhalt der nichtjüdischen Gesellschaft zu untergraben versuchten, während sie selber einer stark zusammenhaltenden Gruppe verpflichtet blieben – ein intellektueller Doppelstandard, bei dem die Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenhalts unter Nichtjuden intensiver Kritik unterzogen wurde, während die Juden „ihren internationalen Zusammenhalt, ihre Blutsbande und spirituelle Einheit beibehielten“ (Aschheim 1985, S. 239). Aus dieser Perspektive gesehen könnte man ein wichtiges Ziel der jüdischen intellektuellen Bestrebungen als den Versuch verstehen, geschlossene nichtjüdische Gruppenstrategien zu untergraben, während sie weiterhin ihre eigene sehr geschlossene Gruppenstrategie weiterbetreiben würden. Dieses Thema taucht in der Behandlung der jüdischen Beteiligung an radikalen politischen Bewegungen und der Frankfurter Schule für Sozialforschung in den Kapiteln 3 und 5 wieder auf.</p>
<p>Dieses Phänomen war nicht auf Deutschland beschränkt. Gilson (1962, S. 31 – 32) stellt über seine jüdischen Professoren zur Jahrhundertwende in Frankreich fest:</p>
<blockquote><p>Die Doktrinen dieser Universitätsprofessoren unterschieden sich wirklich sehr voneinander. Sogar die persönliche Philosophie von Levy-Bruhl deckte sich nicht genau mit der von Durkheim, während Frederic Rauh seinen eigenen Weg ging… Das einzige Element, das ihren Doktrinen gemeinsam war, ist ein negatives, aber nichtsdestoweniger reales und in seiner eigenen Weise sehr aktiv. Man könnte es als einen radikalen Trotz gegen all das beschreiben, was gesellschaftlich als Einschränkung wahrgenommen wird, von der man befreit werden muß. Spinoza und Brunschvieg erreichten diese Befreiung durch Metaphysik. Durkheim und Levy-Bruhl durch Wissenschaft und Soziologie, Bergson durch Intuition.</p></blockquote>
<p>Juden sind auch seit Mitte der 1960er an der Spitze der Gegenkultur in den Vereinigten Staaten, England und Frankreich gewesen, besonders als Verteidiger der Gegenkultur in den Medien und in der akademischen Welt (Ginsberg 1993, S. 125ff; Rothman &amp; Isenberg 1974a, S. 66 – 67).<sup>50</sup> Stein (1979, S. 28; siehe auch Lichter et al. 1994; Powers et al. 1996) zeigt, daß seine Auswahl vorwiegend jüdischer Autoren und Produzenten von Fernsehsendungen in den 1970ern sehr negative Einstellungen gegenüber dem hatten, was sie als nichtjüdisch dominiertes Kulturestablishment sahen, obwohl ihre negativsten Kommentare eher in informeller Konversation als bei formellen Interviews zum Vorschein kamen. Fernsehdarstellungen nichtjüdischer Establishment-Gestalten in der Wirtschaft und beim Militär tendierten dazu, sehr negativ zu sein. Zum Beispiel „stellten sich die Autoren Männer beim Militär eindeutig als glattrasiert, blond und von völligem WASP-Hintergrund vor. In der Vorstellung von ein paar der Leute, die ich interviewte, waren diese blonden Offiziere immer eine Haaresbreite davon entfernt, zu Nationalsozialisten zu werden. Man hielt sie für einen Teil der arischen Herrscherklasse, die diejenigen mit anderem ethnischen Hintergrund tatsächlich oder potentiell unterdrückten“ (S. 55 – 56).</p>
<p>Tatsachlich erkennen Glazer und Moynihan (1963/1970) das Entstehen der Gegenkultur in den Vereinigten Staaten als Triumph der kulturell-politischen Sichtweise des jüdischen New York an. Jüdische Autoren und bildende Künstler (einschließlich E. L. Doctorow, Norman Mailer, Joseph Heller,<sup>51</sup> Frederick Wiseman und Norman Lear) waren überproportional an Versuchen beteiligt, die amerikanische Gesellschaft als „krank“ darzustellen (Rothman &amp; Lichter 1982, S. 120). Eine gemeinsame Technik der kulturellen Subversion „beinhaltet einen Angriff gegen echte Ungerechtigkeiten oder Irrationalitäten. Nachdem es in allen Gesellschaften von beidem reichlich gibt, fehlt es nie an Zielen. Der Angriff richtet sich jedoch im Allgemeinen nicht gegen die bestimmte Ungerechtigkeit oder Irrationalität per se. Stattdessen werden solche Ungerechtigkeiten oder Irrationalitäten als Mittel zur Erreichung eines größeren Zwecks benutzt: der allgemeinen Schwächung der Gesellschaftsordnung selbst“ (Rothman &amp; Lichter 1982, S. 120).</p>
<p>In diesem Band werde ich mich auf die jüdische Beteiligung an Bewegungen konzentrieren, die gegen evolutionäre, biologische und genetische Forschungsergebnisse in den Sozialwissenschaften waren, auf die radikale politische Ideologie, die Psychoanalyse, die Frankfurter Schule für Sozialforschung und die New Yorker Intellektuellen. Diese Bewegungen sind nicht spezifisch jüdisch in dem Sinn, daß sie nicht beabsichtigten, spezifische Aspekte des Judentums wie kulturellen und genetischen Separatismus zu rationalisieren. Ein wichtiger Punkt wird sein, daß Juden in diesen Bewegungen weit überrepräsentiert waren, daß ein starkes Gefühl jüdischer Identität die große Mehrheit dieser Individuellen charakterisierte und daß bei allen Entfremdung von der nichtjüdischen Kultur und Ablehnung derselben im Spiel war.</p>
<p>Die Diskussion reflektiert daher Sorkins (1985, S. 102) Beschreibung der deutsch-jüdischen Intellektuellen des neunzehnten Jahrhunderts als eine „unsichtbare Gemeinschaft sich akkulturierender deutscher Juden, die eigene Kulturformen innerhalb der Mehrheitskultur aufrechterhielten.“ Der jüdische kulturelle Beitrag zur breiteren nichtjüdischen Kultur wurde daher aus einer sehr partikularistischen Perspektive geleistet, in der die jüdische Gruppenidentität trotz ihrer „Unsichtbarkeit“ weiterhin überragender Bedeutung hatte. Sogar Berthold Auerbach (geb. 1812), das Musterbeispiel des assimilierten jüdischen Intellektuellen, „manipulierte Elemente der Mehrheitskultur in einer Weise, die für die deutsch-jüdische Minderheit typisch war“ (Sorkin 1985, S. 107). Auerbach wurde für säkulare jüdische Intellektuelle zu einem Vorbild des assimilierten Juden, der sein Judentum nicht aufgab. Zum Großteil verkehrten diese säkularen jüdischen Intellektuellen ausschließlich mit anderen säkularen Juden und sahen ihren Beitrag zur deutschen Kultur als säkulare Form des Judentums – daher die „unsichtbare Gemeinschaft“ sich stark als solche identifizierender jüdischer Intellektueller. Diese kulturelle Manipulation im Dienste von Gruppeninteressen war ein geläufiges Thema antisemitischer Schriften. Daher wurde Heinrich Heines Kritik an der deutschen Kultur als auf das Streben nach Macht für seine Gruppe auf Kosten des Zusammenhalts der nichtjüdischen Gesellschaft abzielend gesehen (siehe Mosse 1970, S. 52).</p>
<p>In mehreren der Bewegungen, die in den folgenden Kapiteln behandelt werden, ist es von beträchtlicher Bedeutung, daß ihre Verbreiter ihre Rhetorik in das Gewand der Wissenschaft zu kleiden versucht haben – des modernen Vermittlers von Wahrheit und intellektueller Respektabilität. Wie White (1966, S. 2) hinsichtlich der Boas’schen Schule der Anthropologie anmerkt, ist die Aura der Wissenschaft trügerisch: „Sie ließen es so erscheinen und ließen jedermann glauben, daß ihre Wahl der Prämissen und Ziele von wissenschaftlichen Erwägungen bestimmt wurde. Dies ist definitiv nicht der Fall… Sie sind offenkundig aufrichtig. Ihre Aufrichtigkeit und Gruppenloyalität tendieren jedoch zum Beschwatzen und folglich zum Schwindeln.“</p>
<p>Der Kommentar ist eine exzellente Veranschaulichung von Robert Trivers evolutionäre Theorie des Selbstbetrugs (1985): Die besten Betrüger sind die, die sich selbst betrügen. Zuweilen wird die Täuschung bewußt. Charles Liebman (1973, S. 213) beschreibt seine unbefangene Akzeptanz universalistischer Ideologien (Behaviorismus und Liberalismus) in seiner Arbeit als Sozialwissenschaftler und meint, daß er hinsichtlich der Rolle der Identifikation als Jude in seinen Überzeugungen Selbstbetrug begangen hat: „Als Behaviorist (und Liberaler) kann ich bestätigen, daß ich bei meiner akademischen Methodologie recht unbefangen gewesen bin, aber ich vermute, daß dies so sein muß. Andernfalls würde ich genau den Universalismus zunichte machen, den ich verfechte.“</p>
<p align="center"><strong>KONZIPIERUNG DER JÜDISCHEN RADIKALEN KRITIK AN DER NICHTJÜDISCHEN GESELLSCHAFT</strong></p>
<p>Das Vorangehende hat eine allgemeine Tendenz in einer Vielzahl von Zeiträumen dokumentiert, sich in Gesellschaftskritik zu engagieren, und ich habe auf eine Analyse im Sinne der sozialen Identitätstheorie hingewiesen. Formeller gesehen erklären zwei sehr verschiedene Arten von Gründen, warum man von Juden erwarten könnte, daß sie Ideologien und politische Bewegungen vertreten, die auf die Untergrabung der existierenden nichtjüdischen Gesellschaftsordnung abzielen.</p>
<p>Erstens können solche Ideologien und Bewegungen darauf abzielen, Juden wirtschaftlich oder gesellschaftlich zu nützen. Eines der Themen des Judentums nach der Aufklärung ist eindeutig die schnelle Aufwärtsmobilität von Juden gewesen sowie Versuche nichtjüdischer Machtstrukturen, den jüdischen Zugang zu Macht und gesellschaftlichem Status zu begrenzen. Angesichts dieser ziemlich auffallenden Realität pflegten praktische Gründe des wirtschaftlichen und politischen Eigeninteresses dazu führen, daß Juden von Bewegungen angezogen wurden, die die nichtjüdische Machtstruktur kritisierten oder sogar dafür eintraten, sie gänzlich zu stürzen.</p>
<p>Daher setzte die zaristische Regierung Rußlands Einschränkungen für Juden hauptsächlich aus Furcht in Kraft, daß die Juden die nichtjüdischen Russen in freier wirtschaftlicher Konkurrenz erdrücken würden (Lindemann 1991; <em>SAID</em> Kap. 2). Diese zaristischen Einschränkungen von Juden waren ein markanter Sammelpunkt für Juden überall auf der Welt, und es ist überhaupt nicht unvernünftig anzunehmen, daß die jüdische Teilnahme an radikalen Bewegungen in Rußland vom vermeintlichen jüdischen Interesse am Sturz des zaristischen Regimes motiviert war. Tatsächlich merkt Arthur Liebman (1979, S. 29 ff) an, daß der jüdische politische Radikalismus im zaristischen Rußland als Folge wirtschaftlicher Beschränkungen von Juden verstanden werden muß, die von der Regierung im Kontext beträchtlicher jüdischer Armut und eines sehr schnellen demographischen Zuwachses der Juden durchgesetzt wurden. In ähnlicher Weise zielte die jüdische sozialistische Arbeiterbewegung in den Vereinigten Staaten bis weit in die 1930er hinein auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen ihrer überwiegend jüdischen Mitglieder ab (Liebman 1979, S. 267).</p>
<p>Ein weiteres praktisches Ziel jüdischer politischer und intellektueller Bewegungen ist die Bekämpfung des Antisemitismus gewesen. Zum Beispiel war die jüdische Affinität zum Sozialismus in vielen Ländern in den 1930ern teilweise von der kommunistischen Gegnerschaft zu Faschismus und Antisemitismus motiviert (Lipset 1988, S. 383; Marcus 1983). Die allgemeine Verbindung zwischen Antisemitismus und konservativen politischen Ansichten ist oft als Erklärung für das jüdische Engagement in der Linken vorgebracht worden, einschließlich der linken Tendenzen vieler reicher Juden (z. B. Lipset 1988, S. 375ff). Die Bekämpfung des Antisemitismus wurde auch zu einem Hauptziel jüdischer Radikaler in den Vereinigten Staaten, nachdem die Juden überwiegend in die Mittelklasse aufgestiegen waren (Levin 1977, S. 211). Zunehmender Antisemitismus und daraus folgende Einschränkungen jüdischer Aufwärtsmobilität während der 1930er hatten auch eine Affinität von Juden zur Linken zur Folge (Liebmann 1979, S. 420ff, S. 507).</p>
<p>Es wird aus Kapitel 2 ersichtlich werden, daß der kulturelle Determinismus der Boas’schen Schule der Anthropologie für die Bekämpfung des Antisemitismus wirkte, indem er rasseorientiertes Denken und eugenische Programme bekämpfte, die hauptsächlich von Nichtjuden befürwortet wurden. Die Psychoanalyse (Kap. 4) und die Frankfurter Schule (Kap. 5) sind ebenfalls entscheidend gewesen bei der Entwicklung und Verbreitung von Theorien über den Antisemitismus, die den Antisemitismus irrationalen Projektionen von Nichtjuden zuschrieben. Im Fall der Frankfurter Schule bewirkte die Theorie auch die Pathologisierung nichtjüdischer Gruppenloyalitäten als Symptom einer psychiatrischen Störung, während sie den jüdischen Gruppenzusammenhalt ignorierte.</p>
<p>Zweitens könnte die jüdische Betätigung in Gesellschaftskritik von sozialen Identitätsprozessen beeinflußt sein, die unabhängig von irgendeinem praktischen Ziel wie der Beendigung des Antisemitismus sind. Forschungen über soziale Identitätsprozesse finden eine Tendenz zur Verdrängungen von Ansichten der Eigengruppe weg von Fremdgruppennormen (Hogg &amp; Abrams 1988). Im Fall des Kontakts zwischen Juden und Nichtjuden würden diese Fremdgruppennormen in beispielhafter Weise die konsensgemäßen Ansichten der nichtjüdischen Gesellschaft repräsentieren. Weiters wäre von Individuen, die sich als Juden identifizieren, die Entwicklung negativer Zuschreibungen bezüglich der Fremdgruppe zu erwarten, und die für Juden auffälligste Fremdgruppe ist die nichtjüdische Machtstruktur und tatsächlich die nichtjüdisch dominierte Gesellschaftsstruktur allgemein.</p>
<p>Vom jüdischen Eigengruppenstatus gegenüber der nichtjüdischen Welt als Fremdgruppe wäre zu erwarten, daß er zu einer verallgemeinerten negativen Vorstellung von der nichtjüdischen Fremdgruppe und führen würde und zu einer Tendenz, die negativen Aspekte der nichtjüdischen Gesellschaft und Gesellschaftsstruktur überzubetonen. Aus der Perspektive der sozialen Identität ist daher zu erwarten, daß die jüdische Tendenz zur Untergrabung der Gesellschaftsordnung sich über die Entwicklung von Ideologien und Sozialprogrammen, die spezifische wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen von Juden befriedigen, hinaus auf eine allgemeine Abwertung und Kritisierung der nichtjüdischen Kultur erweitert – „die schiere Zerstörungskraft des jüdischen Rationalismus, sobald er einmal den Einschränkungen der traditionellen Gemeinschaft entkommen war“ (Johnson 1988, S. 291 – 292).</p>
<p>Die Perspektive der sozialen Identität sagt auch voraus, daß solche negativen Zuschreibungen besonders wahrscheinlich sind, wenn die nichtjüdische Machtstruktur antisemitisch ist oder als antisemitisch wahrgenommen wird. Ein grundlegendes Ergebnis der Forschung über soziale Identität ist, daß Gruppen negative soziale Kategorisierungen zu untergraben versuchen, die von einer anderen Gruppe aufgezwungen werden (Hogg &amp; Abrams 1988). Soziale Identitätsprozesse pflegen daher durch jüdische Wahrnehmungen intensiviert zu werden, daß die nichtjüdische  Gesellschaft feindlich gegenüber Juden ist und daß Juden oft von Nichtjuden verfolgt wurden. Daher findet Feldman (1993, S. 43) sehr robuste Tendenzen zu gesteigerter Identifikation als Juden und Ablehnung der nichtjüdischen Kultur als Folge von Antisemitismus ganz am Anfang des Judentums in der Antike und durch die gesamte jüdische Geschichte hindurch. In <em>Lord George Bentnick: A Political Biography</em> (1852, S. 489) stellte der Rassentheoretiker des neunzehnten Jahrhunderts Benjamin Disraeli, der eine sehr starke jüdische Identität besaß, obwohl er christlich getauft war, fest: „Verfolgung… wenngleich ungerecht, könnte die modernen Juden zu einem Zustand verkümmern lassen haben, der bösartige Rache beinahe rechtfertigt. Sie sind vielleicht so widerlich und so feindselig gegenüber der Menschheit geworden, daß sie für ihr gegenwärtiges Verhalten, egal wie sehr sie dazu Anlaß haben, die Verleumdung und schlechte Behandlung seitens der Gemeinschaften verdienen, unter denen sie leben und mit denen sie sich kaum vermischen dürfen.“ Die Folge ist laut Disraeli, daß Juden die nichtjüdische Gesellschaft in extrem negativer Weise wahrzunehmen pflegen und vielleicht versuchen, die existierende Gesellschaftsordnung zu stürzen:</p>
<blockquote><p>Aber die existierende Gesellschaft hat sich dafür entschieden, diese Rasse zu verfolgen, die ihre erstklassigen Verbündeten bereitstellen sollte, und was sind die Konsequenzen gewesen?</p>
<p>Man kann sie im letzten Ausbruch des destruktiven Prinzips in Europa aufspüren. Ein Aufstand findet statt gegen Tradition und Aristokratie, gegen Religion und Eigentum…<sup>52</sup> Das Volk Gottes kooperiert mit Atheisten; die geschicktesten Ansammler von Besitz verbünden sich mit Kommunisten; die besondere und auserwählte Rasse berührt die Hand all des Abschaums und der niederen Kasten Europas! Und all das weil sie dieses undankbare Christentum zerstören möchten, das ihnen sogar seinen Namen verdankt und dessen Tyrannei sie nicht länger ertragen können. (Disraeli 1852, S. 498 – 499)<sup>53</sup></p></blockquote>
<p>Tatsächlich befürwortete Theodor Herzl in den 1890ern den Sozialismus als jüdische Reaktion auf fortbestehenden Antisemitismus, nicht wegen dessen politischen Ziels der wirtschaftlichen Nivellierung, sondern weil er die antisemitische nichtjüdische Machtstruktur zerstören würde: „Von Ausgestoßenen der Gesellschaft werden sie [die Juden] zu Feinden der Gesellschaft werden. Ah, sie werden in ihrer bürgerlichen Ehre nicht geschützt, sie dürfen beleidigt, verachtet und gelegentlich auch ein wenig geplündert und verstümmelt werden – was hindert sie daran, zur Seite der Anarchie überzulaufen?“ Juden „haben kein Interesse mehr am Staat. Sie werden sich den revolutionären Parteien anschließen, ihnen ihre Waffen liefern oder schärfen. Sie wollen die Juden dem Mob ausliefern – gut, sie selbst werden dem Volk überantwortet werden. Nehmt euch in Acht, sie sind an ihrer Grenze; geht nicht zu weit“ (in Kornberg 1993, S. 122).</p>
<p>In ähnlicher Weise beschreibt Sammons (1979, S. 263) die Grundlage der gegenseitigen Anziehung zwischen Heinrich Heine und Karl Marx, indem er anmerkt: „sie waren keine Reformer, sondern Hasser, und dies war sehr wahrscheinlich die grundlegendste Bindung zwischen ihnen.“ Die These lautet, konsistent mit der sozialen Identitätstheorie, daß eine grundlegende Motivation jüdischer Intellektueller, die Gesellschaftskritik betrieben, einfach Hass auf die nichtjüdisch dominierte Machtstruktur gewesen ist, die als antisemitisch wahrgenommen wurde. Diese tiefe Abneigung gegenüber der nichtjüdischen Welt kann man auch im Kommentar des Soziologen und New Yorker Intellektuellen Michael Walzer (1994, S. 6 – 7) über die „Pathologien des jüdischen Lebens“ erkennen, insbesondere „das Gefühl, ‚die ganze Welt ist gegen uns’, die daraus resultierende Furcht, Abneigung und Hass auf den <em>Goy</em>, die geheimen Träume von Umkehrung und Triumph.“ Solche „geheimen Träume von Umkehrung und Triumph“ sind ein Thema der Behandlung jüdischer Radikaler in Kapitel 3 und von Freud und der psychoanalytischen Bewegung in Kapitel 4.</p>
<p>Tatsächlich scheint intensiver Hass auf vermeintliche Feinde eine bedeutende psychologische Eigenschaft von Juden zu sein. Es ist bemerkenswert, daß Schatz (1991, S. 113) feststellt, daß, während alle polnischen Kommunisten der Zwischenkriegszeit ihre Feinde hassten, jüdische Kommunisten mehr vermeintliche Feinde hatten und sie intensiver hassten. Wie in Kapitel 3 ausführlicher beschrieben, waren diese kommunistischen Gruppen in Wirklichkeit stark zusammenhaltende Eigengruppen, die in ihrer Struktur und psychologischen Orientierung gänzlich analog traditioneller jüdischer Gruppen waren. Die These, daß jüdische Kommunisten intensivere negative Gefühle gegenüber ihren Feinden hatten, ist sehr kompatibel mit dem Material in <em>PTSDA</em> (Kap. 8) und <em>SAID</em> (Kap. 1), was darauf hindeutet, daß Juden hypertrophierte soziale Identitätssysteme haben und eine übertriebene Neigung zu kollektivistischen Sozialstrukturen. Die größere Intensität des jüdischen Hasses gegen Fremdgruppen und vermeintliche Feinde könnte einfach eine affektbedingte Manifestation dieser Tendenzen sein. Tatsächlich untersuchte ich in <em>PTSDA</em> (Kap. 7) Beweise, die darauf hindeuten, daß Juden in ihrem Gefühlsleben stark unterteilt sind – zu Änderungen zwischen positiven sozialen Interaktionen (beispielhaft gegenüber Mitgliedern einer wahrgenommenen Eigengruppe) und intensiver zwischenmenschlicher Feindseligkeit neigend (beispielhaft gegenüber Mitgliedern einer wahrgenommenen Fremdgruppe).</p>
<p>Die soziale Identitätstheorie sagt auch voraus, daß jüdische intellektuelle Aktivitäten auf die Entwicklung von Ideologien gerichtet sein werden, die ihre eigene soziale Identität angesichts der von Antisemiten entwickelten  sozialen Kategorien bestätigen. Geschichtlich ist dies ein häufiges Thema in jüdischen religiösen Verteidigungsschriften gewesen (siehe <em>SAID</em>, Kap. 7), aber es kommt auch unter säkularen jüdischen Autoren vor. Castro (1954, S. 558) beschreibt Versuche neuchristlicher Intellektueller, „die hebräische Abstammung“ gegenüber antisemitischen Verunglimpfungen während der Zeit der Inquisition zu verteidigen. Der Converso-Bischof von Burgos sagte: „Glaubt nicht, daß ihr mich beleidigen könnt, indem ihr meine Vorväter Juden nennt. Das sind sie sicherlich, und ich bin froh, daß das so ist; denn wenn hohes Alter adelt, wer kann so weit zurückgehen?“ Der Jude, der von den Makkabäern und den Leviten abstammt, ist „adelig durch Geburt.“ Castro (1954, S. 559) merkt auch an, daß ein Thema der neuchchristlichen Literatur dieser Zeit das der „Wertschätzung des gesellschaftlich tieferstehenden Mannes, der am Rand der Gesellschaft steht“ war. Die Kategorie, in der die Juden sich selbst sehen, wird in einem positiven Licht betrachtet.</p>
<p>Interessanterweise betonte die humanistische Ideologie der Conversos individuelle Verdienste im Gegensatz zur körperschaftlichen Natur der nichtjüdischen christlichen Gesellschaft (Faur 1992, S. 35).<sup>54</sup> Das Hervorstechen des jüdisch-nichtjüdischen Gruppenkonfliktes dieser Zeit widerspiegelnd, betrachteten Altchristen individuelle Verdienste als aus der religiösen Zugehörigkeit (d. h. Gruppenidentität) hervorgehend statt aus individuellen Anstrengungen: „Im sechzehnten Jahrhundert geriet die Waage der Werte immer mehr aus dem Gleichgewicht, was die Vorstellung zur Folge hatte, daß es wichtiger war festzustellen, <em>wer</em> jemand war statt seine Fähigkeit zum Arbeiten oder Denken zu bewerten“ (Castro 1971, S. 581; Kursivschrift im Text). Die Ideologie der individuellen Verdienste als Grundlage des Wertes, die von den Intellektuellen der Conversos gefördert wurde, könnte man somit als Beispiel einander bekämpfender Kategorien der sozialen Identität sehen, bei dem eine abgewertet wird.<sup>55</sup></p>
<p>Die andere Seite der Münze ist, daß Juden oft recht negativ auf jüdische Autoren reagiert haben, die jüdische Charaktere mit negativen oder mißbilligten Eigenschaften darstellen. Zum Beispiel ist Philip Roth von Juden und jüdischen Organisationen ausgiebig dafür kritisiert worden, daß er solche Charaktere beschrieb, oder zumindest dafür, solche Charaktere in Amerika beschrieben zu haben, wo sein Werk von Antisemiten gelesen werden konnte (siehe Roth 1963). Während der vorgebliche Grund für diese Besorgnis die Möglichkeit war, daß solche Darstellungen zu Antisemitismus führen könnten, meint Roth (1963, S. 452) auch, daß „das, woran man sich wirklich stört, was unmittelbar schmerzlich ist… dessen direkte Wirkung auf bestimmte Juden ist. ‚Sie haben die Gefühle einer Menge Juden verletzt, weil sie etwas offenbart haben, dessen sie sich schämen.’“ Die stillschweigende Folgerung von Roths Kritikern ist, daß die Eigengruppe in positivem Sinne dargestellt werden sollte; und tatsächlich hat die häufigste Art jüdischer literarischer Betätigung Juden als mit positiven Eigenschaften ausgestattet dargestellt (Alter 1965, S. 72). Das Zitat widerspiegelt auch die Behandlung des jüdischen Selbstbetrugs in <em>SAID</em> (Kap. 8): Die Scham, die aus dem Bewußtwerden des tatsächlichen jüdischen Verhaltens resultiert, ist nur halb bewußt, und jede Infragestellung dieses Selbstbetrugs hat ein großes Maß an psychologischem Konflikt zur Folge.</p>
<p>Die Bedeutung sozialer Identitätsprozesse in jüdischen intellektuellen Aktivitäten ist vor einiger Zeit von Thorstein Veblen (1934) entdeckt worden. Veblen beschrieb die Vorrangstellung jüdischer Gelehrter und Wissenschaftler in Europa und hielt ihre Tendenz zur Bilderstürmerei fest. Er merkte an, daß die Aufklärung die Fähigkeit jüdischer Intellektueller zerstört hatte, Trost in der Identität zu finden, die die Religion bot, aber sie akzeptieren daher nicht einfach unkritisch die intellektuellen Strukturen der nichtjüdischen Gesellschaft. Indem sie sich in Bilderstürmerei betätigen, meint Veblen, unterziehen die Juden eigentlich das grundsätzliche soziale Kategoriensystem der nichtjüdischen Welt der Kritik – ein Kategoriensystem, mit dem der Nichtjude zufrieden ist, aber nicht der Jude. Der Jude „ist nicht… mit dem besonderen Erbe konventioneller vorgefaßter Meinungen des Nichtjuden ausgestattet, die durch die Macht der Gewohnheit aus der nichtjüdischen Vergangenheit überdauert haben, und die einerseits den sicheren und vernünftigen Nichtjuden konservativ und selbstzufrieden machen und andererseits die Sicht des sicheren und vernünftigen Nichtjuden trüben und ihn intellektuell seßhaft machen“ (Veblen 1934, S. 229).<sup>56</sup></p>
<p>Tatsächlich sind sich jüdische Sozialwissenschaftler zumindest manchmal dieser Verbindungen bewußt gewesen: Peter Gay (1987, S. 137) zitiert das Folgende aus einem Brief, der 1926 von Sigmund Freud geschrieben wurde, dessen Abneigung gegen die westliche Kultur in Kapitel 4 beschrieben wird: „Weil ich ein Jude war, fand ich mich frei von vielen Vorurteilen, die andere in der Anwendung ihres Intellekts einschränkten, und als Jude war ich darauf vorbereitet, in die Opposition zu gehen und ohne die Zustimmung der ‚kompakten Mehrheit’ auszukommen.“ In einem späteren Brief sagte Freud, daß die Akzeptanz der Psychoanalyse „ein gewisses Maß an Bereitschaft verlangte, eine Situation der einsamen Opposition zu akzeptieren – eine Situation, mit der niemand vertrauter ist als ein Jude“ (in Gay 1987, S. 146).<sup>57</sup></p>
<p>Es gibt ein Gefühl der Entfremdung gegenüber der umgebenden Gesellschaft. Der jüdische Intellektuelle tendiert, in den Worten des New Yorker Intellektuellen und politischen Radikalen Irving Howe, dazu, „sich in einiger Distanz von der Gesellschaft zu empfinden; beinahe als ein Geburtsrecht eine kritische Haltung zu allgemein akzeptierten Dogmen einzunehmen, sich als nicht ganz in der Welt zu Hause zu erkennen“ (1978, S. 106).</p>
<blockquote><p>Von Solomon Maimon bis zu Norman Podhoretz, von Rachel Varnahgen bis zu Cynthia Ozick, von Marx und Lassalle bis zu Erving Goffman und Harold Garfinkel, von Herzl und Freud bis zu Harold Laski und Lionel Trilling, von Moses Mendelssohn bis zu J. Robert Oppenheimer und Ayn Rand, Gertrude Stein und Reich I und II (Wilhelm und Charles) drängt sich dem Bewußtsein und Verhalten des jüdischen Intellektuellen im <em>Galut</em> [Exil] eine dominierende Struktur einer identischen Zwangslage und eines gemeinsamen Schicksals auf: mit dem Beginn der jüdischen Emanzipation, als die Ghettomauern zerbröckeln und die <em>shtetlach</em> [kleine jüdische Städte] sich aufzulösen beginnen, tritt das Judentum – wie irgendein staunender Anthropologe – in eine seltsame Welt hinaus, um ein seltsames Volk zu erforschen, das eine seltsame <em>Halacha</em> [Gesetz] befolgt. Sie untersuchen bestürzt diese Welt, mit Staunen, Zorn und strafender Objektivität. Dieses Staunen, dieser Zorn und die nachtragende Objektivität des am Rande befindlichen Nichtmitglieds sind rückfällig; sie bestehen unvermindert in unsere eigene Zeit fort, weil die jüdische Emanzipation bis in unsere Zeit fortdauert. (Cuddihy 1974, S. 68).</p></blockquote>
<p>Obwohl die intellektuelle Kritik, die aus sozialen Identitätsprozessen resultiert, keine Funktion bei der Erreichung irgendeines konkreten Ziels des Judaismus zu haben braucht, ist dieser Bestand an Theorien höchst kompatibel mit der Annahme, daß jüdische intellektuelle Aktivität dazu bestimmt sein könnte, gesellschaftliche Kategorisierungsprozesse in einer Weise zu beeinflussen, die Juden nützt. In späteren Kapiteln werden Beweise geliefert werden, daß jüdische intellektuelle Bewegungen universalistische Ideologien für die gesamte Gesellschaft befürwortet haben, bei denen die gesellschaftliche Kategorie jüdisch-nichtjüdisch in ihrer Auffälligkeit reduziert wird und keine theoretische Bedeutung hat. Daher wird zum Beispiel innerhalb einer marxistischen Analyse theoretisiert, daß sozialer Konflikt allein aus wirtschaftlich begründetem Konflikt zwischen gesellschaftlichen Klassen resultiert, bei dem Konkurrenz zwischen ethnischen Gruppen um Ressource irrelevant ist. Die soziale Identitätsforschung sagt voraus, daß die Akzeptanz einer solchen Theorie den Antisemitismus reduzieren würde, weil die gesellschaftliche Kategorie jüdisch-nichtjüdisch innerhalb der universalistischen Ideologie nicht hervorsticht.</p>
<p>Schlußendlich gibt es guten Grund anzunehmen, daß Sichtweisen von Minderheiten einen großen Einfluß auf die Einstellungen der Mehrheit haben können (z. B. Pérez &amp; Mugny 1990). Die soziale Identitätsforschung deutet darauf hin, daß ein Standpunkt einer Minderheit, besonders wenn er ein hohes Maß innerer Konsistenz hat, eine Auswirkung haben kann,</p>
<blockquote><p>weil er die Möglichkeit einer Alternative zur selbstverständlichen, unbestrittenen, einvernehmlichen Sichtweise der Mehrheit eröffnet. Plötzlich können die Menschen Risse in der Fassade des Mehrheitskonsenses ausmachen. Neue Aspekte, Probleme und Fragen ergeben sich, die Aufmerksamkeit verlangen. Der Status quo wird nicht mehr passiv als etwas Unveränderliches und Stabiles akzeptiert, das der einzige legitime Vermittler der Natur der Dinge ist. Die Menschen haben die Freiheit, ihre Überzeugungen, Ansichten, Gebräuche und so weiter zu ändern. Und wohin wenden sie sich? Eine Richtung ist die zur aktiven Minderheit. Sie liefert (definitionsgemäß und mit Absicht) eine konzeptionell schlüssige und elegant einfache Lösung für genau die Fragen, die aufgrund ihrer Aktivitäten nun das öffentliche Bewußtsein plagen. In der Sprache der „Ideologie“… streben Minderheiten danach, die dominante Ideologie durch eine neue zu ersetzen.“ (Hogg &amp; Abrams 1988, S. 181)</p></blockquote>
<p>Eine entscheidende Komponente des Einflusses einer Minderheitsgruppe ist intellektuelle Konsistenz (Moscovici 1976), und ein wichtiges Thema beim Nachfolgenden wird sein, daß jüdisch dominierte intellektuelle Bewegungen ein hohes Maß an innerem Gruppenzusammenhalt gehabt haben und oft durch ein starkes Eigengruppe-Fremdgruppe-Denken gekennzeichnet waren – ein traditioneller Aspekt des Judaismus. Weil jedoch diese Bewegungen Nichtjuden ansprechen sollten, waren sie dazu gezwungen, jeden offenen Hinweis darauf zu minimieren, daß jüdische Gruppenidentität oder jüdische Gruppeninteressen für die Teilnehmer wichtig waren.</p>
<p>Solch ein Ergebnis ist ebenfalls sehr kompatibel mit der sozialen Identitätstheorie: Das Ausmaß, in dem Individuen dazu bereit sind, sich beeinflussen zu lassen, hängt von ihrer Bereitschaft ab, die gesellschaftliche Kategorie zu akzeptieren, von der die abweichende Meinung stammt. Für Juden, die dazu entschlossen sind, die breitere Gesellschaft zu beeinflussen, könnte offene jüdische Gruppenidentität und offen bekundete jüdische Interessen nur die Fähigkeit dieser Bewegungen beeinträchtigen, ihre beabsichtigten Zielpersonen zu beeinflussen. Folglich wurde die jüdische Beteiligung an diesen Bewegungen oft aktiv verhüllt, und die intellektuellen Strukturen selbst wurden in universalistischen Begriffen ausgedrückt, um die Bedeutung der sozialen Kategorie jüdisch-nichtjüdisch zu minimieren.</p>
<p>Außerdem wurden die Bewegungen, nachdem die Bereitschaft, Einflüsse zu akzeptieren, von der Bereitschaft abhängt, sich mit den stereotypen Eigenschaften einer Eigengruppe zu identifizieren, nicht nur in universalistischen Begriffen statt in jüdisch-partikularistischen konzipiert, sondern sie wurden auch als nur von höchsten moralischen und ethischen Normen motiviert dargestellt. Wie Cuddihy (1974, S. 66n) anmerkt, entwickelten jüdische Intellektuelle ein Gefühl, daß das Judentum eine „Mission für den Westen“ hätte, bei der die korrupte westliche Gesellschaft mit einem spezifisch jüdischen Moralgefühl konfrontiert werden würde. In einem beträchtlichen Ausmaß stellen diese Bewegungen konkrete Beispiele der alten und immer wiederkehrenden jüdischen Selbstwahrnehmung als „Licht der Nationen“ dar, die in <em>SAID</em> (Kap. 7) ausführlich untersucht wurde. Diese Rhetorik der moralischen Verurteilung der Fremdgruppe stellt somit eine säkulare Version der zentralen Pose jüdischer Intellektueller nach der Aufklärung dar, daß das Judentum ein moralisches Leuchtfeuer für den Rest der Menschheit verkörpert. Aber um ihren Einfluß auszuüben, waren sie dazu gezwungen, die Bedeutung spezifisch jüdischer Identität und Interessen zu verleugnen, die der Bewegung zugrunde lagen.</p>
<p>Der hohe Grad inneren Gruppenzusammenhalts, das für die in diesem Band betrachteten Bewegungen charakteristisch ist, war von der Entwicklung von Theorien begleitet, die nicht nur ein großes Maß innerer intellektueller Konsistenz besaßen, sondern sie konnten auch, wie es im Fall der Psychoanalyse und der radikalen politischen Theorie der Fall ist, die Gestalt hermeneutischer Systeme annehmen, die in der Lage waren, jedwedem Ereignis in ihren interpretativen Schemata Rechnung zu tragen. Und obwohl diese Bewegungen den Anschein der Wissenschaftlichkeit anstrebten, bestritten sie zwangsläufig die fundamentalen Prinzipien der Wissenschaft als individualistische Untersuchung der Natur der Realität (siehe Kap. 6). Obwohl das Ausmaß, in dem diese intellektuellen und politischen Bewegungen die nichtjüdische Gesellschaft beeinflußten, nicht mit Sicherheit abgeschätzt werden kann, ist das in den folgenden Kapiteln präsentierte Material höchst kompatibel mit der Annahme, daß die jüdisch dominierten Bewegungen ein entscheidender Faktor (notwendige Bedingung) für den Triumph der intellektuellen Linken in den westlichen Gesellschaften des späten zwanzigsten Jahrhunderts waren.</p>
<p>Kein Evolutionist sollte von der all dem eingeschlossenen Theorie überrascht sein, nämlich daß intellektuelle Aktivitäten aller Art im Grunde mit ethnischer Kriegführung zu tun haben könnten, genausowenig wie man davon überrascht sein sollte, daß politische und religiöse Ideologien typischerweise die Interessen derjenigen widerspiegeln, die ihnen anhängen. Die wahrlich zweifelhafte These für einen Evolutionisten ist die, ob eine echte Sozialwissenschaft als unbefangener Versuch, menschliches Verhalten zu verstehen, überhaupt möglich ist.</p>
<p>Dies bedeutet nicht, daß alle sich stark als solche identifizierenden jüdischen Sozialwissenschaftler an den Bewegungen teilnahmen, die in den folgenden Kapiteln behandelt werden. Es bedeutet nur, daß Identifikation als Jude und vermeintliche jüdische Interessen eine starke motivierende Kraft unter denjenigen waren, die diese Bewegungen anführten, und unter vielen ihrer Anhänger. Diese Wissenschaftler-Aktivisten hatten sehr starke jüdische Identitäten. Sie waren sehr besorgt wegen des Antisemitismus und entwickelten bewußt Ideologien, die darauf abzielten zu zeigen, daß jüdisches Verhalten irrelevant für Antisemitismus war, während sie gleichzeitig (im Fall der Psychoanalyse und der Frankfurter Schule) zeigten, daß nichtjüdischer Ethnozentrismus und Teilnahme an zusammenhaltenden antisemitischen Bewegungen Hinweise auf Psychopathologie waren.</p>
<p>Zusammengenommen haben diese Bewegungen die fundamentalen moralischen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Grundlagen der westlichen Gesellschaft in Frage gestellt. Es wird offenkundig werden, daß diese Bewegungen auch verschiedenen jüdischen Interessen recht gut dienten. Es wird jedoch ebenfalls offenkundig werden, daß diese Bewegungen oft in Konflikt mit den kulturellen und letztendlich genetischen Interessen bedeutender Teile der nichtjüdischen, europäischstämmigen Völker der europäischen und nordamerikanischen Gesellschaften des späten zwanzigsten Jahrhunderts standen.</p>
<p align="center"><strong>ANMERKUNGEN</strong></p>
<p align="center">[Anm. d. Ü.: Im Unterschied zum Buch, wo die Anmerkungen gesammelt am Schluß stehen, füge ich hier die den jeweiligen Abschnitt betreffenden gleich im Anschluß an diesen an.]</p>
<p>48. Wie in <em>SAID</em> (S. 261) beschrieben, waren die Bestrebungen des AJCommittee, es so darzustellen, als seien Juden nicht in radikalen Bewegungen überrepräsentiert, mit Täuschung und vielleicht Selbstbetrug verbunden. Das AJCommittee unternahm intensive Bemühungen, die Meinung innerhalb der jüdischen Gemeinschaft zu ändern, im Versuch zu zeigen, daß jüdische Interessen mit der Befürwortung der amerikanischen Demokratie kompatibler seien als mit dem Sowjetkommunismus (z. B. unter Hervorhebung des sowjetischen Antisemitismus und der sowjetischen Unterstützung von Nationen, die gegen Israel waren, in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg) (Cohen 1972, S. 347 ff).</p>
<p>49. Als der Antisemitismus während der Weimarer Zeit zunahm, begannen in jüdischem Besitz befindliche liberale Zeitungen wegen der öffentlichen Feindseligkeit gegenüber der ethnischen Zusammensetzung der Redaktionsleitungen und des Personals unter wirtschaftlichen Härten zu leiden (Mosse 1987, S. 371). Die Reaktion von Hans Lachmann-Mosse bestand in der „Entpolitisierung“ seiner Zeitungen, indem er eine große Zahl jüdischer Redakteure und Korrespondenten feuerte. Eksteins (1975, S. 229) meint, daß die Reaktion ein Versuch war, rechte Einstufungen seiner Zeitungen als Teil der <em>Judenpresse</em> von sich abzulenken.</p>
<p>50. Ein kürzliches, vielleicht triviales Beispiel für diese Art von ethnischer Kriegführung ist der populäre Film <em>Addams Family Values</em> (veröffentlicht im November 1993; deutscher Titel <em>Die Addams Family in verrückter Tradition</em>), der unter der Regie von Barry Sonnenfeld entstand, von Scott Rudin produziert und von Paul Rudnick geschrieben wurde. Die Bösen in diesem Film sind buchstäblich alle Blondhaarigen (mit der Ausnahme eines übergewichtigen Kindes), und zu den Guten gehören zwei jüdische Kinder, die Kippot tragen. (Tatsächlich wird es als Pathologie betrachtet, blondes Haar zu haben, sodaß es eine Familienkrise gibt, als das dunkelhaarige Addams-Baby vorübergehend blond wird.) Das darin vorkommende jüdische Kind hat dunkles Haar, trägt Brillen und ist physisch zart und unathletisch. Es macht oft frühreif intelligente Bemerkungen und wird von den blonden Beratern schwer bestraft, weil es ein hochintelligentes Buch liest. Die bösen nichtjüdischen Kinder sind das Gegenteil: blond, athletisch und unintellektuell. Zusammen mit allerlei anderen dunkelhaarigen Kindern aus einer Vielzahl ethnischer Hintergründe und weißen nichtjüdischen Kindern, die von ihren Spielkameraden abgelehnt werden (weil sie übergewichtig sind etc.) führen der jüdische Junge und die Kinder der Addams Family eine gewalttätige Bewegung an, der es gelingt, den blonden Feind zu vernichten. Der Film ist eine Parabel, die die allgemeine Stoßrichtung der jüdischen intellektuellen und politischen Aktivitäten in Bezug auf Einwanderung und Multikulturalismus in westlichen Gesellschaften veranschaulicht (siehe Kap. 7). Er steht auch in Einklang mit der allgemeinen Stoßrichtung von Hollywoodfilmen. <em>SAID</em> (Kap. 2) untersucht Daten, die auf jüdische Dominanz der Unterhaltungsindustrie in den Vereinigten Staaten hinweisen. Powers, Rothman &amp; Rothman (1996, S. 207) charakterisieren das Fernsehen als Förderer liberaler, kosmopolitischer Werte, und Lichter, Lichter und Rothman (1994, S. 251) sind der Meinung, daß das Fernsehen kulturellen Pluralismus in positivem Licht darstellt und als leicht zu verwirklichen, abgesehen von den Aktivitäten einiger ignoranter oder bigotter Schurken.</p>
<p>51. Heller kombiniert Gesellschaftskritik mit einer starken jüdischen Identität. In einem Gespräch, das in <em>The Economist</em> (18. März 1995, S. 92) beschrieben wurde, wird Heller mit den Worten zitiert: „Jude zu sein durchdringt alles, was ich tue. Meine Bücher werden immer jüdischer.“</p>
<p>52. Die Auslassung lautet wie folgt: „Zerstörung des jüdischen Prinzips, Ausrottung der jüdischen Religion, ob in der mosaischen oder christlichen Form, die natürliche Gleichheit des Menschen und die Abschaffung des Eigentums werden von den geheimen Gesellschaften proklamiert, die provisorische Regierungen bilden, und Männer der jüdischen Rasse findet man an der Spitze jeder davon.“ Rather (1986) bemerkt, daß Antisemiten, die an jüdische Verschwörungen glaubten, diese Passage wie auch die <em>Protokolle</em> oft zur Untermauerung ihrer Theorien zitierten. Er weist auch unter Zitierung von Roberts (1972) darauf hin, daß Disraelis Ansicht, daß Ereignisse von großen internationalen Verschwörungen kontrolliert würden, im neunzehnten Jahrhundert gang und gäbe war. Rather verbindet diese Überzeugungen mit der Geheimgesellschaft im Zentrum der psychoanalytischen Bewegung (siehe Kap. 4) wie auch mit einer Geheimgesellschaft namens „die Söhne von Moshe“, die vom Zionisten Ahad Ha’am (Asher Ginsberg) organisiert wurde, dessen Werk in <em>SAID</em> (Kap. 5) behandelt wird.</p>
<p>53. Diese Passage wurde von Lucien Wolf, dem Sekretär des Conjoint Foreign Committee of the Board of Deputies und der Anglo-Jewish Association zitiert, um die jüdische Unterstützung russischer revolutionärer Bewegungen zu begründen (siehe Szajkowski 1967, S. 9).</p>
<p>54. Die neuchristliche Ideologie impliziert, daß Mitglieder einer stark zusammenhaltenden, wirtschaftlich erfolgreiche Gruppe danach strebt, von der umgebenden Gesellschaft als Individuen statt als Mitglieder einer Gruppe beurteilt zu werden. Es ist interessant, daß das moralische Gebot der Beurteilung auf Grundlage individueller Verdienste im Werk des jüdischen Autors Michael Beer aus dem neunzehnten Jahrhundert ebenfalls ein Thema war (siehe Kahn 1985, S. 122) und ein Hauptthema der zeitgenössischen neokonservativen Bewegung jüdischer Intellektueller ist. Beer war gezwungen, die Identität seines Protagonisten zu tarnen (als Hindu von niedriger Kaste), weil es unwahrscheinlich war, daß sein Publikum einen explizit jüdischen Protagonisten positiv sehen würde.</p>
<p>55. Castros These lautet, daß wirtschaftliche und intellektuelle Rückständigkeit der hohe Preis war, den Spanien für seinen erfolgreichen Widerstand gegen die Ideologie der individuellen Verdienste bezahlte. Wie in <em>SAID</em> (Kap. 1) festgehalten, können sich schlecht angepaßte Verhaltensmuster im Kontext von Gruppenkonflikten entwickeln, weil sie eine positive soziale Identität im Gegensatz zu einer Fremdgruppe bieten. Daher war es unwahrscheinlich, daß Spanien sich in Richtung einer individualistischen, nach-aufklärerischen Gesellschaft entwickeln würde, wenn Befürworter des Individualismus als Leute gesehen wurden, die insgeheim einer stark zusammenhaltenden Gruppe loyal waren.</p>
<p>56. Paul Johnson (1988, S. 408) steht auf dem Standpunkt, daß die jüdische Bilderstürmerei einfach „Veränderungen beschleunigte, die sowieso kamen. Die Juden waren von Natur aus Bilderstürmer. Wie die Propheten machten sie sich daran, all die Götzenbilder der konventionellen Methoden gekonnt und mit grimmiger Schadenfreude zu zerschlagen und umzustürzen.“ Weil sie die letztendlichen Auswirkungen jüdischer intellektueller Bestrebungen im wesentlichen trivialisiert, ist solch eine Ansicht unvereinbar mit Johnsons Behauptung, daß das Auftauchen der Juden im etablierten westlichen intellektuellen Diskurs „ein Ereignis von umwerfender Bedeutung für die Weltgeschichte“ war (S. 340 – 341). Johnson liefert keinen Beweis für seine Ansicht, daß die von jüdischen Intellektuellen befürworteten Veränderungen unvermeidlich waren. Sicherlich ermutigte das traditionelle Judentum nicht zur Bilderstürmerei innerhalb der jüdischen Gemeinschaft (sehen Sie sich Spinozas Schicksal und die allgemeine autoritäre Natur der Gemeinschaftskontrollen in der traditionellen jüdischen Gesellschaft an [<em>PTSDA</em>, Kap. 8]). Genausowenig ermutigte die traditionelle jüdische Gelehrsamkeit zur Bilderstürmerei. Obwohl das Talmudstudium definitiv zur Argumentation ermutigt (<em>pilpul</em>, siehe <em>PTSDA</em>, Kap. 7), wurden diese Diskussionen innerhalb eines sehr eng vorgegebenen Bereich geführt, in dem die Grundannahmen nicht in Frage gestellt wurden. In der Welt nach der Aufklärung ist die jüdische Bilderstürmerei eindeutig viel mehr gegen die nichtjüdische Kultur gerichtet gewesen als gegen den Judaismus, und die hier und in den folgenden Kapiteln gelieferten Beweise weisen darauf hin, daß die Bilderstürmerei oft von Feindseligkeit gegenüber der nichtjüdischen Kultur motiviert war. Nach Johnsons eigener Darstellung ist es sowohl beim Marxismus als auch bei der Psychoanalyse unwahrscheinlich, daß sie unter Nichtjuden entstanden wären, nachdem beide starke Obertöne jüdischen religiösen Denkens enthalten, und ich würde sagen, daß es bei der Psychoanalyse besonders unwahrscheinlich ist, daß sie entstanden wäre, außer als Waffe im Krieg gegen die nichtjüdische Kultur. Die Resultate sind viel plausibler aufgrund des allgemein höheren verbalen IQs unter Juden und ihrer Fähigkeit, zusammenhaltende Gruppen zu bilden, was nun auf das Kritisieren der nichtjüdischen Kultur gerichtet wird statt darauf, die Tora zu verstehen und dadurch Status innerhalb der jüdischen Gemeinschaft zu gewinnen.</p>
<p>57. Der Kommentar, der sich auf die „einsame Opposition“ bezieht, ist unredlich, nachdem die Psychoanalyse von ihren Anfängen her von einem starken Gruppenbewußtsein charakterisiert wurde, das von einem engagierten Kern von Mitgliedern ausging. Die Psychoanalyse selbst kultivierte energisch das Bild von Freud als einsamem Wissenschaftler-Helden, der gegen das voreingenommene intellektuelle Establishment für die Wahrheit kämpfte. Siehe Kapitel 4.</p>
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		<title>Kann man mit Islamkritikern reden?</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 21:26:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>osimandia</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Osimandia (A)]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit den Breivik-Attentaten im vergangenen Sommer sind Islamkritiker verstärkt in den Brennpunkt öffentlichen Interesses gerückt. Das Internetportal Politically Incorrect wurde mehrfach in Zeitungen erwähnt, und zwar nicht nur in kleinen, unbedeutenden, sondern sogar in Flaggschiffen der veröffentlichten Meinung wie Spiegel und FAZ. Obwohl natürlich auch in dem Fall gilt, dass schlechte Publicity besser ist als [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=15336&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_15339" class="wp-caption alignleft" style="width: 490px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/20/kann-man-mit-islamkritikern-reden/pi-2/" rel="attachment wp-att-15339"><img class="size-full wp-image-15339" title="pi" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/pi1.jpg" alt="" width="480" height="329" /></a><p class="wp-caption-text">Wäre ohne Moscheen wirklich alles gut?</p></div>
<p style="text-align:justify;">Seit den Breivik-Attentaten im vergangenen Sommer sind Islamkritiker verstärkt in den Brennpunkt öffentlichen Interesses gerückt. Das Internetportal Politically Incorrect wurde mehrfach in Zeitungen erwähnt, und zwar nicht nur in kleinen, unbedeutenden, sondern sogar in Flaggschiffen der veröffentlichten Meinung wie Spiegel und FAZ.</p>
<p style="text-align:justify;">Obwohl natürlich auch in dem Fall gilt, dass schlechte Publicity besser ist als gar keine Publicity und das durchaus auch von PI-Kommentatoren so gesehen wurde (<em>&#8220;Die machen kostenlose Werbung für uns. Juchhu! Und übrigens: Herzlich willkommen an alle neuen Leser, die von der Dingsbums-Rundschau zu uns gefunden haben&#8221;</em> etc.), war das keineswegs ausschließlich angenehm für das kleine, aber steitg wachsende Fähnlein Muselmaninnen- und Grundgesetzbeschützer. Die Erwähnung war durchweg negativ, gehässig, häufig hysterisch und dumm, lächerlich übertrieben und zu einem beträchtlichen Teil schlicht und einfach auch unwahr. Insgesamt schien man aber über diese ungewohnte Aufmerksamkeit eher erfreut als betrübt zu sein. Nach anfänglichem, aus dem Schock über die norwegischen Verbrechen geborenem  &#8220;die haben vielleicht recht&#8221;-Grübeln, verwandelte sich die Stimmung schnell in eine eher euphorische der Art &#8220;wir sind politisch korrekter als die politisch Korrekten&#8221;. Eine Art Weiße-Rose-Gefühl ohne die Gefahr, wirklich so zu enden wie die Mitglieder der Weißen Rose.<span id="more-15336"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Beim Lesen dieser &#8221; Sternstunden des Journalismus&#8221; über Islamkritiker im allgemeinen und PI im besonderen fällt stark auf, dass die erhobenen Vorwürfe sich nur ganz selten auf das beziehen, was PI schreibt, sondern vielmehr darauf, was PI-Redaktionsmitglieder und -Kommentatoren eventuell heimlich denken könnten, sich aber nicht zu schreiben trauen. Von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist da die Rede, die angeblich unter ideologischer Kritik an Teilen des islamischen Dogmas , das auch nach Ansicht der Mainstream-Schreiberlinge keineswegs fehlerlos und kritikunwürdig ist, versteckt werden würden.</p>
<p style="text-align:justify;">Das ist in zweierlei Hinsicht erhellend. Erstens zeigt es ganz klar, dass diese Vertreter der so genannten freien Presse ganz genau wissen, dass es in diesem &#8220;freiesten Staat, der jemals auf deutschem Boden existiert hat&#8221;, eine ganze Menge Dinge gibt, die man sich besser nicht zu sagen oder schreiben traut (und dass reine Idelogiekritik am Islam nicht dazu gehört!) Zweitens beschleicht mich das Gefühl, dass  selbst linke Schreiberlinge sich eine dermaßen vernagelte Blödheit nicht vorstellen können, der es bedarf, um ehrlich zu glauben, dass unsere Probleme mit der Multikulti-Gesellschaft und der Masseneinwanderung nur daran liegen, dass die betreffenden Personen dem Islam anhängen. Dazu kann ich getrost und aus ehrlichem Herzen sagen: Doch, das ist möglich. Ich weiß das aus eigener Erfahrung &#8211; dass dies eine peinliche Erfahrung ist, hilft nichts. Es war so. Die Leute glauben das mehrheitlich wirklich. Wenn man es nicht mehr tut, weiß man allerdings nur noch, dass man es mal getan hat. Wie man diese Hirnrissigkeit intellektuell  bewerkstelligt hat, ist ins gnädige Vergessensloch gesunken, zumindest bei mir.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich halte Ralph Giordano nicht gerade für einen Sympathieträger, um es vorsichtig auszudrücken, aber sicher nicht für einen Vollidioten. Er hat eine seiner Reden &#8220;Nicht die Zuwanderung, sondern der Islam ist das Problem&#8221; betitelt, und dieser Titel ist spätestens seither zum Dogma der Islamkritik geworden.</p>
<p style="text-align:justify;">In Wahrheit ist es genau andersrum, und das ist die erste Lektion, die Islamkritiker lernen müssen, auch wenn das dazu führt, dass sie näher an das heranrücken, was man ihnen vorwirft, heimlich zu sein, ohne es offen zu sagen, und was die meisten von ihnen derzeit nicht sind. Für Ralph Giordanos Interessenlage trifft dieser Titel jedoch durchaus zu. Aber Ralph Giordano vertritt eine jüdische Position, und dass jüdische Interessen vollkommen anders geartet sind als deutsche (oder englische oder französische oder holländische oder ganz allgemein weiße) Interessen, ist zwar nicht die zweite &#8211; dafür ist sie zu schwer &#8211; aber vielleicht die vierte oder fünfte Lektion, die Islamkritiker leider irgendwann auch lernen müssen, wenn sie nicht Blödis bleiben wollen, die zwar gutmeinend sind, aber nicht kapieren, wie ihnen geschieht. Nützliche Idioten, die niemals etwas bewirken, außer  vielleicht &#8211; während ihr Heimatland stirbt &#8211; denen, die das wünschen und betreiben, ein auskömmliches Leben in der Gesellschaft derer zu verschaffen, die das geographische Gebiet, das einmal Deutschland war, nach dem Tod Deutschlands bevölkern. Einfacher ausgedrückt: Während der Agonie des deutschen Volkes sind die letzten Deutschen gerade noch geeignet, als Islamkritiker dafür zu sorgen,  Muselmanen dazu zu dressieren, ihren Antisemitismus abzulegen und ihre antijüdischen &#8220;Verschwörungstheorien&#8221; sowie ihre Abneigung gegenüber zügelloser Sexualisierung und Verherrlichung von (nichtislsamischen) Minderheiten aufzugeben. Oder noch einfacher: Dafür sorgen, dass die Hausordnung hängen bleibt, in der unter anderem steht, dass diejenigen, die den Einbrechern die Tür aufgemacht haben, von den Einbrechern nicht schlecht behandelt werden dürfen, wenn der Hausherr endlich zur gemeinsamen Freude der Einbrecher und Türöffner tot ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Wollen Islamkritiker das?</p>
<p style="text-align:justify;">Wenn man PI liest, kommt man zu dem Schluss: Sieht fast so aus.</p>
<p style="text-align:justify;">Viele von uns kommen aus der Islamkritik. Dadurch sind wir auf eine gewisse Art vielleicht schon geeignet, uns an Islamkritiker zu wenden, um sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie sich zwar wie eine radikale Opposition empfinden und zumindest ansatzweise auch wie eine solche behandelt werden, aber in Wirklichkeit sorgfältig kontrollierte Opposition sind, die dazu dient, Unzufriedene zu sammeln, zu beschäftigen und zu neutralisieren. (Eine ablehnende Behandlung ist dafür erforderlich. Wenn diese ausbliebe, würde sich die Scheinopposition nicht mehr als Opposition fühlen und käme dadurch vielleicht zur Besinnung und zum weiteren Nachdenken)</p>
<p style="text-align:justify;">Islamkritik wird niemals zu einer Lösung der Probleme führen, die Menschen ursprünglich auf den Nägeln gebrannt haben, als sie sich aus der Gutmenschenwelt verabschiedeten und sich der Islamkritik zuwandten. Islamkritik kann intellektuelle Arbeit sein, sie kann sehr fundiert daherkommen und durchaus absolut zutreffend sein. Sie ist nicht überflüssig,  aber &#8211; wenn sie reine Ideologiekritik bleibt &#8211; für unsere Sorgen vollkommen belanglos. Sie wäre auch dann wirkungslos, wenn sie zur Staatsdoktrin würde. Deutschland wird aufhören, zu existieren, wenn es nicht mehr zur ganz großen Mehrheit (mehr als bereits heute) von Deutschen bevölkert ist, und zwar vollkommen unabhängig davon, welcher Religion wie intensiv die neuen Einwohner anhängen. Unser Land stirbt an der Einwanderung, nicht am Islam. Und damit sind wir wieder an dem Punkt, der am schwersten zu akzeptieren ist, weil er <a href="http://age-of-treason.blogspot.com/2007/09/committing-pcs-most-mortal-sin.html" target="_blank">die größte Sünde wieder die Politische Korrektheit </a>darstellt: Das mit den Juden und den anderen Interessen. Für Ralph Giordano ist tatsächlich nur der Islam ein Problem, denn das Sterben Deutschlands stellt für ihn kein Problem dar &#8211; im Gegenteil! Henryk Broder, ein anderer Islamkritiker, hat es sogar ganz deutlich ausgedrückt:</p>
<p style="text-align:justify;padding-left:30px;"><em>Was ich völlig im Ernst gut finde ist, dass diese demografische Struktur Europas nicht mehr zu halten ist. Je eher die Europäer das einsehen, desto besser. Einige Städte sind schon recht farbig und nicht mehr «arisch» weiss, und dagegen kann man überhaupt nichts sagen.</em></p>
<p style="text-align:justify;">und</p>
<p style="text-align:justify;padding-left:30px;"><em>Ich würde gerne das weisse Europa aufgeben, aber ich würde ungern das demokratische Europa aufgeben.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Das und noch mehr dazu haben wir unter<a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2011/03/12/stimmen-unserer-%E2%80%9Efreunde/" target="_blank"> Stimmen unserer &#8220;Freunde&#8221; </a>gesammelt. Und das ist nichts anderes als der unverblümt ausgedrückte Wunsch nach Völkermord.</p>
<p style="text-align:justify;">Das zu erkennen, ist vielleicht für Islamkritiker etwas schwer, aber es reicht auch schon einmal, sich in Umkehrung von Giordanos Redentitel klarzumachen:  <strong>Die Einwanderung, nicht der Islam ist das Problem</strong>. Und eigentlich ist es nicht schwer, das zu verstehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Islam ist fast 14 Jahrhunderte alt und hat sich in der Zeit &#8211; wie Islamkritiker nicht müde werden, zu betonen &#8211; nicht viel geändert. Wann hat er jemals ein Problem für Deutschland dargestellt? Nie! Bis zu dem Zeitpunkt, als massenhaft Moslems einwanderten. Hätte man 1960 eine Umfrage in unserem Land gestartet, was die größten Zukunftsprobleme des Landes sind, ich bin überzeugt, der Islam hätte es nicht unter die Top 100 gebracht. Hat sich der Islam seit 1960 geändert? Vielleicht marginal. Hat sich die Demographie geändert? Ja! Also, ist der Islam das Problem oder die Einwanderung?</p>
<p style="text-align:justify;">Islsamkritiker sonnen sich gerne darin, Menschenrechtsretter zu sein, aber wenn sie ehrlich in sich gehen, müssen sie sich eingestehen, dass sie im Leben nicht drangedacht hätten, Islamkritiker zu werden, wenn die Moslems da geblieben wären, wo der Pfeffer wächst. Oder der Schlafmohn. Wenn ein Islamkritiker ehrlich in sich geht, muss er sich eingestehen, dass es ihn vor 9/11 einen feuchten Kehrricht interessiert hat, wie Schlafmohnanbaumänner mit Schlafmohnanbaufrauen in Afghanistan umgehen, und dass es ihn auch nach 9/11 nur deswegen länger als ein paar Wochen interessiert hat, weil uns das seither von den Mainstreammedien &#8211; ja genau von denen, die das angeblich nicht thematisieren &#8211; um die Ohren gehauen wird, und weil diese Leute auch hier sind und uns direkt vor unserer Haustür auf die Nerven gehen. Es ist nicht böse, wenn einen Dinge, die &#8220;hinten fern in der Türkei&#8221; vor sich gehen, wenig interessieren. Es ist richtig, dass uns das Leben in unserem Land und die Zukunft unserer Kinder mehr interessiert. Wir müssen nicht so tun, als ob wir der liebe Gott wären, der alle Menschen gleich lieb hat. Wir dürfen unsere leiblichen Kinder mehr lieben als die unserer Nachbarn, und wir dürfen die Kinder unseres Volkes mehr lieben und uns mehr um ihre Zukunft sorgen als um die der Kinder anderer Völker. Daran ist nichts falsch &#8211; ganz im Gegenteil. Das ist eine weitere Lektion, die Islamkritiker lernen müssen: Wir sind nicht für die Zustände in der islamischen  Welt verantwortlich. Und nebenbei bemerkt, sind wir auch nicht für die Zustände verantwortlich, die in islamischen Familien in unserm Land vor sich gehen. Es ist nicht die Aufgabe der Einbruchsopfer, sich darum zu kümmern, wie Einbrecher A Einbrecherin B behandelt, und es ist eine Unverschämtheit, wenn unsere &#8220;Toleranz&#8221; &#8211; die durchaus aus anderen Gründen eine Katastrophe ist &#8211; auch noch für etwas verantwortlich gemacht wird, was uns diese ungebetenen Gäste eingeschleppt haben und was schon dadurch genug belastet und  kostet, dass sich unsere Justiz drum kümmern muss, solange sie hier sind. Glaubt irgendjemand, dass Karl Martell oder Jan Sobiesky bei ihrem Abwehrkampf gegen die islamischen Horden sich Gedanken über das islamische Familienleben gemacht haben? Ich schätze: Nichts war ihnen egaler als das. Sie waren aber erfolgreich.</p>
<p style="text-align:justify;">Eine Lektion, die wir vielleicht &#8211; wenn auch mit großer Traurigkeit -  lernen müssen, ist die, dass Islamkritiker für uns möglicherweise nicht mehr  erreichbar sind. Dass sie mittlerweile  so tief in ihrem wahnhaften PI-Universum stecken, von dem sie glauben, es wäre der Ausstieg aus der Lügen-&#8221;Matrix&#8221; oder aus Platons Höhle, dass sie aufhören, einen weiteren Ausweg zu suchen und jeden anblaffen, der ihnen einen zeigt. Um beim Höhlengleichnis zu bleiben, gleichen sie Personen, die sich einst mutig aufgemacht haben, die Höhle zu verlassen (schuldbewusst und unsicher vielleicht nach &#8220;zu viele Türken in Deutschland?&#8221; gegoogelt haben und auf PI stießen), irgendwo unterwegs an die Hand genommen wurden und unter dem Versprechen &#8220;Wir führen Euch hinaus&#8221; in eine neue andere Höhle geleitet wurden, in der sie jetzt wieder angekettet sitzen und Schatten an der Wand für die Realität halten.</p>
<p style="text-align:justify;">Dennoch gibt es einen gewichtigen Grund, aus dem man Islamkritiker vielleicht noch nicht aufgeben sollte. Sie sind immerhin unzufrieden mit dem Status quo (zufriedene Personen muss man überhaupt nicht erst ansprechen) und sie haben angesichts der Anfeindigungen, denen sie durchaus wirklich ausgesetzt sind, bewiesen, dass sie in der Lage sind, damit zu leben. Dass sie in der Lage sind, das &#8220;Ausgestoßensein&#8221; aus der Gutmenschengesellschaft zu ertragen, ohne panisch wieder zurück zu flüchten.</p>
<p style="text-align:justify;">Meine Versuche, Islamkritiker dazu anzuregen, weiter zu denken, waren allerdings nicht erfolgreich.</p>
<p style="text-align:justify;">Eine Rolle dabei spielte wohl auch, dass PI eine ausgeprägte Zensurpolitik hat. Sie sind zwar recht offen gegen Feinde von links, teilen aber offenbar die Ansicht von Franz-Josef Strauß &#8220;Rechts von uns darf es  nur noch die Wand geben&#8221; und löschen &#8211; sei es aus Panik oder aus Überzeugung &#8211; alles, was nach dem aussehen könnte, was sie in den Augen ihrer Kritiker selber heimlich denken, aber sich nicht zu sagen trauen. Das macht es schwierig, auf Denkfehler hinzuweisen, selbst wenn ich immer noch davon ausgehe, dass es sich beim  Großteil der Islamkritiker um ehrliche Menschen handelt, die keine Denkfehler machen wollen, und sie ablegen würden, wenn sie diese als solche erkennen würden.</p>
<p style="text-align:justify;">Aus meiner Islamkritikerzeit erinnere ich mich an etwas, was ich über türkische Erziehungsmethoden gelesen habe. Türkische Väter bezeichnen anscheinend ihre halbwüchsigen Töchter ab und zu als orospu  (Hure)  und zwar ungeachtet dessen, dass sie ganz genau wissen, dass das Mädchen keine Hure ist sondern einen untadeligen Lebenswandel führt. Sie tun das gezielt, um zu erreichen, dass das Mädchen sich weiterhin sehr bemühen wird, alles zu tun, um diesem ungerechtfertigten Vorwurf &#8220;keine Nahrung zu geben&#8221;. Das ist eine höchst widerwärtige, ja geradezu dreckige Form von Pädagogik, aber ich gehe trotzdem davon aus, dass sie sehr gut funktioniert. Dreckige Methoden, andere Menschen zu beeinflussen, funktionieren oft. Leider.</p>
<p style="text-align:justify;">Und an was erinnert uns das?</p>
<p style="text-align:justify;">Richtig! An den PI-Kommentarbereich!</p>
<p style="text-align:justify;padding-left:30px;"><em>&#8220;Wir dürfen unseren Kritikern keine Munition liefern, wir müssen uns distanzieren, wir müssen aufpassen, dass wir uns keine Blöße geben, solche Aussagen haben keinen Platz auf PI, wenn solche Kommentare geduldet werden, kann ich PI nicht weiterempfehlen, wenn wir so etwas schreiben, ist es kein Wunder, dass die Zeitungen blablablubb&#8230;&#8221;</em></p>
<p style="text-align:justify;"><em> </em>undsoweiterundsofort. Auch da funktioniert es. Möglicherweise ist diese Methode gar nicht so sehr typisch türkisch als vielmehr typisch &#8230;. orientalisch. Die Islamkritik-Kritik der Medien scheint mir weniger von Vernichtungswunsch getragen als von einer Erziehungsabsicht &#8211; der Absicht, eine wirkungslose Opposition zu schaffen, die sich nur mit dem Runterleiern von bösen Suren und dem Bewundern mutiger islamischer Feministinnen begnügt, aber unsere eigenen Interessen, unser Land für uns zu bewahren, nicht einmal mehr denkt, geschweige denn ausspricht.  Obwohl ich also durchaus noch der Ansicht bin, dass es sehr viele gute anständige Menschen mit dem ehrlichen Bedürfnis nach Erkenntnis und Wahrheit unter Islamkritikern gibt (Was man auch an den vielen verzweifelten &#8220;Warum tun unsere Politiker uns das an?&#8221;-Fragen erkennt), ist es fast unmöglich, sie in ihrem eigenen Revier anzusprechen und ihnen dort ihre Warum-Fragen zu beantworten, weil mehr als Andeutungen nicht möglich sind. Sind sie zu subtil, kapiert sie keiner, sind sie zu deutlich, werden sie gelöscht.</p>
<p style="text-align:justify;">Und deshalb bin ich immer noch der Ansicht: Ja, man kann mit Islamkritikern reden. Und man sollte es auch tun. Sie sitzen zwar ganz tief in der Lügenmatrix drin, aber sie sind Menschen, denen das vermutlich nicht egal wäre, wenn sie es wüssten.</p>
<p style="text-align:justify;">Bleiben die Fragen: Erstens wo? Zweitens wie?</p>
<p style="text-align:justify;">Auf die erste habe ich keine befriedigende Antwort, auf PI ist es so gut wie unmöglich, und hierher verirren sie sich selten. Falls doch: Dies ist ein Angebot zu einem Gespräch, in dem man sich nicht beleidigt. Einem Gespräch, in dem man auf Argumentation der Sorte &#8220;Du Rassist, Du Moslemhasser&#8221; verzichtet, und zwar deswegen, weil das dümmliches Mit-Schlagwörtern-Umsichwerfen ist, und auch deshalb, weil es uns herzlich egal ist, ob jemand ein Rassist oder ein Moslemhasser ist oder nicht. Wir interessieren uns nicht für Etiketten, die Gesprächspartnern angeheftet sind, sondern für ihre Argumente.</p>
<p style="text-align:justify;">Also bleibt noch die Frage: Wie?</p>
<p style="text-align:justify;">Da ich der Ansicht bin, dass man ohnehin nur wenige erreichen kann, sollte man sich vielleicht auf diejenigen konzentrieren, die Warum-Fragen haben, oder &#8211; erweitert &#8211; stur darauf hinweisen, dass es noch Fragen gibt.</p>
<p style="text-align:justify;">Warum Moslems in unsere Länder einwandern wollen, muss uns nicht interessieren. Sie mögen es aus persönlichem Interesse tun, um ein sorgenfreies finanziell besseres Leben führen zu können als zu Hause, oder weil sie als Importbraut kommen oder weil sie einfach hier geboren wurden und nunmal da sind. Oder von mir aus auch, weil sie dem Dschihad nachgehen und den Globus mittels ihrer Anwesenheit in aller Herren Länder islamisieren wollen. Es ist komplett egal, warum sie hier sein wollen &#8211; da gibt es vielerlei aus ihrer Sicht vernünftige Gründe &#8211; viel interessanter ist die Frage, warum sie hier sein können. Mit Panzern standen sie nicht an den Grenzen. Sie stellen eine Invasionsarmee dar, aber sie sind eine Invasionsarmee ohne militärische Ausrüstung. Sie sind hier, weil man sie reingelassen hat, nicht weil wir uns gewehrt und verloren haben.</p>
<p style="text-align:justify;">Auch die Heinsohnsche These des &#8220;Youth bulge&#8221;, der angeblich dazu führt, dass geburtenstarke Populationen in geburtenarme Regionen diffundieren wie ein Ion von einer konzentrierten Salzlösung in eine weniger konzentrierte Lösung wandert, ist Blödsinn. Dass sie das wollen, ist nachvollziehbar. Aber es wäre ganz einfach, zu verhindern, dass sie das können. Bereits vor hundert Jahren war es in Deutschland viel schöner als in der Türkei. Wie viele Türken kamen damals &#8220;automatisch&#8221;? Gar keiner! Sie kamen nicht auf die Idee, dass man sie reinlassen würde. Es ist kein Automatismus am Werk sondern ein Wille. Ein Wille seitens Personen, die sich innerhalb unsere Grenzen befinden und den fatal falschen Eindruck erwecken, sie wären ein Teil von uns. Die Geburtenrate Japans ist geringer als die in allen europäischen Ländern und den USA. Irgendwie &#8220;diffundieren&#8221; die Youth-Bulge-Kulturen da nicht automatisch rein. Und nein, es liegt nicht an der geographischen Entfernung, denn Australien ist weiter weg vom Nahen Osten als Japan und bekommt auch seine tödliche Dosis &#8220;Bereicherung&#8221;.</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Fragestellung sollte man Islamkritikern um die Ohren hauen, wann immer man die Möglichkeit dazu hat. Sie haben eine vage Antwort darauf: Das sind die Linksgrünen, die 68-er. Dem schließt sich aber gleich die nächste Frage an: Wo kommen denn die Linksgrünen und 68-er her? Wer sind die? <a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/16/mai-68-der-judische-messianismus-auf-der-strase/" target="_blank">Darauf haben wir eine bessere Antwort.</a> Und auf viele andere Fragen auch.</p>
<p style="text-align:justify;">Weitere Möglichkeiten, Islamkritiker anzusprechen, ist, sie auf Wahnvorstellungen hinzuweisen, denen sie anhängen, und die keine Entsprechung in der Realität haben. Zum Beispiel die Wahnvorstellung, es fände eine Islamisierung Deutschlands statt. Hier hilft es, auf Präzision zu bestehen. Was ist Islamisierung? Als die Christianisierung stattfand, spielte sich das so ab, dass die einheimischen Germanen zum Christentum konvertierten. Teilweise taten sie das freiwillig, teilweise unter gewalttätigem Zwang. Das soll hier nicht das Thema sein, es bleibt nur die Tatsache: Sie konvertierten. Konvertieren Deutsche massenhaft zum Islam? Nein! Selbst die gutesten Gutmenschen planen das nicht. Sie sind zwar &#8220;tolerant&#8221; gegenüber dem Islam, aber sie denken nicht im Traum dran, den Korankram für bare Münze zu nehmen, an Allah und Mohammeds Offenbarungen zu glauben, oder selber nach den islamischen Regeln zu leben. Im Gegenteil: Gutmenschen sind meist weiter von einer islamkompatiblen Lebensweise entfernt als konservative  und vor allem christliche Islamkritiker. Auf die Weise, wie damals die Christianisierung stattgefunden hat, findet also keine Islamisierung statt.</p>
<p style="text-align:justify;">Tendiert unsere Gesetzgebung in Richtung Scharia? Im Leben nicht! Genderkram, Feminismus-total, sexuelle Freizügigkeit, Schwulenehe, Toleranz-gegenüber-allem, ja selbst Antidiskriminierung und Antirassismus und auch Bankenrettung &#8211; nichts davon ist auch nur ansatzweise islamkompatibel. Unsere Gesetzgebung islamisiert sich nicht, unsere Gesetzgebung ist so unislamisch wie es nur geht. Sie geht lediglich in die Richtung extreme Toleranz gegenüber allem, was dem deutschen Volk schadet: Und da die eingewanderten Moslems tagtäglich beweisen, dass sie dem deutschen Volk schaden, kommen sie in den Genuss dieser Toleranz. Das ist aber keine Islamisierung! Es ist nicht so, dass unsere Politik den Moslems entgegenkommen will, und dafür in Kauf nimmt, dem deutschen Volk zu schaden. Nein, es ist umgekehrt: Unsere Politik will dem deutschen Volk schaden und nimmt dafür in Kauf, den Moslems entgegenzukommen.</p>
<p style="text-align:justify;">Wer diesen Gedankengang wagt, wird erkennen, dass er logischer ist als der umgekehrte.</p>
<p style="text-align:justify;">Etwas weiteres, was man Islamkritikern zu bedenken geben kann, sind die Probleme, die Amerikaner mit mexikanischen Einwanderern haben. Sie unterscheiden sich in nichts von den Problemen, die wir mit türkischen Einwanderern haben. Sie zeigen die gleiche Kriminalitätsneigung, die gleiche Bildungsunfähigkeit (es ist keine Unwilligkeit!) und die gleiche Unverschämtheit in ihrem Anspruchsdenken. Schwarze Amerikaner zeigen das auch, obwohl sie keine Neueinwanderer sind. Und das ist auch eine Lektion, die Islamkritiker lernen müssen: Rasse ist real. Menschen unterschiedlicher Rassen sind unterschiedlich, und es ist besser, wenn sie getrennte Habitate haben. So wie das auch war, bevor die &#8230; so genannten 68-er befohlen haben, dass das ein Ende haben muss.</p>
<p style="text-align:justify;">Aus Angst davor, genau das zu werden, was man bislang noch nicht ist, was einem aber dennoch bereits vorgeworfen wird, fürchten Islamkritiker den Gedanken an Rasse wie der Teufel das Weihwasser. Und damit wären wir wieder bei der widerlichen Pädagogik der türkischen Väter, die ihre keuschen Töchter oruspu nennen, um zu vermeiden, dass das Mädchen auch nur im Traum dran denkt, eine zu werden.</p>
<p style="text-align:justify;">Sollten Islamkritiker sich von Mainstreammedien und Politikern behandeln lassen, wie minderjährige Türkinnen von ihren Vätern? Oder sollten sie vielleicht nicht doch wenigstens mal sagen: ich schaue mir mal an, ob an dem, was man uns am meisten verbietet, nicht was dran sein könnte?</p>
<p style="text-align:justify;">Und dann ist da noch 9/11.</p>
<p style="text-align:justify;">Es ist unfassbar, wie verblendet und regelrecht bösartig Islamkritiker bei diesem Thema reagieren. Sie geraten ins gehässige Geifern, das linken Islamkritik-Kritikern alle Ehre machen würde, wenn Zweifel an der offiziellen Version geäußert werden. Sie benutzen Strohmannargumente (Hahaha, die Amis haben 9/11 selber gemacht und Hitler spielt mit Elvis in der Antarktis Karten) und sind vollkommen überzeugt, dass Menschen, die sich über 9/11 freuten, und Menschen, die nicht an die offizielle Version glauben, identisch sind. Wie lächerlich ist das? Wie kann man, wenn man gar nicht glaubt, dass dieser Terrorakt von Moslems verübt wurde, der Ansicht sein, dass Moslems (wegen Unterdrückung oder sonstwas) einen berechtigten Grund hatten, ihn zu verüben?</p>
<p style="text-align:justify;">Sie können sich nicht vorstellen, dass es außer blindblöder Islamophilie und pathologischem Amerikanerhass auch nur einen weitern Grund geben könnte, diese hanebüchene Geschichte, die uns die Medien aufgetischt haben, in Zweifel zu ziehen. Sie folgen der Maxime: Ich glaube, was ich glauben will.</p>
<p style="text-align:justify;">Und das ist einem Abendländer nicht würdig.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich halte 9/11 für das allerwichtigste Mittel beim Aufwecken von Islamkritikern. Während es für Linke sowie auch Rechte aus dem eher amerikafeindlichen NPD-Spektrum eine leichte Übung ist, die Ungereimtheiten zu durchschauen, und für den desinteressierten Normalbürger eine mittelschwere, ist es für Islamkritiker extrem schwer. Ich kann das nachvollziehen, es schlägt das PI-Universum in Stücke. 9/11 ist ein Grundpfeiler der Islamkritik. Islamkritiker scheinen zu befürchten, dass sie mit 9/11 eine wichtige Waffe gegen ihre Kritiker aus der Hand geben. Das ist leider keine ganz unberechtigte Befürchtung. Aber hier scheidet sich die Spreu vom Weizen &#8211; geht es darum, die Wahrheit zu erkennen, oder geht es darum, taktische Vorteile notfalls auch mit Lügen zu erzielen? Sind es überhaupt taktische Vorteile? Ist uns damit gedient, Kriege in Islamistan zu führen, während unser Land von Moslems geflutet wird?</p>
<p style="text-align:justify;">Übrigens wird der Islam davon, ob Moslems 9/11 zu verantworten haben oder nicht, nicht besser oder schlechter. Es geht auch nicht darum, ob Moslems &#8220;böse genug&#8221; sein konnten oder nicht, ein solches Verbrechen zu verüben. Natürlich gibt es genug Moslems, die &#8220;böse genug&#8221; dazu sind.</p>
<p style="text-align:justify;">Es geht darum, ob sie das, was an diesem Tag geschehen ist, technisch bewerkstelligen konnten. Und das konnten sie nicht. Wenn ein Islamkritiker sich überwinden kann, sich geistig offen mit den rein technischen, naturwissenschaftlichen und logischen Ungereimtheiten von 9/11 zu befassen, hat er einen ganz großen Schritt in Richtung Erkenntnis  getan. Man muss keineswegs danach den Islam für Frieden oder sonstwie eine nette Religion halten. Aber man muss erkennen, dass wir von Gruppierungen gelenkt und verschaukelt werden, die nicht islamisch sind, die als unsere &#8220;Freunde&#8221; posieren. Die uns massenhaft Moslems ins Land schwemmen und andererseits einen Vorwand geschaffen haben, um Moslems, die im Nahen Osten bleiben und nicht in unseren Ländern den nomadischen Parasiten spielen, zu überfallen und ihnen das aufzwingen, was als &#8220;Freiheit und Demokratie&#8221; läuft, was Moslems aber nicht als Freiheit empfinden. Und wenn wir ehrlich sind: Wir auch immer weniger.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Erkenntnis über die Lügen zu 9/11 sind meiner Ansicht nach für einen Islamkritiker erschütternder als für jeden anderen. Sie sind diejenigen, denen diese Erkenntnis naturgemäß am schwersten fällt, aber auch diejenigen, auf die sie &#8211; wenn sie es denn schaffen, sich den emotionalen Barrieren zu widersetzen, die damit einhergehen &#8211; am intensivsten wirkt. Auf jemand, der ohnehin schon amerikanfeindlich und/oder islamophil ist, wirkt diese Erkenntnis nicht intensiv. Für solche Leute ist &#8220;War 9/11 eine False Flag Aktion&#8221; wie &#8220;Ist der Papst katholisch? oder &#8220;Miauen Katzen?&#8221;.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich halte daher 9/11 für ein Schlüsselthema zum Aufwecken von Islamkritikern. Ein Islamkritiker,der das aushalten kann, ist auf dem Weg in die geistige Freiheit. Leider ist es in ihrem Refugium fast unmöglich, damit anzufangen, weil es entweder redaktionell gelöscht oder von &#8220;Wächtern&#8221; oder ehrlich Verblendeten  im Kommentarbereich niedergebrüllt wird, wobei gerade die Wächter sich nicht entblöden, sich auf primitivste Weise &#8220;spaßig&#8221; zu dem Thema zu äußern und gleichzeitig anderen vorzuwerfen, sie hätten keinen Respekt vor den Opfern. Es zeugt nicht von mangelndem Respekt vor Opfern, wenn man das Verbrechen, das zu ihrem Tod geführt hat,  akribisch aufgeklärt haben möchte. Es gibt auch keinerlei entsprechende Aussagen von Opferangehörigen. Viele dieser Menschen gehören selber zu den sogenannten &#8220;respektlosen Verschwörungstheoretikern&#8221;.</p>
<p style="text-align:justify;">Dies sollte eigentlich eine Anleitung werden, wie man mit Islamkritikern spricht, wie man sie für unsere Positionen bereit machen kann. Es ist sicher nicht vollständig und es wäre großartig, wenn im Kommentarbereich noch viele Anregungen dazu kämen. Ganz besonders schön wäre es, von jemandem zu erfahren, der erfolgreicher war als ich.</p>
<p style="text-align:justify;">Islamkritiker, die vielleicht hier vorbeikommen, bitte ich einfach nur, sich in unsere Artikel einzulesen. Was wir über Jahre hinweg  erforscht und zusammengetragen haben und was auch für uns ganz und gar nicht leicht zu verkraften war, lässt sich nicht in einen Artikel packen. Es braucht seine Zeit. Wir sind in der Tat auf eine gewisse Art auch Islamkritik-Kritiker, aber im Gegensatz zu den linken Vertretern dieser &#8220;Spezies&#8221; sind wir nicht feindselig.</p>
<p style="text-align:justify;">Wer uns davon überzeugen will, dass Islamkritik doch der richtige Weg ist, unsere Probleme zu lösen und unser Deutschland davor zu bewahren, bald zur Unkenntlichkeit entstellt zu sein und noch in diesem Jahrhundert aus der Geschichte getilgt zu werden, möge das gerne im Kommentarbereich tun. Islamkritiker sind doch erpicht darauf, dass man ihnen zuhört, ihre Argumente ernst nimmt und sie nicht beschimpft. Sie haben doch ein Sendungsbewusstsein. Müssen es unbedingt aggressive linke Gutmenschen sein, die in den Genuss dieses Sendungsbewusstseins kommen? Wäre es nicht auch einen Versuch wert, zu versuchen, <em>uns</em> zu überzeugen? Oder macht man sich als &#8220;seriöser Islamkritiker&#8221; damit sogar anonym im Internet verdächtig, wenn man überhaupt mit uns spricht?</p>
<p style="text-align:justify;">Nun, wir sind bereit, das zu tun. Wir werden nicht diejenigen sein, die in einem solchen Gespräch mit Worten wie &#8220;Nazi&#8221;, &#8220;Rassist&#8221;, &#8220;Fremdenfeind&#8221; und all den anderen Gehässigkeiten um sich werfen, wie es Linke, Gutmenschen, Mainstreammedien und Politiker  tun. Werden Islamkritiker das umgekehrt gegenüber uns auch können?</p>
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		<title>Roth und Weiss und der Diasporismus</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 18:20:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>osimandia</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Original von Tanstaafl erschien am 29.12.2011 unter dem Titel Roth and Weiss on What&#8217;s Best for the Jews bei Age of Treason. Übersetzt von Osimandia. Vor zwei Jahren schrieb ich über den jüdischen Einfluss auf die Weihnachtsmusik. Etwas später stolperte ich über eine Textpassage aus Philip Roths Operation Shylock, in der er Irving Berlin [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=14771&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<div id="attachment_15092" class="wp-caption alignleft" style="width: 208px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/18/roth-und-weiss-und-der-diasporismus/philiproth_wolf_gang_flickr/" rel="attachment wp-att-15092"><img class="size-thumbnail wp-image-15092" title="PhilipRoth_Wolf_Gang_Flickr" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/philiproth_wolf_gang_flickr.jpg?w=198&#038;h=250" alt="" width="198" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Philip Roth</p></div>
<p style="text-align:justify;"><em>Das Original von Tanstaafl erschien am 29.12.2011 unter dem Titel <a href="http://age-of-treason.blogspot.com/2011/12/roth-and-weiss-on-whats-best-for-jews.html" target="_blank"><strong>Roth and Weiss on What&#8217;s Best for the Jews</strong></a> bei <a href="http://age-of-treason.blogspot.com/" target="_blank"><strong>Age of Treason.</strong></a> Übersetzt von Osimandia.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Vor zwei Jahren schrieb ich über <a href="http://age-of-treason.blogspot.com/2009/12/christmas-story.html" target="_blank">den jüdischen Einfluss auf die Weihnachtsmusik</a>. Etwas später stolperte ich über eine Textpassage aus Philip Roths <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Shylock" target="_blank">Operation Shylock</a>, in der er <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Irving_Berlin" target="_blank">Irving Berlin</a> dafür lobt, dass dieser Weihnachten (und Ostern) “entchristet” hat. Was mir bis heute nicht klar war, ist, dass Roths Buch die jüdische Feindseligkeit gegenüber Weihnachten in einen viel umfassenderen Zusammenhang jüdischer Feindseligkeit gegenüber dem Christentum, Christen und Weißen ganz allgemein einbettet.</p>
<p style="text-align:justify;">Roth ist wie Berlin kein nebensächlicher und unbedeutender Jude.<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Philip_Roth" target="_blank"> Roth</a> wird als “einer der gefeiertsten Autoren seiner Generation” betrachtet:</p>
<p style="text-align:justify;padding-left:30px;"><em>Seine Belletristik, die häufig in Newark, New Jersey angesiedelt ist, ist bekannt für ihren ausgeprägt autobiographischen Charakter und dafür, dass sie auf philosophische Weise formal die Grenze zwischen Realität und Fiktion verwischt, für ihren “geschmeidig geistreichen Stil” und für ihre provokanten Forschungsreisen in die jüdische und amerikanische Identität.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Tatsächlich ist es korrekter, Roths Werk und seine Fangemeinde als eine allumfassende Obsession mit jüdischer Identität zu beschreiben. Roth ist damit befasst, was es heißt,  Jude zu sein, und wie sich das davon abhebt, Christ, Amerikaner oder Europäer zu sein. In Operation Shylock wägt Roth die Unterschiede zwischen Zionismus und Diasporismus, zwei sich ergänzenden jüdischen Identitäten, ab.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Auszug, der hier zur Verfügung gestellt wird, war nicht leicht zu finden. Schlussendlich übernahm ich ihn von <a href="http://books.google.com/books?id=Mg846Eh7Vt4C&amp;lpg=PA185&amp;ots=B6-B9KaJZS&amp;pg=PA184#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">Moshe Waldoks’ The Best American Humor 1994</a>. Obwohl Roths Buch bei <a href="http://books.google.com/books?id=I0xbAAAAMAAJ" target="_blank">Google Books verfügbar</a> ist, und Detailsuchen Ausschnitte liefern, ist es mir nicht gelungen, einen Link zu frei zugänglichen Teilen daraus zu finden.<span id="more-14771"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Ohne weiteres Drumherum &#8211; hier also ist Philip Roth, wie er durch einen Protagonisten spricht, den er Philip Roth genannt hat:</p>
<p style="text-align:justify;padding-left:30px;" dir="ltr"><em>Als nächstes hörte ich mich selbst, wie ich den größten aller Diasporisten pries, den Vater der neuen Diasporabewegung, Irving Berlin. &#8220;Die Leute fragen, wie ich auf die Idee gekommen bin. Nun, die kam mir beim Radiohören. Das Radio spielte Musik aus dem Musical <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Osterspaziergang_%28Film%29" target="_blank">Osterspaziergang</a> und ich dachte, das ist jüdischer Genius auf derselben Stufe wie die Zehn Gebote. Gott gab Moses die Zehn Gebote und dann gab Er Irving Berlin den ‘Osterspaziergang’ und ‘White Christmas’.  Die zwei Feiertage, an denen die Göttlichkeit Christi gefeiert wird &#8211; genau die Göttlichkeit, die das Herzstück der jüdischen Ablehnung des Christentums ist &#8211; und was macht Irving Berlin auf brilliante Weise damit? Er entchristet beide!</em></p>
<p style="text-align:justify;padding-left:30px;"><em>Ostern verwandelt er in eine Modenschau und Weihnachten in einen Schneefeiertag. Und fort ist der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gore" target="_blank">Gore</a>  und der Mord an Christus &#8211; nieder mit dem Kruzifix und hoch mit dem schicken Hütchen. Er verwandelt ihre Religion in Ramsch. Aber hübsch! Hübsch! So hübsch, dass die Goyim nicht einmal wissen, wie ihnen geschieht. Sie lieben es. Jeder liebt es. Ganz besonders die Juden. Juden verabscheuen Jesus. Die Leute sagen mir immer, Jesus sei Jude. Ich glaube ihnen das nie. Das ist wie wenn die Leute mir sagen, Cary Grant sei Jude gewesen. Bullshit. Juden wollen von Jesus nichts hören. Und kann man ihnen das verübeln?</em></p>
<p style="text-align:justify;padding-left:30px;"><em>Und so ersetzt Bing Crosby Jesus als Gottes geliebten Sohn, und die Juden, die Juden, laufen rum und pfeifen Osterliedchen. Ist das ein so schändliches Mittel, die Feindschaft von Jahrhunderten zu entschärfen? Wird irgendjemand dadurch wirklich entehrt? Wenn verramschtes Christentum ein vom Judenhass gesäubertes Christentum ist, dann lebe der Ramsch dreimal hoch. Wenn die Verdrängung von Jesus Christus durch Schnee es meinem Volk ermöglicht, sich mit Weihnachten anzufreunden, dann lasst es schneien, let it snow, let it snow, let it snow. Erkennen Sie, worauf ich hinaus will?” </em></p>
<p style="text-align:justify;padding-left:30px;"><em>Ich sagte ihnen, dass ich stolzer auf den “Osterspaziergang” bin als auf den gewonnenen Sechstagekrieg, dass mir “White Christmas” mehr Sicherheit gibt als die israelischen Nuklearanlagen. Ich sagte ihnen, dass wenn die Israelis jemals an einen Punkt kommen sollten, an dem sie glauben, dass ihr Überleben nicht nur davon abhängt, Hände zu brechen, sondern davon, eine Atombombe zu werfen, dann würde dies das Ende des Judentums bedeuten, selbst wenn der Staat Israel überleben sollte. Juden als Juden würden einfach verschwinden. Eine Generation nachdem Juden Atombomben benutzt haben, um sich selbst vor ihren Feinden zu retten, werden keine Leute mehr da sein, die sich als Juden identfizieren. Die Israelis werden ihren Staat dadurch gerettet haben, dass sie ihr Volk zerstört haben. Juden werden danach moralisch nicht überleben; und wenn sie das nicht tun, warum sollten sie überhaupt noch als Juden überleben? Sie haben ja jetzt schon kaum das Allernotwendigste, um moralisch zu überleben. Alle Juden an diesen winzigen Ort zu stecken, von allen Seiten von extremer Feindseligkeit umgeben &#8211; wie kann man da moralisch überleben? </em></p>
<p style="text-align:justify;padding-left:30px;"><em>Es ist viel besser, neurotische gesellschaftliche Außenseiter oder begierige Assimilationisten und alles andere zu sein, was Zionisten verachten; es ist besser, den Staat zu verlieren als das moralische Sein zu verlieren, indem man eine Atombombe wirft. Besser Irving Berlin als die Klagemauer. Besser Irving Berlin als das heilige Jerusalem! Was hat der Besitz von ausgerechnet Jerusalem damit zu tun, im Jahr 1988 Juden zu sein? Jerusalem ist bis jetzt das Schlimmste, was uns passieren konnte! Letztes Jahr in Jerusalem! Nächstes Jahr in Warschau! Nächstes Jahr in Bukarest! Nächstes Jahr in Wilnius und Krakau! Sehen Sie, ich kenne Leute, die Diasporismus eine revolutionäre Idee nennen, aber was ich vorschlage, ist keine Revolution, es ist eine Retroversion, ein Zurückgehen, genau das, was der Zionismus selbst einmal war. Man geht zurück zur Wegkreuzung und nimmt die andere Abzweigung. Der Zionismus ist zu weit zurückgegangen, das ist es, was mit dem Zionismus schiefgelaufen ist. Der Zionismus ging an die Wegkreuzung der Zerstreuung zurück &#8211; Diasporismus geht an die Wegkreuzung des Zionismus zurück.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Roths Argument ist nicht kompliziert. Erstens einmal setzt er als gegeben voraus, dass Juden eine Gruppe sind, seine Gruppe, abgegrenzt von allen anderen. Zweitens plädiert er zugunsten der besten Interessen dieser Gruppe, ungeachtet dessen, was das für irgendjemand anderen bedeutet. Roth gab seinem Buch den Untertitel “Ein Geständnis”. Es ist allerdings ein jüdisches Geständnis, was heißt, dass es eher ein arrogantes Zelebrieren jüdischen Opfer- und Überlegenheitskultes ist als ein Ausdruck von Demut und Reue. Roth schwelgt in seiner Feindschaft gegenüber “den Goyim” sogar dadurch, dass er seinen Hass in ihre Köpfe projiziert. Dass die anderen so ahnungslos sind, sogar  was den ihnen unterstellten Judenhass angeht, dient ihm nur als weiterer Vorwand dafür, sie zu hassen.</p>
<p style="text-align:justify;">Indem er direkt sein eigenes Volk anspricht, erinnert Roth sie zunächst daran, wie leicht und vollkommen die Goyim von Juden manipuliert werden können und auch wurden. Dann beschämt er sie damit, dass jüdischer Nationalismus nicht gut genug für Juden ist. Warum auch sollte man sich darauf beschränken, in einem kleinen Land zu leben, wenn man auch überall florieren kann, indem man die Goyim manipuliert? Und schließlich führt er als eine Art Trumpfkarte noch Moral ins Feld. Genau wie Geständnis bedeutet auch Moral für Juden etwas anderes als für Christen. Die christliche Moral ist universalistisch &#8211; sie ruht auf Prinzipien, die gleichermaßen für jedermann gelten, sogar für Feinde. Jüdische Moral ist partikularistisch &#8211; “Ist es gut für die Juden?” Indem er von dieser Definition von Moral ausgeht, findet Roth überhaupt nichts Verkehrtes daran, dass Juden Goyim dazu manipulieren, jüdische Interessen voranzutreiben. Wenn es gut für Juden ist, dann ist es gut. Wenn Roth davon spricht, dass es unmoralisch ist, wenn jüdische Zionisten Atombomben auf ihre Feinde werfen, dann nicht wegen des Schadens, den das diesen Feinden bringen könnte, sondern weil er denkt, das würde “das Ende des Judentums” heraufbeschwören, was für ihn heißt, dass dann “keine Leute mehr da sind, die sich als Juden verstehen”.</p>
<p style="text-align:justify;">Wenn man an den Anfang der Seite geht, auf der das oben angeführte Zitat beginnt, finden wir, wie Roth sorgfältig darüber nachdenkt, wer der Feind ist, und was er von ihm will:</p>
<p style="text-align:justify;padding-left:30px;"><em>&#8230;Europa aufrufen, sich selbst von tausend Jahren des Antisemitismus zu säubern und in seiner Mitte Platz zu machen für eine lebendige jüdische Präsenz, die dort blühen und sich vermehren kann, und mit dem Blick auf das aufsteigende dritte Jahrtausend des Christentums in einer Proklamation in all seinen Parlamenten zu erklären, dass die entwurzelten Juden das Recht haben, in ihrem europäischen Heimatland als Juden zu leben, und zwar frei, sicher und willkommen. Ich habe jedoch meine Zweifel.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Das ist die jüdische Version der Geschichte zusammen mit der jüdischen Lösung ihres Europäerproblems. Roth stellt unmissverständlich und auf ganz und gar nicht nette Weise klar, dass Europäer Juden untergeordnet sein müssen, damit Juden florieren und sich vermehren können. Roth möchte, dass wir Europäer (und damit meint er Weiße überall) eine kollektive Schuld eingestehen und jegliche kollektive Identität oder Eigeninteressen aufgeben. Gleichzeitg genießen Juden genau das Gegenteil.</p>
<p style="text-align:justify;">Roth wird absurderweise manchmal als “selbsthassender Jude” bezeichnet, weil er den Diasporismus dem Zionismus klar vorzieht, anstatt beides gleich zu behandeln. Dieses “selbsthassender Jude”-Ding dient auch als eine Art Deckung &#8211; verzieht Euch jetzt, Goyim, hier werden interne jüdische Angelegenheiten besprochen. Tatsache ist, dass er einfach ein besonders herausragendes Beispiel des typischen Weißen beschuldigenden, Weißen hassenden, “Was-ist-gut-für-die-Juden&#8221;-Juden ist. Je weniger die Goyim wissen, desto besser für die Juden.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 330px"><img src="http://mycatbirdseat.com/wp-content/uploads/2011/06/Philweiss.jpg" alt="" width="320" height="241" /><p class="wp-caption-text">Philip Weiss</p></div>
<p style="text-align:justify;">Der Glaube, dass Zionismus irgendwie schlecht für Juden ist, ist nicht ungewöhnlich für die “linksliberale” Seite des politischen Spektrums &#8211; das heißt bei der Mehrheit der Juden außerhalb Israels. Philip Weiss gab Anfang dieses Monats [Dezember 2011] in <a href="http://mondoweiss.net/2011/12/israel-isnt-good-for-the-jews-anymore.html" target="_blank">Israel isnt good for the Jews</a>  einer ähnlichen Ansicht Ausdruck. Weiss, dessen Werk keine Belletristik ist und das sich an ein (leicht) gemischteres Publikum wendet als das Roths, schreibt:</p>
<p style="text-align:justify;padding-left:30px;"><em>In der amerikanischen jüdischen Gemeinschaft hat das Gefühl tiefe Wurzlen geschlagen, dass Israel uns schadet, dass es unserem Ansehen in der Welt und unserer Zukunft schadet. Die Einschränkungen der Demokratie und der Frauenrechte, die Unnachgiebigkeit gegenüber den Palästinensern, als Obama Beweglichkeit forderte, die Gleichgültigkeit gegenüber dem Arabischen Frühling &#8211; Israel ist eine Gesellschaft, die wir nicht mehr als so jüdisch wahrnehmen, wie wir jüdisch sind. Und am schlimmsten von allem ist, dass Israels Militarismus amerikanische Juden dem Vorwurf aussetzt, wir pflegten zwei Loyalitäten. Und das mögen wir nicht: Wir sind Amerikaner.</em></p>
<p style="text-align:justify;padding-left:30px;"><em>Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, war ganz klar <a href="http://www.washingtonpost.com/blogs/blogpost/post/israeli-government-ad-suggests-its-citizens-shouldnt-marry-americans/2011/12/02/gIQAuGAwKO_blog.html" target="_blank">die trampelige Anzeigenkampagne,</a> die Weihnachten und gemischte Ehen zum Inhalt hatte &#8211; die Anzeigenkampagne, die Netanyahu dann unterband. Selbst rechtsgerichtete Israel-Lobbyisten waren bestürzt darüber, wie unbedarft diese Anzeigenkampagne war. Aber sie war Ausdruck einer echt israelischen Haltung. Und das ist es, was so beängstigend ist: amerikanische Juden wachen auf, dass die israelische Gesellschaft nicht wie unsere ist. Hillary Clinton konnte ihre Kritik an den religiösen Einschränkungen gegenüber Frauen in Israel nur deswegen anbringen, weil sie wusste, dass amerikanische Juden auch so fühlen. Botschafter Howard Gutman sprach für viele vernünftige amerikanische Juden, als er sagte, dass die israelische Politik Juden schadet, indem sie Antisemitismus nährt.</em></p>
<p style="text-align:justify;padding-left:30px;"><em>Wir sind Integratoren. Wir leben in Amerika weil wir Juden in einer vielfältigen  Gesellschaft sein wollen. Das ist im Großen und Ganzen der Geist amerikanisch-jüdischen Lebens. Und dann kommen diese Zionisten daher &#8211; Separatisten, denen wir niemals vollständig trauten, als wir in Osteuropa mit ihnen debattierten &#8211; und werden stillschweigend so verstanden, dass sie das Judentum gekidnappt und es an einen dunklen, hässlichen Ort verfrachtet haben. </em></p>
<p style="text-align:justify;">Zusammenfassend schreibt Weiss:</p>
<p style="text-align:justify;padding-left:30px;"><em>Denn immer mehr von uns, die sich um jüdisches Leben als integralem Bestandteil der westlichen Gesellschaft kümmern, müssen uns von einem separatistischen Ethos trennen.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Es ist erfrischend zu hören, wie ein Jude zugibt, dass mächtige Nichtjuden wie Hillary Clinton tatsächlich an den jüdischen Willen gebunden sind &#8211; dass sie nur dann in der Lage sind, zu tun, was sie tun, so lange Juden es gutheißen. Howard Gutman ist auch nur nominell ein Repräsentant amerikanischer Interessen. Was Gutman in einer <a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/01/23/gedanken-eines-botschafters-zum-antisemitismus-in-europa/" target="_blank">Rede auf einer Konferenz des organisierten Judentums</a> sagte, verdient eine gesonderte detaillierte Untersuchung und Kritik. [Anm. d.Ü.: unter dem angegebenen Link haben wir auf AdS sie diskutiert]</p>
<p style="text-align:justify;">Hier genügt es zu erwähnen, dass Gutman eine Trennlinie zwischen Weißen und Moslems und deren Verhalten gegenüber Juden zog. Weiße, so sagte er, hassen andere, wie zum Beispiel Juden, einfach so,  sie hassen weitgehend einfach nur um zu hassen, während Moslems Juden wenigstens aus etwas vernünftigeren Gründen hassen, nämlich die Juden in Israel, die sich wie Weiße benehmen. Dies stieß bei Juden und Nichtjuden, die erpicht darauf sind, ihnen zu Diensten zu sein,<a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/01/23/gedanken-eines-botschafters-zum-antisemitismus-in-europa/#comment-19835" target="_blank"> auf Widerspruch</a>. Sie beklagten, Gutman wäre nicht fair gegenüber Juden.</p>
<p style="text-align:justify;">Weiss beschreibt wie Gutman Befürchtungen, die sich ganz klar an dem festmachen, was er für die besten Interessen von Juden hält, oder zumindest für die von Juden, die in den USA leben. Nicht die von Amerikanern. Nicht die von Palästinensern. Das ist es, was das Wort Integration für ihn bedeutet. Er ist so erpicht darauf, seine Juden vor (berechtigten) Anschuldigungen zu schützen und doch in einem solchen Ausmaß intellektuell bankrott, dass alles, was er tun kann, ist, offensichtliche Widersprüche auszuspucken. Wir sind Juden UND wir sind Amerikaner. Das ist KEINE doppelte Loyalität. Wir sind für für Integration UND wir machen getrennt als Juden weiter. Wir sind nicht wie diese DUNKLEN, HÄSSLICHEN Separatisten dort drüben! Oh und wenn wir schon dabei sind, DIE SIND KEINE JUDEN!</p>
<p style="text-align:justify;">Das Fazit ist, dass Weiss wie Roth der Ansicht ist, dass jüdischen Interessen am besten innerhalb von unterwürfigen westlichen Gesellschaften gedient ist. Während Roth Diasporajuden als zwischen feindseligen Fremden lebend sieht und mehr oder weniger offen darüber schreibt, Christen zu entschärfen, ist Weiss mehr daran interessiert, den anti”rassistischen” Liberalen zu spielen, der Separatisten und Nationalisten entschärft. Wie Roth erscheint Weiss jedoch zuversichtlich, dass Juden blühen und gedeihen können und werden, zumindest in der Diaspora. Das Problem, wie es  Roth sieht, ist, dass der Zionismus unmoralisch ist. Weiss behauptet, das Problem sei, dass “trampelige”, “unbedarfte” Zionisten sein (jüdisches) Moralisieren der Lächerlichkeit preisgeben.</p>
<p style="text-align:justify;">Weiss sagt, dass er fürchtet, Juden werden aufwachen und verärgert sein, dass die Zionisten, “das Judentum gekidnappt und es an einen dunklen, hässlichen Ort verfrachtet haben”.  Nichts ist mir gleichgültiger als das, aber ich glaube, was Juden, und zwar Zionisten und Diasporisten gleichermaßen, mehr Furcht einflößt, ist, dass Weiße ihr doppelzüngiges Gerede durchschauen. Dass genügend von uns aufwachen und empört darüber sein werden, dass Juden als Gruppe sich nur um jüdische Interessen sorgen. Dass wir begreifen werden, dass sie uns immer nur als “die Anderen”, den Feind gesehen haben, und zwar unabhängig davon, wie wir sie sehen. Dass wir erkennen werden, wie Diasporajuden durch kalkulierte, koordinierte, kollektive Anstrengungen westliche Gesellschaften gekidnappt und <em>uns</em> an einen dunklen, hässlichen Ort verfrachtet haben, indem sie unsere Heimatländer in Vergnügungsparks für “Minderheiten” verwandelt haben, in allererster Linie für sich selbst. Dass wir die verschiedenen Puzzleteile der Wahrheit zusammensetzen, linke und rechte, und sehen werden, wie sich Militarismus (und Korporatismus und Globalismus) in dieses Bild einfügen. Wie Menschenleben und die Vitalität unseres Volkes verprasst wurden, indem sowohl auf uns als auch auf anderen herumgetrampelt wurde, um die Welt für Juden &#8211; Diasporisten UND Zionisten &#8211; sicher zu halten, während sie sich dabei abwechseln, uns zu dämonisieren und auszubeuten.</p>
<h3 style="text-align:justify;"></h3>
</div>
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		<title>Mai 68: Der jüdische Messianismus auf der Straße</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Feb 2012 16:45:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sternbald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fremdsprachige Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Hervé Ryssen]]></category>
		<category><![CDATA[Sternbald (Ü)]]></category>
		<category><![CDATA["Culture of Critique"]]></category>
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		<description><![CDATA[Von Hervé Ryssen. Das frz. Original Mai 68 : le messianisme juif dans la rue wurde im September 2008 in der Zeitschrift Réfléchir et Agir veröffentlicht. Übersetzung durch Sternbald. Der Sinn der Ereignisse im Mai 1968 ist ohne eine Kenntnis der politisch-religiösen Dimension des Judaismus unmöglich zu verstehen,  denn jüdische Intellektuelle und Aktivisten haben dabei [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=15290&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Von Hervé Ryssen. Das frz. Original <a href="http://herveryssen.over-blog.com/pages/mai-68-le-messianisme-juif-dans-la-rue-4080132.html" target="_blank"><em>Mai 68 : le messianisme juif dans la rue</em></a> wurde im September 2008 in der Zeitschrift<strong> </strong><em>Réfléchir et Agir</em> veröffentlicht. Übersetzung durch Sternbald.</p>
<div id="attachment_15292" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/16/mai-68-der-judische-messianismus-auf-der-strase/h_4_ill_1039842_mai_68/" rel="attachment wp-att-15292"><img class="size-medium wp-image-15292" title="h_4_ill_1039842_mai_68" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/h_4_ill_1039842_mai_68.jpg?w=500&#038;h=334" alt="" width="500" height="334" /></a><p class="wp-caption-text">Durch Zerstöung und Gewalt zu einer &quot;besseren Gesellschaft&quot;</p></div>
<p style="text-align:justify;">Der Sinn der Ereignisse im Mai 1968 ist ohne eine Kenntnis der politisch-religiösen Dimension des Judaismus unmöglich zu verstehen,  denn jüdische Intellektuelle und Aktivisten haben dabei eine Schlüsselrolle gespielt. 2008 hat das zionistische Monatsmagazin <em>Israel Magazine </em>einen sehr eloquenten Artikel aus der Feder einer gewissen Noémie Grynberg publiziert, indem sich auch eine Liste mit den „maßgeblichen jüdischen Führern des Mai 68“ befindet. Zweifelsohne hätte diese Liste vor ein paar Jahren noch einem armen Goi, der solch eine Veröffentlichung gewagt hätte, einen Strafprozess eingebracht. Glücklicherweise ist nun jedoch eine Bresche in die die Mauer der Zensur geschlagen worden, und das Wort gewinnt zunehmend an Freiheit.</p>
<div id="attachment_15293" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/16/mai-68-der-judische-messianismus-auf-der-strase/cohn-bendit-68/" rel="attachment wp-att-15293"><img class="size-full wp-image-15293" title="Cohn Bendit 68" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/cohn-bendit-68.jpg" alt="" width="300" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Cohn-Bendit (1968)</p></div>
<p style="text-align:justify;">Hier zunächst, was zehn Jahre zuvor Yaïr Auron, ein israelischer Historiker in einem <em>Les Juifs d’extrême gauche en mai 1968</em> betitelten Buch zum dreißigsten Jahrestag des „Ereignisses“ schrieb: „Von den „vier Großen“ des Mai 68, Daniel Cohn-Bendit, Alain Krivine, Alain Geismar, Jacques Sauvageot, sind die ersten drei Juden.“ Das Gleiche sagt uns Cohn-Bendit in seiner Autobiographie <em>Der große Bazar</em>: „Die Juden stellten eine nicht zu vernachlässigende Mehrheit, wenn nicht gar die große Mehrheit, der Aktivisten.“</p>
<p style="text-align:justify;">1988, weitere zehn Jahre früher, hatte die Tageszeitung <em>Le Monde</em> am 12. Juli bereits einen Artikel über die Rolle der Juden im Mai 6<em>8 </em>veröffentlicht: „War die Bewegung des Mai 68 eine ‚jüdische Revolution‘?“ Der Artikel bezog sich seinerseits auf ein dem Thema gewidmetes Kolloquium der Zeitschrift [communautaire] <em>Passages</em> vom 07. Juli. In Nr. 8 dieser Zeitschrift schrieb Benoît Rayski: „Im Mai 68 gab es massive jüdische Kohorten, die alle […] in den Parteien, Bewegungen und Gruppen engagiert waren, die die Speerspitze dieses Aufstands bildeten. […] Ihnen kam dort ein Gewicht zu, welches in keiner Proportion mit der Anzahl der Juden in Frankreich steht. […] Alle, oder fast alle, kamen aus einer genau definierbaren Region: Zentral- oder Osteuropa. Fast alle kamen aus Familien, die sich den revolutionären Ideologien des 20. Jahrhunderts verschrieben haben: Bolschewismus, Kommunismus, Trotzkismus, Freimaurerei, Anarchismus […]. Rote Märtyrer, Kominternjuden, unermüdliche Geschäftsreisende der Weltrevolution, die jüdischen Anführer der internationalen Brigaden, die jungen Aufständischen des Warschauer Ghettos etc. waren dort durcheinandergewürfelt.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-15290"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Hinter dieser jüdischen Impulsgeberschaft steht ein spezifisch jüdischer Messianismus. Bekanntermaßen warten die Juden auf ihren Messias, und sie kämpfen beständig dafür, sein Kommen vorzubereiten. Ihren eigenen Worten zufolge besteht ihr Projekt, ihre „Mission“ darin, auf Erden einen absoluten und definitiven „Frieden“ einzuleiten. Alle Konflikte müssen verschwinden: zwischen Nationen, zwischen Religionen, und zwischen sozialen Klassen. Um diesem Ziel näherzukommen, arbeiten die Juden überall, wo sie sich befinden, ohne Unterlass daran, die nationalen Identitäten und die Aristokratien zu zerstören. Wenn alle Nationen abgeschafft sind und nur noch Juden auf dieser Erde übrigbleiben, dann wird mit Sicherheit ihr Messias kommen!</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Der Judeobolschewismus</strong></p>
<div id="attachment_15294" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/16/mai-68-der-judische-messianismus-auf-der-strase/arbeiter-und-studenten/" rel="attachment wp-att-15294"><img class="size-full wp-image-15294" title="Arbeiter und Studenten" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/arbeiter-und-studenten.jpg" alt="" width="300" height="219" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Arbeiter und Studenten - vereinigt werden wir siegen&quot;</p></div>
<p style="text-align:justify;">Offensichtlich beginnt die Neigung zahlreicher Juden, sich in Revolutionsbewegungen hervorzutun, nicht erst im Mai 68. Bereits 1917 – um nicht noch weiter zurückschreiten zu müsen – konnte man sie in Russland am Werk betrachten, wo sie fieberhaft daran arbeiteten, gestützt auf soziale und wirtschaftliche Theorien die traditionelle christliche Gesellschaft zu zerstören. Noémie Grynberg schreibt diesbezüglich: „Der jüdische Anteil an den Revolutionsbewegungen, 1917 ebenso wie 1968, ist bedeutend. […] Mai 68 beruft sich auf die beiden großen Theoretiker der revolutionären Linken: Marx und Trotzki. Beide waren selbst Juden und versuchten, durch den Kommunismus zu einer Antwort auf die jüdische Frage [d.h. die jüdische Neurose] zu gelangen.“</p>
<p style="text-align:justify;">Während der gesamten ersten dreißig Jahre des bolschewistischen Systems spielten die jüdischen Ideologen, Funktionäre und Folterknechte dementsprechend eine abstoßende Rolle bei den Grausamkeiten, die an den Russen und Ukrainern verübt wurden. Wir werden hier nicht die endlose Liste bolschewistischer Krimineller aufrollen. Alexander Solschenizyn hat diesbezüglich eine erdrückende Bilanz im zweiten Band seines 2003 erschienen Buches „Zweihundert Jahre zusammen“ geliefert. Solschenizyns Werk ist übrigens das erste in dieser Hinsicht, das im großen Maßstab vermarktet wurde.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Der Trotzkismus</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Der Trotzkismus ist ebenfalls stark durch das Wirken jüdischer, in diesem Fall vornehmlich aus Mitteleuropa stammender Aktivisten geprägt. In <em>Les Trotskistes </em>(Fayard, 2002) belegt Christophe Nick, dass es sich bei den zentralen Führungspersönlichkeiten dieser Bewegung um askenasische Juden handelt:</p>
<p style="text-align:justify;">Pierre Frank, der Gründer des <em>Parti communiste internationaliste</em> ist Doyen der pablistischen Strömung, aus der die <em>Ligue Communiste révolutionnaire</em> hervorging. „Er wurde 1905 in Paris geboren, nachdem seine Eltern kurz zuvor aus Vilna in Litauen eingewandert waren.“</p>
<p style="text-align:justify;">Barta [anscheinend bewusst ohne Vornamen gefürt] gründete 1947 die <em>Union communiste internationaliste</em>. Er wurde 1914 in Buhusi, Rumänien, als David Korner geboren und entstammte einer Familie jüdischer Krämer. Zu seiner Strategie gehörte es, im Schatten zu bleiben: Die Gründerfigur der Strömung aus der <em>Lutte Ouvrière </em>hervorgehen sollte, gewährte nur ein einziges Interview in seinem Leben – einem Mitglied von LO, für dessen akademische Abschlussarbeit.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein weiterer Doyen des französischen Trotzkismus ist Pierre Lambert, der Gründer der dritten großen trotzkistischen Organisation in Frankreich, dessen tatsächlicher Name Pierre Boussel lautet. Er wurde 1920 in Paris in eine gerade eingewanderte Familie russischer Juden geboren.</p>
<p style="text-align:justify;">Der frühere Führer der <em>Ligue Communiste révolutionnaire</em>, Alain Krivine, entstammt einer jüdischen Familie, die Ende des 19. Jahrhunderts aus Russland einwanderte.</p>
<div id="attachment_15295" class="wp-caption aligncenter" style="width: 279px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/16/mai-68-der-judische-messianismus-auf-der-strase/alain-krivine/" rel="attachment wp-att-15295"><img class="size-full wp-image-15295 " title="Alain Krivine" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/alain-krivine.jpg" alt="" width="269" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Alain Krivine</p></div>
<p style="text-align:justify;">Henri Weber, der heutzutage für die Sozialisten im Senat sitzt und der neben Alain Krivine zu den Gründern der <em>Ligue Communiste </em>gehört, stammt aus Mitteleuropa: „1938, am Vorabend des Krieges, lebten seine Eltern, jüdische Uhrmacher, in Cznanow, Oberschlesien.“</p>
<p style="text-align:justify;">Maurice und Charly Najman, „die beiden wichtigsten trotzkistischen Führer der Studenten und Gymnasiasten in den Jahren von 1968 bis 1978“, genauso wie Robi Morder, „ein weiterer Gymnasiastenführer der 1970er“, kommen ebenfalls aus Mitteleuropa. Gleiches gilt für Michel Rodinson, den Sohn Maxims, dem Herausgeber der Parteizeitschrift von <em>Lutte Ouvrière</em>.</p>
<p style="text-align:justify;">Am 08. Oktober 1998 enthüllte <em>L’Express</em> die wahre Identität des Mentors der <em>Lutte-Ouvrière-</em>Heroine<em> </em>Arlette Laguiller: Der genauso berühmte wie mysteriöse Hardy heißt in Wirklichkeit Robert Barcia; er wurde 1928 in Paris geboren und absolvierte seine ersten Waffengänge an der Seite Bartas.</p>
<p style="text-align:justify;">Der israelische Historiker Yaïr Auron nennt auch noch Marc Kravetz, der „ebenfalls im Mai 68 eine wichtige Rolle spielte, und der ebenfalls Jude ist.“</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Die Trotzkisten im Mai 68</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Im Rahmen der Ereignisse im Mai 68 erlebte der Trotzkismus seine größten Ruhmesstunden. Am 19. Mai versammelten sich die Führer der drei wichtigsten trotzkistischen Organisationen, um über ein dauerhaftes Komitee zur Koordinierung zu beratschlagen und zur Vereinigung aufzurufen. Barcia von der UCI traf bei dieser Gelegenheit „Pierre Frank und Michel Lequenne vom PCI, Alain Krivine und Daniel Bensaïd von der JCR [<em>Jeunesse Communiste révolutionnaire</em>]. Zusammen verfassten sie eine feierliche Erklärung“, wie Christophe Nick schreibt. Zugerechnet Alain Geismar, den Anführer der Maoisten, und Daniel Cohn-Bendit, der die Anarchisten repräsentierte, kann man sagen, dass die Revolte des Mai 1968 fest in der Hand der Juden war.</p>
<div id="attachment_15298" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/16/mai-68-der-judische-messianismus-auf-der-strase/cohn-sarkozy/" rel="attachment wp-att-15298"><img class="size-full wp-image-15298 " title="Cohn Sarkozy" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/cohn-sarkozy.jpg" alt="" width="300" height="206" /></a><p class="wp-caption-text">Cohn-Bendit: Anarchist, Arbeiter- und Kinderfreund</p></div>
<p style="text-align:justify;">Laut Nick ist der Filmemacher Romain Goupil von der <em>Ligue communiste révolutionnaire</em> „vom Hass derer besessen, denen das Warschauer Ghetto zur Obsession geworden ist. Ein Hass, der ihn dazu drängt, seine Haut zu riskieren, auch noch in den 90er Jahren in Sarajewo, wo er sich für einen kleinen Fernsehfilm im Stile von ‚Sniper Allee‘ den serbischen Scharfschützen freiwillig als Zielscheibe darbietet und, die Geschwindigkeit überschreitend, tausende Male „Sarajewo- Sarajewo- Sarajewo- Sarajewo…“ in sein Megafon schreit“ (C. Nick, S. 73). Nach 1968 vertrauten die drei Anführer der <em>Ligue </em>– Alain Krivine, Daniel Bensaïd et Henri Weber – ihm die Jugendbewegung an.</p>
<div id="attachment_15296" class="wp-caption aligncenter" style="width: 232px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/16/mai-68-der-judische-messianismus-auf-der-strase/romain-goupil/" rel="attachment wp-att-15296"><img class="size-full wp-image-15296" title="Romain Goupil" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/romain-goupil.jpg" alt="" width="222" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Romain Goupil</p></div>
<p style="text-align:justify;">Man könnte noch den „Belgier“ Ernest Mandel, der Sekretär der Vierten Internationalen und Wirtschaftsberater Castros in Kuba war, oder Boris Fraenkel (Freitod 2007), den französischen Übersetzer des Theoretikers Wilhelm Reich (vgl. <em>Les Espérances planétariennes</em>) anführen.</p>
<p style="text-align:justify;">Verantwortlich für den Sicherheitsdienst der <em>Jeunesse communiste révolutionnaire</em> war 1968 Pierre Shapira. Jean-Luc Benhammias, späteres Mitglied des <em>Conseil économique et social </em>[‚Wirtschafts- und Sozialrat‘] und ehemaliger Nationalsekretär der <em>Verts </em>[der Grünen] erinnert sich dieser Schuljahre mit großem Glück; genauso wie der Philosoph – eine Niete! – André Glucksmann, der seinerseits die <em>Jeunesse communiste révolutionnaire</em> verließ, um sich den Maoisten der <em>Gauche prolétarienne</em> anzuschließen.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Der Schabbesgoi</strong></p>
<p style="text-align:justify;">In den 70er Jahren wurden Persönlichkeiten wie Gérard Karstein bekannt, der sich 1973 an die Spitze der Gymnasiasten- und Studentenbewegung setzte. Die <em>Ligue communiste</em> war damals die unangefochtene Einpeitscherin der Bewegung, und ihr studentisches Gesicht war zu dieser Zeit Michel Field, der später Fernsehmoderator wurde. Gérard Karstein gehörte ebenfalls zu den Initiatoren der Soldatenkomitees in den 70er Jahren.</p>
<p style="text-align:justify;">„Diese Beispiele ließen sich ins Unendliche fortsetzen“, schreibt Christophe Nick. „Ein Witz, der in den 70ern in der LCR umging, gibt die Situation treffend wieder: Warum wird im Politbüro der <em>Ligue communiste</em> nicht Jiddisch gesprochen? Weil Bensaïd sephardisch ist!“ Tatsächlich verstand Daniel Bensaïd, der aus Nordafrika kam, nicht das Jiddisch der anderen trotzkistischen Anführer, die alle askenasisch waren.</p>
<div id="attachment_15297" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/16/mai-68-der-judische-messianismus-auf-der-strase/daniel-bensaid/" rel="attachment wp-att-15297"><img class="size-full wp-image-15297 " title="Daniel Bensaid" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/daniel-bensaid.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Daniel Bensaïd</p></div>
<p style="text-align:justify;">Nicks Angaben werden von Yaïr Auron bestätigt: „Anfänglich bestanden die zwölf Mitglieder des Politbüros der <em>Ligue</em> neben Bensaïd aus zehn osteuropäischen Juden und einem einzigen Nichtjuden.“</p>
<p style="text-align:justify;">Niemand spricht hier vom Schabbesgoi, d.h. dem &#8216;Dienstgoi&#8217;, der die Aufgabe hat, den Juden am Sabbat die Tür zu öffnen und auf die Knöpfe zu drücken.</p>
<p style="text-align:justify;">Bei den Maoisten sah es genauso aus: An der Spitze der <em>Gauche prolétarienne </em>standen Alain Geismar, der infolge Generalinspektor des französischen Schulsystems wurde, und Benny Lévy (alias Pierre Victor), der vor seiner Auswanderung […] nach Israel Privatsekretär Jean-Paul Sartres war. Mittlerweile ist er Rabbi und lehrt an einer Yeshiva (jüdische Schule) in Jerusalem. Wie Yaïr Auron schreibt, „befanden sich in den 70er Jahren in der Führungsebene der Studentenorganisation des <em>parti communiste français</em> ebenfalls zahlreiche Juden.“ Man denke beispielsweise an Pierre Zarka, der später Chefredakteur der Zeitschrift <em>L’Humanité</em> wurde.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Der Kommunismus: ein unentbehrliches Werkzeug, um die Opposition zu lenken</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Die meisten Europäer haben nie etwas von dieser Verbindung zwischen Judentum und Kommunismus gehört. Dies hängt natürlich damit zusammen, dass in allen demokratischen Gesellschaften das Finanzwesen und die Medien überwiegend in den Händen von Leuten sind, die nicht das geringste Interesse daran haben, dass die Rolle ihrer Artgenossen bei den 1917 bis 1947 in Russland begangenen Abscheulichkeiten ans Licht kommen.</p>
<p style="text-align:justify;">Stattdessen hören wir nur vom schwachen und unschuldigen Juden, der immer ein grundlos verfolgter Sündenbock ist. Und es funktioniert! Auf diese Art und Weise kann man 30 Millionen Tote unter den Teppich kehren.</p>
<p style="text-align:justify;">Währenddessen hat die kommunistische Ideologie weitaus sichtbarere Spuren im Westen hinterlassen. Nach einem Jahrhundert der Kämpfe muss man feststellen, dass das greifbare Ergebnis des lokalen Kommunismus in Frankreich aus Städten und Gemeinden besteht, die in erstaunlicher Eintracht mit der Großindustrie zu Dritte-Welt-Orten verwandelt wurden. Obwohl der Marxismus im 19. Jahrhundert zunächst den Schutz der Arbeiterklasse auf seine Fahnen schrieb, zeigt sich seit dem Ende des 20. Jahrhunderts deutlich die Bedeutung des ihm eingeschriebenen Universalismus mit seinem Projekt der Weltgesellschaft, des Weltstaates, der Weltregierung. Dies ist übrigens exakt das von der internationalen Finanz verfolgte Projekt. Daran ist wirklich nichts Erstaunliches, wenn man erkennt, dass es sich dabei um dieselbe Gruppe handelt, die sich hinter ideologischen Nebelkerzen versteckt und uns eine strahlende Zukunft in einer Welt des „Friedens“ verspricht.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Sowjetunion ist zusammengestürzt, und die kommunistische Idee kann nun wieder ganz im Einklang mit ihren Prinzipien ihre richtige Rolle spielen: Sie geriert sich als Treibriemen der Demokratie, sie hat ihren Platz im Inneren der liberalen Demokratie selbst, und letztendlich ist nur sie in der Lage, uns den Weg zur Weltgesellschaft zu bahnen. In Wahrheit ist der Kommunismus nur als aktive Opposition wirklich effektiv. In der Opposition kann er die besten Dienste leisten, da er erlaubt, die Gegner des liberalen Systems auf die planetarische Perspektive einzuschwören. Er ist gewissermaßen das Sicherheitsventil eines der Hoffnung entbehrenden liberalen Systems, welches aufgrund seines Mangels an Transzendenz und seiner rein materialistischen Ausrichtung unausweichlich radikale Gegner produziert. Diese werden dann vom kommunistischen Ideal eingefangen und in der Globalisierungsbrühe konserviert. Ohne ihn würden die Gegner der bürgerlichen Demokratie und der Konsumgesellschaft sich unweigerlich den identitären und völkischen Bewegungen zuwenden, was das kosmopolitische System um jeden Preis zu vermeiden sucht. Das Szenario, welches sich vor unseren Augen entwickelt, ist also genau jenes, das George Orwell in seinem berühmten Roman <em>1984</em> imaginiert hatte und in dem der Anführer der Untergrundopposition, der berüchtigte und unfassbare Goldstein, am Ende nichts als ein weiterer Agent des Systems ist, dessen Mission in der Kanalisierung der Opposition besteht. Der Kommunismus hat also die Rolle wieder erhalten, die er niemals hätte aufgeben dürfen, nämlich die einer mobilisierenden Utopie, die sich im Innern der Demokratie eingenistet hat. Der Sowjetkommunismus ist tot – vielleicht wurde er sogar gemeuchelt. Aber das kommunistische Ideal wird sorgsam gehätschelt, am Busen der liberalen Demokratie gewärmt und in ihre Institutionen eingebunden. So funktioniert die planetarische Spirale: mit einem System auf der einen Seite und einer falschen Opposition zu diesem System auf der anderen. Diese beiden Kräfte sind vollkommen komplementär und einander unentbehrlich.</p>
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		<title>Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald zur ersten Paperback-Ausgabe</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 18:39:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Deep Roots</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deep Roots (Ü)]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdsprachige Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Kevin MacDonald]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Organisiertes Judentum]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Prof. Kevin MacDonald, übersetzt von Deep Roots. Das Original „The Culture of Critique“ erschien 1998 bei Praeger Publishers und die mir vorliegende Paperback-Ausgabe 2002 bei 1st Books Library (ISBN 0-7596-7222-9). Ich erhebe keinen Anspruch auf eine wie auch immer geartete Vergütung für die Verwendung dieser Übersetzung durch den Verfasser, Professor Kevin MacDonald, für eine [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=15239&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="wp-image-15240 aligncenter" title="CofC cover kleiner" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/cofc-cover-kleiner.jpg?w=645&#038;h=473" alt="" width="645" height="473" /></p>
<p>Von <strong>Prof.</strong> <strong>Kevin MacDonald</strong>, übersetzt von Deep Roots. Das Original <strong>„The Culture of Critique“</strong> erschien 1998 bei Praeger Publishers und die mir vorliegende Paperback-Ausgabe 2002 bei 1st Books Library (ISBN 0-7596-7222-9). Ich erhebe keinen Anspruch auf eine wie auch immer geartete Vergütung für die Verwendung dieser Übersetzung durch den Verfasser, Professor Kevin MacDonald, für eine Veröffentlichung in Buchform oder in irgendeiner sonstigen Weise.</p>
<p>(I will not claim any reward whatsoever from the author, Professor Kevin MacDonald, should he publish this translation in printed or any other form)</p>
<p>Zuvor veröffentlicht: <strong><a title="Permalink zu Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald" href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/01/30/die-kultur-der-kritik-vorwort-von-professor-kevin-macdonald/">Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald</a></strong></p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">Vorwort von Professor Kevin MacDonald zur ersten Paperback-Ausgabe</span></strong></p>
<p><em>The Culture of Critique</em> (im folgenden <em>CofC</em> genannt) wurde ursprünglich 1998 von Praeger Publishers veröffentlicht, einer Verlagsmarke von Greenwood Publishing Group, Inc. Die These des Buches ist in der Tat schwierig – schwierig nicht nur, weil sie schwierig zu beweisen ist, sondern auch weil sie viele fundamentale Annahmen über unsere zeitgenössische intellektuelle und politische Existenz in Frage stellt.</p>
<p><em>CofC</em> beschreibt, wie jüdische Intellektuelle während des 20. Jahrhunderts eine Anzahl wichtiger intellektueller und politischer Bewegungen in Gang setzten und förderten. Ich behaupte, daß diese Bewegungen Versuche sind, die westlichen Gesellschaften in einer Weise zu verändern, die den Antisemitismus neutralisiert oder ihm ein Ende setzt und die Aussichten für den Fortbestand der Juden als Gruppe, entweder in offener oder halb-kryptischer Weise, verbessert. Mehrere dieser jüdischen Bewegungen (z. B. die Verschiebung bei der Einwanderungspolitik zugunsten nichteuropäischer Völker) haben versucht, die Macht ihrer vermeintlichen Konkurrenten zu schwächen – der europäischen Völker, die am Anfang des 20. Jahrhunderts eine dominante Position nicht nur in ihren traditionellen Heimatländern in Europa, sondern auch in den Vereinigten Staaten, Kanada und Australien eingenommen hatten. Auf theoretischer Ebene werden diese Bewegungen als das Ergebnis von Interessenkonflikten zwischen Juden und Nichtjuden bei der Interpretation der Kultur und in verschiedenen Fragen der öffentlichen Politik betrachtet. Letztendlich werden diese Bewegungen als Ausdruck einer gruppenevolutionären Strategie der Juden in ihrem Konkurrenzkampf mit Nichtjuden um gesellschaftliche, politische und kulturelle Dominanz betrachtet.</p>
<p>Ich versuche hier, einige typische Kritiken zu beantworten, die gegen <em>CofC</em> vorgebracht worden sind. (Siehe auch meine Webseite: <a href="http://www.csulb.edu/~kmacd">www.csulb.edu/~kmacd</a>). Ich behandle auch Fragen, die von mehreren Büchern aufgeworfen wurden, die seit der Veröffentlichung von <em>CofC</em> erschienen sind.</p>
<p>Es hat Beschwerden gegeben, daß ich das Judentum in monolithischer Weise betrachte. Dies ist definitiv nicht der Fall. Vielmehr ist meine Methodologie bei jeder Bewegung, die ich behandle, folgende gewesen:</p>
<p><span id="more-15239"></span>1) Einflußreiche, von Juden dominierte Bewegungen zu finden, ohne Implikation, daß alle oder die meisten Juden an diesen Bewegungen beteiligt sind, und ohne Einschränkung der Art dieser Bewegungen. Zum Beispiel streife ich den jüdischen Neokonservatismus, der in mancher Weise eine Abweichung von den anderen Bewegungen ist, die ich bespreche. Im Allgemeinen waren an den meisten dieser Bewegungen relativ wenige Juden beteiligt, und eine erhebliche Zahl von Juden hat nichts von deren Existenz gewußt. Sogar der jüdische Linksradikalismus – sicherlich die verbreitetste und einflußreichste jüdische Subkultur des 20. Jahrhunderts – ist vielleicht die meiste Zeit eine Minderheitsbewegung innerhalb der jüdischen Gemeinschaften in den Vereinigten Staaten und anderen westlichen Gesellschaften gewesen. Infolgedessen kritisiere ich, wenn ich diese Bewegungen kritisiere, nicht notwendigerweise die meisten Juden. Trotzdem waren diese Bewegungen einflußreich, und sie waren jüdisch motiviert.</p>
<p>2) Zu bestimmen, ob die jüdischen Teilnehmer an jenen Bewegungen sich als Juden identifizierten <strong>UND</strong> ihre Mitwirkung an der Bewegung für eine Förderung jüdischer Interessen hielten. Die Mitwirkung mag unbewußt oder mit Selbsttäuschung verbunden gewesen sein, aber meistens war es recht leicht und unkompliziert, Beweise für diese Thesen zu finden. Wo ich dachte, daß Selbsttäuschung eine Rolle spielte (wie im Fall vieler jüdischer Radikaler), lieferte ich Beweise, daß sie sich in Wirklichkeit als Juden identifizierten und daß sie trotz eines gegenteiligen oberflächlichen Anscheins sehr um jüdische Belange besorgt waren. (Siehe auch Kapitel 1 von <em>CofC</em>.)</p>
<p>3) Zu versuchen, den Einfluß dieser Bewegungen auf die nichtjüdische Gesellschaft zu ermessen. Bedenken Sie, daß der Einfluß einer von Juden dominierten intellektuellen oder politischen Bewegung unabhängig vom Prozentanteil der jüdischen Gemeinschaft ist, der an der Bewegung beteiligt ist oder diese unterstützt.</p>
<p>4) Zu zeigen versuchen, wie Nichtjuden auf diese Bewegungen reagierten – waren sie zum Beispiel eine Quelle des Antisemitismus?</p>
<p>Mehrere der Bewegungen, die ich behandle, sind in den Sozialwissenschaften sehr einflußreich gewesen. Ich behaupte jedoch nicht, daß es keine Juden gibt, die gute Sozialwissenschaft betreiben, und tatsächlich liefere ich eine Liste prominenter jüdischer Sozialwissenschaftler, auf die meiner Meinung nach nicht die oben unter 2) umrissenen Punkte zutreffen (siehe Kapitel 2 von <em>CofC</em>). Falls es Beweise gegeben hätte, daß diese Sozialwissenschaftler sich als Juden identifizierten und bei ihrer sozialwissenschaftlichen Tätigkeit eine jüdische Agenda hatten (was bei den meisten der Aufgelisteten definitiv nicht der Fall war, aber möglicherweise im Fall von Richard Herrnstein zutraf – siehe unten), dann wären sie Kandidaten für die Aufnahme in dieses Buch gewesen. Die Leute, die ich als zu evolutionären/biologischen Perspektiven beitragend anführe, sind tatsächlich ethnische Juden, aber bei den meisten habe ich keine Ahnung, ob sie sich entweder als Juden identifizieren oder bei ihren Forschungsarbeiten eine jüdische Agenda haben, einfach weil in ihrer Arbeit oder anderswo keine Beweise dafür zu finden sind. Falls es Beweise dafür gibt, daß ein prominenter Evolutionsbiologe sich als Jude identifiziert und seine Arbeit in der Soziobiologie oder Evolutionspsychologie als Förderung jüdischer Agenden betrachtet, dann sollte er oder sie als Beispiel für das untersuchte Phänomen in <em>CofC</em> enthalten sein statt einfach als Wissenschaftler, der auf dem Gebiet der Evolutionswissenschaften arbeitet.</p>
<p>Interessanterweise schreibt Alan Ryan (1994, S. 11) im Fall von einem derer, die ich erwähne, Richard J. Herrnstein: „Herrnstein wünscht sich im Grunde die Welt, in der kluge Judenkinder oder deren Äquivalent es schaffen, aus ihrem bescheidenen Hintergrund herauszukommen und schließlich Goldman Sachs oder die physikalische Fakultät von Harvard leiten.“ Dies ist eine Haltung, die, wie ich annehme, für den Neokonservatismus typisch ist, eine jüdische Bewegung, die ich an mehreren Stellen behandle, und es ist etwas von der Art, das, falls es stimmt, nahelegen würde, daß Herrnstein die in <em>The Bell Curve</em> behandelten Themen wirklich jüdische Interessen in einer Weise berührend sah, wie es sein Mit-Autor Charles Murray nicht sah. (Ryan stellt die Weltsichten von Murray und Herrnstein einander gegenüber: „Murray wünscht sich den Mittelwesten, in dem er aufwuchs – eine Welt, in der es den örtlichen Mechaniker keine zwei Cents kümmerte, ob er klüger war als der örtliche Mathelehrer oder nicht.“) In ähnlicher Weise erfüllt die theoretische Physik des 20. Jahrhunderts nicht die Kriterien einer jüdischen intellektuellen Bewegung, eben weil es gute Wissenschaft war und es keine Anzeichen dafür gibt, daß Ethnisches an ihrer Schaffung beteiligt war: Die Identifikation als Jude und das Verfolgen jüdischer Interessen waren nicht wichtig für den Inhalt der Theorien oder für das Verhalten der intellektuellen Bewegung. Und doch sind Juden in den Reihen der theoretischen Physiker stark überrepräsentiert gewesen.</p>
<p>Diese Schlußfolgerung bleibt zutreffend, obwohl Einstein, die Führungsgestalt unter den jüdischen Physikern, ein stark motivierter Zionist war (Fölsing 1997, S. 494 – 505), Assimilation als verachtenswerte Form von „Mimikry“ ablehnte (S. 490), es vorzog, sich unter andere Juden zu mischen, die er als seine „Stammesgefährten“ bezeichnete (S. 489), die für so viele Juden während der 1920er und 1930er typische unkritische Unterstützung des bolschewistischen Regimes in Rußland begrüßte, einschließlich beharrlicher Rechtfertigung der Moskauer Schauprozesse in den 1930ern (S. 644 – 645), und von einem hochgesinnten Pazifismus während des Ersten Weltkrieges, als jüdische Interessen nicht auf dem Spiel standen, zur Befürwortung des Baus von Atombomben wechselte, um Hitler zu besiegen. Von seinem Teenageralter an hatte er eine Abneigung gegen die Deutschen, und in seinem späteren Leben kritisierte er jüdische Kollegen, die zum Christentum übertraten und sich wie Preußen benahmen. Er hatte eine besondere Abneigung gegen Preußen, die die ethnische Elitegruppe in Deutschland waren. Im Alter von 73 auf sein Leben zurückblickend, brachte Einstein seine Volkszugehörigkeit unmißverständlich zum Ausdruck: „Meine Beziehung zum Judentum ist zu meiner stärksten menschlichen Bindung geworden, sobald ich völlige Klarheit über unsere prekäre Position unter den Nationen erlangt hatte“ (in Fölsing 1997, S. 488). Laut Fölsing hatte Einstein diese Klarheit schon in frühen Jahren entwickelt, gestand sie sich aber erst viel später ein, eine Form des Selbstbetrugs: „Als junger Mann mit bourgeois-liberalen Ansichten und einem Glauben an die Aufklärung hatte er sich geweigert, sich seine jüdische Identität einzugestehen“ (in Fölsing 1997, S. 488).</p>
<p>In anderen Worten, die Fragen der ethnischen Identifikation und sogar des ethnischen Aktivismus seitens Leuten wie Einstein sind gänzlich getrennt davon, ob solche Leute den Inhalt der Theorien selbst als ethnischen Interessen förderlich sahen, und im Fall von Einstein gibt es keinen Beweis dafür, daß er es so sah. Dasselbe kann man nicht von Freud, den New Yorker Intellektuellen, den Boasianern und der Frankfurter Schule sagen, bei denen „wissenschaftliche“ Theorien gestaltet und eingesetzt wurden, um ethnische Gruppeninteressen zu fördern. Die ideologische Absicht wird klar, wenn die unwissenschaftliche Natur dieser Bewegungen verstanden wird. Vieles von der Behandlung in <em>CofC</em> dokumentierte die intellektuelle Unehrlichkeit, den Mangel an empirischer Sorgfalt, die offensichtliche politische und ethnische Motivation, den Ausschluß von Abweichlern, die Absprache unter Volksgenossen, um den intellektuellen Diskurs zu beherrschen, und den allgemeinen Mangel an wissenschaftlichem Geist, der sie erfüllte. Meiner Ansicht nach sind die wissenschaftlichen Schwächen dieser Bewegungen ein Beweis ihrer gruppenstrategischen Funktion.</p>
<p><em>CofC</em> wurde nicht verbreitet rezensiert. Tatsächlich sind in Mainstream-Publikationen nur drei Rezensionen erschienen, einschließlich einer kurzen Rezension von Kevin Hannan (2000) in <em>Nationalities Papers</em>. Hannans Rezension liefert großteils eine Beschreibung des Buches, aber er faßt seine Eindrücke mit der Bemerkung zusammen: „[MacDonalds] bilderstürmende Bewertung der Psychoanalyse, des Marxismus, Multikulturalismus und gewisser Denkschulen in den Sozialwissenschaften wird in der akademischen Welt keine große Begeisterung hervorrufen, und doch ist dieses Buch gut geschrieben und hat dem Leser, der sich für ethnische Zugehörigkeit und ethnischen Konflikt interessiert, viel zu bieten.“</p>
<p>Die anderen Rezensionen haben mehrere wichtige Fragen aufgeworfen, die eine Behandlung verdienen. Frank Salters Rezension (2000) im <em>Human Ethology Bulletin</em> behandelte einiges von der Kontroverse um mein Buch, besonders eine erbitterte Sitzung in der Konferenz der Human Behavior and Evolution Society von 2000, wo ich von mehreren Teilnehmern des Antisemitismus beschuldigt wurde. Für mich lautet die einzige Frage, ob ich in meiner Behandlung von Quellen ehrlich gewesen bin und ob meine Schlußfolgerungen den üblichen Standards wissenschaftlicher Forschung in den Sozialwissenschaften entsprechen. Salter merkt an, daß ich meine Forschungen auf Mainstream-Quellen stützte und daß die Behauptungen, die manche Kollegen erzürnt haben,</p>
<blockquote><p>nicht nur wahr sind, sondern Binsenwahrheiten für diejenigen, die mit der diversen herangezogenen Literatur vertraut sind. Abgesehen von der politischen Sensibilität des Themas besteht viel von dem Problem, dem MacDonald sich gegenübersieht, darin, daß sein Wissen seinen Gegnern oft zu weit voraus ist, um leichte Kommunikation zuzulassen; es gibt nicht genug gemeinsame Prämissen für einen konstruktiven Dialog. Leider schließt sich die Wissenslücke nur langsam, weil manche seiner feindseligsten Kritiker, einschließlich Kollegen, die schwere persönliche Vorwürfe erheben, sich nicht die Mühe gemacht haben, MacDonalds Bücher zu lesen.</p></blockquote>
<p>Salter merkt auch an, daß diejenigen, die wie John Tooby und Steven Pinker meine Kompetenz als Forscher gegenüber den Medien schlechtgemacht haben, nichts vorgebracht haben, was einer wissenschaftlichen Kritik oder Widerlegung meiner Arbeit nahekommt. Traurigerweise setzt sich das fort. Während es in öffentlichen Foren eine Anzahl lautstarker Anprangerungen meiner Arbeit gegeben hat, hat es keine seriösen wissenschaftlichen Rezensionen seitens dieser Kritiker gegeben, obwohl sie ihre beleidigenden Anprangerungen meiner Arbeit nicht zurückgezogen haben.</p>
<p>Paul Gottfried (2000) warf in seiner Rezension in <em>Chronicles</em>, dem paläokonservativen Intellektuellenjournal, mehrere interessante Fragen auf. (Ich antwortete auf Gottfrieds Rezension, und Gottfried verfaßte eine Gegenerwiderung; siehe <em>Chronicles</em>, September 2000, S. 4 – 5). Gottfried erörtert meine Ansichten über die Rolle jüdischer Organisationen und Intellektueller mit starker Identifikation als Juden als Akteure der Veränderung in den kulturellen Umwandlungen, die im Laufe der letzten 50 Jahre in den westlichen Gesellschaften stattgefunden haben. Im Allgemeinen ist meine Position die, daß jüdische intellektuelle und politische Bewegungen eine notwendige Voraussetzung für diese Veränderungen war, keine ausreichende Voraussetzung, wie Gottfried annimmt. Im Fall der Umkehrung der U.S.-Einwanderungspolitik gab es im betrachteten Zeitraum (bis zur Inkraftsetzung des einschneidenden Einwanderungsgesetzes von 1965) einfach keine anderen Aktionsgruppen, die auf eine liberalisierte, multirassische Einwanderung drängten. Genausowenig gab es irgendwelche anderen Gruppen oder intellektuelle Bewegungen außer den in <em>CofC</em> erwähnten, die Bilder von den Vereinigten Staaten als einer multikulturellen, multiethnischen Gesellschaft statt einer europäischen Zivilisation entwickelten. Gottfried schreibt den Umbruch bei der Einwanderung „einem allgemeinen kulturellen Wandel, der die westlichen Gesellschaften heimsuchte und vom Managerstaat forciert wurde“ zu. Ich stimme zu, daß die multiethnische Einwanderung aus einer kulturellen Veränderung resultierte, aber wir müssen dennoch Theorien über den Ursprung dieser Veränderung entwickeln.</p>
<p>Eine aufschlußreiche Entwicklung bezüglich jüdischer Einstellungen zur Einwanderung ist ein Artikel von Stephen Steinlight (2001), dem ehemaligen Director of National Affairs (Innenpolitik) beim American Jewish Committee (AJCommittee) und gegenwärtigen Senior Fellow beim AJCommittee. Steinlight empfiehlt die Veränderung „der traditionellen politischen Linie [der organisierten jüdischen Gemeinschaft], die die großzügige – eigentlich unbegrenzte – Einwanderung und offene Grenzen bejaht“, auch wenn für „viele anständige, progressive Juden das bloße Stellen solcher fundamentaler Fragen auf Ketzerei hinausläuft und es bedeutet, den Teufel heraufzubeschwören, wenn man an ihnen herumpfuscht.“</p>
<p>Steinlight glaubt, daß die gegenwärtige Einwanderungspolitik nicht mehr jüdischen Interessen dient, weil die neuen Einwanderer weniger wahrscheinlich mit Israel sympathisieren und weil sie die Juden mit größerer Wahrscheinlichkeit als die reichste und mächtigste Gruppe in den Vereinigten Staaten – und somit als potentiellen Feind – statt als Opfer des Holocaust sehen werden. Er ist besonders besorgt über die Konsequenzen des islamischen Fundamentalismus unter moslemischen Einwanderern, besonders für Israel, und er verdammt den „wilden Hass auf Amerika und amerikanische Werte“ unter den Fundamentalisten. Steinlight stimmt stillschweigend einer wichtigen These meiner Trilogie über das Judentum zu: Während der gesamten Geschichte haben Juden dazu tendiert, in individualistischen europäischen Gesellschaften zu gedeihen, und haben in nichtwestlichen Gesellschaften gelitten, ganz besonders in moslemischen Gesellschaften, wo es starke Einstellungen bezüglich Eigengruppe/Fremdgruppe gibt (z. B. MacDonald 1998a, Kap. 2; die einzigen Ausnahmen gegenüber dieser Verallgemeinerung gab es, wenn Juden in moslemischen Gesellschaften eine Zwischengruppe zwischen einer fremden Elite und unterdrückten einheimischen Populationen gebildet haben). Steinlights Ängste vor den Auswirkungen eines balkanisierten Amerikas auf das Judentum sind in der Tat wohlbegründet.</p>
<p>Steinlight ist ausschließlich um jüdische Interessen besorgt – ein Beispiel für jüdischen moralischen Partikularismus, der ein genereller Wesenszug der jüdischen Kultur ist (siehe unten). Tatsächlich scheint seine Animosität gegenüber dem Restriktionismus von 1924 – 1965 deutlich durch. Diese „Pause“ bei der Einwanderung wird als moralische Katastrophe wahrgenommen. Er beschreibt sie als „böse, fremdenfeindlich, antisemitisch“, „auf gemeine Weise diskriminierend“, ein „riesiges moralisches Versagen“, eine „monströse Politik“. Jüdische Interessen sind das einzige, das er in Erwägung zieht, während die große Mehrheit der Amerikaner vor 1965 als „gedankenloser Mob“ beschrieben wird, weil sie einen völligen Stopp der Einwanderung befürworteten.</p>
<p>Es erscheint fair festzuhalten, daß es eine gemeinschaftliche Erinnerung der Juden an die Zeit der Einwanderungsbeschränkung als den Höhepunkt amerikanischer antijüdischer Einstellungen gibt. Nichtjuden fällt es schwer, die jüdische Gemeinschaftserinnerung zu begreifen. Für sich stark als solche identifizierende Juden sind die „auf gemeine Weise diskriminierenden“ Handlungen der Einwanderungsrestriktionisten Teil der larmoyanten Geschichte des jüdischen Volkes. Die Einwanderungsbeschränkung von 1924 – 1965 fällt in dieselbe Kategorie wie die Zerstörung des Tempels 70 n. Chr., die plündernden Kreuzritter des Mittelalters, die Schrecken der Inquisition, das Böse des russischen Zaren und die rational unbegreifliche Katastrophe des Nazismus. Diese Ereignisse sind nicht bloß Bilder, die man aus dem Mülleimer der Geschichte gezogen hat. Sie sind tief empfundene Bilder und mächtige Motivatoren für zeitgenössisches Verhalten. Wie Michael Walzer (1994, S. 4) anmerkte: „Mir wurde die jüdische Geschichte als lange Erzählung von Exil und Verfolgung beigebracht – Holocaust-Geschichte, rückwärts gelesen.“ Aus dieser Perspektive ist die Einwanderungsbeschränkung von 1924 – 1965 ein bedeutender Teil des Holocaust, weil sie die Auswanderung von Juden verhinderte, die letztendlich im Holocaust starben – ein Punkt, auf dem Steinlight ausführlich herumreitet.</p>
<p>Und wie Walter Benjamin (1968, S. 262) anmerkt: „Hass und [der] Geist des Opferbringens… werden eher vom Bild versklavter Vorfahren genährt als von dem befreiter Enkelkinder.“ Dies ist wichtig, denn was immer man für Einstellungen zu Kosten und Nutzen der Einwanderung hat, eine Hauptmotivation bei der Förderung massiver nichteuropäischer Einwanderung seitens der organisierten jüdischen Gemeinschaft hat eine tief empfundene Animosität gegenüber dem für die Einwanderungsbeschränkung von 1924 – 1965 verantwortlichen Volk und dessen Kultur beinhaltet. (Wie in Kapitel 7 angegeben, ist eine weitere Motivation die gewesen, die Macht der europäischstämmigen Mehrheit der Vereinigten Staaten zu verringern, um die Entwicklung einer ethnisch homogenen antijüdischen Bewegung zu verhindern.) Diese tief empfundene Animosität existiert trotz der Tatsache, daß die befreiten Enkelkinder außergewöhnlich erfolgreich gewesen sind in dem Land, dessen jüngere Vergangenheit der Gegenstand solcher Gehässigkeit ist. Das Wohlergehen der Vereinigten Staaten und ganz bestimmt das Wohlergehen der Euro-Amerikaner sind keine relevanten Erwägungen bei jüdischen Einstellungen zur Einwanderung gewesen. Tatsächlich ist es, wie in Kapitel 7 angegeben, leicht, Aussagen jüdischer Aktivisten zu finden, die die bloße Idee verurteilen, daß Einwanderung den Interessen der Vereinigten Staaten dienen sollte. Und das ist der Grund, warum die organisierte jüdische Gemeinschaft sich nicht mit dem symbolischen Sieg zufrieden gab, bloß die ethnisch basierten Quoten zu eliminieren, die einen ethnischen Status quo zur Folge hatten, bei dem die Europäer ihre ethnische und kulturelle Vorherrschaft behielten. Wie in Kapitel 7 gezeigt, strebten die Aktivisten sofort nach Verabschiedung des Gesetzes von 1965 mächtig danach, die Zahlen nichteuropäischer Einwanderer dramatisch zu erhöhen, ein Muster, das bis heute fortbesteht.</p>
<p>Und schlußendlich ist dies der Grund, warum die Unterstützung für offene Einwanderung das jüdische politische Spektrum überspannt, von der äußersten Linken bis zur neokonservativen Rechten. Scott McConnell, der ehemalige Redaktionsleiter und Kolumnist der <em>New York Post</em>, kommentierte das intensive Engagement für offene Einwanderung unter jüdischen Neokonservativen so (siehe auch Kapitel 7):<sup>1</sup></p>
<blockquote><p>Lesen Sie etwas von Norman Podhoretz’ Schriften, insbesondere sein neuestes Buch – die <strong><em>einzige</em></strong> Polemik gegen irgend jemanden rechts der Mitte richtet sich gegen die Einwanderungsbeschränker. Vor mehreren Jahren sprach ich auf einer Party mit Norman, und Abe Rosenthal kam hinzu, und Norman stellte uns einander mit den Worten vor: „Scott ist sehr solide in allen Fragen, außer der Einwanderung.“ Die allerersten Worte aus seinem Mund. Dies zu einer Zeit, in der wir vorgeblich auf gutem Fuß miteinander standen und ich einen Job hatte, der es erforderte, daß wichtige Leute mit mir reden. Es gibt eine komplizierte Geschichte zwischen den Neocons und <em>National Review</em> [NR], die John O’Sullivan besser erzählen könnte als ich, aber es kamen darin Neocon-Attacken gegen NR vor, bei denen eine Sprache verwendet wurde, die den heutigen Einwanderungsrestriktionismus mit Anstrengungen gleichsetzte, die Juden zurück in Nazi-Todeslager zu schicken, eine so bösartige Tonart, daß es unter vorgeblichen reaganitischen Verbündeten von 1995 wirklich seltsam wirkte… Der <em>Forward</em>, eine neocon-orientierte jüdische Wochenzeitschrift, brachte immer Artikel, die versuchten, FAIR, eine vom ehemaligen Gouverneur [von Colorado] Richard Lamm geleitete Einwanderungsbeschränkungsgruppe, mit Neonazismus in Verbindung zu bringen, in dem sie… grobe Verleumdungstechniken verwendeten…  Keiner meiner Neocon-Freunde (zu einer Zeit, als <strong><em>alle</em></strong> meine Freunde jüdische Neocons waren) fand, daß daran etwas falsch sei…</p>
<p>Lesen Sie den <em>Weekly Standard</em>, lesen Sie Ben Wattenberg. Lesen Sie die [Podhoretzes]. Oder lassen Sie es. Aber falls Sie sich mit der Sache beschäftigten, könnten Sie nicht anders als betroffen davon zu sein, besonders nachdem es als solch ein Schock kam. Man nennt nicht gern Namen, weil niemand auf Seiten der Rechten es sich mit den Neocons verderben möchte, aber mir fällt ein junger Gelehrter ein, der sehr gemäßigt über einwanderungsbezogene Angelegenheiten schreibt und der unter einem führenden Akademiker der Neocons ausgebildet wurde. Er sagte mir, daß er einfach erstaunt war über die Zuneigung der Neocons zu hoher Einwanderung – es schien gegen jedes Prinzip der Wertschätzung von Ausgewogenheit und Ordnung in einer Gesellschaft zu gehen, und um die gesellschaftlichen Anfälligkeiten zu wissen, die sie zu befürworten schienen. Vielleicht ist es einige Zeit wert, einen ausführlichen Artikel über all das zu schreiben, darüber, wie die amerikanische Rechte nach dem Kalten Krieg vom Weg abkam. [Hervorhebung im Text]</p></blockquote>
<p align="center"><strong>DER NIEDERGANG DES ETHNISCHEN BEWUSSTSEINS UNTER EUROPÄISCHSTÄMMIGEN MENSCHEN IN DEN VEREINIGTEN STAATEN</strong></p>
<p>Grundlegend für die Umwandlung der Vereinigten Staaten als Folge massiver nichteuropäischer Einwanderung war der Niedergang des ethnischen Bewußtseins unter europäischen Völkern. Es ist faszinierend, die Einwanderungsdebatten der 1920er denen der 1950er und 1960er gegenüberzustellen. Die Restriktionisten der 1920er behaupteten unverfroren das Recht europäischstämmiger Völker auf das Land, das sie erobert und besiedelt hatten. Es gab viele Geltendmachungen ethnischer Interessen – daß die Menschen, die das Land kolonisiert und dessen politische und ökonomische Kultur geschaffen hatten, ein Recht darauf hatten, es als ihren Besitz zu behalten. Diese Art von selbstbewußtem Nativismus (sogar das Wort selbst hat jetzt einen pathologischen Beiklang) kann man in der Aussage von William N. Vaile, Colorados Mitglied des Repräsentantenhauses, eines prominenten Restriktionisten sehen, die in Kapitel 7 von <em>CofC</em> zitiert wird.</p>
<p>Ab den 1940ern und gewiß ab den 1960ern war es unmöglich, solche Behauptungen zu äußern, ohne nicht nur für einen Rassisten gehalten zu werden, sondern auch für einen intellektuellen Neandertaler. Tatsächlich zeigt Bendersky (2000), daß solche Rhetorik schon in den 1930ern zunehmend unmöglich war. Man kann diese Veränderung anhand der Karriere des Rassentheoretikers Lothrop Stoddard sehen, des Autors von Büchern wie <em>The Rising Tide of Color Against White World Supremacy</em> und zahlreicher Artikel für populäre Medien wie <em>Collier’s</em>, <em>Forum</em> und <em>The Saturday Evening Post</em>. Stoddard betrachtete die Juden als hochintelligent und rassisch verschieden von den Europäern. Er glaubte auch, daß die Juden entscheidend waren für den Erfolg des Bolschewismus. In seinen Vorlesungen vor dem Army War College in den späten 1930ern hörte er jedoch völlig auf, die Juden zu erwähnen. Die Boasianische Revolution in der Anthropologie hatte triumphiert, und Theoretiker, die glaubten, daß Rasse für die Erklärung menschlichen Verhaltens wichtig war, wurden zu Randfiguren. Stoddard selbst verwandelte sich von einem populären und einflußreichen Autor zu einem, der als Sicherheitsrisiko betrachtet wurde, als die Roosevelt-Administration das Land auf den Krieg gegen das nationalsozialistische Deutschland vorbereitete.</p>
<p>Ein weiteres Kennzeichen für die Veränderung der Einstellung gegenüber den Juden war die Reaktion auf Charles Lindberghs Bemerkungen in Des Moines, Iowa, am Vorabend des US-Eintritts in den Zweiten Weltkrieg. Lindberghs Befürwortung der Nichteinmischung wurde nicht nur von seinem Horror vor der Zerstörungskraft moderner Kriegführung geprägt – was er als den Selbstmord der europäischen Kultur sah – sondern auch von seinem Glauben, daß ein zweiter europäischer Krieg für die weiße Rasse selbstmörderisch sein würde. In einem Artikel, der 1939 kurz nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in den populären Medien veröffentlicht wurde, sagte er, daß es ein Krieg sei „um Macht unter einem dominanten Volk; blind, unersättlich, selbstmörderisch. Die westlichen Nationen sind wieder im Krieg, einem Krieg, der wahrscheinlich niederschmetternder sein wird als irgendeiner in der Vergangenheit, ein Krieg, in dem die weiße Rasse verlieren muß, und in dem die anderen gewinnen müssen, ein Krieg, der unsere Zivilisation leicht durch weitere Dunkle Zeitalter führen könnte, sofern sie überhaupt überlebt.” (Lindbergh 1939, S. 65)</p>
<p>Um ihre Herrschaft über andere Rassen aufrechtzuerhalten, glaubte Lindbergh, daß die Weißen sich zusammentun müßten, um die wimmelnden Legionen abzuwehren, welche die wahre langfristige Bedrohung wären. Lindbergh war kein Nordizist. Er hegte die langfristige Sichtweise, daß Rußland ein weißes Bollwerk gegen die Chinesen im Osten sein würde. Er befürwortete eine rassische Allianz unter Weißen, beruhend „auf einem Westlichen Wall aus Rasse und Waffen, der einen Dschingis Khan zurückhalten kann oder die Infiltration minderen Blutes; von einer englischen Flotte, einer deutschen Luftwaffe, einer französischen Armee, [und] einer amerikanischen Nation” (S. 66). Die Sowjetunion unter dem Kommunismus war jedoch abscheulich: „Ich sage Ihnen, daß ich es hundertmal lieber sehen würde, wenn mein Land sich mit England verbünden würde, oder sogar mit Deutschland mit all seinen Fehlern, als mit der Grausamkeit, der Gottlosigkeit und der Barbarei, die in Sowjetrußland existieren. Eine Allianz zwischen den Vereinigten Staaten und Rußland sollte von jedem Amerikaner abgelehnt werden, von jedem Christen und von jedem Humanitären in diesem Land.” (in Berg 1999, S. 422). Lindbergh sah die von der Sowjetunion begangenen Greueltaten eindeutig als schlimmer als jene von Nazideutschland.</p>
<p>In Lindberghs berühmter Rede vom 11. September 1941 hieß es, daß die Juden eine der Hauptkräfte seien, die die Vereinigten Staaten in den Krieg führten, zusammen mit der Roosevelt-Regierung und den Briten. Lindbergh merkte an, daß die jüdische Reaktion auf Nazideutschland verständlich sei angesichts einer Verfolgung, „die ausreicht, um sich jede Rasse zum bitteren Feind zu machen.” Er sagte, daß die „größte Gefahr für dieses Land [durch die Juden] in deren großer Eigentümerschaft an und Einfluß auf unsere Filme, unsere Presse, unser Radio und unsere Regierung liegt.” Und, was am kontroversiellsten war, er sagte: „Ich sage, daß die Führer sowohl der britischen als auch der jüdischen Rasse, aus Gründen, die von ihrem Standpunkt aus ebenso verständlich sind, wie sie aus amerikanischer Sicht nicht ratsam sind, aus Gründen, die nicht amerikanisch sind, uns in den Krieg hineinziehen wollen (in Berg 1999, S. 427).</p>
<p>Lindberghs Rede wurde mit einer Sturzflut an Beschimpfungen und Hass beantwortet, wie sie gegenüber einer bekannten öffentlichen Gestalt in der amerikanischen Geschichte beispiellos ist. Über Nacht wurde Lindbergh vom Kulturhelden zum moralischen Paria. Der jüdische Einfluß auf Medien und Regierung war damals so schwierig zu bemessen, wie er es heute ist, aber er war gewiß beträchtlich und ein übliches Thema antisemitischer Empfindungen der Zeit. In einer 1936 veröffentlichten Broschüre schlußfolgerten die Herausgeber des Magazins <em>Fortune</em>, daß die Hauptquellen des jüdischen Einflusses auf die Medien ihre Kontrolle der beiden großen Radionetzwerke und die Filmstudios von Hollywood waren (<em>Editors of</em> <em>Fortune</em> 1936). Sie meinten, daß „allermindestens die Hälfte der meinungsbildenden und geschmacksbeeinflussenden Mittel in Amerika sich in jüdischen Händen befinden“ (S. 62) – eine ziemlich bemerkenswerte Zahl, wenn man bedenkt, daß die Juden annähernd 2 – 3 % der Bevölkerung ausmachten und der Großteil der jüdischen Bevölkerung Einwanderer der ersten oder zweiten Generation waren. Eine kurze Liste von Medien in jüdischem Besitz oder unter jüdischem Management würde die <em>New York Times</em> enthalten (die einflußreichste Tageszeitung, die der Familie Sulzberger gehörte), die <em>New York Post</em> (George Backer), die <em>Washington Post</em> (Eugene Meyer), den <em>Philadelphia Inquirer</em> (M. L. Annenberg), die <em>Philadelphia Record</em> und <em>Camden Courier-Post</em> (J. David Stern), <em>Newark Star-Ledger</em> (S. I. Newhouse), <em>Pittsburgh Post-Gazette</em> (Paul Block), CBS (das dominierende Radionetzwerk, das William Paley gehörte), NBC (geleitet von David Sarnoff), alle größeren Hollywoodstudios, Random House (der wichtigste Buchverlag, im Besitz von Bennett Cerf), und eine dominierende Stellung in der populären Musik.<sup>2</sup> Walter Winchell, der ein Publikum von Zig Millionen hatte und mit Bob Hope in der Radiosendung mit der höchsten Einschaltquote verbunden war, glaubte, daß Opposition gegen die Intervention „unvorstellbar war, eine Art von Verrat“ (Gabler 1995, S. 294). Winchell, „der Standartenträger für den Interventionismus“, war Jude. Er hatte zu dieser Zeit enge Beziehungen zur Anti-Defamation League (ADL), die ihn mit Informationen über die Aktivitäten der Isolationisten und Nazisympathisanten versorgte, die er in seinen Sendungen und Zeitungskolumnen verwendete (Gabler 1995, S. 294 – 298).</p>
<p>Es ist keine Frage, daß die Filmindustrie in der Tat Propaganda gegen Deutschland und für eine Intervention betrieb. Im Mai 1940 kabelte das Studio Warner Brothers an Roosevelt, daß „wir persönlich alles im Rahmen der Filmindustrie und des Radios in unserer Macht Stehende tun möchten, um dem amerikanischen Volk die Würdigkeit der Sache zu zeigen, für die die freien Völker Europas solch enorme Opfer bringen“ (in Gabler 1988, S. 343). Später im Jahr 1940 belehrte Joseph P. Kennedy die Hollywood-Filmelite, daß sie aufhören sollten, Anti-Nazi-Filme und Werbung für den Krieg zu machen, weil sie sonst einen Anstieg des Antisemitismus riskierten. Unmittelbar vor Lindberghs Rede in Des Moines bekräftigte Senator Gerald Nye, daß im Ausland geborene Besitzer der Hollywood-Studios „heftige Animositäten hinsichtlich gewisser Angelegenheiten im Ausland“ hätten (Gabler 1988, S. 344-345). Die Vertreter der Filmindustrie, die erkannten, daß sie die Unterstützung der Roosevelt-Administration hatten, verteidigten aggressiv, daß sie „Amerika der nationalen Gefahr bewußt machten“.<sup>3</sup></p>
<p>Der Harvard-Historiker William Langer sagte in einer Vorlesung vor dem U.S. Army War College, daß die zunehmende Abneigung gegen Nazideutschland in den Vereinigten Staaten am „jüdischen Einfluß“ in den Medien lag:</p>
<blockquote><p>Sie müssen der Tatsache ins Auge sehen, daß manche unserer wichtigsten amerikanischen Tageszeitungen jüdisch kontrolliert sind, und ich vermute, wenn ich ein Jude wäre, würde ich bezüglich Nazideutschlands dasselbe fühlen wie die meisten Juden, und es wäre ziemlich unvermeidlich, daß die Einfärbung der Nachrichten diesen Farbstich annehmen würde. Wenn ich zum Beispiel die <em>New York Times</em> lese, ist es völlig klar, daß jeder kleine Ärger, der passiert (und in einem Land mit 70 Millionen Menschen passieren immerhin viele Ärgernisse) sehr herausgestellt wird. Die andere Seite davon wird heruntergespielt oder höhnisch abgetan. So erhalten Sie auf ziemlich subtile Weise das Bild, daß es gar nichts Gutes an den Deutschen gibt. (In Bendersky 2000, S. 273)</p></blockquote>
<p>Es ist auch interessant, daß die <em>Chicago Tribune</em> „in der jüdischen Frage vorsichtig“ war, trotz der persönlichen Einstellung von Robert McCormick, dem nichtjüdischen Herausgeber der <em>Tribune</em>, daß die Juden ein wichtiger Grund hinter Amerikas antideutscher Politik waren (Bendersky 2000, S. 284). Dies läßt darauf schließen, daß Sorge wegen der jüdischen Macht – gut möglich Sorge wegen negativer Einflüsse auf die Werbeeinnahmen (<em>Editors of Fortune</em> 1936, S. 57) – für McCormick ein Thema war. Unterm Strich scheint es vernünftig, Lindbergh zuzustimmen, daß der jüdische Einfluß in den Medien zu dieser Zeit bedeutend war. Natürlich soll das nicht heißen, daß die Juden die Medien zu dieser Zeit beherrschten oder daß keine anderen Einflüsse wichtig waren.</p>
<p>Es ist auch bemerkenswert, daß Offiziere des U.S.-Militärs oft besorgt waren, daß Roosevelt von seinen jüdischen Beratern Samuel I. Rosenman, Felix Frankfurter und Henry Morgenthau, Jr. antideutsch beeinflußt würde (Bendersky 2000, S. 274), und sie machten sich Sorgen, daß jüdische Interessen und die Briten die Vereinigten Staaten in einen Krieg gegen Deutschland drängen würden. Sowohl Frankfurter als auch Morgenthau identifizierten sich stark als Juden und waren Verfechter jüdischer Interessen innerhalb der Roosevelt-Administration. Morgenthau förderte aktiv den Zionismus und das Wohlergehen jüdischer Flüchtlinge (z. B. Bendersky 2000, S. 333ff, S. 354ff). Beide unterstützten die US-Beteiligung am Krieg gegen Deutschland, und Morgenthau wurde bekannt als Verfechter einer extrem harten Behandlung der Deutschen während des Zweiten Weltkriegs und danach.</p>
<p>Weiters ist es keine Frage, daß Juden während dieses Zeitraums in der Lage waren, ein großes Maß an Einfluß auf spezifische Angelegenheiten auszuüben. Zum Beispiel übten zionistische Organisationen enormen Druck auf die Regierung aus (z. B. Bendersky 2000, S. 325). Während des Zweiten Weltkriegs betätigten sie sich in „lauter Diplomatie“ (S. 326), organisierten Tausende von Kundgebungen, Essen mit prominenten Rednern (einschließlich prominenter Rollen für sympathisierende Nichtjuden), Briefkampagnen, Konferenzen, Lobbying, Drohungen gegen Zeitungen wegen Veröffentlichung widriger Artikel, Einfügung von Propaganda als Nachrichtenartikel in Zeitungen, Geldspenden an Politiker und nichtjüdische Prominente wie Will Rogers als Gegenleistung für deren Unterstützung. Um 1944 „verabschiedeten Tausende nichtjüdischer Vereinigungen pro-zionistische Resolutionen“ (S. 326). 1944 gab es sowohl in republikanischen als auch demokratischen Plattformen stark pro-zionistische Forderungspunkte, obwohl das Außen- und das Kriegsministerium sehr gegen die Schaffung eines jüdischen Staates waren (S. 328)</p>
<p>Trotzdem, was auch immer das Ausmaß des jüdischen Einflusses auf die Medien in dieser Zeit war, die Kommentatoren fokussierten sich allgemein darauf, die anscheinende Implikation in Lindberghs Rede zu verurteilen, daß jüdische Interessen „nicht amerikanisch“ seien. Ich vermute, daß Lindberghs Aussage von einem auf Öffentlichkeitswirkung bedachten Redakteur nachgebessert hätte werden können, ohne Lindberghs Absichten zu verzerren, etwa in der Art: „Jüdische Interessen sind nicht dasselbe wie die Interessen der meisten anderen Amerikaner“, oder „Jüdische Interessen sind nicht dasselbe wie die Interessen des Landes als Ganzes“. Ich bezweifle jedoch sehr, daß diese Abänderung den nachfolgenden Ausfluß von Hass gemildert hätte. Die simplen Tatsachen, daß die große Mehrheit der amerikanischen Juden in der Tat für die Intervention war und daß Juden einen bedeutenden Einfluß auf die öffentliche Meinung und Politik hatten, waren irrelevant geworden. Wie Lindbergh selbst sagte, bestand die Wahl darin, „ob man zuläßt oder nicht, daß das eigene Land in einen völlig desaströsen Krieg geht, aus Mangel an Mut, die Gruppen zu benennen, die das Land in den Krieg führen – auf die Gefahr hin, ‚antisemitisch’ genannt zu werden, einfach indem man sie <em>beim Namen nennt</em> (wie von Anne Morrow Lindbergh 1980 frei wiedergegeben, S. 224, kursiv im Text). Amerika war in eine Ära eingetreten, in der es moralisch inakzeptabel geworden war, jüdische Interessen überhaupt zu diskutieren. Wir befinden uns immer noch in dieser Ära.<sup>4</sup></p>
<p>Es ist lehrreich, sich den von Lindbergh erlebten „Niagarafall an Schmähungen“ (Berg 1999, S. 428) in einigem Detail anzusehen. Er wurde von buchstäblich allen führenden Medien verurteilt, von Demokraten und Republikanern, Protestanten und Katholiken, und natürlich von jüdischen Gruppen. Viele warfen ihm vor, ein Nazi zu sein, einschließlich des Sekretärs des Präsidenten, der Lindberghs Rede mit Nazirhetorik verglich. Reinhold Niebuhr, der prominente Protestantenführer (siehe unten), rief Lindberghs Organisation „America First“ dazu auf, „sich von der von Lindbergh bezogenen Position zu trennen und ihre Reihen von jenen zu säubern, die zu rassischem und religiösem Zwist in diesem Land aufhetzen wollen“ (Berg 1999, S. 428). America First gab eine Stellungnahme heraus, daß weder Lindbergh noch die Organisation antisemitisch seien.</p>
<p>Die Reaktion von Lindberghs Frau, Anne Morrow Lindbergh, ist besonders interessant, weil sie die Macht des moralischen Abscheus illustriert, kombiniert mit der Scheinheiligkeit, die jede öffentliche Diskussion jüdischer Interessen eingehüllt hatte:</p>
<blockquote><p>11. September 1941: Dann [hielt er] seine Rede – was mich in schwarze Düsternis stürzte. Er benennt die ‚Kriegstreiber’ – hauptsächlich die Briten, die Juden und die Regierung. Er tut das wahrheitsgemäß, gemäßigt und ohne Bitterkeit oder Groll – aber ich hasse es, daß er die Juden überhaupt anrührt. Denn ich fürchte die Reaktion gegen ihn. Niemand sonst erwähnt dieses Thema laut (obwohl viele unter der Oberfläche bitter und unerträglich kochen). C. [Charles] muß wie üblich die Hauptlast dafür tragen, daß er freimütig und offen ist. Was er öffentlich sagt, ist nicht intolerant oder hetzerisch oder bitter, und es ist genau das, was er privat sagt, während die anderen schönrednerischen vorsichtigen Leute, die privat schlimme Dinge sagen, es nie wagen würden, öffentlich so freimütig zu sein wie er. Und der Preis wird schrecklich sein. Die Schlagzeilen werden verkünden „Lindbergh attackiert Juden.“ Er wird als Antisemit, Nazi, führersüchtig etc. gebrandmarkt werden. <em>Ich kann es kaum ertragen. Denn er ist ein Gemäßigter</em>…</p>
<p>13. September 1941: Er wird von allen Seiten angegriffen – Regierung, Interessenvertretungen und Juden, als jetzt offenkundiger Nazi, der einer Nazidoktrin folgt.</p></blockquote>
<blockquote><p>14. September 1941: Ich kann meinen Abscheu nicht mit Logik erklären. Ist es mein Mangel an Mut, sich dem Problem zu stellen? Ist es mein Mangel an Vision und Durchschauen der Dinge? Oder ist es meine Intuition, die sich auf etwas Tiefgehendes und Gültiges begründet?</p>
<p>Ich weiß es nicht, und ich bin nur sehr beunruhigt, was ihn aufregt. Ich habe den größten Glauben in ihn als Person – an seine Integrität, seinen Mut und seine essentielle <em>Güte</em>, Fairness und Freundlichkeit – in der Tat seinen Edelmut… Wie dann meinen tiefen Kummer darüber erklären, was er tut? Wenn das, was er sagte, die Wahrheit ist (und ich neige dazu, es dafür zu halten), warum war es falsch, es zu sagen? Er nannte die Gruppen, die für den Krieg waren. Niemand stört sich daran, daß er die Briten oder die Regierung nannte. Aber „Jude“ zu sagen ist unamerikanisch – sogar wenn es ohne Hass oder auch nur Kritik geschieht. Warum?</p>
<p>Weil es sie als Gruppe absondert und den Boden für Antisemitismus bereitet…</p>
<p>Ich sage, daß ich es vorziehen würde, wenn dieses Land in den Krieg zieht, als daß es von gewalttätigem Antisemitismus erschüttert wird. (Denn es erscheint mir, daß die Art von Person, in die das menschliche Wesen verwandelt wird, wenn der Instinkt der Judenhetze losgelassen wird, schlimmer ist als die Art von Person, zu der es auf dem Schlachtfeld wird.)</p></blockquote>
<blockquote><p>15. September 1941: Der Sturm beginnt heftig zu wehen. America First ist im Aufruhr… Er wird einheitlich von allen Moderaten verdammt… Die Juden verlangen eine Zurücknahme… Ich spüre, daß dies der Anfang eines Kampfes und daraus folgender Einsamkeit ist, wie wir es zuvor nicht gekannt haben… Denn ich hänge wirklich mehr an den weltlichen Dingen als er, es macht mir mehr aus, Freunde, Popularität etc. aufzugeben, mir machen Kritik und Kälte und Einsamkeit mehr aus.</p></blockquote>
<blockquote><p>18. September 1941: Werde ich jetzt überhaupt noch in New York einkaufen können? Ich werde immer angestarrt – aber jetzt mit Hass angestarrt zu werden, durch Gassen des Hasses zu gehen!<sup>5</sup> (A. M. Lindbergh 1980, S. 220 – 230; Kursivschrift im Text)</p></blockquote>
<p>Mehrere Dinge stechen in diesen Kommentaren hervor. Anne Morrow Lindbergh ist entsetzt darüber, daß sie durch „Gassen des Hasses“ gehen muß, entsetzt darüber, ihre Freunde aufgeben zu müssen, entsetzt darüber, ein Paria zu sein, wo sie einst als Ehefrau des populärsten Mannes im Land idolisiert wurde. Während sie die Wahrheit dessen akzeptiert, was ihr Mann sagte, und seine guten Absichten, denkt sie, daß es besser ungesagt geblieben wäre, und befaßt sich nicht mit der Unfairness der Anschuldigungen gegen ihren Mann, besonders daß er ein Nazi genannt wird. Wahrheit ist keine Verteidigung, wenn sie zu moralisch inakzeptablen Handlungen führt, und Rufmord- und Anschwärzungstaktiken sind berechtigt und verständlich, wenn die Ziele moralisch lobenswert sind. Sie nimmt an, daß sogar ein katastrophaler Krieg, der Hunderttausende Amerikaner töten (und wie ihr Mann glaubte, die Vernichtung der europäischen Kultur und der weißen Rasse zur Folge haben) könnte, der Möglichkeit eines Ausbruchs gewaltsamen Antisemitismus vorzuziehen sei. Die moralische Haltung des amerikanischen Volkes ist wichtiger als sein Überleben als Nation oder Volk. Und all das, weil Lindbergh einfach sagte, daß Juden als Gruppe Interessen haben, die von jenen anderer Amerikaner abweichen. Nachdem sie ihre Lektion gelernt hatten, begriffen die amerikanischen Politiker vermutlich, daß selbst rationale, intelligente und humane Diskussionen über jüdische Interessen jenseits der Grenzen angemessener Diskussion lagen. Juden hatten als Juden keine Interessen, von denen man sagen konnte, daß sie im Konflikt mit jenen irgendeiner anderen Gruppe von Amerikanern stünden.</p>
<p>Um die Zeit von Lindberghs Rede hatten die Juden nicht nur eine herausragende Position in den U.S.-Medien, sondern sie hatten sich auch über ihre Kontrolle der in <em>CofC</em> behandelten intellektuellen und politischen Bewegungen der intellektuell und moralisch höheren Position bemächtigt. Nicht nur befanden sich jüdische Interessen außerhalb der Grenzen zivilisierter politischer Diskussion, sondern Behauptungen europäischer ethnischer Interessen wurden genauso unzulässig. Solche Behauptungen standen in Konflikt mit dem Boas’schen Dogma, daß genetische Unterschiede zwischen Völkern trivial und irrelevant seien; sie standen in Konflikt mit dem marxistischen Glauben, daß Nationalismus und Durchsetzung ethnischer Interessen reaktionär seien; solche Behauptungen wurden im Rahmen der Psychoanalyse und der Frankfurter Schule als sicheres Zeichen der Psychopathologie gehalten, und sie sollten bald von den New Yorker Intellektuellen und den Neokonservativen, die aus den prestigereichsten akademischen und medialen Institutionen des Landes Varianten all dieser Ideologien absonderten, als Geschwafel von Landeiern betrachtet werden. Es mag in der Tat andere Kräfte gegeben haben, die nativistische Denkweisen an den politischen und intellektuellen Rand verwiesen – Gottfried (2000) weist auf den liberalen Protestantismus und den Aufstieg des Verwaltungsstaates, aber es war unmöglich, die Wirksamkeit jedes dieser Einflüsse in Abwesenheit der jüdischen Bewegungen zu verstehen, die ich beschreibe.</p>
<p>Der Aufstieg einer volksentfremdeten nichtjüdischen Managerelite, die traditionelle Kulturinstitutionen ablehnt – wie am Beispiel des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton und der nunmehrigen Senatorin Hillary Clinton ersichtlich – und die mit einer kritischen Masse ethnisch bewußter Juden und anderer ethnischer Minderheiten verflochten ist, ist eine enorm wichtige Tatsache unseres gegenwärtigen politischen Lebens. Meine Behauptung, daß jüdische intellektuelle und politische Aktivitäten eine notwendige Bedingung für den Aufstieg solch einer Elite waren, wenngleich sie offenkundig schwierig schlüssig zu verifizieren ist (wie es jede andere kausale Hypothese auch wäre), ist auch kompatibel mit der Arbeit anderer, vor allem D. A. Hollingers <em>Science, Jews, and Secular Culture: Studies in Mid-20th Century American Intellectual History</em> (1996) und Carl Deglers <em>In Search of Human Nature: The Decline and Revival of Darwinism in American Social Thought</em> (1991).</p>
<p>Der Aufstieg solch einer volksentfremdeten Elite ist kaum eine unvermeidliche Konsequenz der Modernisierung oder irgendeiner anderen Kraft, die mir bekannt ist. Solche volksentfremdete Managereliten sind einzigartig für europäische und europäischstämmige Gesellschaften. Solche Eliten findet man nirgendwo sonst auf der Welt, einschließlich hochentwickelter Nationen wie Japan und Israel oder der unentwickelten Nationen Afrikas und anderswo. Außerdem haben die betrachteten kulturellen Veränderungen auch in traditionell katholischen Ländern wie Frankreich und Italien stattgefunden, wo der Protestantismus kein Faktor gewesen ist. Insbesondere Frankreich ist sehr offen gegenüber nichteuropäischer Einwanderung gewesen, und sein intellektuelles Leben ist zutiefst von den in <em>CofC</em> behandelten Bewegungen beeinflußt worden. Umgekehrt gibt es viele Beispiele, wo der Protestantismus friedlich mit Nationalismus und Ethnozentrismus koexistiert oder sogar Begründungen für diese geliefert hat.</p>
<p>Die Entwicklung von Theorien dazu, warum westliche Kulturen solch einen fruchtbaren Boden für die in <em>CofC</em> behandelten Theorien und Bewegungen bieten, ist ein sehr nützliches Forschungsgebiet. Es ist lehrreich, sich anzusehen, wie Europäer in den Vereinigten Staaten sich selbst vor einem Jahrhundert sahen.<sup>6</sup> Amerikaner europäischer Abstammung hielten sich für einen Teil eines kulturellen und ethnischen Erbes, das in der Zeit zurückreichte bis zur Gründung des Landes. Das angelsächsische Erbe der Britischen Inseln stand im Zentrum dieses Selbstverständnisses, aber Amerikaner deutscher und skandinavischer Abstammung sahen sich auch als Teil dieses ethnischen und kulturellen Erbes. Sie empfanden eine Menge Stolz auf ihre Errungenschaften. Sie hatten ein riesiges Territorium erobert und ein hohes Maß an wirtschaftlichem Fortschritt erreicht. Sie sahen sich als Schöpfer einer Zivilisation mit einem starken moralischen Gewebe – ein Land von Bauern und Kleinunternehmern, das sich zu einer wirtschaftlichen Weltmacht entwickelt hatte. Sie glaubten, daß ihre Zivilisation ein Produkt ihrer eigenen einzigartigen Erfindungsgabe und Fertigkeiten war, und sie glaubten, daß sie nicht überleben würde, falls man andere Völker eine zu große Rolle darin spielen ließe. Sie sahen sich selbst als Träger positiver Persönlichkeitsmerkmale wie Mut angesichts von Ungemach, Selbständigkeit, Erfindungsreichtum, Originalität und <em>fair play</em> – genau die Tugenden, die es ihnen ermöglichten, die Wildnis zu erobern und sie in eine fortgeschrittene Zivilisation zu verwandeln.</p>
<p>Amerikaner an der Wende des 19. Jahrhunderts schauten in die Welt hinaus und sahen ihre eigene Gesellschaft als anderen überlegen. Sie sahen sich und andere europäische Gesellschaften den Lohn politischer und wirtschaftlicher Freiheit ernten, während der Rest der Welt litt, wie es seit unvordenklichen Zeiten gewesen war – den Despotismus Asiens, die Barbarei und Primitivität Afrikas und die wirtschaftliche und politische Rückständigkeit Rußlands und Osteuropas.</p>
<p>Sie sahen sich als Christen, und sie hielten das Christentum für einen wesentlichen Teil des sozialen Gewebes und ihrer Lebensart. Das Christentum wurde als grundlegend für die moralischen Fundamente der Gesellschaft gesehen, und jede Bedrohung des Christentums wurde als Bedrohung der Gesellschaft als Ganzes gesehen. Wenn diese Menschen auf ihre eigene Kindheit zurückschauten, sahen sie „eine einfache, sichere Welt allgemein akzeptierter Werte und Verhaltensweisen“ (Bendersky 2000, S. 6) – eine Welt kultureller und ethnischer Homogenität. Sie hatten ein starkes Gefühl des Familienstolzes und der regionalen Identifikation: Sie hatten tiefe Wurzeln in den Gegenden, in denen sie aufwuchsen. Für sie waren die USA keine marxistische Hölle des Krieges zwischen den sozialen Klassen. Stattdessen war es für sie eine Welt der Harmonie zwischen den gesellschaftlichen Klassen, in der die Leute an der Spitze ihre Positionen verdienten, aber ein gewisses Gefühl der sozialen Verpflichtung gegenüber den unteren Gesellschaftsschichten empfanden.</p>
<p>Die Frühzeit des 20. Jahrhunderts war auch die Hochwassermarke des Darwinismus in den Sozialwissenschaften. Es war zu dieser Zeit üblich zu denken, daß es wichtige Unterschiede zwischen den Rassen gab – daß Rassen sich in Intelligenz und moralischen Qualitäten unterschieden. Die Rassen unterschieden sich nicht nur, sondern sie standen auch untereinander im Konkurrenzkampf um die Vorherrschaft. Wie in <em>Separation and its Discontents</em> (MacDonald 1998a; dt. <em>Absonderung und ihr Unbehagen</em>) beschrieben, gehörten solche Ideen zum intellektuellen Leben – waren unter Juden genauso alltäglich wie unter Nichtjuden.</p>
<p>Diese Welt ist verschwunden. Der Aufstieg der jüdischen Macht und die Abschaffung der spezifisch europäischen Natur der USA sind die wahren Themen von <em>CofC</em>. Der Krieg zur Abschaffung der spezifisch europäischen Natur der Vereinigten Staaten wurde an mehreren Fronten geführt. Die hauptsächlichen Vorstöße des jüdischen Aktivismus gegen die europäische ethnische und kulturelle Hegemonie haben sich auf drei entscheidende Machtzentren in den Vereinigten Staaten konzentriert: die akademische Welt der Information in den Sozial- und Geisteswissenschaften, die politische Welt, in der die öffentliche Politik zu Einwanderung und anderen ethnischen Fragen entschieden wird, und die Massenmedien, wo „Sichtweisen“ der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die ersten beiden sind der Schwerpunkt von <em>CofC</em>.</p>
<p>Auf intellektueller Ebene führten jüdische Intellektuelle den Kampf gegen die Idee, daß es Rassen überhaupt gibt, und gegen die Idee, daß es zwischen den Rassen Unterschiede in Intelligenz oder Kulturniveau gibt, die in der Biologie wurzeln. Sie waren auch führend dabei, Amerika als einen Satz abstrakter Prinzipien zu definieren statt als ethnokulturelle Zivilisation. Auf der Ebene der Politik führten jüdische Organisationen den Drang zur Öffnung der Einwanderung für alle Völker der Welt an. Jüdische Organisationen spielten auch eine entscheidende Rolle bei der Förderung der Interessen anderer rassischer und ethnischer Minderheiten, und sie waren führend bei den juridischen und gesetzgeberischen Anstrengungen, das Christentum aus dem öffentlichen Raum zu entfernen.</p>
<p>Die erste Bastion der alten amerikanischen Kultur, die fallen sollte, waren die elitären akademischen Institutionen und besonders die Universitäten der Ivy League. Die Umwandlung des Lehrkörpers in den Sozial- und Geisteswissenschaften war in den 1950ern voll im Gange, und bis zu den frühen 1960ern war sie weitgehend abgeschlossen. Die neue Elite war sehr verschieden von der alten, die sie verdrängte. Der Unterschied war, daß sich die alte protestantische Elite nicht im Krieg mit dem Land befand, das sie dominierte. Die alte protestantische Elite war wohlhabender und gebildeter als die allgemeine Öffentlichkeit, aber sie hatte im Grunde dieselbe Lebenseinstellung. Sie sahen sich als Christen und als Europäer, und sie sahen keine Notwendigkeit, die Gesellschaft radikal zu ändern.</p>
<p>Die Dinge sind jetzt sehr anders. Seit den 1960ern ist eine feindselige Elite entstanden, die die intellektuelle und politische Debatte beherrscht. Es ist eine Elite, die die traditionellen Institutionen der euro-amerikanischen Kultur beinahe instinktiv verabscheut: ihre Religion, ihre Bräuche, ihre Umgangsformen und ihre sexuellen Einstellungen. In den Worten eines Kommentators: „Die heutige Elite verabscheut die Nation, die sie regiert“ (Gelernter 1997). Gute Beispiele sind Stephen Steinlights Kommentare zur Einwanderungsbeschränkung von 1924 – 1965 (siehe oben) und Joseph Benderskys <em>The „Jewish Threat“</em>, das im Jahr 2000 von Basic Books veröffentlicht wurde. Bendersky malt eine verschwundene Welt stolzer und selbstsicherer Europäer, die selbstbewußt entschlossen sind, die Kontrolle über die Vereinigten Staaten zu behalten. Des Autors Gefühl intellektueller und moralischer Überlegenheit und seine Verachtung gegenüber seinen nordeuropäischen Untersuchungsgegenständen triefen von jeder Seite. Das Buch ist eine triumphalistische Historie, geschrieben von einem Mitglied einer Gruppe, die die intellektuellen und politischen Kriege des 20. Jahrhunderts gewann.</p>
<p>Diese „feindselige Elite“ ist im Grunde eine jüdisch dominierte Elite, deren Ursprünge und Haupteinflußwege in <em>CofC</em> beschrieben werden. Das Entstehen dieser feindlichen Elite ist ein Aspekt ethnischer Konkurrenz zwischen Juden und Nichtjuden, und ihre Auswirkung wird ein langfristiger Niedergang der Hegemonie europäischer Völker in den Vereinigten Staaten und anderswo in der Welt sein.</p>
<p>Obwohl europäische Völker weniger zu Ethnozentrismus neigen und mehr zu moralischem Universalismus und Individualismus (siehe unten), ergaben sie sich nicht kampflos in ihre drohende kulturelle und demographische Zurückdrängung. Es gibt keinen Beweis für innere Selbstzerstörung der WASPs, aber ziemlich viele Beweise dafür, daß ihr aktiver Widerstand von den Bewegungen überwunden wurde, die ich in <em>CofC</em> behandle. Zum Beispiel zeigt Benderskys kürzlich (2000) erschienenes <em>The „Jewish Threat“</em>, daß es im Zeitraum vom Ersten Weltkrieg bis weit in den Kalten Krieg hinein unter Offizieren der U.S. Army starken Widerstand gegen das Schwinden der europäischen Hegemonie gab, und es zeigt, daß ähnliche Einstellungen zu dieser Zeit in der Öffentlichkeit weit verbreitet waren. Aber ihr Widerstand wurde durch das Dahinschwinden der intellektuellen Basis der europäischen ethnischen Hegemonie und durch politische Ereignisse wie das Einwanderungsgesetz von 1965 zunichte gemacht, die sie nicht kontrollieren konnten. Letztendlich wurde das Gesetz von 1965 verabschiedet, weil es als nichts weiter als eine moralische Geste beworben wurde, die keine langfristige Auswirkung auf das ethnische Gleichgewicht der Vereinigten Staaten haben würde. Für ihre aktivistischen Unterstützer jedoch, einschließlich der jüdischen Organisationen, die für ihre Verabschiedung entscheidend waren, war die Einwanderungsreform das, was sie immer gewesen war: ein Mechanismus zur Veränderung des ethnischen Gleichgewichts der Vereinigten Staaten (siehe Kapitel 7).</p>
<p>Daß die in <em>CofC</em> beschriebenen jüdischen Intellektuellen und politischen Funktionäre ihre nationalen bzw. ethnischen Loyalitäten nicht verloren, zeigt, daß es keinen allgemeinen Trend zur De-Ethnisierung gab. Die breiteren Trends zur De-Ethnisierung traten irgendwie unter den Europäern auf, verschonten aber die Juden, die allem Anschein nach weiterhin stark ihr ethnisches Heimatland Israel unterstützen und weiterhin ein starkes Gefühl ihres Volkstums haben – nun gestützt durch prominente Programme, um Juden zum Heiraten anderer Juden zu animieren. Mein Bericht würde davon profitieren, die Akzeptanz von Juden durch das protestantische Establishment nach dem Zweiten Weltkrieg zu diskutieren. Was ich jedoch soweit gesehen habe, deutet darauf hin, daß es bei den dramatischen Veränderungen in protestantischen Einstellungen genauso jüdische Einflüsse gab. Kürzlich ist mir John Murray Cuddihys Buch <em>No Offense: Civil Religion and Protestant Taste</em> (1978) zur Kenntnis gelangt. Das Kapitel über Reinhold Niebuhr ist besonders interessant, wenn man darüber nachdenkt, wie die Akzeptanz der Juden und des Judentums durch das WASP-Establishment nach dem Zweiten Weltkrieg zu erklären ist. Cuddihy konzentriert sich auf die Erhebung des Judaismus in den Status einer der „großen drei“ U.S.-Religionen bis zu dem Punkt, daß ein Rabbi die Amtseinführungszeremonie des Präsidenten leitet, obwohl die Juden annähernd 2 – 3 % der Bevölkerung ausmachen. Cuddihy behauptet, daß diese religiöse Oberfläche als Schutzfärbung diente und zu einer Art von Krypto-Judentum führte, bei dem jüdische ethnische Identitäten verdeckt wurden, um sie für die Goyim als zivilisiert erscheinen zu lassen. Als Teil dieses Vertrags anerkannte Niebuhr „den sturen Willen der Juden, als ein eigenes Volk zu leben“ – ein Eingeständnis eines bedeutenden protestantischen Führers, daß die Juden unter einem oberflächlichen religiösen Anstrich ein Volk bleiben durften.</p>
<p>Beide Seiten gaben bei diesem Handel etwas auf. Daß die Juden als Religion posierten, öffnete sie der Abtrünnigkeit in großem Maßstab durch Mischehen, bis zu dem Ausmaß, daß sie die Idee ernst nahmen, das Judentum sei dem Protestantismus verwandt, und in gewissem Ausmaß fand dies tatsächlich statt. Aber in jüngster Zeit haben die Juden die Zäune repariert. Es gibt einen starken Aufschwung bei traditionelleren Formen des Judaismus und eine offene Ablehnung von Mischehen selbst unter den liberalsten Flügeln des Judentums. Jüngste Richtlinien des Reformjudentums betonen die traditionellen Praktiken der Konversion, wie die Beschneidung, welche die Zahl von Konvertiten wahrscheinlich minimieren werden, und Proselytentum wird ausdrücklich abgelehnt.<sup>7</sup> Es scheint, daß konservative religiöse Formen des Judaismus in der Diaspora die Norm sein werden und daß es in der jüdischen Religiosität einen selbstbewußten ethnischen Aspekt geben wird.</p>
<p>Was die Protestanten aufgaben, war viel bedeutender, denn ich glaube, daß es ein mitwirkender Faktor bei den mehr oder weniger irreversiblen ethnischen Veränderungen in den Vereinigten Staaten und anderswo in der westlichen Welt gewesen ist. Das Judentum wurde bedingungslos als moderne Religion akzeptiert, obwohl es eine Bindung an seinen ethnischen Kern beibehielt. Es paßte sich äußerlich den religiösen Normen der Vereinigten Staaten an, aber es verfolgte auch weiterhin energisch seine ethnischen Interessen, besonders hinsichtlich Fragen, bei denen es einen beträchtlichen Konsens unter Juden gibt: Unterstützung für Israel und das Wohlergehen anderer Judengemeinschaften im Ausland, Einwanderung und Flüchtlingspolitik, Trennung von Kirche und Staat, Abtreibungsrechte und bürgerliche Freiheiten (Goldberg 1996, S. 5). Das Bemerkenswerte ist, daß eine wohlhabende, mächtige und hochtalentierte Volksgruppe mindestens 60 Jahre lang – seit Lindberghs unglückseliger Rede von 1941 in Des Moines &#8211; in der Lage war, ihre Interessen zu verfolgen, ohne daß jene Interessen jemals Gegenstand offener politischer Diskussion durch Gestalten des politischen Mainstream gewesen wären.</p>
<p>Ich vermute, daß Niebuhr dachte, er würde nur die Aussicht auf die Bekehrung von Juden aufgeben, aber die implizite Herabstufung des ethnischen Charakters des Judentums lieferte ein unschätzbares Mittel zur Förderung der jüdischen ethnischen Interessen in den Vereinigten Staaten. Die Herabstufung des ethnischen Aspekts des Judentums ermöglichte es den Juden im Grunde, den ethnischen Krieg zu gewinnen, ohne daß irgend jemand überhaupt anerkennen konnte, daß es ein ethnischer Krieg war. Zum Beispiel wurden die Juden während der Einwanderungsdebatten der 1940er &#8211; 1960er von sich selbst und anderen als „Menschen jüdischen Glaubens“ beschrieben. Sie waren einfach eine weitere Religion in einer offiziell religiös pluralistischen Gesellschaft, und ein Teil des jüdischen Posierens bestand in einem Anspruch auf eine einzigartige universalistische moralisch-religiöse Vision, die nur durch Inkraftsetzung von Gesetzen erreicht werden konnte, welche tatsächlich ihre partikularistischen ethnischen Ziele förderten. Die von jüdischen Aktivisten geförderte universalistische, moralisch-religiöse Vision lief in Wirklichkeit darauf hinaus, die Protestanten bei ihrem eigenen Wort zu nehmen – indem sie darauf bestanden, daß die Protestanten auch noch das letzte Fitzelchen ethnischer Identität aufgaben, während die Juden die ihre implizit behalten durften, wenn sie nur versprachen, sich zivilisiert zu benehmen.</p>
<p>Der von Cuddihy gelieferte Beweis deutet darauf hin, daß Niebuhr vom jüdischen Milieu New Yorks dahingehend sozialisiert wurde, die Positionen einzunehmen, die er hatte – daß seine Position als bedeutender Sprecher der Protestanten durch Allianzen ermöglicht wurde, die er mit Juden schloß, und weil seine Schriften gut zum jüdischen Milieu der intellektuellen Zirkel New Yorks paßten. Niebuhrs Verhalten ist daher mehr ein Hinweis auf die jüdische Macht und die Fähigkeit von Juden zur Rekrutierung von mit ihrer Sache sympathisierenden Nichtjuden als ein Hinweis auf protestantische Selbstzerstörung. Die Bedeutung der jüdischen Macht in intellektuellen Kreisen in New York zur Zeit von Niebuhrs Erklärungen ist nicht zu unterschätzen (siehe <em>CofC</em> an verschiedenen Stellen). Zum Beispiel bemerkte Leslie Fiedler (1948, S. 873): „Der von New York aus den Provinzen angezogene Schriftsteller fühlt… sich als Hinterwäldler, versucht sich anzupassen; und die Beinahe-Parodie des Judentums, die vom nichtjüdischen Schriftsteller in New York erreicht wird, ist ein seltsames und wesentliches Zeugnis unserer Zeit.“<sup>8</sup></p>
<p align="center"><strong>DIE EVOLUTIONÄREN URSPRÜNGE DES EUROPÄISCHEN INDIVIDUALISMUS</strong></p>
<p>Obwohl es viele Beweise dafür gibt, daß die Europäer im frühen bis mittleren 20. Jahrhundert eine beherzte Verteidigung ihrer kulturellen und ethnischen Hegemonie aufboten, erhebt ihr schneller Niedergang die Frage: Welche kulturellen oder ethnischen Eigenschaften der Europäer machten sie empfänglich für die intellektuellen und politischen Bewegungen, die in <em>CofC</em> beschrieben werden? Die Diskussion in <em>CofC</em> konzentrierte sich hauptsächlich auf eine behauptete Verknüpfung von Individualismus, relativem Mangel an Ethnozentrismus und damit einhergehendem moralischem Universalismus – alles Wesenszüge, die dem Judentum fremd sind. An mehreren Stellen in allen dreien meiner Bücher über das Judentum entwickle ich die Ansicht, daß Europäer relativ weniger ethnozentrisch sind als andere Völker und relativ mehr zum Individualismus neigen, im Gegensatz zu den ethnozentrischen kollektivistischen Gesellschaftsstrukturen, die für andere Menschengruppen viel charakteristischer sind, einschließlich – was für diese Diskussion relevant ist – jüdischer Gruppen. Ich aktualisiere und erweitere diese Ideen hier.</p>
<p>Die Grundidee ist die, daß europäische Gruppen sehr anfällig sind für das Eindringen stark kollektivistischer, ethnozentrischer Gruppen, weil Individualisten eine weniger starke Abwehr gegen solche Gruppen haben. Der Konkurrenzvorteil geschlossener, kooperierender Gruppen ist offensichtlich und ein Thema, das in meiner gesamten Trilogie über das Judentum immer wiederkehrt. Dieses Szenario impliziert, daß europäische Völker mehr zu Individualismus neigen. Individualistische Kulturen zeigen wenig emotionale Bindungen an Eigengruppen. Persönliche Ziele haben Priorität, und sie Sozialisierung betont die Wichtigkeit von Selbständigkeit, Unabhängigkeit, individueller Verantwortung und „Selbstfindung“ (Triandis 1991, S. 82). Individualisten haben positivere Einstellungen zu Fremden und Mitgliedern von Fremdgruppen und verhalten sich Fremden gegenüber mit höherer Wahrscheinlichkeit in sozialer und altruistischer Weise. Menschen in individualistischen Kulturen sind sich der Grenzen zwischen Eigengruppe und Fremdgruppe weniger bewußt und haben daher keine stark negativen Einstellungen zu Mitgliedern von Fremdgruppen. Sie sind oft nicht mit der Politik der Eigengruppe einverstanden, zeigen wenig emotionale Bindung oder Loyalität zu Eigengruppen und haben kein Gefühl eines gemeinsamen Schicksals mit anderen Mitgliedern der Eigengruppe. Opposition zu Fremdgruppen kommt in individualistischen Gesellschaften vor, aber die Opposition ist „rationaler“ in dem Sinne, daß es weniger Tendenz gibt anzunehmen, daß alle Mitglieder der Fremdgruppe schuldhaft sind. Individualisten bilden schwache Bindungen an viele Gruppen, während Kollektivisten eine intensive Bindung und Identifizierung mit ein paar wenigen Eigengruppen haben (Triandis 1990, S. 61). Individualisten sind daher relativ schlecht auf Konkurrenz zwischen Gruppen vorbereitet, die für die Geschichte des Judentums so charakteristisch ist.</p>
<p>Geschichtlich ist das Judentum weit ethnozentrischer und kollektivistischer gewesen als typische westliche Gesellschaften. Ich bringe dieses Argument in <em>Separation and Its Discontents</em> (MacDonald 1998a; Kapitel 1) und besonders in <em>A People That Shall Dwell Alone</em> (MacDonald 1994; Kapitel 8), wo ich anrege, daß die Europäer im Laufe ihrer jüngeren Evolution weniger der natürlichen Selektion zwischen Gruppen ausgesetzt waren als Juden und andere nahöstliche Populationen. Dies wurde ursprünglich von Fritz Lenz (1931, S. 657) vorgeschlagen, der meinte, daß die nordischen Völker sich wegen der rauhen Umwelt der Eiszeit in kleinen Gruppen entwickelten und eher eine Tendenz zu sozialer Isolation haben als zu geschlossenen Gruppen. Diese Sichtweise würde nicht bedeuten, daß den Nordeuropäern kollektivistische Mechanismen für Gruppenkonkurrenz fehlen, sondern nur daß diese Mechanismen vergleichsweise weniger entwickelt sind und/oder ein höheres Maß an Gruppenkonflikt erfordern, damit sie zum Vorschein kommen.</p>
<p>Diese Sichtweise ist konsistent mit der ökologischen Theorie. Unter ökologisch widrigen Umständen werden die Anpassungen mehr darauf gerichtet, der widrigen physischen Umwelt gewachsen zu sein, als auf das Konkurrieren mit anderen Gruppen (Southwood 1977, S. 1981), und in solch einer Umwelt gäbe es weniger Selektionsdruck in Richtung ausgedehnter Verwandtschaftsnetzwerke und stark kollektivistischer Gruppen. Evolutionäre Konzepte des Ethnozentrismus betonen die Nützlichkeit des Ethnozentrismus bei der Konkurrenz zwischen Gruppen. Ethnozentrismus hätte somit gar keine Bedeutung bei der Bekämpfung der physischen Umwelt, und solch eine Umwelt würde keine großen Gruppen tragen.</p>
<p>Europäische Gruppen sind Teil dessen, was Burton et al. (1996) das nordeurasische und zirkumpolare Kulturgebiet nennen.<sup>9</sup> Dieses Kulturgebiet ging aus Jägern und Sammlern hervor, die an kalte, ökologisch widrige Klimate angepaßt waren. In solchen Klimaten gibt es einen Druck in Richtung Versorgung der Familie durch den Mann und eine Tendenz zu Monogamie, weil die Ökologie weder Polygynie noch große Gruppen über einen evolutionär bedeutsamen Zeitraum trug. Diese Kulturen sind durch bilaterale Verwandtschaftsbeziehungen charakterisiert, die sowohl die männliche als auch die weibliche Linie anerkennen, was auf einen gleicheren Beitrag jedes Geschlechts hindeutet, als man unter Bedingungen der Monogamie erwarten würde. Es gibt auch weniger Betonung erweiterter Verwandtschaftsbeziehungen, und die Heirat tendiert zur Exogamie (d. h. außerhalb der Verwandtschaftsgruppe). Wie unten besprochen, sind all diese Charakteristika das Gegenteil dessen, was man bei Juden findet.</p>
<p>Die historische Beweislage zeigt, daß die Europäer, und besonders die Nordwesteuropäer, relativ schnell erweiterte Verwandtschaftsnetzwerke und kollektivistische Gesellschaftsstrukturen aufgaben, als ihre Interessen durch das Aufkommen starker zentralisierter Regierungen geschützt wurden. Es gibt in der Tat auf der ganzen Welt eine allgemeine Tendenz zu einem Schwinden erweiterter Verwandtschaftsnetzwerke bei Aufstieg einer zentralen Autorität (Alexander 1979; Goldschmidt &amp; Kunkel 1971; Stone 1977). Aber im Falle Nordwesteuropas ließ diese Tendenz schnell den Typus des einzigartig westeuropäischen „einfachen Haushalts“ entstehen, lange vor der industriellen Revolution. Der Typus des einfachen Haushalts beruht auf einem einzelnen verheirateten Paar und dessen Kindern. Er steht in Kontrast zu der verbundenen Familienstruktur, die für den Rest Eurasiens typisch ist, bei der der Haushalt aus zwei oder mehr verwandten Paaren besteht, typischerweise Brüdern und deren Ehefrauen und anderen Mitgliedern der erweiterten Familie (Hajnal 1983). Ein Beispiel für den verbundenen Haushalt wären die Familien der im Alten Testament beschriebenen Patriarchen; siehe MacDonald 1994, Kap. 3. Vor der industriellen Revolution war das System des einfachen Haushalts von Methoden charakterisiert, unverheiratete junge Leute als Diener zu beschäftigen. Es waren nicht nur die Kinder der Armen und Landlosen, die Diener wurden, sondern sogar große, erfolgreiche Bauern schickten ihre Kinder anderswohin, um Diener zu werden. Im 17. und 18. Jahrhundert nahmen Individuen oft am Anfang ihrer Ehe Diener auf, bevor ihre eigenen Kinder mithelfen konnten, und reichten ihre Kinder an andere weiter, wenn die Kinder älter waren und es mehr als genug Hilfe gab (Stone 1977).</p>
<p>Dies deutet auf eine tief verwurzelte kulturelle Praxis hin, die ein hohes Maß an nicht auf Verwandtschaft beruhender Gegenseitigkeit zur Folge hatte. Diese Praxis läßt auch einen relativen Mangel an Ethnozentrismus erkennen, weil die Menschen Nichtverwandte als Haushaltsmitglieder aufnehmen, wohingegen die Menschen im Rest Eurasiens dazu neigen, sich mit biologisch Verwandten zu umgeben. Einfach ausgedrückt, war genetische Verwandtschaft in Europa und besonders in den nordischen Gebieten Europas weniger wichtig. Das einzigartige Merkmal des Systems der einfachen Haushalte war der hohe Prozentanteil von Nichtverwandten. Anders als im Rest Eurasiens waren die vorindustriellen Gesellschaften des nordwestlichen Europas nicht um erweiterte Verwandtschaftsbeziehungen organisiert, und es ist leicht zu erkennen, daß sie für die industrielle Revolution und die moderne Welt im Allgemeinen bereits vorweg angepaßt waren.<sup>10</sup></p>
<p>Dieses System der einfachen Haushalte ist ein grundlegendes Merkmal der individualistischen Kultur. Die individualistische Familie war in der Lage, ihre Interessen befreit von den Verpflichtungen und Einschränkungen der erweiterten Verwandtschaftsbeziehungen und frei vom erstickenden Kollektivismus der Sozialstrukturen zu verfolgen, die für so viel vom Rest der Welt typisch sind. Die auf individueller Einwilligung und ehelicher Zuneigung beruhende monogame Ehe ersetzte schnell die auf Verwandtschaft und Familienstrategie beruhende Ehe. (Siehe Kapitel 4 und 8 bezüglich einer Diskussion der größeren Neigung von Westeuropäern zu Monogamie und zu auf Gefährtenschaft und Zuneigung statt auf Polygynie und kollektivistischen Mechanismen der Sozialkontrolle und Familienstrategie beruhender Ehe.)</p>
<p>Diese relativ größere Neigung zur Bildung eines einfachen Haushaltstyps könnte sehr gut ethnisch begründet sein. Während der vorindustriellen Zeit kam dieses Haushaltssystem nur im nordischen Europa vor: Der Typ des einfachen Haushalts beruhte auf einem einzelnen verheirateten Paar und dessen Kindern und charakterisierte Skandinavien (außer Finnland), die britischen Inseln, die Niederlande, deutschsprachige Gebiete und Nordfrankreich. Innerhalb Frankreich kam der einfache Haushalt in Gebieten vor, die von den germanischen Völkern bewohnt wurden, die nordöstlich der von Saint Malo am Ärmelkanal nach Genf in der französischsprachigen Schweiz verlaufenden „ewigen Linie“ lebten (Ladurie 1986). Dieses Gebiet entwickelte Landwirtschaft in großem Maßstab, die in der Lage war, die wachsenden Ortschaften und Städte zu ernähren und das vor der landwirtschaftlichen Revolution des 18. Jahrhunderts auch taten. Es wurde unterstützt von einem breiten Spektrum geschickter Handwerker in den Ortschaften und von einer großen Klasse mittelgroßer Bauern, die „Pferde, Kupferschüsseln, Glaspokale und oft Schuhe besaßen; ihre Kinder hatten fette Wangen und breite Schultern, und ihre Babies trugen winzige Schuhe. Keines dieser Kinder hatte die geschwollenen Bäuche der Rachitischen aus der Dritten Welt“ (Ladurie 1986, S. 340). Der Nordosten wurde zum Zentrum der französischen Industrialisierung und des französischen Welthandels.</p>
<p>Der Nordosten unterschied sich vom Südwesten auch im Alphabetisierungsgrad. Während die Alphabetisierungsrate Frankreichs als Ganzes im 19. Jahrhundert annähernd 50 % betrug, war die Rate im Nordosten nahe an 100 %, und Unterschiede gab es mindestens seit dem 17. Jahrhundert. Außerdem gab es einen ausgeprägten Unterschied in der Statur, wobei die Nordostler in einer Stichprobe von Rekruten des Militärs im 18. Jahrhundert um fast 2 cm größer waren. Ladurie merkt an, daß der Unterschied in der Gesamtbevölkerung wahrscheinlich größer war, weil die Armee viele der kleinwüchsigeren Männer aus dem Südwesten nicht akzeptierte. Zusätzlich haben Laslett (1983) und andere Familienhistoriker angemerkt, daß der Trend zur wirtschaftlich unabhängigen Kernfamilie im Norden ausgeprägter war, während es eine Tendenz zu Verbundfamilien gab, je weiter man nach Süden und Osten ging.</p>
<p>Diese Befunde sind kompatibel mit der Interpretation, daß ethnische Unterschiede ein Faktor sind, der zur geographischen Variation bei den Familienformen innerhalb Europas beiträgt. Die Befunde deuten darauf hin, daß die germanischen Völker wegen der natürlichen Selektion, die in einer ausgedehnten ressourcenbegrenzten Periode ihrer Evolution im Norden Europas auftrat, eine größere biologische Tendenz zu einer Reihe von Wesenszügen hatten, die sie für den Individualismus prädisponierten – einschließlich einer größeren Tendenz zum einfachen Haushalt. Ähnliche Tendenzen in Richtung Exogamie, Monogamie, Individualismus und relativ geringer Bedeutung der erweiterten Familie waren auch charakteristisch für die römische Zivilisation (MacDonald 1990), was wiederum auf eine ethnische Tendenz hinweist, die die westlichen Kulturen allgemein durchzieht.</p>
<p>Aktuelle Daten deuten an, daß an die 80 % der europäischen Gene von Menschen stammen, die vor 30.000 – 40.000 Jahren in Europa siedelten und daher die Eiszeit überdauerten (Sykes 2001). Dies ist genügend Zeit, daß die widrige Ökologie des Nordens einen mächtigen formenden Einfluß auf die psychologischen und kulturellen Tendenzen der Europäer haben konnte. Diese europäischen Gruppen wurden weniger zu erweiterten Verwandtschaftsgruppen hingezogen, sodaß, als sich der Kontext mit dem Aufstieg mächtiger Zentralregierungen änderte, die individuelle Interessen garantieren konnten, die einfache Haushaltsstruktur schnell dominant wurde. Diese einfache Familienstruktur wurde relativ leicht übernommen, weil die Europäer bereits relativ starke psychologische Veranlagungen in Richtung der einfachen Familie hatten, die aus ihrer ausgedehnten Evolutionsgeschichte im Norden Europas resultierten.</p>
<p>Obwohl diese Unterschiede innerhalb des westeuropäischen Systems wichtig sind, widerlegen sie nicht den allgemeinen Unterschied zwischen Westeuropa und dem Rest Eurasiens. Obwohl der Trend hin zu einfachen Haushalten zuerst im Nordwesten Europas auftrat, verbreitete er sich relativ schnell in allen westeuropäischen Ländern.</p>
<p>Die Etablierung des von der Verwicklung in die weitere Verwandtengemeinschaft befreiten einfachen Haushalts wurde dann in kurzer Zeit von all den anderen Kennzeichen der westlichen Modernisierung gefolgt: begrenzte Regierungen, in denen Individuen Rechte gegen den Staat haben, kapitalistische Wirtschaftsunternehmen, die auf individuellen wirtschaftlichen Rechten beruhen, moralischer Universalismus, und Wissenschaft als individualistische Wahrheitssuche.</p>
<p>Individualistische Gesellschaften entwickeln republikanische politische Institutionen und Institutionen der wissenschaftlichen Forschung, die annehmen, daß Gruppen maximal durchlässig sind und stark der Abtrünnigkeit ausgesetzt, wenn individuelle Bedürfnisse nicht erfüllt werden.</p>
<p>Jüngste Forschungen von Evolutionsökonomen bieten faszinierende Einsichten in die Unterschiede zwischen individualistischen und kollektivistischen Kulturen. Ein wichtiger Aspekt dieser Forschung ist die Erstellung eines Modells der Entwicklung der Kooperation unter individualistischen Völkern. Fehr und Gächter (2002) fanden heraus, daß die Menschen Abtrünnige in einem „Einmal“-Spiel in altruistischer Weise bestrafen – einem Spiel, bei dem die Teilnehmer nur einmal miteinander interagieren und daher nicht vom Ruf der Leute beeinflußt werden, mit denen sie interagieren. Diese Situation modelliert daher eine individualistische Kultur, weil die Teilnehmer Fremde ohne verwandtschaftliche Bindungen sind. Das überraschende Ergebnis war, daß die Versuchspersonen, die hohe Spenden für öffentliche Güter gaben, dazu neigten, diejenigen zu bestrafen, die das nicht taten, obwohl sie keinen Vorteil davon hatten. Außerdem änderten die bestraften Individuen ihr Verhalten und spendeten in zukünftigen Spielen mehr, obwohl sie wußten, daß die Teilnehmer in den späteren Runden nicht dieselben waren wie in den vorherigen Runden. Fehr und Gächter meinen, daß Menschen aus individualistischen Kulturen eine entwickelte negative emotionale Reaktion auf Trittbrettfahrer haben, die zur Folge hat, daß sie solche Leute bestrafen, auch wenn es sie selbst etwas kostet – daher der Ausdruck „altruistische Bestrafung“.</p>
<p>Im Grunde liefern Fehr und Gächter ein Modell für die Entwicklung der Kooperation unter individualistischen Völkern. Ihre Resultate sind auf individualistische Gruppen am meisten anwendbar, weil solche Gruppen nicht auf erweiterten Verwandtschaftsbeziehungen beruhen und daher mehr zur Abtrünnigkeit neigen. Im Allgemeinen findet man ein hohes Maß an altruistischer Bestrafung mit größerer Wahrscheinlichkeit unter individualistischen Gesellschaften von Jägern und Sammlern als in auf Verwandtschaft beruhenden Gesellschaften, die sich auf die erweiterte Familie stützen. Die Resultate sind am wenigsten auf Gruppen wie jüdische Gruppen oder andere stark kollektivistische Gruppen anwendbar, die in traditionellen Gesellschaften auf erweiterten Verwandtschaftsbeziehungen, bekannten Sippenverbindungen und wiederholten Interaktionen zwischen Mitgliedern beruhten. In solchen Situationen kennen die Akteure die Menschen, mit denen sie kooperieren, und erwarten zukünftige Kooperation, weil sie in erweiterte Verwandtschaftsnetzwerke verwoben sind, oder, wie im Fall der Juden, zur selben Gruppe gehören.</p>
<p>In ähnlicher Weise erhält im Ultimatumsspiel eine Versuchsperson (der „Vorschlagende“) eine Geldsumme zugeteilt, die zwei Tageslöhnen entspricht, und muß einer zweiten Person (dem „Befragten“) ein Angebot machen. Der Befragte kann das Angebot dann akzeptieren oder ablehnen, und falls das Angebot abgelehnt wird, gewinnt keiner der Spieler etwas. Wie im vorher beschriebenen Spiel mit den öffentlichen Gütern soll das Spiel ökonomische Interaktionen zwischen Fremden modellieren, daher sind die Spieler anonym. Henrich et al. (2001) fanden heraus, daß zwei Variablen, der Lohn für Kooperation und das Ausmaß des Marktaustauschs, die Angebote und Ablehnungen in dem Spiel vorhersagen ließen. In Gesellschaften mit einer Betonung auf Kooperation und Marktaustausch gab es die höchsten Angebote – Resultate, die als Widerspiegelung der Tatsache interpretiert werden, daß sie ausgiebige Erfahrung mit dem Prinzip der Kooperation und des Teilens mit Fremden hatten. Dies sind individualistische Gesellschaften. Auf der anderen Seite machten Testpersonen aus Gesellschaften, in denen alle Interaktionen unter Familienmitgliedern stattfinden, in dem Ultimatumsspiel niedrige Angebote und trugen unter ähnlich anonymen Bedingungen geringe Beträge zu öffentlichen Gütern bei.</p>
<p>Europäer sind somit genau die Art von Gruppen, die von Fehr und Gächter und Henrich et al. modelliert wurden: Sie sind Gruppen mit einem hohen Maß an Kooperation mit Fremden statt mit Mitgliedern der erweiterten Familie, und sie neigen zu Marktbeziehungen und Individualismus. Auf der anderen Seite entstammt die jüdische Kultur dem Mittel-Altweltlichen Kulturgebiet, das von erweiterten Verwandtschaftsnetzwerken und der erweiterten Familie charakterisiert wird. Solche Kulturen neigen zu Beziehungen zwischen Eigengruppe und Fremdgruppen, bei denen Kooperation wiederholte Interaktionen mit Mitgliedern der Eigengruppe beinhaltet und die Eigengruppe aus Mitgliedern der erweiterten Familie besteht.</p>
<p>Dies weist auf die faszinierende Möglichkeit hin, daß der Schlüssel für eine Gruppe, die die Europäer dazu bringen will, sich gegeneinander zu wenden, darin besteht, ihre starke Tendenz zu altruistischer Bestrafung zu aktivieren, indem man sie davon überzeugt, daß ihre eigene Gruppe böse ist. Weil Europäer in ihrem Innersten Individualisten sind, erheben sie sich bereitwillig in moralischem Zorn gegen ihre eigenen Leute, sobald diese als Trittbrettfahrer und somit als moralisch tadelnswert gesehen werden – eine Manifestation ihrer viel stärkeren Tendenz zu altruistischer Bestrafung, die von ihrer evolutionären Vergangenheit als Jäger und Sammler herrührt. Bei Urteilen hinsichtlich altruistischer Bestrafung ist die relative genetische Distanz irrelevant. Trittbrettfahrer werden als Fremde in einer Marktsituation gesehen, d. h. sie haben keine familiäre oder Stammesverbindung zum altruistischen Bestrafer.</p>
<p>Von daher also die gegenwärtige altruistische Bestrafung, die für die zeitgenössische westliche Zivilisation so charakteristisch ist: Sobald die Europäer davon überzeugt waren, daß ihr eigenes Volk moralisch bankrott war, sollten alle Mittel der Bestrafung gegen ihr eigenes Volk eingesetzt werden. Statt andere Europäer als Teil einer umfassenden ethnischen und Stammesgemeinschaft zu sehen, wurden Mit-Europäer als moralisch tadelnswert und als geeignete Ziele für altruistische Bestrafung gesehen. Für Westler ist Moral individualistisch – Verletzungen gemeinschaftlicher Normen durch Trittbrettfahrer werden durch altruistische Aggression bestraft.</p>
<p>Auf der anderen Seite sind Gruppenstrategien, die kollektivistischen Kulturen entstammen, wie die der Juden, gegen solch ein Manöver immun, weil Verwandtschafts- und Gruppenbindungen an erster Stelle kommen. Moral ist partikularistisch – alles, was gut für die Gruppe ist. Es gibt keine Tradition der altruistischen Bestrafung, weil die Evolutionsgeschichte dieser Gruppen sich um Kooperation unter engen Verwandten zentriert, nicht unter Fremden (siehe unten).</p>
<p>Die beste Strategie für eine kollektivistische Gruppe wie die Juden zur Vernichtung der Europäer besteht daher darin, die Europäer von ihrem eigenen moralischen Bankrott zu überzeugen. Ein Hauptthema von <em>CofC</em> ist, daß dies genau das ist, was jüdische intellektuelle Bewegungen getan haben. Sie haben das Judentum als der europäischen Zivilisation moralisch überlegen präsentiert und die europäische Zivilisation als moralisch bankrott und als angemessenes Ziel für altruistische Bestrafung. Die Konsequenz davon ist, daß die Europäer, sobald sie von ihrer eigenen moralischen Verderbtheit überzeugt sind, ihr eigenes Volk in einem Anfall altruistischer Bestrafung zerstören werden. Die allgemeine Demontierung der Kultur im Westen und schließlich ihr Untergang als etwas, das einer ethnischen Einheit auch nur ähnelt, werden als Folge eines moralischen Ansturms stattfinden, der einen Taumel altruistischer Bestrafung ausgelöst hat. Deshalb also die intensive Anstrengung jüdischer Intellektueller, die Ideologie der moralischen Überlegenheit des Judentums und dessen Rolle als unverdientes historisches Opfer fortbestehen zu lassen, während gleichzeitig der Ansturm gegen die moralische Legitimität des Westens fortgesetzt wird.</p>
<p>Individualistische Gesellschaften sind daher eine ideale Umgebung für den Judaismus als stark kollektivistische, gruppenorientierte Strategie. Tatsächlich ist es ein Hauptthema von Kapitel 5, daß die Frankfurter Schule für Sozialforschung radikalen Individualismus unter Nichtjuden befürwortete, während sie gleichzeitig ihre eigene starke Gruppenloyalität zum Judentum beibehielten. Juden profitieren von offenen, individualistischen Gesellschaften, in denen Barrieren gegen Aufwärtsmobilität entfernt sind, in denen Menschen als Individuen gesehen werden statt als Mitglieder von Gruppen, in denen der intellektuelle Diskurs nicht von Institutionen wie der katholischen Kirche verordnet wird, die nicht von Juden dominiert werden, und in denen Mechanismen der altruistischen Bestrafung ausgenützt werden können, um die europäische Mehrheit zu spalten. Dies ist auch der Grund, warum nahöstliche Gesellschaften, abgesehen von Perioden, in denen Juden als Mittelsmänner zwischen fremden Eliten und einheimischen Populationen dienten, viel effizienter als westliche Gesellschaften darin waren, die Juden in einer machtlosen Position zu halten, wo sie keine konkurrierende Bedrohung darstellten (siehe MacDonald 1998a, Kap. 2).</p>
<p align="center"><strong>DIE EVOLUTIONÄREN URSPRÜNGE DES JÜDISCHEN KOLLEKTIVISMUS UND ETHNOZENTRISMUS</strong></p>
<p>Die Juden stammen aus dem Kulturgebiet der Mittleren Alten Welt<sup>11</sup> und bewahren mehrere der entscheidenden kulturellen Wesenszüge ihrer Ahnenpopulation. Die Kultur der Mittleren Alten Welt wird von erweiterten Verwandtschaftsgruppen charakterisiert, die auf Verwandtschaft über die männliche (patrilineale) Linie beruht anstelle der bilateralen Beziehungen, die für Europäer charakteristisch sind. Diese männlich dominierten Gruppen funktionierten als militärische Einheiten zum Schutz der Herden, und Konflikt zwischen Gruppen ist ein viel bedeutenderer Bestandteil ihrer Evolutionsgeschichte. Es gibt einen großen Druck zur Bildung größerer Gruppen, um die militärische Stärke zu erhöhen, und das geschieht teilweise durch Erwerb zusätzlicher Frauen mittels Brautkauf.<sup>12</sup> (Brautkauf beinhaltet die Übertragung von Ressourcen im Tausch für Heiratsrecht an einer Frau, wie es im Alten Testament von den Ehen Abrahams und Isaaks geschildert wird.) Als Folge davon ist Polygynie statt der für die europäische Kultur charakteristischen Monogamie die Norm. Ein weiterer Gegensatz ist, daß traditionelle jüdische Gruppen im Grunde erweiterte Familien mit einem hohen Maß an Endogamie (d. h. Heirat innerhalb der Verwandtschaftsgruppe) und Blutsverwandtenehe waren, einschließlich der im Alten Testament gestatteten Ehe zwischen Onkel und Nichte. Dies ist das genaue Gegenteil der westeuropäischen Tendenzen in Richtung Exogamie. (Siehe MacDonald 1994, Kap. 3 und 8 bezüglich einer Behandlung jüdischer Tendenzen zu Polygynie, Endogamie und Blutsverwandtenehe.) Die Tabelle 1 stellt europäische und jüdische kulturelle Charakteristika einander gegenüber.<sup>13</sup></p>
<p><strong>Tabelle 1: Gegensätze zwischen europäischen und jüdischen Kulturformen</strong></p>
<p>                                           <strong>Eur. kultureller Ursprung</strong>             <strong>Jüd. kultureller Ursprung</strong></p>
<p><strong>Evolutionsgeschichte:             </strong>Nördliche Jäger und Sammler            Nahöstliche Hirten</p>
<p><strong>Verwandtschaftssystem:</strong>      Bilateral<strong>;</strong> schwach patrizentrisch       Unilineal; stark patrizentrisch</p>
<p><strong>Familiensystem:</strong>                  Einfacher Haushalt                          Erweiterte Familie;</p>
<p>                                                                                            Verbundhaushalt</p>
<p><strong>Ehepraktiken:</strong>                      Exogam                                   Endogam; Blutsverwandtenehe;</p>
<p>                                          Monogam                                      Polygyn</p>
<p><strong>Ehepsychologie:</strong>                 kameradschaftlich;                        zweckorientiert;</p>
<p>                                        auf gegenseitiger Einwilligung          auf Familienstrategie und</p>
<p>                                         und Zuneigung beruhend                Kontrolle der</p>
<p>                                                                                          Verwandtschaftsgruppe                                 </p>
<p>                                                                                          beruhend</p>
<p><strong>Stellung der Frau:</strong>                Relativ hoch                                Relativ niedrig</p>
<p><strong>Gesellschaftsstruktur:</strong>         Individualistisch;                            Kollektivistisch;</p>
<p>                                         republikanisch;                              autoritär;</p>
<p>                                         demokratisch                                charismatische Führer</p>
<p><strong>Ethnozentrismus:                     </strong>Relativ niedrig                               Relativ hoch;          </p>
<p>                                                                                           „Hyperethnozentrismus“</p>
<p><strong>Xenophobie:</strong>                        Relativ niedrig                               Relativ hoch;</p>
<p>                                                                                            „Hyperxenophobie“</p>
<p><strong>Sozialisierung:</strong>                   Betont  Unabhängigkeit,                    Betont Identifikation mit der</p>
<p>                                       Selbständigkeit                                Eigengruppe, Verpflichtungen</p>
<p>                                                                                             gegenüber  </p>
<p>                                                                                            Verwandtschaftsgruppe</p>
<p><strong>Intellektuelle Haltung:</strong>        Vernunft; Wissenschaft            Dogmatismus; Unterwerfung unter</p>
<p>                                                                                    Autorität der Eigengruppe und</p>
<p>                                                                                     charismatische Führer</p>
<p><strong>Moralische Haltung:</strong>     Moralischer Universalismus;              Moralischer Partikularismus;</p>
<p>                                  Moral ist unabhängig von                  Moral an Eigengruppe /</p>
<p>                                  Gruppenzugehörigkeit                       Fremdgruppe orientiert;</p>
<p>                                                                                     „Gut ist, was gut für die Juden ist“</p>
<p>Während individualistische Gruppen eine Tendenz zur Trennung von der breiteren Gruppe aufweisen, haben Individuen in kollektivistischen Gesellschaften aufgrund der größeren Bedeutung von Gruppenkonflikten während ihrer Evolutionsgeschichte ein starkes Gefühl für Gruppenidentität und Gruppenabgrenzungen auf Basis genetischer Verwandtschaft. Nahöstliche Gesellschaften werden von Anthropologen als „segmentäre Gesellschaften“ charakterisiert, die in relativ undurchlässigen, auf Verwandtschaft beruhenden Gruppen organisiert sind (z. B. Coon 1958, S. 153; Eickelman 1981, S. 157 – 174). Gruppenabgrenzungen werden oft bestärkt durch äußere Kennzeichen wie Haartracht oder Kleidung, wie Juden das im Laufe ihrer Geschichte oft getan haben. Verschiedene Gruppen siedeln sich in verschiedenen Gebieten an, wo sie ihre Homogenität neben anderen homogenen Gruppen beibehalten. Beachten Sie Carleton Coons Beschreibung der nahöstlichen Gesellschaft (1958):</p>
<blockquote><p>Das Ideal dort war die Betonung nicht der Uniformität der Bürger eines Landes als Ganzem, sondern einer Uniformität innerhalb jedes besonderen Segmentes, und der größtmögliche Gegensatz zwischen den Segmenten. Die Mitglieder jeder ethnischen Einheit haben das Bedürfnis, sich nach irgendeiner Konfiguration von Symbolen zu identifizieren. Falls sie aufgrund ihrer Geschichte irgendeine rassische Eigenheit haben, betonen sie diese durch besondere Haarschnitte und dergleichen; in jedem Fall tragen sie charakteristische Kleidung und verhalten sich in charakteristischer Weise. (Coon 1958, S.153)</p></blockquote>
<p>Konflikte zwischen Gruppen lauerten oft gleich unter der Oberfläche dieser Gesellschaften. Zum Beispiel beschreibt Dumont (1982, S. 223) die Zunahme des Antisemitismus in der Türkei im späten 19. Jahrhundert infolge erhöhter Konkurrenz um Ressourcen. In vielen Städten lebten Juden, Christen und Moslems in einer Art oberflächlicher Harmonie, und lebten sogar in denselben Gebieten, „aber der kleinste Funke genügte, um die Zündschnur in Brand zu setzen“ (S. 222).</p>
<p>Juden liegen im Extrem dieser nahöstlichen Tendenz zu Hyperkollektivismus und Hyper-Ethnozentrismus – ein Phänomen, das viel von den chronischen Feindseligkeiten in diesem Gebiet erklärt. Ich gebe in meiner Trilogie viele Beispiele für jüdischen Hyper-Ethnozentrismus und habe an mehreren Stellen behauptet, daß der jüdische Hyper-Ethnozentrismus eine biologische Basis hat (MacDonald 1994, Kap. 8; 1998, Kap. 1). Es wurde oben erwähnt, daß individualistische europäische Kulturen dazu neigen, offener gegenüber Fremden zu sein als kollektivistische Kulturen wie das Judentum. In dieser Hinsicht ist es interessant, daß Entwicklungspsychologen bei israelischen Kleinkindern ungewöhnlich intensive Furchtreaktionen auf Fremde gefunden haben, während bei Kleinkindern aus Norddeutschland das gegenteilige Muster zu finden ist.<sup>14</sup> Die israelischen Kleinkinder wurden mit viel größerer Wahrscheinlichkeit als Reaktion auf Fremde „untröstlich aufgeregt“, wohingegen die norddeutschen Kleinkinder relativ geringe Reaktionen auf Fremde zeigten. Die israelischen Babies neigten daher zu einem ungewöhnlichen Grad an Fremdenangst, während die norddeutschen Babies das Gegenteil waren – Erkenntnisse, die zur Hypothese passen, daß Europäer und Juden sich auf der Skala der Xenophobie und des Ethnozentrismus an entgegengesetzten Enden befinden.</p>
<p>Ich liefere in meiner Trilogie über das Judentum viele Beispiele des jüdischen Hyper-Ethnozentrismus. Kürzlich bin ich durch das Thema des jüdischen Hyper-Ethnozentrismus in den Schriften von Israel Shahak sehr beeindruckt worden, ganz besonders im von ihm mitverfaßten <em>Jewish Fundamentalism in Israel</em> (Shahak &amp; Mezvinsky 1999). In ihrer Untersuchung der gegenwärtigen jüdischen Fundamentalisten und ihres Einflusses in Israel behaupten Shahak und Mezvinsky, daß die heutigen Fundamentalisten das Leben der jüdischen Gemeinschaften vor der Aufklärung (d. h. vor etwa 1750) wiederherstellen wollen. In dieser Zeit glaubte die große Mehrheit der Juden an die Kabbala – den jüdischen Mystizismus. Einflußreiche jüdische Gelehrte wie Gershon Scholem ignorierten das offenkundig rasseorientierte, exklusivistische Material in der Kabbala, indem er Worte wie „Menschen“, „menschliche Wesen“ und „kosmisch“ verwendete, um zu suggerieren, daß die Kabbala eine universalistische Botschaft hätte. Der wirkliche Text sagt, daß es Erlösung nur für Juden gibt, während Nichtjuden „satanische Seelen“ haben (S. 58).</p>
<p>Der in solchen Aussagen erkennbare Ethnozentrismus war nicht nur die Norm in der traditionellen jüdischen Gesellschaft, sondern bleibt eine starke Strömung des zeitgenössischen jüdischen Fundamentalismus, mit bedeutenden Implikationen für die israelische Politik. Zum Beispiel beschreibt der Lubawitscher Rebbe, Rabbi Menachem Mendel Schneerson, den Unterschied zwischen Juden und Nichtjuden:</p>
<blockquote><p>Wir haben keinen Fall einer tiefgreifenden Veränderung, bei der eine Person bloß auf oberflächlicher Ebene existiert. Vielmehr haben wir einen Fall… einer völlig unterschiedlichen Spezies… Der Körper eines Juden ist von völlig unterschiedlicher Qualität zum Körper [von Mitgliedern] aller Nationen der Welt… Der Unterschied der inneren Qualität [des Körpers]… ist so groß, daß man die Körper als völlig unterschiedliche Spezies betrachten würde. Dies ist der Grund, warum der Talmud besagt, daß es einen halachischen<sup>15</sup> Unterschied in der Einstellung zum Körper von Nichtjuden [im Gegensatz zu Körpern von Juden] gibt: „ihre Körper sind vergebens“… Einen noch größeren Unterschied gibt es hinsichtlich der Seele. Es gibt zwei gegensätzliche Arten von Seelen, eine nichtjüdische Seele kommt aus drei satanischen Sphären, während die jüdische Seele der Heiligkeit entstammt. (Bei Shahak &amp; Mezvinsky 1999, S. 59 – 60)</p></blockquote>
<p>Dieser Anspruch auf jüdische Einzigartigkeit echot die Behauptung des Holocaust-Aktivisten Elie Wiesel (1985, S. 153), daß „alles an uns anders ist.“ Juden sind „ontologisch“ außergewöhnlich.</p>
<p>Die Gush Emunim und andere von Shahak und Mezvinsky beschriebene fundamentalistische jüdische Sekten sind somit Teil einer etablierten jüdischen Tradition, die Juden und Nichtjuden als völlig verschiedene Spezies betrachtet, wobei Juden den Nichtjuden absolut überlegen sind und einem radikal verschiedenen moralischen Code unterliegen. Moralischer Universalismus ist daher der jüdischen Tradition entgegengesetzt.</p>
<p>Innerhalb Israels sind diese jüdischen Fundamentalistengruppen keine winzigen Randgruppen, bloße Relikte traditioneller jüdischer Kultur. Sie werden von der israelischen Öffentlichkeit und von vielen Juden in der Diaspora weithin respektiert. Sie haben einen großen Einfluß auf die Regierung, besonders auf die Likud-Regierungen und die jüngste, von Ariel Scharon geführte Regierung der nationalen Einheit. Die Mitglieder der Gush Emunim stellen einen bedeutenden Prozentanteil der Eliteeinheiten der israelischen Armee, und wie aufgrund der Hypothese, daß sie extrem ethnozentrisch sind, zu erwarten ist, sind sie viel eher als andere israelische Soldaten bereit, die Palästinenser in grausamer und brutaler Weise zu behandeln. Insgesamt machen die religiösen Parteien etwa 25 % der israelischen Wählerschaft aus (Shahak &amp; Mezvinsky 1999, S. 8) – ein Prozentsatz, der wegen ihrer hohen Fruchtbarkeit und weil intensivierte Probleme mit den Palästinensern andere Israelis tendenziell mehr mit ihrer Sache sympathisieren lassen, sicher steigen wird. Angesichts des fraktionierten Zustands der israelischen Politik und den zunehmenden Zahlen der religiösen Gruppen ist es unwahrscheinlich, daß zukünftige Regierungen ohne ihre Teilnahme gebildet werden können. Friede im Nahen Osten erscheint daher ohne eine völlige Kapitulation der Palästinenser unwahrscheinlich.</p>
<p>Hier geht es nicht so sehr um die Fundamentalisten im zeitgenössischen Israel, sondern darum, daß traditionelle jüdische Gemeinschaften intensiv ethnozentrisch und kollektivistisch waren – ein Hauptthema aller drei meiner Bücher über das Judentum. Ein Thema, das <em>CofC</em> durchzieht, ist, daß jüdische Intellektuelle und politische Aktivisten sich stark als Juden identifizierten und ihre Arbeit als Förderung spezifisch jüdischer Agenden sahen. Ihr Eintreten für intellektuelle und politische Anliegen, wenn auch oft in der Sprache des moralischen Universalismus geäußert, war in Wirklichkeit verkleideter moralischer Partikularismus.</p>
<p>Angesichts dessen, daß Ethnozentrismus weiterhin alle Segmente der jüdischen Gemeinschaft durchdringt, kann man die Befürwortung der De-Ethnisierung der Europäer – eine gemeinsame Geisteshaltung der Bewegungen, die ich behandle – am besten als strategischen Zug gegen Völker sehen, die als historische Feinde betrachtet werden. In Kapitel 8 von <em>CofC</em> lenkte ich die Aufmerksamkeit  auf eine lange Liste ähnlicher Doppelstandards, besonders hinsichtlich der von Israel verfolgten Politik versus der Politik, die jüdische Organisationen in der Vereinigten Staaten verfolgt haben. Wie durchgehend in <em>CofC</em> angemerkt, haben jüdische Vertreter, die sich an ein westliches Publikum richteten, eine Politik, die jüdische (partikularistische) Interessen befriedigt, in Begriffen der moralisch universalistischen Sprache beworben, die ein zentrales Merkmal des westlichen moralischen und intellektuellen Diskurses ist. Zu dieser Politik gehörte die Trennung von Kirche und Staat, Einstellungen gegenüber Multikulturalismus, und eine Einwanderungspolitik, die die dominanten ethnischen Gruppen begünstigt. Dieser Doppelstandard ist ziemlich weit verbreitet.<sup>16</sup></p>
<p>Ein Hauptthema von <em>CofC</em> ist, daß jüdische Organisationen eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der Idee spielten, daß die Vereinigten Staaten eine europäische Nation sein sollten. Trotzdem sind diese Organisationen starke Unterstützer Israels als Nation des jüdischen Volkes gewesen. Beachten Sie zum Beispiel eine Presseerklärung der ADL vom 28. Mai 1999:</p>
<blockquote><p>Die Anti-Defamation League (ADL) lobte heute die Verabschiedung umfassender Veränderungen in Deutschlands Einwanderungsgesetz, indem sie sagte, daß die Lockerung der einst rigorosen Einbürgerungsbedingungen „für ein Klima der Vielfalt und Akzeptanz sorgen wird. Es ist ermutigend zu sehen, wie der Pluralismus in einer Gesellschaft Wurzeln schlägt, die trotz ihrer starken Demokratie jahrzehntelang eine unnachgiebige Politik der Staatsbürgerschaft allein nach Blut oder Abstammung beibehalten hatte“, sagte Abraham H. Foxman, der Nationale Direktor der ADL. „Die Lockerung der Einwanderungsbedingungen ist besonders bedeutsam im Lichte von Deutschlands Geschichte des Holocaust und der Verfolgung von Juden und anderen Minderheitengruppen. Das neue Gesetz wird für ein Klima der Vielfalt und Akzeptanz in einer Nation mit einem schweren Erbe der Xenophobie sorgen, wo das Konzept des ‚wir gegen sie’ durch ein Prinzip der Staatsbürgerschaft für alle ersetzt werden wird.“<sup>17</sup></p></blockquote>
<p>Es gibt keine Erwähnung analoger Gesetze, die in Israel in Kraft sind und die Einwanderung auf Juden beschränken, und der langjährigen Politik der Ablehnung einer möglichen Repatriierung palästinensischer Flüchtlinge, die nach Israel oder in die besetzten Territorien zurückkehren möchten. Dem voraussichtlichen Wandel in der als charakteristisch für Deutschland unterstellten Einstellung „wir gegen sie“ wird applaudiert, , während die für Israel und die jüdische Kultur durch die ganze Geschichte hindurch charakteristische „wir gegen sie“-Einstellung unerwähnt bleibt. Kürzlich entschied das israelische Innenministerium, daß die neuen Einwanderer, die zum Judentum konvertiert sind, ihre nichtjüdischen Familienmitglieder nicht mehr ins Land bringen können werden. Es wird erwartet, daß die Entscheidung die Zahl der zur Einwanderung nach Israel Berechtigten halbieren wird.<sup>18</sup> Trotzdem sind jüdische Organisationen weiterhin starke Befürworter multiethnischer Einwanderung in die Vereinigten Staaten.<sup>19</sup> Dieser durchgängig vorhandene Doppelstandard wurde vom Schriftsteller Vincent Sheehan in seinen Beobachtungen von Zionisten in Palästina 1930 bemerkt: „wie Idealismus Hand in Hand geht mit dem fürchterlichsten Zynismus; … wie sie in ihren eigenen Angelegenheiten hinsichtlich Palästina Faschisten sind, und Internationalisten in allem anderen.“<sup>20</sup></p>
<p>Meine Ansicht ist, daß man sich das Judentum primär als ethnische statt als religiöse Gruppe vorstellen muß. Jüngste Aussagen prominenter jüdischer Gestalten zeigen, daß eine ethnische Vorstellung vom Judentum zum Selbstbild vieler Juden paßt. In einer Rede vor einem großteils jüdischen Publikum sagte Benjamin Netanyahu, das prominente Mitglied der Likud-Partei und bis vor Kurzem Premierminister Israels: „Wenn Israel nicht nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden wäre, dann bin ich sicher, daß die jüdische Rasse nicht überlebt hätte… Ich stehe vor Ihnen und sage, daß Sie Ihr Engagement für Israel verstärken müssen. Sie müssen Führer werden und als Juden aufstehen. Wir müssen stolz auf unsere Vergangenheit sein, um zuversichtlich bezüglich unserer Zukunft zu sein.“<sup>21</sup> Charles Bronfman, ein Hauptsponsor des 210-Millionen-Dollar-Projekts „Birthright Israel“, das das Engagement amerikanischer Juden zu vertiefen versucht, drückt eine ähnliche Stimmung aus: „Sie können ein völlig anständiges Leben führen, wenn Sie nicht jüdisch sind, aber ich denke, daß Sie eine Menge verlieren – die Art von Gefühl verlieren, das Sie haben, wenn Sie wissen, daß es überall auf der Welt Menschen gibt, die auf die eine oder andere Art dieselbe DNA haben wie Sie.“<sup>22</sup> (Bronfman ist Mit-Vorsitzender der Seagram Company und Bruder von Edgar Bronfman, Sr., dem Präsidenten des World Jewish Congress.) Solche Einstellungen wären undenkbar von Seiten euro-amerikanischer Führer. Euro-Amerikaner, die solche Bekräftigungen rassischen Stolzes äußerten, würden schnell als Hasser und Extremisten etikettiert.</p>
<p>Ein aufschlußreicher Kommentar des Funktionärs des AJCommittee Stephen Steinlight (2001) illustriert den tiefgreifenden ethnischen Nationalismus, der die Sozialisierung amerikanischer Juden bis in die Gegenwart durchdrungen hat:</p>
<blockquote><p>Ich bekenne es endlich: wie Tausende anderer typischer jüdischer Kinder meiner Generation wurde ich als jüdischer Nationalist erzogen, sogar als Quasi-Separatist. Während der 10 prägenden Jahre meiner Kindheit und Pubertät besuchte ich jeden Sommer zwei Monate lang ein jüdisches Sommerlager. Dort grüßte ich jeden Morgen eine ausländische Fahne, trug eine Uniform, die deren Farben widerspiegelte, sang eine fremde Nationalhymne, lernte eine fremde Sprache, lernte ausländische Volkslieder und Tänze und wurde belehrt, daß Israel das wahre Heimatland sei. Auswanderung nach Israel wurde als die höchste Tugend betrachtet, und wie viele andere jüdische Teens meiner Generation verbrachte ich zwei Sommer in Israel, wo ich auf einer kollektiven Farm arbeitete, während ich über diese Möglichkeit nachdachte. Stillschweigender und unterbewußter wurde mir die Überlegenheit meines Volkes gegenüber den Nichtjuden gelehrt, die uns unterdrückt hatten. Uns wurde beigebracht, Nichtjuden als nicht vertrauenswürdige Außenseiter zu betrachten, als Menschen, von denen plötzliche Hassausbrüche erwartet werden könnten, als Menschen, die weniger feinfühlig, intelligent und moralisch sind als wir. Uns wurde auch gelehrt, daß die Lektion unserer dunklen Geschichte die sei, daß wir uns auf niemanden verlassen könnten… Es muß zugegeben werden, daß das Wesentliche bei meinem nationalistischen Training die Einimpfung des Glaubens war, daß die primäre Unterteilung der Welt die zwischen „uns“ und „ihnen“ sei. Natürlich grüßten wir auch die amerikanische und die kanadische Flagge und sangen jene Hymnen, üblicherweise mit echtem Gefühl, aber es war klar, wo unsere primäre Loyalität liegen sollte.“<sup>23</sup></p></blockquote>
<p>Behauptungen jüdischer Ethnizität sind wohlbegründet. Es erscheinen weiterhin wissenschaftliche Studien, die die genetische Zusammengehörigkeit jüdischer Gruppen untermauern, vor allem Hammer et al. (2000). Beruhend auf Daten über Y-Chromosomen schlußfolgern Hammer et al., daß im Laufe von 2000 Jahren 1 von 200 Paarungen in jüdischen Gemeinschaften mit Nichtjuden stattfand.</p>
<p>Im Allgemeinen ist die zeitgenössische organisierte jüdische Gemeinschaft durch ein hohes Maß an jüdischer Identifikation und Ethnozentrismus charakterisiert. Jüdische Aktivistenorganisationen wie  die ADL und das AJCommittee sind keine Schöpfungen der Fundamentalisten und Orthodoxen, sondern repräsentieren die breite jüdische Gemeinschaft, einschließlich der nichtreligiösen Juden und Reformjuden. Im Allgemeinen sind die Leute umso engagierter bei der Verhinderung von Mischehen und für die Beibehaltung des jüdischen Volkszusammenhalts, je aktiver sie in der jüdischen Gemeinschaft mitwirken. Und trotz eines beträchtlichen Maßes an Mischehen unter weniger engagierten Juden besteht heute die Führung der jüdischen Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten in keinem bedeutsamen Ausmaß aus den Nachkommen aus Mischehen.</p>
<p>Jüdischer Ethnozentrismus ist letztendlich einfacher traditioneller menschlicher Ethnozentrismus, obwohl er sicherlich zu den extremeren Varianten zählt. Aber was so faszinierend ist, ist der Mantel der intellektuellen Unterstützung, die Komplexität und intellektuelle Raffinesse der Begründungen dafür – von denen manche in <em>Separation and Its Discontents</em> (Kapitel 6 – 8) besprochen werden, und seine ziemlich eindrucksvolle Scheinheiligkeit angesichts der jüdischen Opposition gegen Ethnozentrismus unter Europäern.</p>
<p align="center"><strong>JÜDISCHE BETEILIGUNG AM KOMMUNISMUS UND AN DER RADIKALEN LINKEN</strong></p>
<blockquote><p>Schlagt sie, Rote Kämpfer, prügelt sie zu Tode, und wenn es das Letzte ist, das ihr tut! Auf der Stelle! Noch in dieser Minute! Jetzt! Schlachtet sie ab, Kämpfer der Roten Armee, stampft fester auf die sich hebenden Deckel ihrer ranzigen Särge! (Isaac Babel, von Cynthia Ozick [2003, S. 3] als „äußerst bewußter Jude“ beschrieben, in seiner Propaganda für die bolschewistische Revolution, in Ozick 2001, S. 4)</p></blockquote>
<p>Eine weitere kürzliche Entwicklung mit Bezug zu den in <em>CofC</em> angesprochenen Themen war die Veröffentlichung des <em>Schwarzbuchs des Kommunismus: Unterdrückung, Verbrechen und Terror</em> (Courtois et al. 1999). Die Lektüre dieses Buches hat mich dazu veranlaßt, näher auf einige der Ideen in Kapitel 3 von <em>CofC</em> einzugehen. Ich habe die wahrlich entsetzliche Natur des Sowjetsystems nicht genug hervorgehoben, noch habe ich die Konsequenzen der jüdischen Mitwirkung am Aufstieg und Erhalt des Kommunismus ausreichend betont.</p>
<p>Das Sowjetsystem tötete über 20 Millionen seiner eigenen Bürger, die große Mehrheit davon in den ersten 25 Jahren seiner Existenz während des Höchststands der jüdischen Macht. Es war ein „Staat gegen sein Volk“ (Werth 1999), der mörderische Kollektivbestrafungskampagnen (üblicherweise unter Einsatz von Deportationen oder zwangsweisem Verhungern) gegen sehr viele Volksgruppen durchführte, einschließlich großrussischer Bauern, Ukrainern, Kosaken, Tschetschenen, Krimtataren, Wolgadeutschen, Moldawiern, Kalmücken, Karatschen, Balkaren, Inguscheten, Griechen, Bulgaren, Krim-Armeniern, meschetischen Türken, Kurden und Khemshins als Gruppen (Courtois 1999, S. 10; Werth 1999, S. 219ff). Obwohl einzelne Juden von der bolschewistischen Gewalt erwischt wurden, wurde auf Juden nicht als Gruppe abgezielt.<sup>24</sup></p>
<p>In <em>CofC</em> (Kap. 3) merkte ich an, daß Juden in prominenter Weise an der bolschewistischen Revolution mitwirkten und in der Sowjetunion bis weit in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg eine Elitegruppe bildeten. Es ist interessant, daß viele der nichtjüdischen Bolschewiken Mitglieder nichtrussischer Volksgruppen waren, oder, wie in <em>CofC</em> erwähnt, mit Jüdinnen verheiratet waren. Es war eine allgemeine Wahrnehmung während der frühen Stadien der Sowjetunion, daß die Regierung von „einem kleinen Knoten von Fremden“ dominiert wurde (Szajkowski 1997, S. 55). Stalin, Berija und Ordschonikidse waren Georgier; Dserschinski, der skrupellose Leiter der Tscheka (Geheimpolizei) in den 1920ern, war ein Pole mit starken pro-jüdischen Einstellungen. Die ursprüngliche Tscheka bestand großteils aus Nichtrussen, und die Russen in der Tscheka tendierten dazu, sadistische Psychopathen und Verbrecher zu sein (Werth 1999, S. 62; Wolin &amp; Slusser 1957, S. 6) – Leute, bei denen es unwahrscheinlich ist, daß sie irgendeine Loyalität zu ihrem Volk haben oder sich mit diesem identifizieren.</p>
<p>Die bolschewistische Revolution hatte daher eine betonte ethnische Ausrichtung: In sehr großem Ausmaß herrschten Juden und andere Nichtrussen über das russische Volk, mit katastrophalen Folgen für die Russen und andere Volksgruppen, die nicht in der Lage waren, Teil der Machtstruktur zu werden. Als zum Beispiel Stalin beschloß, die Tschetschenen zu deportieren, übertrug er einem Osseten – einem aus einer Gruppe, von der er selbst teilweise abstammte und die ein historischer Feind der Tschetschenen war – die Leitung der Deportation. Osseten und Georgier, Stalins eigene Abstammungsgruppen, durften auf Kosten anderer Volksgruppen expandieren.</p>
<p>Während Stalin die Georgier begünstigte, hatten die Juden ihre eigenen ethnischen Rechnungen zu begleichen. Es erscheint als wahrscheinlich, daß zumindest einiges von dem bolschewistischen Massenmorden und Terror von Rache gegen Völker motiviert war, die geschichtlich anti-jüdisch gewesen waren. Mehrere Historiker haben auf die Möglichkeit hingewiesen, daß Juden sich den Sicherheitskräften in solch großen Zahlen angeschlossen haben, um Rache für ihre Behandlung unter dem Zaren zu erhalten (Rapoport 1990, S. 31; Baron 1975, S. 170). Zum Beispiel dienten die Kosaken dem Zaren als Militärpolizei, und sie setzten ihre Macht während der Konflikte zwischen der Regierung und den Juden gegen jüdische Gemeinden ein. Nach der Revolution wurden die Kosaken nach Sibirien deportiert, weil sie sich weigerten, sich den Kollektivfarmen anzuschließen. Während der 1930er war der für die Deportationen Verantwortliche ein ethnischer Jude, Lasar Kaganowitsch, der wegen seiner Neigung zur Gewalt den Spitznamen „Wolf des Kremls“ erhielt. In seinem Einsatz gegen die Bauern hatte Kaganowitsch „eine beinahe perverse Freude daran, den Kosaken diktieren zu können. Er erinnerte sich zu lebhaft daran, was er und seine Familie durch diese Leute erlebt hatten… Nun würden sie alle bezahlen – Männer, Frauen, Kinder. Es war egal wer. Sie wurden ein und derselbe. Das war der Schlüssel zu [Kaganowitschs] Wesen. Er würde niemals vergeben und niemals vergessen“ (Kahan 1987, S. 164). In ähnlicher Weise erhielten Juden die Führung der Sicherheit in der Ukraine, die eine lange Geschichte des Antisemitismus hatte (Lindemann 1997, S. 443) und in den 1930ern zum Schauplatz eines Massenmordes wurde.</p>
<p>In <em>CofC</em> (Kap. 3) merkte ich an, daß Juden in sehr prominenter Weise an der sowjetischen Geheimpolizei beteiligt waren und daß sie ähnliche Rollen im kommunistischen Polen und Ungarn spielten. Zusätzlich zu vielen niederrangigen Sicherheitsleuten gehörten zu den prominenten Juden Matvei Berman und Naftali Frenkel, die das Sklavenarbeitssystem entwickelten, das Hunderttausende Todesfälle zur Folge hatte. (Der Bau eines Kanals zwischen der Ostsee und dem Weißen Meer forderte viele tausend Leben. Die sechs Aufseher des Projekts waren Juden: Firin, Berman, Frenkel, Kogan, Rappoport, Zhuk.); zu den anderen Juden, die bei der Ausführung des Roten Terrors herausragten, gehörten Genrik Jagoda (Leiter der Geheimpolizei), Aron Soltz, Lev Inzhir (Hauptbuchhalter des Archipel Gulag), M. I. Gay (Leiter einer besonderen Abteilung der Geheimpolizei), A. A. Slutsky und sein Stellvertreter Boris Berman (Leiter des Terrors im Ausland), K. V. Pauker (Operationschef der Geheimpolizei), und Lasar Kaganowitsch (während der 1930er der mächtigste Regierungsvertreter hinter Stalin und führend an den Massenmorden beteiligt, die in dieser Zeit stattfanden) (Rapoport 1990, S. 44 – 50). Im Allgemeinen waren Juden nicht nur prominent in der Führung der Bolschewiken, sondern sie „waren auch auf den unteren Ebenen der Parteimaschinerie reichlich vorhanden – besonders in der <em>Tscheka</em> und deren Nachfolgern GPU, OGPU und NKWD“ (Schapiro 1961, S. 165). Die besondere Rolle von Juden in der bolschewistischen Regierung entging den Russen nicht: „Denn die prominenteste und farbigste Gestalt hinter Lenin war Trotzki, in Petrograd war Sinowjew die prominenteste und meistgehasste Gestalt, während jeder, der das Unglück hatte, der <em>Tscheka</em> in die Hände zu fallen, eine gute Chance hatte, mit einem jüdischen Untersuchungsbeamten konfrontiert und möglicherweise von diesem erschossen zu werden“ (Schapiro 1961, S. 165). Ab 1917 war es unter Russen üblich, die Juden mit der Revolution in Verbindung zu bringen (Werth 1999, S. 86). Sogar nach der deutschen Invasion von 1941 war es unter vielen Russen üblich, auf einen deutschen Sieg zu hoffen, um das Land von „Juden und Bolschewiken“ zu befreien – bis die Brutalität der Invasoren offenkundig wurde (Werth 1999, S. 215).</p>
<p>Die Behandlung der jüdischen Macht in der Sowjetunion in <em>CofC</em> hält fest, daß Stalins Bestrebungen gegen eine relative Handvoll hochrangiger jüdischer Kommunisten während der Säuberungen der 1930er in krassem Gegensatz zu den Massenmordkampagnen gegen andere Völker sehr vorsichtig waren und ein großes Maß an Täuschung enthielten, die die jüdische Identität der Opfer herunterspielen sollte. Auf die jüdische Macht während dieser Zeit deutet auch hin, daß die Sowjetregierung 1934 eine jüdische autonome Region (Birobidschan) einrichtete, zumindest teilweise, um sich ausländischen jüdischen Organisationen anzubiedern (Gitelman 1988). Während der 1920er und der gesamten 1930er nahm die Sowjetunion von ausländischen jüdischen Organisationen Hilfe für Sowjetjuden an, besonders vom American Jewish Joint Distribution Committee, das von reichen amerikanischen Juden (Warburg, Schiff, Kuhn, Loeb, Lehman, Marshall) finanziert wurde. Ein weiterer aufschlußreicher Fall trat ein, als Stalin die Ermordung zweier jüdischer Führer der internationalen sozialistischen Bewegung befahl, von Henryk Ehrlich und Victor Alter. Diese Morde bewirkten eine internationale Affäre, und es gab Proteste von Linken auf der ganzen Welt (Rapoport 1990, S. 68). Der Aufruhr erstarb erst, als die Sowjetunion eine jüdische Organisation gründete, das Jüdische Antifaschistische Komitee (JAC), das die Gunst amerikanischer Juden gewinnen sollte. Amerikanische Judenführer wie Nahum Goldmann vom World Jewish Congress und Rabbi Stephen S. Wise vom American Jewish Congress (AJCongress) halfen den Tumult wegen der Affäre zu unterdrücken und unter amerikanischen Juden positive Ansichten über die Sowjetunion zu bestärken. Zusammen mit einem breiten Spektrum amerikanischer jüdischer Radikaler begrüßten sie während des Zweiten Weltkriegs herzlich die Vertreter des JAC in New York.</p>
<p>Wiederum ist der Kontrast auffallend. Die Sowjetunion tötete während der 1920er und 1930er Millionen ukrainischer und russischer Bauern, richtete Hunderttausende Menschen hin, die aus ihren Positionen in der Partei und der gesamten Wirtschaft gesäubert worden waren, sperrte Hunderttausende Menschen ohne irgendein ordentliches Verfahren unter entsetzlichen Bedingungen ein, die unglaublich hohe Sterblichkeitsraten produzierten, zog Hunderttausende Menschen zur Zwangsarbeit unter enormen Verlusten von Menschenleben ein und befahl die Kollektivbestrafung und Deportation von Kosaken und anderen Volksgruppen, was Massenmord an diesen Gruppen zur Folge hatte. Gleichzeitig wurden Aktionen gegen eine Handvoll jüdischer Kommunisten vorsichtig und unter Beteuerungen vorgenommen, daß die Regierung immer noch sehr positive Ansichten über Juden und das Judentum hatte.</p>
<p>Ein Hauptthema von Kapitel 3 in <em>CofC</em> ist, daß jüdische Linke, einschließlich der Unterstützer des Bolschewismus, sich weiterhin als Juden identifizierten und daß die jüdische Unterstützung dieser Sachen in Abhängigkeit davon zunahm oder schwand, wie sie sich mit spezifischen jüdischen Anliegen deckten. Jedoch hätte ich mehr hervorheben sollen, wie sehr spezifisch jüdische Anliegen zählten; daß die jüdische Verwicklung in den Bolschewismus vielleicht das unerhörteste Beispiel für jüdischen moralischen Partikularismus in der Geschichte ist. Die entsetzlichen Konsequenzen des Bolschewismus für Millionen nichtjüdischer Sowjetbürger scheinen für jüdische Linke kein Thema gewesen zu sein – ein Muster, das sich bis in die Gegenwart fortsetzt. In <em>CofC</em> merkte ich an, daß Ilja Ehrenburgs Schweigen zu den sowjetischen Brutalitäten einschließlich der Ermordung von Millionen sowjetischer Bürger während der 1930er vielleicht weitgehend von seiner Ansicht motiviert gewesen war, daß die Sowjetunion ein Bollwerk gegen den Faschismus sei (Rubenstein 1996, S. 143 – 145). Dieser moralische blinde Fleck war recht weit verbreitet. Während der 1930er, als Millionen sowjetischer Bürger von der Sowjetregierung ermordet wurde, machte sich die Communist Party USA große Mühe, spezifisch jüdische Interessen anzusprechen, einschließlich der Ablehnung des Antisemitismus, der Unterstützung des Zionismus und der Befürwortung der Wichtigkeit, jüdische Kulturtraditionen aufrechtzuerhalten. Während dieser Zeit „glorifizierte die amerikanische radikale Bewegung die Entwicklung des jüdischen Lebens in der Sowjetunion… Die Sowjetunion war der lebende Beweis, daß die jüdische Frage unter dem Sozialismus gelöst werden konnte“ (Kann 1981, S. 152 – 153). Der Kommunismus wurde als „gut für Juden“ wahrgenommen. Radikale Juden – ein erheblicher Prozentsatz der gesamten jüdischen Gemeinschaft zu dieser Zeit – sahen die Welt durch jüdische Linsen.</p>
<p>Ein faszinierendes Beispiel eines amerikanischen jüdischen Radikalen, der die Tugenden der Sowjetunion pries, ist Joe Rapoport (Kann 1981, S. 20 – 42, S. 109 – 125) – der kurz in <em>CofC</em> erwähnt wird, aber sein Beispiel verdient eine tiefere Untersuchung. Rapoport schloß sich der jüdischen Abteilung der Roten Armee an, die ukrainische Nationalisten in dem Bürgerkrieg bekämpfte, der auf die bolschewistische Revolution von 1917 folgte. Wie viele andere Juden entschied er sich für die Rote Armee, weil sie gegen die anti-jüdischen Aktionen der ukrainischen Nationalisten war. Wie die große Mehrheit der russischen Juden begrüßte er die Revolution, weil sie das Leben der Juden verbesserte.</p>
<p>Nach der Auswanderung in die Vereinigten Staaten besuchte Rapoport die Ukraine im November 1934, weniger als ein Jahr nach der von Handlungen der Sowjetregierung geschaffenen Hungersnot, die 4 Millionen ukrainischer Bauern tötete (Werth 1999, S. 159ff). Die Bauern hatten sich dem zwangsweisen Anschluß an Kollektivfarmen widersetzt und wurden von lokalen ukrainischen Behörden unterstützt. Die Reaktion der Zentralregierung war die Verhaftung der Bauern und die Beschlagnahme allen Getreides, einschließlich der Reserven, die für die Ernte des nächsten Jahres verwendet werden sollten. Nachdem sie keine Nahrung hatten, versuchten die Bauern sich in die Städte aufzumachen, wurden daran aber von der Regierung gehindert. Die Bauern verhungerten zu Millionen. Eltern verließen verhungernde Kinder, bevor sie selbst verhungerten; Kannibalismus grassierte; verbleibende Arbeiter wurden gefoltert, um sie zur Herausgabe jeglicher verbliebener Nahrung zu zwingen. Zu den Foltermethoden gehörte die „kalte“ Methode, bei der das Opfer ausgezogen und splitternackt im Freien der Kälte ausgesetzt wurde. Manchmal wurden ganze Brigaden von Kollektivarbeitern in dieser Weise behandelt. Bei der „heißen“ Methode wurden die Füße und der Unterteil des Rocks von Arbeiterinnen mit Benzin überschüttet und dann angezündet. Die Flammen wurden gelöscht, und der Prozeß wurde wiederholt (Werth 1999, S. 166). Während der Zeit, in der die Hungersnot insgesamt 6 Millionen Menschenleben im ganzen Land forderte, exportierte die Regierung über 800.000 Tonnen (18 Millionen <em>hundredweight</em>) Getreide, um Geld für die Industrialisierung zu erhalten.</p>
<p>Diese Schrecken bleiben von Rapoport in seinem Bericht über seinen Besuch von 1934 unerwähnt. Stattdessen malt er ein sehr positives Bild vom Leben in der Ukraine unter den Sowjets. Das Leben ist gut für die Juden. Er ist erfreut, daß die jiddische Kultur nicht nur von Juden akzeptiert wird, sondern auch von Nichtjuden, ein klarer Hinweis auf den privilegierten Status des Judentums in der Sowjetunion während dieser Zeit. (Zum Beispiel erzählt er einen Fall, wo ein ukrainischer Arbeiter anderen Arbeitern eine Geschichte auf Jiddisch vorlas, Juden und Nichtjuden gleichermaßen.) Junge Juden nützten die neuen Chancen nicht nur in der jiddischen Kultur, sondern auch „in der Wirtschaft, in der Regierung, in der Teilnahme am allgemeinen Leben des Landes“ (Kann 1981, S. 120). Ältere Juden beschwerten sich, daß Leon Trotzki, „der nationale Stolz des jüdischen Volkes“, entfernt worden war. Aber die Botschaft an amerikanische Radikale war optimistisch: „Es genügte zu erfahren, daß die jungen Juden in höheren Positionen waren und das Sowjetsystem begrüßten“ (Kann 1981, S. 122). Rapoport sieht die Welt durch ausschließlich jüdische Augen. Das massive Leid, bei dem insgesamt bereits nahezu 20 Millionen Sowjetbürger aufgrund von Handlungen der Regierung gestorben waren, ist irrelevant. Wenn er auf sein Leben als amerikanischer jüdischer Radikaler zurückblickt, gilt seine einzige Zwiespältigkeit und sein Bedauern der Unterstützung sowjetischer Handlungen, die er als nicht in jüdischem Interesse sah, wie den Nichtangriffspakt mit Deutschland und daß Israel nicht konsequent unterstützt wurde.</p>
<p>Rapoport war somit ein Beispiel für die vielen Verteidiger des Kommunismus in den medialen und intellektuellen Kreisen der Vereinigten Staaten (siehe unten und Kap. 3). Ein prominentes Beispiel für Vergehen der Medien war die <em>New York Times</em>, die sich im Besitz einer jüdischen Familie befand und die diejenigen sehr im Sinn hatten, die sich um jüdischen Medieneinfluß sorgten (siehe oben). Während der 1930er, als sie die deutsche Verfolgung von Juden hervorhob und auf ein Eingreifen im Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland drängte, betrieb die <em>Times</em> völlige Schönfärbung der Schrecken der Sowjetherrschaft, einschließlich der ukrainischen Hungersnot, obwohl die Geschichte ausgiebig von den Hearst-Zeitungen behandelt worden war und obwohl die Führung der <em>Times</em> in zahlreichen Fällen darüber informiert worden war, daß ihr Korrespondent ein völlig falsches Bild von Stalins Handlungen zeichnete.<sup>25</sup></p>
<p>Peter Novicks kürzlich erschienenes Buch <em>The Holocaust in American Life</em> trägt zur Forschung über die Beteiligung von Juden an der radikalen Linken während des 20. Jahrhunderts bei. Er zeigt, daß jüdische Organisationen in der Vereinigten Staaten sehr wohl über die jüdische Mitwirkung am Kommunismus Bescheid wußten, aber sie behaupteten, daß nur eine Minderheit von Juden beteiligt war, und spielten die Tatsache herunter, daß eine Mehrheit der Kommunisten Juden waren, daß eine noch größere Mehrheit der kommunistischen Führer Juden waren, daß die große Mehrheit jener, die in den 1940ern und 1950ern vom House Un-American Activities Commitee (Komitee für unamerikanische Umtriebe) vorgeladen wurden, Juden waren, und daß die meisten derjenigen, die wegen Spionage für die Sowjetunion angeklagt wurden, Juden waren (siehe auch Kapitel 3 von <em>CofC</em> und MacDonald 1998a, S. 200 – 201).</p>
<p>Die Behauptung, daß der Linksradikalismus eine Minderheit der amerikanischen jüdischen Gemeinschaft repräsentierte, ist in der Tat weit davon entfernt, offensichtlich zu sein. Eigentlich kann die jüdische Einwanderergemeinschaft in den Vereinigten Staaten von 1886 bis 1920 am besten als „ein einziger großer radikaler Debattierklub“ beschrieben werden (Cohn 1958, S. 621). Lange nach dieser Zeit waren linke Sympathien im AJCongress weit verbreitet – der bei weitem größten Organisation amerikanischer Juden, und kommunistisch orientierte Gruppen standen mit dem AJCongress in Verbindung, bis sie während der McCarthy-Ära widerwillig gesäubert wurden (Svonkin 1997, S. 132, 166). Kürzlich ist kein Geringerer als der Abgeordnete des Repräsentantenhauses Samuel Dickstein, der in Kapitel 7 als starker Verfechter der Einwanderung im Kongreß behandelt wird und gewiß eine prominente und etablierte Gestalt in der jüdischen Gemeinschaft ist, als Sowjetspion enthüllt worden (Weinstein &amp; Wassiliew 1999).</p>
<p>Novick merkt an, daß jüdische Organisationen sicherstellten, daß Hollywoodfilme keine kommunistischen Charaktere mit jüdischen Namen zeigten. Zeitungen und Magazine wie <em>Times</em> und <em>Life</em>, die zu der Zeit von Nichtjuden kontrolliert wurden, willigten auf Drängen eines Mitarbeiters des AJComittee ein, Briefe über die jüdische Identität amerikanischer Kommunisten nicht zu veröffentlichen (Novick 1999, S. 95).</p>
<p>Novick bemerkt auch, daß jüdische Kommunisten oft den Holocaust als rhetorisches Mittel zu einer Zeit verwendeten, als jüdische Mainstream-Organisationen sich unauffällig zu verhalten versuchten. Dies paßt gut zu dem Material in <em>CofC</em>, das auf eine starke jüdische Identifikation unter der großen Mehrheit der jüdischen Kommunisten hinweist. Beschwörungen des Holocaust „wurden, zumindest in jüdischen Kreisen, zum dominierenden Element für die Opposition gegen die Mobilisierung zum Kalten Krieg“ (Novick 1999, S. 93). Julius und Ethel Rosenberg, die wegen Spionage für die Sowjetunion verurteilt wurden, beschworen bei der Begründung ihrer Handlungen oft den Holocaust. Julius sagte aus, daß die UdSSR „einen Hauptanteil zur Vernichtung der Hitler-Bestie beitrug, die 6.000.000 meiner Glaubensgenossen tötete“ (S. 94). Öffentliche Demonstrationen zur Unterstützung der Rosenbergs beschworen oft den Holocaust.</p>
<p>Obwohl Bendersky (2000) eine rechtfertigende Darstellung präsentiert, in der die jüdische Beteiligung am Linksradikalismus als nichts weiter als die Paranoia rassistischer Offiziere des Militärs gesehen wird, zeigt er, daß militärische Nachrichtendienste der USA Bestätigungen der Verbindung aus vielfachen unabhängigen Quellen hatten, einschließlich Informationen über die finanzielle Unterstützung revolutionärer Umtriebe durch reiche Juden wie Jacob Schiff und die Familie Warburg. Zu diesen Quellen gehörten nicht nur ihre eigenen Agenten, sondern auch die britische Regierung und die Abteilung für russische Angelegenheiten des U.S.-Außenministeriums. Diese Quellen bestätigten, daß Juden die bolschewistischen Regierungen der Sowjetunion und Ungarns dominierten und daß Juden in anderen Ländern mit dem Bolschewismus sympathisierten. In ähnlicher Weise zeigt Szajkowski (1977), daß die Ansicht, die Juden würden die bolschewistische Regierung dominieren, unter Russen und Ausländern in der Sowjetunion sehr weitverbreitet war, einschließlich amerikanischen und britischem Militär- und diplomatischem Personal und Verwaltern von Hilfsorganisationen. Er zeigt auch, daß Sympathie für die bolschewistische Regierung innerhalb der aus Osteuropa eingewanderten jüdischen Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten im Zeitraum von 1918 – 1920 die Norm war, daß aber das ältere deutsch-jüdische Establishment (dessen Zahl im Vergleich zu den in jüngerer Zeit aus Osteuropa Eingewanderten sehr klein erschien) in diesem Zeitraum gegen den Bolschewismus war.</p>
<p>Während der jüdische Holocaust in westlichen Gesellschaften zu einem moralischen Prüfstein und zu einer erstrangigen Kulturikone geworden ist, besteht der jüdische blinde Fleck gegenüber den Schrecken des Bolschewismus bis in die Gegenwart fort. Jüdische Mediengestalten, die in den 1940ern wegen kommunistischer Verbindungen auf die schwarze Liste kamen, sind jetzt Helden, geehrt von der Filmgeschichte, in Zeitungen gepriesen, ihre Arbeit in Museen ausgestellt.<sup>26</sup> Zum Beispiel wurde im Oktober 1997 an der Academy of Motion Picture Arts and Sciences eine Veranstaltung zum Gedenken an die schwarze Liste abgehalten. Organisiert von den vier Gilden – der American Federation of Television and Radio Artists (AFTRA), Directors Guild of America (DGA), Screen Actors Guild (SAG) und Writers Guild of America, west (WGAw), ehrte die Veranstaltung die Leben und Karrieren der auf die schwarze Liste gesetzten Autoren und verurteilte die mangelnde Reaktion der Gilden fünfzig Jahre zuvor.<sup>27</sup> Zur gleichen Zeit hat die Writers Guild of America Dutzende Nachspanne von Filmen restauriert, die von Drehbuchautoren geschrieben worden waren, die unter Pseudonym schrieben oder Strohmänner verwendeten, während sie auf der schwarzen Liste standen. Filme zum Thema malen ein Bild unschuldiger jüdischer Idealisten, die von einer rücksichtslosen, unterdrückerischen Regierung gehetzt werden, und Kritiker wie Bernheimer (1998, S. 163 – 166) stimmen dieser Bewertung eindeutig zu. In derselben Art stellte der Film <em>Daniel</em>, der auf einem Roman von E. L. Doctorov beruhte und unter der Regie von Sidney Lumet entstand, die Verurteilung der Rosenbergs als „eine Sache politischer Zweckmäßigkeit“ dar. „Die Verfolgung wird als alptraumhafte Version der Schikanierung von Juden dargestellt, sinnlos und brutal“ (Bernheimer 1998, S. 178).</p>
<p>Eine nostalgische und entschuldigende Einstellung zur jüdischen Alten Linken ist in jüngeren Darstellungen der Kinder der „Rote-Windeln-Babies“ offenkundig, einschließlich jener, die ihr linkes Engagement schließlich abgelehnt haben. Zum Beispiel beschreibt Ronald Radoshs <em>Commies</em> (2011a) die allumfassende Welt des jüdischen Radikalismus aus seiner Jugend. Sein Vater gehörte einer klassischen Tarnorganisation der Kommunistischen Partei namens Trade Union Unity League an. Radosh war ein pflichtbewußter Sohn, der sich leidenschaftlich in jede Sache stürzte, die den Genehmigungsstempel der Partei trug, ein von der Partei inspiriertes Sommerlager und eine High School für Rote Windeln in New York (genannt „das kleine rote Schulhaus für kleine Rote“) besuchte und an Jugendfesten teilnahm, die nach dem Vorbild von Sowjetspektakeln gestaltet waren. Es sagt eine Menge über das jüdische Milieu der Partei aus, daß ein geläufiger Witz lautete: „Welche jüdischen Feiertage feiern Sie?“ „Paul Robesons Geburtstag und den ersten Mai.“ Radosh stellte den linken Glauben erst in Frage, als er von seinen linken Genossen abgelehnt wurde und durchgefallen war, weil er ein Buch veröffentlicht hatte, das die Schuld von Julius Rosenberg feststellte. Radosh zeigt, daß akademische Fakultäten für Geschichte eine Bastion der Rechtfertigung für die extreme Linke bleiben. Viele akademische Historiker mieden Radosh wegen seiner Befunde, einschließlich Eric Foner, eines weiteren Rote-Windel-Babys, der Präsident der American Historical Association war. Radosh schreibt vom „reflexhaften Hass auf das amerikanische System“, der die Linke durchzieht. Es war in der Tat ein „reflexhafter Hass“ – ein Hass, der, wie in <em>CofC</em> erörtert, weit mehr an ihrer starken jüdischen Identifikation lag als an irgend etwas, das objektiv an der amerikanischen Gesellschaft falsch war. Nichtsdestoweniger präsentiert er trotz seiner Vorbehalte gegen das Linkentum der Vergangenheit die Motivationen jüdischer Kommunisten als idealistisch, obwohl sie „die ideologischen Argumente lieferten, die die Sowjetverbrechen rationalisieren und die Unterstützung der Amerikaner für die sowjetische Außenpolitik gewinnen sollten“ (Radosh 2001b).</p>
<p>Trotz der massiven Beweise für eine sehr große jüdische Beteiligung an diesen Bewegungen gibt es keine Entschuldigungen von jüdischen Organisationen und sehr wenige <em>mea culpas</em> von jüdischen Intellektuellen. Wenn überhaupt, so trifft das Gegenteil zu, angesichts der Idealisierung von auf die schwarze Liste gesetzten Autoren und der fortdauernden Tendenz, U.S.-Kommunisten als Idealisten darzustellen, die vom repressiven McCarthyismus erdrückt wurden. Weil viele kommunistische Gesellschaften mit der Zeit anti-jüdische Bewegungen entwickelten, stellen jüdische Organisationen die Juden als Opfer des Kommunismus dar, nicht als entscheidend für dessen Aufstieg, als tief in die mörderische Schreckensherrschaft verstrickt, die von diesen Regimes losgelassen wurde, und als Apologeten der Sowjetunion im Westen. Vergessen sind in dieser Geschichte die Millionen Toten, die Zwangsarbeit, die Erstickung jedes Widerspruchs, die es während des Höhepunkts der jüdischen Macht in der Sowjetunion gab. In Erinnerung gehalten werden die anti-jüdischen Trends des Spätkommunismus.</p>
<p>Wie das 15. Jahrhundert in Spanien war das 20. Jahrhundert in Europa und in der westlichen Welt ein jüdisches Jahrhundert, weil Juden und jüdische Organisationen eng und entscheidend in alle wichtigen Ereignisse verwickelt waren. Wenn ich mit der Behauptung recht habe, daß die jüdische Beteiligung eine notwendige Bedingung für die bolschewistische Revolution und ihr mörderisches Nachspiel war, dann könnte man auch argumentieren, daß die Juden dadurch einen massiven Einfluß auf spätere Ereignisse hatten. Das Folgende ist eine „alternative Geschichte“, d. h. eine Geschichte dessen, was geschehen hätte können, falls bestimmte Ereignisse nicht geschehen wären. Zum Beispiel argumentiert der Alternativhistoriker Niall Ferguson in <em>The Pity of War</em> in plausibler Weise, daß Deutschland, wenn England nicht in den Ersten Weltkrieg eingetreten wäre, Frankreich und Rußland besiegt hätte und zur dominanten Macht in Europa geworden wäre. Es hätte leicht sein können, daß die Regierung des Zaren zusammengebrochen wäre, aber die Veränderungen hätten zu einer konstitutionellen Regierung geführt statt zum bolschewistischen Regime. Hitler wäre nicht an die Macht gekommen, weil die Deutschen ihre nationalen Ziele bereits erreicht hätten. Der Zweite Weltkrieg hätte nicht stattgefunden, und es hätte keinen Kalten Krieg gegeben.</p>
<p>Aber natürlich sind diese Dinge geschehen. In gleicher Weise könnte man also auch fragen, was vielleicht ohne jüdische Mitwirkung an der bolschewistischen Revolution geschehen wäre. Die Argumentation würde wie folgt lauten:</p>
<p>1) Angesichts dessen, daß der Erste Weltkrieg stattfand und die Regierung des Zaren drastisch geschwächt wurde, scheint es vernünftig anzunehmen, daß es große Veränderungen in Rußland gegeben hätte. Ohne jüdische Mitwirkung hätten die Veränderungen in Rußland jedoch eine konstitutionelle Monarchie, eine repräsentative Republik oder sogar eine nationalistische Militärjunta zur Folge gehabt, die unter der großrussischen Mehrheit eine breite Unterstützung durch das Volk genossen hätte, anstelle einer Diktatur, die von ethnischen Außenseitern dominiert wurde, besonders von Juden und „judaisierten Nichtjuden“, um Lindemanns (1997) Ausdruck zu verwenden. Es wäre keine explizit marxistische Revolution gewesen, und daher hätte sie keine Blaupause für eine Gesellschaft enthalten, die den Krieg gegen ihr eigenes Volk und dessen traditionelle Kultur sanktioniert. Die Ideologie der bolschewistischen Revolution sanktionierte die Eliminierung ganzer Menschenklassen, und tatsächlich ist Massenmord ein Charakteristikum des Kommunismus gewesen, wo immer er zur Macht gekommen ist (Courtois et al., 1999). Diese Massaker wurden umso leichter gemacht, weil die Revolution von ethnischen Außenseitern geführt wurde, die wenig oder gar keine Sympathie für die Russen und andere Völker hatten, welche am meisten litten.</p>
<p>2) Konservative in ganz Europa und in den Vereinigten Staaten glaubten, daß Juden für den Kommunismus und die bolschewistische Revolution verantwortlich waren (Bendersky 2000; Mayer 1988; Nolte 1965; Szajkowski 1974). Die jüdische Rolle in linken politischen Bewegungen war eine verbreitete Quelle anti-jüdischer Einstellungen, nicht nur unter den Nationalsozialisten in Deutschland, sondern auch unter sehr vielen nichtjüdischen Intellektuellen und politischen Gestalten. Tatsächlich glaubten in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg britische, französische und amerikanische politische Führer, einschließlich Woodrow Wilson, David Lloyd George, Winston Churchill und Lord Balfour, an die jüdische Verantwortlichkeit, und solche Einstellungen waren in den militärischen und diplomatischen Einrichtungen in diesen Ländern gängig (z. B. Szajkowski 1974, S. 166ff; siehe auch oben und Kap. 3). Zum Beispiel exemplifizierte Churchill in einer Schrift von 1920 die Auffassung, daß die Juden hinter dem steckten, was er eine „weltweite Verschwörung zum Sturz der Zivilisation“ nannte. Die Rolle von Juden in der bolschewistischen Revolution „ist gewiß eine sehr große; sie überwiegt wahrscheinlich alle anderen.“ Churchill vermerkte die Vorherrschaft von Juden unter bolschewistischen Führern (Trotzki, Sinowjew, Litwinoff, Krassin, Radek) und unter jenen, die für „das System des [Staats-] Terrorismus“ verantwortlich waren. Churchill hielt auch fest, daß Juden in revolutionären Bewegungen in Ungarn, Deutschland und den Vereinigten Staaten herausragend waren. Die Identifizierung von Juden mit revolutionärem Radikalismus wurde zu einer Hauptsorge der militärischen und politischen Führer in ganz Westeuropa und in den Vereinigten Staaten (Bendersky 2000; Szajkowski 1974). Außerdem wurde, wie oben angemerkt, die tiefe Verwicklung von Juden in den Bolschewismus innerhalb jüdischer Aktivistenorganisationen privat eingestanden. Lucien Wolf, ein fester Bestandteil des anglo-jüdischen Establishments, merkte an: „Ich kenne die politische Geschichte der Juden in Europa und die Rolle, die Juden im Bolschewismus spielten, viel zu gut, um die Gefahr nicht zu erkennen, die wir laufen, wenn wir so tun, als ob sie sich immer von Revolution ferngehalten hätten. Es hätte in Europa keinen Fortschritt gegeben ohne Revolution, und ich habe oft – und ich werde das wieder tun &#8211; schriftlich und in Vorlesungen die Juden gelobt, die bei dem guten Werk geholfen haben“ (in Szajkowski 1974, S. 172).</p>
<p>3) In Deutschland war die Identifikation von Juden mit dem Bolschewismus in der Mittelschicht geläufig, und sie war ein entscheidender Teil der nationalsozialistischen Weltsicht. Für Mittelklassedeutsche „war die Erfahrung der bolschewistischen Revolution in Deutschland so unmittelbar, so nahe und so beunruhigend, und die Statistiken schienen die überwiegende Teilnahme jüdischer Rädelsführer so unwiderlegbar zu beweisen“, daß sogar viele Liberale an die jüdische Verantwortlichkeit glaubten (Nolte 1965, S. 331). Hitler wußte auch sehr gut über die Vorherrschaft von Juden in den kurzlebigen Revolutionen von 1919 in Ungarn und in Bayern Bescheid. Er hatte die jüdische Verwicklung in die Revolution in Bayern persönlich erlebt, und dies könnte leicht ein entscheidender Moment in der Entwicklung seiner anti-jüdischen Ideen gewesen sein (Lindemann 2000, S. 90).</p>
<p>Die jüdische Verwicklung in die Schrecken des Kommunismus war daher eine wichtige Zutat in Hitlers Wunsch, die UdSSR zu vernichten, und in den anti-jüdischen Handlungen der deutschen nationalsozialistischen Bewegung. Ernst Nolte und mehrere andere Historiker haben argumentiert, daß die jüdische Rolle in der bolschewistischen Revolution eine bedeutende Ursache des Holocaust war. Hitler und die Nationalsozialisten glaubten sicherlich, daß Juden entscheidend waren für den Erfolg der bolschewistischen Revolution. Sie verglichen die Sowjetunion mit einem Mann mit einem slawischen Körper und einem jüdisch-bolschewistischen Gehirn (Nolte 1965, S. 357 – 358). Sie schrieben die Massenmorde des Kommunismus – „die radikalste Form jüdischen Genozids, die man je gekannt hat“ – dem jüdisch-bolschewistischen Gehirn zu (Nolte 1965, S. 393). Die Nationalsozialisten wußten sehr gut, daß die Sowjetregierung Massenmord gegen ihre Feinde beging, und glaubten, daß sie fest entschlossen sei, eine Weltrevolution zu fördern, bei der viele weitere Millionen Menschen ermordet werden würden. Schon 1918 sprach ein prominenter jüdischer Bolschewik, Grigorij Sinowjew, öffentlich über die Notwendigkeit, eine Million Russen zu eliminieren – eine Unterschätzung um die Hälfte, wie sich herausstellte. Diesen Hintergrund aufgreifend, schrieb Hitler:</p>
<blockquote><p>Nun beginnt die letzte große Revolution. Indem der Jude die politische Macht erringt, wirft er die wenigen Hüllen, die er noch trägt, von sich. Aus dem demokratischen Volksjuden wird der Blutjude und Völkertyrann. In wenigen Jahren versucht er, die nationalen Träger der Intelligenz auszurotten, und macht die Völker, indem er sie ihrer natürlichen geistigen Führung beraubt, reif zum Sklavenlos einer dauernden Unterjochung. Das furchtbarste Beispiel dieser Art bietet Rußland. (In Nolte 1965, S. 406)</p></blockquote>
<p>Diese Argumentationslinie impliziert nicht, daß es keine anderen entscheidenden Faktoren gegeben hat. Wenn der Erste Weltkrieg nicht stattgefunden hätte und wenn der Zar nicht in diesen Krieg eingetreten wäre, dann hätte der Zar viel länger an der Macht bleiben können. Rußland wäre vielleicht allmählich in einen modernen westlichen Staat umgewandelt worden, statt den Schrecken des Kommunismus unterworfen zu werden. In gleicher Weise wäre Hitler vielleicht nicht an die Macht gekommen, wenn es keine Große Depression gegeben oder wenn Deutschland den Ersten Weltkrieg gewonnen hätte. Solche Ereignisse hätten die Dinge ebenfalls enorm verändert.</p>
<p>4) Der Sieg über den Nationalsozialismus bereitete dann die Bühne für die enorme Zunahme der jüdischen Macht in der westlichen Welt nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese neu erlangte Macht ermöglichte die Gründung des Staates Israel, die Umwandlung der Vereinigten Staaten und anderer westlicher Nationen in Richtung multirassischer, multikultureller Gesellschaften mittels groß angelegter nichtweißer Einwanderung und den nachfolgenden Niedergang der demographischen und kulturellen Vorrangstellung Europas. Die entscheidenden Details dieser und anderer Konsequenzen des jüdischen Aufstiegs zu internationalem Elitestatus und Macht werden in <em>CofC</em> beschrieben.</p>
<p align="center"><strong>VON DER KULTUR DER KRITIK ZUR KULTUR DES HOLOCAUST</strong></p>
<p>Während <em>CofC</em> die von jüdischen intellektuellen und politischen Bewegungen dominierte „Kultur der Kritik“ beschreibt, wurde vielleicht unzureichende Aufmerksamkeit den entscheidenden Elementen der neuen Kultur geschenkt, die die traditionellen europäischen Kulturformen ersetzt hat, die vor einem Jahrhundert dominierten. Von zentraler Bedeutung für die neue Kultur ist die Erhöhung der jüdischen Leidenserfahrungen während des Zweiten Weltkrieges, kollektiv als „der Holocaust“ bezeichnet, auf das Niveau der entscheidenden historisch-kulturellen Ikone in westlichen Gesellschaften. Seit der Veröffentlichung von <em>CofC</em> sind zwei Bücher über die politischen und kulturellen Funktionen des Holocaust im zeitgenössischen Leben erschienen – Peter Novicks <em>The Holocaust in American Life</em> und Norman Finkelsteins <em>The Holocaust Industry</em>. Novicks Buch, das wissenschaftlichere der beiden, hält fest, daß der Holocaust einen herausragenden Status als Symbol für die Konsequenzen ethnischen Konflikts eingenommen hat. Er argumentiert, daß die Bedeutung des Holocaust kein spontanes Phänomen ist, sondern von stark konzentrierten, gut finanzierten Anstrengungen jüdischer Organisationen und einzelner Juden mit Zugang zu den großen Medien herrührt:</p>
<blockquote><p>Wir sind nicht nur „das Volk des Buches“, sondern auch das Volk des Hollywoodfilms und der Fernseh-Miniserien, der Magazinartikel und der Zeitungskolumne, des Comics und des akademischen Symposiums. Als ein hohes Maß der Befassung mit dem Holocaust im amerikanischen Judentum weitverbreitet wurde, war es angesichts der wichtigen Rolle, die Juden in den amerikanischen Medien und meinungsbildenden Eliten spielen, nicht nur natürlich, sondern buchstäblich unvermeidlich, daß sie sich in der breiteren Kultur ausbreiten würde. (Novick 1999, S. 12)</p></blockquote>
<p>Der Holocaust wurde ursprünglich beworben, um nach den arabisch-israelischen Kriegen von 1967 und 1973 Unterstützung für Israel zusammenzutrommeln: „Jüdische Organisationen… stellten Israels Schwierigkeiten als etwas dar, das davon kam, daß die Welt den Holocaust vergessen hat. Der Rahmen des Holocaust ermöglichte es, jeden legitimen Grund zur Kritik an Israel als irrelevant beiseite zu schieben, zu vermeiden, auch nur über die Möglichkeit nachzudenken, daß Recht und Unrecht komplex waren“ (Novick 1999, S. 155). Als die Bedrohung für Israel nachließ, wurde der Holocaust als die Hauptquelle jüdischer Identität beworben, und um Assimilation und Mischehen unter Juden zu bekämpfen. Während dieser Zeit wurde der Holocaust auch unter Nichtjuden als Gegenmittel gegen Antisemitismus beworben. In den letzten Jahren hat das auch schulische Anstrengungen in großem Maßstab umfaßt (einschließlich Pflichtkursen an den öffentlichen  Schulen mehrerer Staaten), angeführt von jüdischen Organisationen und mit Tausenden Holocaust-Profis als Personal, mit dem Ziel, die Lektion zu vermitteln, daß „Toleranz und Vielfalt gut [sind], Hass böse [ist] und die allgemeine Rubrik die ‚Unmenschlichkeit des Menschen gegenüber dem Menschen’ [ist]“ (S. 258 – 259). Der Holocaust ist somit zu einem Instrument jüdischer ethnischer Interessen geworden, nicht nur als Symbol, das moralischen Abscheu vor Gewalt gegen ethnische Minderheitengruppen erzeugen soll – prototypischerweise gegen Juden -, sondern auch als Instrument, um Gegner einer starken multiethnischen Einwanderung in westliche Gesellschaften zum Schweigen zu bringen. Wie in <em>CofC</em> beschrieben, ist die Förderung einer starken multiethnischen Einwanderung ein Ziel jüdischer Gruppen seit dem 19. Jahrhundert gewesen.</p>
<p>Jüdische Holocaust-Aktivisten bestanden auf der „Unbegreiflichkeit und Unerklärbarkeit“ des Holocaust (Novick 1999, S. 178) – ein Versuch, jede rationale Diskussion seiner Ursachen zu beseitigen und um Vergleiche mit zahlreichen anderen Beispielen ethnischer Gewalt zu verhindern. „Sogar viele praktizierende Juden sind oft bereit, die Gründungsmythen des Judentums naturalistisch zu diskutieren – sie rationaler wissenschaftlicher Analyse zu unterziehen. Aber sie sind nicht bereit, diese Denkweise anzuwenden, wenn es um das ‚unerklärliche Mysterium’ des Holocaust geht, wo rationale Analyse als unangemessen oder als Sakrileg betrachtet wird“ (S. 200). Der Holocaust-Aktivist Elie Wiesel „sieht den Holocaust als ‚gleich der Offenbarung auf dem Sinai’, was seine religiöse Bedeutung angeht; Versuche, den Holocaust zu ‚entheiligen’ oder zu ‚entmystifizieren’, sind, wie er sagt, eine subtile Form des Antisemitismus“ (S. 201).</p>
<p>Weil der Holocaust als einzigartiges, unerkennbares Ereignis betrachtet wird, kooperierten jüdische Organisationen und israelische Diplomaten, um den U.S.-Kongreß daran zu hindern, des Genozids an den Armeniern zu gedenken. „Seit die Juden die Einzigartigkeit des Holocaust anerkannten – daß er ‚unvergleichlich’, jenseits jeglicher Analogie sei – hatten sie keine Gelegenheit, mit anderen zu konkurrieren; es durfte keinen Wettstreit um das Unbestreitbare geben“ (S. 195). Abe Foxman, der Leiter der ADL, merkte an, der Holocaust sei „nicht einfach ein Beispiel für einen Genozid, sondern ein beinahe erfolgreicher Anschlag gegen das Leben von Gottes auserwählten Kindern und somit gegen Gott selbst“ (S. 199) – ein Kommentar, der die enge Verbindung zwischen Holocaust-Werbung und den extremeren Formen jüdischen Ethnozentrismus auf den höchsten Ebenen der organisierten jüdischen Gemeinschaft gut illustriert.</p>
<p>Eine Folge war, daß die amerikanischen Juden sich „als den Inbegriff des Opfers“ definieren konnten (Novick 1999, S. 194). Als Ausdruck dieser Tendenz stellte Elie Wiesenthal einen Kalender zusammen, der zeigte, wann, wo und von wem Juden an jedem Tag des Jahres verfolgt wurden. Holocaustbewußtsein war der ultimative Ausdruck einer Opfermentalität. Der Holocaust symbolisierte schließlich den ultimativen Endpunkt des Antisemitismus. „So etwas wie Überreaktion auf einen antisemitischen Vorfall gibt es nicht, keine Übertreibung der allgegenwärtigen Gefahr. Jeder, der über die Vorstellung spottete, daß es in der amerikanischen Gesellschaft gefährliche Vorzeichen gab, hatte ‚die Lektion des Holocaust nicht gelernt’“ (S. 178).</p>
<p>Während Juden in der Holocaust-Ikonographie als Inbegriff des Opfers dargestellt werden, wird die große Mehrheit der Nichtjuden als potentielle oder tatsächliche Antisemiten dargestellt. „Gerechte unter den Völkern [Nichtjuden]“ werden anerkannt, aber die Kriterien sind streng. Sie müssen ihr Leben riskiert haben, und oft auch das Leben von Mitgliedern ihrer Familie, um einen Juden zu retten. „Gerechte unter den Völkern“ müssen „selbstaufopferndes Heldentum der höchsten und seltensten Art“ beweisen (Novick 1999, S. 180). Solche Menschen sind extrem selten, und jeder Jude, der aus irgendeinem anderen Grund von „Gerechten unter den Völkern“ spricht, gerät unter schwere Kritik. Es geht darum, die Festungsmentalität der Juden zu bestärken – „einen mißtrauischen Argwohn gegen Nichtjuden zu fördern“ (S. 180). Eine prominente jüdische Feministin veranschaulicht diese Einstellung: „Jeden bewußten Juden verlangt es danach, seine oder ihre nichtjüdischen Freunde zu fragen: ‚würdest du mich verstecken?’ – und er unterdrückt die Frage aus Furcht, Schweigen zu hören“ (S. 181).</p>
<p>Das Holocaustbewußtsein ist unter Juden sehr hoch. Eine Umfrage von 1998 ergab, daß „Erinnerung an den Holocaust“ als „extrem wichtig“ oder „sehr wichtig“ für die jüdische Identität angeführt wurde – viel öfter als alles andere, wie Synagogenbesuch und Reisen nach Israel. Tatsächlich ist die jüdische Identität für viele amerikanische Juden weit wichtiger als die amerikanische Identität: „In den letzten Jahren ist es nicht nur zulässig, sondern in manchen Kreisen auch lobenswert geworden, daß amerikanische Juden den Vorrang der jüdischen gegenüber der amerikanischen Loyalität behaupten“ (Novick 1999, S. 34). (Siehe z. B. die obigen Kommentare des AJCommittee-Funktionärs Stephen Steinlight.)</p>
<p>Jedoch ist das Holocaustbewußtsein nicht auf Juden beschränkt, sondern ist als amerikanische Kulturikone institutionalisiert worden. Neben den vielen Holocaust-Gedenkmuseen, die das Land übersäen, und der raschen Ausbreitung von Pflichtkursen über den Holocaust in öffentlichen Schulen hat eine wachsende Zahl von Colleges und Universitäten jetzt Lehrstühle über Holocaust-Studien eingerichtet. „Wenn man all die Holocaust-Institutionen der einen oder anderen Art in den Vereinigten Staaten bedenkt, dann gibt es inzwischen Tausende vollzeitbeschäftigter Holocaust-Profis, die sich damit befassen, dessen Gedächtnis am Leben zu halten“ (Novick 1999, S. 277).</p>
<p>Diese Anstrengungen sind sehr erfolgreich gewesen. In einer Umfrage von 1999 stimmte eine beträchtliche Mehrheit zu, daß der Holocaust „<em>die</em> schlimmste Tragödie der Geschichte war“ (Novick 1999, S. 232; kursiv im Text). In jüngster Zeit ist die Hauptstoßrichtung des Holocaust als Kulturikone die Bestätigung des Multikulturalismus. Zwischen 80 und 90 Prozent der Befragten stimmten zu, daß die Notwendigkeit des Schutzes von Minderheitenrechten und „nicht mit allen anderen mitzumachen“ Lektionen seien, die man aus dem Holocaust ziehen solle. Die Befragten stimmten in ähnlichem Ausmaß zu, daß „es wichtig ist, daß die Menschen weiterhin vom Holocaust hören, damit er nicht wieder geschieht.“</p>
<p>Die Anstrengungen sind in Deutschland vielleicht noch effektiver gewesen, wo „kritische Diskussion der Juden… buchstäblich unmöglich ist. Ob konservativ oder liberal, ein zeitgenössischer deutscher Intellektueller, der irgendetwas außerhalb eines eng definierten Spektrums kodifizierter Pietäten über Juden, den Holocaust und dessen Auswirkungen auf Deutschland nach dem Krieg sagt, geht das Risiko beruflichen und gesellschaftlichen Selbstmordes ein“ (Anderson 2001). Diskussionen der Arbeit jüdischer Intellektueller haben schließlich das deutsche intellektuelle Leben dominiert, unter beinahe völligem Ausschluß nichtjüdischer Deutscher. Viele dieser Intellektuellen sind Gegenstand von <em>CofC</em>, einschließlich Walter Benjamin, Theodor Adorno, Herbert Marcuse, Hannah Arendt, Paul Celan und Sigmund Freud. „Das ‚Shoah-Business’ ist zu einem Haupterzeugnis des zeitgenössischen deutschen kulturellen und politischen Lebens geworden. Deutsche blühen auf bei Debatten über den Holocaust und ihre fortdauernde Verantwortung für die Bewahrung seines Andenkens, bei Kampagnen für die Errichtung einer gigantischen Gedenkstätte für die jüdischen Toten im historischen Zentrum Berlins oder wenn sie sich zusammenscharen, um die groben und unhistorischen Schmähreden des amerikanischen Gelehrten Daniel Goldhagen gegen den deutschen Nationalcharakter anzuhören“ (Anderson 2001). Wissenschaftler haben jedes Gespür für normale Standards intellektueller Kritik verloren und identifizieren sich jetzt mehr oder weniger völlig mit den jüdischen Opfern des Nazismus.</p>
<p>Zum Beispiel ist der Holocaust-Poet Paul Celan zu einer zentralen kulturellen Gestalt geworden, die alle anderen Poeten des 20. Jahrhunderts ersetzt. Seine Werke sind jetzt jenseits rationaler Kritik, so weit, daß sie in eine Art lächerlichen Mystizismus gehüllt wurden: „Offen gesagt finde ich die geheiligte, unantastbare Aura störend, die Celans Namen in Deutschland umgibt; störend auch die Art, wie sein Name in intellektuellen Diskussionen als Trumpfkarte funktioniert, die Debatten beendet und andere Themen ausschließt“ (Anderson 2001). Jüdische Schriftsteller wie Kafka werden als intellektuelle Giganten gesehen, die über Kritik erhaben sind; Diskussionen über Kafkas Werk konzentrieren sich auf seine jüdische Identität und sind von Holocaustbewußtsein durchtränkt, obwohl er 1924 starb. Selbst unbedeutendere jüdische Schriftsteller werden auf die höchsten Ebenen des literarischen Kanons erhoben, während Deutsche wie Thomas Mann hauptsächlich deshalb diskutiert werden, weil sie Ansichten über Juden hatten, die in der feinen Gesellschaft inakzeptabel geworden sind. In den Vereinigten Staaten sind deutsche Gelehrte darauf beschränkt, nur die Werke von Deutschen mit jüdischem Hintergrund zu lehren, und ihre Kurse befassen sich ausführlich mit Verfolgung und Genozid.</p>
<p>In der Tat ist es nicht zu weit hergeholt zu vermuten, daß die deutsche Kultur als die Kultur der Deutschen gänzlich verschwunden ist und durch die Kultur des Holocaust ersetzt wurde. Der Holocaust ist nicht nur zu einer Quasi-Religion geworden, die in der Lage ist, die Überreste der deutschen Kultur zu beseitigen, sondern die Juden sind als Volk geheiligt worden. Wie Amos bei der Beschreibung der deutschen Reaktion auf ein neues jüdisches Museum in Berlin anmerkte: „Bei so viel Übertreibung, so vielen unzweifelhaft aufrichtigen Äußerungen der Schuld und Reue und der Bewunderung von allem Jüdischen konnte man nicht umhin zu fühlen, daß die neue Republik fünfzig Jahre nach dem Holocaust im Effekt die deutschen Juden seligsprach“ (Elon 2001).</p>
<p>Wie Novick vertritt Finkelstein (2000) eine funktionalistische Sicht der „Holocaust-Industrie“ und argumentiert, daß sie als Vehikel zur Beschaffung von Geld von europäischen Regierungen und Konzernen für jüdische Organisationen dient und zur Rechtfertigung der Politik Israels und der U.S.-Unterstützung der israelischen Politik (S. 8). Finkelstein argumentiert auch, daß der Holocaust es der reichsten und mächtigsten Gruppe in den Vereinigten Staaten ermöglicht, Opferstatus zu beanspruchen. Die Ideologie des Holocaust behauptet, daß er einzigartig und unerklärlich ist – wie auch von Novick angemerkt. Aber Finkelstein hebt auch hervor, wie die Holocaust-Industrie die Idee fördert, daß anti-jüdische Einstellungen und Verhaltensweisen völlig von irrationalem Abscheu seitens der Nichtjuden herrühren und nichts mit Interessenkonflikten zu tun haben. Zum Beispiel Elie Wiesel: „Zweitausend Jahre lang… wurden wir immer bedroht… wofür? Aus keinem Grund?“ (in Finkelstein 2000, S. 53). (Im Gegensatz dazu ist die Grundprämisse meines Buches <em>Separation and Its Discontents</em> [MacDonald 1998a] genau die, daß anti-jüdische Einstellungen und Verhaltensweisen während der gesamten Geschichte fest in Interessenkonflikten verwurzelt sind). Finkelstein zitiert Boas Evron, einen israelischen Autor, zustimmend: „Holocaustbewußtsein“ ist „eine offizielle, propagandistische Indoktrination, eine Fließbandproduktion von Schlagworten und eine falsche Sicht der Welt, deren wahres Ziel überhaupt nicht ein Verständnis der Vergangenheit ist, sondern eine Manipulation der Gegenwart“ (S. 41).</p>
<p>Finkelstein hält die Rolle der Medien bei der Unterstützung der Holocaust-Industrie fest, indem er Elie Wiesel zitiert: „Wenn ich mich besser fühlen möchte, wende ich mich den Israel-Artikeln in der <em>New York Times</em> zu“ (S. 8). <em>The New York Times</em>, die im Besitz der Familie Sulzberger ist (siehe unten), „dient als Hauptwerbevehikel der Holocaust-Industrie. Sie ist hauptsächlich verantwortlich für die Förderung der Karrieren von Jerzy Kosinski, Daniel Goldhagen und Elie Wiesel. Der Berichtshäufigkeit nach kommt der Holocaust auf einen knappen zweiten Platz hinter dem täglichen Wetterbericht. Typischerweise listete der <em>New York Times Index 1999</em> volle 273 Beiträge zum Holocaust auf. Im Vergleich dazu kam ganz Afrika auf 32 Beiträge“ (Finkelstein 2001). Abgesehen von empfänglichen Medien nutzt die Holocaust-Industrie ihre Macht über die U.S.-Regierung aus, um Druck auf ausländische Regierungen auszuüben, insbesondere die Regierungen Osteuropas (S. 133ff).</p>
<p>In einer scharfen Anspielung auf den durchgängigen Doppelstandard der zeitgenössischen jüdischen ethischen Einstellungen (und in Widerspiegelung eines ähnlichen ethischen Doppelstandards, der jüdische religiöse Schriften in der gesamten Geschichte durchzieht) beschreibt Finkelstein eine Holocaust-Erziehungskonferenz vom Januar 2000, die von Vertretern von 50 Ländern besucht wurde, einschließlich des Premierministers Ehud Barak von Israel. Die Konferenz erklärte, daß die internationale Gemeinschaft eine „feierliche Verantwortung“ hätte, gegen Genozid, ethnische Säuberungen, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aufzutreten. Ein Reporter fragte Barak hinterher wegen der palästinensischen Flüchtlinge. „Im Prinzip, antwortete Barak, war er dagegen, daß auch nur ein einziger Flüchtling nach Israel käme: ‚Wir können keine moralische, rechtliche oder sonstige Verantwortung für Flüchtlinge akzeptieren’“ (S. 137).</p>
<p align="center"><strong>JUDEN UND DIE MEDIEN: FORMUNG VON „SICHTWEISEN“</strong></p>
<p>Ich merkte oben an, daß jüdische Bewegungen, die die europäische Dominanz in den Vereinigten Staaten bekämpften, sich auf drei entscheidende Machtbereiche konzentrierten: Die akademische Welt der Information in den Sozial- und Geisteswissenschaften, die politische Welt, in der die öffentliche Politik zu Einwanderung und anderen ethnischen Fragen entschieden wird, und die Massenmedien, wo der Öffentlichkeit „Sichtweisen“ präsentiert werden. <em>CofC</em> konzentrierte sich auf die ersten beiden dieser Quellen der Macht, aber wenig Aufmerksamkeit wurde den Massenmedien geschenkt, außer wo sie dazu dienten, jüdische intellektuelle oder politische Bewegungen zu fördern, wie im Fall der Psychoanalyse. Dieser Mangel an Aufmerksamkeit gegenüber dem kulturellen Einfluß der Massenmedien ist eine große Lücke. Das Folgende stellt nur eine teilweise und vorläufige Behandlung dar.</p>
<p>Allem Anschein nach haben ethnische Juden einen mächtigen Einfluß in den amerikanischen Medien – einen weit größeren als jede andere erkennbare Gruppe. Das Ausmaß des jüdischen Eigentums und Einflusses bei den populären Medien in den Vereinigten Staaten ist bemerkenswert, angesichts des relativ kleinen Bevölkerungsanteils, der jüdisch ist.<sup>28</sup> In einer Studie, die in den 1980ern durchgeführt wurde, hatten 60 % einer repräsentativen Auswahl aus der Filmelite einen jüdischen Hintergrund (Powers et al. 1996, S. 79n13). Michael Medved (1996, S. 37) bemerkt: „Es hat gar keinen Sinn zu versuchen, die Realität der jüdischen Macht und Prominenz in der Populärkultur zu verleugnen. Jede Liste der einflußreichsten Führungskräfte in der Produktion bei jedem der größeren Filmstudios wird eine starke Mehrheit erkennbar jüdischer Namen aufweisen. Diese prominente jüdische Rolle ist für jeden offensichtlich, der Nachrichten aus Tinsel Town verfolgt oder sich auch nur die Mühe macht, die Vor- und Nachspanne bedeutender Filme oder Fernsehserien zu lesen.“</p>
<p>Die Eigentümerschaft in den Medien ist immer im  Fluß, aber das Folgende ist ein ziemlich akkurates Porträt des aktuellen Medienbesitzes ethnischer Juden in den Vereinigten Staaten:</p>
<p>Die größte Mediengesellschaft der Welt wurde kürzlich durch die Fusion von America On Line und Time Warner geschaffen. Gerald M. Levin, früher der Chef von Time Warner, ist der Generaldirektor des neuen Konzerns. AOL-Time Warner hält Anteile im Fernsehbereich (z. B. Home Box Office, CNN, Turner Broadcasting), im Musikgeschäft (Warner Music), beim Film (Warner Brothers Studio, Castle Rock Entertainment und New Line Cinema) und im Verlagswesen (<em>Time</em>, <em>Sports Illustrated</em>, <em>People</em>, <em>Fortune</em>).</p>
<p>Die zweitgrößte Medienfirma ist die Walt Disney Company, die von Michael Eisner geführt wird. Disney hält Anteile beim Film (Walt Disney Motion Pictures Group, unter Walt Disney Studios, einschließlich Walt Disney Pictures, Touchstone Pictures, Hollywood Pictures, Caravan Pictures, Miramax Films), im Fernsehen (Capital Cities/ABC [Besitzer des ABC-Fernsehnetzwerks], Walt Disney Television, Touchstone Television, Buena Vista Television, ESPN, Lifetime, A&amp;E Television Networks) und Kabelnetzwerke mit mehr als 100 Millionen Abonnenten, im Radiobereich (ABC Radio Network mit über 3.400 Zweigstellen und Eigentum an 26 Stationen in Großstädten) und im Verlagswesen (sieben Tageszeitungen, Fairchild Publications [<em>Women’s Wear Daily</em>] und die Diversified Publishing Group).</p>
<p>Die drittgrößte Medienfirma ist Viacom, Inc., geleitet von Sumner Redstone, der ebenfalls Jude ist. Viacom hält Anteile beim Film (Paramount Pictures), im Rundfunk (das CBS-Fernsehnetzwerk, MTV [ein besonderer Schwerpunkt der Kritik seitens Kulturkonservativer], VH-1, Nickelodeon, Showtime, das National Network, Black Entertainment Television, 13 Fernsehstationen, Programme für die drei Fernsehnetzwerke), im Verlagswesen (Simon &amp; Schuster, Scribner, The Free Press und Pocket Books) und im Videoverleih (Blockbuster); es ist auch an Satellitenfernsehen, Themenparks und Videospielen beteiligt.</p>
<p>Ein weiterer großer Mitspieler im Medienbereich ist Edgar Bronfman, Jr., der Sohn von Edgar Bronfman, Sr., dem Präsidenten des World Jewish Congress und Erben des Brennereivermögens von Seagram. Bis zu dessen Fusion mit Vivendi, einer französischen Firma, im Dezember 2000 leitete Bronfman Universal Studios, eine große Filmproduktionsfirma, und die Universal Music Group, den größten Musikkonzern der Welt (zu dem Polygram, Interscope Records, Island/Def Jam, Motown und Geffen/DGC Records gehören). Nach der Fusion wurde Bronfman Vize-Vorstandsvorsitzender der neuen Firma, Vivendi Universal, und die Familie Bronfman und verwandte Gruppen wurden zu den größten Anteilseignern der Firma.<sup>29</sup> Edgar Bronfman, Sr. befindet sich im Aufsichtsrat der neuen Firma. Kürzlich trat Edgar Bronfman von seiner Position bei Vivendi zurück, und Vivendi fusionierte mit Barry Dillers USA Network. Diller, eine herausragende Präsenz in Hollywood und Mentor vieler mächtiger Gestalten Hollywoods (Michael Eisner, Jeffrey Katzenberg), wird die Medienunternehmen der neuen Firma leiten.</p>
<p>Zu den anderen größeren Fernsehfirmen im Besitz von Juden gehören New World Entertainment (im Besitz von Ronald Perelman, der auch Revlon Cosmetics besitzt) und Dream Works SKG (im Besitz des Filmregisseurs Steven Spielberg, des ehemaligen Vorsitzenden von Disney Pictures Jeffrey Katzenberg und des Tonträgerindustriemoguls David Geffen). Dream Works SKG produziert Filme, Trickfilme, Fernsehsendungen und Musik auf Tonträgern. Spielberg ist auch ein jüdisch-ethnischer Aktivist. Nach der Produktion von <em>Schindlers Liste</em> gründete Spielberg die Survivors of the Shoah Foundation mit Hilfe eines Zuschusses des U.S.-Kongresses. Er half auch Professor Deborah Lipstads Verteidigung gegen eine Verleumdungsklage des britischen Militärhistorikers und Holocaust-Revisionisten David Irving zu finanzieren.</p>
<p>In der Welt der Druckmedien besitzt das Newhouse-Medienimperium 26 Tageszeitungen, einschließlich mehrerer großer und bedeutender, wie den <em>Plain Dealer</em> von Cleveland, den <em>Star-Ledger</em> von Newark und die <em>Times-Picayune</em> von New Orleans; Newhouse Broadcasting, das aus 12 Fernsehsendern und 87 Kabelfernsehsystemen besteht, einschließlich einiger der größten Kabelnetzwerke des Landes; die Sonntagsbeilage <em>Parade</em>, mit einer Auflage von mehr als 22 Millionen pro Woche; etwa zwei Dutzend größere Magazine, einschließlich <em>New Yorker</em>, <em>Vogue</em>, <em>Mademoiselle</em>, <em>Glamour</em>, <em>Vanity Fair</em>, <em>Bride’s</em>,<em> Gentlemen’s Quarterly</em>, <em>Self</em>, <em>House &amp; Garden</em>, und all der anderen Magazine der im Ganzen besessenen Conde Nast Group.</p>
<p>Das Nachrichtenmagazin <em>U.S. News &amp; World Report</em> mit einer Wochenauflage von 2,3 Millionen gehört Mortimer B. Zuckerman und wird von diesem herausgegeben. Zuckerman besitzt auch New Yorks Boulevardzeitung <em>Daily News</em>, die sechstgrößte Zeitung des Landes, und ist ehemaliger Besitzer des <em>Atlantic Monthly</em>. Zuckerman ist ein jüdisch-ethnischer Aktivist. Kürzlich wurde er zum Leiter der Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations ernannt, einer Dachorganisation größerer jüdischer Organisationen in den Vereinigten Staaten.<sup>30</sup> Zuckermans Kolumne in <em>U.S. News &amp; World Report</em> verteidigt regelmäßig Israel und hat die America-Israeli Friendship League zu verjüngen geholfen, deren Präsident er ist.<sup>31</sup></p>
<p>Ein weiterer jüdischer Aktivist mit einer prominenten Stellung in den U.S.-Medien ist Martin Peretz, seit 1974 Eigentümer von <em>The New Republic (TNR)</em>. Während seiner ganzen Karriere ist Peretz jüdischen Anliegen treu gewesen, insbesondere Israel. Während des arabisch-israelischen Krieges von 1967 sagte er Henry Kissinger, daß seine „Friedfertigkeit an der Tür des Delikatessenlokals aufhörte“, und viele in seinem Stab fürchteten, daß alle Fragen auf Basis dessen entschieden würden, was „gut für die Juden“ war (Alterman 1992, S. 185, 186). Tatsächlich wurde ein Redakteur angewiesen, Material aus der israelischen Botschaft zur Verwendung in <em>TNR</em>-Leitartikeln zu beschaffen. „Es genügt nicht zu sagen, daß der Eigentümer von TNR von Israel bloß besessen ist; das sagt er selber. Aber was wichtiger ist, Peretz ist besessen von Israelkritikern, möglichen Israelkritikern und Leuten, die nie von Israel gehört haben, aber eines Tages jemanden kennen könnten, der eines Tages zu einem Kritiker werden könnte“ (Alterman 1992, S. 195).</p>
<p>Das <em>Wall Street Journal</em> ist die Tageszeitung mit der größten Auflage in den Vereinigten Staaten. Es gehört Dow Jones &amp; Company, Inc., einem New Yorker Konzern, der auch 24 andere Tageszeitungen und die wöchentliche Finanzzeitung <em>Barron’s</em> herausgibt. Der Vorstandsvorsitzende und Generaldirektor von Dow Jones ist Peter R. Kann. Kann hat auch den Posten des Vorstandsvorsitzenden und Herausgebers des <em>Wall Street Journal</em> inne.</p>
<p>Die Familie Sulzberger besitzt die New York Times Co., der 33 andere Zeitungen gehören, einschließlich des <em>Boston Globe</em>. Sie besitzt auch zwölf Magazine (einschließlich <em>McCall’s</em> und <em>Family Circle</em>, jedes mit einer Auflage von mehr als 5 Millionen), sieben Radio- und Fernsehsender, ein Kabel-TV-System und drei Buchverlage. Der New York Times News Service überträgt Nachrichten, Features und Fotos aus der <em>New York Times</em> per Kabel an 506 andere Zeitungen, Nachrichtenagenturen und Magazine.</p>
<p>Die jüdische Eigentümerschaft an der New York Times ist besonders interessant, weil sie seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts die einflußreichste Zeitung in den Vereinigten Staaten gewesen ist. Wie in einem vor kurzem erschienenen Buch über die Familie Sulzberger (Tifft &amp; Jones 1999) festgehalten, gab es sogar zu dieser Zeit mehrere in jüdischem Besitz befindliche Zeitungen, einschließlich der <em>New York World</em> (kontrolliert von Joseph Pulitzer), des <em>Chicago Times-Herald</em> und der <em>Evening Post</em> (kontrolliert von H. H. Kohlsaat) und der <em>New York Post</em> (kontrolliert von der Familie von Jacob Schiff). 1896 kaufte Adolph Ochs die <em>New York Times</em> mit der entscheidenden Unterstützung mehrerer jüdischer Geschäftsmänner, einschließlich Isidor Strauss (Miteigentümer von Macy’s Department Stores) und Jacob Schiff (einem erfolgreichen Investmentbanker, der auch ein jüdisch-ethnischer Aktivist war). „Schiff und andere prominente Juden wie… Strauss hatten klargemacht, daß sie wollten, daß Adolph erfolgreich war, weil sie glaubten, daß er ‚von großem Nutzen für die Juden im Allgemeinen sein könnte’“ (Tifft &amp; Jones 1999, S. 37 – 38). Ochs’ Schwiegervater war der einflußreiche Rabbi Stephen S. Wise, Präsident des AJCongress und des World Jewish Congress und der Gründer des Reformjudentums in den Vereinigten Staaten.</p>
<p>Es gibt einige Ausnahmen in diesem Muster der Medieneigentümerschaft, aber selbst in solchen Fällen haben ethnische Juden eine bedeutende Rolle als Manager.<sup>32</sup> Zum Beispiel besitzt Rupert Murdochs News Corporation Fox Television Network, 20th Century Fox Films, Fox 2000 und die <em>New York Post</em>. Barry Diller gründete das Fox Television Network, und gegenwärtig ist Peter Chernin Präsident und Generaldirektor der Fox Group, zu der alle Film-, Fernseh- und Verlagsoperationen der News Corporation in den Vereinigten Staatengehören. Murdoch ist zutiefst philosemitisch und zutiefst engagiert für Israel, zumindest teilweise aufgrund einer engen Beziehung, die er früh in seiner Karriere zu Leonard Goldenson entwickelte, der die American Broadcasting Company gründete. (Goldenson war eine bedeutende Gestalt in New Yorks jüdischem Establishment und ein ausgesprochener Unterstützer von Israel). Murdochs Publikationen haben eine stark proisraelische Linie eingenommen, einschließlich <em>The Weekly Standard</em>, dem führenden neokonservativen Magazin, dessen Chefredakteur William Kristol ist.</p>
<blockquote><p>Murdoch… als Verleger und Chefredakteur der <em>New York Post</em>, hatte eine große jüdische Leserschaft, wie er es in geringerem Ausmaß mit dem Magazin <em>New York</em> und <em>The Village Voice</em> hatte. Nicht nur war die Leserschaft der <em>Post</em> vor Murdoch stark jüdisch gewesen, sondern auch die gegenwärtigen Werbekunden der <em>Post</em>. Die meisten von Murdochs engsten Freunden und geschäftlichen Ratgebern waren reiche, einflußreiche New Yorker Juden, die in proisraelischen Fragen intensiv aktiv waren. Und er selbst bewahrte immer noch eine starke unabhängige Sympathie für Israel, eine persönliche Identifikation mit dem jüdischen Staat, die bis zurück in seine Zeit in Oxford reichte. (Kiernan 1986, S. 261)</p></blockquote>
<p>Murdoch entwickelte auch enge Beziehungen zu mehreren anderen prominenten jüdischen Gestalten im New Yorker Establishment, einschließlich des Rechtsanwalts Howard Squadron, der Präsident des AJCongress und Leiter des Council of Presidents of Major Jewish Organizations war, und des Investmentbankers Stanley Schuman.</p>
<p>Eine weitere Ausnahme ist NBC, das General Electric gehört. Jedoch ist der Präsident von NBC Andrew Lack, und der Präsident von NBC News ist Neal Shapiro, die beide Juden sind. Zusätzlich ist die Bertelsmann-Verlagsgruppe eine in Deutschland ansässige Firma, die der größte Verleger von Büchern auf der Welt ist und auch Magazine, Zeitungen und Musikfirmen besitzt. Der Großteil von Bertelsmanns Einfluß liegt außerhalb der Vereinigten Staaten, obwohl es kürzlich die Random House Publishing Company kaufte.</p>
<p>Selbst wenn man diese Ausnahmen zugesteht, ist es klar, daß Juden eine sehr mächtige Position in den U.S.-Medien genießen, eine Position, die viel mächtiger als die jeder anderen rassisch-ethnischen Gruppe ist. Die phänomenale Konzentration von Medienmacht in jüdischen Händen wird umso außergewöhnlicher, wenn man beachtet, daß die Juden annähernd 2,5 % der U.S.-Bevölkerung ausmachen. Wenn man den jüdischen Prozentanteil an der amerikanischen Medienelite mit 59 % schätzt (Lichter et al. 1983, S. 55) – zur gegenwärtigen Zeit wahrscheinlich eine Unterschätzung, kann man das Ausmaß der unverhältnismäßigen Repräsentation mit über 2000 % berechnen. Die Wahrscheinlichkeit, daß solch ein außergewöhnliches Mißverhältnis zufällig entstehen könnte, ist buchstäblich null. Ben Stein, der feststellt, daß etwa 60 % der Spitzenpositionen in Hollywood von Juden eingenommen werden, sagt: „Führen Juden Hollywood? Darauf können Sie wetten – und was soll’s?“<sup>33</sup> Hat jüdischer Besitz und Kontrolle der Medien irgendeine Auswirkung auf das Produkt? Hier versuche ich zu zeigen, daß die Einstellungen und Meinungen, die von den Medien favorisiert werden, jene sind, die von der breiten jüdischen Gemeinschaft vertreten werden, und daß die Medien dazu neigen, positive Bilder von Juden und negative Bilder der traditionellen amerikanischen und christlichen Kultur zu liefern.</p>
<p>Wie viele Akadamiker hervorgehoben haben, sind die Medien bei der Schaffung von Kultur immer wichtiger geworden (z. B. Powers et al. 1996, S. 2). Vor dem 20. Jahrhundert waren die Hauptschöpfer der Kultur die religiösen, militärischen und Wirtschaftsinstitutionen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden diese Institutionen weniger wichtig, während die Medien in ihrer Bedeutung gewachsen sind (bezüglich einer Darstellung dieses Wandels beim Militär siehe Bendersky 2000). Und es gibt wenig Zweifel, daß die Medien versuchen, die Einstellungen und Meinungen des Publikums zu formen (Powers et al. 1996, S. 2 – 3). Ein Teil der fortdauernden Kultur der Kritik besteht darin, daß die Medienelite dazu neigt, sehr kritisch gegenüber der westlichen Kultur zu sein. Die westliche Zivilisation wird als eine scheiternde, sterbende Kultur dargestellt, aber im schlimmsten Fall wird sie als krank und böse verglichen mit anderen Kulturen dargestellt (Powers et al. 1996, S. 211). Diese Ansichten waren in Hollywood lange vor der Kulturrevolution der 1960er üblich, aber sie wurden wegen des Einflusses nichtjüdischer Kulturkonservativer nicht oft in den Medien geäußert.</p>
<p>Vielleicht die wichtigste Sache, die Juden und jüdische Organisationen verfochten haben, ist der kulturelle Pluralismus – die Idee, daß die Vereinigten Staaten nicht ethnisch und kulturell homogen sein sollten. Wie in <em>CofC</em> beschrieben, haben jüdische Organisationen und jüdische intellektuelle Bewegungen sich auf viele Arten für den Kulturpluralismus eingesetzt, besonders als mächtige und effektive Befürworter einer offenen Einwanderungspolitik. Die Medien haben diese Sichtweise unterstützt, indem sie kulturellen Pluralismus fast ausschließlich in positiven Begriffen darstellten – daß kultureller Pluralismus leicht zu erreichen und einer homogenen christlichen Kultur, die hauptsächlich aus weißen Nichtjuden besteht, moralisch überlegen sei. Charaktere, die gegen kulturellen Pluralismus sind, werden als dumm und bigott dargestellt (Lichter et al. 1994, S. 251), wofür der Klassiker der Charakter Archie Bunker in Norman Lears Fernsehserie <em>All in the Family</em> ist. Abweichungen von rassischer und ethnischer Harmonie werden als gänzlich das Resultat von weißem Rassismus dargestellt (Powers et al. 1996, S. 173).</p>
<p>Nachdem Juden einen entscheidenden Einfluß auf Film und Fernsehen haben, überrascht es nicht, daß Juden im Film positiv dargestellt werden. Es hat sehr viele deutlich jüdische Filme und Fernsehsendungen mit erkennbaren jüdischen Themen gegeben. Hollywood hat eine wichtige Rolle bei der Förderung der „Holocaust-Industrie“, mit Filmen wie <em>Schindlers Liste</em> (1993) und der vierteiligen Fernseh-Miniserie <em>Holocaust</em> (1978), die von Gerald Green geschrieben wurde, unter der Regie von Marvin Chomsky entstand und von Herbert Brodkin und Robert Berger produziert wurde. Beide Filme wurden von jüdischen Gruppen großzügig gefördert. Die Werbung für <em>Holocaust</em> im Jahr 1978 war bemerkenswert (Novick 1999, S. 210). Die ADL verteilte zu diesem Zweck zehn Millionen Exemplare ihrer sechzehnseitigen Boulevardzeitung <em>The Record</em>. Jüdische Organisationen setzten große Zeitungen unter Druck, einen auf dem Drehbuch beruhenden Roman in Fortsetzungen zu bringen und spezielle Beilagen über den Holocaust zu veröffentlichen. <em>The Chicago Sun-Times</em> verteilte Hunderttausende Exemplare ihrer Beilage in örtlichen Schulen. Das AJCommittee verteilte in Kooperation mit NBC Millionen Exemplare einer Arbeitshilfe für Zuseher; Lehrermagazine brachten weiteres auf die Serie bezogenes Material, damit die Lehrer sie leicht im Unterricht diskutieren konnten. Jüdische Organisationen arbeiteten mit dem National Council of Churches an der Vorbereitung weiteren Werbe- und Lehrmaterials, und sie organisierten Vorabvorführungen für religiöse Führer. Der Tag, an dem die Serie begann, wurde als „Holocaust Sunday“ bezeichnet; verschiedene Aktivitäten wurden in Städten im ganzen Land angesetzt; die National Conference of Christians and Jews verteilte gelbe Sterne, die an diesem Tag getragen werden sollten. Lernhilfen für jüdische Kinder stellten den Holocaust als Ergebnis christlichen Antisemitismus dar. Das an jüdische Kinder verteilte Material verurteilte auch Juden, die keine starke jüdische Identität hatten. Diese massive Werbung war in vielen ihrer Ziele erfolgreich. Dazu gehörte die Einführung von Holocaust-Bildungsprogrammen in vielen Bundesstaaten und Gemeinden, der Beginn des Prozesses, der zum National Holocaust Memorial Museum führte, und eine starke Zunahme der Unterstützung für Israel.</p>
<p>Im Allgemeinen stellt das Fernsehen jüdische Themen „mit Respekt, relativer Tiefe, Zuneigung und guten Absichten dar, und die jüdischen Charaktere, die in diesen Sendungen vorkommen, sind ohne jeden Zweifel jüdisch gewesen – oft als sehr für ihr Judentum engagiert dargestellt“ (Pearl &amp; Pearl 1999, S. 5). Zum Beispiel schaffte es <em>All in the Family</em> (und dessen Fortsetzung <em>Archie Bunker’s Place</em>) nicht nur, Europäer der Arbeiterklasse als dumm und bigott darzustellen, sondern es stellte jüdische Themen auch sehr positiv dar. Bis zum Ende der 12jährigen Laufzeit hatte sogar Erzfeind Archie Bunker ein jüdisches Kind bei sich zu Hause aufgezogen, sich mit einem schwarzen Juden angefreundet (Implikation: Judentum hat keine ethnischen Konnotationen), mit einem jüdischen Partner ein Unternehmen gegründet, sich als Mitglied in einer Synagoge angemeldet, seinen engen Freund bei einem jüdischen Begräbnis gepriesen, war Gastgeber eines Sabbat-Essens gewesen, hatte an einer Bat-Mitzwa-Zeremonie teilgenommen und sich einer Gruppe zur Bekämpfung von Vandalismus gegen Synagogen angeschlossen. Diese Serien, die vom liberalen politischen Aktivisten Norman Lear produziert wurden, veranschaulichen somit den allgemeinen Trend des Fernsehens, Nichtjuden zu zeigen, wie sie an jüdischen Ritualen teilnehmen und „sie respektieren, genießen und daraus lernen. Ihre häufige Anwesenheit und aktive Beteiligung unterstreichen die Botschaft, daß diese Dinge ein normaler Teil des amerikanischen Lebens sind“ (Pearl &amp; Pearl 1999, S. 16). Jüdische Rituale werden dargestellt als „angenehm und adelnd, und sie spenden denen, die an ihnen teilnehmen, Stärke, Harmonie, Erfüllung und ein Gefühl der Identität“ (S. 62).</p>
<p>Das Fernsehen präsentiert Bilder von jüdischen Themen, die den Ansichten der etablierten jüdischen Organisationen entsprechen. Das Fernsehen „stellt Antisemitismus ausnahmslos als hässlichen, abscheulichen Charakterzug dar, der an jeder Ecke bekämpft werden muß“ (S. 103). Er wird als metaphysisch und der Analyse entzogen betrachtet. Es gibt niemals irgendeine rationale Erklärung für Antisemitismus; Antisemitismus wird als absolutes, irrationales Böses dargestellt. Positive, beliebte nichtjüdische Charaktere wie Mary Tyler Moore führen oft den Kampf gegen den Antisemitismus an – ein Muster, das an das in <em>CofC</em> erwähnte erinnert, wo Nichtjuden zu hochrangigen Sprechern für jüdisch dominierte Bewegungen werden. Es wird auch angedeutet, daß Antisemitismus etwas ist, das die gesamte Gemeinschaft angeht.</p>
<p>Hinsichtlich Israels „hat das populäre Fernsehen im Großen und Ganzen die Tatsache vermittelt, daß Israel das jüdische Heimatland mit einer starken Anziehungskraft auf Juden der Diaspora ist, daß es von Feinden umgeben in ständiger Gefahr lebt und daß es als Folge des ständigen und unerläßlichen Kampfes um sein Überleben oft außerordentliche (manchmal skrupellose) Maßnahmen im Bereich der Sicherheit und der Geheimdienste ergreift“ (Pearl &amp; Pearl 1999, S. 173). Nichtjuden werden mit einer tiefen Bewunderung und Respekt für Israel, sein Heldentum und seine Leistungen dargestellt. Israel wird als Zuflucht für Überlebende des Holocaust gesehen, und Christen werden manchmal so dargestellt, als hätten sie wegen des Holocaust eine Verpflichtung gegenüber Israel.</p>
<p>Ein häufiges Thema im Film sind Juden, die zur Rettung von Nichtjuden kommen, wie in <em>Independence Day</em>, wo Jeff Goldblum einen „gescheiten Juden“ spielt, der die Welt rettet, und in <em>Ordinary People </em>(<em>Eine ganz normale Familie</em>), wo Judd Hirsch einen jüdischen Psychiater spielt, der eine stockkonservative WASP-Familie rettet (Bernheimer 1998, S. 125 – 126). Der Film <em>Addams Family Values</em> (<em>Die Addams Family in verrückter Tradition</em>), der in <em>CofC</em> (Kap. 1, Anm. 50) behandelt wird, ist ein weiteres Beispiel für dieses Genre. Bernheimer (1998, S. 162) bemerkt: „In vielen Filmen ist der Jude das moralische Musterbeispiel, das einen Nichtjuden aufrichtet und erbaut, indem er als humanisierender Einfluß durch Verkörperung kulturell tief verwurzelter Werte dient.“ Wie in <em>CofC</em> besprochen, charakterisiert dieses Thema „Juden als Retter“ auch die Psychoanalyse und den jüdischen Linksradikalismus: Psychoanalytische Juden retten Nichtjuden vor ihren Neurosen, und radikale Juden retten die Welt vor den Übeln des Kapitalismus.</p>
<p>Auf der anderen Seite wird das Christentum typischerweise als böse dargestellt, was sogar so weit geht, daß Christen als Psychopathen dargestellt werden. Michael Medved beschreibt Hollywoods kumulative Angriffe der letzten Jahre gegen die traditionelle amerikanische Familie, gegen Patriotismus und traditionelle Sexualmoral – die Hollywoodversion der Kultur der Kritik. Aber der offensichtlichste Angriffsschwerpunkt liegt auf der christlichen Religion:</p>
<blockquote><p>Im fortdauernden Krieg gegen traditionelle Werte stellt der Angriff gegen den organisierten Glauben die Front dar, an der sich die Unterhaltungsindustrie am deutlichsten engagiert hat. In keiner anderen Frage weichen die Standpunkte der Showbusiness-Elite und die der Öffentlichkeit als Ganzes dramatischer voneinander ab. Wieder und wieder haben die Produzenten keine Mühe gescheut, um die religiösen Gefühle gewöhnlicher Amerikaner zu beleidigen. (Medved 1992/1993, S. 50)<sup>34</sup></p></blockquote>
<p>Medved findet nicht einmal einen seit Mitte der 1970er gemachten Film, wo das Christentum positiv dargestellt wird, abgesehen von ein paar Filmen, in denen es als historisches Relikt dargestellt wird – als Museumsstück. Beispiele, wo das Christentum negativ dargestellt wird, gibt es zuhauf. Zum Beispiel begeht im Film <em>Monsignor</em> (1982) ein katholischer Priester jede vorstellbare Sünde, einschließlich der Verführung einer glamourösen Nonne, und ist dann in ihren Tod verwickelt. In <em>Agnes of God</em> (1985; dt. <em>Agnes – Engel im Feuer</em>) gebärt eine verstörte junge Nonne in einem Kloster, ermordet ihr Baby und spült dann die winzige blutige Leiche ins Klo hinunter. Es gibt auch viele subtile antichristliche Szenen in Hollywoodfilmen, wie zum Beispiel wenn der Regisseur Rob Reiner sich wiederholt auf das von Kathy Bates, der sadistischen Schurkin in <em>Misery</em>, getragene winzige Goldkreuz fokussiert.</p>
<p>Eine weitere Tendenz der Medien ist es, Kleinstädte als voller Bigotter und Antisemiten darzustellen. Der Medienkommentator Ben Stein protokolliert die Feindseligkeit der Medien gegen das ländliche Amerika:</p>
<blockquote><p>Der typische Hollywood-Autor… hat einen ethnischen Hintergrund aus einer großen Stadt im Osten – üblicherweise aus Brooklyn [d. h. sie haben einen jüdischen Hintergrund]. Als er aufwuchs, wurde ihm beigebracht, daß die Leute in den Kleinstädten ihn hassten, anders waren als er und darauf aus waren, ihn zu erwischen [d. h. Kleinstadtleute sind Antisemiten]. Infolgedessen attackiert er die Kleinstadt im Fernsehen oder im Film, wenn er die Gelegenheit dazu bekommt…</p>
<p>Die Fernsehsendungen und die Filme zeigen es nicht, „wie es ist“; statt dessen vermitteln sie uns den Standpunkt eines kleinen und extrem mächtigen Teils der amerikanischen Intellektuellengemeinde – derjenigen, die für die visuellen Massenmedien schreiben…</p>
<p>Was infolgedessen geschieht, ist etwas Ungewöhnliches und Bemerkenswertes. Eine nationale Kultur führt Krieg gegen eine Lebensart, die in demselben Land immer noch mächtig attraktiv ist und weithin praktiziert wird. Die Zuneigung zu Kleinstädten sitzt tief in Amerika, und das Kleinstadtleben wird von Millionen Menschen geschätzt. Aber in der Massenkultur des Landes wird auf den Fernsehschirmen und Filmleinwänden jeden Tag Hass auf die Kleinstadt ausgespien… Film und Fernsehen sind Amerikas Volkskultur, und sie haben nichts als Verachtung für die Lebensart eines sehr großen Teil des Volkes… Den Menschen wird gesagt, daß ihre Kultur in ihrer Wurzel krank, brutal und verkommen ist, und diese  Botschaft vermittelt ihnen wenig Vertrauen in die Zukunft dieser Kultur. Sie führt auch dazu, daß sie sich für ihr Land schämen und glauben, daß ihre Kultur, wenn sie sich im Niedergang befindet, das auch verdient. (Stein 1976, S. 22)</p></blockquote>
<p>Dies ist ein gutes Beispiel für gesellschaftliche Identitätsprozesse, die sowohl in jüdischen Einstellungen gegenüber Nichtjuden als auch in Einstellungen von Nichtjuden gegenüber Juden so wichtig sind: Fremdgruppen werden negativ dargestellt, und Eigengruppen positiv (siehe <em>CofC</em> an verschiedenen Stellen und MacDonald 1998a, Kap. 1).</p>
<p>Der Einfluß auf die Medien hat unzweifelhaft einen großen Einfluß darauf, wie Israel dargestellt wird – ein Hauptthema von Finkelsteins <em>The Holocaust Industry</em> (2000; dt. <em>Die Holocaust-Industrie</em>). Ari Shavit, ein israelischer Kolumnist, beschrieb seine Gefühle zur Tötung von etwa hundert Zivilisten in einem militärischen Scharmützel 1996 im südlichen Libanon: „Wir töteten sie aus einer gewissen naiven Anmaßung. Wir glaubten mit absoluter Gewißheit, daß jetzt, mit dem Weißen Haus, dem Senat und dem Großteil der amerikanischen Medien in unserer Hand, die Leben von anderen nicht so viel zählen wie unsere eigenen.“<sup>35</sup> Die Wahl Ariel Scharons zum Premierminister von Israel liefert eine weitere Studie von Gegensätzen. Es gab einen Riesenunterschied zwischen den Medienreaktionen auf Scharon und der Reaktion auf die Situation in Österreich, als Jörg Haiders Freiheitliche Partei genügend Sitze im Parlament gewann, um eine Rolle in der österreichischen Regierung zu spielen. Mehrere Länder, einschließlich Israels, riefen ihre Botschafter als Reaktion auf die Wahl Haiders zurück. Überall auf der Welt verurteilten Politiker Österreich und kündigten an, daß sie Haiders Teilnahme an einer österreichischen Regierung nicht tolerieren würden. Es wurden Handelsembargos gegen Österreich angedroht. Der Grund für diese Aktionen war, daß Haider gesagt hatte, daß viele anständige Menschen auf deutscher Seite im Zweiten Weltkrieg gekämpft hätten, einschließlich mancher in der SS. Er hatte auch gesagt, daß manche von Hitlers wirtschaftspolitischen Maßnahmen in den 1930ern sinnvoll waren. Und er hatte einen Stopp der Einwanderung nach Österreich verlangt. Haider entschuldigte sich für diese Aussagen, aber der Wahlerfolg seiner Partei hatte eine Ostrazierung Österreichs und ein ständiges Trommelfeuer alarmistischer Medienattacken gegen ihn persönlich zur Folge.</p>
<p>Vergleichen Sie dies mit der Behandlung von Ariel Scharons Wahl zum Premierminister Israels im Jahr 2001. Scharon war im September 1982 während der Abschlachtung von 700 – 2000 Palästinensern einschließlich Frauen und Kindern in den Flüchtlingslagern Sabra und Shatila außerhalb Beiruts Israels Verteidigungsminister. Der Journalist Thomas Friedman von der <em>New York Times</em> sah „Gruppen junger Männer in ihren Zwanzigern und Dreißigern, die an Wänden aufgereiht worden waren, an Händen und Füßen gefesselt, und dann in Unterweltmanier niedergemäht wurden.“<sup>36</sup> Funkgespräche zwischen israelischen Militärbefehlshabern wurden aufgezeichnet, in denen sie davon sprachen, „Säuberungsaktionen“ in den Flüchtlingslagern durchzuführen. Während das tatsächliche Töten von libanesischen Christen besorgt wurde, die von Israel unterstützt wurden, hielt die israelische Armee die Lager zwei Tage lang abgeriegelt, während das Gemetzel ablief. Die Kahan-Kommission, die zur Untersuchung des Vorfalls gebildet wurde, schloß, daß Scharon indirekt für das Massaker verantwortlich war, und sagte weiters, daß Scharon persönliche Verantwortung trägt.<sup>37</sup></p>
<p>Die Reaktion in den U.S.-Medien auf die Wahl Scharons war gedämpft, um das Mindeste zu sagen. Keine Handelsembargos wurden angedroht, keine Botschafter wurden zurückgerufen. Die <em>Los Angeles Times</em> druckte pflichtschuldigst eine Kolumne, in der es so dargestellt wurde, als hätte Scharon „aus seinen Fehlern gelernt.“<sup>38</sup> Im Juni 2001 wurde Scharon in Belgien auf Basis eidesstattlicher Erklärungen von Überlebenden des Gemetzels als Kriegsverbrecher angeklagt. Es ist auch erwähnenswert, daß Rehavam Zeevi, ein enger Mitarbeiter von Scharon und Israels Tourismusminister wie auch Mitglied des mächtigen Sicherheitskabinetts bis zu seiner Ermordung im Oktober 2001, Palästinenser als „Läuse“ beschrieb und die Vertreibung von Palästinensern aus israelisch kontrollierten Gebieten befürwortete. Zeevi sagte, daß die Palästinenser illegal in Israel lebten und „wir sollten diejenigen loswerden, die keine israelischen Staatsbürger sind, so wie man sich von Läusen befreit. Wir müssen dieses Krebsgeschwür daran hindern, sich in unserem Inneren auszubreiten.“<sup>39</sup></p>
<p>Ein weiterer Hinweis auf den sehr großen jüdischen Einfluß auf die U.S.-Medien ist der sehr große Unterschied zwischen der Berichterstattung über den Nahostkonflikt in den Vereinigten Staaten und anderen Teilen der Welt. Eric Alterman, der für <em>The Nation</em> schreibt, merkt an: „In den meisten Teilen der Welt ist es das palästinensische Narrativ eines enteigneten Volkes, das überwiegt. In den Vereinigten Staaten jedoch ist das vorherrschende Narrativ das von Israel: eine Demokratie unter ständiger Belagerung.“ („Intractable Foes, Warring Narratives“; <a href="http://www.msnbc.com/news/730905.asp">www.msnbc.com/news/730905.asp</a>; 28. März 2002). Eine entscheidende Quelle der Unterstützung für Israel ist die Armee der professionellen Experten, „bei denen man darauf zählen kann, daß sie Israel reflexhaft und uneingeschränkt unterstützen.“ Alterman listet annähernd 60 prominente Medienpersönlichkeiten in diesem Lager auf (einschließlich einer langen Liste jüdischer Autoren: William Safire, A. M. Rosenthal, Charles Krauthammer, Martin Peretz, Daniel Pipes, Andrea Peyser, Dick Morris, Lawrence Kaplan, William Kristol, Robert Kagan, Mortimer Zuckerman, David Gelerntner, John Podhoretz, Mona Charen, Yossi Klein Halevi, Sidney Zion, Norman Podhoretz, Jonah Goldberg, Jeff Jacoby, Seth Lipsky, Irving Kristol, Ben Wattenberg, Lawrence Kudlow, Alan Dershowitz, David Horowitz, Jacob Heilbrunn, Uri Dan, Paul Greenberg). Diese Autoren haben Zugang zu praktisch allen großen Medien in den Vereinigten Staaten.</p>
<p>Dies steht in Kontrast zu einer viel kleineren Gruppe von 5 Kolumnisten, die „wahrscheinlich reflexhaft anti-israelisch und/oder pro-palästinensisch sind, ungeachtet der Umstände.“ Zu diesen gehören Patrick Buchanan, Christopher Hitchens, Edward Said, Alexander Cockburn und Robert Novak. Drei dieser Kolumnisten stehen in Verbindung mit dem linksaußen stehenden Journal <em>The Nation</em> (Cockburn, Hitchens, Said), und nur Novak steht gegenwärtig mit einer größeren Medienorganisation (<em>The Washington Post</em>) in Verbindung. Nach dem Anschlag vom 11. September schrieb Novak: „Anders als der Drang Nazideutschlands und des kaiserlichen Japan nach einer neuen Weltordnung,… ist der Hass der Terroristen auf die Vereinigten Staaten eine Erweiterung ihres Hasses auf Israel statt Weltherrschaftsstreben“ (<em>New York Post</em>, 13. September 2001). Norman Podhoretz reagierte, indem er seinen „Abscheu“ gegen „eine der schändlichsten perversen Aussagen, die in den letzten paar Tagen gemacht wurden“ ausdrückte. „Nicht einmal der blutigste Anschlag auf amerikanischem Boden in unserer Geschichte konnte Novak von seiner Feindseligkeit gegen Israel und seiner Besorgnis um die Moslems ablenken, für deren Hass auf uns er unseren Beziehungen zum jüdischen Staat die Schuld gibt“ (<em>New York Post</em>, 14. Sept. 2001). Zur Zeit, da dies geschrieben wird (April 2002) zweifle ich ziemlich daran, daß irgendein rationaler Beobachter bestreiten würde, daß die moslemische Feindseligkeit gegen die Vereinigten Staaten mit der U.S.-Unterstützung für Israel zusammenhängt.</p>
<p>Alterman verweist auf eine weitere kleine Gruppe, die als „Kolumnisten, die wahrscheinlich sowohl Israel als auch die Palästinenser kritisieren, sich selbst aber als kritische Unterstützer Israels sehen und letztendlich die israelische Sicherheit gegenüber den palästinensischen Rechten unterstützen würden“ gelten. Zu dieser Gruppe gehören die Redaktionsleitungen der <em>New York Times</em> und der <em>Washington Post</em>. Ein weiterer Kolumnist, der der Zwischengruppe zugerechnet werden sollte, ist Michael Lind, der in einer Kolumne in <em>Newsweek International</em> (3. April 2002) folgendes anmerkte: „Was in den Vereinigten Staaten als unparteiische Haltung durchgeht, wird nicht nur im Nahen Osten, sondern auch in Europa und der ganzen Welt als bedingungslose amerikanische Unterstützung von Einschüchterungstaktiken durch Israel gesehen… Seit mehr als einem Jahrzehnt ist die U.S.-Politik gegenüber Israel genauso sehr von Innenpolitik bestimmt worden wie von großer Strategie: die Pro-Israel-Lobby ist die mächtigste in Washington. Diese Unterstützung für Israel – ungeachtet dessen Politik – hat Israels harte Rechte zur Anwendung brutaler Mittel der Unterdrückung gegen die Palästinenser und sogar gegen ihre eigenen arabischen Staatsbürger ermächtigt. Während es in den amerikanischen Medien selten beachtet wird, hat Israel jetzt schon seit 35 Jahren palästinensisches Land besetzt, verweigert 3 Millionen Menschen Rechte und herrscht mit Brutalität über sie.“</p>
<p>Es kann wenig Zweifel geben, daß die U.S.-Medien von einem pro-israelischen Standpunkt dominiert werden, der letztendlich aus dem jüdischen Einfluß auf die Medien stammt. Vielleicht am interessantesten ist die lange Liste von Nichtjuden, die sich in der ersten Kategorie befindet – diejenigen, die Israel reflexhaft und ohne Einschränkung unterstützen. Zu diesen gehören George Will, William Bennett, Andrew Sullivan, Allan Keyes, Brit Hume, Bill O’Reilly, Michael Barone, Ann Coulter, Linda Chavez und Rush Limbaugh. Die Tatsache, daß reflexhafte Unterstützung für Israel nicht charakteristisch für Nichtjuden in anderen Gesellschaften mit weniger jüdischem Einfluß auf die Medien ist, weist stark darauf hin, daß bedingungslose Unterstützung für Israel ein entscheidender Lackmustest für die Akzeptanz durch die großen Medien in den Vereinigten Staaten ist – daß zukünftige Experten sich „ihre Sporen verdienen“, indem sie ihre Ergebenheit gegenüber Israel zeigen (und, wie man annehmen könnte, auch gegenüber anderen jüdischen Themen, wie Einwanderung; keiner dieser Experten ist ein Kritiker massiver nichteuropäischer Einwanderung in westliche Gesellschaften, und mehrere sind bekannt für ihre starke Unterstützung dieser Politik). Immerhin ist reflexhafte, unkritische Unterstützung für alles in jeder Angelegenheit selten genug, und wir wissen, daß die Medien in anderen Ländern nicht so einseitig sind. Daher erscheint es schwierig, die riesige Schräglage in Richtung Israel als Ergebnis individueller Einstellungen in Abwesenheit irgendeines ernormen selektiven Faktors zu erklären. Und dann gibt es noch den offenkundigen Hinweis, daß, während die Juden auf dieser Liste als ethnische Akteure gesehen werden müssen, die Nichtjuden gewiß einen exzellenten Karriereschritt machen, indem sie die Positionen einnehmen, die sie haben. Dieser Lackmustest für zukünftige Meinungsmacher wird weiter untermauert durch die Tatsache, daß Joe Sobran von der <em>National Revue</em> gefeuert wurde, weil er argumentierte, daß die U.S.-Außenpolitik nicht von dem diktiert werden sollte, was für Israel am besten ist – eine Position, die dazu führte, daß Norman Podhoretz ihn als „Antisemiten“ etikettierte (siehe Buckley 1992; Podhoretz 1986).</p>
<p align="center"><strong>JÜDISCHE ORGANISATIONEN UND DIE ZENSUR DES INTERNETS</strong></p>
<p>In <em>CofC</em> (Kap. 8) schrieb ich, „man könnte erwarten, daß, während ethnische Konflikte in den Vereinigten Staaten weiterhin eskalieren, zunehmend verzweifeltere Versuche unternommen werden, um die Ideologie des Multikulturalismus… mit der Errichtung polizeistaatlicher Kontrollen nicht konformen Denkens und Verhaltens zu stützen.“ Wie oben angemerkt, hat es eine Verlagerung von der „Kultur der Kritik“ zu etwas gegeben, das man „die Kultur des Holocaust“ nennen könnte, während die Juden sich von Außenseitern zu den vollkommenen Insidern im amerikanischen Leben gewandelt haben. Übereinstimmend mit ihrem Status als etablierte Elite befinden sich jüdische Organisationen nun an vorderster Front von Bewegungen zur Zensur von Gedankenverbrechen.<sup>40</sup></p>
<p>Das Internet ist eine große Lücke in der Kontrolle über die großen Medien, aber jüdische Organisationen haben die Führung bei Versuchen zur Zensur des Internets übernommen. Das Simon Wiesenthal Center (SWC) vertreibt eine CD mit dem Titel „Digital Hate 2001“, die über 3000 „Hass-Seiten im Internet“ auflistet. Sowohl das Simon Wiesenthal Center als auch die ADL haben versucht, auf Internetdienstleister wie AOL und populäre Webseiten wie Yahoo Druck auszuüben, den Zugriff ihrer Kunden auf nicht genehmigte Webseiten einzuschränken. Kürzlich entfernte Yahoo 39 Internetclubs, die vom SCW ursprünglich als „Hass-Seiten“ identifiziert worden waren.<sup>41</sup> Internet-Auktionsseiten waren Protesten wegen Verkaufs von Nazi-Memorabilien ausgesetzt.<sup>42</sup> Amazon.com und Barnesandnoble.com sind unter Beschuß gekommen, weil sie Hitlers <em>Mein Kampf</em> verkauften. Die ADL veröffentlichte auch einen Bericht, <em>Poisoning the Web: Hatred Online</em> (<em>Vergiftung des Netzes: Hass online</em>), und hat den U.S.-Kongreß dazu gedrängt, eine „umfassende Studie der Größenordnung und Auswirkung von Hass im Internet“ zu veranlassen.“<sup>43</sup></p>
<p>Online-Dienste in den Vereinigten Staaten stehen auch unter Druck seitens ausländischer Regierungen, einschließlich Frankreichs, Deutschlands, Österreichs und Kanadas, wo es keine verfassungsmäßigen Garantien der Redefreiheit gibt. Zum Beispiel entschied ein Richter in Frankreich, daß Yahoo französische Gesetze verletze, indem es über die Online-Auktionen der Firma Nazi-Material an Menschen in Frankreich liefere, obwohl der Dienst in den Vereinigten Staaten ansässig ist. Yahoo handle illegal, sagte der Richter, obwohl die Firma eine separate französische Seite eingerichtet hatte, die – anders als die allgemeine Firma Yahoo – französische Gesetze befolgt. Die Firma wurde angewiesen, eine Filtertechnologie zu verwenden, um zu verhindern, daß politisch sensibles Material auf Computern in Frankreich erscheint, unter Androhung von Strafen im Gegenwert von $ 13.000,&#8211; pro Tag. In Deutschland befand ein Gericht, daß deutsches Recht sogar für Ausländer gilt, die in anderen Ländern Inhalte ins Netz stellen – solange diese Inhalte für Menschen in Deutschland zugänglich sind. In diesem Fall entschied das Gericht, daß ein australischer Staatsbürger, der Holocaust-revisionistisches Material auf seiner australischen Webseite eingestellt hatte, in Deutschland eingesperrt werden könnte. Theoretisch wäre es möglich, daß Deutschland die Auslieferung dieser Person aus Australien verlangt, um sich vor Gericht wegen ihres Verbrechens zu verantworten.<sup>44</sup></p>
<p>Jüdische Organisationen sind starke Befürworter von Gesetzen in europäischen Ländern gewesen, die die Verbreitung von anti-jüdischem Material kriminalisieren. Zum Beispiel setzte die ADL die deutsche Regierung unter Druck, einen U.S.-Bürger zu verhaften, der anti-jüdisches Material verbreitet hatte. Gary Lauck wurde in Dänemark verhaftet und auf Anordnung eines Hamburger Staatsanwalts an Deutschland ausgeliefert. Er wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, saß seine Strafe ab und wurde abgeschoben.<sup>45</sup></p>
<p>Diese Art von Zensur durch die Regierung ist in Ländern wie Frankreich und Deutschland wirksam, aber es ist nicht wahrscheinlich, daß sie in den Vereinigten Staaten mit ihrer starken Tradition der verfassungsmäßig geschützten Redefreiheit Erfolg haben wird. Infolgedessen ist der Hauptschwerpunkt der jüdischen Anstrengungen zur Zensur des Internets in den Vereinigten Staaten die Druckausübung auf private Firmen wie AOL und Yahoo zur Verwendung von Software gewesen, die den Zugang zu Seiten blockiert, die von jüdischen Organisationen mißbilligt werden. Die ADL entwickelte eine freiwillige Filtersoftware (ADL HateFilter), die es den Anwendern ermöglicht, bestimmte Webseiten auszusieben. Während jedoch AOL – der bei weitem größte Internetdienstleister – sich als willfährig bei der Festsetzung von Standards entsprechend der ADL-Richtlinien erwiesen hat, bemerkt die ADL, daß andere Internetdienstleister wie Earthlink nicht mit der ADL kooperiert haben, und unabhängige Webhosting-Seiten sind aus dem Boden geschossen, um Webseiten zu bedienen, die von AOL abgelehnt werden.<sup>46</sup></p>
<p>Die ADL und das SWC haben es schwer, weil das Internet von der Hightech-Gemeinde lange als Zuflucht für die Redefreiheit beworben wurde. Man spürt eine gewisse Frustration im Abschluß eines kürzlichen ADL-Berichts über das Internet:</p>
<blockquote><p>Die Bekämpfung des Online-Extremismus bereitet enorme technologische und rechtliche Schwierigkeiten … Selbst wenn es elektronisch machbar wäre, Seiten vom Internet fernzuhalten, macht die internationale Natur des Mediums rechtliche Regulierungen buchstäblich unmöglich. Und in den Vereinigten Staaten garantiert der Erste Verfassungszusatz das Recht auf Redefreiheit, egal, welche Form diese Rede annimmt. Infolgedessen suchen Regierungen, Firmen und Menschen guten Willens weiterhin nach alternativen Wegen, das Problem anzugehen.<sup>47</sup></p></blockquote>
<p>Jüdische Organisationen unternehmen eindeutig jede Anstrengung, um anti-jüdische Schriften im Internet zu zensurieren. Sie sind weit davon entfernt, ihr Ziel der Entfernung anti-jüdischen Materials aus dem Internet zu erreichen, aber langfristig stellt der sehr hohe politische Einsatz, um den es geht, sicher, daß große Anstrengungen aufgewendet werden. Ich vermute, daß in den USA, falls der Druck auf existierende Internetprovider durch Organisationen wie die ADL und das SWC scheitert, diese Firmen Ziele von Aufkäufen durch Medienfirmen in jüdischem Besitz werden könnten, die dann still den Zugang zu anti-jüdischen Webseiten entfernen werden. AOL ist erst kürzlich mit Time Warner fusioniert, einer jüdisch kontrollierten Medienfirma, und sie war bereits mit Compuserve fusioniert, einem großen, landesweiten Internetprovider. Wie oben angegeben, hat AOL-Time Warner sich dem von jüdischen Organisationen ausgeübten Druck zur Beschränkung der Äußerung politischer Meinungen im Internet gefügt.</p>
<p>Ich vermute, daß die einzige Option für gesperrte Webseiten sein wird, ihre eigenen Internetdienstleister zu entwickeln. Diese Provider – vielleicht subventioniert oder extrem teuer – würden dann die Nische der Bedienung von Menschen füllen, die sich bereits im ethnischen Aktivismus unter nichtjüdischen Europäern und anderen Formen politisch inkorrekter Äußerungen engagieren. Die Situation wäre ähnlich der gegenwärtigen Situation in den Rundfunk- und Druckmedien. Alle Mainstream-Medien werden wirksam zensuriert, aber kleine Publikationen, die im Wesentlichen zu Bekehrten predigen, können existieren, wenn auch nicht florieren.</p>
<p>Aber solche Publikationen erreichen einen winzigen Prozentanteil der Bevölkerung. Sie werden von den Mainstream-Medien im Grunde ignoriert, und sie predigen hauptsächlich zu Bekehrten. Dasselbe wird wahrscheinlich im Internet passieren: Die Seiten wird es immer noch geben, aber sie werden für die große Mehrheit der Internetnutzer aus den Augen und aus dem Sinn sein. Die wirksame Zensur des Internets durch große Konzerne verletzt nicht den Ersten Verfassungszusatz, weil die Regierung nicht darin verwickelt ist und jede Maßnahme als Geschäftsentscheidung gerechtfertigt werden kann, um keine bestehenden oder potentiellen Kunden zu beleidigen.</p>
<p align="center"><strong>DIE FRAGE DER VOREINGENOMMENHEIT</strong></p>
<p>Ich bin mehrere Male wegen der Tonart mancher meiner Texte, sowohl in <em>CofC</em> als auch in meinen Kommentaren auf verschiedenen Internet-Diskussionsseiten, als „Antisemit“ bezeichnet worden. Ganz offen gesagt hatte ich keine allgemeine Feindseligkeit gegen das organisierte Judentum, als ich in dieses Projekt eingestiegen bin. Ich war eine Art Ex-Radikaler, der sich zu einem gemäßigten republikanischen Fan von George Will gewandelt hatte. Bevor ich mir das Judentum überhaupt ansah, wandte ich dieselbe evolutionäre Perspektive auf die alten Spartaner an und dann auf die Durchsetzung der Monogamie durch die katholische Kirche im Mittelalter (siehe MacDonald 1988a, 1995b). Es gibt einige Aussagen in meinen Büchern, die den Ton zu mildern und Vorwürfe anti-jüdischer Voreingenommenheit abzuwenden versuchen. Auf der ersten Seite meines ersten Buches über das Judentum, <em>A People That Shall Dwell Alone</em> (MacDonald 1994), heißt es eindeutig, daß die Wesenszüge, die ich dem Judentum zuschreibe (Egoismus, Ethnozentrismus und Konkurrenz um Ressourcen und Fortpflanzungserfolg) in keiner Weise auf Juden beschränkt sind. Ich schreibe in diesem Buch auch über den außergewöhnlichen jüdischen IQ und über jüdische Leistungen (z. B. Nobelpreise). Im zweiten Buch, <em>Separation and Its Discontents</em> (MacDonald 1998a; dt. <em>Absonderung und ihr Unbehagen</em>) behandle ich die Tendenz von Antisemiten, ihre Beschwerden zu übertreiben und fantastische und unverifizierbare Theorien über jüdisches Verhalten zu entwickeln, das Ausmaß jüdischen Zusammenhalts und jüdischer Einstimmigkeit zu übertreiben, zu behaupten, daß alle Juden stereotypisch jüdische Wesenszüge oder Einstellungen gemeinsam haben, besonders in Fällen, wo Juden wirklich überrepräsentiert unter Menschen sind, die bestimmte Einstellungen haben (z. b. der politische Radikalismus während des Großteils des 20. Jahrhunderts). Und ich beschreibe die Tendenz mancher Antisemiten, große Verschwörungstheorien zu entwickeln, in denen alle historischen Ereignisse von großer oder eingebildeter Bedeutung, von der Französischen Revolution bis zur Trilateralen Kommission in einem einzigen großen Komplott miteinander verbunden sind und den Juden angelastet werden. All dies überrascht kaum angesichts dessen, was wir über die Psychologie ethnischer Konflikte wissen. Aber das lenkt nicht im mindesten von der Annahme ab, daß reale Interessenkonflikte allen bedeutenden historischen Beispielen des Antisemitismus zugrunde liegen. Das meiste davon kommt im ersten Kapitel von <em>Separation and Its Discontents</em> vor – gewissermaßen an vorderster Front, wie meine anderen einschränkenden Erklärungen im ersten Kapitel von <em>A People That Shall Dwell Alone</em>.</p>
<p>Man darf auch nicht vergessen, daß gruppenevolutionäre Strategien nicht harmlos sind, zumindest nicht im Allgemeinen und besonders nicht im Fall des Judentums, das oft sehr mächtig gewesen ist und solch außergewöhnliche Wirkungen auf die Geschichte des Westens gehabt hat. Ich denke, es gibt vom ersten bis zum dritten Buch eine merkliche Veränderung meiner Tonart, einfach weil ich (wie ich gern denke) eine Menge mehr wußte und eine Menge mehr gelesen hatte. Die Leute sagen oft, nachdem sie das erste Buch gelesen haben, daß sie glauben, ich würde die Juden wirklich bewundern, aber es ist unwahrscheinlich, daß sie das über die letzten beiden und besonders über <em>CofC</em> sagen. Das kommt daher, daß ich mich zu der Zeit, als ich <em>CofC</em> schrieb, sehr gegenüber der Person verändert hatte, die das erste Buch schrieb. Das erste Buch ist in Wirklichkeit nur eine Dokumentation theoretisch interessanter Aspekte gruppenevolutionärer Strategien unter Verwendung des Judentums als Fallstudie (wie die Juden das Trittbrettfahrerproblem lösten, wie sie es schafften, Barrieren zwischen sich und anderen Völkern zu errichten und durchzusetzen, der genetische Zusammenhalt des Judentums, wie manche Gruppen von Juden zu solch einem hohen IQ kamen, wie sich das Judentum in der Antike entwickelte). Konkurrenz um Ressourcen und andere Interessenkonflikte mit anderen Gruppen sind mehr eine nachträgliche Idee, aber diese Fragen bewegen sich in <em>Separation and Its Discontents</em> in den Vordergrund, und in <em>CofC</em> betrachte ich ausschließlich das 20. Jahrhundert im Westen. Juden haben in den letzten 200 Jahren in der Tat positive Beiträge zur westlichen Kultur geleistet. Aber was immer man für die einzigartigen und unersetzlichen jüdischen Beiträge zur Welt nach der Aufklärung halten mag, es ist naiv anzunehmen, daß sie allein oder auch nur hauptsächlich zum Vorteil der Menschheit gedacht waren. Auf jeden Fall fällt es mir schwer, mir irgendein Gebiet der westlichen Regierungs- und Gesellschaftsorganisation auszudenken, das sich ohne jüdischen Beitrag nicht entwickelt hätte, wenn auch in manchen Fällen vielleicht nicht ganz so schnell. Im Allgemeinen sind die positiven Wirkungen von Juden eher quantitativ als qualitativ gewesen. Sie haben manche Entwicklungen beschleunigt, zum Beispiel im Finanzwesen und manchen Gebieten der Wissenschaft, statt sie möglich gemacht zu haben.</p>
<p>Auf der anderen Seite bin ich davon überzeugt, daß Juden auch einige bedeutende negative Einflüsse hatten. Ich bin mir moralisch sicher, daß die jüdische Beteiligung an der radikalen Linken von Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts eine notwendige (aber nicht ausreichende) Vorbedingung für viele der entsetzlichen Ereignisse in der Sowjetunion und anderswo war. (Hierzu kann man natürlich anderer Meinung sein. Ich sage nur, daß ich die Beweislage schlüssig finde.) Aber die Hauptsache ist, daß ich jüdische Gruppen als Konkurrenten der europäischen Mehrheit in den Vereinigten Staaten  zu sehen begonnen habe, als mächtige Förderer der enormen Veränderungen, die in diesem Land ausgelöst wurden, insbesondere durch das erfolgreiche Eintreten für massive nichteuropäische Einwanderung in die Vereinigten Staaten. Ich fand, daß ich dabei von einem halb-konservativen Akademiker, der wenig oder keine Identifikation mit seinem eigenen Volk hatte, in eine ethnisch bewußte Person verwandelt wurde – genau wie von der Theorie sozialer Identitätsprozesse vorhergesagt, die die Basis meiner Theorie des Antisemitismus bildet (siehe MacDonald 1998a). Tatsächlich wäre, wenn man datieren wollte, wann ich es wagte, die Linie zu dem zu überqueren, was manche als Beweis dafür sehen, daß ich ein „Antisemit“ bin, die beste Annahme wahrscheinlich der Zeitpunkt, als ich anfing, von der Mitwirkung all der mächtigen jüdischen Organisationen bei der Befürwortung massiver nichteuropäischer Einwanderung zu lesen. Meine Erkenntnis begann mit dem Lesen eines kurzen Abschnitts in einer Standardgeschichte amerikanischer Juden, lange nachdem das erste Buch veröffentlicht wurde. Die anderen Einflüsse, die ich jüdischen Aktivitäten zuschrieb, waren entweder harmlos (Psychoanalyse?) oder reversibel – sogar der Linksradikalismus, sodaß sie mich nicht störten. Ich konnte vielleicht sogar die himmelhohe Scheinheiligkeit des jüdischen Ethnozentrismus ignorieren, die sich mit dem jüdischen Aktivismus gegen den Ethnozentrismus nichtjüdischer Europäer überschneidet. Aber die langfristigen Auswirkungen der Einwanderung werden ohne irgendeinen enormen Kataklysmus im Grunde irreversibel sein.</p>
<p>Ich begann zu erkennen, daß meine Interessen sehr verschieden von prototypisch jüdischen Interessen waren. Es muß legitime Möglichkeiten geben, um über Menschen zu sprechen, die gegen die von den verschiedenen jüdischen Establishments empfohlenen Maßnahmen sind, ohne einfach als „Antisemit“ angeschwärzt zu werden. Die Einwanderung ist nur ein Beispiel, wo es legitime Interessenkonflikte gibt. Während ich dies schreibe (im November 2001), stecken wir in einem Krieg ohne erkennbare Endphase fest; weitgehend wegen des Einflusses der jüdischen Gemeinschaft auf ein Gebiet unserer Außenpolitik und weil jede Erwähnung der Rolle Israels bei der Erzeugung von Reibung zwischen den Vereinigten Staaten und der arabischen Welt – in der Tat der gesamten moslemischen Welt – einfach mit dem Schrei wegen Antisemitismus erstickt wird. Und zu Hause sind wir mit der Schaffung einer multi-ethnischen, multikulturellen Gesellschaft, in der die intellektuelle Elite die Vorstellung entwickelt hat, daß die ehemals dominante europäische Mehrheit eine moralische Verpflichtung hat, sich demographisch und kulturell in den Hintergrund drängen zu lassen, in ein unberechenbar gefährliches Experiment eingetreten – das Ergebnis, zumindest zu Beginn und in beträchtlichem Ausmaß danach, des Einflusses jüdischer Interessengruppen auf die Einwanderungspolitik und des Einflusses jüdischer intellektueller Bewegungen auf unser intellektuelles und kulturelles Leben im Allgemeinen. Wie oben angemerkt, sind die Zunahme der jüdischen Macht und die Abschaffung der spezifisch europäischen Natur der Vereinigten Staaten die wahren Themen von <em>CofC</em>.</p>
<p>Ich stimme zu, daß es in den Sozialwissenschaften Voreingenommenheiten gibt, und ich nehme mich selbst von dieser Tendenz nicht aus. Es stimmt vielleicht, daß ich zu der Zeit, als ich <em>CofC</em> fertigstellte, meine Einstellungen im ersten Kapitel darlegen hätte sollen. Stattdessen sind sie im letzten Kapitel von <em>CofC</em> plaziert – ziemlich geradeheraus, wie ich finde. In einem gewissen Sinne war es angemessen, sie ans Ende zu stellen, weil meine Einstellungen zu jüdischen Angelegenheiten einen kumulativen, allmählichen Wandel von einer sehr verschiedenen Weltsicht nachzeichneten.</p>
<p>Es ist ärgerlich, daß solche Erklärungen selten in Schriften von sich stark als solchen identifizierenden Juden erscheinen, selbst wenn sie ihr Werk als Förderung jüdischer Interessen sehen. Ein Hauptthema von <em>CofC</em> ist, daß jüdische Sozialwissenschaftler mit starker jüdischer Identität ihre Arbeit als Förderung jüdischer Interessen gesehen haben. Es erstaunt mich immer, daß Mediengestalten wie die Kristols und Podhoretzes und außenpolitische Experten wie Paul Wolfowitz und Richard Perle keine Verpflichtung empfinden, vor ihren Bemerkungen zu Fragen, die von ihrer Besorgnis um Israel betroffen sind, zu sagen: „Sie sollten skeptisch gegenüber dem sein, was ich sage, weil ich ein ureigenes ethnisches Interesse an der Förderung der Interessen Israels habe.“ Aber dasselbe gilt für weite Bereiche der Anthropologie (die Boas’sche Schule und Forschungen über Rassenunterschiede), Geschichte (z. B. offenkundig apologetische Darstellungen der Geschichte und Ursachen des Antisemitismus oder die Rolle von Juden bei der Begründung des Bolschewismus), Psychologie (die Frankfurter Schule, Psychoanalyse) und zeitgenössische Fragen (Einwanderung, Beziehungen zwischen Kirche und Staat). Der Punkt von <em>CofC</em>, der die Leute wirklich ärgert, ist die Vorstellung, daß wir diese Voreingenommenheit bei (manchen) jüdischen Forschern einfach einräumen sollten, wie wir es bei anderen tun. Es gibt eine Menge Bücher darüber, daß Darwin und Galton von der allgemeinen Atmosphäre des viktorianischen Englands beeinflußt waren, aber von einer jüdischen Voreingenommenheit zu schreiben, hat sofort Vorwürfe des „Antisemitismus“ zur Folge.</p>
<p>Aber der tiefere Punkt ist, daß ich, was immer meine Motivationen und Voreingenommenheiten sein mögen, gern annehmen möchte, daß meine Arbeit über das Judentum zumindest den Kriterien guter Sozialwissenschaft entspricht, selbst wenn ich meine Studienobjekte in einem weniger als schmeichelhaften Licht zu sehen begonnen habe. Zählt es letztendlich wirklich, ob meine Motivation an diesem Punkt weniger als makellos ist? Ist die einzige Frage nicht die, ob ich recht habe?</p>
<p align="center"><strong>SCHLUSSBEMERKUNG</strong></p>
<p><em>CofC</em> ist in Wirklichkeit ein Versuch, das 20. Jahrhundert als jüdisches Jahrhundert zu verstehen – ein Jahrhundert, in dem Juden und jüdische Organisationen tief in alle Schlüsselereignisse verwickelt waren. Vom jüdischen Standpunkt aus ist es eine Zeit großen Fortschritts gewesen, wenn auch durchbrochen von einer seiner dunkelsten Tragödien. Im späten 19. Jahrhundert lebte der Großteil der jüdischen Population in Osteuropa, wo viele Juden im Sumpf der Armut steckten und rundum von feindseligen Populationen und verständnislosen Regierungen umgeben waren. Ein Jahrhundert später ist Israel fest im Nahen Osten etabliert, und die Juden sind zur reichsten und mächtigsten Gruppe in den Vereinigten Staaten geworden und haben in anderen westlichen Ländern Elitestatus erreicht. Die entscheidende jüdische Rolle im Linksradikalismus ist zensiert worden, während die Mißhandlung der Juden durch die Nazis den Status eines moralischen Prüfsteins erlangt hat und eine Hauptwaffe beim Drang nach nichteuropäischer Einwanderung in großem Maßstab, Multikulturalismus und der Förderung anderer jüdischer Anliegen ist. Gegner sind an den Rand des intellektuellen und politischen Diskurses verbannt worden, und es sind mächtige Bewegungen im Gange, die sie gänzlich zum Schweigen bringen wollen.</p>
<p>Die umfassende Idealisierung, der missionarische Eifer und die moralische Inbrunst, die die Verehrung von Gestalten wie Celan, Kafka, Adorno und Freud umgeben, charakterisieren alle jüdischen intellektuellen Bewegungen, die in <em>CofC</em> behandelt werden (siehe Zusammenfassung in Kap. 6). Daß diese Gestalten jetzt von der großen Mehrheit der nichtjüdischen Intellektuellen begierig zu eigen gemacht werden, zeigt auch, daß die westliche intellektuelle Welt judaisiert worden ist – daß jüdische Einstellungen und Interessen, jüdische Vorlieben und Abneigungen, jetzt die Kultur des Westens ausmachen, von Juden und Nichtjuden gleichermaßen verinnerlicht sind. Die Judaisierung des Westens ist nirgendwo offensichtlicher als in der Verehrung des Holocaust als zentrale moralische Ikone der gesamten Zivilisation. Diese Entwicklungen verkörpern eine tiefgreifende Verwandlung von der Tradition des kritischen und wissenschaftlichen Individualismus, der die westliche Tradition seit der Aufklärung gebildet hatte. Noch wichtiger ist, daß die Judaisierung des Westens aufgrund der tiefsitzenden jüdischen Feindseligkeit gegenüber der traditionellen westlichen Kultur bedeutet, daß die Völker, die die Kultur und Traditionen des Westens schufen, dazu gebracht worden sind, sich ihrer eigenen Geschichte zutiefst zu schämen – was sicherlich das Vorspiel zu ihrem Niedergang als Kultur und Volk ist.</p>
<p>Das gegenwärtige judaisierte Kulturimperium des Westens wird von einer überall vorhandenen Gedankenkontrolle aufrechterhalten, die von den Massenmedien propagiert wird und bis zur Selbstzensur von Akademikern, Politikern und anderen reicht, die sehr genau wissen, was es für schlimme persönliche und berufliche Konsequenzen hat, wenn man die Grenzen akzeptabler Gedanken und Äußerungen über Juden und jüdische Angelegenheiten übertritt. Es wird von eifernd verkündeten, eigennützigen und im Grunde falschen Theorien über die Natur und Geschichte des Judentums und die Natur und Ursachen des Antisemitismus aufrechterhalten.</p>
<p>Nichts davon sollte einen überraschen. Jüdische Populationen haben immer enorme Auswirkungen auf die Gesellschaften gehabt, unter denen sie wohnten, wegen zweier Eigenschaften, die von zentraler Bedeutung für das Judentum als gruppenevolutionäre Strategie sind: Hohe Intelligenz (einschließlich der Nützlichkeit der Intelligenz beim Erwerb von Reichtum) und die Fähigkeit, in hoch organisierten, geschlossenen Gruppen zu operieren (MacDonald 1994). Dies hat wiederholt dazu geführt, daß Juden in Gesellschaften, in denen sie in ausreichender Zahl wohnten, zu einer Elite und zu einer mächtigen Gruppe wurden – in den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion des 20. Jahrhunderts genauso sehr wie im Spanien des 15. Jahrhunderts oder im Alexandria der Antike. Die Geschichte wiederholt sich oft doch. Tatsächlich weisen jüngste Daten darauf hin, daß das jüdische Pro-Kopf-Einkommen in den Vereinigten Staaten fast doppelt so hoch ist wie das von Nichtjuden, ein größerer Unterschied als die Einkommenskluft zwischen Schwarz und Weiß. Obwohl Juden weniger als ein Prozent der Bevölkerung stellen, machen sie mehr als ein Viertel der Leute auf der Liste der vierhundert reichsten Amerikaner des Magazins <em>Forbes</em> aus. Beachtliche 87 % der Juden im Collegealter sind gegenwärtig in höheren Bildungsinstituten eingeschrieben, verglichen mit 40 % der Bevölkerung als Ganzes (Thernstrom &amp; Thernstrom 1997). Die Juden sind in der Tat eine Elitegruppe in der amerikanischen Gesellschaft (siehe auch Kapitel 8).</p>
<p>Ich habe den Eindruck, daß die jüdische Gemeinde in den Vereinigten Staaten aggressiv weitermacht und die riesigen Zerrüttungen ignoriert, die jüdische Organisationen im Westen (jetzt hauptsächlich durch die erfolgreiche Verfechtung massiver nichteuropäischer Einwanderung) und in der islamischen Welt (durch die Behandlung der Palästinenser seitens Israels) verursacht haben. Was immer die Rechtfertigung für solche Glaubensansichten sein mag, die U.S.-Unterstützung für Israel ist allem Anschein nach eine emotional beherrschende Sache in der arabischen Welt. Ein wahrer Test der jüdischen Macht in den Vereinigten Staaten wird sein, ob die Unterstützung für Israel auch angesichts des enormen Preises aufrechterhalten wird, den die Vereinigten Staaten bereits in Form von verlorenen Menschenleben, wirtschaftlicher Zerrüttung, Hass und Mißtrauen in der gesamten moslemischen Welt und Verlust bürgerlicher Freiheiten zu Hause bezahlt haben. Während ich dies schreibe, während jüdische Organisationen sich auf eine Gegenreaktion gegen die Juden in den Vereinigten Staaten gefaßt machen und während es unter Juden beträchtliche Sorgen gibt wegen des Drucks der Bush-Administration gegen Israel, Zugeständnisse an die Palästinenser zu machen, um die moslemische Welt zu besänftigen (z. B. Rosenblatt 2001), weisen alle Zeichen darauf hin, daß es keine grundsätzlichen Änderungen in der politischen Kultur der Vereinigten Staaten hinsichtlich Israels als Folge der Ereignisse des 11.9.2001 gibt.</p>
<p align="center"><strong>DANKSAGUNGEN</strong></p>
<p>Ich weiß die kritischen Kommentare von Patrick O’Brien und James C. Russell bei der Vorbereitung dieses Vorworts zu schätzen.</p>
<p align="center"><strong>ANMERKUNGEN</strong></p>
<p>[Anm. d. Ü.: Im Unterschied zum Buch, wo die Anmerkungen gesammelt am Schluß stehen, füge ich hier die den jeweiligen Abschnitt betreffenden gleich im Anschluß an diesen an.]</p>
<p>1. McConnells Kommentare wurden in einer Email-Diskussionsliste vom 30. September 2001 gemacht.</p>
<p>2. Diese Auflistung beruht auf mehreren Quellen: Editors of Fortune (1936); <em>To Bigotry No Sanction. A Documented Analysis  of Anti-Semitic Propaganda</em>. Vorbereitet vom Philadelphia Anti-Defamation Council und dem American Jewish Committee Philadelphia: Philadelphia Anti-Defamation Council (1941); Gabler 1988; Kantor 1982; <a href="http://www.psu.edu/dept/inart10_110/inart10/radio.html">http://www.psu.edu/dept/inart10_110/inart10/radio.html</a></p>
<p>3. Ben Hecht, der ein prominenter Drehbuchautor von Hollywood und strammer Zionist war, nahm pro-interventionistische Ideen in Filme dieser Zeit auf (Authors Calendar, <a href="http://www.kirjasto.sci.fi/bhecht.htm">http://www.kirjasto.sci.fi/bhecht.htm</a>) Zum Beispiel läßt Hecht in seinem <em>Angels over Broadway</em> (1940) den Charakter von Douglas Fairbanks Jr. fragen: „Was geschah mit den Polen, den Finnen, den Niederländern? Sie sind kleine Leute. Sie haben nicht gewonnen…“ Rita Hayworth antwortet: „Das werden sie, eines Tages.“ Hecht machte auch einige Ergänzungen in Alfred Hitchcocks <em>Foreign Correspondent</em> (1940). Als Hitchcock wegen der Anti-Nazi- und pro-britischen Botschaft des Films gefragt wurde, sagte er, daß das alles das Werk von Walter Wanger und Ben Hecht sei. (Wanger war ebenfalls Jude; sein Geburtsname war Walter Feuchtwanger.) In dem Film sagt ein Charakter: „Laßt diese Lichter weiterbrennen, bedeckt sie mit Stahl, baut Kanonen ein, baut einen Baldachin aus Schlachtschiffen und Bombenflugzeugen um sie herum, und, hello, America, behalte deine Lichter, sie sind die einzigen Lichter auf der Welt.“</p>
<p>4. Die einzige Ausnahme in den letzten Jahren – wenn auch eine relativ unbedeutende – war Pat Buchanans Kolumne von 1990, in der er sich auf Israels „Amen Corner“ in den Vereinigten Staaten zur Befürwortung des Krieges gegen den Irak bezog. (In der Tat hatte das American-Israel Public Affairs Committee den Kongreß hinter den Kulissen bearbeitet, dem Irak den Krieg zu erklären [Sobran 1999]). Im <em>Wall Street Journal</em> etikettierte Norman Podhoretz, der ehemalige Herausgeber von <em>Commentary</em>, Buchanan prompt als „Antisemiten“, ohne die Notwendigkeit zu empfinden, sich der Frage zuzuwenden, ob amerikanische Juden tatsächlich zum Vorteil Israels auf Krieg gegen den Irak drängten oder nicht. Wie im Fall von Lindberghs Bemerkungen ein halbes Jahrhundert zuvor war die Wahrheit irrelevant. Während dieser Fall das Tabu der Diskussion jüdischer Interessen, so wie es üblich ist, die Interessen anderer Volksgruppen zu diskutieren, nicht geändert hat, hat es ein langfristiges Problem für Buchanans politische Karriere zur Folge gehabt. Als Buchanan sich im Jahr 2000 um das Präsidentenamt bewarb, erklärte ein feindseliger Kolumnist in einer prominenten jüdischen Publikation: „Aus dem Schleim der Abwasserkanäle und in den Schmutz der Gosse ist ein verzweifelter Patrick J. Buchanan, der Neonazi, gekrochen, indem er Antisemitismus als ein hauptsächliches Mittel benutzte, um sich eine Zukunft zu sichern“ (Adelson 1999). Der Kolumnist behauptete weiters, daß Buchanan „immer ein Neonazi war“ und daß er „die Seichtheit seines gepeinigten, kranken, defekten Geistes enthüllt.“ Um sich nicht übertreffen zu lassen, schrieb Alan Dershowitz (1999): „Lassen wir da keinen Irrtum aufkommen. Pat Buchanan ist ein klassischer Antisemit mit faschistischen Neigungen, der Israel hasst und Nazi-Kriegsverbrecher liebt.“ Das Beispiel veranschaulicht, daß Juden weiterhin immensen Druck ausüben, einschließlich Verleumdungstaktiken, um jüdische Interessen in der politischen Diskussion Amerikas tabu zu halten. Wie bei Lindbergh in einer früheren Generation ist Buchanans Erfahrung eine düstere Erinnerung an Politiker, die es wagen, die Frage jüdischer Interessen in der öffentlichen Debatte aufzuwerfen. Buchanan wurde innerhalb der Republikanischen Partei völlig marginalisiert und verließ sie schließlich, um 2000 in einem spektakulär erfolglosen Versuch als Präsidentschaftskandidat der Reform Party anzutreten.</p>
<p>5. In einer Konversation mit seiner Frau am 24. November 1941 war Charles Lindbergh pessimistisch wegen der Gründung eines jüdischen Staates:</p>
<blockquote><p>C. und ich geraten in einen Streit wegen eines Artikels in der Zeitung, einer Rede eines Rabbis bei einer jüdischen Konferenz, in der er sagte, daß das erste, was am Friedenstisch nach dem Krieg getan werden müßte, daß den Juden eine große Entschädigung für ihre Leiden gezahlt werden müßte. Er spricht auch davon, daß sie ein Stück Land für sich haben sollten – womit ich sympathisiere… [C.] sagt, daß das nicht so einfach ist. Wessen Land wirst du nehmen?&#8230; Er ist sehr pessimistisch, daß dies ohne große Leiden gelöst werden könnte. (A. M. Lindbergh 1980, S. 239)</p></blockquote>
<p>6. Das Folgende beruht auf Benderskys Studie (2000, S. 2 – 46) von Offizieren des U.S.-Militärs, ist aber repräsentativ für allgemein gehegte Einstellungen im frühen 20. Jahrhundert.</p>
<p>7. „Reform Judaism Nears a Guide to Conversion.“ <em>New York Times</em>, 27. Juni 2001.</p>
<p>8. Von jüdischem Druck zur Änderung traditioneller römisch-katholischer Einstellungen zur jüdischen Verantwortung für den Gottesmord wird von Lacouture (1995, S. 440 – 458) und Roddy (1996) erzählt. Papst Johannes XXIII strich die Erwähnung des „perfiden Juden“ aus der Karwochenliturgie (Lacouture 1995, S. 448). Er ersuchte dann um die Meinungen der 2.594 Bischöfe der Welt bezüglich der Beziehungen der Kirche zu den Juden. Buchstäblich alle Befragten wünschten den <em>status quo</em> beizubehalten. Der Papst war „bitter enttäuscht über die Antwort des Episkopats“ (S. 449).</p>
<p>9. Burton, M. L., Moore, C. C., Whiting, J. W. M., &amp; Romney, A. K. (1996). Regionen beruhend auf Sozialstruktur. <em>Current Anthropology, 37</em>: S. 87 – 123.</p>
<p>10. Laslett (1983) führt diesen grundlegenden Unterschied weiter aus und nennt vier Varianten, die von West, West-/Mittel und Mediterran bis Ost reichen.</p>
<p>11. Burton, M. L., Moore, C. C., Whiting, J. W. M., &amp; Romney, A. K. (1996). Regionen beruhend auf Sozialstruktur. <em>Current Anthropology, 37</em>: S. 87 – 123.</p>
<p>12. Barfield, T. J. (1993). <em>The Nomadic Alternative</em>. Englewood Cliffs, NJ: Prentice Hall.</p>
<p>13. Unterstützung für diese Einteilung gibt es an mehreren Stellen in meiner Trilogie über das Judentum, und diese wiederum hängt vom Werk vieler Wissenschaftler ab. Abgesehen von den Quellen in diesem Vorwort sollte man sich das Folgende besonders vormerken: Evolutionsgeschichte: MacDonald 1994, Kap. 8; Ehepraktiken: MacDonald 1994 (Kap. 3 und 8); Ehepsychologie: <em>CofC</em> (Kap. 4, 8); Stellung der Frauen: <em>CofC</em> (Kap. 4); Einstellung gegenüber Fremdgruppen und Fremden: MacDonald 1994 (Kap. 8), MacDonald 1998a (Kap. 1); Sozialstruktur: MacDonald 1994 (Kap. 8), MacDonald 1998a (Kap. 1, 3 – 5), <em>CofC</em> (Kap. 6, 8 und an verschiedenen Stellen als Wesenszug jüdischer intellektueller Bewegungen); Sozialisation: MacDonald 1994 (Kap. 7), <em>CofC</em> (Kap. 5); intellektuelle Haltung: MacDonald 1994 (Kap. 7), <em>CofC</em> (Kap. 6 und an verschiedenen Stellen); moralische Haltung: MacDonald 1994 (Kap. 6), <em>CofC</em> (Kap. 8).</p>
<p>14. Grossman et al. und Sagi et al., in I. Bretherton &amp; E. Waters (Hrsg.), <em>Growing Points in Attachment Theory and Research. Monographs for the Society for Research in Child Development, 50 (1-2)</em>, S. 233 – 275. Sagi et al. meinen, daß Temperamentunterschiede bei Angst vor Fremden wegen der ungewöhnlichen Intensität der Reaktionen vieler der israelischen Kleinkinder wichtig sein könnten. Die Tests wurden oft wegen des intensiven Weinens der Kleinkinder beendet. Sagi et al. finden dieses Muster sowohl unter Kindern, die in einem Kibbuz aufgezogen wurden, als auch bei solchen, die in der Stadt aufgezogen wurden, wenn auch bei letzteren weniger stark. Jedoch wurden die in der Stadt aufgezogenen Kinder etwas unterschiedlichen Bedingungen ausgesetzt: Es gab mit ihnen vor den Tests keine Sozialisierungsepisode mit einem Fremden. Sagi et al. meinen, daß die Sozialisierung vor den Tests die Reaktionen von Kibbuz-Babies auf Fremde intensiviert haben könnten, aber sie merken an, daß solche Vor-Tests diesen Effekt bei Auswahlgruppen von Kleinkindern aus Schweden und den Vereinigten Staaten nicht haben. Dies hebt wiederum den Unterschied zwischen israelischen und europäischen Auswahlgruppen hervor.</p>
<p>15. Ein halachischer Unterschied bezeichnet eine Unterscheidung aufgrund des jüdischen religiösen Gesetzes.</p>
<p>16. Der folgende Kommentar veranschaulicht gut die unterschiedliche Einstellung, die viele sich stark als solche identifizierende Juden zu Amerika gegenüber Israel haben:</p>
<blockquote><p>Während ich durch die Straßen Jerusalems gehe, habe ich das Gefühl, daß es bei der jüdischen Identität zuerst und vor allem um Selbstbestimmung geht und im weiteren Sinne um die Sicherheit und Macht, die damit verbunden ist, einen eigenen Staat zu haben. Ich fühle mich in Israel sehr wohl beim Anblick von Soldaten, die mit Maschinengewehren dastehen, und beim Wissen, daß sogar eine ziemliche Anzahl der Zivilisten um mich herum verdeckt eine Waffe tragen. Das bahnbrechende Ereignis für mein zionistisches Bewußtsein war, obwohl ich nach 1967 geboren wurde und schwere Bedenken wegen Israels Kontrolle über die Territorien habe, immer noch der dramatische Sieg einer jüdischen Armee im Sechstagekrieg. Versetzt mich jedoch nach New York, und plötzlich symbolisiert die National Rifle Association die dunkelste Seite dieses Landes. Es ist, als wüßte mein Unterbewußtsein instinktiv, daß es in dem Moment, wo wir am JFK Airport landen, Zeit wird, diese Bilder von israelischen Soldaten, die Kontrolle über Jerusalems Altstadt übernehmen, und von Moshe Dayan, der an der Westmauer [d. Ü.: Klagemauer] steht, zu verstecken und sie durch das vertraute Bild von Rabbi Abraham Joshua Heschel zu ersetzen, wie er an der Seite von Rev. Martin Luther King Jr. marschiert (A. Eden, „Liberalism in Diaspora.“ <em>The Forward</em>, 21. Sept. 2001)</p></blockquote>
<p>17. <a href="http://www.adl.org/presrele/dirab_41/3396_41.asp">www.adl.org/presrele/dirab%5F41/3396%5F41.asp</a></p>
<p>18. <em>Jerusalem Post</em>, 5. März 2001.</p>
<p>19. Siehe z. B. den ADL Policy Report über die Aussichten für Einwanderungsgesetze in der Administration von George W. Bush und im 107. Kongreß: <a href="http://www.adl.org/issue_government/107/immigration.html">www.adl.org/issue%5Fgovernment/107/immigration.html</a></p>
<p>20. In: S. S. Boyle (2001). <em>The Betrayal of Palestine: The Story of George Antonius</em>. Boulder, CO: Westview Press, S. 160. Wie von Boyle erzählt, wurde Sheehan 1929 von der zionistischen Publikation <em>New Palestine</em> angeheuert, um über den Fortschritt des Zionismus in diesem Land zu schreiben. Er ging nach Palästina, und nachdem er die Situation studiert hatte, gab er das Geld zurück, das die Zionisten ihm gezahlt hatten. Er schrieb dann ein Buch (<em>Personal History</em>; New York: Literary Guild Country Life Press, 1935) – das seit langem vergriffen ist – in dem er seine negativen Eindrücke von den Zionisten beschrieb. Er merkte zum Beispiel an, „wie sie niemals zugeben können oder wollen, daß irgend jemand, der anderer Meinung ist als sie, ehrlich ist“ (S. 160). Dieser Kommentar widerspiegelt den autoritären Ausschluß von Andersdenkenden, der in <em>CofC</em> (Kap. 6) als Charakteristikum jüdischer intellektueller und politischer Bewegungen festgestellt wird. Sein Buch war ein kommerzieller Fehlschlag, und er geriet still in Vergessenheit. Das Thema von Boyles Buch, Georg Antonius, war ein griechisch-orthodoxer Araber aus dem Gebiet des heutigen Libanon. Sein Buch, <em>The Arab Awakening</em> (London: Hamish Hamilton, 1938), präsentierte die arabische Seite im palästinensisch-zionistischen Disput. Zu den Anhängen in seinem Buch gehört der Briefwechsel zwischen Hussein und MacMahon vom 24. Oktober 1915 zwischen Scherif Hussein (der die arabische Revolte gegen die Türken autorisierte) und Henry MacMahon, dem britischen Hochkommissar in Ägypten. Die Korrespondenz zeigt, daß den Arabern für die Zeit nach dem Krieg die Unabhängigkeit in dem gesamten Gebiet (einschließlich Palästinas) versprochen wurde. Ebenfalls in den Anhängen enthalten ist das Hogarth-Memorandum vom Januar 1918 und die Erklärung an die Sieben vom 16. Juni 1918, die beide den Arabern versichern sollten, daß England seine früheren Versprechungen an sie einhalten werde, als die Araber nach der Balfour-Deklaration Besorgnis äußerten. Großbritannien hielt diese Dokumente geheim, bis Antonius sie in <em>The Arab Awakening</em> veröffentlichte. Antonius wurde von britischen Zionisten aus der Mandatsverwaltung Palästinas gedrängt und starb gebrochen und verarmt.</p>
<p>21. <em>Daily Pilot</em>, Newport Beach/Costa Mesa, Kalifornien, 28. Feb. 2000.</p>
<p>22. „Project Reminds Young Jews of Heritage.“ <em>The Washington Post</em>, 17. Jan. 2000, S. A19.</p>
<p>23. Steinlight mildert diese Bemerkungen, indem er auf das jüdische Engagement für moralischen Universalismus verweist, einschließlich des Hingezogenseins zum Marxismus, das für Juden während des Großteils des 20. Jahrhunderts so charakteristisch war. Jedoch, wie in Kapitel 3 angegeben, war das jüdische Engagement für den linken Universalismus immer davon abhängig, ob der linke Universalismus den vermeintlichen jüdischen Interessen entsprach, und eigentlich hat jüdischer linker Universalismus oft als wenig mehr als eine Waffe gegen die traditionellen Bande des Zusammenhalts westlicher Gesellschaften funktioniert.</p>
<p>24. In den frühen 1950ern scheint Stalin geplant zu haben, Juden in ein jüdisches Gebiet in Westsibirien zu deportieren, aber er starb, bevor dieses Projekt begonnen wurde. Während der Besetzung Polens 1940 deportierten die Sowjets Juden, die Flüchtlinge aus dem von den Nazis besetzten Westpolen waren. Jedoch war diese Aktion nicht anti-jüdisch als solche, weil davon weder Juden aus der Sowjetunion noch solche aus Ostpolen betroffen waren. Diese Deportation ist wahrscheinlicher die Folge von Stalins Furcht vor jedem oder jeder Gruppe, die westlichem Einfluß ausgesetzt war.</p>
<p>25. Taylor, S. J. (1990). <em>Stalin’s Apologist, Walter Duranty: The New York Times’s Man in Moscow</em>. New York: Oxford University Press; R. Radosh (2000). <em>From Walter Duranty to Victor Navasky: The New York Times’ Love Affair with Communism</em>, <em>FrontPageMagazine.com</em>, 26. Oktober; W. L. Anderson (2001), <em>The New York Times Missed the Wrong Missed Story</em> <a href="http://www.lewrockwell.com/anderson/anderson45.html">http://www.lewrockwell.com/anderson/anderson45.html</a>, 17. November 2001. Radoshs Artikel zeigt, daß die Sympathie der <em>Times</em> gegenüber dem Kommunismus sich bis in die Gegenwart fortsetzt. Die Times hat sich niemals von dem Pulitzerpreis distanziert, den Walter Duranty für seine Berichterstattung über Stalins Fünfjahresplan bekommen hatte.</p>
<p>26. Hamilton, D. (2000). „Keeper of the Flame: A Blacklist Survivor.“ <em>Los Angeles Times</em>, 3. Oktober.</p>
<p>27. Siehe <a href="http://www.otal.umd.edu/~rccs/blacklist/">www.otal.umd.edu/~rccs/blacklist/</a>.</p>
<p>28. Zu den Diskussionen über jüdischen Medienbesitz gehören: Ginsberg 1993, S. 1; Kotkin 1993, S. 61; Silberman 1985, S. 147.</p>
<p>29. <a href="http://www.economictimes.com/today/31tech22.htm">www.economictimes.com/today/31tech22.htm</a></p>
<p>30. <em>The Forward</em>, 27. April 2001, S. 1, S. 9.</p>
<p>31. <em>The Forward</em>, 14. November 1997, S. 14.</p>
<p>32. Eine teilweise Ausnahme ist die Washington Post Co. Bis zu ihrem kürzlichen Tod wurde die <em>Washington Post</em> von Katherine Meyer Graham geleitet, der Tochter von Eugene Meyer, der die Zeitung in den 1930eern kaufte. Miss Graham hatte einen jüdischen Vater und eine christliche Mutter und wurde als Episkopale erzogen. Katherines Ehemann Phil Graham, der ehemalige Herausgeber der <em>Post</em>, war kein Jude. Der Herausgeber der <em>Post</em> seit 1991 ist Donald Graham, der Sohn von Katherine und Phil Graham. Diese einflußreiche Verlagsgruppe ist somit ethnisch weniger jüdisch als die anderen, die hier erwähnt wurden. Die Washington Post Co. hat eine Anzahl anderer Medienbesitzanteile an Zeitungen (The Gazette Newspapers, einschließlich 11 militärischer Publikationen), Fernsehsendern und Magazinen, vor allem das zweitplazierte wöchentliche Nachrichtenmagazin der Nation, <em>Newsweek</em>. Die verschiedenen Fernsehunternehmen der Washington Post Co. erreichen insgesamt etwa 7 Millionen Haushalte, und ihr Kabelfernsehen, Cable One, hat 635.000 Abonnenten. In einem Gemeinschaftsunternehmen mit der <em>New York Times</em> gibt die <em>Post</em> die <em>International Herald Tribune</em> heraus, die englischsprachige Tageszeitung mit der weltweit größten Auflage.</p>
<p>33. <a href="http://www.eonline.com/Features/Specials/Jews/">www.eonline.com/Features/Specials/Jews/</a></p>
<p>34. Cones (1997) liefert eine ähnliche Analyse:</p>
<blockquote><p>Diese Analyse von Hollywoodfilmen mit religiösen Themen oder Charakteren offenbart, daß Hollywood Christen in den letzten vier Jahrzehnten als sexuell rigide, teufelsverehrende Kultisten gezeigt hat, die mit Gott reden; als gestört, scheinheilig, fanatisch, psychotisch, unehrlich; als Mordverdächtige, bibelzitierende Nazis, aalglatte Profitmacher, falsche Spiritualisten, Bibelhausierer, gestörte Prediger, besessen, amoklaufende katholische Schuljungen, Adam und Eva als Bauern in einem Spiel zwischen Gott und Satan, eine unausgeglichene Nonne, die beschuldigt wird, ihr neugeborenes Kind getötet zu haben, als dumm, manipulativ, falsch, Gesetzlose, Neurotiker, seelisch unausgeglichen, skrupellos, destruktiv, unflätig, betrügerisch und als Erfinder von Wundern. Wenige positive Darstellungen von Christen, falls überhaupt welche, sind in Hollywoodfilmen zu finden, die in den letzten vier Jahrzehnten veröffentlicht wurden.</p></blockquote>
<p>35. Nachgedruckt in der <em>New York Times</em> vom 27. Mai 1996.</p>
<p>36. James Ron, „Is Ariel Sharon Israel’s Milosevic?“ <em>Los Angeles Times</em>, 5. Februar 2001.</p>
<p>37. Aus dem Bericht der Kahan-Kommission (<a href="http://www.mfa.gov.il/mfa/go.asp?MFAH0ign0">www.mfa.gov.il/mfa/go.asp?MFAH0ign0</a>):</p>
<blockquote><p>Wir merken hier an, daß es anscheinend rätselhaft ist, daß der Verteidigungsminister den Premierminister in keiner Weise in die Entscheidung eingeweiht hat, die Falangisten in die Lager zu lassen.</p>
<p>Es ist unsere Ansicht, daß dem Verteidigungsminister die Verantwortung dafür zuzurechnen ist, die Gefahr von Racheakten und Blutvergießen seitens der Falangisten gegen die Bevölkerung der Flüchtlingslager mißachtet zu haben und die Gefahr nicht in Rechnung gezogen zu haben, als er entschied, die Falangisten in die Lager zu lassen. Zusätzlich ist dem Verteidigungsminister die Verantwortung zuzurechnen, keine angemessenen Maßnahmen zur Verhinderung oder Reduzierung der Gefahr eines Massakers als Bedingung für den Zutritt der Falangisten zu den Lagern angeordnet zu haben. Diese groben Fehler stellen die Nichterfüllung einer Pflicht dar, mit der der Verteidigungsminister betraut war.</p></blockquote>
<p>38. Yossi Klein Halevi, „Sharon has learned from his mistakes.“ <em>Los Angeles Times</em>, 7. Februar 2001.</p>
<p>39. <em>Washington Post</em>, 3. Juli 2001; <em>Los Angeles Times</em>, 18. Oktober 2001.</p>
<p>40. Jüdische Organisationen sind auch starke Befürworter von Gesetzen gegen „Hassverbrechen“ gewesen. Zum Beispiel veröffentlichte die ADL <em>Hate Crimes: ADL Blueprint for Action</em>, das Empfehlungen zur Verhinderung von ethnischen Gewaltverbrechen und Reaktionsstrategien auf solche bietet, wie Strafverschärfungsgesetze, Schulungen für Gesetzeshüter und Militär, Sicherheit für Gemeindeinstitutionen und Initiativen auf Gemeindeebene für Anti-Vorurteils-Bewußtsein. Im Juni 2001 kündigte die ADL ein Programm an, das der Exekutive im Kampf gegen „Extremisten und Hassgruppen“ assistieren sollte. Ein Hauptbestandteil der Law Enforcement Initiative ist die Entwicklung spezialisierter Lehrpläne über Hassverbrechen, Extremismus und Vorurteilsfreiheit für Schulungsprogramme, die für die Exekutive bestimmt sind.</p>
<p>41. Presseinformation des SWC vom 15. Juli 1999; <a href="http://www.wiesenthal.com/">www.wiesenthal.com</a>.</p>
<p>42. Z. B. Presseinformation des SWC vom 29. November 1999; 26. Januar 2001; <a href="http://www.wiesenthal.com/">www.wiesenthal.com</a></p>
<p>43. Presseerklärung der ADL vom 14. September 1999; <a href="http://www.adl.org/">www.adl.org</a>.</p>
<p>44. AFP Worldwide News Agency, 4. April 2001; <a href="http://www.afp.com/">www.afp.com</a>.</p>
<p>45. Presseerklärung der ADL vom 22. August 1996; <a href="http://www.adl.org/">www.adl.org</a>.</p>
<p>46. C. Wolf. <em>Racists, Bigots and the Law on the Internet</em>. <a href="http://www.adl.org/">www.adl.org</a></p>
<p>47. C. Wolf. <em>Racists, Bigots and the Law on the Internet</em>. <a href="http://www.adl.org/">www.adl.org</a></p>
<p>*  *  *  *  *  *  *</p>
<p>Fortsetzung:<strong> <a title="Permalink zu Die Kultur der Kritik (1) – Juden und die radikale Kritik an der nichtjüdischen Kultur: Einführung und Theorie" href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/23/kultur-der-kritik-1-juden-und-die-radikale-kritik-an-der-nichtjudischen-kultur-einfuhrung-und-theorie/">Die Kultur der Kritik (1) – Juden und die radikale Kritik an der nichtjüdischen Kultur: Einführung und Theorie</a></strong></p>
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		<title>Totengedenken anlässlich der Zerstörung Dresdens</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 01:45:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sternbald</dc:creator>
				<category><![CDATA[Barbarossa (A)]]></category>
		<category><![CDATA[Deep Roots (A)]]></category>
		<category><![CDATA[Kairos (A)]]></category>
		<category><![CDATA[schattenkoenig (A)]]></category>
		<category><![CDATA[Sternbald (A)]]></category>
		<category><![CDATA[13. Februar 1945]]></category>
		<category><![CDATA[Bombenterror]]></category>
		<category><![CDATA[Die Unfähigkeit zu trauern]]></category>
		<category><![CDATA[emotionale Verstümmelung]]></category>
		<category><![CDATA[Kriegsverbrechen der Alliierten]]></category>
		<category><![CDATA[Luftangriff auf Dresden]]></category>
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		<category><![CDATA[Umerziehung]]></category>

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		<description><![CDATA[Sternbald: Heute, am 13. Februar 2012, sollten wir unserer Toten gedenken. Der 13. Februar ist symbolträchtig, weil an diesem Tag des Jahres 1945 ein Kriegsverbrechen erfolgte, dessen Grausamkeit seinesgleichen sucht – und welches nur stellvertretend für Tausende andere solcher Kriegsverbrechen steht. Ach ja, dieses Kriegsverbrechen wurde an Deutschen begangen. Ich muss gestehen, dass ich selbst [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=15137&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><strong>Sternbald: </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong></strong>Heute, am 13. Februar 2012, sollten wir unserer Toten gedenken. Der 13. Februar ist symbolträchtig, weil an diesem Tag des Jahres 1945 ein Kriegsverbrechen erfolgte, dessen Grausamkeit seinesgleichen sucht – und welches nur stellvertretend für Tausende andere solcher Kriegsverbrechen steht.</p>
<p style="text-align:justify;">Ach ja, dieses Kriegsverbrechen wurde an Deutschen begangen. Ich muss gestehen, dass ich selbst bis vor kurzem nur eine abstrakte Vorstellung von dieser Tatsache hatte. Ich fühlte keinen richtigen Schmerz, denn ich war unfähig dazu. Auch wenn ich bereits vor Jahren aufgehört habe, an das Märchen vom bösen Nazi zu glauben, haben die tagaus, tagein aufgenommenen Anschuldigungen gegen uns Deutsche und das gebetsmühlenartig wiederholte Mysterium der spezifisch deutschen Bestialität ihre Spuren hinterlassen. Wenn ich, wo auch immer, mit solchen Anschuldigungen konfrontiert werde, dann zucke ich auch heute noch zuerst einmal kurz zusammen, als wäre ich getroffen worden und müsste mich nun schämen. Bei den Anschuldigungen kommt kurz darauf dann Zorn, da ich ja schon lange weiß, dass es sich um Lügen handelt, gegen die ich seit Jahren ankämpfe. Der erste, unwillkürliche Impuls ist aber geblieben. Wenn ich aber mit den Bestialitäten konfrontiert wurde, die an Deutschen begangen wurden, regte sich bisher nicht viel in mir, obwohl ich durchaus begriff, worum es sich handelte, und dass es wichtig ist, die Welt über diese Verbrechen aufzuklären. Worte sind zu abstrakt; wir wurden konditioniert, und ich zumindest hatte das Glück, noch nie wirklich misshandelt oder einer lebensgefährlichen Bedrohung ausgesetzt worden zu sein.</p>
<p style="text-align:justify;">Gestern bin ich auf Bilder gestoßen, die so furchtbar sind, dass sie eine Reaktion in mir ausgelöst haben. Weil ich davon ausgehe, dass es vielen Lesern ähnlich wie mir geht, mute ich sie Euch zu. Ich glaube, dass es wichtig ist, unsere emotionale Verstümmelung, die fest eingeplanter Bestandteil unserer Umerziehung durch unsere ‚Herren‘ ist, zu heilen.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/13/totengedenken-anlasslich-der-zerstorung-dresdens/280px-us_war_dept-_us_strategic_bombing_survey_s-_16_b-_5/" rel="attachment wp-att-15138"><img class="aligncenter size-full wp-image-15138" title="280px-US_War_Dept.,_US_Strategic_Bombing_Survey,_S._16,_B._5" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/280px-us_war_dept-_us_strategic_bombing_survey_s-_16_b-_5.png" alt="" width="280" height="245" /></a><span id="more-15137"></span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/13/totengedenken-anlasslich-der-zerstorung-dresdens/175px-us_war_dept-_us_strategic_bombing_survey_s-_17_b-_8/" rel="attachment wp-att-15139"><img class="aligncenter size-full wp-image-15139" title="175px-US_War_Dept.,_US_Strategic_Bombing_Survey,_S._17,_B._8" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/175px-us_war_dept-_us_strategic_bombing_survey_s-_17_b-_8.png" alt="" width="175" height="280" /></a></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/13/totengedenken-anlasslich-der-zerstorung-dresdens/228px-us_war_dept-_us_strategic_bombing_survey_s-_16_b-_6/" rel="attachment wp-att-15140"><img class="aligncenter size-full wp-image-15140" title="228px-US_War_Dept.,_US_Strategic_Bombing_Survey,_S._16,_B._6" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/228px-us_war_dept-_us_strategic_bombing_survey_s-_16_b-_6.png" alt="" width="228" height="280" /></a></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/13/totengedenken-anlasslich-der-zerstorung-dresdens/200px-us_war_dept-_us_strategic_bombing_survey_s-_21_b-_14/" rel="attachment wp-att-15141"><img class="aligncenter size-full wp-image-15141" title="200px-US_War_Dept.,_US_Strategic_Bombing_Survey,_S._21,_B._14" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/200px-us_war_dept-_us_strategic_bombing_survey_s-_21_b-_14.png" alt="" width="200" height="280" /></a></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/13/totengedenken-anlasslich-der-zerstorung-dresdens/200px-us_war_dept-_us_strategic_bombing_survey_s-_21_b-_16/" rel="attachment wp-att-15142"><img class="aligncenter size-full wp-image-15142" title="200px-US_War_Dept.,_US_Strategic_Bombing_Survey,_S._21,_B._16" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/200px-us_war_dept-_us_strategic_bombing_survey_s-_21_b-_16.png" alt="" width="200" height="280" /></a></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Deep Roots:</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Ergänzend dazu füge ich hier den Erlebnisbericht der damals 15jährigen Helga Fischlein aus der &#8220;Deutschen Militärzeitschrift&#8221; (DMZ) Nr. 43 Januar &#8211; Februar 2005 ein, welcher dort den Abschluß des Artikels &#8220;Der alliierte Luftkrieg: Tod über Deutschland, Teil V&#8221; bildete:</p>
<p><img class="wp-image-15151 aligncenter" title="Dresden - Brennende Leichenberge" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/dresden-brennende-leichenberge.jpg?w=645&#038;h=860" alt="" width="645" height="860" /></p>
<p>Und hier noch der Ausschnitt über den Bombenangriff auf Dresden aus dem Buch „LUFTKRIEG 1939 – 45“ von Janusz Piekalkiewicz (Südwest Verlag München 1978, ISBN 3 517 00605 X, 1. Auflage), ab Seite 403 (Bild samt Unterschrift ebenfalls von dort):</p>
<blockquote><p>In der Nacht vom 13./14. Februar 1945 greifen 773 Lancasters des RAF-Bomberkommandos in 2 Wellen Dresden an. Vor dem Einsatz wird den Besatzungen erklärt, daß die Ziele ein großes Giftgaswerk, wichtige Munitionsfabriken und das Gestapo-Hauptquartier im Stadtzentrum seien. Auf anderen Luftstützpunkten wiederum stellt man Dresden als wichtigen Bahnknotenpunkt hin, der für die deutsche Versorgung der Ostfront von entscheidender Bedeutung sei. Nur die wenigsten der Flieger wissen, daß Dresden eine der schönsten Städte Europas ist.</p>
<p>Die Bomber sind mit allen erdenklichen Hilfsgeräten ausgestattet. Die meisten Besatzungen haben bereits große Erfahrung sowohl in Flächen- als auch in Zielangriffen. Jedes Besatzungsmitglied erhält von ihnen für den Notfall einen großen Union Jack mit den in Russisch aufgedruckten Worten „Ich bin Engländer“.</p>
<p>In Dresden stehen seit Mitte Januar 1945 dort, wo sich Flakbatterien befanden, nur noch hölzerne Geschützattrappen. Die Kanonen selbst sind jetzt zur Panzerbekämpfung an die näherkommende Ostfront verlegt worden. Bis jetzt hat die prächtige Stadt an der Elbe den Luftkrieg kaum zu spüren bekommen.</p>
<p>Das RAF-Bomberkommando beabsichtigt, genauso wie in Hamburg vorzugehen: Die Sprengbomben sollen zuerst Dächer und Fenster zertrümmern, damit die nachfolgenden Brandbomben eine optimale Wirkung erzielen. Im ganzen Reichsgebiet sind nur 27 Nachtjäger aufgestiegen, um den schrecklichsten aller Luftangriffe auf Deutschland zu bekämpfen. Das einzige deutsche Flugzeug jedoch, das über Dresden erscheint, ist nicht etwa ein Jäger, sondern eine Kuriermaschine des OKH, die aus dem Hauptquartier der Heeresgruppe Mitte in Josefstadt (Böhmen) den Chef des Generalstabes, General von Xylander, nach Berlin ins Führerhauptquartier bringen soll. Dieses Flugzeug gerät in eine der Angriffswellen und geht über der brennenden Stadt verloren.</p>
<p>Tausende von Sprengbomben, dabei Hunderte mit 1800 und 3500 Kilogramm, fallen in dieser Nacht auf Dresden und rufen einen Feuersturm hervor, ähnlich dem, der Hamburg zwei Jahre zuvor zerstört hat.</p>
<p>Einer der Bombenschützen berichtet: „Ich warf unwillkürlich einen Blick nach unten, als die Bomben fielen, und meinen Augen bot sich das grauenhafte Bild einer Stadt, die von einem Ende zum anderen in Flammen steht. Man konnte, als der Wind die dichten Rauchwolken wegtrieb, das hellerleuchtete Dresden wie auf einem Stadtplan erkennen. Die heraufsteigende Hitze war bis in meine Kanzel zu spüren. Der Himmel hatte sich leuchtend rot gefärbt, und das Licht in der Maschine glich dem eines gespenstisch anmutenden Sonnenuntergangs im Herbst, und ich sah die Brände noch fast 320 Kilometer vom Ziel entfernt.“</p>
<p style="text-align:justify;">Der Angriff ist nicht nur als Zeichen der Solidarität mit den Sowjets gedacht, sondern auch als Demonstration der verheerenden Schlagkraft der westlichen Alliierten. Es ist nicht erwiesen, ob die Bombardierung auf Veranlassung der Sowjets geschah, aber es ist sicher, daß Churchill den Befehl dazu erteilt hat.</p>
</blockquote>
<div id="attachment_15228" class="wp-caption aligncenter" style="width: 563px"><img class=" wp-image-15228 " title="Dresden nach den allierten Bombenangriffen" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/dresden-nach-den-allierten-bombenangriffen.jpg?w=553&#038;h=455" alt="" width="553" height="455" /><p class="wp-caption-text">Dresden nach den schweren alliierten Bombenangriffen: Man wird nie die genaue Zahl der Opfer ermitteln können.</p></div>
<blockquote><p>Über 20 Quadratkilometer Stadtgebiet werden in dieser einen Nacht in Dresden verwüstet. Zum Vergleich: In London gelang es den Deutschen während des ganzen Krieges noch nicht einmal, 2,4 Quadratkilometer zu zerstören. „Die rein militärischen Schäden sind unbedeutend, es treten lediglich vorübergehend gewisse Erschwerungen des Fernsprechverkehrs und Stockungen im Eisenbahnbetrieb ein.“ (Befehlshaber im Wehrkreis IV., Gen. D. Inf. Reinhard). Weniger als ein halbes Prozent beträgt die Verlustquote bei diesem erfolgreichsten Nachtangriff des Bomberkommandos.</p>
<p>Am Mittag des 14. Februar 1945 werfen 311 Fliegende Festungen der 8. US-Luftflotte 771 Tonnen Bomben auf das brennende Dresden. Die begleitenden P-51 Mustangs jagen an diesem Aschermittwoch im Tiefflug die Menschen auf den verstopften Ausfallstraßen und die Flüchtlingstrecks auf den Elbwiesen. Der überbelegte Flugplatz in Dresden-Klotzsche bleibt auch diesmal verschont. Hätten die Alliierten Dresden tatsächlich mit der Absicht angegriffen, den sowjetischen Verbündeten zu helfen, so wären die militärischen Anlagen das Ziel gewesen. Aber die großen Kasernen sowie die riesigen Materiallager, die sich vom Rande der Neustadt bis nach Klotzsche hinziehen, bleiben fast unversehrt.</p>
<p>Am darauffolgenden Tag, dem 15. Februar 1945, erscheinen 210 B-17 der 8. US-Luftflotte über Dresden und werfen erneut 461 Tonnen Bomben in das Inferno.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Zahl der Toten in der von Flüchtlingen aus Schlesien überfüllten Stadt kann man nicht genau feststellen; nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden sollen es 60.000 sein; andere Schätzungen sprechen von 245.000 Toten. Der Angriff auf Dresden hat den Vormarsch der sowjetischen Armeen weder beschleunigt noch den Krieg verkürzt. Am Tage der deutschen Kapitulation liegt die zerstörte Stadt noch immer nicht im unmittelbaren Kampfgebiet.</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;"><strong>Barbarossa: </strong></p>
<p style="text-align:justify;">Am 13. Februar 1945 wurde Dresden bombardiert.</p>
<p><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/13/totengedenken-anlasslich-der-zerstorung-dresdens/getattachment/" rel="attachment wp-att-15159"><img class="aligncenter size-full wp-image-15159" title="GetAttachment" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/getattachment.jpg" alt="" width="219" height="146" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">Auf Hintergründe, Sinnhaftigkeit und ähnliche Dinge wollen wir heute nicht eingehen, sondern uns darauf beschränken, aus dem Buch „Der Brand“ von Jörg Friedrich zu zitieren.</p>
<p>Das Buch ist sehr zu empfehlen, und z.B. <a href="http://www.jf-buchdienst.de/advanced_search_result.php?keywords=der+brand&amp;x=16&amp;y=5">hier </a>zu erwerben.</p>
<p><strong>Über Dresden:</strong></p>
<p style="text-align:justify;">„Darmstadt und Dresden werden in dem Nr. 5 eigenen Verfahren angegriffen, dem Fächer. Der Fächer ist ein Viertelkreis. Seine Spitze liegt in Darmstadt auf dem Exerzierplatz, in Dresden auf dem Fußballplatz des DSC im Großen Ostraugehege.</p>
<p style="text-align:justify;">(…)</p>
<p style="text-align:justify;">Keine der zwei Städte ist verbunkert.</p>
<p style="text-align:justify;">(…)</p>
<p style="text-align:justify;">Der Fächer von Dresden hatte binnen einer halben Stunde nach Abflug von Nr. 5 den erwarteten Feuersturm erzielt. Zwar waren die Abwürfe leicht verzogen niedergegangen, wirkten aber nach Plan. Infolge der Methode der Gruppe weitete sich der Fächer nicht viel, an seiner breitesten Stelle zweieinhalb Kilometer.</p>
<p style="text-align:justify;">Er bedeckte drei Viertel der Altstadt. Wegen des hohen Spritgewichtes konnten nur 877 Bombentonnen geladen werden, exakt die Menge von Darmstadt. Harris wählte deshalb das in Duisburg, Köln und Saarbrücken erprobte Mittel des Doppelangriffs.</p>
<p style="text-align:justify;">Er verdoppelt nicht, er vervielfacht die Vernichtung, weil er in eine Situation des Aufatmens hineinschlägt. Neunzig Minuten nach Entwarnung, die Dresdner hatten gerade Zeit, sich in den Großen Garten oder auf die Elbwiesen zu schleppen, heulte erneut Alarm, doch nur in den Vororten, die Anlagen in der Innenstadt arbeiteten nicht mehr. Mit solchen Defekten rechnet der &gt;double blow&lt;, damit steigert er die Menschenverluste.</p>
<p style="text-align:justify;">Als die zweite Angriffsflotte um 1:16 Uhr eintraf, fand sie, wie zu erwarten, keine Bodensicht mehr vor. Der Feuersturm jagte eine kilometerhohe Rauchwolke in die Atmosphäre. Als Zielpunkt war dennoch der Altmarkt angegeben, der inmitten des Fächers lag. Das entspricht dem Sinn des Doppelschlags, der ausknockt.</p>
<p style="text-align:justify;">Attacke eins jagt Leute in den Schutz, Attacke zwei packt die den Schutz erlöst Verlassenden.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Schutzwirkung von Kellern ist nach zwei Stunden verbraucht. Anschließend, unter einem brennenden Stadtviertel, konserviert das Tiefgeschoß kein Leben mehr. Wer sich vom Zweitschlag das zweite Mal in den Keller jagen lässt, kommt kaum wieder heraus. Die sich im freien verbergen scheitern, so wie die Flüchtlinge im Dresdner Großen Garten.</p>
<p style="text-align:justify;">Seiner Logik nach ist das Verfahren auf Massenvernichtung angelegt.</p>
<p style="text-align:justify;">(…)</p>
<p style="text-align:justify;">Das linke Elbufer säumt ein fünfhundert Meter langer Grünstreifen, die Elbwiesen. Im Februar pfiff dort ein eisiger Wind, in der Nacht hatte es zu nieseln begonnen. Die Kellerinsassen in Flussnähe hasteten nach der ersten Attacke durch Qualm, Funkenflug und den Hitzesog des aufkommenden Feuersturms zu dem kühlenden Morast. Das Pflegepersonal des Johannstädter Krankenhauses schulterte die Patienten in ihren dünnen, gestreiften Hemden und legten sie dort ab. Aus der Poliklinik liefen Wöchnerinnen herbei. Das war die erste Gruppe, die der &gt;double blow&lt; aus den Verstecken gezogen und schutzentblößt unter sich hatte.</p>
<p style="text-align:justify;">Auf der gegenüberliegenden, der Bahnhofsseite erstreckte sich eine ebensolche baumbestandene Fluchtinsel, der Große Garten. Hierhin rettete sich die zweite Gruppe der Altstadtflüchtlinge.</p>
<p style="text-align:justify;">Elbwiesen und Großer Garten versammelten Zehntausende von Personen. Sie hatten gar keine andere Wahl. So wie der Fächer aufgespannt war, bot die Stadtgeographie nur die zwei Aufenthalte. Die Flächenbrandzone von Nr. 5 quetschte die darin Gefangenen gewissermaßen dorthin wie in einen aufgehaltenen Sack.</p>
<p style="text-align:justify;">Darauf prasselte ein Großteil der Munition der Folgeattacke!</p>
<p style="text-align:justify;">(…)</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Allgemein:</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Im Feuer zugrundegegangene Häuser, Schutt in Flächenbrandgebieten hielten wochenlang die Glut. So lange waren die Trümmer zu heiß, um sie anzufassen, die Strahlhitze in den Kellern musste auskühlen, ehe die Totenbergung begann. Den stofflichen Zustand der Körper haben die Instandsetzungsdienste nicht mehr ertragen und Russenkommandos gebildet für diesen Dienst.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Höllenszenen, welche die Kelleröffnungen freilegten, bestreiten jegliche öffentliche Gewalt. Was ist der Staatszweck, wenn Dinge zugelassen werden wie in Darmstadt. In den verschütteten Kellern zerplatzten Heizungsrohre, und die Insassen wurden in den Ausflüssen zerkocht.</p>
<p style="text-align:justify;">Die in den Kellerfluchten unter den Häuserblöcken kreuz und quer hastenden Eingeschlossenen stauten sich jeweils an den Mauerdurchbrüchen; hier wurden ineinander verkrallte Menschenknäuel gefunden, die mit Werkzeugen voneinander gelöst werden mussten.</p>
<p style="text-align:justify;">(…)</p>
<p style="text-align:justify;">Das waren Keller, in denen der Koks gebrannt hatte. Entweder waren die Menschen verkocht im Wasser, oder sie waren verkohlt. Oder sie saßen da wie die Geister, vermummt mit Decken und Tüchern vor dem Gesicht, mit denen sie Schutz vor dem Rauch gesucht hatten. So saßen die erstickten Menschen in den Kellern. Der Gestank war entsetzlich.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Russen, Ukrainer und Polen konnten nur mit Alkohol betäubt in diesen Hades eindringen und die Gemarterten einsammeln. Für diese Menschen war das genauso entsetzlich. Sie erbrachen sich über den Rand des Wagens, hatten ständig verfärbte Gesichter und haben von Tag zu Tag schlechter ausgesehen.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Noch einmal zu Dresden:</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Sechs Tage nach dem Dresdenangriff im Februar 1945 kontrolliert der (…) Ellgering die Instandsetzungsschritte und sieht Körperteile, Köpfe, Arme aus den Trümmern ragen. Er schließt sich der Suche einer jungen Frau nach ihren Eltern an. Ein Bergungskommando hebt die Trümmer von den Kellerlöchern, und man konnte förmlich spüren, wie die heiße Luft aus dem Keller entwich.</p>
<p style="text-align:justify;">Mit der Stablaterne, geleitet von Markierungspfeilen, wird der Luftschutzraum betreten, wo die Hausgemeinschaft sitzt. Genauso wie man im Luftschutzkeller zu sitzen pflegt, einer neben dem anderen auf der Bank, das sogenannte Luftschutz-Gepäck neben sich.</p>
<p style="text-align:justify;">Etwa dreißig bis vierzig Menschen, vorwiegend alte Leute, Frauen und Kinder, saßen tot auf den Bänken an der Wand. Nur wenige waren zu Boden gestürzt. Der Anblick war so erschütternd, dass die junge Frau unter diesem Eindruck fast zusammenbrach.</p>
<p style="text-align:justify;">(…)</p>
<p style="text-align:justify;">Auf Dresdner Friedhöfen baggerten russische Arbeiter und Gefangene Gräben, die zehntausende Gefallene aufnahmen. Dann kam milde Frühlingsluft auf und beschleunigte die Verwesung.</p>
<p style="text-align:justify;">Es blieb keine andere Wahl mehr als die Genehmigung zur Verbrennung der Leichen zu geben, die auf dem Altmarkt stattfand, wo aus Eisenträgern riesige Roste gebaut wurden, auf denen jeweils etwa fünfhundert Leichen zu Scheiterhaufen aufeinandergeschichtet, mit Benzin getränkt und verbrannt wurden.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/13/totengedenken-anlasslich-der-zerstorung-dresdens/getattachment-1/" rel="attachment wp-att-15158"><img class="aligncenter size-full wp-image-15158" title="GetAttachment (1)" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/getattachment-1.jpg" alt="" width="219" height="156" /></a></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Kairos: </strong></p>
<p style="text-align:justify;">&#8220;Gegen das Vergessen&#8221; behaupten sie anzukämpfen. Michael Winkler hat in seinem Pranger vom 8.2.2012 so schön gesagt, dass wir auch Roms Schlachtereien in Gallien und Karthago nie vergessen haben.</p>
<p style="text-align:justify;">Während sie uns zwingen, uns ständig an offenkundige Tatsachen zu erinnern, ist die Erinnerung an unsere Toten anscheinend immer &#8220;politisches Kalkül&#8221;, nicht nur die Linken, die &#8220;Bomber Harris, do it again&#8221; skandieren, instrumentalisieren den Massenmord, <a href="http://www.pi-news.net/2012/02/jedes-jahr-am-13-februar-trauern-die-dresdner/">auch wir.</a></p>
<p style="text-align:justify;">Ich muss zugeben, dass ich bei diesem Thema meine Gefühle nicht unter Kontrolle habe. Ich will relativ sachlich etwas schreiben wie &#8220;ein Volk, das seiner Toten nicht gedenkt&#8221;, ändere das in &#8220;nicht gedenken darf&#8221;, dann schnell in &#8220;nicht gedenken will&#8221; und verwerfe alles.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich möchte jedem ins Gesicht spucken, der die Phrase von sich gibt, wir sollten doch die Vergangenheit ruhen lassen.</p>
<p style="text-align:justify;">Es gibt keine Worte für das Leid unserer Vorfahren, das sich nicht auf Dresden beschränkt. Nur die allgegenwärtige Keule von der totalen Schuld der Deutschen, induziert durch Hitler, hält uns von der Trauer ab. Wir dürfen nicht trauern, weil Trauer angeblich &#8220;relativiert&#8221;.</p>
<p style="text-align:justify;">In Wirklichkeit sind wir überhaupt nicht verpflichtet über irgendeine Seele zu trauern, die von unseren Vorfahren ins Jenseits geschickt wurde, egal wie grausam oder barbarisch das vonstatten ging. Jedes Volk trauert immer nur um die eigenen Leute. Der Schuldkult ist dasselbe, als wenn man mich zwänge zur Beerdigung der zwei am 8.2.2012 bei Wien von einem LKW getöteten Menschen zu gehen, mir aber versagte, auf der Beerdigung meines Bruders zu erscheinen.</p>
<p style="text-align:justify;">Am Schlimmsten ist für mich, dass die Volkszugehörigkeit im Negativen (als &#8220;Tätervolk&#8221;, als Schuldige) gilt, aber nicht im Positiven (als Transzendenz, als Bindeglied). Wenn die linke Lüge, dass es Völker nicht gäbe, stimmen würde, dann bräuchten wir uns nicht für tatsächliche und angebliche Verbrechen unserer Ahnen schämen. Nur weil wir die Verbindung mit ihnen spüren, wirkt der Schuldkult.</p>
<p style="text-align:justify;">Das ist auch die Erklärung für die Überzeugungskraft der linken Ideologie, die ja nicht gerade durch Logik oder Wahrhaftigkeit besticht. Aber wer links ist, wer sich bewusst als antideutsch auffasst, der entgeht der ewigen Schuld. Sich in der Schuld suhlen wie ein Schwein im Schlamm, es geradezu genießen sich zu schämen, das ist das linke Erfolgsmodell.</p>
<p style="text-align:justify;">Zurück zu Dresden: Auch heute wieder werden wir beobachten können wie die einzigen Volksgenossen, die sich noch trauen, die Wahrheit auszusprechen, von einem Heer geistig zurückgebliebener Hexenjäger mundtot gemacht werden, während die Stadt Dresden, weil man ihr eine ehrenhafte Trauer verwehrt, sich wieder einmal nur in Grund und Boden schämen kann.</p>
<p style="text-align:justify;">Lasst uns heute auch &#8220;gegen das Vergessen&#8221; anschreiben:</p>
<p style="text-align:justify;">Es waren <strong><em>nicht</em></strong> 25.000.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Es waren mehr als 300.000!!!</strong></p>
<p style="text-align:justify;">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p>„Dresden wurde bewußt für die Zerstörung durch einen Terrorakt ausgewählt,<br />
der nicht gegen die Nazis beabsichtigt war, sondern gegen das deutsche Volk an<br />
sich. Die Bombardierung von Dresden, &#8230; wurde von einer Gruppe Sozialpsychiater an der Strategic Bombing Survery (SBS) ersonnen und geleitet, welches mit<br />
dem Kommando für Sonderoperationen des Office of Strategic Services (OSS)<br />
verbunden ist. Diese Gruppe wurde effektiv vom Leiter des Britischen Direktorats<br />
der Psychologischen Kriegsführung, Brigadegeneral John Rawlings Rees geleitet,<br />
Direktor der Tavistock-Klinik in London, welche seit den 1920er Jahren als Zentrum der psychologischen Kriegsführungsoperationen des britischen Empires gedient hatte. Die Mannschaft des Strategic Bombing Survery, die eine Heerschar<br />
aus den USA stammender Tavistock-Mitarbeiter wie Kurt Lewin [J], Rensis Likert<br />
und Margaret Mead umfaßte, theoretisierte, daß der Terror, welcher der deutschen Bevölkerung mit der ‚Botschaft von Dresden’ auferlegt werde, ihren Willen zum Kampf brechen und sie ängstlich, erschrocken und verwirrt zurücklassen würde. Sie projektierten, daß er [der Terror] einen dauerhaften Effekt auf<br />
Deutschland haben würde, diese Nation aus den großen Staaten von Europa<br />
entfernen und in ein dauerhaft psychologisch verletztes Wesen verwandeln<br />
würde. Dem deutschen Volk, argumentierten sie, würde die Erkenntnis gebracht, daß ‚alles, was Deutschland ausmache’, seine ganze Kultur und Geschichte, in einem Augenblick, wie diesem, durch jene Mächte weggewischt<br />
werden könnte, die sich auch zukünftig einem anmaßenden Deutschland entgegenstellen würden.“</p>
<p>vgl. Lonnie Wolfe: Americans Target of Largest Media Brainwashing Campaign in History. The New Federalist Weekly Newspaper, Printed in the American Almanac, September, 2001; sowie http://american_almanac.tripod.com/brainw.htm</p>
<p>[Quelle: <a href="http://totoweise.files.wordpress.com/2011/07/birthelmmichael-kommheiminsreich.pdf">Birthelm</a>, S. 188f.]</p>
<p style="text-align:justify;">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>schattenkoenig:</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Im Jahre 1995, als 18jähriger Gymnasiast, hörte ich zum ersten Male bewußt, was die alliierten Bomberverbände dem schönen Dresden angetan hatten. Der NDR brachte eine zweistündige Sendung, in der das Geschehen wie in einer Live-Reportage in die Gegenwart geholt wurde. Es war ein ebenso erschütterndes wie prägendes Hörerlebnis, das ich nie vergessen habe.</p>
<p style="text-align:justify;">Lange hatte ich die grausigen Ereignisse in den deutschen Städten, für die Hamburg und Dresden nur stellvertretend stehen, verdrängt, verdrängen wollen. Ich wollte darüber nichts wissen, und die Art, wie der öffentliche Diskurs in Deutschland darüber zu der Zeit geführt wurde, kam einer solchen ignoranten Haltung sehr entgegen; man konnte spüren, daß die ignorante Egal-Haltung erwünscht war. Als Besucher einer gymnasialen Oberstufe ist man nicht Herr seiner Gedanken und noch weniger seiner Gefühle. Großen Einfluß üben die sogenannten &#8220;Lehrer&#8221;, die in Wirklichkeit verantwortungslose Umerzieher in alliierten Diensten sind, sowie die &#8220;Peergroups&#8221; aus, bei denen es sich, meiner damaligen Neigung entsprechend, um &#8220;bürgerliche&#8221;, &#8220;aufstiegsorientierte&#8221; &#8220;Kulturmenschen&#8221; gehandelt hat, die schon früh verinnerlicht hatten, wie man sich bei Meinungsbildnern einschmeichelt, Mitschüler ideologisch einnordet und sie bei Nichtfolgsamkeit aus der Klassengemeinschaft ausstößt. Der nicht nur linke, sondern kulturzerstörerische und die eigene Identität hassende Mainstream in dieser Umgebung hatte mich zuvor einmal dazu gebracht, meine Eltern darüber zu &#8220;belehren&#8221;, daß die Bombardierung deutscher Städte durch die Alliierten kein Kriegsverbrechen gewesen sei, da die Deutschen ja schließlich Hitler an die Macht gewählt, den Krieg angefangen und den Holocaust verbrochen hatten; all das sei eine gerechte Strafe für &#8220;dieses Volk&#8221; gewesen. Ob diese zynische Sprache die Eltern verstörte oder verletzte, war mir im Gestus des &#8220;Höhergebildeten&#8221; egal gewesen. Jedenfalls, diese Radiosendung damals änderte das alles und läßt mich noch heute Scham für meine Worte empfinden. Aber der &#8220;Generationenkonflikt&#8221; ist im Rahmen der dauerhaften Umerziehungsstrategie, die die Feinde von damals heute noch verfolgen und die hauptsächlich über die Schulen wirkt, beabsichtigt und einkalkuliert &#8211; sie spekuliert auf genau diesen Effekt, Verstörung und Erschrecken über die Schulen auch in die Elterngeneration zu tragen.</p>
<p><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/13/totengedenken-anlasslich-der-zerstorung-dresdens/dresdenii/" rel="attachment wp-att-15182"><img class="aligncenter size-full wp-image-15182" title="dresdenii" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/dresdenii.jpg" alt="" width="471" height="354" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">Inzwischen ist leider der gleiche Menschenschlag meiner Generation, der damals zu den Strebern und ideologischen Gleichrichtern gehörte, als hochbezahlter Phrasendrescher in Landesparlamente eingezogen oder erfreut sich seiner Selbstgerechtigkeit und seiner Tapferkeit bei der wie üblich von allen Gewerkschaften, Parteien, Kirchen, Verbänden und &#8220;Opfer&#8221;-Organisationen mitgetragenen &#8220;Gegendemonstration&#8221; gegen den &#8220;Naziaufmarsch&#8221;, der stets perfiderweise vorgibt, der &#8220;Opfer&#8221; des &#8220;Kriegsverbrechens von Dresden&#8221; &#8220;gedenken&#8221; zu wollen, was, wie jeder weiß, nur Propagandalügen der hinterhältigen rechten Nazischweine sind. Keine Scham oder Gewissensbisse aufgrund eigenen Verhaltens zu entwickeln, ist zwar der geistigen und psychischen Gesundheit abträglich, behindert aber die Karriere in der Bundesrepublik nicht, befördert sie sogar.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich habe seit damals immer am 13./14. Februar an den Schrecken von Dresden gedacht, aber immer noch angenommen, daß die Bombardierung von Wohngebieten ein Kollateralschaden gewesen sei, der bei der Zerstörung kriegswichtiger Anlagen des Feindes eben unbeabsichtigt, aber unvermeidbar passiert. Und daß die Konsequenzen der deutschen Bombenangriffe auf London und Coventry eben auch nicht weniger schlimm gewesen wären. Es war der Wunsch, sich nicht zu nahe einzulassen mit dem, was, wenn man es doch täte, einen zum &#8220;rechten Nazischwein&#8221; werden lassen würde.</p>
<p style="text-align:justify;">Acht Jahre später führte ich dann an der Universität ein denkwürdiges Gespräch mit einem Kommilitonen, in dem dieser sinngemäß sagte, er denke bei der &#8220;Verantwortung des Wissenschaftlers&#8221; &#8220;an die Physiker und Ingenieure in England, die auftragsgemäß die optimalen Einsatzbedingungen und die bestmögliche Strategie entwickeln sollten, um in einer Stadt planmäßig einen Feuersturm zu entfachen&#8221;.</p>
<p style="text-align:justify;">Gut, denke ich heute, daß der Kommilitone &#8211; der keineswegs ein &#8220;Rechter&#8221; war &#8211; solche eindringlichen Worte wählte, denn ein konkretes Beispiel kann das Denken viel besser anregen als all die vorgestanzten Phrasen, die einem von Massenmedien und ihren Sprechpapageien, die sich für gebildete, kritische und sogar engagierte Zeitgenossen halten, entgegenschallen. Er hat damit in meinem Empfinden viel bewirkt. Konnte es wirklich sein, daß die Feuerstürme keine Kollateralschäden, sondern kalkuliert und beabsichtigt herbeigeführte Katastrophen im Rahmen einer Terrorstrategie waren? Heute weiß ich: Ja. Genauso haben sie es gemacht. Das Ziel dieser Strategie war kein anderes als das, so viele Menschenverluste herbeizuführen wie nur möglich.</p>
<p><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/13/totengedenken-anlasslich-der-zerstorung-dresdens/dresdeniii/" rel="attachment wp-att-15183"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15183" title="dresdeniii" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/dresdeniii.jpg?w=500&#038;h=326" alt="" width="500" height="326" /></a></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Natürlich war das ein Kriegsverbrechen!</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Man hätte es von Anfang an wissen können, wissen müssen: Feuerstürme entstehen nicht zufällig, sondern sind das Ergebnis exakt arbeitenden thermodynamischen und strömungsmechanischen Waffeningenieurwesens. Zunächst müssen Markierungszeichen gesetzt und die &#8220;Gefechtsfeldbeleuchtung&#8221; durch sogenannte &#8220;Christbäume&#8221; besorgt werden. Danach müssen mit Sprengbomben und Luftminen Dächer abgedeckt, Türen und Fenster für den Luftstrom geöffnet, Rettungswege blockiert werden. Als nächstes werden Brandbomben und Phosphorbomben geworfen, und zwar viel mehr, als nötig wäre, um jedes einzelne Haus zu entzünden. Viele Einzelfeuer sollen sich zum vernichtenden Großbrand vereinigen. Der Sturm, den die aufsteigende heiße Brandluft entfacht, ist ebenso einkalkuliert wie der Sauerstoffverbrauch der Flammen, der den Menschen in den Schutzräumen die Atemluft entzieht. Und wenn nach Stunden endlich Entwarnung gegeben wird, die Überlebenden die Schutzräume verlassen und die Löscharbeiten einsetzen, ist der ideale Zeitpunkt für die zweite Angriffswelle gekommen. Die Menschenmassen, die auf die einzig verbleibenden sicheren Plätze strömen, um vor dem Inferno Schutz zu suchen, würden den Angreifern, wie die psychologischen Kriegsverbrecher des Tavistock-Instituts ebenfalls vorauskalkuliert hatten, in eine gut geplante Falle laufen. Genau hierbei &#8211; und nicht bei der anwendungsfernen Grundlagenforschung, wie man uns heute einreden will &#8211; verliert Wissenschaft ihre Unschuld.</p>
<p style="text-align:justify;">Hier sind zwei Beispieltexte, die verdeutlichen, welche Gedanken den Planern von Feuerstürmen durch die Köpfe gegangen sein müssen. Beide beziehen sich allerdings auf die &#8220;Operation Gomorrha&#8221;, die 1943 Hamburg zerstörte.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Bereits im Frühjahr 1942 hatten die britische Royal Air Force (RAF) mit ihrem Angriff auf die altehrwürdige Hansestadt Lübeck demonstriert, dass sich durch den kombinierten Abwurf von Spreng- und Brandbomben unter bestimmten Wetterbedingungen ein regelrechter Feuersturm entfachen ließ &#8211; eine Art des Flächenbombardements, mit der sich besonders in dicht bebauten Altstädten ganze Viertel mit geringem Aufwand vernichten ließen.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>- <em>einestages</em> über die &#8220;Operation Gomorrha&#8221;, die Hamburg einäscherte</p>
<blockquote><p><em><strong>&#8220;Moral bombing&#8221;</strong> lautet das neue Leitmotiv, das seit einer Direktive vom Juli 1941 darauf abzielt, &#8220;die Moral der Zivilbevölkerung insgesamt zu zerstören, sowie die Industriearbeiter im besonderen.&#8221; [51] In ihrem Bestreben nach apokalyptischen Luftschlägen greifen Wissenschaftler und Strategen in den letzten Kriegsjahren auf eine Kombination von technischen und natürlichen Kräften zurück, um innerhalb von einer Stunde ein riesiges Vernichtungspotential freizusetzen, so daß den Verteidigern keine Zeit und Möglichkeit zum Einschreiten bleibt. Als die Royal Air Force Ende Juli 1943 unter dem Codewort &#8220;Gomorrha&#8221; ihren Großangriff auf Hamburg startet, befinden sich neben hochwirksamen Luftminen vor allem Stab- und Flüssigkeitsbomben an Bord, welche in der alten Hansestadt binnen kürzester Zeit einen tobenden Feuersturm entfachen und die Stadt in einen heißen Schmelzofen verwandeln, in dem Menschen, Metalle und Mauern zu Asche verglühen und zu Lava verkochen. In den dicht bebauten Wohngebieten entzünden die alle Stockwerke durchschlagenden Brandbomben sofort ganze Häuser vom Dach bis zum Erdgeschoß, während die Luftminen im Umkreis von 500 Metern alle Dächer, Fenster und Türen aufsprengen, so daß die Flammen reichlich Zugluft bekommen und die Temperaturen geradezu explodieren. Die einzelnen Brandherde vereinen sich, wie von riesigen Blasebälgen angefacht, schnell zu einem Großfeuer, aus dem heraus die Heißluft wie aus einem gigantischen Kamin nach oben schießt, während unten aus einem Umkreis von mehreren Kilometern Frischluft angesaugt wird. Wie eine Riesenpumpe entzieht das Feuer den Kellern allen Sauerstoff und bringt die durch die Straßen und Gassen zuströmenden Luftmassen auf Orkangeschwindigkeit von bis zu 75 Metern pro Sekunde. Die glühend-peitschende Luft ist nicht mehr einzuatmen, dörrt die Menschen aus, und Strahlhitze und Feuer äschern sie ein. Wer sich in den Straßen befindet, wird mitgerissen, wer in den Kellern Sicherheit gesucht hat, erstickt, wer der Hitze ausgesetzt ist, verbrennt. Keller werden zu Krematorien, umbaute Hinterhöfe zu glühenden Verliesen. Im Gegensatz zu den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges fließt in diesen Totenstädten nur wenig Blut. Trotzdem wirkt der rasende Feuersturm vernichtender als alle Munition. Allein in Hamburg sterben bei diesem Luftangriff 40.000 Zivilisten. [52]</em></p></blockquote>
<p>- Peter Borscheid: Das Tempo-Virus. Kulturgeschichte der Beschleunigung.</p>
<p><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/13/totengedenken-anlasslich-der-zerstorung-dresdens/dresdeni/" rel="attachment wp-att-15184"><img class="aligncenter size-medium wp-image-15184" title="dresdeni" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/dresdeni.jpg?w=500&#038;h=284" alt="" width="500" height="284" /></a></p>
<blockquote><p><em>&#8220;Mit dem Angriff ist beabsichtigt, den Feind dort zu treffen, wo er es am meisten spüren wird. Hinter einer teilweise schon zusammengebrochenen Front gilt es, die Stadt im Zuge weiteren Vormarschs unbenutzbar zu machen und nebenbei den Russen, wenn sie einmarschieren, zu zeigen, was das Bomberkommando tun kann.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>- Air Chief Marshal Arthur T. Harris</p>
<p style="text-align:center;">*  *  *  *  *  *  *</p>
<p>Weitere Artikel:</p>
<p>Metapedia: <a href="http://de.metapedia.org/wiki/Luftangriff_auf_Dresden" target="_blank">Der Luftangriff auf Dresden</a></p>
<p>Kevin Alfred Strom: <a href="https://schwertasblog.wordpress.com/2011/02/14/heute-vor-66-jahren-dresden-ein-echter-holocaust/" target="_blank">Dresden, ein echter Holocaust</a></p>
<p>Thorsten Hinz: <a href="http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M541ddee6132.0.html?PHPSESSID=54e8bdf58f20b8b38623a7635ba5103e" target="_blank">Stachel des Zweifels</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/schwertasblog.wordpress.com/15137/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/schwertasblog.wordpress.com/15137/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/schwertasblog.wordpress.com/15137/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/schwertasblog.wordpress.com/15137/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/schwertasblog.wordpress.com/15137/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/schwertasblog.wordpress.com/15137/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/schwertasblog.wordpress.com/15137/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/schwertasblog.wordpress.com/15137/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/schwertasblog.wordpress.com/15137/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/schwertasblog.wordpress.com/15137/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/schwertasblog.wordpress.com/15137/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/schwertasblog.wordpress.com/15137/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/schwertasblog.wordpress.com/15137/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/schwertasblog.wordpress.com/15137/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=15137&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Dresden - Brennende Leichenberge</media:title>
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		<title>Ethnizität und Physik II &#8211; Niels Bohr und die Atome</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Feb 2012 20:32:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schnee-Eule</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Niels Bohr und die Atome Von schattenkoenig (Teil I dieser Kleinserie: Ethnizität und Physik I &#8211; Wie &#8220;jüdisch&#8221; ist die Relativitätstheorie?) Niels Henrik David Bohr wurde 1885 in Kopenhagen geboren. Seine Mutter, Ellen Adler, war jüdisch. Nach Studium und Promotion 1911 ging Bohr nach Großbritannien, um bei den Nobelpreisträgern J.J. Thomson und Ernest Rutherford zu [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=14842&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_14935" class="wp-caption alignnone" style="width: 241px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/11/ethnizitat-und-physik-ii-niels-bohr-und-die-atome/nielsbohr/" rel="attachment wp-att-14935"><img src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/nielsbohr.jpg" alt="" title="NielsBohr" width="231" height="326" class="size-full wp-image-14935" /></a><p class="wp-caption-text">Der &quot;dänische&quot; Physiker Niels Bohr</p></div>
<p style="text-align:justify;"><b>Niels Bohr und die Atome</b></p>
<p><i>Von schattenkoenig</i></p>
<p>(Teil I dieser Kleinserie: <a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/06/ethnizitat-und-physik-i-wie-judisch-ist-die-relativitatstheorie/" target="_blank"><u>Ethnizität und Physik I &#8211; Wie &#8220;jüdisch&#8221; ist die Relativitätstheorie?</u></a>)</p>
<p style="text-align:justify;">Niels Henrik David Bohr wurde 1885 in Kopenhagen geboren. Seine Mutter, Ellen Adler, war jüdisch. Nach Studium und Promotion 1911 ging Bohr nach Großbritannien, um bei den Nobelpreisträgern J.J. Thomson und Ernest Rutherford zu arbeiten. Beide gelten als hervorragende Experimentatoren, doch Niels Bohr sollte sein Leben lang Theoretiker bleiben. Während dieser Zeit wurde den Fachleuten allmählich klar, daß sich in der Welt der kleinsten Objekte die klassischen Konzepte &#8220;Welle&#8221; und &#8220;Teilchen&#8221; nicht mehr streng trennen lassen, daß sie sich vielmehr überlagern und vermischen.</p>
<p style="text-align:justify;">In diesem Artikel soll es um Niels Bohr und andere Akteure der theoretischen Physik von 1900 bis ca. 1935 gehen, die, indem sie die neue Theorie in immer mehr Bereiche einziehen ließen, vielleicht darüberhinaus noch subtilere Ziele verfolgt haben könnten, die man, ähnlich wie die &#8220;Poststrukturalisten&#8221; in der Literatur- und die &#8220;Konstruktivisten&#8221; in der Kulturwissenschaft, als &#8220;kulturrevolutionär&#8221; bezeichnen müßte. Abschließend soll die Rolle Niels Bohrs in dem für heutige Physikhistoriker noch immer nicht völlig verstandenen Treffens zwischen Niels Bohr und Werner Heisenberg näher beleuchtet und neu gedeutet werden. </p>
<p style="text-align:justify;">(Wenn auch der erste Teil dieses Artikels wieder sehr physiklastig geworden ist, so sollte sich der Leser nicht abgeschreckt fühlen, den Abschnitt über Bohr und Heisenberg zu lesen.)</p>
<p><span id="more-14842"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Sehr bekannt geworden ist das Doppelspaltexperiment von Davisson und Germer, das die Welleneigenschaften von Elektronen demonstriert &#8211; Dingen, die punktförmige Stoßspuren auf Photoplatten hinterlassen und deshalb immer für klassische Teilchen gehalten worden waren. Daß Wellen am Doppelspalt interferieren und Beugungsmaxima und -minima auf einem Schirm dahinter bilden, war lange bekannt, aber auch Elektronen schienen mit ihresgleichen in Interferenz treten zu können. Dies wurde sogar dann beobachtet, wenn die Intensität des Elektronenstrahls so niedrig gewählt wurde, daß sich statistisch betrachtet immer nur ein Elektron in der Apparatur befand, das dann entweder durch den einen oder den anderen Spalt hätte treten müssen. Doch die Elektronen schienen zu &#8220;wissen&#8221;, wie sich die anderen Elektronen verhalten würden, und hinterließen ihre Stoßspuren auf der Photoplatte ausschließlich dort, wo sich &#8211; hätte man das Experiment mit Lichtwellen durchgeführt &#8211; Maxima befunden hätten; in die Zonen, wo Minima zu erwarten wären, drangen sie nicht ein. Nachdem sich die Elektronen an einem einzelnen Spalt so verhalten, wie es für Teilchen völlig normal und zu erwarten ist, ist dieses Ergebnis zutiefst verstörend. Können Elektronen mit sich selbst interferieren?</p>
<div id="attachment_15062" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/11/ethnizitat-und-physik-ii-niels-bohr-und-die-atome/elektroneninterferenz500x244/" rel="attachment wp-att-15062"><img src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/elektroneninterferenz500x244.gif" alt="" title="elektroneninterferenz500x244" width="500" height="244" class="size-full wp-image-15062" /></a><p class="wp-caption-text">Das Davisson-Germer-Experiment: Bei einem geöffneten Spalt verhalten sich die Elektronen wie Teilchen, bei zweien wie Wellen. Wellenfunktionen machen dieses Verhalten berechenbar, aber wie kann man es &quot;verstehen&quot;?</p></div>
<p style="text-align:justify;">1901 hatte Max Planck seine Quantenhypothese veröffentlicht, derzufolge Energie und andere Meßgrößen nur in kleinsten Portionen auftreten können. Bis die Tragweite dieses Weltbildwechsels völlig erkannt war, sollten dreißig Jahre des Ringens vergehen, in dem die Verfechter des klassischen, mechanistischen und deterministischen Weltbildes immer mehr an Boden verloren.</p>
<p style="text-align:justify;"><b>Die Bohrschen Postulate</b></p>
<p style="text-align:justify;">Hatte Max Planck noch sein Strahlungsgesetz durch eine sehr gründliche theoretische Durchdringung der bisherigen Theorien zur Strahlung schwarzer Körper, die Rayleigh-Jeans und Wien aufgestellt hatten und die zueinander im Widerspruch standen, gefunden, so diente bereits wenig später die Quantenhypothese, die Planck und viele andere nur widerwillig akzeptieren konnten, Niels Bohr zum Anlaß, das Bild vom Atom zu revolutionieren.</p>
<p style="text-align:justify;">Seit Rutherford stellte man sich ein Atom wie ein Mini-Planetensystem (von der Coulomb-Kraft statt der Gravitation zusammengehalten, doch beider Kraftgesetze sind äquivalent) mit dem elektrisch positiven Kern im Zentrum vor, um den die negativen Elektronen gleich Planeten kreisen sollten. Die Maxwellsche Elektrodynamik jedoch läßt das strenggenommen nicht zu: Eine elliptische Bahn bedeutet für einen geladenen Körper andauernde Beschleunigung in Richtung des Kerns, und beschleunigte elektrische Ladungen senden elektromagnetische Strahlung aus. Diese Strahlung würde den Elektronen ständig Energie entziehen, so daß sie ihre Ellipsenbahnen nicht aufrechterhalten könnten und in den Kern fallen müßten. Das war ein bekannter Mangel von Rutherfords Modell.</p>
<p style="text-align:justify;">Niels Bohrs Alternative löste das Problem mit prinzipieller Gewalt: Er ordnete an, daß bestimmte Bahnen um den Kern strahlungslos zu sein hätten. Zur näheren Begründung dieses Postulats diente die Quantisierung des Drehimpulses, so daß &#8211; im Gegensatz zum Planetensystem &#8211; die Elektronen nur mit bestimmten Abständen um den Kern kreisen &#8220;durften&#8221;, denen wiederum gewisse Energieniveaus entsprachen. Die charakteristischen Linienspektren der Gase werden durch infolge Wechselwirkung mit Photonen hervorgerufenen Sprünge zwischen diesen Energielevels auch quantitativ gut erklärt. Das Problem der strahlungslosen Bahn aber war damit nicht aus der Welt: Warum sollten gerade diese Niveaus strahlungslos sein?</p>
<p style="text-align:justify;">Im Wellenbild der Elektronen konnte man die Bohrschen Postulate rechtfertigen, indem man die Elektronen als &#8220;stehende Wellen&#8221; auffaßte, die sich nur ausbilden könnten, wenn der &#8220;Umfang&#8221; des Wellengangs ein Vielfaches seiner Wellenlänge betrug; Wellen, die diese Bedingung nicht erfüllten, würden im Zeitmittel mit sich selbst interferieren und folglich verschwinden.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Bohrschen Postulate erwiesen sich als gute Erklärung für das quantitativ Beobachtete, doch theoretisch befriedigend erklären konnten sie die Vorgänge nicht. Das leistete erst Erwin Schrödinger mit seiner bahnbrechenden Gleichung, für die sich stehende Wellen mit den bekannten quantisierten Parametern gerade als diejenigen Lösungen ergeben, für die die Aufenthaltswahrscheinlichkeit hinreichend schnell mit wachsendem Radius klein wird. Die Schrödingergleichung selbst wiederum fällt nicht einfach als nicht näher begründetes Postulat vom Himmel, sondern wurde in enger Anlehnung an den Hamiltonoperator der klassischen Mechanik von Schrödinger genialerweise erraten.</p>
<p style="text-align:justify;"><b>Die &#8220;Kopenhagener Interpretation&#8221; der Quantentheorie</b></p>
<p style="text-align:justify;">Teilchenzustand und zeitliche Entwicklung eines Mikrosystems werden durch seine Wellenfunktion determiniert, wobei komplizierter aufgebaute Systeme als Wasserstoffatome Wellenfunktionen haben, die nicht mehr sinnvollerweise analytisch hergeleitet werden können. Das mechanisch-deterministische Bild, das die Erfolge der Physik im 19. Jahrhundert ermöglicht hatte, ist mit der Wellenfunktion nicht mehr haltbar, da nicht mehr vom Ort eines Teilchens, sondern nur noch von Aufenthaltswahrscheinlichkeit in einem Raum- oder Parameterbereich sinnvoll gesprochen werden kann. Nun werden aber durch eine Messung die Teilchen nicht als verschmierte Wahrscheinlichkeitsdichte sichtbar, sondern als Erscheinungen an ganz konkreten Orten nachgewiesen.</p>
<p style="text-align:justify;">Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, erfand Bohr, während er in Kopenhagen lehrte, nun noch als &#8220;Erklärung&#8221; für dieses Verhalten eines Systems einen Einfluß des Experimentators hinzu. Werner Heisenberg, der für die Aufstellung der Unschärferelation bereits mit 31 Jahren den Nobelpreis erhalten hatte, war an der Entwicklung dieses Konsensgebäudes übrigens auch beteiligt. Ein Meßprozeß sollte gewissermaßen das System &#8211; in der Quantenmechanik repräsentiert durch eine normierte Linearkombination verschiedener Eigenzustände des Schrödingeroperators &#8211; dazu zwingen, sich unter denjenigen Eigenzuständen, die in die Linearkombination eingehen, für einen zu entscheiden. Damit wird gesagt, daß objektive Messungen durch verschiedene Experimentatoren &#8211; oder durch denselben zu verschiedenen Zeiten &#8211; nicht möglich seien und das Ergebnis rein zufällig sei: es gebe nicht nur keinen Determinismus in der Natur, sondern das Meßergebnis werde vom Beobachter sozusagen auch noch selbst gemacht und sei somit <i>subjektiv.</i></p>
<p style="text-align:justify;">Ein solcher Indeterminismus gilt aber nun nicht nur für die quantenmechanische Mikrowelt, sondern läßt sich, wie Schrödinger selbst in seinem polemisch-bösartigen Gedankenexperiment zeigte, in unsere Alltagswelt holen, indem kleine Ursachen wie Kernzerfälle große Wirkungen wie den Tod einer Katze nach sich ziehen. Ist der Kern vor der Messung in einem &#8220;zerfallen-nichtzerfallenen Mischzustand&#8221;, so muß sich auch die Katze in einem schwer vorstellbaren &#8220;tot-lebendigen Mischzustand&#8221; befinden &#8211; solange nicht durch Öffnen der Kiste die Katzenwellenfunktion zum Zusammenbrechen gebracht wird. Das ist für einen großen Teil der Physiker bis heute eine große Zumutung im Denken.</p>
<p style="text-align:justify;"><i>&#8220;Wer von der Quantentheorie nicht schockiert ist, der hat sie nicht verstanden.&#8221;</i><br />
- Niels Bohr</p>
<p>Um nicht als begriffsstutzig zu gelten, muß man nach Bohr also die Erschütterung des bisherigen Weltbildes akzeptieren.</p>
<p style="text-align:justify;">Fritz W. London, Edmond Bauer und Eugene Wigner trieben den Subjektivismus der Bohrschen Interpretation gar noch auf eine Spitze: den Idealismus, demzufolge alle Objekte, die beobachtet werden, letztendlich gar nicht &#8220;objektiv&#8221; existieren, sondern &#8220;Geschöpfe des menschlichen Geistes&#8221; sein sollen. Eine solche Auffassung würde sich nahtlos an die &#8220;Erfolge&#8221; des Konstruktivismus und des <a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2011/06/23/was-ist-poststrukturalismus-und-warum-ist-das-ansteckend/" target="_blank"><u>Poststrukturalismus</u></a> in den Geisteswissenschaften anschließen lassen und hätte sicherlich erhebliches dekonstruktivistisches Potential für die etablierte, von europäischem Geist geprägte akademische Welt, was sie zu einem für einen gewissen, zu Revolution und Nihilismus neigenden Menschenschlag höchst interessanten geistigen Spielzeug macht. Ob man nun viel oder wenig von Albert Einstein hält: zumindest muß man ihm zugute halten, daß er sich mit den Subjektivisten innerhalb der Physik nie anfreunden konnte und an eine wirkliche, objektiv vorhandene Realität geglaubt hat.</p>
<p style="text-align:justify;">Wie wäre es denn überhaupt erklärlich, daß wir in einer völlig indeterministischen und subjektivistischen Welt leben und sie verstehen können? Davon, daß unsere durch Erfahrung gewonnenen Erwartungen über die Welt sich immer wieder als tragfähig und &#8220;objektiv zutreffend&#8221;, zumindest aber als &#8220;vertrauenswürdig&#8221; erweisen, würde ich in einer völlig indeterministischen Quantenwelt nicht unbedingt ausgehen. Im Grunde beweist doch schon der Befund, daß die Subjektivisten in ihrem täglichen Leben überhaupt zurechtkommen, daß die Theorien, die sie der Welt verkünden und als unumstößlich zu glauben vorsetzen wollen, mit einem hohen Maß an gesunder Skepsis zu betrachten sind.</p>
<p style="text-align:justify;">Doch während die physikalische Fachwelt ernsthaft nach besser akzeptablen Alternativen zum Indeterminismus sucht, ist die subjektivistische &#8220;Kopenhagener Deutung&#8221; aus der Lehre der Physik nicht wegzudenken. Murray Gell-Mann verstieg sich sogar zu der Behauptung, Niels Bohr habe durch seine Deutung <i>&#8220;eine ganze Generation von Physikern einer Gehirnwäsche unterzogen&#8221;</i>, so daß sie noch heute, vergleichbar politisch korrekten Phrasen in der Öffentlichkeit, Lippenbekenntnisse zum Indeterminismus abzugeben hätten, ohne daß sie diesen Indeterminismus wirklich als Basis ihrer Arbeit akzeptiert haben &#8211; wer forscht, braucht notwendig irgendwelche deterministischen Arbeitshypothesen.</p>
<p style="text-align:justify;">Immerhin wird von der ernsthaft arbeitenden Fachwelt das Phänomen der &#8220;Dekohärenz&#8221; ins Feld geführt, um zu begründen, warum sich die meisten beobachteten physikalischen Systeme nicht indeterministisch und &#8220;verschmiert&#8221;, sondern &#8220;wie gewohnt&#8221;, also &#8220;klassisch&#8221; verhalten. Diese Dekohärenz rettet auch Schrödingers Katze ihren eindeutigen Zustand &#8211; wenn auch nicht unbedingt das Leben. Strenggenommen bezeichnet der Terminus die Fähigkeit eines Mikrosystems, mit sich selbst in Interferenz zu treten wie die Elektronen am Doppelspalt. Objekte aus mehreren oder größeren Atomen, wie beispielsweise lebende Organismen oder Meßapparaturen zerstören die typischen Quanteneigenschaften, indem die Mischzustände einer starken zeitlichen Dämpfung unterworfen werden, und lassen sie binnen kürzester Zeit &#8220;klassisch&#8221; werden, d.h. einen wohldefinierten Ort und ein deterministisches Verhalten annehmen, wie wir es gewöhnt sind. Reine, selbstinterferenzfähige Quantensysteme (z.B. Bose-Einstein-Kondensate) treten außerhalb von darauf spezialisierten Physiklaboren, außerhalb von ultrakalten Teilchenfallen, Rastertunnelmikroskopen und hochreinen Vakuumgefäßen, und außerhalb der gelehrten, (vorläufig) keinem Meßinstrument zugänglichen kosmologischen Spekulation, eben nicht auf und sind damit für das alltägliche Leben eine ähnlich müßige Beschäftigung wie die Vorhersagen der Relativitätstheorie.</p>
<div id="attachment_15063" class="wp-caption alignnone" style="width: 337px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/11/ethnizitat-und-physik-ii-niels-bohr-und-die-atome/wellenfunktionkreis/" rel="attachment wp-att-15063"><img src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/wellenfunktionkreis.gif" alt="" title="wellenfunktionkreis" width="327" height="413" class="size-full wp-image-15063" /></a><p class="wp-caption-text">Per Rastertunnelmikroskop sichtbar gemachte Wellenfunktion eines Elektrons, das in einem Pferch aus 48 Eisenatomen eingesperrt ist.</p></div>
<p style="text-align:justify;">Ob es in der literarischen Welt, auf dem Feld der Geisteswissenschaften oder auch auf dem Gebiet der theoretischen Physik ist; immer und überall haben wir diese eigentümliche Faszination für revolutionär-grundstürzende, alles Bisherige über Bord werfende Paradigmenwechsel, die mit einer rigorosen &#8220;Politik&#8221; als &#8220;Konsens der Gelehrten&#8221; etabliert werden und Andersmeinende als &#8220;überwundenen Vorstellungen verhaftet&#8221;, &#8220;nostalgisch&#8221; oder einfach als begriffsstutzig und dumm hinstellt und sie lächerlich macht. Wenn intelligente Menschen sich jahrelang mit solcher Materie beschäftigt haben und sie danach immer noch nicht verstehen, wenn diese intelligenten Menschen sich dieses Nicht-verstehen-Können auch, sofern sie von etablierten &#8220;Aufpassern&#8221; unbeobachtet sind, gegenseitig eingestehen &#8211; könnte das dann nicht auch an den Theorien selbst liegen? Haben diese überhaupt den Zweck, die Wahrheit über einen Teilbereich der Welt herauszubringen, oder sind sie vielmehr Mittel, die Fachgemeinde einzuschüchtern und sie zu zwingen, sich in einem geistigen Boxenlaufstall zu bewegen, der mittels solch verstiegener Theorien und die Gehirne überfordernder Interpretationen von &#8220;Aufpassern&#8221; kontrolliert wird?</p>
<p style="text-align:justify;"><b>Bohr, Heisenberg und die deutsche Bombe</b></p>
<p style="text-align:justify;">Den Gipfelpunkt unter diese beispielgebende Karriere der geistigen Konditionierung einer ganzen Generation von Physikern setzte Niels Bohr aber in seiner Auseinandersetzung mit Werner Heisenberg im Jahr 1941. In Deutschland waren die Kernphysiker zu Kriegsbeginn im Uranverein zusammengezogen worden, um technische wie auch militärische Nutzungen der Kernspaltung zu entwickeln. Alle deutschen Physiker ahnten früh, welch gigantische Energien im Uranatom steckten, und fürchteten deren militärische Entfesselung durch die Feinde Deutschlands. Die Physikergemeinde zerfiel in zwei Fraktionen: Die eine wollte den Bombenbau generell verhindern und bediente sich dazu des Mittels der Obstruktion und der Verzögerung, die andere Gruppe wollte die Bombe für Deutschland bauen, aber weniger, um sie tatsächlich einzusetzen, sondern eher als Druckmittel zur Abschreckung der Feinde. Zu ersterer Grupe gehörte Heisenberg, der sich gezielt, mit seinem hohen Renommee als Nobelpreisträger, an die Spitze des Uranvereins setzte, um dort fortan die Veröffentlichungen zu kontrollieren. Heisenberg trug während der Kriegsjahre zur Kernspaltung nur Dinge vor, von denen er wußte, daß sie auch den angloamerikanischen Wissenschaftlern bekannt waren, und stellte den Bau einer Kernwaffe als technisch unmöglich, extrem langwierig oder extrem kostspielig dar. Seine Forschungsgruppe, die sich mit dem Bau einer Uranmaschine beschäftigte, erzielte bis 1945 so geringe Fortschritte, daß sich Opposition in Gestalt von Walther Gerlach, gleichfalls Nobelpreisträger, und insbesondere Kurt Diebner formierte.</p>
<div id="attachment_14938" class="wp-caption alignnone" style="width: 295px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/11/ethnizitat-und-physik-ii-niels-bohr-und-die-atome/wernerheisenberg/" rel="attachment wp-att-14938"><img src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/wernerheisenberg.gif" alt="" title="wernerheisenberg" width="285" height="385" class="size-full wp-image-14938" /></a><p class="wp-caption-text">Wollte nicht die Bombe für die Nazis bauen: Werner Heisenberg</p></div>
<p style="text-align:justify;">Mitten im Krieg und unter hohem persönlichen Risiko reiste nun Werner Heisenberg nach Kopenhagen, um mit Bohr zu sprechen, mit dem er gut befreundet zu sein glaubte. Heisenberg selbst schreibt, daß er sehr stark das Gefühl gehabt hätte, von Bohr mißverstanden worden zu sein. Was hatte er gewollt? Er hatte das deutsche Uranprojekt mit der Absicht geleitet, es nicht zum Bau einer Waffe kommen zu lassen. Dies war unter Deutschlands Kernforschern ebenso bekannt wie umstritten, und er drohte die Leitung nach Interventionen beim Heereswaffenamt bereits an Gerlach zu verlieren. Gleichzeitig wollte Heisenberg nicht, daß Deutschlands durch ihn praktizierte Zurückhaltung bei der Entwicklung einer Kernwaffe sich verheerend für Deutschland auswirkte, indem die Westalliierten oder die Sowjetrussen ihrerseits an der Waffe arbeiteten, um sie gegen Deutschland einzusetzen &#8211; eine Befürchtung, die, wie wir heute wissen, sehr realistisch gewesen ist. Um einen internationalen Konsens der Kernforscher über den Verzicht auf die Zerstörungskraft der Kernwaffe zu erzielen, fuhr Heisenberg im September 1941 zu Bohr, den er um Vermittlung bei den Wissenschaftlern der angloamerikanischen Kriegsgegner bat, mit denen Bohr, wie Heisenberg wußte, in Kontakt stand. Dennoch &#8220;versagte&#8221; Heisenberg bei dem Versuch, diese seine prekäre Lage Bohr auseinanderzusetzen. Bei Bohr kam als Information nur an, daß Deutschland unter Heisenbergs Leitung an einer Uranwaffe baue. Ungefähr dies muß auch der Tenor dessen gewesen sein, was er an die Wissenschaftler in England und den USA weitergegeben hat &#8211; die Konsequenz war jedenfalls, daß die US-Regierung praktisch unbegrenzte Mittel für das Manhattan-Projekt freigab und in der Bevölkerung die Angst vor einem deutschen Atomangriff auf die Ostküste propagandistisch heraufbeschwor.</p>
<p style="text-align:justify;">Den Bau einer amerikanischen Kernwaffe mit dem Ziel, damit &#8220;den Deutschen zuvorzukommen&#8221;, die eine solche angeblich anstreben würden, hatte bereits 1939 der &#8220;geachtete Pazifist&#8221; und inzwischen weltweit hochgeehrte Nobelpreisträger Albert Einstein brieflich von Präsident Roosevelt gefordert. Nun wurde dieser Forderung durch Herrn Bohr neuer Nachdruck verliehen. Die USA jedenfalls bauten die Bombe ab Ende 1941 unter übermenschlich großem Mittel- und Personaleinsatz und mit dem klaren Ziel, sie über Deutschland abzuwerfen, das diesem schrecklichen Schicksal nur durch seine Kapitulation entging, die noch vor der Fertigstellung der Waffe erfolgte. Dafür sollte Japan die Gewalt der Bombe zu spüren bekommen. Die neue Waffe als Abschreckungsmaßnahme und Machtdemonstration in der Tokioter Bucht explodieren zu lassen, um Japan ohne Zerstörung einer ganzen Stadt und Verlust zehntausender Menschenleben zur Kapitulation zu bewegen, wurde dem Roosevelt-Nachfolger Truman vom Militär zwar vorgeschlagen, was dieser aber verwarf. In Hiroshima starben am 6. August 1945 90.000 Japaner sofort, 50.000 bis heute an den Spätfolgen des ersten Atomangriffs der Menschheitsgeschichte. Drei Tage später starben in Nagasaki bei einem nun nicht einmal mehr als Einsatztest zu rechtfertigenden (das Plutonium-Implosionsverfahren hatte sich beim Trinity-Test drei Wochen zuvor als funktionierend erwiesen) zweiten Atomschlag nochmals 40.000 sofort und 20.000 später. Dennoch unterzeichnete Japan erst am 2. September die bedingungslose Kapitulation. Die USA sind damit bisher der einzige Staat, der Kernwaffen eingesetzt hat, und das, obwohl sein Territorium nicht bedroht war und der Sieg de facto feststand.</p>
<p style="text-align:justify;">Wenn man sich die bisherigen &#8220;wissenschaftlichen Leistungen&#8221; Bohrs und Einsteins sowie ihren latent bis offen antideutschen Charakter vor Augen hält, muß man sich fragen, ob nicht Bohr Heisenberg ganz gezielt und absichtlich mißverstanden hat, damit Bau und Einsatz der Superwaffe möglich werden konnten.</p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p><b>Quellen:</b></p>
<p>Walter Greulich (Hrsg.): Lexikon der Physik. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1998</p>
<p>&#8220;Ende der Unschuld&#8221;, ARD-Zweiteiler von 1991</p>
<p>Bild der Wissenschaft, &#8220;Einstein und die Quantenwelt&#8221;, BdWAudio-Hörbuch 1997</p>
<p>Rainer Karlsch: Hitlers Bombe. Deutsche Verlagsanstalt 2005</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Barbarossa- Revival III: Kommt der Bürgerkrieg?</title>
		<link>http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/10/barbarossa-revival-iii-kommt-der-burgerkrieg/</link>
		<comments>http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/10/barbarossa-revival-iii-kommt-der-burgerkrieg/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 22:44:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kairos</dc:creator>
				<category><![CDATA[AdS-Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Barbarossa (Revival)]]></category>
		<category><![CDATA[Barbarossa]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerkrieg]]></category>
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		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Islamisierung]]></category>
		<category><![CDATA[NWO]]></category>
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		<description><![CDATA[Donnerstag, 16. Dezember 2010 Kommt der Bürgerkrieg??? Von Barbarossa und Kairos Viele fragen sich, ob uns ein Bürgerkrieg droht &#8211; dabei ist dieser Bürgerkrieg längst da! Wenn man nicht einmal mehr in einer normalen deutschen Stadt unbehelligt die Nahverkehrsmittel benutzen kann, und sogenannte „jugendliche Intensivstraftäter“ in der Bewährungszeit wieder straffällig werden, und wiederum nur Bewährung [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=15029&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align:center;">Donnerstag, 16. Dezember 2010</h2>
<div>
<div>
<h3 style="text-align:center;">Kommt der Bürgerkrieg???</h3>
<div style="text-align:center;"></div>
<div>
<div style="text-align:center;"><span style="text-decoration:underline;"><br />
</span></div>
<p><img class="alignnone aligncenter" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/images.jpg?w=124&#038;h=93" alt="" width="124" height="93" /></p>
<div style="text-align:center;"><em>Von Barbarossa und Kairos</em></div>
<div>Viele fragen sich, ob uns ein Bürgerkrieg droht &#8211; dabei ist dieser Bürgerkrieg längst da!</div>
<div></div>
<div>Wenn man nicht einmal mehr in einer normalen deutschen Stadt unbehelligt die Nahverkehrsmittel benutzen kann, und sogenannte „jugendliche Intensivstraftäter“ in der Bewährungszeit wieder straffällig werden, und wiederum nur Bewährung bekommen, was aber im Sinne des StGBs schlichtweg unmöglich ist,so ist das ein Indiz dafür, dass die herrschende Klasse bereits einen Krieg gegen das deutsche Volk führt.</div>
<div></div>
<div><span id="more-15029"></span></div>
<div></div>
<div>Beziehungsweise führt die herrschende Klasse einen Klassenkrieg gegen andere Klassen der Gesellschaft (z.B. gegen die Arbeitenden und Steuerzahler.)</div>
<div></div>
<div>Zum Teil unter Zuhilfenahme von „Migranten“ – ausländischem Gesindel – als Erfüllungsgehilfen.</div>
<div></div>
<div>Und mit dem „Hereinschaufeln“ von weiterem Türken-, Araber- und südosteuropäischem Mohammedanerpack wird der heute schon vorhandene Bürgerkrieg in der &#8220;BRD&#8221; weiter angeheizt!</div>
<div></div>
<div>Die heutige &#8220;BRD&#8221;- Bundesregierung betreibt auf allen politischen Feldern Politik gegen das Deutsche Volk!</div>
<div></div>
<div>Teil dieser Politik ist Gewalt gegen dieses Deutsche Volk.</div>
<div></div>
<div>Diese Gewalt wird von Ausländern ausgeübt, welche das deutsche Volk in seinem Land aber überhaupt nicht haben möchte.</div>
<div></div>
<div>Die diese Gewalt (was ja im Grunde ja nichts anderes, als Krieg ist) ausübenden Ausländer werden nur marginal bestraft. Sie sind Helfershelfer der herrschenden Klasse.</div>
<div></div>
<div>Die milden Urteile gegen gewalttätige Ausländer dienen offensichtlich nur dazu, mittels des Vorhandenseins einer angeblichen Bestrafung den Schein eines Rechtsstaates zu wahren, und die Offensichtlichkeit des geplanten Genozids am Deutschen Volk zu verschleiern.</div>
<div></div>
<div>Es ist für die meisten Menschen schwer vorstellbar, dass unsere Politiker wirklich so böse, grausam und gewissenlos sind. Zum Glück machen die furchtbaren Aktionen der „Eliten“ den Glauben daran, die „da oben“ würden schon das Beste für uns tun, aber immer lächerlicher, so dass mehr und mehr Deutsche aufwachen und sehen, was passiert.</div>
<div></div>
<div>Dabei ist der Frontverlauf zwischen Migranten und Autochthonen nur die sichtbare Front. In Wahrheit geht es jedoch um ganz andere Interessen.</div>
<div></div>
<div>Die USA und unsere europäischen „Freunde“ wollen ein geknechtetes Deutschland. Sie haben den Morgenthauplan nicht deshalb verworfen, weil sie so gute Menschen wären, sondern weil ein Agrarstaat Deutschland sich nicht hätte gegen den Sovjetblock behaupten können.</div>
<div></div>
<div> <img class="alignnone aligncenter" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/morgenthau-plan.png?w=320&#038;h=300" alt="" width="320" height="300" /></div>
<div></div>
<div></div>
<div>So lange man uns gegen die Roten brauchte, durften wir relativ eigenständig handeln. Die Einheit jedoch wurde mit einem zu hohen Preis – dem Euro – erkauft. Nun sind wir nicht nur das Weltsozialamt für alle möglichen (vorzugsweise mohammedanischen) Flüchtlinge, sondern zahlen auch die Zeche für die faulen Griechen und jeden anderen Pleitegeierstaat in der EU.</div>
<div></div>
<div>Wir durften also unsere Industrie nur aus dem einen Grund wieder aufbauen, damit sie unseren „Verbündeten“ dient. Wenn wir anfangen würden im eigenen nationalen Interesse zu handeln, würden &#8220;unsere Freunde&#8221; uns sofort vorwerfen, wieder zu Nazis geworden zu sein und uns angreifen.</div>
<div></div>
<div>Der Krieg gegen Deutschland hat nie aufgehört. Die Gründer der „BRD“ hatten die Wahl: Mit Hitler unterzugehen, oder von Deutschland zu retten, was zu retten ist – zum Preis der ewigen Knechtschaft. Man kann ihnen keinen Vorwurf machen, dass sie angesichts der totalen Niederlage versuchten zu retten, was zu retten war. Sie müssen gehofft haben, dass es eine Zeit geben wird, in der die Deutschen wieder auf eigenen Beinen stehen können und dürfen.</div>
<div></div>
<div>Diese Zeit ist nahe! Immer mehr Deutsche erwachen aus dem künstlichen Koma und erkennen die wahren Schuldigen hinter den Lügen und der Doppelzüngigkeit.</div>
<div></div>
<div>Wenn wir erst verstanden haben, dass wir schon, bzw. immer noch im Krieg sind, dann fallen auch die Folgeentscheidungen leichter.</div>
<div></div>
<div>Man kann davon ausgehen, dass den meisten Politikern diese Dinge bekannt sind. Es gibt also nur drei Gründe, trotzdem Krieg gegen das eigene Volk zu führen:</div>
<div></div>
<div>- aus schalem Eigeninteresse („Nach mir die Sintflut!“ )</div>
<div>- aus Realismus („Wenn wir uns auflehnen, dann kriegen wir wieder einen auf den Deckel“)</div>
<div>- aus Hass auf das eigene Volk („Deutschland muss von innen her ausgedünnt werden“)</div>
<div></div>
<div>Die ersten beiden Gründe sind nachvollziehbar, der dritte scheint eher pathologischer Natur zu sein. Aber welchen Grund auch immer unsere Eliten haben, dem Diktat von außen zu folgen und das eigene Volk dahinzumorden, nachsehen können wir ihnen dieses Verbrechen nicht.</div>
<div></div>
<div>Wer kämpft, verliert vielleicht. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!</div>
<p><strong>Barbarossa und Kairos</strong></p>
<div> &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</div>
</div>
<div></div>
<div><em>Anmerkung Kairos: Mittlerweile machen unsere &#8220;Eliten&#8221; ja keinen Hehl mehr daraus, dass sie das Deutsche Volk wegmorden wollen: </em></div>
<div></div>
<div><span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/10/barbarossa-revival-iii-kommt-der-burgerkrieg/"><img src="http://img.youtube.com/vi/0_rFwuKwpfU/2.jpg" alt="" /></a></span></div>
<div></div>
</div>
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<h4>Ausgewählte  Kommentare aus dem Originalstrang:</h4>
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<div><cite>Anonym</cite></div>
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<div>Vielen Dank für diesen Artikel!</div>
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<blockquote><p>Endlich mal jemand, der anders denkt.</p>
<p>Ich kann es schon nicht mehr hören, diese ewige Rechtfertigung, die Politiker würden &#8220;gar nicht wissen, wie es auf der Strasse aussieht&#8221; oder &#8220;keine Ahnung vom islam haben&#8221; oder dergleichen.</p>
<p>Alles falsch. Sie wissen alles. Sie verschweigen, vertuschen, nutzen das System aus, um uns zu belügen, betrügen, auszubeuten.</p>
<p>Dafür gibt es nur 2 Erklärungen: Angst oder Eigennutz. Und da ich nicht ernsthaft glaube, dass Leute wie Merkel Angst vor irgendetwas haben, wird es Machtgier sein. Bilderberger und so.</p>
<p>Es wird wirklich nicht besser, bevor wir diese Leute vollständig entmachtet haben. Sei es friedlich durch einen Generalstreik oder anders. Aber mit dem Geschmeiss da oben ist auf Jahrzehnte kein Land in Sicht.</p>
<p>Und sie haben bald das rettende Ufer erreicht: Wenn die Türkei EU-Mitglied wird, ist Deutschland endlich abgewickelt und wieder einmal besetzt. Ziel erreicht.</p>
<p>lg killerbee</p></blockquote>
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<div><cite><a href="http://www.blogger.com/profile/09598087055193492448" rel="nofollow">Kairos</a></cite></div>
<blockquote><p>&#8220;Wenn die Türkei EU-Mitglied wird, ist Deutschland endlich abgewickelt und wieder einmal besetzt. Ziel erreicht.&#8221;</p>
<p>So ist es. Daher ist die Verhinderung der Mitgliedschaft der Osmanen auch das wichtigste mittelfristige politische Ziel.</p></blockquote>
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<div><cite>Anonym</cite></div>
<blockquote><p>Wer noch glaubt, dass deutsche &#8220;Eliten&#8221; nicht wüssten, um was es geht, der lese sehr aufmerksam diese Seite und bitte auch die dortigen Links anklicken. Lesen, lesen und nochmals lesen, sonst versteht man es nicht.<br />
Es ist unglaublich, wie man Deutsche und auch andere Europäer hinters Licht geführt hat.</p>
<p>Die Masseneinwanderung konnte nur mit dem Wissen der Politiker erfolgen. So wie die Politik jetzt auch verantwortlich ist, für die überproportionale Kriminalität der Muslime. Würden unsere Gesetze angewandt, hätten wir nicht die derzeitige Situation. Selbst die Medien hat man verpflichtet. Aber lest selbst.</p>
<p>http://balder.org/avisartikler/Barcelona-Deklaration-Euro-Mediterranien-Deutsch-Version-2009.php</p>
<p>km</p></blockquote>
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<div><cite>Anonym</cite></div>
<blockquote><p>ich tut mir echt leid ihr irregeführten möchtegern rechtsradikale&#8230;..im netz immer eine grosse klappe aber auf der strasse habt ihr alle kopfhörer auf und haltet eure fresse!!!<br />
zum glück seid ihr in der minderheit statt denn fehler in der Politik zu suchen oder die Medien die auch hetzen gegen Ausländer scheibt ihr alles auf die muslime&#8230;&#8230;haben die Muslime 1 und 2 Weltkrieg angefangen?? hiroshima auch muslime..?? irak und afghanitan Krieg auch muslime? welche Länder machen denn die meisten Co2 ausstösse die Muslime ?? so welche leute wir ihr werden immer alleine bleiben&#8230;&#8230;&#8230;..es lebe die freundschaft und liebe zwischen den Menschen</p></blockquote>
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<div><cite><a href="http://www.blogger.com/profile/09598087055193492448" rel="nofollow">Kairos</a></cite></div>
<blockquote><p>Der anonyme Kommentar ist so selbstentlarvend, ich spare mir eine Antwort.</p></blockquote>
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<div><cite>Anonym</cite></div>
<blockquote><p>kann ich vestehen lieber kairo weil am mein kommentar steckt Wahrheit drinne statt zu versöhen versucht ihr das volk zu spalten.Sollen die doch die schwer Kriminellen Ausländer oder die abscheiben wieso machen die es nicht??? weil dann haben die kein grund mehr das volk zu Unterhalten und kein grund einen Polizeistaaat zu erschaffen.Überlege doch mal wieviel Probleme Deutschland hat Sklavenzeitarbeit oder 60 Milliarden ausgabe für Militär,teure Spritpreise,das währe jetzt was mir einfällt und das haben wir alles denn Muslimen zu verdanken??? LÄCHERLICH<br />
Ich kann denn Wut Vestehen in den großstätten hersscht echt eine Ausländerkriminalitätsdinasty aber das mit denn Islam nicht zu tun die vielen von denn wissen garnicht mal was der Islam ist&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.<br />
Stell dir doch mal vor es gebe echt ein Bürgerkrieg?? wie schrecklich wäre es denn wenn ich gegen meine deutschen freunde oder ein Deutscher gegen seine Ausländischen freunde kämpfen müsste??? liebe grüsse KAIRO</p></blockquote>
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<div><cite><a href="http://www.blogger.com/profile/09598087055193492448" rel="nofollow">Kairos</a></cite></div>
<blockquote><p>Also, drei Regeln:</p>
<p>1. Bitte einen Nicknamen angeben, damit wir wissen, wer spricht.</p>
<p>2. Bitte versuchen die deutsche Rechtschreibung und Grammatik einzuhalten.</p>
<p>3. Bitte um Nachvollziehbarkeit bemühen.</p>
<p>Zum Inhalt Ihres Kommentars: Ja, ein Bürgerkrieg wäre schrecklich. Ich wünsche ihn mir nicht, halte ihn aber für sehr wahrscheinlich, bzw. glaube ich, dass er längst begonnen hat. Es ist schrecklich, wenn man gegen seinen Nachbarn, gegen seinen Kollegen oder gar gegen seinen Freund kämpfen muss. Warum aber muss man gegen ihn kämpfen (was Sie ja anscheinend nicht bestreiten)? Weil im Ernstfall nicht die Tatsache, dass man benachbart ist, zusammenarbeitet oder gar Freundschaft geschlossen hat zählt, sondern das archaische Stammesdünkel.</p>
<p>Das ist das perfide an denen, welche (ganz richtig!) die kriminellen Ausländer nicht abschieben, um einen Polizeistaat zu errichten: Sie predigen uns &#8220;Multikulti&#8221; und wollen in Wahrheit, dass wir uns bekriegen und gegenseitig vernichten. Ich habe nichts gegen Moslems, wenn sie sich in Arabien aufhalten. Sie sind aber meine Nachbarn und Kollegen. Die kulturellen Unterschiede sind einfach zu groß. Die Phrase &#8220;hat nix mit Islam zu tun&#8221; ist eine immer wiederholte, deshalb aber nicht wahr werdende Schlafdroge. Der Islam ist eine totalitäre Ideologie, die Gewalt gegen Andersdenkende, gegen Menschen mit anderem Glauben und gegen andere Ethnien nicht nur legitimiert, sondern heiligt. Ich finde es nicht &#8220;rechts&#8221; gegen den Islam zu sein, im Gegenteil, ich wundere mich immer, dass die Linken nicht noch lauter gegen diese Hassideologie wettern. Bzw. ich habe mich gewundert, bis ich durchschaut habe, dass es den Linken überhaupt nicht um Gerechtigkeit und Menschenwürde geht, dass sie nur die westliche Kultur zerstören wollen für ihre dämliche Utopie, der schon Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind.</p>
<p>Selbst C. Pfeiffer musste feststellen, dass Moslems umso gewalttätiger sind, je strenggläubiger sie sind. Das war ihm gar nicht recht.</p>
<p>Wir schieben aber nicht alles auf die Moslems. Das sind ganz normale Leute, denen aber erzählt wird, wir wären des Teufels und Gewalt gegen uns wäre legitim. So wie man euch Linken erzählt, wir wären alle &#8220;Nazis&#8221; und Gewalt gegen uns sei legitim.</p>
<p>Wir wissen, dass der Islam in Europa nur ein Symptom ist. Wir könnten auch ohne Islamproblem nicht mehr lange überleben. Deswegen versuchen wir wieder Kontakt zu den Wurzeln unserer Kultur herzustellen.</p>
<p>Der Islam gehört nicht zu dieser Kultur und der Islam gehört nicht nach Europa. Wenn wir den Islam wieder aus Europa vertrieben haben, dann werden wir uns um die kümmern, die ihn reingelassen haben und dafür sorgen, dass so ein Fehler nie wieder passiert.</p></blockquote>
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<div><cite>bremer</cite></div>
<blockquote><p>zu 1)mein name müsste man jetzt sehen<br />
zu 2)sorry aber bin bestimmt nicht der letzte, auch unter denn deutschen der Rehtschreibfehler macht</p>
<p>1 und 2 weltkrieg,Hiroshima, irak,afghanstan,Umweltverschmutzung,Imperialistische Feldzug in Afrika und Asien im 18 und 20 Jahrhundert,6.Millionen juden,srebrenica haben das alles Muslime gemacht ahso sorry 11.september wo aber die täter in Washington sitzen. Ich will hier niemanden schlecht machen aber vor genau 70 jahren hat es in Deutschland genau so angefangen und wie ich es auch lese &#8220;Deswegen versuchen wir wieder Kontakt zu den Wurzeln unserer Kultur herzustellen&#8221; hättest du ja das so was wiederholt wird nichts dagegen.Es leben in Europa friedliche Muslime, wenn sie alle gewaltgeprägt währen dann hätten wir schon längst einen Euroweiten Bürgerkreig.Wir bombadieren jeden tag ihre Länder Irak,Afghanistan,Somalia Palastina bald Iran und wie beleidigen jeden tag ihre Religion.Lass es ein Kulturellen unterscheid geben wir alle müssen ja nicht gleich sein.Was willst du denn mit denn guten Muslimen machen die Arbeiten gehen und hier in Europa ein Leben angefangen haben willst du die auch alle rausschmeissen???</p>
<p>Die Menschen auf der ganzen Welt sind einfach zu schlimm geworden das hat nichts mit der religion zu tun weil sonst hätten die christen die Juden und Muslime in Spanien, Afirka und im Orient früher Jahrhunderte lang auch nicht zusammen leben können.Der richtige Islam wird schon lange nicht mehr richtig ausgelebt.</p>
<p>Aber wie ich es merke haben leute wie Sarrazin dein Kopf verrückt gemacht und haben es geschafft einen neuen feind zu erschaffen um ihre Neue welt ordnung durchsetzen zu können DER ISLAM</p>
<p>http://video.google.com/videoplay?docid=-6362976242967048401# kannst ja mal reinschauen</p></blockquote>
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<div><cite>marinetti</cite></div>
<blockquote><p>Einen neuen Feind? Schon mal was von der Schlacht am Rio Guadalete gehört? Von der Schlacht von Tours und Poitiers? Der Seeschlacht von Lepanto?<br />
Was heißt denn hier neuer Feind?<br />
Der 1.Weltkrieg war die Urkatastrophe für Europa. Ja die Europäer haben schon früher viele Kriege geführt, genauso wie die Moslems! Die imperialistischen Feldzüge und der moslemische Sklavenhandel in Afrika scheinen dich aber auch nicht weiter zu stören? Stimmt es sind Mill. von Juden, Ukrainer, Balten, Chinesen und Kulaken ermordet worden. Doch deshalb sollen wir jetzt einer Islamisierung von Europa zuschauen? Wo ist denn da der Zusammenhang? Umweltverschmutzung? Glaubst Du ernsthaft, die Araber wären mit diesem Planeten pfleglicher umgegangen, wenn sie die gleichen industriell-wirtschaftlichen Ressourcen zur Verfügung gehabt hätten? Umweltschutz findet im Moment wohl doch eindeutig nur in den westlichen Industrienationen statt. China baut ein Atomkraftwerk ans nächste Kohlekraftwerk.<br />
Und eines wollen wir doch mal festhalten, die meisten Moslems im Irak, Afg usw. werden von anderen Moslems abgeschlachtet.</p></blockquote>
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<div><cite><a href="http://www.blogger.com/profile/09598087055193492448" rel="nofollow">Kairos</a></cite></div>
<blockquote><p>Wir haben auf dem &#8220;Counterjihad&#8221; (siehe Blogroll rechts) viele Artikel über die moslemischen Kriege der Vergangenheit zusammengetragen. Bei uns in den Schulen wird nur gelehrt, wie böse die weißen Imperialisten waren und dass die Kreuzzüge Autobahn waren.</p>
<p>Die Kreuzzüge waren eine Reaktion auf islamische Expansion. Die ganze Geschichte über waren Christentum und Islam im Krieg. Das Christentum hat im 18.-19. Jh. durch technologische Überlegenheit gewonnen. Nun haben die Moslems die Kriegstaktik geändert und bevölkern &#8220;friedlich&#8221; Europa und kämpfen einen demographsichen Krieg (in Israel übrigens auch und in vielen anderen Regionen).</p>
<p>Ich wiederhole noch einmal: Die Islamisierung ist nur das Symptom einer Krankheit, die wir ohne sie vielleicht gar nicht bemekert hätten.</p></blockquote>
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<div><cite>bremer</cite></div>
<blockquote><p>Ahso Kairo du meinst also die muslime haben es schon vor jahrhunderten geplant nach europa als Gastarbeiter oder als Flüchlinge zu kommen hier ein Stützpunkt aufzubauen und jetzt ein Krieg gegen Europäer zu starten??? Ich glaube du wiest selber nicht mal was du schreibst!!ganz viele von denn Gastarbeitern wollten garnicht am anfang hier lange bleiben aber das geld hat die hier gelassen.Nach denn Libanon Krieg was von Israel verübt wurde flüchteten viele Libanesen und die unterdrückten kurden (vom treuen Nato freund Türkei)nach europa genauso wie die nordafrikaner wo ihr land jahrhunderte lang von Briten und Franzosen besetzt wurde.Viele Muslime haben in Europa leider das benehmen verloren,vom Islam verfremdet und wurden zu einen Staatlosen Bürger: hier Ausländer in hren Land Ausländer.MEIN TIPP:Es müssen einfach radikale gesetze gegen Kriminäle Ausländer und gegen radikale wahabtien durchgesetzt werden damit die vernünftigen Muslime und Ausländer mit uns in frieden leben können denn für sowas würden die sogar selber zustimmen!</p>
<p>Wir müssen auch endlich raus aus Afgahnistan unsere Soldaten haben dort nichts zu suchen wenn sie es demokratiesieren wollen dann sollen sie auch mexiko oder Nordkorea besetzen denn dort herrscht schlimmeres als in Afhanistan.Ahso vergessen in Mexiko und Nordkorea gibt es keine Erdschätze und kein ÖL haben ich vergessen SORRY!und kommt mir bitte nicht an wir müssen Al-kaida bekämpen denn Alkaida kann nicht bekämpfen al-kaida ist nur eine Idee was die Elite nur benutzt um einen Weltweite Diktatur zu erschaffen!!</p>
<p>Aber wenn wir weiter so machen kämpt bald bruder gegen bruder freund gegen freund nachbar gegen nachbar und am ende haben sie ihren ziel erreicht&#8230;..liebe grüsse aus bremen</p></blockquote>
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<div><cite><a href="http://www.blogger.com/profile/09598087055193492448" rel="nofollow">Kairos</a></cite></div>
<blockquote><p>Sie verdrehen meine Worte, ich habe nichts anderes erwartet. Ich habe gesagt, dass das System Islam expansiv ist. Nach dem Stopp der militärischen Expansion führt man nun eine andere Art Kolonisierung durch, wobei der einzelne Moslem in Europa gar nicht wissen muss, dass er für diesen Zweck benutzt wird. Wenn sie allerdings sagen &#8220;dies ist auch unser Land&#8221;, dann wird klar, warum sie hier sind und es ist auch klar, dass sie das &#8220;auch&#8221; bald weglassen werden.</p>
<p>Ihre Vorschläge zu einem Abzug aus Afghanistan und der Ausweisung krimineller Ausländer und Hassprediger finden meine Zustimmung.</p>
<p>Ich will noch einmal versuchen Ihnen zu erklären, warum diese Maßnahmen nicht ausreichen: Wenn die Moslems bald in der Mehrheit sind, dann brauchen wir uns keine weiteren Gedanken mehr machen, denn dann machen die eh, was sie wollen. Ob es eine islamische Demokratie oder eine Scharia- Theokratie wird ist mir völlig wurscht, beides ist nicht wünschenswert. Wünschenswert ist dagegen, dass das deutsche Volk wieder Anspruch auf das ihm eigene Territorium erhebt. Bitte lesen Sie unbedingt meinen Essay &#8220;das schlimmste Verbrechen aller Zeiten&#8221; oder auch &#8220;die Wiedergeburt Europas&#8221; (kann man auf der linken Seite anklicken) zu dem Thema. Dort werden Sie auch sehen, dass ich Ihre Einschätzung der &#8220;Weltelite&#8221; weitesgehend teile. Nur ziehen Sie anscheinend nicht die richtigen Schlüsse aus Ihren Erkenntnissen. Die Ziele der Eliten sind klar, unzählige Zitate belegen, dass sie Europas Völker ausrotten wollen. Ihr Plan scheint ein durchgegenderter, schokobrauner Einheitsmensch mit einer synkretischen Religion zu sein. Diese Masse an wurzellosen Einzelwesen könnte man sicherlich besser zu Arbeitssklaven abrichten als uns, wobei wir ja auch schon versklavt sind, nur wissen es die meisten von uns nicht.</p>
<p>Ich bitte Sie sich auf die oben genannten Texte oder andere Aussagen von mir zu beziehen, wenn Sie mir antworten, denn mir scheint mit einem ewigen &#8220;Nein- Doch&#8221; Erwiderungsspiel kommen wir nicht weiter und Sie wollen ja hier nicht rumpöbeln, sondern ersnthaft diskutieren, nicht wahr?</p></blockquote>
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<div><cite>Bremer</cite></div>
<blockquote><p>Als erstes dachte ich deine Seite ist genau wie die anderen Hasspredigerseiten wie P1 z.b aber ich habe gesehen das es nicht so radikal zugeht und ich bin erfreut das meine Vorschläge zustimmung bekommt.<br />
Ich hoffe nur das sowas wie Bürgerkreig hier nicht zu stande kommt es gibt einfach zuviel Partnerschaften, beziehung ,freundschaften mit muslimen und durch diesen grund wollen viele darüber nicht reden weil die keine Angst haben sondern durch denn täglichen kontakt mit muslimen genau wie ich auch.</p></blockquote>
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<div><em>Anmerkung Kairos: Auch der Kommentator &#8220;Bremer&#8221; ist wieder ein gutes Beispiel für keifende, schimpfende und letztlich geistig arme Spinner, die sich zurückziehen, sobald sie mit sachlicher, aber unachgiebiger Argumentation konfrontiert werden.</em></div>
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<div><em>Der Artikel hat nichts von seiner Aktualität verloren! </em></div>
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<div><em>Passend zum Thema auch: <strong><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/01/06/kommt-die-krise/">Kommt die Krise?</a></strong></em></div>
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<p>Außerdem bisher in unserer Reihe „<strong><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/tag/krisenvorsorge/">Krisenvorsorge</a></strong>“ erschienene Artikel:<br />
<strong><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2011/05/11/orkspalter-axte-beile-tomahawks/">Orkspalter: Äxte, Beile, Tomahawks</a> </strong>von Deep Roots<br />
<strong><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2011/05/14/kleine-krisenvorsorge/">Kleine Krisenvorsorge</a> </strong>von Deep Roots<br />
<strong><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2011/06/04/soziale-krisenvorsorge/">Soziale Krisenvorsorge</a> </strong>von Kairos<br />
<strong><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2011/06/18/ohne-waffen/">Ohne Waffen</a> </strong>von Kairos<br />
<strong><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2011/11/07/teilchenbeschleuniger/">Teilchenbeschleuniger</a>, </strong>ein Flintenratgeber von Deep Roots<br />
<strong><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2011/11/14/buchsen-licht-1-kleinkalibergewehre/">Büchsen-Licht (1): Kleinkalibergewehre</a></strong> von Deep Roots</p>
<p><strong><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2011/11/28/buchsen-licht-2-unterhebelrepetiergewehre/">Büchsen- Licht (2): Unterhebelrepetiergewehre</a></strong> von Deep Roots</p>
<p><strong><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/01/08/improvisierte-organisation/">Improvisierte Organisation</a></strong> von Kairos</p>
<p><strong><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/01/09/uberlegungen-zum-verhalten-bei-katastrophen/">Überlegungen zum Verhalten bei Katastrophen</a></strong></p>
<p>Weitere interessante Artikel und Webseiten:</p>
<p><strong><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2011/05/09/selbstverteidigung-ist-menschenrecht/">Selbstverteidigung ist Menschenrecht</a> </strong>von Gerhard Kehr<strong><br />
</strong><strong><a href="http://www.pulverdampf.com/">Pulverdampf</a></strong><strong> </strong>– das österreichische Waffenforum (siehe auch Blogroll)<strong><br />
</strong><strong><a href="http://www.theboxotruth.com/docs/educational.htm">The Box O’Truth</a></strong><strong> </strong>– ein amerikanischer Waffenblog mit vielen Praxistips (siehe auch Blogroll)<strong><br />
</strong><strong><a href="http://www.liberales-waffenrecht.de/">Liberales Waffenrecht</a></strong>, ein deutscher Waffen-Blog<strong><br />
</strong><strong><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2011/03/15/charlton-heston-uber-waffenbesitz-und-political-correctness/">Charlton Heston über Waffenbesitz und Political Correctness</a><br />
</strong><strong><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2011/05/04/vorbereitung-auf-ragnarok/">Vorbereitung auf Ragnarök</a> </strong>von Fjordman<strong><br />
</strong>bei Noricus<strong><br />
</strong><strong><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2009/12/22/den-kommenden-crash-uberleben/">Den kommenden Crash überleben</a> </strong>von Fjordman</p>
<p><strong><strong><a href="http://www.iwoe.at/inc/nav.php">Interessengemeinschaft liberales Waffenrecht in Österreich (IWÖ)</a></strong></strong></p>
<p><strong><a href="http://www.protell.ch/">proTell – Gesellschaft für ein freiheitliches Waffenrecht</a></strong></p>
<p>Waffenzeitschriften:<br />
<strong><a href="http://www.google.at/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=deutsches%20waffenjournal&amp;source=web&amp;cd=1&amp;sqi=2&amp;ved=0CCAQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.dwj.de%2F&amp;ei=xnjSTq3BOcGD-wbBtK28Dg&amp;usg=AFQjCNGOOontQ4W7glfGhw-wx4Hf6PnQmg">Deutsches Waffen Journal</a></strong> (DWJ)<br />
<a href="http://www.google.at/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=visier&amp;source=web&amp;cd=1&amp;sqi=2&amp;ved=0CD8QFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.visier.de%2F&amp;ei=H3nSTpL9Loeb-gannaTYDg&amp;usg=AFQjCNGDZ4wEQzr3EgX4Ik9atmEfV5jWRQ"><strong>VISIER<strong><em> -</em></strong> Das internationale Waffen-Magazin</strong></a><br />
<strong><a href="http://www.google.at/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=caliber&amp;source=web&amp;cd=1&amp;sqi=2&amp;ved=0CDoQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.caliber.de%2F&amp;ei=a3nSTu3dA8Wd-Qa946XRDg&amp;usg=AFQjCNGuIvwYtahB-ygUuXMVmC2iLVxfjg">caliber</a></strong></p>
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<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/schwertasblog.wordpress.com/15029/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/schwertasblog.wordpress.com/15029/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/schwertasblog.wordpress.com/15029/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/schwertasblog.wordpress.com/15029/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/schwertasblog.wordpress.com/15029/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/schwertasblog.wordpress.com/15029/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/schwertasblog.wordpress.com/15029/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/schwertasblog.wordpress.com/15029/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/schwertasblog.wordpress.com/15029/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/schwertasblog.wordpress.com/15029/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/schwertasblog.wordpress.com/15029/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/schwertasblog.wordpress.com/15029/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/schwertasblog.wordpress.com/15029/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/schwertasblog.wordpress.com/15029/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=15029&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">kairostheos</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Rote Leitwerke und Lügengeschichten</title>
		<link>http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/08/rote-leitwerke-und-lugengeschichten/</link>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 17:31:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Deep Roots</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deep Roots (Ü)]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdsprachige Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Kersey]]></category>
		<category><![CDATA[Militärisches]]></category>
		<category><![CDATA[Political Correctness]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarze]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Zweiter Weltkrieg]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Paul Kersey, übersetzt von Deep Roots. Das Original Red Tails and Tall Tales erschien am 20. Januar 2012 in Taki’s Magazine. Es würde einem schwerfallen, eine Stadt in Amerika ohne Holocaust-Gedenkstätte zu nennen, obwohl es schwer zu verstehen ist, warum diese gänzlich europäische Tragödie in den Vereinigten Staaten ständig erwähnt werden muß. Es würde [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=14656&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><img class=" wp-image-14657 aligncenter" title="RedTailTitle" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/01/redtailtitle.jpg?w=630&#038;h=630" alt="" width="630" height="630" /></p>
<p>Von <strong><a href="http://takimag.com/contributor/Paul%20Kersey/262">Paul Kersey</a></strong>, übersetzt von Deep Roots. Das Original <strong><a href="http://takimag.com/article/red_tails_and_tall_tales">Red Tails and Tall Tales</a></strong> erschien am 20. Januar 2012 in <strong><a href="http://takimag.com/">Taki’s Magazine</a></strong>.</p>
<p>Es würde einem schwerfallen, eine Stadt in Amerika ohne Holocaust-Gedenkstätte zu nennen, obwohl es schwer zu verstehen ist, warum diese gänzlich europäische Tragödie in den Vereinigten Staaten ständig erwähnt werden muß.</p>
<p>Es würde einem gleichermaßen schwerfallen, eine Stadt in Amerika zu nennen, in der es keine Straße, keinen Flughafen oder keine Air Force-Basis gibt, die nach den Tuskegee Airmen benannt sind, oder eine militärische Einrichtung ohne eine riesige Ausstellung zu Ehren der Red Tails.</p>
<p>Im National Air and Space Museum außerhalb von Washington, DC überschattet die <em><strong><a href="http://blog.nasm.si.edu/2011/08/19/spirit-of-tuskegee-arrives-at-the-mary-baker-engen-restoration-hangar-%E2%80%93-part-ii/">Spirit of Tuskegee</a></strong></em> – jenes heiligste aller Flugzeuge – die anderen Ausstellungsstücke, nicht weil es das Flugzeug wäre, das die Schallmauer durchbrach, sondern weil es das Fahrzeug war, das die Schwarzen durch die unendlich wichtigere Hautfarbenbarriere trieb.</p>
<p>Schulkinder in ganz Amerika sehen sich HBO’s Film „The Tuskegee Airmen“ von 1995 als Quellenmaterial für jene mutige Geschichte von Schwarzen an, die bewiesen, daß sie Flugzeuge genauso gut fliegen konnten wie Whitey. (Was soll’s, daß weniger als zwei Prozent der Piloten im heutigen <strong><a href="http://www.stripes.com/military-life/despite-recruitment-efforts-few-black-pilots-land-in-air-force-navy-cockpits-1.11138">US-Militär</a></strong> schwarz sind und daß <strong><a href="http://www.eturbonews.com/9214/black-leaders-unhappy-about-delta-air-lines-diversity">große Verkehrsfluglinien</a></strong> ähnlich niedrige Quoten schwarzer Piloten aufweisen).</p>
<p>Zählt es, daß der Film von 1995 weitgehend eine Hollywoodproduktion ist, die auf nun diskreditierten Lügen beruht, wie dem Mythos, man hätte „niemals einen Bomber verloren“? Nicht wirklich. Nur ein Tuskegee-Airmen-Leugner – im Grunde das Äquivalent eines Nazisympathisanten – würde es wagen, die Legitimität der Geschichte von den „Red Tails“ in Frage zu stellen. Amerika ist rassisch so weit fortgeschritten, daß der bloße Gedanke, die offizielle Geschichte der Tuskegee Airmen anzuzweifeln, auf einer Stufe damit steht, daß ein Europäer fragt, ob wirklich „sechs Millionen Juden“ in den Konzentrationslagern starben.</p>
<p>Heute hat George Lucas beschlossen, mittels Veröffentlichung von „Red Tails“ Tyler Perrys Entschlossenheit zu überbieten, der einsame Filmemacher zu sein, der hauptsächlich auf Schwarze abzielende Filme macht. Der Film gibt vor, die wahre Geschichte jener schwarzen Jagdpiloten zu erzählen, die am Morton Field in Tuskegee, Alabama, ausgebildet wurden und im Zuge dessen schließlich das Zwillingsübel von Jim Crow und Nazideutschland besiegten.</p>
<p>Vieles von dem Ruhm, der den Erfolg der Tuskegee Airmen umgab, drehte sich um die superlative, beinahe unglaubliche Geschichte, daß nicht einer der Bomber, die sie eskortierten, jemals verloren ging. 62 Jahre lang blieb diese Geschichte unangefochten, weitgehend wegen der Verehrung und Wertschätzung, die gegenüber jenen schwarzen Fliegern aufgebaut worden waren, die so entscheidend bei der Integration nicht nur der Streitkräfte, sondern Amerikas als Ganzem waren.</p>
<p>Erst als 2007 ein gefürchteter Tuskegee-Airmen-Leugner namens <strong><a href="http://www.usatoday.com/news/nation/2007-04-01-tuskegee-airmen_N.htm">Dr. Daniel Haulman daherkam</a></strong> und diese Geschichte tatsächlich untersuchte – die vom schwarzen Journalisten Roi Ottley aufgebracht und 1945 schnell von der Schwarzenzeitung „The Chicago Defender“ aufgegriffen wurde – kam die Wahrheit an die Oberfläche.</p>
<p>Daß nicht ein Mitglied einer weißen Bomberbesatzung, deren Flugzeug abgeschossen wurde, während es von der 332nd Fighter Group (den Red Tails) eskortiert wurde, jemals vortrat und die Wahrheit über den Mythos erzählte, daß sie „niemals einen Bomber verloren haben“, ist ein Zeugnis dafür, daß diese Fabel erst in relativ jüngerer Zeit Verbreitung erfuhr.</p>
<p>Obwohl man für solch eine unhöfliche Nachforschung über die Wahrhaftigkeit der Behauptungen um die Red Tails nicht wie in Europa ins Gefängnis geworfen werden konnte, <strong><a href="http://www.msnbc.msn.com/id/16227836/ns/us_news-life/t/wwii-pilot-corroborates-tuskegee-airmen-loss/#.TxeWxoErHqc">stieß Dr. Haulman sehr wohl auf starken Druck seitens etablierter Akademiker</a></strong> und <strong><a href="http://www.sptimes.com/2008/01/26/Worldandnation/An_uneasy_question_fo.shtml">der Tuskegee Airmen selbst</a></strong>, weil er es wagte, die Wahrheit hinter dem Mythos zu enthüllen.</p>
<p>Wie kann Dr. Haulman es wagen, die Legitimität der Geschichte um die Tuskegee Airmen anzuzweifeln und sich als Leugner positionieren? Weiß er nichts über den großen Sieg über den Rassismus zu Hause und den Faschismus im Ausland, den diese tapferen nubischen Jagdpiloten errangen?</p>
<p>Egal, denn der Eintrag auf der Webseite des National Park Service über die „Tuskegee Airmen National Historic Site“ zählt immer noch stolz diese <strong><a href="http://www.nps.gov/history/nr/travel/cultural_diversity/Tuskegee_Airmen_National_Historic_Site.html">bedauerliche Unrichtigkeit</a></strong> auf:</p>
<p><em>Mit einer Distinguished Unit Citation für die Mission ausgezeichnet, verloren die Tuskegee Airmen trotz der überlegenen deutschen Flugzeuge keinen einzigen Bomber.</em></p>
<p>Haulman sagt, daß sie 1944 und 1945 in Wirklichkeit 25 Bomber an jene deutschen Flugzeuge verloren, die von jungen Luftwaffepiloten gesteuert wurde, welche gerade erst die Pubertät erreicht hatten. Aber das paßt nicht mit dem Narrativ zusammen, daß sie überlegene Piloten – sowohl mit ihrer fliegerischen Geschicklichkeit als auch mit ihrem moralischen Kompaß – gegenüber den minderwertigen weißen Piloten gewesen seien.</p>
<p>Mehr als 1.200 weiße Piloten der Army Air Force wurden während des Zweiten Weltkriegs als „Asse“ betrachtet (was bedeutete, daß sie fünf oder mehr bestätigte Abschüsse hatten); nicht ein Tuskegee Airman erwarb sich die Ehre, ein „As“ zu sein, sofern man nicht Detroit, eine Stadt, die Bürgermeister Coleman Young – ja, er war ein Tuskegee Airman – zu zerstören half, als „Ehrenabschuß“ betrachtet.</p>
<p>Immerhin sieht das Detroit von 2012 aus, als wäre es von ein paar tausend Lufteinsätzen eingeebnet worden.</p>
<p>Von den Anschuldigungen der Tuskegee-Airmen-Leugnung nicht zum Schweigen gebracht, verfaßte Haulman die kleine Abhandlung <em><strong><a href="http://www.tuskegee.edu/sites/www/Uploads/files/About%20US/Airmen/Nine_Myths_About_the_Tuskegee_Airmen.pdf">Nine Myths About the Tuskegee Airmen</a></strong></em> („Neun Mythen um die Tuskegee Airmen“), die so ziemlich all die Lügen abschießt, die als Wahrheit verkauft wurden, um die Geschichte von  den Red Tails in der Luft zu halten.</p>
<p>Daß die Glorifizierung der schwarzen Piloten beinahe gänzlich auf Lügen beruht – es wäre nicht weit hergeholt zu sagen, daß „Iron Eagles“ von 1986 auf mehr Wahrheit beruht – zählt nicht. Nur ein Tuskegee-Airmen-Leugner würde solch undenkbare Gedanken hegen.</p>
<p align="center">*  *  *  *  *  *  *</p>
<p>Einen hierzulande viel bekannteren Mythos um einen ungerechtfertigt als Quasi-Staatsheiliger verehrten Schwarzen hat Kevin Alfred Strom in <strong><a title="Permalink zu Die Bestie als Heiliger: Die Wahrheit über Martin Luther King" href="http://schwertasblog.wordpress.com/2011/01/15/die-bestie-als-heiliger-die-wahrheit-uber-martin-luther-king/">Die Bestie als Heiliger: Die Wahrheit über Martin Luther King</a></strong> demontiert.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/schwertasblog.wordpress.com/14656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/schwertasblog.wordpress.com/14656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/schwertasblog.wordpress.com/14656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/schwertasblog.wordpress.com/14656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/schwertasblog.wordpress.com/14656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/schwertasblog.wordpress.com/14656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/schwertasblog.wordpress.com/14656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/schwertasblog.wordpress.com/14656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/schwertasblog.wordpress.com/14656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/schwertasblog.wordpress.com/14656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/schwertasblog.wordpress.com/14656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/schwertasblog.wordpress.com/14656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/schwertasblog.wordpress.com/14656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/schwertasblog.wordpress.com/14656/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=14656&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Deep Roots</media:title>
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			<media:title type="html">RedTailTitle</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Ethnizität und Physik I &#8211; Wie &#8220;jüdisch&#8221; ist die Relativitätstheorie?</title>
		<link>http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/06/ethnizitat-und-physik-i-wie-judisch-ist-die-relativitatstheorie/</link>
		<comments>http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/06/ethnizitat-und-physik-i-wie-judisch-ist-die-relativitatstheorie/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 12:01:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Schnee-Eule</dc:creator>
				<category><![CDATA[schattenkoenig (A)]]></category>
		<category><![CDATA[Albert Einstein]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hegemonie]]></category>
		<category><![CDATA[Judentum]]></category>
		<category><![CDATA[Physik]]></category>
		<category><![CDATA[Relativitätstheorien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie &#8220;jüdisch&#8221; ist die Relativitätstheorie? Von schattenkoenig Gibt es Unterschiede in der Art, wie Angehörige unterschiedlicher Völker und Rassen Wissenschaft betreiben? Die nationalsozialistische Propaganda behauptete und verschlagwortete dies als &#8220;jüdische Physik&#8221; und &#8220;jüdische Mathematik&#8221;, der eine idealisierte &#8220;arische/deutsche Wissenschaft und Weltschau&#8221; gegenübergestellt wurde. Heutzutage sind diese Erwägungen, außer daß sie sie übliche gutmenschelnde Empörung auf [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=14781&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_14802" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/06/ethnizitat-und-physik-i-wie-judisch-ist-die-relativitatstheorie/bohrundeinstein/" rel="attachment wp-att-14802"><img src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/bohrundeinstein.jpg" alt="" title="bohrundeinstein" width="500" height="400" class="size-full wp-image-14802" /></a><p class="wp-caption-text">Einstein: &quot;Ich glaube, Gott würfelt nicht.&quot; - Bohr: &quot;Einstein! Hören Sie auf, Gott vorzuschreiben, was er zu tun hat.&quot;</p></div>
<p style="text-align:justify;"><b>Wie &#8220;jüdisch&#8221; ist die Relativitätstheorie?</b></p>
<p><i>Von schattenkoenig</i></p>
</p>
<p style="text-align:justify;">Gibt es Unterschiede in der Art, wie Angehörige unterschiedlicher Völker und Rassen Wissenschaft betreiben? Die nationalsozialistische Propaganda behauptete und verschlagwortete dies als &#8220;jüdische Physik&#8221; und &#8220;jüdische Mathematik&#8221;, der eine idealisierte &#8220;arische/deutsche Wissenschaft und Weltschau&#8221; gegenübergestellt wurde. Heutzutage sind diese Erwägungen, außer daß sie sie übliche gutmenschelnde Empörung auf sich ziehen, Gegenstand von akademischem Spott, so als wären Dutzende renommierter Fachwissenschaftler einer in der Wissenschaft vordem hochstehenden Nation wie Deutschland plötzlich kollektiv irre geworden. Tatsächlich aber lassen sich einige Charakteristika erkennen, die die Leistungen des jüdischen Geistes auch auf dem Feld der Naturwissenschaften von den Arbeiten nichtjüdischer Denker und Experimentatoren unterscheiden. Darum soll es in diesem Artikel gehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Außer bei den europäischen Völkern gibt es in kaum einem anderen Volk das Bestreben nach intellektuellem Verständnis der Naturvorgänge. Allzu schnell werden die Phänomene mit dem Wirken außer- oder überweltlicher Gewalten in Verbindung gebracht, und eine intellektuelle Spitze, die unter der Hypothese, Naturgesetze könnten durch menschliches Tun erkannt und formuliert werden, gemäß Versuch und Irrtum operiert, hat sich bei Afrikanern, Australiern und Innerasiaten gar nicht, bei vorkolumbianischen amerikanischen Völkern und Ostasiaten nur in Ansätzen herausgebildet. Die notorischen Schwierigkeiten der großen Mehrheit türkisch- und arabischstämmiger Schüler beim Verständnis naturwissenschaftlicher Fächer könnten auch auf die Prägung ihrer Vorstellungen von einer willkürlichen Gottheit, die laut islamischer Überlieferung wie sie will in Naturvorgänge einzugreifen fähig ist, verursacht sein, was eine Behebung durch aufwendige Mittelzuweisungen (Rütlischule etc.) grundsätzlich fragwürdig erscheinen läßt. Andererseits bestanden die Vorstellungen von willkürlichen, an keine Gesetze gebundenen Gottheiten bereits in vorislamischer Zeit, so daß zu fragen wäre, ob und inwieweit eine speziell orientalische Art, die Welt zu sehen, sich eher im Islam niedergeschlagen hat, als umgekehrt der Islam die Grenzen des Denkens muslimischer Völker determiniert.</p>
<p><span id="more-14781"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Unter den außereuropäischen Völkern stechen die Juden als das einzige Volk hervor, das es in den Naturwissenschaften zu nennenswerten Erfolgen gebracht hat. Diese erzielten sie als integraler Teil des wissenschaftlichen und akademischen Systems der europäischen Völker; dies bleibt auch gültig nach der Gründung Israels, das akademisch stark mit den europäisch geprägten USA und den europäischen Nationen vernetzt ist. Dennoch herrscht bei jüdischen Wissenschaftlern eine tendentiell andere Art vor, Wissenschaft zu betreiben: statt, wie in Europa lange Zeit üblich, auf der Basis einer solide entwickelten Empirie auf die theoretischen Grundsätze zu schließen, die den Beobachtungen zugrundeliegen mögen, steht bei jüdischen Wissenschaftlern der Umgang mit Theorien &#8211; teils mit dürftiger, teils ganz ohne Faktenbasis &#8211; im Vordergrund. Im einzelnen fallen auf:</p>
<p style="text-align:justify;">- Auch in der Wissenschaft unterscheidet jüdische Denker von ihren europäischen Kollegen eine gewisse Faszination für revolutionär-grundstürzende, aber wenig empirisch begründete Ansätze. Deutlich erkennt man durch alle Zeiten das Zögern bei nichtjüdischen Forschern vor den Konsequenzen ihrer Gedanken: Kopernikus veröffentlichte sein Buch <i>&#8220;De revolutionibus orbium coelestium&#8221;</i>, das das heliozentrische Weltbild begründete, erst kurz vor seinem Tod. Max Planck sperrte sich zunächst heftig gegen die Quantenhypothese, die er selbst aufgestellt hatte. Lorentz und Poincaré mochten sich nicht ohne weiteres von den traditionsreichen Konzepten &#8220;absoluter Raum&#8221; und &#8220;absolute Zeit&#8221; verabschieden, was es Einstein ermöglichte, ihre Ideen als seine eigenen auszugeben.</p>
<p style="text-align:justify;">- Die Vorgehensweise, von als absolut erhobenen Prinzipien in Postulaten auszugehen. Dieses Paradigma ist inzwischen für weite Teile der modernen, theoretisch orientierten Physik kennzeichnend geworden. Am Beginn von Einsteins Spezieller Relativitätstheorie steht beispielsweise die zum absoluten, fundamentalen Prinzip erhobene Konstanz der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum für jedes Inertialsystem und die a priori gesetzte Unmöglichkeit, einen gleichförmigen Bewegungszustand des eigenen Bezugssystems absolut zu erkennen. (Beispiel: Fährt mein eigener Zug oder der Zug auf dem Nebengleis?) Die letztere Unmöglichkeit war seit der griechischen Antike Erfahrungstatsache, aber nie als absolut gültig postuliert worden. Aus diesen beiden gesetzartig am Anfang stehenden Grundsätzen werden dann, nach und nach postulierend, die verwirrenden Konzepte Zeitdilatation, Längenkontraktion, das Zwillingsparadoxon, die Lorentztransformation, relativistischer Massenzuwachs und relativistische Dynamik hervorgeholt; die experimentellen Befunde kamen erst nach und nach hinzu und unterliegen naturgemäß statistischen Unsicherheiten und Interpretationen.</p>
<p style="text-align:justify;">- Es existieren kaum jüdische Experimentatoren von Weltrang, insgesamt ist wenig Neigung zum empirischen, sorgfältigen Arbeiten erkennbar. Eine Ausnahme stellt eventuell der Chemiker Fritz Haber dar &#8211; nicht nur in dieser Hinsicht, sondern auch insofern, als er als einziger jüdischer Wissenschaftler lebenslang deutschfreundlich war.</p>
<p style="text-align:justify;">- Das Denken wird geprägt von Bilanzen und Defiziten, möglicherweise als Folge jüdischer Sozialisation (Dominanz im Finanz- und Handelssektor). Hier ist insbesondere an die zahlreichen Teilchen des Standardmodells zu denken &#8211; inzwischen sind bereits Hunderte verschiedener Teilchen postuliert worden, von denen erst einige wenige in höchst aufwendigen Beschleunigerexperimenten nachgewiesen werden konnten. Wolfgang Pauli, der 1930, um die beobachtete Energiedifferenz beim Betazerfall zu erklären, ein kleines neutrales Teilchen postulierte, das erst 1956 von Cowan und Reines nachgewiesen wurde (Neutrino), bildete hier nur den Anfang in einer langen Reihe. Das Konzept der virtuellen Teilchen, die als Teilchen-Antiteilchen-Pärchen aus dem Nichts entstehen können, auch ohne daß ein hinreichend hohes Energieniveau vorherrscht (das Universum &#8220;borgt&#8221; sich kurzfristig die Energie dazu), stammt schon von der Idee her aus der Kreditwirtschaft. In &#8220;Einsteins Traum&#8221; spricht Stephen Hawking von &#8220;gigantischen energetischen Schulden&#8221;, die das Universum für die Existenz der Materie hätte aufnehmen müssen, während die &#8220;Rückzahlung&#8221; erst im Falle eines Gravitationskollapses fällig würde &#8211; Ähnlichkeiten zur derzeitigen finanzinduzierten Schuldenkrise sind selbstverständlich rein zufällig.</p>
<p style="text-align:justify;">- Eine Liebe zur theoretischen Spekulation, die stark von apriorischen Gesetzmäßigkeiten ausgeht. Diese Vorliebe könnte eine &#8220;Nachwirkung&#8221; des jüdisch-religiösen Denkens bei nichtreligiösen Menschen jüdischer Abstammung darstellen, dessen Geartetheit man sich aus Thora/Talmud/Kabbala erschließen kann.</p>
<p style="text-align:justify;">- Der Konsens innerhalb der physikalischen Fachwelt gilt als wichtiger als empirische Wahrheit; Maßnahmen zur Erzielung eines Konsenses in ihrem Sinne werden getroffen. Hier ist insbesondere die weltweite Präsentation Einsteins und der Ergebnisse der Sonnenfinsternisbeobachtung 1919 durch Arthur Eddington zu nennen, auf die ich im folgenden ausführlich eingehen werde.</p>
<p style="text-align:justify;">- Streben nach Deutungshoheit als spezielle Form der Machtausübung &#8211; wer den Konsens nicht teilt, steigt nicht in den Rang der &#8220;Etablierten&#8221; auf. Schon in anderem Zusammenhang wurde davon gesprochen, daß Juden einen Stolz darauf hegen, den Geist der Nichtjuden formen und lenken zu können. Sie erwarten von Nichtjuden geistigen Gehorsam und interpretieren andere Gedankengänge als die von ihnen entwickelten als Angriff auf ihre Deutungshoheit. Wer heutzutage sachlich begründete Einwände gegen die spezielle oder die allgemeine Relativitätstheorie hegt, sollte sich vorsehen, diese nicht öffentlich werden zu lassen, wenn er eine akademische Laufbahn anstrebt &#8211; dies ist immer wieder an den Universitäten zu hören, weshalb wirkliche Kritik an Universitäten auch keinen Platz hat und eher von wissenschaftlichen Amateuren mit entsprechend schmalem Forschungsbudget ausgeht. Es steht nun zwar außer Frage, daß beide Relativitätstheorien gut etablierte wissenschaftliche Theorien darstellen, die die empirischen Befunde gut erklären. Das macht sie aber nicht zur einzig wahren oder gar alleinseligmachenden, unhinterfragbaren Wahrheit; diese bleibt in der Wissenschaft grundsätzlich immer unerkennbar.</p>
<p style="text-align:justify;">- Ineinssetzung von sachlich begründeten Zweifeln mit Antisemitismus und allgemeiner mit Menschenfeindlichkeit, Rückständigkeit oder ganz einfach Dummheit. Ein Zitat aus einem Interview mit Einstein selbst mag das belegen (&#8220;New York Tribune&#8221; vom 3. April 1921):</p>
<p style="text-align:justify;">
<blockquote></i><br />
<b>NYT:</b> &#8220;Warum waren Männer der Wissenschaft gegen Ihre Theorie, als Sie sie zuerst bekannt gaben?&#8221;<br />
<b>A.E.:</b> &#8220;Kein Mann der <b>Wissenschaft</b>&#8221; [das letzte Wort nachdrücklich betont] &#8220;war gegen die Theorie&#8221;.<br />
<b>NYT:</b> &#8220;Aber es gab da einige Gegnerschaft?&#8221;<br />
<b>A.E.:</b> &#8220;Ja, aber das war nur politisch. Sogar die Physiker, die meiner Theorie entgegen waren, taten dies aus politischen Gründen – nach meiner Auffassung natürlich.&#8221;</i></p></blockquote>
<p style="text-align:justify;">- Niederträchtigkeit und Verrat von Freunden, insbesondere im Rahmen internationaler Konflikte, in denen sie meist aufgrund ihrer Internationalität als Vermittler ausgewählt werden, doch sie haben stets ihre eigene Agenda und verhalten sich fast nie maßvoll. Auf das Verhalten von Niels Bohr gegenüber Werner Heisenberg, das man als perfiden Verrat deuten kann, der in der Konsequenz um weniges die nukleare Einäscherung deutscher Städte bedeutet hätte, werde ich später eingehen. Wenn man sich ferner den Hintergrund derjenigen US-amerikanischen und britischen Atomforscher anschaut (Julius und Ethel Rosenberg, David Greenglass, Harry Gold etc., die &#8220;Deutschen&#8221; Klaus Fuchs, Richard Sorge, Ruth Kuczynski-Werner, Rudolf Hamburger etc.), die sich in den 50er Jahren als Sowjetspione herausstellten und durch ihr Wirken das amerikanische Atombombenmonopol bereits 1949 und das Wasserstoffbombenmonopol 1957 hinfällig werden ließen, gelangt man zu ähnlichen Schlußfolgerungen.</p>
<p style="text-align:justify;">- Streben nach persönlichem Ruhm, nach Bekanntheit in der Fachgemeinde, nach Nobelpreisen und nach ihnen benannten Theoremen, Effekten, Elementen etc., dabei Verhinderung desselben für Angehörige anderer Völker. In der Fachliteratur gibt es zuhauf Einsteinsche Summenkonventionen, Bohrsche Postulate, ein Bohrsches Korrespondenzprinzip, Einstein-Gleichungen und vieles mehr in einem Maße, das über die Erwähnungen anderer individueller Wissenschaftler hinausgeht. Die International Union for Pure and Applied Chemistry (IUPAC), die über die Vergabe von Elementnamen entscheidet, hat sich seit den 1960ern u.a. für die Namen Bohrium, Einsteinium, Meitnerium entschieden, während die Anträge deutscher Wissenschaftler, ein Transuran nach dem Entdecker der Kernspaltung, Otto Hahn, Hahnium zu nennen, zum zweiten Male und damit endgültig abgewiesen wurden. Auch Heisenberg wird nach derzeitigem Stand nicht im Periodensystem verewigt werden.</p>
<p style="text-align:justify;"><b>Die traditionelle Vorgehensweise europäischer Physiker: Sinnvolle, erklärende Veränderungen</b></p>
<p style="text-align:justify;">Der entscheidende Gedanke Nikolaus Kopernikus&#8217; war gewesen, die Betrachtungsweise des Universums von der Erde auf die Sonne im Zentrum umzustellen. (Aristarch von Samos war 1500 Jahre vorher auch schon bei diesem Gedanken gewesen, hatte sich aber nicht gegen die Autorität Ptolemäus&#8217; durchsetzen können und war vergessen worden.) Dadurch ergaben die Schleifenbahnen der Planeten Mars, Jupiter und Saturn plötzlich Sinn, ohne daß man annehmen mußte, die Planeten würden auf ihren Bahnen Epizyklen durchlaufen &#8211; dafür hatte man im geozentrischen Weltbild niemals eine überzeugende Begründung finden können. Mit der Sonne im Zentrum ergab alles auf einmal viel mehr Sinn, und es gab die Epizykeln nicht mehr.</p>
<div id="attachment_14905" class="wp-caption alignnone" style="width: 427px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/06/ethnizitat-und-physik-i-wie-judisch-ist-die-relativitatstheorie/kopernikanischesweltbild/" rel="attachment wp-att-14905"><img src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/kopernikanischesweltbild.jpg" alt="" title="kopernikanischesweltbild" width="417" height="350" class="size-full wp-image-14905" /></a><p class="wp-caption-text">Das heliozentrische Weltbild</p></div>
<p style="text-align:justify;">Galileo Galilei machte sich nicht nur durch die Übernahme des Kopernikanischen Weltbilds zum Ketzer, sondern hatte bereits innerhalb der Naturforscher als solcher gegolten, da er es ablehnte, die Werke der griechischen Naturphilosophen Platon und Aristoteles, wie es jahrhundertelang üblich gewesen war, als &#8220;vertrauenswürdige Autoritäten&#8221; hinzunehmen, sondern ihre Thesen durch Experimentieren prüfte und gegebenenfalls verwarf und neue aufstellte. Jahre brachte er im Labor zu, um die Gesetze zu entdecken, nach denen Steinkugeln von Türmen fallen, Wagen schiefe Ebenen herabrollen oder Kanonengeschosse fliegen. Seine Arbeitsmethode ist bis heute wegweisend für alle Wissenschaft.</p>
<p style="text-align:justify;">Tycho Brahe hatte den Lauf der seinerzeit bekannten Planeten mit bloßem Auge beobachtet und handschriftlich festgehalten; diese Aufzeichnungen stellen sein Lebenswerk dar. Johannes Kepler destillierte aus diesen Beobachtungsdaten seine drei Keplerschen Gesetze:</p>
<p style="text-align:justify;">1. Die Planeten bewegen sich auf Ellipsenbahnen, wobei die Sonne in einem Brennpunkt steht.<br />
2. Der Strahl Sonne-Planet überstreicht in gleichen Zeiträumen gleich große Flächen.<br />
3. Die zweiten Potenzen der Umlaufzeiten der Planeten verhalten sich wie die dritten Potenzen der großen Halbachsen ihrer Bahnen.</p>
<div id="attachment_14906" class="wp-caption alignnone" style="width: 354px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/06/ethnizitat-und-physik-i-wie-judisch-ist-die-relativitatstheorie/kepler3/" rel="attachment wp-att-14906"><img src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/kepler3.gif" alt="" title="kepler3" width="344" height="256" class="size-full wp-image-14906" /></a><p class="wp-caption-text">Die drei Keplerschen Gesetze (Zahlen = Umlaufzeiten)</p></div>
<p style="text-align:justify;">Interessant ist, daß Kepler sich in seinen vorherigen Überlegungen stets im Sinne Kopernikus&#8217; geäußert hatte, die Planetenbahnen stellten Kreisbahnen dar. Kreise galten seit der Antike als Inbegriff harmonischer Bewegung, und Kepler hatte dem Gedanken der &#8220;Harmonie der Sphären&#8221; lange angehangen, was daraus ersichtlich ist, daß er die Radien der Planetenbahnen mit der Größe ineinandergeschachtelter Platonischer Körper erklären zu können glaubte. Ohne die eindeutigen Befunde aus der Auswertung von Brahes Datenkonvolut hätte sich Kepler sicher nicht zu einer solch tiefgreifenden Änderung seiner Auffassung durchgerungen.</p>
<div id="attachment_14908" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/06/ethnizitat-und-physik-i-wie-judisch-ist-die-relativitatstheorie/kepler2/" rel="attachment wp-att-14908"><img src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/kepler2.gif?w=500&#038;h=412" alt="" title="kepler2" width="500" height="412" class="size-medium wp-image-14908" /></a><p class="wp-caption-text">Keplers Weltbild, bevor er die drei Gesetze fand (aus &quot;Mysterium Cosmographicum&quot;)</p></div>
<p style="text-align:justify;">Interessant ist ebenfalls, daß wir das gleiche Widerstreben gegen die eindeutigen Befunde der eigenen Forschung auch bei Max Planck noch finden. Um 1900 war die Situation um die Strahlungsgesetze schwarzer Körper (Modellkörper, die von der eingestrahlten Energie nichts reflektieren und nur aufgrund ihrer Temperatur thermisch abstrahlen) unbefriedigend, denn Rayleigh und Jeans hatten für kleine Frequenzen der Strahlung ein ganz anderes Gesetz theoretisch abgeleitet, als es Wien für größere Frequenzen gefunden hatte. Mehr noch: Aus der thermodynamischen Gleichverteilungshypothese folgte, daß jeder klassisch mögliche Schwingungszustand ein gleiches Maß an Energie aufnehmen müßte. Da es aber zu höheren Frequenzen hin beliebig viele Schwingungszustände in einem Körper gibt, müßte der Energieinhalt eines strahlenden Körpers unendlich hoch sein (Ultraviolett-Katastrophe).</p>
<p style="text-align:justify;">Planck ging nun daran, die atomaren Bestandteile des schwarzen Körpers als harmonische Schwinger anzusehen, deren Energieaufnahme der thermodynamischen Boltzmann-Statistik gehorcht, und konnte damit eine Strahlungsformel herleiten, die für kleine Frequenzen durch das Gesetz von Rayleigh-Jeans und für höhere durch das von Wien näherungsweise dargestellt werden kann. Damit die neue Formel Wiens Gesetz auch wirklich entsprach, mußte Planck annehmen, daß die Strahlungsenergie sich nicht gleichmäßig auf alle möglichen Frequenzen verteilt, sondern daß den höheren Frequenzen höhere Energien entsprechen (E = h·ν) und die höchstfrequenten Schwingungszustände, obgleich klassisch möglich, keine Energie aufnehmen. Dieses Ergebnis seiner Arbeit aber &#8211; die Quantenhypothese &#8211; stellte Planck selbst lange vor Rätsel. Er, der traditionsbewußte Preuße, hätte sich im Leben nicht träumen lassen, daß seine Forschung die Revolutionierung des mechanistisch-deterministischen Weltbildes zur Folge haben würde, die mit der Heraufkunft der Quantenmechanik einhergehen sollte.</p>
<p style="text-align:justify;">In der als &#8220;bahnbrechend&#8221; dargestellten Arbeit <i>&#8220;Zur Elektrodynamik bewegter Körper&#8221;</i> von Albert Einstein (erschienen in den &#8220;Annalen der Physik&#8221; von 1905; eine pdf-Version gibt es <a href="http://www.christoph.mettenheim.de/einstein-dynamik.pdf" target="_blank"><u>hier</u></a>) findet man auf 30 Seiten die bisherige Newtonsche Physik und das ihr selbstverständlich zugrundeliegende Prinzip der Unveränderlichkeit von Zeit und Raum, das auch bei Immanuel Kant großes Gewicht gehabt hatte, grundlegend in Frage gestellt, und es wird an keiner Stelle erkenntlich, der Autor habe um die großen Veränderungen, die er auslösen sollte, irgendwann ringen müssen. Nachdem die beiden Prinzipien &#8220;Unerkennbarkeit eines absoluten gleichförmigen Bewegungszustandes&#8221; und &#8220;Invarianz der Lichtgeschwindigkeit in jeglichem Bezugssystem&#8221; aufgestellt und ihre Vereinbarkeit gezeigt sind, wird mit großer Sicherheit eine Formel nach der anderen aufgestellt, die noch heute in jedem Lehrbuch der Physik zu finden sind: Asynchronizität der Uhren, verkürzte Maßstäbe, Zunahme der Trägheit (also der Masse), Unüberschreitbarkeit der Vakuumlichtgeschwindigkeit &#8211; und die Vermutung wird ausgesprochen, daß eine schnelle Fortbewegung auch einen Menschen langsamer altern lassen würde. Alles das wird heute unter den Begriff &#8220;Spezielle Relativitätstheorie&#8221; gefaßt.</p>
<p style="text-align:justify;">Einstein konnte sich bei der Abfassung seiner Arbeit auch sehr sicher sein, daß seine Folgerungen gut durchdacht waren, denn die Ergebnisse hatte vor ihm schon ein anderer gefunden: Der eigentliche Vater der Relativitätstheorie heißt Henri Poincaré, der aber in Einsteins Arbeit mit keinem Wort erwähnt wird. Wenn noch heute der Prioritätsstreit zwischen Newton und Leibniz um die &#8220;Erfindung&#8221; der Differentialrechnung Wellen schlägt, oder man Gerolamo Cardano noch heute nachsagt, die allgemeine Lösungsmethode für kubische Gleichungen um 1540 illegitimerweise Nicolo Tartaglia abgeluchst zu haben, so muß bemerkt werden, daß die Fachöffentlichkeit mit Plagiatsvorwürfen gegen Albert Einstein außerordentlich zurückhaltend ist. Poincaré und Lorentz waren beide &#8211; wir erkennen die Tendenz &#8211; angesichts der Aussicht, die Konzepte &#8220;absoluter Raum&#8221; und &#8220;absolute Zeit&#8221; aufgeben zu müssen, sehr zurückhaltend gewesen, während Einstein keine Sentimentalitäten hatte, diese radikale Konsequenz auszusprechen.</p>
<p style="text-align:justify;">Einsteins ganze Arbeit beinhaltet überhaupt keinen Quellenverweis; einzig Henrik A. Lorentz (nach dem heute die Lorentz-Transformation und die Lorentzkraft benannt sind) wird kurz als Urheber der Transformationsgleichungen erwähnt. Jemand anderes als Einstein hätte eine solche Arbeit nicht bei einem Verlag einzureichen brauchen &#8211; schon das Fehlen jeglichen Verweises würde mit hoher Wahrscheinlichkeit die Zurückweisung nach sich ziehen, die offensichtlichen Übereinstimmungen mit Teilen der Veröffentlichungen anderer noch mehr. Aber Einstein ist ja nicht irgendwer, nicht?</p>
<p style="text-align:justify;">(Es ist nicht die Absicht des Autors, die sachliche Richtigkeit der Relativitätstheorie in Abrede zu stellen. In einem Teilchenbeschleuniger wie dem kürzlich in Betrieb genommenen LHC am CERN bei Genf wird Protonen eine kinetische Energie von 4 TeV mitgeteilt; nach dem Newtonschen Gesetz E<sub>kin</sub> = <sup>1</sup>/<sub>2</sub>·m<sub>p</sub>·v<sup>2</sup> würde das einer Geschwindigkeit von 100facher Lichtgeschwindigkeit entsprechen, doch ein Überschreiten von <i>c</i> wird nicht festgestellt &#8211; anscheinend ist <i>c</i> tatsächlich eine Grenzgeschwindigkeit, die von Licht, Materie und Information nicht überschritten werden kann, soviel Energie man auch investiert. Die Lebensdauer von Myonen, die in oberen Atmosphärenschichten durch Höhenstrahlung entstehen, wäre zu kurz, als daß sie den Erdboden in nennenswerter Zahl erreichen könnten &#8211; und dennoch werden sie hier nachgewiesen. Die &#8220;innere Uhr&#8221; der Teilchen, die ihnen sagt, wann sie zerfallen müssen, geht infolge ihrer hohen Eigengeschwindigkeit &#8211; für irdische Beobachter &#8211; langsamer. Aus Sicht der Teilchen dagegen schrumpft die Strecke bis zum Erdboden im gleichen Maß zusammen, so daß sie ihn innerhalb ihrer Lebensdauer zu erreichen vermögen. Es spricht also einiges dafür, daß die Ergebnisse der Speziellen Relativitätstheorie die Wirklichkeit zutreffend beschreiben. Das reicht aber nicht aus, alles Kritische zu Einstein auszublenden oder von jungen Wissenschaftlern eine Art &#8220;Glaubensbekenntnis&#8221; zur SRT einzufordern.)</p>
<p style="text-align:justify;">Unter Fachwissenschaftlern ist eine gewisse Neigung feststellbar, Kritiker der Relativitätstheorie, auch wenn sie fachlich beschlagen und akademisch etabliert sind, als wissenschaftliche Außenseiter, gestrige Nostalgiker oder als aufmerksamkeitssüchtige  <a href="//www.physics.smu.edu/scalise/www/misc/crackpot/crindex.html_blank"><u>&#8220;Crackpots&#8221;</u></a> darzustellen. Es erweckt den Eindruck, als stünden die Aussagen Einsteins jenseits jeden Diskussionsbedarfs, und der verärgerte Tonfall, in dem dies erfolgt, ähnelt stark der üblichen politischen Korrektheit, in die Gutmenschen verfallen, wenn jemand z.B. gegen Ausländer Position bezieht, und entwickelt zuweilen einen ungesunden, religionsartigen Zug. Da kursieren z.B. Listen mit &#8220;typischen Argumenten von &#8216;Relativitätstheorie-Leugnern&#8217;&#8221; (so werden die wirklich genannt), die man überdies daran erkennen könne, daß sie die &#8220;oft Fachwissenschaftler der Engstirnigkeit beschuldigen&#8221;, &#8220;leicht irre wirken&#8221; und &#8220;wie Trolle nur auf Aufmerksamkeit aus sind&#8221;. Nun, ein wenig leicht machen sich die Fachwissenschaftler die Sache mit den Außenseitern wirklich. Und selbst sagen sie auch nur selten nein, wenn ihnen jemand Aufmerksamkeit entgegenbringt &#8211; und zudem noch eine akademische Anstellung. Es bestätigt sich: Wer mit einem Finger auf andere zeigt, zeigt mit drei Fingern auf sich selbst.</p>
<p style="text-align:justify;"><b>Die Allgemeine Relativitätstheorie</b></p>
<p style="text-align:justify;">Die Verallgemeinerung der speziellen Relativitätstheorie, die eine Theorie der gleichförmig bewegten Bezugssysteme ist, auf beliebig beschleunigte Systeme wurde bis 1916 von Einstein erarbeitet, wobei er wiederum Hilfe von Mathematikern erhielt, die Spezialisten auf dem Gebiet der Riemannschen Flächen waren, hauptsächlich Hermann Minkowski und Marcel Grossmann. (Einstein, der weder besondere Begabung noch hohe Ambitionen für höhere Mathematik gehabt hat, soll sich einmal darüber geäußert haben: <i>&#8220;Seit meine Relativitätstheorie den Mathematikern in die Hände gefallen ist, verstehe ich sie selbst nicht mehr.&#8221;</i>) Wieder liegt ein Unerkennbarkeitsprinzip zugrunde &#8211; diesmal die Ununterscheidbarkeit beschleunigter Bezugssysteme von solchen, die sich im Gravitationsfeld eines massiven Körpers befinden. In einem beschleunigten Aufzug stellt man fest, daß sich Lichtstrahlen nicht geradlinig relativ zur Kabinenwand ausbreiten, und gemäß dem Ununterscheidbarkeitsprinzip wird dieselbe Krümmung von Lichtstrahlen auch für ein gleichförmig bewegtes Bezugssystem in einem Gravitationsfeld postuliert, das dieselbe Beschleunigung bewirken würde, wenn es in ihm frei fallen würde.</p>
<p style="text-align:justify;">Drei klassische Tests für die Allgemeine Relativitätstheorie kennt die physikalische Literatur: die Lichtkrümmung durch schwere Massen, die Perihelverschiebung der Merkurbahn und die spektrale Rotverschiebung elektromagnetischer Strahlung im Gravitationsfeld. Alle diese Phänomene waren der Physik bereits bekannt, als Einstein seine Allgemeine Relativitätstheorie vorstellte, und es gab vergleichsweise präzise quantitative Theorien, die die Größe dieser Effekte vorhersagten. Unterschiede zwischen Vorhersage und Beobachtung sollten nun, so die Behauptung, durch Einsteins Theorie besser erklärt werden als jemals zuvor &#8211; so lehren es heute die Physiklehrer in den Schulen. Aber wie sieht die Wirklichkeit aus?</p>
<p style="text-align:justify;">Unter den Voraussetzungen der Newtonschen Mechanik und seiner Korpuskeltheorie des Lichts ist eine Voraussage darüber möglich, wie stark das Licht von fernen Sternen durch die Sonne abgelenkt wird. Der bayerische Mathematiker und Astronom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Georg_von_Soldner" target="_blank"><u>Soldner</u></a> errechnete bereits 1801 für ein Teilchen, das sich mit Lichtgeschwindigkeit am Sonnenrand entlang bewegt, eine Hyperbelbahn, die um 0,88 Bogensekunden abknicken müßte &#8211; nicht viel, aber immerhin etwas. Maxwell hatte nun aber Licht als eine elektromagnetische Welle identifiziert, und im Rahmen seiner Theorie findet keine Wechselwirkung zwischen fernen Massen und elektromagnetischer Strahlung statt.</p>
<div id="attachment_14917" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/06/ethnizitat-und-physik-i-wie-judisch-ist-die-relativitatstheorie/lichtablenkung4-2/" rel="attachment wp-att-14917"><img src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/lichtablenkung41.jpg?w=500&#038;h=481" alt="" title="lichtablenkung4" width="500" height="481" class="size-medium wp-image-14917" /></a><p class="wp-caption-text">Massen ziehen sich gegenseitig an, weil ihre Annäherung die Gesamtkrümmung verkleinert. Die Massen &quot;sagen&quot; der Welt, wie sie gekrümmt sein muß, und Lichtstrahlen folgen dann Kurven minimaler Länge, den Geodäten. So könnte man Sterne, die hinter der Sonne stehen, bei einer totalen Finsternis neben derselben erblicken.</p></div>
<p style="text-align:justify;">Zur Folklore in der Ausbildung von Physikern gehört heute die Behauptung, die Verallgemeinerung der Speziellen Relativitätstheorie zur Allgemeinen Relativitätstheorie wäre eindrucksvoll bestätigt worden durch die Beobachtung einer Sonnenfinsternis im Mai 1919. Die ART sagt für einen Stern, den man exakt am Rand der Sonne zu sehen erwartet, voraus, daß sein Licht um 1,75 Bogensekunden &#8211; also etwa doppelt so viel wie von Soldner vorhergesagt &#8211; neben dem Sonnenrand erscheinen solle, was aber allenfalls bei einer totalen Sonnenfinsternis beobachtbar wäre. Mit den verbesserten Radioteleskopen, die der Astronomie heute zur Verfügung stehen, wurde der Effekt bei sehr massereichen Objekten (Quasaren) inzwischen hochpräzise überprüft und hat sich die ART somit auch quantitativ als zutreffend erwiesen, doch soll es hier um die Situation 1919 gehen.</p>
<div id="attachment_14790" class="wp-caption alignnone" style="width: 810px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/06/ethnizitat-und-physik-i-wie-judisch-ist-die-relativitatstheorie/freundlich-2/" rel="attachment wp-att-14790"><img src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/freundlich1.gif?w=800&#038;h=470" alt="" title="freundlich" width="800" height="470" class="size-medium wp-image-14790" /></a><p class="wp-caption-text">Theorie und Empirie: Die Punkte bezeichnen Abweichungen von Sternpositionen in Abhängigkeit von ihrem erwarteten Abstand von der Sonne. Die untere Linie folgt der Vorhersage der ART, die obere genügt einer alternativen Theorie. Ist ein solches Ergebnis &quot;eindrucksvoll&quot;?</p></div>
<p style="text-align:justify;">Und hier hat nun Herr Arthur Stanley Eddington seinen großen Auftritt. Dieser Mann beobachtete Ende Mai 1919 von der Insel Princípe im Golf von Guinea aus den Sternenhimmel während einer solchen totalen Sonnenfinsternis mit einem 20-mm-Teleskop und einem 40-mm-Teleskop.</p>
<p style="text-align:justify;">Jetzt einmal davon abgesehen, daß Begleiter Eddingtons später behaupteten, am Tag der Totalität wäre in dieser Region der Himmel wolkenverhangen gewesen. (Ich selbst habe 1999 eine Totalität bei bedecktem Himmel &#8220;beobachten&#8221; können &#8211; Sterne kann man so jedenfalls nicht am Himmel sehen.)</p>
<p style="text-align:justify;">Auch abgesehen davon, daß Herr Eddington seine Vergleichsaufnahme Monate vorher in London aufgenommen hatte &#8211; ein zeitlich und räumlich erheblicher Unterschied.</p>
<p style="text-align:justify;">Überdies abgesehen davon, daß kaum jemand außer Eddington selbst seine auf Princípe aufgenommenen Photoplatten je zu Gesicht bekommen durfte.</p>
<p style="text-align:justify;">Weiter darüber hinweggesehen, daß unter günstigen Umständen bei einer vollständigen Bedeckung der Sonnenscheibe eine Korona erheblicher Ausdehnung um die Sonne sichtbar wird, die lichtschwächere Sterne am Sonnenrand um ein leichtes überstrahlen kann.</p>
<p style="text-align:justify;">Und schlußendlich auch noch großzügig darüber hinweggesehen, daß selbst unter günstigsten Begleitumständen eine Sonnenfinsternis, die man vom Erdboden aus betrachtet, immer dem unvermeidlichen Atmosphärenflimmern unterliegt, das eine Abweichung von nicht einmal zwei Bogensekunden erheblich verwackeln kann (die Sonnenscheibe selbst erscheint dem irdischen Betrachter unter einem Winkel von 30 Bogenminuten, das entspricht dem 1000fachen der angeblich &#8220;exakt&#8221; gemessenen Abweichung).</p>
<p style="text-align:justify;">Trotz all dieser Widrigkeiten fand Eddington die Vorhersage Einsteins &#8220;glänzend bestätigt&#8221;.</p>
<p style="text-align:justify;">Und posaunte dies über das Fachblatt &#8220;Philosophical Transactions of the Royal Society&#8221; in alle Welt hinaus. Sein Einfluß auf dieses Organ reichte aus, kritische Fragen zu seinen Messungen und Interpretation nicht aufkommen zu lassen.</p>
<p style="text-align:justify;">Der größere Teil der Lehrbücher für Physik sieht es bis heute genauso &#8211; man meint sogar beobachten zu können, daß sie, je jünger das Erscheinungsdatum ist, umso enthusiastischer von dieser wissenschaftlichen Leistung sprechen.</p>
<p style="text-align:justify;">Später soll Eddington eingestanden haben, daß er bereits vor seiner Expedition ein glühender Verehrer Einsteins gewesen sei und beabsichtigt habe, diesen weltberühmt zu machen. Sieht so die Objektivität eines Wissenschaftlers aus?</p>
<p style="text-align:justify;">Fast fühlt man sich da versucht, an den Ausspruch Stalins zu erinnern, dem es ja beim Experiment &#8220;Wahl&#8221; auch weniger auf die Empirie (wie wird gewählt) als auf die Interpretation (wie wird ausgezählt) angekommen war. Was für ein Glück nur, daß Einsteins Genie immer richtig lag: wie weit würden Physiker wohl gegangen sein, um ein Abweichen heutiger Daten von der ART zu vertuschen, falls das notwendig geworden wäre, um die Theorie zu retten? Fest steht aber, daß Arthur Eddington selbst <i>kein</i> Jude, sondern ethnischer Engländer und religiös ein praktizierender Anhänger der Quäkerbewegung war.</p>
<div id="attachment_14795" class="wp-caption alignnone" style="width: 260px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/06/ethnizitat-und-physik-i-wie-judisch-ist-die-relativitatstheorie/arthurstanleyeddington/" rel="attachment wp-att-14795"><img src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/arthurstanleyeddington.jpg" alt="" title="ArthurStanleyEddington" width="250" height="320" class="size-full wp-image-14795" /></a><p class="wp-caption-text">Machte Einstein zur Berühmtheit: Arthur S. Eddington</p></div>
<p style="text-align:justify;">Einstein jedenfalls wurde durch diese Veröffentlichung so berühmt, daß man ihm in New York eine Konfettiparade spendierte. (Die US-Truppen, die zum Ende des Irakkriegs 1991 Tausende besiegte irakische Soldaten in ihren Fahrzeugen lebendig verbrannt hatten, sollten später an gleicher Stelle auch eine bekommen. Konfetti muß wohl eventuell vorhandene Gewissensplagen sehr wirksam mildern können.) Zwei Jahre später war Einstein Nobelpreisträger &#8211; wenn auch nicht offiziell für die ART, sondern für die quantentheoretische Deutung des photoelektrischen Effektes ausgezeichnet.</p>
<p style="text-align:justify;">Vielleicht war es aber auch gar nicht Einsteins Wille, berühmt zu werden &#8211; später soll er sich sehr pikiert darüber geäußert haben, daß <i>&#8220;heute jeder Kellner und jeder Kutscher über meine Relativitätstheorie spricht&#8221;.</i> Nein, als eitel könnte man Einstein beim besten Willen nicht bezeichnen; dazu reicht ein einfacher Blick auf seine Anzüge wie auch seine Haartracht. Später jedoch wußte Herr Einstein diesen Weltruhm allerdings in politischen Einfluß umzumünzen, wovon noch die Rede sein wird.</p>
<p style="text-align:justify;"><b>Der politische Mensch Albert Einstein</b></p>
<p style="text-align:justify;">Die Verteidiger Einsteins unterstellen seinen Kritikern immer wieder, diese würden die Forderung erheben, Einstein müsse <a href="http://www.scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2011/09/uberlichtgeschwindigkeit-ist-einstein-gesturzt-und-die-physik-am-ende.php" target="_blank"><u>&#8220;vom Sockel gestoßen werden&#8221;</u></a>. Nun, ich bin ziemlich sicher, daß das keine zutreffende Absichtsbeschreibung der Einstein-Kritiker ist &#8211; nicht die Physik Einsteins ist es, die die Menschen dazu treibt, Einstein abzulehnen, sondern es ist Einstein selbst. Die Allgemeine Relativitätstheorie hat sich, trotz der erheblichen mathematischen Schwierigkeiten in ihrer Formulierung und der unanschauliche Vorstellung einer &#8220;gekrümmten vierdimensionalen Raumzeit&#8221;, sauber bewährt &#8211; aber sie ist in wesentlichen Teilen nicht von Einstein, und das muß man sagen dürfen. Einsteins Beitrag bleibt beachtlich, aber es ist nicht so, daß die Beiträge der anderen Forscher daneben verblassen würden. Wenn es bis heute nur wenige Denkmäler für Albert Einstein gibt, die man stürzen könnte, so wird das eher damit zusammenhängen, daß er außerhalb der Physik &#8211; zumindest aus der Sicht eines Deutschen &#8211; kein besonders angenehmer Zeitgenosse gewesen ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Immer wieder findet man ihn beispielsweise als &#8220;großen Pazifisten&#8221; bezeichnet. Folgendes Zitat ist recht bekannt und gibt Aufschluß über die Geartetheit des Pazifismus dieses Herrn:</p>
<p style="text-align:justify;">
<blockquote><i>&#8220;He who joyfully marches to music in rank and file has already earned my contempt. He has been given a large brain by mistake, since for him the spinal cord would fully suffice. This disgrace to civilization should be done away with at once. Heroism at command, senseless brutality, deplorable love-of-country stance &#8211; how violently I hate all this, how despicable and ignoble war is &#8211; I would rather be torn to shreds than being part of so base an action. It is my conviction that killing under the cloak of war is nothing but an act of murder.&#8221;</p>
<p style="text-align:justify;">(deutsch: &#8220;Derjenige, welcher freudig zur Musik in Reih&#8217; und Glied marschiert, hat sich bereits meine Verachtung verdient. Ihm wurde sein großes Gehirn nur aus Irrtum gegeben, denn für ihn würde das Rückenmark bereits völlig ausreichen. Mit dieser Schande der Zivilisation sollte sofort Schluß gemacht werden. Heldentum auf Befehl, sinnlose Brutalität, die erbärmliche &#8216;Vaterlandsliebe&#8217;-Haltung &#8211; oh, wie gewaltig hasse ich all das, wie verachtenswert und nichtswürdig Krieg ist &#8211; ich würde mich lieber in Stücke reißen lassen, als Teil einer so niedrigen Sache zu werden. Ich bin der Überzeugung, daß das Töten unter dem Deckmantel des Krieges nichts ist als eine Mordtat.&#8221;)</i></p></blockquote>
<p style="text-align:justify;">Ein &#8220;Pazifist&#8221; aus Haß auf Leute, die ihr Vaterland lieben und verteidigen wollen? Eine solche Kultur gewordene Verteidigungsbereitschaft, wie sie die Deutschen zur Kaiserzeit praktizierten, wäre schließlich gar nicht nötig, wäre es nicht die Angewohnheit aggressiver Nationen, friedliebende Nationen immer wieder daran zu hindern, zu gedeihen. Eigenartig unpassend ist es da, daß Einstein mit diesen Worten auf die Deutschen zielte, aber viel weniger Probleme hatte, 1939 Präsident Roosevelt davor zu warnen, die Deutschen würden an einer Atomwaffe bauen, weshalb es &#8220;im nationalen Interesse der USA&#8221; sei, ihrerseits eine solche zu bauen und damit &#8220;den Deutschen zuvorzukommen&#8221;. Heute wissen wir, daß Einstein nicht nur einen von Leo Szilard verfaßten Brief mit unterschrieb, sondern selbst zwei weitere Briefe an Roosevelt schrieb mit dieser Forderung. Das Bestreben der USA, die Zerstörungskraft der Atomwaffe zu entfesseln, richtete sich denn auch zunächst ausschließlich gegen das Land, dem Einstein die Schulbildung und später eine Anstellung als ordentlicher Professor verdankte und das er doch rasend verachtete, was man an noch vielen weiteren Originalzitaten bestätigt findet.</p>
<p style="text-align:justify;">Daher verwundert es nicht, daß der Gedanke, Einstein könne ein Denkmal bekommen, in Deutschland nicht viele Befürworter hat, und sehe ich in dem verbreiteten Widerwillen gegen Einsteins Theorie eher ein Unbehagen gegen den Menschen Einstein als gegen die Physik, die heute mit seinem Namen verknüpft ist. Wäre heute die Rede von der &#8220;Poincaréschen Relativitätstheorie&#8221;, so wären die Reaktionen vermutlich weniger heftig, auch wenn Henri Poincaré Franzose war.</p>
<div id="attachment_14920" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/06/ethnizitat-und-physik-i-wie-judisch-ist-die-relativitatstheorie/poincare-einstein-2/" rel="attachment wp-att-14920"><img src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/poincare-einstein1.jpg?w=500&#038;h=282" alt="" title="poincare-einstein" width="500" height="282" class="size-medium wp-image-14920" /></a><p class="wp-caption-text">Jules Henri Poincaré und Albert Einstein</p></div>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p><b>Quellen:</b><br />
Simonyi, Karoly: Kulturgeschichte der Physik, Verlag Harri Deutsch, 3. Auflage Frankfurt/Main 2001</p>
<p>Walter Greulich (Hrsg.): Lexikon der Physik, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1998 </p>
<p><a href="http://wissenschaftliche-physik.com/blog/" target="_blank"><u>http://wissenschaftliche-physik.com/blog/</u></a> (Artikel unterschiedlicher Autoren)</p>
<p><a href="http://worlov.wordpress.com/" target="_blank"><u>http://worlov.wordpress.com/</u></a></p>
<p><a href="http://www.einstein-online.info/vertiefung/Lichtablenkung?set_language=de" target="_blank"><u>http://www.einstein-online.info/vertiefung/Lichtablenkung?set_language=de</u></a> (S. und I. Shapiro)</p>
<p>__________</p>
<p>Link zu Teil II dieser Artikelserie:<br />
<a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/11/ethnizitat-und-physik-ii-niels-bohr-und-die-atome/" target="_blank"><u>http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/11/ethnizitat-und-physik-ii-niels-bohr-und-die-atome/</u></a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/schwertasblog.wordpress.com/14781/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/schwertasblog.wordpress.com/14781/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/schwertasblog.wordpress.com/14781/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/schwertasblog.wordpress.com/14781/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/schwertasblog.wordpress.com/14781/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/schwertasblog.wordpress.com/14781/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/schwertasblog.wordpress.com/14781/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/schwertasblog.wordpress.com/14781/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/schwertasblog.wordpress.com/14781/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/schwertasblog.wordpress.com/14781/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/schwertasblog.wordpress.com/14781/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/schwertasblog.wordpress.com/14781/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/schwertasblog.wordpress.com/14781/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/schwertasblog.wordpress.com/14781/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=14781&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Der größte wissenschaftliche Betrug des 20. Jahrhunderts – Einstein, der Blender</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 14:56:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sternbald</dc:creator>
				<category><![CDATA[C. Galicia]]></category>
		<category><![CDATA[Ruy Díaz (Ü)]]></category>
		<category><![CDATA[Milena Einstein]]></category>
		<category><![CDATA[Milena Maric]]></category>
		<category><![CDATA[Relativitätstheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Senta Troemel-Ploetz]]></category>
		<category><![CDATA[theoretische Physik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsbetrug]]></category>
		<category><![CDATA[Zionismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Von C. Galicia. Das spanische Original EL MAYOR FRAUDE CIENTÍFICO DEL SIGLO XX &#8211; EINSTEIN, EL BRIBÓN wurde am 12.09.2009 auf Crux et Gladius publiziert. Übersetzung durch Ruy Díaz. Da teilweise zunächst vom Deutschen ins Spanische übersetzte Zitate hier rückübersetzt wurden, entsprechen sie möglicherweise nicht dem dt. Originalwortlaut. Mythen können einen wahren Kern haben, aber [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=14805&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>Von C. Galicia. Das spanische Original <a href="http://cruxetgladius.blogspot.com/2009/09/el-mayor-fraude-cientifico-del-siglo-xx.html" target="_blank">EL MAYOR FRAUDE CIENTÍFICO DEL SIGLO XX &#8211; EINSTEIN, EL BRIBÓN</a> wurde am 12.09.2009 auf <a href="http://cruxetgladius.blogspot.com/" target="_blank">Crux et Gladius</a> publiziert. Übersetzung durch Ruy Díaz. Da teilweise zunächst vom Deutschen ins Spanische übersetzte Zitate hier rückübersetzt wurden, entsprechen sie möglicherweise nicht dem dt. Originalwortlaut.</em></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/04/einstein-der-blender/san-alberto-einstein/" rel="attachment wp-att-14806"><img class="aligncenter size-full wp-image-14806" title="san alberto einstein" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/san-alberto-einstein.jpg" alt="" width="312" height="400" /></a><br />
Mythen können einen wahren Kern haben, aber genauso gut können sie aus Lügen errichtet sein. Letzteres ist bei Albert Einstein der Fall. Auch wenn die herrschende Meinung ihn heutzutage als Vorkämpfer für den Frieden und Muster menschlicher Güte darstellt und ihm der Ruf anhaftet, das größte Genie der Weltgeschichte gewesen zu sein, ist sein Heiligenschein nur aufgesetzt.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/04/einstein-der-blender/einstein-nino/" rel="attachment wp-att-14807"><img class="aligncenter size-full wp-image-14807" title="einstein NIÑO" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/einstein-nic3b1o.jpg" alt="" width="277" height="400" /></a><br />
<strong>Dieses Kind ist zurückgeblieben</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Das Urteil des Arztes lastete wie ein Stein auf Pauline, der Mutter des kleinen Albert, der als Vierjähriger kaum mehr als einige vereinzelte Worte stammeln konnte. Jahre später wurde seine Schwester Maya geboren, die bedeutend aufgeweckter und intelligenter war, was mit zu Alberts komplexbeladenem, gehemmtem und nachtragendem Charakter beitrug, ihn aber auch, Jung und Adlers Gesetz der Kompensation entsprechend, ein tief verwurzeltes Geltungsbedürfnis entwickeln ließ, das ihn sein Leben lang begleiten sollte und welches er stets durch einen unschuldig-harmlosen Habitus zu vertuschen versuchte. Jeder Misserfolg steigerte seine Selbstgerechtigkeit und seine Aufmüpfigkeit.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-14805"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Noch vor der Pubertät beschuldigte er das deutsche Erziehungssystem, ihn mit falschen religiösen Lehren betrogen zu haben (wobei anzumerken ist, dass er auch kein rechtgläubiger Jude war). Mit fünfzehn Jahren fälschte er ein ärztliches Gutachten, um nicht am Unterricht teilnehmen zu müssen, und mit siebzehn gab er die deutsche Staatsangehörigkeit auf, um sich dem Militärdienst zu entziehen. Später bekannte er selbst „niemals meinem Heimatland (Deutschland) noch meinem Elternhaus oder meinen Freunden angehört zu haben, sondern nur dem „Stamm“ (dem Zionismus)“.</p>
<p style="text-align:justify;">Vielleicht ist dies der Grund dafür, dass er seine älteste Tochter Lieserl zur Adoption freigab, ohne sich den Rest seines Lebens um sie zu kümmern, und dass er seinen geistig behinderten Sohn Eduard in eine psychiatrische Anstalt in der Schweiz abschob, ohne sich weiter für seine Gesundheit und sein Schicksal zu interessieren. In dieses Bild passt auch die entwürdigende Behandlung seiner weiteren Kinder, wie von diesen bezeugt, und seiner beiden Ehefrauen, deren erste er nach einer langen Reihe an Demütigungen und Affären mit anderen Frauen verließ, um dann die zweite auf die gleiche Weise zu beglücken.</p>
<p style="text-align:justify;">Wer mehr über das erbauliche Privatleben dieses „Genies“ erfahren möchte, wird mit Gewinn Roger Highfields und Paul Carters Buch <em>The privates lifes of Albert Einstein</em> lesen.</p>
<p style="text-align:justify;">Derselbe Mann, der viermal die Staatsangehörigkeit gewechselt hatte (deutsch, schweizerisch, wieder deutsch, englisch und US-amerikanisch) beklagte sich folgendermaßen:</p>
<p style="text-align:justify;">„Vielleicht ist es mein Schicksal, dass ich überall als ein böses Tier erscheine: Für die Deutschen bin ich ein Jude und für die Engländer ein deutscher Wissenschaftler.“</p>
<p style="text-align:justify;">Am traurigsten ist jedoch, dass der arme Albert Einstein sich mit siebzehn Jahren allein und zurückgesetzt fühlen musste, weil ihm sein sehnlichster Wunsch verwehrt blieb: ein Geigenvirtuose zu sein. Obwohl seine reiche, jüdische Familie ihm die besten Musikschulen in München, Mailand und Aarau bezahlte […] musste er sich zu diesem Zeitpunkt eingestehen, dass er niemals mehr als ein mittelmäßiger Geiger sein würde. Es war unvermeidlich. sich nach etwas anderem umzusehen. Sein Ziel war es, um jeden Preis Erfolg im Leben zu haben. Er beschloss, ein hochgelehrter Mathematiker zu werden. Trotz der äußerst bescheidenen Leistungen, die er am Gymnasium erbracht hatte, gelang es ihm im darauffolgenden Jahr, am prestigereichen Polytechnikum in Zürich zugelassen zu werden.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/04/einstein-der-blender/einstein5/" rel="attachment wp-att-14808"><img class="aligncenter size-full wp-image-14808" title="einstein5" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/einstein5.jpg" alt="" width="400" height="305" /></a></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>„Ich werde die Promotion niemals schaffen“</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Da jedoch Mathematik nicht seine Stärke war, wechselte er zur Physik. 1900 gelang es ihm gerade so, das Studium abzuschließen. Mit der Note 4,91 lag er nur knapp über der nötigen Mindestleistung, und seine Abschlussarbeit erhielt die niedrigste Note von allen. Im darauffolgenden Jahr reichte er eine Doktorarbeit ein, die jedoch zurückgewiesen wurde. Er wechselte das Thema, erlitt jedoch abermals einen Misserfolg. „Ich habe die Nase voll; ich werde die Promotion niemals schaffen!“, schrieb er 1903 an einen seiner Freunde.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Besuch des Polytechnikums blieb allerdings nicht ohne Früchte. Zu dieser Zeit lehrten dort zu Einsteins Glück Wissenschaftler vom Schlage eines Weber, Wolfer, Hürdwig, Pernet; ebenso der große Mathematiker Herman Minkowski (welcher die Theorie des vierdimensionalen Raums ausarbeitete und als wahrer Urheber der speziellen Relativitätstheorie anzusehen ist). Außerdem lernte er dort seine Frau Mileva Maric kennen.</p>
<p style="text-align:justify;">Zwischenzeitlich hatte Einstein begonnen, beim Schweizer Patentamt in Bern zu arbeiten, und auch wenn er dort nur ein „technischer Experte 3. Klasse“ war, erlaubte ihm dies, mit den bekanntesten Wissenschaftlern seiner Zeit in Kontakt zu treten und sich mit den neuesten Erfindungen vertraut zu machen, was zudem seinen Wunsch verstärkte, selbst Erfolg zu haben.</p>
<p style="text-align:justify;">1905 gelang ihm schließlich die Promotion mit der von einem der Gutachter als „kurz, fade und bedeutungslos“ charakterisierten Arbeit „Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen“ [Anm. des Übers.: Die Arbeit kann <a href="http://e-collection.library.ethz.ch/view/eth:30378" target="_blank">hier</a> eingesehen werden]. Fünf Jahre für eine 29 Seiten lange Arbeit mit zusammengeklaubten fremden Erkenntnissen.</p>
<p style="text-align:justify;">Da das monolithische Gebäude der klassischen Physik Newtons jedoch gerade am Bröckeln war, standen die Umstände günstig für einen großen Wurf, und da Einstein keinen Ruf zu verlieren hatte, musste er nichts riskieren. So vertiefte er sich in das Studium der Großen dieser Zeit – Mach, Lorentz, Weber, Maxwell, Boltzmann etc. – aus dessen Erkenntnissen er seine eigenen Schlussfolgerungen zog. Zuweilen fiel ihm die Lektüre dieser großen Physiker angesichts der mathematischen Herausforderungen jedoch allzu schwer. Wie gelang es unserem Helden, sich, obwohl er der unentbehrlichen mathematischen Grundkenntnisse ermangelte, aus dieser Verlegenheit zu befreien? Dies ist eine Frage, die bereits Viele sich gestellt haben. Die Antwort ist in Wahrheit allzu einfach.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>1905, „annus mirabilis“</strong></p>
<p style="text-align:justify;">1905 war für den jungen Einstein tatsächlich, so wie seine Hagiographen es beschreiben, ein „Wunderjahr“. Aber warum?</p>
<p style="text-align:justify;">Dank seiner Beziehungen zum Nobelpreisträger Wilhelm Wien, dem Herausgeber der angesehenen „Annalen der Physik“, gelang es ihm, die bereits erwähnte Doktorarbeit und vier weitere Artikel, die die Welt der Physik und die Epistemologie im Allgemeinen auf den Kopf stellten, in dieser Zeitschrift zu veröffentlichen.</p>
<p style="text-align:justify;">Einer dieser Artikel („Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt“), in dem er die Quantenhypothese Plancks (jedoch, wie es seine Gewohnheit war, ohne Planck zu zitieren) mit dem „photoelektrischen Phenomen“ Lenards in Verbindung brachte, trug ihm 1922 nichts weniger als den Nobelpreis ein. Eigentlich sollte er für einen anderen Artikel ausgezeichnet werden, nämlich „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“, in dem er die spezielle Relativitätstheorie skizziert, welche zuvor bereits in ihren einzelnen Bestandteilen von Maxwell, Lorentz, Kaufmann, Cherenkof, Poincaré und, vor allem, seinem früheren Professor aus Zürich, Minkowski, formuliert worden war. Angesichts der geringen Glaubwürdigkeit, die dieser „Theorie“ in der damaligen wissenschaftlichen Gemeinschaft beigemessen wurde und auch wegen der schwer zu bestimmenden Anzahl ihrer gemeinsamen Urheber, die es fragwürdig erscheinen ließ, sie einer Einzelperson zuzuschreiben, wurde es als klüger angesehen, den Preis mit einem anderen Artikels zu begründen.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Einstein und seine zionistischen, liberalistischen, kapitalistischen, globalistischen und progressistischen Glaubensbrüder</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Auch wenn der Ritterschlag zum „Pontifex Maximus“ des Weltgewissens erst 1922 mit dem Nobelpreis erfolgen sollte, verschafften ihm die vier Artikel in den „Annalen“ einen gewissen Ruf und ungewohnte Bekanntheit. In den wissenschaftlichen Zirkeln Europas und Amerikas wurde nur noch vom jungen Einstein und seiner „Theorie“ geredet. Das Schwierigste war vollbracht. Er hatte den Nerv seiner Epoche getroffen: Zu einer Zeit, da die absoluten Werte (Liebe, Ehre, Vaterland, Familie, Gott …) in Europa erneut Zuspruch erhielten, bewegte die Idee des Relativismus (die rein an sich diskussionswürdig ist), von welcher aus unser „Genie“ erfolgreich einen subversiven Relativismus herleitete und vertrat, die Gemüter und erwies sich als unerschöpfliche Goldgrube und <em>deus ex machina</em> der liberalistisch-kapitalistischen und „fortschrittlichen“ Agenda.</p>
<p style="text-align:justify;">Einstein hatte es geschafft. Nun wurde ihm angeboten, an der Universität Bern die „Strahlungstheorie“ zu erklären, und obwohl nicht behauptet werden kann, dass sein Debut als Dozent außergewöhnlich brillant gewesen sei (im ersten Jahr schrieben sich nur vier Schüler bei ihm ein und im darauffolgenden nur einer, der eingedeutschte Litauer Max Stern), war dies kein Hinderungsgrund dafür, dass ihm dank der Bemühungen seines guten Freundes Kleiner bald darauf eine Stelle als Privatdozent an der Universität Zürich angeboten wurde. Danach kamen Prag, wieder Zürich, Berlin etc.</p>
<p style="text-align:justify;">1905 sollte tatsächlich ein „Wunderjahr“ bleiben, denn weder vorher noch nachher erreichten seine Arbeiten Höhe, Originalität und Brillanz (und, aufgemerkt, auch nicht den Schreibstil) der vier in den „Annalen der Physik“ veröffentlichten Artikel.</p>
<p style="text-align:justify;">Bekanntlich verbirgt sich hinter jedem Wunder ein Geheimnis. Welches ist das Geheimnis Albert Einsteins?</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Mileva Einstein, geborene Maric</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Die Qualität und Originalität dieser Arbeiten erstaunten als Ersten Prof. Hermann Minkowski, dem die Grenzen seines ehemaligen Studenten bestens bekannt waren. „Einstein? Wenn es Grossmann, Wegener, oder diese überaus intelligente Mileva wäre… aber Einstein, der den Unterricht schwänzte…“</p>
<p style="text-align:justify;">Jedoch wurde Einstein als Autor dieser Artikel angesehen…. Bis im Februar 1990 auf dem Jahrestreffen der <em>American Asociation for the Advancement of Science</em> (AAAS) die Bombe hochging. Der Physiker Evans Harris Walker aus Aberdeen (Maryland) und die Philologin Senta Troemel-Ploetz von der Universität Bonn, die jeweils eigenständig und unter Berücksichtigung der Kriterien ihrer eigenen Disziplin die von Einstein 1905 in den „Annalen der Physik“ publizierten Artikel und den privaten Briefverkehr zwischen Einstein und seiner Frau Mileva analysierten, kamen zu der überraschenden Schlussfolgerung, dass die Ersterem zugeschriebenen genialen Ideen ebenso wie ihre aufwendige mathematische Ausarbeitung in Wirklichkeit seiner Frau Mileva Einstein, geborene Maric, zuzuschreiben seien.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/04/einstein-der-blender/milevaeinstein3/" rel="attachment wp-att-14809"><img class="aligncenter size-medium wp-image-14809" title="milevaeinstein3" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/milevaeinstein3.jpg?w=500&#038;h=374" alt="" width="500" height="374" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">So erklärt sich auch der überraschende Einbruch den Einsteins Arbeit im Hinblick auf Ausmaß und Qualität genau ab 1919, dem Jahr seiner Ehescheidung, erlitt. Ab diesem Zeitpunkt arbeitete er stets zusammen mit anderen Physikern (wie Podolsky, Bose, Nathan, Rose, De Sitter, Infeld, Hoffman etc.) und zeigte zudem eine andauernde und offensichtliche Abhängigkeit von Zuarbeitern im Bereich der mathematischen Ausarbeitung (Mathematiker, die für ihn bezahlt wurden, waren Grossman, Groumer, Lanczos etc.). Ernst Strauss erinnert sich daran, wie Einstein, wenn er einen mathematischen Gedankengang nicht verstehen konnte, zu sagen pflegte: „Ich bin überzeugt, aber nicht wirklich überzeugt“. Zahlreiche Anekdoten belegen das Urteil Evans H. Walkers: „Mila war ihm überlegen und übernahm anfänglich die Initiative auf dem Gebiet der Theoriebildung“. Halten wir uns vor Augen, dass in einer Zeit, in der sehr wenige Menschen Zugang zur Universität hatten, Einstein problemlos beim angesehenen Polytechnikum in Zürich zugelassen wurde und dort auch graduieren konnte. Mileva hingegen, damals die einzige Frau des Studiengangs, musste kleinbeigeben, obwohl sie ungleich intelligenter und brillanter als er war. Beide teilten die Vorliebe für die Klassiker der Physik, ebenso wie starke Schwierigkeiten im gesellschaftlichen Umgang (Mileva hinkte auf der rechten Seite), was sie einander emotional näherbrachte.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Blender Einstein erkannte schnell, dass dieses Mädchen eine Goldmiene war, deren Ideen er auch in anderen Bereichen verwerten konnte (v.a. in der Philosophie und der Politik) und an der er gut verdienen würde. Auf diese Weise und unter Ausnutzung seiner Beziehungen und Kontakte zu Gruppen und geheimen Zirkeln von Zionisten und „Fortschrittsfreunden“ („Neue Heimat“, „Freunde des neuen Russlands“, „Liga der Weltregierungsbefürworter“ etc.) sollte es ihm gelingen, emporzukommen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein hochgradig aufschlussreiches von Senta Troemel-Ploetz angeführtes Detail ist die Klausel im Scheidungsvertrag von 1919, in dem Einstein für den Fall, dass er für die in den „Annalen der Physik“ publizierten Artikel einen Preis gewinnen sollte, einräumt, diesen vollständig an Mileva abzutreten.</p>
<p style="text-align:justify;">So kam es, dass Albert Einstein drei Jahre später das Geld, das er für den Nobelpreis erhalten hatte, seiner Exfrau zukommen ließ. Aber weit davon entfernt, dass es sich um ein Zeugnis der sprichwörtlichen Großmütigkeit gehandelt hätte, die „Sankt Albert“ von seinen Hagiographen zugeschrieben wurde, geschah dies aufgrund legaler Zwänge, da Mileva vor dem Scheidungsrichter beweisen konnte, dass Albert die ganze Zeit des gemeinsamen Zusammenlebens (vor der Heirat hatten sie bereits fünf Jahre zusammengelebt) ihre sämtliche Arbeiten und Erfindungen für sich in Anspruch genommen und sie im Rahmen seiner Anstellung im Patentamt auf seinen eigenen Namen und sogar im Namen Dritter patentiert hatte, ohne dass Mileva dabei auch nur erwähnt worden wäre. Denn wie das „Genie“ zu sagen pflegte: „Ich könnte mir keinen weiblichen Galileo, Kepler oder Michelangelo vorstellen.“</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Angelegenheit ist nun aber keinesfalls neu. Troemel-Ploetz selbst verweist darauf, dass sie bereits dreißig Jahre zuvor von dem serbischen Physiker und Freund der Familie Einstein, Abraham Joffe, in einem Buch erhellt wurde, in dem er bezeugt, persönlich die in Mileva Marics Handschrift ausgeführten Skizzen und Originale der Manuskripte der Artikel, die später in den „Annalen“ veröffentlich wurden, gesehen zu haben.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Hinter dem Mythos Einstein verbergen sich offensichtlich unschöne Geheimnisse</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Bereits die Tatsache, dass all das oben Aufgeführte keinen nennenswerten Einfluss auf den Ruf des „Genies“ hat, ja dass die weite Öffentlichkeit sie nicht einmal zur Kenntnis nimmt, genauso wie die ständige Verklärung Einsteins in der Presse und der mit ihr einhergehende Ostrazismus zu dem die wissenschaftlichen Dissidenten des Dogmas verurteilt werden, die Mittäterschaft von vorgeblich „seriösen“ wissenschaftlichen Zeitschriften und die astronomischen Summen, die v.a. in Deutschland dafür aufgewendet werden, um zu beweisen…. Um was zu beweisen? All dies allein zeigt, dass sich hinter dem Mythos Einstein etwas Schwerwiegendes und Hässliches verbergen muss.</p>
<p style="text-align:justify;">Prof. Thruillier merkt in der Zeitschrift „La Recherche“ (Nr. 96, Januar 1996, S. 16) dazu an:</p>
<p style="text-align:justify;">„Es scheint, dass die relativistische Physik in einem besonderen und konkreten Bereich ein weitaus umfassenderes Programm verwirklicht: Die Konstruktion einer „suprapersönlichen“ Welt, einer Welt, die außerhalb unserer Empfindung und Wahrnehmung liegt, aber der eine höhere Wirklichkeit zu eigen ist.“ […]</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>„Mein Führer ist Chaim Weizmann“</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Wie Max Weber über Wissenschaft und Politik schreibt, „paktiert jeder, der Politik macht, mit den göttlichen oder teuflischen Mächten, die um die Macht gedrängt sind. Wer sein und anderer Menschen Seelenheil sucht, riskiert dieses auf dem Pfad der Politik, da der Geist der Politik in Spannung mit dem Gott der Liebe steht.“</p>
<p style="text-align:justify;">Auf diesen Gedanken bezogen schreibt Isidro-Juan Palacios in der Zeitschrift „Punto y Coma“, dass „auch die wissenschaftliche Tätigkeit eine Zauberquelle der Macht ist, die vom Menschen als Mittel zur Aneignung und Ermächtigung im Gebiet des Geistes benutzt wird, weswegen auch das Teuflische in ihr waltet.“</p>
<p style="text-align:justify;">[…] Das atomare „Genie“ bat den US-amerikanischen Präsidenten Roosevelt nicht nur am 02. August 1939 (kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs), sondern ebenfalls am 07. März 1940 brieflich, die Uranbombe auf vernichtende Weise gegen Deutschland einzusetzen. Es tat ebenfalls alles, was in seiner Macht stand, um den Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki durchzusetzen: die beiden katholischen Städte Japans. Um sich zu rechtfertigen, brachte er vor, dass es „gegen organisierte Macht nur organisierte Macht gebe“. Dasselbe hatte sechs Jahre zuvor Hitler gesagt, wobei dieser – Deutschland hatte wohlgemerkt einen bedeutenden technologischen Vorsprung – sich ausdrücklich gegen die Nutzung der Atombombe ausgesprochen hatte.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/04/einstein-der-blender/einsteinysusfanticos/" rel="attachment wp-att-14810"><img class="aligncenter size-full wp-image-14810" title="einsteinysusfanticos" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/einsteinysusfanticos.jpg" alt="" width="400" height="333" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">Auf einem zionistischen Treffen in New York sprach Einstein 1921 vor zehntausenden Glaubensgenossen: „Mein Führer ist Chaim Weizmann. Folgt ihm. Ich habe gesprochen.“</p>
<p style="text-align:justify;">Wie man sieht: „Alles ist relativ“. Es hängt nur davon ab, welche Position man einnimmt.</p>
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		<title>Barbarossa- Revival II: Grundgedanken</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 16:28:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kairos</dc:creator>
				<category><![CDATA[AdS-Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Barbarossa (Revival)]]></category>
		<category><![CDATA[Barbarossa]]></category>
		<category><![CDATA[Einwanderung]]></category>
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		<category><![CDATA[Krieg]]></category>

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		<description><![CDATA[Grundgedanken (11.3.2011) von Barbarossa In Gesprächen mit vielen Menschen merkt man, dass im Volk derzeit wegen der politischen Geschehnisse Angst und Ratlosigkeit herrschen. Die Leute ahnen und fühlen, dass wir uns am Vorabend umfangreicher Umbrüche befinden. Gleichzeitig muss festgestellt werden, dass diese Menschen hinsichtlich politisch-wirtschaftlicher Zusammenhänge kaum Informationen und Kenntnisse besitzen. Ohne diese Kenntnisse aber [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=14826&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3 style="text-align:center;">Grundgedanken (11.3.2011)</h3>
<div style="text-align:center;"></div>
<div>
<div style="text-align:center;"><em>von Barbarossa</em></div>
<div style="text-align:center;"></div>
<p>In Gesprächen mit vielen Menschen merkt man, dass im Volk derzeit wegen der politischen Geschehnisse Angst und Ratlosigkeit herrschen. Die Leute ahnen und fühlen, dass wir uns am Vorabend umfangreicher Umbrüche befinden.</p>
<p>Gleichzeitig muss festgestellt werden, dass diese Menschen hinsichtlich politisch-wirtschaftlicher Zusammenhänge kaum Informationen und Kenntnisse besitzen.</p>
<p><strong>Ohne diese Kenntnisse aber kann niemand die notwendigen Zusammenhänge erkennen!</strong></p>
<p><strong></strong><strong>Und ohne die wiederum nicht reagieren, oder –besser noch- agieren!</strong></p>
<p><span id="more-14826"></span></p>
<p>So entstand die Idee eine Serie zu beginnen, in welcher einfach wieder einmal angefangen wird, grundsätzliche Dinge auf ihren Grundsatz zurückzuführen.</p>
<p>Dem Einen werden damit Dinge sichtbar, die er noch nicht kannte. Der Andere findet Dinge wieder, von denen er sich im Laufe der Zeit zu sehr entfernt hat.</p>
<p>In weiteren Schritten sollen natürlich auf Basis der Erkenntnisse die Zusammenhänge verdeutlicht werden.</p>
<p>Die Reihenfolge und die Themen sind frei gewählt, und entstehen je nach Zeit und geistigem Input.</p>
<p>Gastbeiträge in diesem Sinne –aber auch sonstige Gastbeiträge- sind gerne gesehen.</p>
<p><strong>1. Materielle Werte</strong></p>
<p>Materielle Werte werden ausschließlich durch menschliche Arbeit geschaffen.</p>
<p>Wertschöpfung, womit die Schaffung von materiellen Werten bezeichnet wird, resultiert aus menschlicher Arbeit.</p>
<p>Wenn also ein Mensch 8 Stunden am Tag arbeitet, so hat er in dieser Zeit materielle Werte (nachfolgend<em>Werte </em>genannt) geschaffen.</p>
<p>In der Regel kann dieser Mensch in diesen 8 Stunden nur einen bestimmten maximal erreichbaren Wert erschaffen. Wollte er den doppelten Wert bekommen, müsste er 16 Stunden am Tag dafür arbeiten.</p>
<p>Da dies aber auf Dauer nicht möglich ist, bleibt die Höhe der Wertschöpfung für diesen Menschen ab einem bestimmten Punkt begrenzt.</p>
<p>Zunächst, als der Mensch als Urmensch lebte, dienten alle Arbeit und alle Wertschöpfung dem Überleben. Dem Erstellen einer Behausung, der Versorgung mit Nahrungsmitteln, und dem Schaffen von Vorräten für schlechte Zeiten und den Winter. Alle Ergebnisse der Arbeit wurden selbst gebraucht und verbraucht.</p>
<p>Ab einem gewissen Zeitpunkt veränderte sich das Leben der Menschen.</p>
<p>Zum einen kam es zu einer Spezialisierung, sodass der Einzelne diverse Arbeiten nicht mehr selbst ausführte, sondern diese von anderen Menschen ausgeführt, erwarb.</p>
<p>Und zum anderen entstand die Situation –aus welchem Grund auch immer-, dass ein Mensch mehr Werte besaß, als er für sein Überleben eigentlich benötigte (z.B. 1 Tonne Weizenkorn zuviel), und somit Werte für „Luxus“ verwenden konnte.</p>
<p>Für beide Fälle wurde es notwendig, dass die Menschen die von ihnen geschaffene Wertschöpfung gegeneinander austauschten, aber auch gegeneinander aufrechnen mussten.</p>
<p>a) Austausch: Zunächst gab es einen Austausch der Wertschöpfung in Form des Austauschs der geschaffenen Waren; den Warenaustausch. Im kleinen Rahmen war dieser unproblematisch zu bewerkstelligen.</p>
<p>Da man aber bestimmte Waren –und damit die in ihnen enthaltene Wertschöpfung!- nicht unbegrenzt aufbewahren konnte (z.B. ein halbes Dutzend frisch geschlachtete Hühner), und dadurch mit dem Verfall dieser Ware die ihr innewohnende Wertschöpfung verfiel &#8211; was nichts anderes bedeutete, als dass MEINE selbst geschaffene Wertschöpfung verfällt, die ich ja im Eintausch mit den z.B. 6 Hühnern, eingetauscht hatte- musste alsbald schon ein:</p>
<p><strong>Wertschöpfungs-Konservierungs-Gegenstand</strong></p>
<p>gefunden werden.</p>
<p>Ursprünglich benutzte man dazu seltene Muscheln und sonstiges. Seit einiger Zeit ist dieser Gegenstand das GELD.</p>
<p>(Wie Sie nun sicher selber schon bemerken, sind an das Geld (eigentlich) einige Ansprüche gestellt. Wenn ich –wem auch immer- meine Wertschöpfung gegen einen Geldschein eintausche, so ist doch mein Anspruch, dass dieser Geldschein die in ihm konservierte Wertschöpfung auch wirklich konserviert, oder? Aber dazu später!)</p>
<p><img class="aligncenter" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/reichsmark_2.jpg?w=400&#038;h=266" alt="" width="400" height="266" /></p>
<p>b) Aufrechnung: Im Zusammenhang mit dem Austausch der Wertschöpfung kam der Umstand zutage, dass die gleiche Arbeitszeit einer Person A einen höheren Wert zum Ergebnis hatte, als die von der Person B in dieser Zeit geschaffenen Werte.</p>
<p>Der Grund dafür kann sein, dass Person A eine hervorragende Geschicklichkeit besitzt, Produkte anbietet, welche B niemals selber schaffen könnte, und Ähnliches.</p>
<p>Auf alle Fälle entstand die Situation, dass A für z.B. 4 Stunden eigene Arbeit eine Ware von B bekam, für welche B jedoch 8 Stunden geschuftet hat, trotzdem aber bereit war, diesen Tausch einzugehen.</p>
<p>Natürlich haben die Menschen irgendwann erkannt, dass sie mit Hilfe von Maschinen ihre Produktivität –was nichts anderes als höhere Wertschöpfung innerhalb einer gewissen Zeit ist- erhöhen können.</p>
<p>Gleichwohl benötigt man immer noch Menschen, welche diese Maschinen erdenken, herstellen und bedienen.</p>
<p>Auf Theorien und Berechnungen hinsichtlich des Verhältnisses von maschineller zu manuelle Produktion, auf Break-even-Points und vieles mehr soll verzichtet werden.</p>
<p>Vielmehr möge die Aufmerksamkeit auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) eines Landes gelenkt werden.</p>
<p>Diese Zahlen geben wieder, welche Werte –bzw. in welcher Höhe Werte- pro Person in der gleichen Zeit geschaffen wurden.</p>
<p>Wir verkürzen bewusst. Aber fakt ist doch, dass die Wertschöpfung der deutschen Arbeiter -also die Höhe der geschaffenen Werte innerhalb eines Jahrs- auf jeden Arbeiter heruntergerechnet, um ein Vielfaches höher ist, als die der z.B. griechischen oder portugiesischen Arbeiter!!</p>
<p>Und es muss darauf hingewiesen werden, dass die Wertschöpfung -also die Schaffung von Werten- schon allein von der Zeit her begrenzt ist. Ein Jahr hat nun einmal nur 365 Tage mit je 24 Stunden!! Allein diesen einen Faktor kann NIEMAND ausschalten!</p>
<p>(Diese Dinge sind wichtig im Hinblick auf eine gemeinsame Währung, wie auch auf die Staatsverschuldung. Aber dazu später!).</p>
<p>Fazit: Werte entstehen ausschließlich durch menschliche Arbeit. Diese geschaffenen Werte werden der Einfachheit halber gegenseitig und untereinander in (eigentlich) werthaltige Wert-Konservierungs-Gegenstände eingetauscht. Es gibt den Umstand, dass das Ergebnis der Arbeitszeit der einen Person werthöher ist, als die einer anderen. Die Schaffung von mehr Werten ist nicht ohne weiteres möglich.</p>
<p><strong>2. Krieg</strong></p>
<p>JEDER Krieg ist ein wirtschaftlicher Krieg.</p>
<p><strong>Es gab und gibt keine Religionskriege oder ähnliches.</strong></p>
<p>Um einen Krieg zu führen, benötigt man 3 Dinge:</p>
<p>1. Geld und/oder Waffen.</p>
<p>2. Ein möglichst dummes Volk.</p>
<p>3. Einen Fanatismus, der das möglichst dumme (und damit nicht hinterfragende) Volk dazu bringt, mit wehenden Fahnen und einem Lied auf den Lippen in den Krieg zu ziehen, obwohl jeder weiß, dass man dort mit großer Wahrscheinlichkeit umkommt.</p>
<p><img class="aligncenter" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/1554438694_1244750998.jpg?w=400&#038;h=267" alt="" width="400" height="267" /></p>
<div></div>
<p>Diesen Fanatismus lieferten und liefern in erster Linie Religionen, missbrauchte Religionen, und als Religion getarnte Ideologien.</p>
<p>Aber auch überbordender Nationalismus –vielleicht sogar verbunden mit religiösem Wahn und religiöser Verführung- dienen diesem Zweck.</p>
<p>(Nicht umsonst hängen in den USA an jeder Ecke die stars`n`stripes herum, denn dieses Land benötigt laufend Kanonenfutter. Die größte Flaggendichte jedoch hat die Türkei; und das sollte uns zu denken geben).</p>
<p>Da also in der Vergangenheit die Religionen dafür missbraucht wurden, einen Krieg durchzuführen, wird heute oft fälschlicherweise von einem Religionskrieg geschrieben.</p>
<p>Meistens geschieht dies aber nicht fälschlicherweise, sondern bewusst. Denn damit wird erfolgreich verschleiert, dass die Machthaber die eigentlichen Profiteure des Krieges waren, während man den armen Hinterbliebenen der (für sich und ihre Familien sinnlos) im Krieg Gefallenen erzählt, die Opfer wären für eine gute, bzw. die richtige Sache gefallen.</p>
<p>Fazit: Jeder Krieg hat ausschließlich wirtschaftliche Hintergründe, dient wirtschaftlichen Interessen.</p>
<div> <img class="aligncenter" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/heartfield-krieg-1932.jpg?w=400&#038;h=281" alt="" width="400" height="281" /></div>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p><strong>3. Krieg und Wertschöpfung</strong></p>
<p>Was ist ein Krieg nun eigentlich wirklich?:</p>
<p>Man stelle sich ein Volk vor. Dieses kann auf Grund seiner Intelligenz, Fleißigkeit und den natürlichen Gegebenheiten seiner Heimat nur eine gewisse Wertschöpfung generieren, also erschaffen.</p>
<p>Wenn dieses Volk mit den Ergebnissen der jetzigen eigenen Wertschöpfung nicht zufrieden ist, so kann es diese entweder (mit mehr Anstrengung) erhöhen, oder -wenn es das nicht will- versuchen, sich an der Wertschöpfung anderer Völker zu bereichern.</p>
<p>Also beginnt man einen Krieg.</p>
<div> <img class="aligncenter" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/grunwald.jpg?w=400&#038;h=286" alt="" width="400" height="286" /></div>
<p>Und diesen beginnt man natürlich unter irgendeinem Vorwand!</p>
<p>Truppenteile dringen mittels Waffengewalt in das Nachbarland (bzw. irgendein irgendwie erreichbares Land) ein.</p>
<div> <img class="aligncenter" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/02/us-soldaten-afghanistan-540x304.jpg?w=400&#038;h=225" alt="" width="400" height="225" /></div>
<p>In den Bauernhöfen werden die Vorratskammern geplündert, und das Vieh geschlachtet.</p>
<p>Dieser Vorgang ist -unter den Erkenntnissen der vorhergehenden Ausführungen betrachtet- nichts anderes, als das Aneignen der bisherigen Wertschöpfung, also das Rauben der bisherig geschaffenen Werte des überfallenen Volkes. Ein wirtschaftlicher Vorgang.</p>
<p>Der Krieg geht weiter, und der Aggressor beherrscht am Ende das überfallene Volk in seinem Gebiet. Nun kann man 2 Ergebnisse herbeiführen:</p>
<p>a) Verdrängung (hier nicht weiter behandelt)</p>
<p>b) Unterdrückung (was das Rauben von Teilen der Wertschöpfung des überfallenen Volkes durch den Aggressor bedeutet).</p>
<p>Das findet so statt, dass zunächst die bisher geschaffenen Werte des besiegten Volkes geraubt werden (Staatsgold, Antiquitäten, Museenausstellungsstücke, sonstige Güter).</p>
<p>Früher zeigte man diese Beute bei der Heimkehr dem jubelnden Volke. Heute geschieht das diffiziler.</p>
<p>Weiterhin nutzen die neuen Machthaber die natürlichen und infrastrukturellen Werte des besetzten Volkes. So macht man zum Beispiel Urlaub in den exponierten Landstrichen des besetzten Landes, nutzt enteignete Villen für die eigene Nomenklatura, usw..</p>
<p>Selbst ein Fahren über die Autobahn des überfallenen und besetzten Volkes ist im Grunde nichts anderes, als die unerlaubte Nutzung der bisher gemeinsam geschaffenen Werte des überfallenen und besetzten und unterdrückten Volkes!</p>
<p>(Wenn sie jetzt plötzlich an die Nutzung des 1920 gebauten Stadtbades Ihrer Stadt durch Ausländer, pardon, <em>Migranten</em> denken müssen, so denken sie diese Gedanken bitte gerne weiter).</p>
<p>Und natürlich schaffen die neuen Machthaber Steuergesetze und ähnliche Dinge, mit denen sie es gewährleisten, dass sie an der Wertschöpfung des besetzten Volkes partizipieren, oder davon profitieren.</p>
<p>Jeder Mensch im Lande muss zunächst erst einmal seine Grundbedürfnisse wie Wohnung, Nahrung, Kleidung usw. befriedigen. Da er dies nicht direkt tut (dann wäre er Selbstversorger auf einem Bauernhof), muss er einen „Umweg“ über das Geld gehen (ahnen Sie schon wieder etwas?).</p>
<p>Und bei diesem Umweg ist es leider möglich, dass sich die Mächtigen (übrigens auch die „Eigenen“), hier einklinken.</p>
<p>Ohne weiteren Artikeln vorzugreifen soll also festgestellt werden, dass nach einem Krieg und nach einer Besetzung Wertschöpfung –als durch menschliche Arbeit geschaffene Werte- <strong>vom besetzten Volk abgezogen werden, und so diesem unfreien Volk für sich und/oder seine Gemeinschaft vorenthalten werden.</strong></p>
<p>Gleichzeitig muss darauf hingewiesen werden, dass es dabei noch einige andere Einnahmequellen gibt.</p>
<p>Zum Beispiel kann man sich die eigenen Kosten des Krieges vom überfallenen Volk bezahlen lassen.</p>
<p>Oder man kann im Krieg das überfallene Land ganz bewusst sehr zerstören, und dann danach am Wiederaufbau extra noch einmal verdienen, indem man denen die Baumaterialien verkauft, denen Kredite gibt, usw..</p>
<div>Zusammenfassung: Jeder Krieg dient dazu, sich an der vergangenen, heutigen und zukünftigen Wertschöpfung anderer Menschen zu bereichern.</div>
<p><strong>Es geht ausschließlich darum, Werte zu rauben.</strong></p>
<p>Vor diesem Hintergrund sollten jeder Krieg und jede militärische Auseinandersetzung betrachtet und beurteilt werden.</p>
<p>Gleichzeitig aber MUSS jede Art des Raubens der Wertschöpfung anderer Menschen anders, als vielleicht bisher geschehen, in den Kern der Betrachtung treten!!!</p>
</div>
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		<title>Wer da?</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 19:21:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Deep Roots</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fremdsprachige Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Science Fiction]]></category>

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		<description><![CDATA[Von John W. Campbell Jr.; deutsche Übersetzung von Uwe Anton. Das Original „Who Goes There?“ erschien 1938. 1 Es stank. Die schneeüberschütteten Hütten des Antarktis-Lagers strömten einen seltsamen, undefinierbaren Geruch aus, zusammengesetzt aus dem beißenden Schweiß der Menschen und dem durchdringenden, nach verwesendem Fisch stinkenden Tran der Robben. Über den modrigen Ausströmungen der schweiß- und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=14689&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone  wp-image-14691" title="Troll Castle, Queen Maud Land" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/01/troll-castle-queen-maud-land.jpg?w=645&#038;h=457" alt="" width="645" height="457" /></p>
<p>Von <strong><a title="John W. Campbell" href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_W._Campbell">John W. Campbell Jr.</a></strong>; deutsche Übersetzung von Uwe Anton. Das Original <strong>„Who Goes There?“</strong> erschien 1938.</p>
<p align="center"><strong>1</strong></p>
<p>Es stank. Die schneeüberschütteten Hütten des Antarktis-Lagers strömten einen seltsamen, undefinierbaren Geruch aus, zusammengesetzt aus dem beißenden Schweiß der Menschen und dem durchdringenden, nach verwesendem Fisch stinkenden Tran der Robben. Über den modrigen Ausströmungen der schweiß- und schneegetränkten Felle lag der Geruch der Futtermittel. Der scharfe Gestank verbrannten Fetts und die nicht unangenehme Ausdünstung der Hunde, vom Wind schon fast verweht, hingen in der Luft.</p>
<p>Die durchdringenden Gerüche des Maschinenöls kontrastierten scharf mit denen der ledernen Geschirre und der Kleidung. Aber über all diesen Gerüchen der Menschen und ihrer Mitbringsel – Hunde, Maschinen und Nahrungsmittel – lag noch eine weitere Duftnote. Obwohl sie so schwach war, daß man sie kaum unter den gewohnten Gerüchen der Station ausmachen konnte, war sie dennoch so seltsam, daß den Männern wegen ihr eine Gänsehaut über den Rücken lief. Es war ein Geruch, wie ihn nur Leben ausstrahlen konnte, aber dennoch kam er von einem Etwas, das sorgfältig mit Stricken und wasserdichten Folien auf dem Tisch verschnürt lag. Unter dem hellen Glanz der unbeschirmten Glühbirne wartete es dort, massig und dunkel, und in monotonem Rhythmus lösten sich Wassertropfen davon und klatschten auf die schweren Holzplanken des Fußbodens.</p>
<p>Blair, der kleine kahlköpfige Biologe der Expedition, zerrte nervös an den Folien und legte dabei klares, dunkles Eis bloß, nur um sie dann sofort wieder ruhelos zurückzuschieben. Seine abgehackten, von unterdrücktem Eifer zeugenden Bewegungen verursachten tanzende Schatten auf der ausgefransten, schmutziggrauen Unterwäsche, die unter der niedrigen Decke auf der Leine hing, und sein übriggebliebener, dichter Haarstreifen, der sich um den Kopf zog, wirkte auf den Schattenbildern wie ein verzerrter Halo, der sich um den nackten Schädel des Mannes gelegt hatte.</p>
<p>Kommandant Garry wischte die schlaff herabhängenden Beine einer langen Unterhose beiseite und trat auf den Tisch zu. Aufmerksam glitt sein Blick über die Gruppen der Männer, die in dem Verwaltungsgebäude eingepfercht waren. Sein großer, steifer Körper streckte sich schließlich, und er nickte. „Siebenunddreißig“, sagte er. „Es sind alle hier.“ Seine Stimme war tief und zeugte von der deutlichen Autorität eines Mannes, der sowohl von Natur aus als auch vom Titel her Kommandant war.</p>
<p>„In Umrissen kennt ihr die Geschichte dieses Fundes der Zweiten Polarexpedition. Ich habe mit dem stellvertretenden Kommandanten McReady, mit Norris und auch mit Blair und Dr. Copper gesprochen. Wir haben eine Meinungsverschiedenheit, und da sie die ganze Gruppe betrifft, ist es nur recht und billig, daß sich alle Teilnehmer der Expedition persönlich hier befinden. Ich werde McReady bitten, euch die Details des Fundes mitzuteilen, da ihr mit eurer eigenen Arbeit zu beschäftigt seid, um euch noch darum zu kümmern, was die anderen unternehmen. McReady, bitte.“</p>
<p>McReadys Gestalt – sie schien einem alten, vergessenen Mythos zu entstammen, eine vor Leben nur so strotzende bronzene Skulptur – hob sich undeutlich unter dem blauen Tabaksdunst hervor. Der über einen Meter und neunzig große Mann kam zum Tisch. Mit einer fast schon charakteristischen Bewegung schaute er zu den niedrig hängenden Gebälkverstrebungen und richtete sich dann erst zur vollen Größe auf. Er trug noch seinen groben, grellgelben Anorak, aber selbst hier, einen Meter und zwanzig unter den Stürmen, die über die antarktische Eiswüste fegten und auch vor der Hütte keinen Halt machten, schien das nicht unangebracht, denn auch hier war die Kälte des vereisten Kontinents noch deutlich zu spüren und erklärte auch das verhärmte Aussehen des Mannes. Er war in der Tat bronzefarben – sogar sein kupferroter Bart und sein dichtes Haar, die knotigen, zerfurchten Hände, die sich öffneten und wieder schlossen und dann endlich auf den hölzernen Brettern des Tisches zur Ruhe kamen. Sogar seine tiefliegenden Augen hinter den dichten Brauen waren bronzefarben.</p>
<p>Die der Zeit widerstehende Ausdauer von Metall spiegelte sich in seinen tief zerfurchten Gesichtszügen und in seiner dunklen Stimme.</p>
<p>„Norris und Blair stimmen in einem überein“, sagte er. „Das Tier, das wir gefunden haben, ist nicht – irdischen Ursprungs. Norris fürchtet, daß es Gefahr in sich birgt, Blair aber nicht. Aber zurück dazu, wie und warum wir es gefunden haben. Bevor wir hierher kamen, glaubte man, daß das Lager genau über dem magnetischen Südpol der Erde läge. Ihr alle wißt, daß der Kompaß hier genau nach unten deutet. Die genaueren Instrumente der Physiker, Instrumente, die speziell für eine Expedition und die Erforschung des magnetischen Pols gefertigt wurden, entdeckten einen weiteren, weniger starken magnetischen Ausschlag in etwa achtzig Meilen südwestlicher Richtung vom Lager.</p>
<p>Die zweite Expedition wurde ausgeschickt, um diesen Ausschlag näher zu untersuchen. Details dazu sind überflüssig. Wir fanden den Quell der magnetischen Strahlung, aber er bestand nicht aus einem riesigen Meteoriten oder einem magnetischen Berg, wie Norris es vermutet hatte. Eisenerz ist natürlich magnetisch, reines Eisen sogar in stärkerem Ausmaß, und gewisse spezielle Stahllegierungen noch mehr. Die Oberflächenuntersuchungen ergaben, daß dieser Pol etwa dreißig Meter unter dem Eis lag, am Fuße eines Gletschers.</p>
<p>Ich glaube, ihr solltet mehr über die Lage dieses Orts erfahren. Von VanWall wissen wir, daß Station II am Rande eines breiten Plateaus liegt, das sich einhundertundfünfzig Meilen nach Süden erstreckt. Er verfügte nicht über genug Zeit oder Treibstoff, um es gänzlich abzufliegen, aber gegen Süden wird es immer schmaler. Genau dort, wo dieses eingegrabene Ding liegt, befindet sich ein vereister Berggrat aus Granit von so unerschütterlicher Stärke, daß es das aus dem Süden hervorkriechende Eis zurückhält.</p>
<p>Vierhundert Meilen in südlicher Richtung davon liegt das polare Südplateau. Ihr habt mich schon verschiedentlich gefragt, warum es dort wärmer wird, wenn der Wind aufkommt, und die meisten von euch wissen es jetzt. Als Meteorologe hätte ich mein Wort dafür gegeben, daß kein Wind bei minus siebzig Grad und kein Wind mit mehr als fünf Meilen pro Stunde bei minus fünfzig Grad wehen kann, ohne durch den Reibungseffekt Boden, Schnee und Eis und die Luft selbst zu erwärmen.</p>
<p>Zwölf Tage lang kampierten wir am Fuße dieser vereisten Bergkette. Wir gruben unser Lager in das blaue Eis, aus dem die Oberfläche dort besteht, und entkamen so der Kälte. Aber all diese zwölf Tage blies der Wind mit fünfundvierzig Meilen, manchmal sogar mit achtundvierzig, seltener mit einundvierzig pro Stunde. Die Temperatur betrug minus achtundsechzig Grad. Vom meteorologischen Standpunkt her ist das ein Ding der Unmöglichkeit, aber trotzdem hielt dieser Zustand volle zwölf Tage und zwölf Nächte an.</p>
<p>Irgendwo im Süden gleitet die gefrorene Luft des polaren Südplateaus aus dieser Sechs-Kilometer-Vertiefung heraus, einen Bergpaß herab, über einen Gletscher hinweg und dann weiter auf ihrem Weg nordwärts. Eine trichterähnliche Bergkette muß ihr den Weg weisen, und vierhundert Meilen weiter trifft sie dann auf dieses kahle Plateau, wo wir den zweiten Pol fanden. Weitere dreihundertfünfzig Meilen nördlich erreicht sie dann den antarktischen Ozean, der zugefroren und niemals wieder aufgetaut ist, seitdem die Antarktis entstand, also seit zwanzig Millionen Jahren.</p>
<p>Vor zwanzig Millionen Jahren fror die Antarktis also zu. Wir haben weitere Nachforschungen angestellt, überlegt und spekuliert, und glauben nun, daß sich folgendes zugetragen hat: Irgendetwas kam aus dem Himmel. Ein Raumschiff. Wir sahen es in dem blautransparenten Eis. Ein Ding, das aussieht wie ein U-Boot, nur ohne Turm und Außenantennen, etwa siebenundachtzig Meter lang und an der dicksten Stelle vierzehn Meter im Durchmesser. – Ja, VanWall? Weltraum? Ja, aber das erkläre ich besser später.“</p>
<p>Mit ruhiger Stimme fuhr McReady fort: „Es kam aus dem All, angetrieben von Kräften, die die Menschheit noch nicht entdeckt hat, und irgendwie ging etwas schief. Die Magnetkraft des Südpols hat es eingefangen und manövrierunfähig gemacht. Dieses Land ist jetzt immer noch ungastlich, aber als es zufror, muß es noch viel ungastlicher gewesen sein. Es muß Schneestürme gegeben haben, starke Landverschiebungen und ungeheure Schneemassen, als dieser Kontinent mit Gletschern bedeckt wurde; und Wirbelstürme ungeahnten Ausmaßes zogen über das Land, bedeckten die jetzt zugefrorenen Berge bis zu den Gipfeln mit Schnee.</p>
<p>Das Raumschiff traf auf soliden Fels und brach auseinander. Einige seiner Passagiere dürften überlebt haben, aber das Schiff &#8211; vor allem sein Antrieb – war völlig zerstört. Norris glaubt, daß ihn die Energiefelder der Erde sowieso schon außer Betrieb gesetzt hatten. Kein technisches Produkt intelligenter Lebewesen kann bei einer unkalkulierten Auseinandersetzung mit den tödlichen Gewalten der Natur eines Planeten bestehen.</p>
<p>Ein Besatzungsmitglied verließ das Schiff. Der Wind wehte nie mit einer geringeren Geschwindigkeit als einundvierzig Meilen, und die Temperatur stieg nie über minus sechzig Grad. Damals muß der Wind sogar noch stärker gewesen sein, und der Schnee fiel wie ein dichter Teppich. Nach zehn Schritten hatte sich dieses <em>Etwas</em> völlig verirrt.“</p>
<p>Er schwieg für einen Moment, und jetzt, da die tiefe, gleichmäßige Stimme nicht mehr erklang, hörten sie das Dröhnen des Sturms über ihren Köpfen und das heftige, trügerische Gurgeln im metallenen Ofenrohr. Ein Schneegestöber fegte über sie hinweg. Die Flocken, vom hechelnden Wind herbeigetragen, fielen in gleichmäßigem, blendendem Weiß über die Dächer des vergrabenen Lagers. Hätte ein Mensch die Tunnel verlassen, die alle Lagergebäude unterirdisch verbanden, wäre er nach zehn Schritten verloren gewesen. Dort draußen stieg nur der schlanke, schwarze Finger des Radiomastes neunzig Meter in den klaren nächtlichen Himmel hinein, unter dem sonst nur der Wind von einer Seite zur anderen jagte und an dem der sich ankündigende Mantel der Morgenröte ein schwaches, dann und wann aufzuckendes Licht erzeugte. Im Norden flammten die seltsam wütenden Farbtupfen der Mitternachtssonne über den Horizont. Das war der Frühling einhundert Meter über der Antarktis.</p>
<p>An der Oberfläche bestand er dagegen aus weißem Tod, dem Tod der messerscharfen Kälte, die der Wind vor sich hertrieb und die jedem Wesen sämtliche Wärme entzog. Kälte, endloser heller Nebel, immerwährende Stürme und Schneegestöber und die winzigkleinen Partikel des züngelnden Schnees, der alles unter sich begrub.</p>
<p>Kinner, der kleine, narbengesichtige Koch, zuckte zusammen. Vor fünf Tagen war er an die Oberfläche gegangen, um einen Behälter mit gefrorenem Rindfleisch zu holen. Er hatte ihn auch erreicht und sich auf den Rückweg gemacht – aber dann kam Schneegestöber aus dem Süden. Der kalte weiße Tod, der über den Erdboden hinwegjagte, hatte ihn in zwanzig Sekunden geblendet. Eine halbe Stunde lang war er irr im Kreis gegangen, dann endlich hatten ihn an ein Gebäude geseilte Männer in der undurchdringlichen Finsternis gefunden. Ein Mann – oder ein <em>Ding</em> – konnte sich leicht nach zehn Schritten verirren.</p>
<p>„Und damals waren die Schneegestöber wahrscheinlich noch undurchdringlicher, als wir es uns heute vorstellen können“, riß McReadys Stimme den Koch aus seinen Gedanken, zurück in die trübe Wärme des Verwaltungsgebäudes. Es scheint, daß der Passagier des Raumschiffes darauf nicht vorbereitet war. Er erfror nach zehn Schritten.</p>
<p><span id="more-14689"></span></p>
<p>Wir gruben Tunnel, um zu dem Raumschiff zu gelangen, und stießen zufällig auf das gefrorene… äh… Tier. Barclays Eishacke zerschmetterte ihm den Schädel. Als wir sahen, auf was wir gestoßen waren, ging Barclay zurück zum Raupenschlepper, zündete das Feuer an und rief, als der Dampfdruck konstant war, Blair und Dr. Copper. Barclay selbst wurde krank, blieb es für drei Tage, um genau zu sein.</p>
<p>Als Blair und Copper kamen, schnitten wir das Tier in einem Eisblock heraus – ihr könnt ihn noch sehen -, hievten ihn hoch und verluden ihn auf den Raupenschlepper, um ihn hierherbringen zu können. Wir wollten aber noch zum Schiff selbst kommen.</p>
<p>Wir erreichten es und fanden heraus, daß das Metall uns völlig unbekannt war. Unsere unmagnetischen Werkzeuge aus Beryllium-Bronze kratzten es nicht einmal an. Barclay fand auf dem Raupenschlepper einige Stahlwerkzeuge, aber die halfen uns auch nicht weiter. Wir machten Tests – sogar mit Säure aus den Batterien -, aber ohne greifbare Ergebnisse.</p>
<p>Sie müssen über eine Möglichkeit verfügt haben, Magnesium säurefest zu machen, denn die Legierung bestand zu wenigstens fünfundneunzig Prozent aus Magnesium. Aber das konnten wir ja nicht ahnen, und als wir eine spaltbreit geöffnete Schleuse erspähten, schnitten wir uns zu ihr durch. Klares, hartes Eis war in der Schleuse, und wir konnten es nicht erreichen. Durch die schmale Öffnung konnten wir hineinsehen und erkannten, daß sich nur Metall und Werkzeuge dort befanden, also beschlossen wir, das Eis mit einer Bombe zu lockern.</p>
<p>Wir hatten zwei Arten von Sprengstoff: Decanit und Thermit. Thermit erweicht das Eis nur, während Decanit wertvolle Dinge hätte zerstören können. Dr. Copper, Norris und ich brachten eine Fünfundzwanzig-Pfund-Thermitbombe an, versahen sie mit dem Zündungsdraht und zogen ihn durch den Tunnel zur Oberfläche. Neunzig Meter hinter dem Felswall zündeten wir die Bombe.</p>
<p>Natürlich fing die Magnesiumhülle des Raumschiffs augenblicklich Feuer. Die Bombe blitzte auf und verlosch wieder, dann flackerte erneut Licht auf. Von unserem Standpunkt aus konnten wir erkennen, daß das ganze Eisfeld von innen heraus in unerträglichem Licht aufloderte. Gegen Norden, wo die Dämmerung heraufkroch, war der Schatten des Schiffs als großer, schwarzer Kegel zu erkennen. Für einen Moment konnten wir drei weitere Schatten in der Glut ausmachen, die wir für – Passagiere des Schiffes hielten. Dann stürzte das Eis herab und begrub das Schiff.</p>
<p>Deshalb habe ich euch den Ort genau beschrieben. Der Wind vom Pol fegte gegen unsere Rücken. Dampf und Wasserstoff-Flammen wurden augenblicklich in weiße Eisnebel verwandelt, die Gluthitze unter dem Eis wurde zum antarktischen Ozean weggedrückt, bevor sie uns erreichen konnte. Denn sonst wären wir jetzt nicht hier, trotz des Schutzes der Felswände, die das Licht zurückwarfen.</p>
<p>In dem blendenden Inferno hatten wir große, unregelmäßige Klumpen ausmachen können, die geradezu wie schwarze Glühbirnen leuchteten, weil sie gegen das weißglühend brennende Magnesium stark kontrastierten. Maschinen, nehmen wir an. Geheimnisse, die der Menschheit den Weg zu den Planeten und den Sternen hätten erschließen können. Sie verschwanden im Glorienschein der tosenden Gewalten; der Antrieb, der das Schiff offenbar schwerelos hatte machen können und durch ein Versagen vom Magnetfeld der Erde vor Millionen Jahren bezwungen wurde. Ich sah, wie sich Norris’ Mund bewegte, und duckte mich. Hören konnte ich ihn nicht.</p>
<p>Irgend etwas – vielleicht eine Isolierung – gab nach. Die gesamten Energien des Erdfeldes, mit der sich die Aggregate seit zwanzig Millionen Jahren vollgesogen hatten, wurden entfesselt. Die Morgenröte des Himmels über uns schien entfacht, und das gesamte Plateau erstrahlte in kaltem Feuer, das uns die Sicht nahm. Die Eishacke in meiner Hand glühte plötzlich rot und zischte auf dem Eis, als ich sie wegwarf. Die Metallknöpfe meiner Kleidung brannten sich in den Stoff hinein. Und ein blauer Blitz zuckte von jenseits der Steinwälle hervor. Dann stürzten die Eiswände herab. Einen Augenblick lang kreischte es, als würde trockenes Eis zwischen Metall zerrieben. Wir waren geblendet und taumelten stundenlang durch Finsternis, bis wir unser Augenlicht wiedererlangten. Die Überreste der Kabelrollen waren meilenweit verstreut worden, ebenso der Dynamo, das Radio, die Kopfhörer und Lautsprecher. Hätten wir nicht den Dampftraktor gehabt, wären wir nie bis zum Lager II gekommen.</p>
<p>Wie ihr wißt, flog Van Wall bei Sonnenaufgang von <em>Big Magnet</em> herüber. Wir sind so schnell wie möglich zurückgekehrt. Tja, das ist die Geschichte – davon.“ McReadys großer bronzebärtiger Kopf deutete auf das Ding auf dem Tisch.</p>
<p align="center"><strong>2</strong></p>
<p>Ungeduldig starrte Blair vor sich hin, seine kleinen knochigen Finger zuckten unter dem grellen Licht. Kleine braune Sommersprossen auf seinen Knöcheln glitten vor und zurück, als sich die Gelenkkapseln verschoben. Er zog etwas von der Folie beiseite und blickte das dunkle, vom Eis umschlossene Etwas an.</p>
<p>McReadys großgewachsener Körper streckte sich etwas. Mit dem holpernden, schnarrenden Dampftraktor hatte er heute sechzig Kilometer zurückgelegt, von der Station Big Magnet bis hierher. Sogar seine sonst so unerschütterliche Ruhe war von der Begierde verdrängt worden, wieder mit Menschen zusammen zu sein. Dort draußen im Lager II war es einsam und ruhig, nur der Sturm, der vom Pol her kam, heulte wie eine Wolfsmeute. Sogar im Schlaf hörte er das wolfsähnliche Heulen und Dröhnen des Sturms – und sah das böse, unbeschreibliche Gesicht des Monsters, das ihn durch das klare, blaue Eis mit leeren Augen anstarrte, mit dem vom Eispickel gespaltenen Schädel, so wie er es zuerst gesehen hatte.</p>
<p>Der hünenhafte Meteorologe sprach weiter. „Das Problem liegt nun darin, daß Blair dieses Ding untersuchen möchte. Er will das Eis schmelzen und dem Wesen dann mit dem Skalpell Gewebeschichten entnehmen, und so weiter. Norris glaubt nicht, daß das ungefährlich ist, im Gegensatz zu Blair. Dr. Copper stimmt ziemlich mit Blair überein. Natürlich ist Norris Physiker und nicht Biologe. Aber er hat ein Argument, und ich glaube, daß wir alle uns das anhören sollten. Blair hat schon oft über die mikroskopischen Lebensformen gesprochen, die die Biologen sogar an diesem kalten und ungastlichen Ort finden. Jeden Winter frieren sie ein, um im Sommer – wenn auch nur für drei Monate – wieder aufzutauen und weiterzuleben.</p>
<p>Gerade darauf bezieht sich Norris. Sie tauen auf – und leben weiter. Wir müssen annehmen, daß diesem Geschöpf mikroskopisch kleine Lebensformen anhaften, wie jedem anderen Lebewesen, das wir kennen. Und Norris hat Angst davor, daß wir eine Seuche heraufbeschwören könnten, ausgelöst durch einen Bazillus, der auf der Erde unbekannt ist, wenn wir diese mikroskopisch kleinen Bakterien oder Sporen oder Erreger, die seit zwanzig Millionen Jahren eingefroren sind, wieder auftauen.</p>
<p>Blair gesteht ein, daß diese Lebensspuren noch nicht abgestorben sein müssen. In gefrorenem Zustand kann einzelliges Leben, unorganisiert wie es ist, viele Jahrtausende überdauern. Das Biest selbst ist so tot wie die gefrorenen Mammuts, die man in Sibirien findet. Höher entwickelte, organisierte Lebensformen können solch eine Behandlung nicht überstehen. Aber diese mikroskopisch kleinen Lebensformen könnten es. Norris befürchtet, daß sie eine Krankheit auslösen könnten, der die Menschheit völlig hilflos und wehrlos gegenübersteht, da sie noch nie auf sie gestoßen ist und folglich keine Abwehrmechanismen entwickeln konnte.</p>
<p>Blair meint zwar, daß es noch lebende Keime geben könnte, aber Norris habe unrecht, da sie mit der menschlichen Biochemie nichts anfangen könnten. Wir sind wahrscheinlich immun dage…“</p>
<p>„Wahrscheinlich!“ Der Kopf des kleinen Biologen zuckte in seiner schnellen vogelähnlichen Bewegung hoch. Der Halo des grauen Haares auf seinem kahlen Schädel schien sich ärgerlich zu kräuseln. „He, ein Blick…“</p>
<p>„Ich weiß“, gestand McReady ein. „Dieses Ding ist nicht irdischen Ursprungs. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, daß seine Biochemie der unsrigen so ähnlich ist, daß eine gegenseitige Infektion möglich erscheint. Ich würde sagen, daß das Auftauen keine Gefahr in sich birgt.“</p>
<p>McReady schaute Dr. Copper an. Der Arzt schüttelte langsam den Kopf. „Überhaupt keine“, bestätigte er zuversichtlich. „Ein Mensch kann nicht mal von Keimen infiziert werden, die so nahe Verwandte wie Schlangen befallen. Und das versichere ich“, sagte er mit ärgerlich verzogenem Gesicht, „Schlangen stehen uns biologisch <em>viel</em> näher als – <em>dieses Ding dort</em>.“</p>
<p>Vance Norris schob sich ärgerlich nach vorne. Unter diesen großgewachsenen Männern wirkte er verhältnismäßig klein, obwohl er einen Meter und siebzig maß, und sein gedrungener, kräftiger Körperbau ließ ihn noch kleiner erscheinen. Sein schwarzes Haar war dicht und hart, wie kurze Stahlwolle, und seine Augen hatten die graue Farbe gebrochenen Stahls. Wenn McReady aus Bronze zu bestehen schien, so bestand Norris ganz aus Stahl. Seine Bewegungen, Gedanken, ja sein ganzes Benehmen erinnerten an eine lebendig gewordene Stahlfeder. Auch seine Nerven waren stahlhart, seine Reaktionen blitzschnell. Seine Meinung stand fest, und er verteidigte sie mit dem für ihn charakteristischen schnellen, abgehackten Wortfluß.</p>
<p>„Zum Teufel mit der unterschiedlichen Chemie. Dieses Ding mag tot sein oder, bei Gott, auch nicht – aber ich mag es nicht. Verdammt noch mal, Blair, laß die Männer mal das Monstrum sehen, mit dem du da rumspielst. Laß sie es sehen, und dann sollen sie selbst entscheiden, ob es hier im Lager aufgetaut werden soll oder nicht. Und wenn es aufgetaut werden soll, muß das in einer Baracke geschehen. Und wer soll heute abend den Aufpasser darauf spielen? Irgendwer muß es tun. Magnetisch, o ja, Connant. Kosmische Strahlen. Na, willst du etwa bei dieser zwanzig Millionen Jahre alten Mumie sitzen?</p>
<p>Nimm die Plastikfolie weg, Blair. Wie zum Teufel wollt ihr wissen, worüber ihr redet, wenn ihr es nicht sehen könnt? Vielleicht hat es eine unterschiedliche Biochemie. Ich weiß nicht, was es sonst noch hat, aber etwas weiß ich ganz bestimmt: Ich will es nicht hier haben. Wenn man nach seinem Gesichtsausdruck urteilen kann – vielleicht kann man das nicht, denn es ist ja nicht menschlich -, war es ziemlich ärgerlich, als es erfror. Vielleicht verspürte es aber auch einen verrückten, unmenschlichen Hass, wer weiß? Wie zum Teufel können die Jungs über dieses Untier reden? Sie haben diese drei roten Augen nicht gesehen, und dieses blaue Haar, das aussieht, als bestände es aus Würmern. Vielleicht schlängeln diese Würmer immer noch im Eis umher? Nichts, was sich je auf der Oberfläche der Erde bewegte, hatte diesen unglaublichen Ausdruck wilder Zerstörungswut in sich getragen, den man auch jetzt noch sieht, nach zwanzig Millionen Jahren im Eis. Dieses Ding trägt lauernden Irrsinn in sich.</p>
<p>Verdammt, seit ich in diese drei roten Augen geblickt habe, habe ich Träume, Alpträume. Ich träume davon, daß dieses Ding auftaut und wieder zum Leben erwacht, daß es nicht ganz tot war, oder nicht einmal ganz bewußtlos während dieser zwanzig Millionen Jahre, daß es nur langsamer lebte und wartete, immer nur wartete. Und ihr werdet auch träumen, während das Eis von diesem Ding, das die Erde nicht haben wollte, heute nacht abtaut, Tropfen um Tropfen.</p>
<p>Connant“, Norris deutete auf den Strahlungsspezialisten, „du hast heute Wache, dir wird es sicher Spaß machen, die ganze Nacht neben diesem Ding zu sitzen. Alles ist ruhig, nur der Wind pfeift über den Dächern, und es tröpfelt…“ Er hielt einen Moment lang inne und sah sich um.</p>
<p>„Ich weiß, das, was ich sage, ist nicht wissenschaftlich. Aber es betrifft die Psychologie. Während des nächsten Jahres werdet ihr alle unter Alpträumen leiden. Ich habe sie jede Nacht, seitdem ich dieses Ding sehe. Deshalb hasse ich es – ja, ich hasse es -, und deshalb will ich es nicht hier im Lager haben. Bringt es dahin zurück, wo ihr es gefunden habt, und laßt es für die nächsten zwanzig Millionen Jahre im Eis. In meinem Alptraum war dieses Ding nicht menschenähnlich – und das ist ja offensichtlich – sondern konnte seine Körperzellen wirklich kontrollieren, seine Form verändern, wie ein Mensch aussehen. Und wartete nur darauf, wieder töten und fressen zu können…</p>
<p>Ich weiß, daß meine Argumente nicht logisch begründet sind. Aber irdische Logik läßt sich auf dieses Ding nicht anwenden. Vielleicht hat es eine fremde Biochemie, und die Keime, die es trägt, vielleicht auch. Aber was ist mit den Viren, mit enzymischen Molekülen? Die brauchen nur ein Protein-Molekül, um mit ihrer Vernichtungsarbeit beginnen zu können.</p>
<p>Und wie können wir sicher sein, daß von den Millionen verschiedenen Keimen, die es tragen kann, kein einziger gefährlich ist? Was ist mit dem Hydrophobie-Erreger, der alle warmblütigen Lebewesen befällt, egal, wie ihre Biochemie aussieht? Und mit der Kaninchenseuche? Bist du ein Kaninchen, Blair? Trotzdem kannst du von ihr befallen werden. Tollwut, Brand, und was es sonst noch gibt – diese Erreger sind gar nicht wählerisch, wenn es um Biochemie geht!“</p>
<p>Blair schaute auf und erkannte für einen Moment Zorn in Norris’ grauen Augen. „Das einzige, was du gesagt hast, ist, daß dieses Ding dir Alpträume bereitet, und das glaube ich dir auch gern.“ Der kleine Mann lächelte süffisant und etwas boshaft. „Ich hatte auch Alpträume. Also infiziert das Ding unsere Träume. Ohne Zweifel eine ungeheuer gefährliche Krankheit.</p>
<p>Was deine anderen Ausführungen betrifft, so hast du ein völlig falsches Verständnis von Viren. Erstens ist bislang nicht nachgewiesen, daß die Enzym-Molekül-Theorie – und sie allein – uns ein Verständnis von ihnen ermöglicht. Zweitens laß es mich bitte wissen, wenn du an der Tabak- oder Weizenfäule erkrankst. Das Getreide ist uns biologisch gesehen nämlich immer noch näher verwandt als dieses Ding aus einer anderen Welt. Und Tollwut ist streng begrenzt. Eine Weizenpflanze oder ein Fisch kann daran nicht erkranken und die Krankheit auch nicht übertragen. Und auch ein Fisch ist biologisch gesehen ein enger Verwandter von uns, im Gegensatz <em>dazu</em>, Norris.“ Blair deutete freundlich auf die Plastikfolie auf dem Tisch.</p>
<p>„Nun, dann tau dieses verdammte Ding wenigstens in einer Badewanne voll Formalin auf, wenn du es schon auftauen mußt. Das habe ich ja bereits vorgeschlagen…“</p>
<p>„Und ich habe schon gesagt, daß das sinnlos wäre. Da kann man keine Kompromisse schließen. Warum seid ihr, du und Kommandant Garry, hierher gekommen, um den Magnetismus zu studieren? Warum seid ihr nicht zu Hause geblieben? Es gibt auch genug magnetische Kräfte in New York. Wenn dieses Ding aber mit Formalin getränkt ist, kann ich nicht mehr das Leben studieren, das es einst gehabt hat, genausowenig wie du die Informationen, die du hier holen willst, in New York bekämst. Und – nie mehr werden wir Gelegenheit haben, solch eine Lebensform zu untersuchen. Sie ist einzigartig! Die Rasse, der dieses Geschöpf entstammt, wird möglicherweise in den zwanzig Millionen Jahren, in denen es im Eis gefroren lag, längst ausgestorben sein. Selbst wenn es vom Mars käme, würden wir nie wieder ein solches Ding finden. Und auch das Schiff ist vernichtet! Es gibt nur eine Möglichkeit, wie wir es am besten machen können. Wir müssen dieses Ding langsam, sorgfältig und ohne Formalin auftauen.“</p>
<p>Kommandant Garry trat nach vorn, und Norris zog sich ärgerlich murrend zurück. „Ich glaube, Blair hat recht, meine Herren. Was meint ihr?“</p>
<p>Connant grunzte. „Das klingt schon ganz gut. Aber ich glaube, er müßte danebenstehen und es beobachten, während es auftaut.“ Er lächelte bedauernd und strich sich eine Strähne seines kirschroten Haars aus der Stirn. „Ganz gute Idee – wenn er neben dem hübschen Leichnam sitzen bleibt.“</p>
<p>Garry lächelte leicht. Ein allgemeines Gemurmel der Zustimmung erklang aus der Gruppe. „Ich glaube, daß seine Seele, wenn es eine gehabt hat, auch schon längst verhungert sein muß“, sagte er. „Und ihr werdet den Anblick wohl auch ertragen können. Sonst kann Connant ja die schwächer Besaiteten hinausführen.“</p>
<p>Connant schüttelte sich. „Ich habe keine Angst vor Geistern. Laßt das Ding sehen. Ich…“</p>
<p>Blair zerrte eifrig an den Tauen herum. Eine einzige Schicht der Plastikfolie bedeckte das Ding. In der Hitze des Raums war das Eis ein wenig geschmolzen und war nun klar und blau wie dickes, gutes Glas. Naß und glatt glänzte es unter dem harten Licht der unbeschirmten Glühbirne an der Decke.</p>
<p>Abrupt war es völlig still im Raum. Das Ding lag mit dem Gesicht nach oben auf den geraden, glitschigen Brettern des Tisches. Die abgebrochene Hälfte des bronzenen Eispickels steckte noch halbvergraben in dem seltsamen Schädel. Drei zornig und verrückt blickende Augen schienen noch in hellem Lebensfeuer zu lodern, hell wie frisches Blut. Auf dem Kopf, dort, wo sich bei einem Menschen das Haar befand, schien ein Nest blauer, kriechender, beweglicher Würmer zu sitzen.</p>
<p>Van Wall, der Pilot, ein Meter und achtzig groß und zweihundert Pfund schwer, ein Mann mit stählernen Nerven, röchelte erstickt und stolperte auf den Korridor hinaus. Etwa die Hälfte der Männer folgte ihm, die anderen wichen vom Tisch zurück.</p>
<p>McReady stand am Ende des Tisches und beobachtete sie. Mit festen Füßen stand er auf dem Bretterboden. Norris, am anderen Ende, starrte das Ding mit zornesheißem Blick an. Draußen sprach Garry zugleich mit einem halben Dutzend seiner Männer. Blair hielt einen Hammer in der Hand. Das Eis, das das Ding seit zwanzig Millionen Jahren umschlossen hielt, knirschte unter dem Stahl, als es sich langsam von dem Ding löste…</p>
<p align="center"><strong>3</strong></p>
<p>Ich weiß, daß du das Ding hasst, Connant, aber es muß richtig aufgetaut werden. Du sagst, daß wir es in dem Zustand lassen sollen, bis wir wieder zurück in der Zivilisation sind, und ich gestehe ein, daß du insofern recht hast, als daß uns dort viel bessere Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung stehen als hier. Aber wie sollen wir das Ding über den Äquator bringen? Wir müßten es durch die gemäßigte Zone, durch die Tropen und noch einmal halb durch die gemäßigte Zone transportieren, bevor wir in New York sind. Du willst neben dem Ding noch nicht einmal eine Nacht sitzen bleiben, schlägst aber vor, daß wir es zu unserem Vorratsfleisch in die Kühltruhen legen?“ Blair unterbrach das Abschnitzeln des Eises und blickte auf. Sein kahler, sommersprossiger Kopf nickte triumphierend.</p>
<p>Kinner, der stämmige, vernarbte Koch, ersparte Connant die Antwort. „He, Mister, hören Sie, wenn Sie mir dieses Ding in die Truhe mit dem Fleisch legen, dann – bei allen mir bekannten Göttern – sperre ich Sie dazu, damit es etwas Gesellschaft hat. Ihr Vögel habt mir alle Meßgeräte, die nicht niet- und nagelfest sind, schon auf meine Tische gestellt, und das lasse ich mir ja auch noch gefallen. Aber wenn ihr mir dieses Ding in meinen Fleischbehälter oder auch nur in meine Vorratsgrube steckt, dann könnt ihr euch euer Essen selber kochen.“</p>
<p>„Kinner, das ist aber der einzige Tisch der Station, der groß genug ist, daß man darauf arbeiten kann“, stellte Blair richtig. „Das weiß doch jeder.“</p>
<p>„Ja, und jeder hat etwas hierher gebracht. Wenn die Hunde untereinander gekämpft haben, bringt Clark sie hierher und flickt sie hier zusammen. Ralsen bringt die Schmiedehämmer her. Verdammt, das einzige, was noch nicht auf diesem Tisch lag, ist das Flugzeug. Und auch das hättet ihr hergebracht, wenn ihr es nur durch den Stollen schleppen könntet!“</p>
<p>Kommandant Garry hüstelte und grinste Van Wall, den Chefpiloten, an. Van Walls dichter blonder Bart zuckte verräterisch, als er Kinner mit ernster Miene anblickte. „Du hast recht, Kinner. Die Flugabteilung ist die einzige, die dich gut behandelt.“</p>
<p>„Es wird eng hier, Kinner“, sagte Garry. „Aber das ist ja nichts Besonderes. Ich glaube, im Antarktis-Lager hat niemand mehr viel Privatleben.“</p>
<p>„Privatleben?“ Was zum Teufel ist das? Weißt du, ich konnte noch nicht einmal grinsen, als Barclay durch das Lager marschierte und ‚Das letzte Gerümpel im Lager! Das letzte Gerümpel im Lager!’ vor sich hinsummte. Er trug es heraus, um auf seinem Raupenschlepper einen Bretterverschlag zu bauen. Verdammt, ich vermißte die Milchglasscheibe in der Tür mehr als die Sonne als sie zum letzten Mal unterging. Und das war noch nicht alles, was Barclay mit sich herausschleppte. Er trug das letzte bißchen Privatleben mit heraus.“</p>
<p>Ein Grinsen überzog Connants markantes Gesicht, als Kinner seine nicht böse gemeinten Flüche umherschleuderte. Aber es erstarb schnell wieder, als seine dunklen, tiefliegenden Augen erneut über das rotäugige Ding huschten, das Blair von seinem Kokon aus Eis befreite. Er fuhr sich durch sein schulterlanges Haar und wischte eine Locke beiseite, die übers Ohr hing. „Jedenfalls weiß ich, daß, wenn ich schon die Wache bei diesem Ding übernehmen soll, einer zuviel in diesem Raum sein wird“, grollte er. „Warum kannst du nicht das Eis von diesem Ding wegschlagen – wenn du aufpaßt, wirst du es dabei nicht beschädigen – und es dann über dem Dampfkessel aufhängen? Dort ist es warm genug. Ein Hühnchen oder auch ein ganzes Beefsteak taut dort in ein paar Stunden auf.“</p>
<p>„Das weiß ich auch“, widersprach Blair, der mit seinen knochigen Fingern den Meißel erneut ansetzte. Sein kleinwüchsiger Körper war vor Aufregung gespannt. „Aber dieses Ding ist zu wichtig, um irgendein Risiko eingehen zu können. Noch nie gab es solch einen Fund, und nie wieder wird es ihn geben. Es ist der einzige, den wir je haben werden, und da dürfen wir nichts falsch machen. Sieh mal, du weißt doch noch, daß die Fische, die wir im Ross-Meer gefangen haben, sofort gefroren sind, als wir sie aufs Deck zogen, und wieder zum Leben erwachten, als wir sie vorsichtig auftauten. Niedere Lebensformen werden nicht getötet, wenn man sie schnell einfriert und langsam wieder auftaut. Wir haben…“</p>
<p>„He, um Gottes willen – meinst du, daß dieses verdammte Ding wieder lebendig wird?“ schrie Connant. „Du hast dieses verdammte Ding… Laß mich durch! Ich werde es in so viele Stücke zerschlagen, daß…“</p>
<p>„NEIN! <em>Nein</em>, du Narr…“ Blair stellte sich Connant in den Weg, um seinen Fund zu beschützen. „Nein! Nur <em>niedrige</em> Lebensformen. Laß mich doch zu Ende sprechen. Man kann keine höheren Lebensformen auftauen und dadurch wieder zum Leben erwecken. Sei mal einen Moment still! Ein Fisch kann weiterleben, weil er eine so niedrige Lebensform ist, daß die einzelnen Zellen seines Körpers wieder zu arbeiten beginnen, und das reicht aus, um erneut zu leben. Bei jeder höheren Lebensform trifft das nicht zu. Wenn ihre Zellen auch weiterarbeiten, so stirbt der Körper, da sie sich nicht reorganisieren. Die voneinander abhängigen Zellgruppen arbeiten nicht mehr zusammen. In jedem schnell gefrorenen Tier steckt ein gewisses Lebenspotential, aber bei höher entwickelten Tieren kann es unter keinen Umständen wieder aktiviert werden. Die höheren Tiere sind dafür zu komplex gebaut. Das da ist ein intelligentes Geschöpf, das in der Evolution genauso hoch steht wie wir Menschen, wenn nicht noch höher. Es ist genauso tot wie ein Mensch in seinem Zustand!“</p>
<p>„Woher willst du das wissen?“ fragte Connant und senkte den Eispickel, den er gerade noch über dem Kopf geschwungen hatte. Kommandant Garry legte ihm die Hand beruhigend auf die Schulter. „Moment, Connant. Ich will das ein für alle Mal klarstellen. Wenn die geringste Aussicht besteht, daß dieses Ding wieder zum Leben erweckt wird, wenn man es auftaut, dann bleibt es gefroren. Der Gedanke, daß es wieder leben könnte, ist unerträglich, aber ich hatte keine Ahnung, daß es überhaupt eine theoretische Möglichkeit dafür gibt.“</p>
<p>Dr. Copper nahm seine Pfeife aus dem Mund und erhob sich aus seinem Stuhl. „Blair hat theoretisiert. Das Ding ist tot. So tot wie die Mammuts, die man in Sibirien findet. Beim Lebenspotential ist es so wie bei der Atomkraft: sie existiert, aber man kann sie nicht nutzen, außer in wenigen Ausnahmen. Wir haben alle Beweise, daß Lebewesen – auch Fische – beim Einfrieren sterben, und es ist ausgeschlossen, daß ein höher entwickeltes Lebewesen solch einen Prozeß überstehen könnte. Nun, Blair?“</p>
<p>Der kleine Biologe schüttelte den Kopf. Der kleine Haarkranz um seinen kahlen Schädel zitterte in heftigem Zorn. „Nun“, sagte er beleidigt, „wenn man es vernünftig auftaut, können die einzelnen Zellen noch ihre charakteristischen Lebenszeichen von sich geben. Menschliche Muskelzellen leben noch viele Stunden, nachdem der Körper gestorben ist. Aber weil sie noch leben – sie und auch die Zellen der Haare und Fingernägel -, bezeichnest du einen Leichnam doch nicht als Zombie!</p>
<p>Wenn ich dieses Ding vernünftig auftaue, kann ich an seinen Körperfunktionen vielleicht erkennen, von welcher Art von Planet es stammt. Das ist die einzige Möglichkeit, wie wir herausfinden können, ob es von der Erde kommt, vom Mars, der Venus oder gar aus einem anderen Sonnensystem.</p>
<p>Und nur weil es anders aussieht als ein Mensch, darf man nicht glauben, daß es unbedingt böse oder hinterhältig sein muß. Vielleicht zeigt sein Gesichtsausdruck nur die Ergebenheit ins Schicksal. Für die Chinesen ist Weiß die Farbe der Trauer. Wenn schon die Menschen unterschiedliche Gebräuche haben, warum sollte eine so fremde Rasse nicht auch über völlig andere Ausdrucksformen des Gesichts verfügen?“</p>
<p>Connant lachte spöttisch. „Friedliche Ergebenheit ins Schicksal. Wenn sein Gesicht so aussieht, wenn es friedlich ist, möchte ich es nicht zornig erleben. Dieses Gesicht ist nicht dafür geschaffen, Frieden auszudrücken. Dieses Ding kennt keine Begriffe wie Frieden! Ich weiß, daß es dein spezieller Fund ist – aber bleibe doch auf dem Teppich. Dieses Ding ist von Grund auf böse. In seiner Pubertät fand es Vergnügen daran, die lokalen Äquivalente von Kätzchen zu rösten, und als Erwachsener daran, sich ständig neue und subtilere Foltermethoden auszudenken.“</p>
<p>„Du hast nicht das geringste Recht, so etwas zu behaupten“, fuhr Blair auf. „Wie willst du einen völlig fremden, nicht menschlichen Gesichtsausdruck interpretieren können? Vielleicht hat dieser Gesichtsausdruck gar kein menschliches Äquivalent. Dieses Ding ist ein Beispiel für die wunderbare Vielfalt der Natur, entstammt einer ganz anderen Entwicklungslinie. Aber es ist genauso ein Kind der Natur, wie du es bist. Auf seiner Heimatwelt würde es dich vielleicht als eine fischähnliche Monstrosität mit einer ungenügenden Anzahl von Augen und einem pilzähnlichen, bleichen, mit Gas gefüllten Körper darstellen. Du verfällst der furchtbarsten menschlichen Schwäche, alles Andersartige zu hassen. Nur weil seine Natur andersartig ist, hast du nicht das Recht zu behaupten, es müsse unbedingt bösartig sein.“</p>
<p>„Pah!“ stieß Norris hervor. Er blickte das Ding an. „Es mag sein, daß Wesen von einer anderen Welt nicht unbedingt bösartig sind, nur weil sie andersartig sind. Aber bei diesem Ding trifft das zu! Ein Kind der Natur, heh? Nun, das ist die Ausgeburt einer höllisch bösartigen Natur.“</p>
<p>„Mann, würdet ihr Spinner bitte aufhören, euch gegenseitig anzuschreien und statt dessen dieses Ding von meinem Tisch wegschaffen?“ brummte Kinner. „Und legt ein Segeltuch darüber. Ich kann es nicht mehr sehen.“</p>
<p>„Kinner ist bescheiden geworden“, spöttelte Connant.</p>
<p>Mit schrägem Blick sah Kinner den großen Physiker an. Seine vernarbte Wange zuckte, als er den Mund zu einem verzerrten Grinsen verzog. „Na gut, mein Bester, weshalb hast du noch vor einer Minute gemurrt? Wenn du willst, können wir dieses Ding heute nacht neben dich setzen.“</p>
<p>„Vor seinem Gesicht habe ich keine Angst“, fuhr Connant auf. „Ich würde es zwar nicht besonders mögen, diesen Leichnam zu bewachen, aber ich werde es tun.“</p>
<p>Kinners Grinsen wurde breiter. „Na ja.“ Er ging zum Ofen und schüttelte die Asche so heftig nieder, daß dadurch das spröde Krachen des Eises übertönt wurde, als Blair mit seiner Arbeit fortfuhr.</p>
<p align="center"><strong>4</strong></p>
<p>„Klick“, machte der Geigerzähler, „klick-brrr-klick.“ Connant fuhr hoch und ließ seinen Bleistift fallen.</p>
<p>„Verdammt!“ Der Physiker drehte sich um, warf einen Blick auf den Geigerzähler, der auf dem Tisch stand, und kroch unter den Schreibtisch, an dem er gearbeitet hatte, um seinen Bleistift zu suchen. Dann setzte er sich wieder hinter seine Aufzeichnungen und versuchte ein wenig gleichmäßiger zu schreiben. Jedes Mal, wenn der Geigerzähler klickte, verkrampfte sich seine Hand, und seine Schrift wurde zittrig. Das leise Summen der Drucklampe, die er für die Beleuchtung benutzte, das unterdrückte Gurgeln und laute Schnarchen der Männer, die am Ende des Gangs im „Paradies-Haus“ schliefen, vermischte sich mit dem rasselnden Geräusch des Geigerzählers und dem gelegentlichen Knacken durchfallender Kohlen im Ofen zu einem eintönigen Geräuschhintergrund. Dazu kam noch das leise, beständige Tröpfeln des Eises, das das Ding in der Ecke umschloß.</p>
<p>Connant zog ein Päckchen Zigaretten aus der Tasche, schüttelte es so, daß eine Zigarette hervorkam, und steckte sich das Mundstück zwischen die Zähne. Das Feuerzeug gab seinen Geist auf, und wütend tastete er über die Stöße der Papiere auf dem Schreibtisch, um eine Schachtel Streichhölzer zu finden. Dann kratzte er mehrmals am Rad des Feuerzeugs, legte es schließlich mit einem Fluch nieder und stand auf, um mit der Kohlenzange heiße Glut aus dem Ofen zu fischen.</p>
<p>Nachdem er an den Schreibtisch zurückgekehrt war, funktionierte das Feuerzeug sofort. Der Geigerzähler stieß eine Serie von knarzenden Geräuschen aus, die beinahe wie ein rauhes Kichern anmutete, als er von einer Welle kosmischer Strahlung getroffen wurde. Connant fuhr herum und starrte ihn an, dann versuchte er, sich wieder auf die Auswertung der in den letzten Wochen gesammelten Daten zu konzentrieren. Der wöchentliche Bericht…</p>
<p>Doch er gab auf und fügte sich der Neugier – oder der Nervosität. Er nahm die Lampe und trug sie zu dem Tisch in der Ecke hinüber. Dann ging er zum Ofen zurück und ergriff die Kohlenzange. Seit fast achtzehn Stunden taute dieses Biest jetzt auf. Vorsichtig stocherte er an dem Untier herum. Das Fleisch war nicht mehr so hart wie eine Panzerplatte, sondern erinnerte nun an Gummi. Es sah aus wie nasses, blaues Gummi, das im Schein der Gaslampe unter dem tröpfelnden Wasser glitzerte wie ein Juwel. Connant spürte den sinnlosen Drang, den Inhalt der Lampe über das Ding zu schütten und die Zigarette daran zu halten. Die drei roten Augen glotzten ihn ausdruckslos an, und die rubinfarbenen Augäpfel warfen das trübe, gedämpfte Licht zurück.</p>
<p>Undeutlich wurde ihm bewußt, daß er die Augen schon seit geraumer Zeit anstarrte, und genauso deutlich bemerkte er, daß sie auf einmal nicht mehr ausdruckslos waren. Aber das schien nicht von Wichtigkeit zu sein, genausowenig wie die vorsichtigen, langsamen Bewegungen der tentakelartigen Gewebestränge, die aus dem mageren, langsam pulsierenden Nackenansatz hervorsprossen.</p>
<p>Connant ergriff die Lampe und kehrte zum Schreibtisch zurück. Er setzte sich und starrte auf die Seiten mit mathematischen Formeln vor sich. Seltsamerweise störte ihn das Ticken in der Ecke und das Rasseln der Kohlen im Ofen nun überhaupt nicht mehr. Auch das Knacken des Bretterbodens unterbrach seine Gedanken nicht, während er den wöchentlichen Bericht ganz automatisch überflog, Zahlenkolonnen ergänzte und kurze, zusammenfassende Notizen hinzufügte.</p>
<p>Das Knacken des Bretterbodens wurde lauter.</p>
<p align="center"><strong>5</strong></p>
<p>Abrupt erwachte Blair aus den nachtmahrdurchwobenen Tiefen des Schlafs. Verschwommen erkannte er Connants Gesicht über dem seinen, und für einen Moment erschien es ihm, als gehöre es noch zu den fürchterlichen Schreckensgestalten seines Alptraums. Connants Gesicht trug einen ärgerlichen Ausdruck und sah ein wenig erschreckt aus. „Blair! Blair, du verdammter Hund, wach endlich auf!“</p>
<p>„Hm?“ Der kleine Biologe rieb sich die Augen und ballte seine knochigen Finger zu einer kindergroßen Faust zusammen. Von den benachbarten Liegen tauchten weitere Gesichter auf und starrten neugierig herab.</p>
<p>Connant richtete sich zu voller Größe auf. „Steh auf, aber ein bißchen plötzlich! Dein verfluchtes Ding ist weg!“</p>
<p>„Weg? Was!“ Die tiefe Stimme des Chefpiloten Van Wall röhrte mit einer solchen Lautstärke durch den Raum, daß die Wände erzitterten. Von unten aus den Verbindungstunneln wurden plötzlich weitere Stimmen laut. Die zwölf Männer des „Paradieshauses“ rannten durcheinander. Barclay, gedrungen und kugelrund in seiner langen wollenen Unterhose, hielt einen Feuerlöscher in den Händen.</p>
<p>„Was zum Teufel ist los?“ wollte Barclay wissen.</p>
<p>„Dein verdammtes Ding ist ausgerissen. Vor etwa zwanzig Minuten schlief ich ein, und als ich wieder aufwachte, war das Ding weg. Mann, Doc, zum Teufel mit deinem blöden Gewäsch, daß solche Biester nicht zu neuem Leben erwachen können. Blairs Lebenspotential hat sich als teuflisch potent erwiesen und ist uns vor der Nase wegspaziert.“</p>
<p>Copper starrte ihn fassungslos an. „Das Ding war nicht… irdisch“, jammerte er plötzlich. „Ich… ich glaube, daß die irdischen Naturgesetze darauf nicht anwendbar sind.“</p>
<p>„Nun, jedenfalls wollte es sich mal ein wenig umsehen und spazierte einfach los. Wir müssen es finden und wieder einfangen!“ Connant fluchte heftig. Seine dunklen, tiefliegenden Augen blitzten zornig. „Ein Wunder, daß dieses teuflische Biest mich nicht einfach im Schlaf aufgefressen hat.“</p>
<p>Blair starrte ihn an. Seine wäßrigen Augen waren plötzlich mit Furcht erfüllt. „Vielleicht hat es das… äh… hm… Wir müssen es finden, meine ich.“</p>
<p>„Du kannst es suchen, es ist ja dein Liebling. Ich habe genug davon! Sieben Stunden in diesem Raum, jede paar Sekunden tickt der Geigerzähler, und ihr schnarcht euch hier eine kleine Nachtmusik zusammen. Ein Wunder, daß ich überhaupt eingeschlafen bin. Ich gebe jetzt im Verwaltungsgebäude Alarm.“</p>
<p>Gebeugten Schritts kam Kommandant Garry durch den Verbindungsgang und schnallte sich dabei seinen Hosengürtel fest. „Das ist nicht mehr nötig. Vans Stimme klang, als ob unsere Boeing bei starkem Gegenwind starten müßte. Also war das Ding doch nicht tot?“</p>
<p>„Jedenfalls habe ich es nicht berührt, geschweige denn weggeschleppt, das kann ich beschwören“, brauste Connant auf. „Das letzte, was ich sah, war, wie eine dickliche grüne Flüssigkeit aus dem gespaltenen Schädel quoll, so ähnlich wie bei einer zertretenen Raupe. Der Doktor sagte gerade, daß unsere Naturgesetze auf dieses Ding keinen Einfluß haben, schließlich kommt es ja nicht von der Erde. Das ist ein außerirdisches Monstrum mit außerirdischen Zellanordnungen, nach seinem Gesicht zu schließen, und es wandert jetzt mit gespaltenem Schädel und hervorquellendem Gehirn herum.“</p>
<p>Norris und McReady tauchten in der Türöffnung auf, und hinter ihnen weitere Männer. „Hat jemand das Ding hier herüberkommen sehen?“ fragte Norris unschuldig. „Etwa einen Meter und zwanzig groß, drei rote Augen, hervorquellendes Gehirn… He, hat schon irgendeiner nachgeschaut, ob das nicht ein ganz verrückter Witz sein soll? Wenn es einer ist, dann sind wir uns wohl alle einig: Blairs Liebling wird Connant um den Hals gelegt, wie einst den alten Matrosen ein Albatros.“</p>
<p>„Das ist beileibe kein Scherz.“ Connant zitterte. „Mein Gott, ich wünschte, es wäre einer. Ich würde lieber…“ Er hielt inne. Ein schauerliches Heulen scholl durch die Korridore. Die Männer verstummten und fuhren herum.</p>
<p>„Ich glaube, man hat es gefunden“, schloß Connant. Seine schwarzen Augen schweiften in seltsamer Unruhe umher. Er rannte zu seiner Koje im „Paradieshaus“ zurück und kehrte fast augenblicklich mit einem schweren .45er Revolver und einer Eishacke wieder. Beide Waffen wog er abschätzend in den Händen, als er auf den Gang zutrat, der zu den Hundezwingern führte. „Das Ding hat den falschen Gang genommen“, sagte er. „Und ist mitten unter den Hunden gelandet. Hört doch, sie haben sich von den Ketten losgerissen…“</p>
<p>Das erschreckte Geheul der Hunde hatte sich in ein wildes Jagdgebell verwandelt, das in den Gängen laut widerhallte. Purer Hass schwang darin mit. Geknurr, schmerzerfülltes Jaulen, Gekläff.</p>
<p>Connant stürzte zur Tür, dicht gefolgt von McReady, dann kamen Barclay und Kommandant Garry. Die anderen rannten zum Verwaltungsgebäude und zur Waffenkammer. Pomroy, der die fünf Kühe der Station „Big Magnet“ betreute, eilte den Gang in die andere Richtung entlang – er hatte es auf die lange Mistgabel abgesehen.</p>
<p>Als McReadys riesenhafte Gestalt sich plötzlich von dem Gang, der zu den Hundezwingern führte, abwandte und einen anderen benutzte, kam Barclay schlitternd zum Halten. Mit dem Feuerlöscher in den Händen schaute der Mechaniker sich einen Moment unsicher um, zögernd, in welche Richtung er nun gehen sollte, dann rannte er hinter Connants breitem Rücken her. Was auch immer McReady vorhatte, es würde ihm schon gelingen.</p>
<p>Connant hielt an der Biegung des Ganges inne. Sein Atem ging plötzlich rasselnd. „Mein Gott…!“ Mit einem Donnerhall entlud sich der Revolver; drei fast trommelfellzerfetzende Schüsse knallten und warfen Echos zurück durch den Gang. Zwei weitere Schüsse krachten. Der Revolver fiel auf den hartgetretenen Schnee der Laufspur, und Barclay sah, wie Connant sich mit dem Eispickel verteidigte. Die breite Gestalt des Mannes nahm ihm die Sicht, aber er hörte ein Gurren und dann ein verrücktes Kichern. Die Hunde waren ruhiger geworden; in ihrem tiefen Knurren schwang tödliche Entschlossenheit mit. Krallenbewehrte Füße kratzten auf dem hartgetretenen Schnee, und losgerissene Ketten klirrten gegeneinander.</p>
<p>Connant wich plötzlich zurück, und Barclay konnte sehen, was sich hinter ihm befand. Eine Sekunde lang stand er wie erstarrt, dann löste sich sein Entsetzen in einem Fluch. Das Untier warf sich gegen Connant, der seinen Eispickel gegen etwas schwang, was eine Hand sein mochte. Das Ding grunzte fürchterlich, und dann kam das Fleischbündel, schwer zugerichtet von einem halben Dutzend Hunde, wieder auf die Beine. Die roten Augen strahlten in unirdischem Hass und in unirdischem, unzerstörbarem Lebenswillen.</p>
<p>Barclay richtete den Feuerlöscher auf das Ding; der blendende, klebrige Strahl des Chemikalienschaums verwirrte es. Die wilden Angriffe der Eskimohunde, die sich nicht darum kümmerten, ob sie sich selbst in Gefahr brachten, hielten es in Schach.</p>
<p>McReady drängte einige Männer beiseite und schob sich den engen Gang entlang, der vollgestopft war mit Männern, die den Ort des Kampfgeschehens nicht erreichen konnten. McReady griff mit einem wohlüberlegten Plan an. In seinen bronzefarbenen Händen hielt er eins der riesigen Lötgebläse, die benutzt wurden, um die Antriebsmaschinen des Flugzeugs vorzuwärmen. Als er das Ventil öffnete, röhrte es fürchterlich auf. Das verrückte Gurren wurde lauter. Die Hunde wichen vor der meterlangen, blauen Lanze aus Feuer zurück.</p>
<p>„Bar, hol ein Stromkabel und roll es hierher. Und eine Zange. Wir werden dieses Monstrum mit einem Stromschlag töten, wenn ich es nicht vorher einäschern kann.“ Die Autorität in McReadys Stimme machte klar, daß der Mann einen ausgeklügelten Plan hatte. Barclay drehte sich um und rannte den langen Stollen entlang, der zum Kraftwerk führte, aber auch Norris und Van Wall hatten zugehört und waren noch vor ihm unterwegs.</p>
<p>Barclay fand das Kabel in einem in die Tunnelwand eingelassenen Sicherungskasten. Nach einer halben Minute hatte er es den Stollen zurück ausgerollt. Van Walls Stimme warnte ihn: „Energie!“ schrie der Pilot, als er den benzinbetriebenen Notgenerator anwarf.</p>
<p>Ein halbes Dutzend weiterer Männer war jetzt dort und schaufelte Kohlen in die stromerzeugende Dampfmaschine. Norris, der fluchte, arbeitete mit schnellen, geschickten Bewegungen am anderen Ende des Kabels und verband es mit einem Schalter, um es an den Stromkreis anschließen zu können.</p>
<p>Als Barclay das Ende des Gangs erreichte, waren die Hunde zurückgewichen, vertrieben von einem wütenden Monstrum, dessen rote Augen sie in hilflosem Zorn anfunkelten und das mit dem Hass eines in die Enge Getriebenen wie verrückt gurrte. Die Hunde hatten einen Halbkreis gebildet, mit halbgeöffneten, geifernden Schnauzen, in denen weiße Zähne blitzten, standen sie dem Untier gegenüber und winselten mit einem lasterhaften Eifer, der dem Zorn der roten Augen fast gleichkam. McReady stand in zuversichtlicher Haltung am Ende des Gangs und hielt das sanft schnurrende Lötgebläse locker und zielsicher in den Händen. Als Barclay kam, trat er, ohne das Untier aus den Augen zu lassen, zur Seite. Ein schwaches Lächeln flog über sein schlankes, bronzefarbenes Gesicht.</p>
<p>Von hinten rief Norris etwas, und Barclay kam weiter vor. Das Kabel war mit dem langen Stiel einer Schneeschaufel verbunden. Die beiden Pole waren durch ein Holzstück, das man in rechtem Winkel am Ende des Griffs befestigt hatte, fast einen halben Meter voneinander getrennt. Im Licht der Lampen glänzten die beiden mit zweihundertzwanzig Volt durchflossenen Kupferdraht-Leitungen. Das Ding gurrte, blieb stehen, wich aus. McReady schob sich zu Barclays Seite vor. Die Hunde erkannten den Plan; guttrainierte Eskimohunde schienen dann und wann eine telepathische Verbindung mit ihren Herren eingehen zu können. Ihr Gejaule wurde schriller, und mit kurzen, abgehackten Attacken drangen sie vor. Unvermittelt sprang ein großer, nachtschwarzer Alaskahund das eingeschlossene Untier an. Aufkreischend fuhr es herum und schlug mit den mit säbelartigen Klauen bewehrten Füßen zu.</p>
<p>Barclay sprang vor und stach zu. Ein schrecklicher, schriller Laut ertönte und erstarb wieder. In dem Stollen stieg der Geruch von verschmortem Fleisch auf, und schmutziggraue Wolken kräuselten sich in der Luft. Das stampfende Echo des benzingetriebenen Dynamos wurde zu einem hallenden Hämmern. Der Blick der roten Augen bewölkte sich, das Zerrbild eines Gesichts zuckte krampfhaft. Die arm- und beinähnlichen Gliedmaßen erzitterten und wurden steif. Die Hunde sprangen vor, und Barclay zog seine schaufelförmige Waffe zurück. Das Ding auf dem Schnee bewegte sich nicht mehr, als es von den Hunden auseinandergerissen wurde.</p>
<p align="center"><strong>6</strong></p>
<p>Garry schaute sich in dem gedrängt vollen Raum um. Zweiunddreißig Männer, einige von ihnen in unverhohlener Nervosität an die Wand gelehnt, einige von ihnen betont, aber nicht ungezwungen erleichtert; einige saßen, die meisten aber standen dichtgedrängt wie Sardinen in einer Dose. Zweiunddreißig Mann. Abgesehen von den fünf Männern, die sich um die verwundeten Hunde kümmerten, das komplette Personal der Station. Siebenunddreißig waren es insgesamt.</p>
<p>„In Ordnung“, begann Garry, „ich glaube, es sind alle hier. Einige von euch – drei oder vier, mehr nicht – haben gesehen, was geschah. Aber ihr alle habt das Ding auf dem Tisch gesehen und könnt euch eine ungefähre Vorstellung machen. Wenn das nicht der Fall ist, werde ich&#8230;“</p>
<p>Seine Hand glitt zu der Plane über dem Etwas auf dem Tisch. Ein scharfer Geruch angesengten Fleisches stieg in seine Nase. Die Männer wandten ihre Blicke ab und verneinten hastig.</p>
<p>„Es sieht so aus, als ob Charnauk keine Gespanne mehr führen wird“, fuhr Garry fort. „Blair will dieses Wesen noch einmal genauestens untersuchen. Wir müssen exakt wissen, was geschah, um ganz sicherzugehen, daß es jetzt tot ist und auch tot bleiben wird. Einverstanden?“</p>
<p>Connant grinste. „Jeder, der etwas dagegen hat, kann ja diese Nacht bei dem Ding Wache halten.“</p>
<p>„Na gut. Also, Blair, was hast du uns zu sagen? Worum handelt es sich?“ Garry wandte sich zu dem kleinen Biologen um.</p>
<p>„Ich frage mich, ob wir es je in seiner natürlichen Gestalt gesehen haben.“ Blair schaute zu der von dem Tuch bedeckten Masse. „Es mag die Wesen nachgebildet haben, die das Raumschiff erbauten… aber das glaube ich eigentlich nicht. Ich glaube, daß es sich uns in seiner natürlichen Form gezeigt hat. Die von uns, die nah genug an der Krümmung des Stollens waren, konnten das Ding in Aktion sehen. Das Etwas auf dem Tisch ist das Ergebnis. Als es ausriß, sah es sich augenscheinlich erst einmal um. Die Antarktis ist noch immer zugefroren, genau wie zum Zeitpunkt der Landung des Schiffes, als das Ding sie zum ersten Mal sah. Von den Untersuchungen, die ich durchgeführt habe, als es auftaute, und von den Gewebeschichten, die ich entnommen und untersucht habe, schließe ich, daß es von einem Planeten stammt, der eine höhere Temperatur als die Erde aufweist. In seiner natürlichen Form konnte das Untier die Temperatur nicht ertragen. Es gibt auch auf der Erde kein Lebewesen, das im Winter in der Antarktis überleben kann; am besten behaupten sich noch die Hunde. Es fand die Hunde und kam irgendwie nahe genug an Charnauk heran, um ihn fassen zu können. Die anderen Polarhunde rochen oder hörten es, das kann ich nicht genau sagen, aber auf jeden Fall wurden sie wild, rissen die Ketten aus den Halterungen und griffen es an, bevor es mit seiner Arbeit fertig war. Das Ding, das wir gefunden haben, bestand zum Teil aus Charnauk, seltsamerweise nur halbtot, zum Teil aus Charnauks von dem Geschöpf absorbierten Gewebe, vom Protoplasma des Untiers umschlossen, und zum Teil aus dem Körperstoff des Dings, so wie wir es gefunden haben, auf eine uns noch nicht verständliche Art und Weise zu einfachsten Zellstrukturen – eigentlich zu reinem Protoplasma – zusammengeschmolzen. Als die Hunde es angriffen, verwandelte es sich in den besten Kämpfer, den ich mir vorstellen kann – in irgendein Untier einer fremden Welt.“</p>
<p>„Verwandelte?“ fragte Garry fassungslos. „Wie meinst du das?“</p>
<p>„Jedes Lebewesen besteht aus geleeartigem Protoplasma, das Zellen bildet. Winzige, nur mikroskopisch wahrnehmbare Teilchen, sogenannte Zellkerne, steuern die Funktionen des Protoplasmas, das den Hauptteil der Zelle bildet. Dieses Ding war nur eine Abwandlung des universellen Plans, nach dem die Natur Lebewesen entstehen läßt: Zellen, aufgebaut aus Protoplasma und gesteuert von Zellkernen, die viel winziger sind. Ihr Physiker könntet solch eine Zelle – eine beliebige Einzelzelle irgendeines Lebewesens – am ehesten mit einem Atom vergleichen. Die Hauptmasse des Atoms, der raumfüllende Teil, besteht, aus Elektronenbahnen, aber die Eigenschaften des Atoms werden vom Kern bestimmt.</p>
<p>Damit habe ich euch nichts grundlegend Neues berichtet. Dieses Ding ist, wie gesagt, eine Abwandlung des allgemeinen Bauplans der Natur, die wir noch nicht kennen, aber so logisch und so natürlich wie jede andere Manifestation des Lebens. Es gehorcht den gleichen Gesetzen. Zellen aufgebaut aus Protoplasma, Charakteristika festgelegt vom Zellkern. Nur kann bei dieser Kreatur der Zellkern die Zellen <em>willentlich</em> kontrollieren. Es wählte Charnauk aus, verdaute es und studierte dabei jede einzelne Zelle seines Gewebes. Dann gruppierte es seine eigenen Zellen um, um ihn genau imitieren zu können. Teile von diesem Etwas, die genug Zeit hatten, um diese Verwandlung zu beenden, sind Hundezellen. Aber sie haben nicht die Kerne von Hundezellen.“</p>
<p>Blair hob die Folie hoch. Ein zerfleischtes Hundebein mit steifem, grauem Pelz erschien. „Das zum Beispiel ist kein Hundebein, sondern eine Nachbildung. Bei einzelnen Teilen bin ich mir noch nicht sicher; der wirkliche Zellkern verbirgt sich hinter der Imitation eines Hunde-Zellkerns. Nach einiger Zeit können wir nicht einmal mehr unter dem Mikroskop den Unterschied feststellen.“</p>
<p>„Was wäre“, fragte Norris bitter, „wenn das Ding genug Zeit gehabt hätte?“</p>
<p>„Dann wäre es zu einem Hund geworden. Die anderen Hunde hätten es akzeptiert. Wir hätten es genauso als Hund akzeptiert. Ich glaube kaum, daß wir die Nachbildung hätten entdecken können, weder unter dem Mikroskop noch mit Hilfe von Röntgenstrahlen oder sonstwie. Dieses Ding gehört zu einer uns an Intelligenz überlegenen Rasse, die in die tiefsten Geheimnisse der Biologie vorgedrungen ist und gelernt hat, diese für sich nutzbar zu machen.“</p>
<p>„Und was hatte es vor?“ Barclay blickte zu der Plane hinüber.</p>
<p>Blair grinste düster. Der auf und ab wallende Halo seines Haarkranzes richtete sich etwas auf. „Ich glaube, es wollte die Welt übernehmen.“</p>
<p>„Die Welt übernehmen! Einfach so, ganz allein?“ Connant keuchte. „Wollte es sich als Diktator einsetzen?“</p>
<p>„Nein.“ Blair schüttelte den Kopf. Er legte das Skalpell, mit dem er nervös herumgefummelt hatte, auf den Tisch; so war, als er weitersprach, sein Gesicht verdeckt. „Es wollte zur Weltbevölkerung werden.“</p>
<p>„Zur… <em>Weltbevölkerung werden?</em> Pflanzt es sich asexuell fort?“</p>
<p>Blair schüttelte den Kopf und schluckte. „Das… das hat es nicht nötig. Dieses Ding wog fünfundachtzig Pfund. Charnauk wog neunzig Pfund. Es wäre zu Charnauk geworden und hätte immer noch fünfundachtzig Pfund übrig, um zu… oh, zum Beispiel… um Jack zu werden oder zu Chinnok. Es kann alles imitieren, und das bedeutet, was es alles werden kann. Wenn es das Meer erreicht hätte, wäre es eine Robbe geworden, vielleicht auch zwei. Diese hätten vielleicht einen Killerwal angegriffen und wären entweder Killerwale geworden, oder gar eine Robbenherde. Vielleicht wäre es auch zu einem Albatros geworden oder zu einer Seemöwe und wäre nach Südamerika geflogen.“</p>
<p>Norris fluchte leise. „Jedesmal, wenn es etwas verdaut und imitiert…“</p>
<p>„Hätte es seine ursprüngliche Körpermasse übrig und könnte wieder von vorne mit diesem Prozeß anfangen“, beendete Blair den Satz. Es wäre durch nichts zu töten. Es hat keine natürlichen Feinde, da es jede beliebige Gestalt annehmen kann. Wenn dieses Ding von einem Killerwal angegriffen würde, würde es ein Killerwal werden. Wenn es ein Albatros wäre, und ein Adler griffe es – ihn – an, würde es ein Adler werden. Mein Gott, es kann zu einem weiblichen Adler werden, ein Nest bauen, Eier legen!“</p>
<p>„Bist du sicher, daß dieses teuflische Ding tot ist?“ fragte Dr. Copper leise.</p>
<p>„Bei Gott, ja!“ keuchte der kleine Biologe. „Nachdem wir die Hunde zurückgetrieben haben, habe ich Barclays elektrische Mistgabel in das Ding gestochen und fünf Minuten lang Strom durchgejagt. Es ist tot – und gleichzeitig gekocht!“</p>
<p>„Dann können wir Gott danken, daß dieses Ding in der Antarktis niederging, wo es kein einziges Lebewesen gibt, das es nachbilden kann, außer den Hunden unseres Lagers.“</p>
<p>„Und uns.“ Blair kicherte. „Es kann <em>uns</em> imitieren. Hunde können die sechshundertfünfzig Kilometer bis zur See nicht zurücklegen, sie finden nicht genug Nahrung. Und zu dieser Jahreszeit gibt es keine Seemöwen, die das Ding imitieren könnte. So weit vom Meer entfernt gibt es auch keine Pinguine. Es gibt nichts, was die See erreichen könnte – außer <em>uns</em>. Wir sind intelligent genug. Wir können es schaffen. Versteht ihr denn nicht? <em>Es wird uns nachahmen, wird einer von uns werden… Dann kann es ein Flugzeug benutzen, zwei Stunden lang fliegen und die Erde beherrschen, die Erde übernehmen</em>… Eine ganze Welt… <em>wenn es uns nachbildet!</em></p>
<p>Ich bin erst jetzt darauf gekommen, ich hatte ja keine Ahnung. Das Ding hatte es eilig und übernahm das Geschöpf, das seiner Größe am ehesten entsprach. Begreift ihr? Ich bin Pandora! Ich habe die Büchse geöffnet. Und die einzige Hoffnung, die wir noch haben, ist, daß niemand von hier fliehen kann. Ihr habt nicht gemerkt, wie ich das fertiggebracht habe, aber ich habe es geschafft. Ich habe jeden einzelnen Magnetzünder zerstört. Keins der Flugzeuge kann mehr fliegen. Keiner von uns kann noch fliegen.“ Blair stöhnte auf und wand sich schreiend auf dem Boden.</p>
<p>Chefpilot Van Wall rannte zur Tür. Seine Fußtritte hallten dumpf in den Stollen wider, als Dr. Copper sich vorsichtig über den kleingewachsenen Biologen beugte. Aus seinem Arbeitszimmer am Ende des Raums holte er eine Spritze und injizierte dem Biologen eine Lösung in den Arm. „Wenn er erwacht, hat er es überstanden“, seufzte er und stand auf. McReady half ihm dabei, den Biologen in die nächstgelegene Schlafkoje zu befördern. „Es hängt alles davon ab, ob wir ihn überzeugen können, daß das Ding tot ist.“</p>
<p>Geduckt trat Van Wall wieder in die Unterkunft und strich sich geistesabwesend über den dichten blonden Bart. „Ich hätte nicht gedacht, daß ein Biologe wie er etwas so konsequent durchführt. Aber er hat die Ersatzteile des zweiten Lagers übersehen. Ich habe sie unbrauchbar gemacht, alles in Ordnung.“</p>
<p>Kommandant Garry nickte. „Und was ist mit dem Funkgerät?“</p>
<p>Dr. Copper schnaubte unwillig. „Ich glaube kaum, daß dieses Ding mittels Funkwellen fliehen kann. Wenn wir die Funkmeldungen einstellen, tauchen innerhalb der nächsten drei Monate fünf Rettungsexpeditionen hier auf. Wir müssen unsere Meldungen wie bisher abgeben, aber nichts Verräterisches verlauten lassen. Aber ich frage mich…“</p>
<p>McReady betrachtete den Arzt nachdenklich. „Vielleicht ist die Verwandlung ansteckend… Jeder, der mit dem Blut dieses Untiers in Berührung kam…“</p>
<p>Copper schüttelte den Kopf. „Blair hat etwas übersehen. Wenn dieses Ding uns auch imitieren kann, so behält es doch bis zu einem gewissen Grad seine eigene Körperchemie, seinen eigenen Metabolismus. Wenn das nicht der Fall wäre, und es würde sich in einen Hund verwandeln, wäre es schlicht und einfach ein Hund und sonst nichts… Aber das Ding will ja lediglich die Nachbildung eines Hundes sein. Also muß es einen Serumtest geben, mit dem man das Ding entdecken kann. Und da es von einer anderen Welt kommt, muß seine Biochemie so grundlegend unterschiedlich von der unsrigen sein, daß ein paar Zellen, etwa in Form von Blutstropfen, von einem Hund oder einem menschlichen Körper als Krankheitserreger angesehen werden müßten.“</p>
<p>„Blutet solch eine Nachbildung überhaupt?“ fragte Norris.</p>
<p>„Sicher. Im Blut liegt nichts Mystisches. Muskelzellen bestehen zu neunzig Prozent aus Wasser, und Blut unterscheidet sich von ihnen nur dadurch, daß sein Prozentsatz an Wasser geringfügig höher liegt und es weniger Bindegewebe aufweist. Die Imitationen bluten also genau wie die Originale“, versicherte Copper.</p>
<p>Blair richtete sich plötzlich in seiner Schlafkoje auf. „Connant – wo ist Connant?“</p>
<p>Der Physiker ging zu ihm hinüber. „Hier bin ich. Was willst du?“</p>
<p>„Bist du es wirklich?“ kicherte Blair. Er fiel zurück in die Koje und wurde von einem lautlosen Lachanfall geschüttelt.</p>
<p>Connant sah ihn fragend an. „Was soll ich wirklich sein?“</p>
<p>„Bist du Connant?“ Wieder brach Blair in Lachen aus. „Bist du es wirklich? Das Untier wollte keinen Hund nachbilden, sondern – einen <em>Menschen!</em>“</p>
<p align="center"><strong>7</strong></p>
<p>Müde erhob sich Dr. Copper von der Lagerstätte und wusch die Injektionsnadel sorgfältig aus. Das Plätschern des Wassers wirkte nun, da Blairs unterdrücktes Lachen endlich verstummt war, furchtbar laut in dem überfüllten Raum. Copper sah Garry an und schüttelte den Kopf. „Ich fürchte, es ist aussichtslos. Ich glaube nicht, daß wir ihn davon überzeugen können, daß das Ding nun tot ist.“</p>
<p>Norris lachte unsicher. „Ich bin nicht einmal sicher, ob du mich davon überzeugen kannst. Ach, zum Teufel mit dir, McReady.“</p>
<p>„McReady?“ Kommandant Garry sah von Norris zu McReady.</p>
<p>„Die Alpträume“, erklärte Norris. „Er hatte eine Theorie bezüglich der Alpträume, die wir in Lager II hatten, nachdem wir dieses Ding fanden…“</p>
<p>„Was für eine Theorie?“ Garry sah McReady direkt in die       Augen, doch Norris antwortete für den Angesprochenen.</p>
<p>„Daß das Untier nicht tot war, sondern nur furchtbar verlangsamte Lebensfunktionen hatte und noch unbewußt das Verstreichen von Zeit miterleben könnte. Und es hat auch unser Kommen bemerkt, nach all der Zeit. Ich träumte davon, daß es andere Wesen nachbilden könnte.“</p>
<p>„Zumindest dein Traum trifft zu“, meinte Copper.</p>
<p>„Halt die Schnauze“, brauste Norris auf. „Das weiß ich mittlerweile auch. Aber in dem Traum konnte es Gedanken lesen, erfaßte genau die Pläne und Eigenheiten der anderen.“</p>
<p>„Was soll daran so schlimm sein? Das scheint dich mehr zu beschäftigen als die Freude, die uns ein Wahnsinniger in unserem Antarktislager noch bereiten wird.“ Copper deutete auf den schlafenden Blair.</p>
<p>McReady atmete tief ein. „Wir wissen, daß Connant wirklich Connant ist, nicht nur, weil er wie Connant aussieht – das bietet jetzt keine Garantie mehr -, sondern weil er wie Connant denkt, redet und sich auch wie Connant benimmt. Um so etwas zu vollbringen, braucht man mehr als die bloße Fähigkeit der Imitation, dazu muß man Connants Verstand kennen, seine Gedanken, Gefühle und charakteristischen Eigenarten. Also bist du wegen Connant nicht sehr besorgt, obwohl du weißt, daß das Ding seinen Körper genau nachbilden könnte, denn dir ist bekannt, daß es einen völlig fremden Verstand hat, der nicht so reagieren und denken und reden könnte wie ein menschlicher und uns also nicht täuschen könnte. Die Idee, daß das Ding einen von uns nachgebildet haben könnte, ist zwar faszinierend, aber irreal, da sein Verstand viel zu unmenschlich ist, um uns täuschen zu können. Es hat eben keinen menschlichen Geist.“</p>
<p>„Ich habe schon einmal gesagt“, meinte Norris und schaute McReady dabei fest an, „daß du das unpassendste Zeug zur unpassendsten Zeit vorbringen kannst. Würdest du einmal ein wenig deutlicher werden? Was meinst du eigentlich damit?“</p>
<p>Kinner, der narbengesichtige Koch der Expedition, stand neben Connant. Plötzlich trat er von ihm weg und ging zu dem Ofen, wie um auf vertrautes Gebiet zu gelangen. Er schüttelte den Rost, und mit lautem Rasseln fielen einige Kohlen durch.</p>
<p>„Es ist sinnlos“, sagte Dr. Copper leise, als führe er ein Selbstgespräch, „nur so auszusehen wie jemand, den man nachbilden will. Es muß die Gefühle und Reaktionen des Originals begreifen können. Das Ding ist nicht menschlich; seine Nachbildungskräfte übersteigen unsere Vorstellungskraft. Ein guter Schauspieler kann, wenn er lange genug übt, die Eigenarten eines anderen Menschen so gut nachahmen, daß er die meisten Menschen täuschen könnte. Aber kein Schauspieler könnte einen Mann imitieren, der mit uns zusammen hier in diesem Lager lebt, wo es praktisch überhaupt kein Privatleben gibt. Dazu bräuchte man schon übermenschliche Fähigkeiten.“</p>
<p>„Ah, hast du jetzt auch begriffen?“ fragte Norris sanft.</p>
<p>Connant, der allein in einer Ecke des Raumes stand, warf wilde Blicke um sich. Sein Gesicht war schneeweiß. Die anderen Männer hatten sich alle von ihm abgesondert und versperrten den Weg zur Tür. „Mein Gott, wollt ihr vielleicht endlich mit dem Blödsinn aufhören!“ sagte er mit zitternder Stimme. „Wer bin ich eigentlich? Irgendeine Mikrobe, die ihr unter dem Mikroskop untersucht? Oder ein lästiger Wurm, über den ihr in der dritten Person sprecht?“</p>
<p>McReady sah ihn an. Seine Hände zuckten nervös. „Uns gefällt’s hier gut“, sagte er. „Wünschten, ihr wäret auch hier. Gezeichnet: Jedermann. Connant, wenn du glaubst, es gehe dir höllisch schlecht, dann versetze dich einmal in unsere Lage. Du weißt etwas, was wir nicht wissen: Die Wahrheit nämlich. Du kannst mir glauben, daß du jetzt in diesem Moment der am meisten gefürchtete Mann von Big Magnet bist.“</p>
<p>„Mein Gott, ich wünschte, du könntest deine Augen sehen“, flüsterte Connant. „Hör auf, mich so anzustarren. Was zum Teufel hast du vor?“</p>
<p>„Hast du irgendwelche Vorschläge, Doc?“ fragte Kommandant Garry ruhig. „Unser jetziger Zustand ist jedenfalls unerträglich.“</p>
<p>„Ist er das?“ warf Connant ein. „Komm einmal hierher und sieh dir die Männer an. Weißt du, woran sie mich erinnern? An die Meute Eskimohunde, die das Untier eingekreist hatte. Benning, hörst du gefälligst damit auf, mit diesem Eispickel herumzufuchteln?“</p>
<p>Ein hohles Geräusch erklang, als der Mechaniker ihn auf den Boden fallen ließ. Sofort bückte er sich wieder und hob ihn auf. Er behielt ihn in der Hand, während seine Blicke unruhig durch den Raum wanderten.</p>
<p>Copper setzte sich auf die Matratze neben Blair. Geräuschvoll knarrte die hölzerne Unterlage. Am Ende des Korridors jaulte ein Hund schmerzgepeinigt auf, und gleich darauf erklang die beruhigend vor sich hinmurmelnde Stimme des Hundeschlittenführers.</p>
<p>„Eine mikroskopische Untersuchung“, sagte der Arzt nachdenklich, „würde nutzlos sein, wie Blair nachgewiesen hat. Zu viel Zeit ist schon verstrichen. Aber ein Serumtest wäre definitiv.“</p>
<p>„Ein Serumtest? Was meinen Sie damit?“ fragte Garry.</p>
<p>„Wenn man einem Kaninchen menschliches Blut injiziert – wie jedes andere Tierblut, bis auf das von anderen Kaninchen, ist es für das Tierchen unverträglich – und in vernünftigen Dosen die Injektionen eine Zeitlang fortsetzt, wird es gegen Menschenblut immun. Wenn man dem Kaninchen dann ein wenig Blut entnimmt, es in einem Reagenzglas trennt und dem klaren Serum dann ein wenig Menschenblut zufügt, würde sich eine sichtbare Reaktion abspielen, die eindeutig beweist, daß es sich um menschliches Blut handelt. Wenn man Blut von Kühen oder Hunden hinzufügen würde, oder Blut irgendeiner anderen Gattung, fände keine Reaktion statt. Das wäre ein eindeutiger Beweis.“</p>
<p>„Und kannst du mir sagen, wie ich für dich ein Kaninchen herbeizaubern soll?“ fragte Norris.</p>
<p>„Ich weiß nicht, ob es in der Antarktis keine Kaninchen gibt“, sagte Copper, „aber dieses Beispiel habe ich nur angeführt, da man im allgemeinen Kaninchenblut für den Test verwendet. Jedes andere Tierblut tut es aber auch. Das von einem Hund zum Beispiel. Aber der Test nimmt mehrere Tage Zeit in Anspruch, und je größer das Tier ist, desto mehr Blut benötigt man dafür. Mir müßte also noch jemand helfen.“</p>
<p>„Wie wäre es mit mir?“ fragte Garry.</p>
<p>„Einverstanden“, nickte Copper. „Wir fangen sofort mit der Arbeit an.“</p>
<p>„Und was sollen wir solange mit Connant machen?“ fragte Kinner. „Ich haue von hier ab und ertränke mich im Ross-Meer, bevor ich für ihn koche.“</p>
<p>„Es ist ja möglich, daß er noch ein Mensch sein mag…“ wandte Copper ein.</p>
<p>Connant brach in wilde Flüche aus. „Ich <em>mag</em> noch ein Mensch sein, du verdammter Knochenbrecher? Was zum Teufel soll ich denn sonst sein?“</p>
<p>„Ein Monstrum!“ sagte Copper hart. „Und jetzt halt den Mund und hör zu!“ Connants Gesicht wurde noch bleicher, und er mußte sich setzen. „Bis wir völlige Sicherheit haben – und du weißt genauso gut wie wir, daß wir Grund zu unserer Vermutung haben, die nur du bestätigen oder entkräften kannst -, mußt du uns das Recht zugestehen, dich einzusperren. Wenn du ein… ein Monster sein solltest, bist du viel gefährlicher als der arme Blair dort, und ich werde dafür sorgen, daß auch er eingesperrt wird, denn ich glaube, daß er, sobald er aufwacht, versuchen wird, die Hunde und uns zu töten. Er wird glauben, daß wir alle Monster seien, und es wird nichts geben, das ihn von seiner Meinung abbringen könnte. Es würde gnädiger sein, wenn wir ihn sterben ließen, aber das dürfen wir natürlich nicht. Er kommt in einen Schuppen, und du kannst in der kosmischen Station bei all deinen Apparaten bleiben, wie bisher auch. So, und jetzt muß ich mir ein paar Hunde holen.“</p>
<p>Connant nickte bitter. „Ich bin ein Mensch. Beeil dich mit deinem Test. Deine Augen… Mein Gott, ich wünschte, du könntest deine Augen sehen!</p>
<p>Gespannt beobachtete Kommandant Garry, wie Clark, der Hundeführer, den braunen Alaskahund festhielt, während Copper ihm Blut entnahm. Der Hund war nicht allzu gern zur Zusammenarbeit bereit; der Stich der Nadel schmerzte, und er hatte diesen Morgen schon Bekanntschaft mit einer Nadel gemacht. Fünf Nähte hielten eine Wunde zusammen, die von der Schulter über die Rippen und den halben Körper lief. Einer seiner Fangzähne war ausgebrochen; die Spitze davon hatte man tief eingegraben in der Schulter des Monstrums auf dem Tisch gefunden.</p>
<p>„Wie lange dauert das noch?“ fragte Garry und rieb sich den Arm, der noch von dem Einstich der Nadel schmerzte, mit der Copper ihm selbst Blut entnommen hatte.</p>
<p>Copper zuckte die Achseln. „Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht genau. Ich habe nur Erfahrung bei der allgemeinen Anwendung mit Kaninchen, aber mit Hundeblut habe ich den Test noch nie durchgeführt. Es sind größere, schwerfälligere Tiere. Die Arbeit mit Kaninchen geht einfacher vonstatten, deshalb zieht man sie ja auch allen anderen Tieren vor. In zivilisierteren Gegenden kann man gegen Menschenblut immun gemachte Kaninchen sogar kaufen, und kein Wissenschaftler macht sich die Mühe, die Injektionen selbst vorzunehmen.“</p>
<p>„Wofür braucht man sie eigentlich?“ fragte Clark.</p>
<p>„Die Polizeilabors benutzen sie. Weißt du, A behauptet, daß er B nicht umgebracht habe und daß das Blut auf sein Hemd gekommen sei, als er ein Huhn geschlachtet habe. Die Wissenschaftler führen den Test dann durch, und dann ist es Sache von A, zu erklären, wieso das Blut auf seinem Hemd auf das von menschenimmunen und nicht auf das von huhnimmunen Kaninchen anspricht.“</p>
<p>„Und was machen wir solange mit Blair?“ fragte Garry müde. „Solange er noch schläft, brauchen wir uns ja keine Sorgen zu machen, aber sobald er erst einmal aufwacht…“</p>
<p>„Barclay und Benning bringen Riegel an der Tür der kosmischen Abteilung an“, antwortete Copper grimmig. „Connant benimmt sich wie ein Gentleman. Vielleicht ist er sogar froh, allein zu sein, so wie die anderen Männer ihn anstarren. Bei Gott, uns allen könnte ein wenig Abgeschiedenheit nicht schaden.“</p>
<p>Clark lachte bitter. „Jetzt nicht mehr, danke. Je mehr Menschen, desto besser!“</p>
<p>„Blair“, fuhr Copper fort, „wird ebenfalls allein weggesperrt. Wenn er aufwacht, wird er wohl einen gut ausgearbeiteten Plan im Kopf haben, wie er uns am besten unschädlich machen kann. Er weiß ja auch, wie man normalerweise gegen Maul- und Klauenseuche vorgeht. Wenn selbst ein nur geringfügiger Verdacht besteht, gibt es schon keine Möglichkeit zur Heilung mehr. Man tötet das befallene Tier und alle anderen, die sich in seiner Nähe aufgehalten haben. Blair ist Biologe und weiß dies. Er hat Angst vor diesem Ding, das wir aus dem Eis befreit haben, und die Lösung ist recht einfach. Er tötet jeden im Lager, bevor eine Seemöwe oder ein Albatros in die Nähe kommen kann – der Frühling ist nicht mehr fern, und so ist die Gefahr gebannt.“</p>
<p>Clarks Lippen verzogen sich zu einem schiefen Grinsen. „Das klingt alles ganz logisch. Wenn sich unsere Lage verschlimmern sollte, können wir ja Blair aus seinem Schuppen befreien. Dann müßten wir wenigstens keinen Selbstmord begehen. Wenn unsere Lage aussichtslos werden sollte, ist Selbstmord ja wohl die einzige Möglichkeit.“</p>
<p>Copper lachte leise. „Der letzte lebende Mensch in Big Magnet – wäre kein Mensch“, warf er ein. „Jemand muß diese Kreaturen töten, denn sie werden nicht den geringsten Drang verspüren, sich selbst umzubringen. Wir haben nicht genug Sprengstoff, um das ganze Lager auf einmal in die Luft zu jagen, und außerdem erscheint mir diese Methode noch recht fragwürdig. Ich habe so eine Ahnung, als ob auch die geringsten Fleischfetzen dieser Biester noch weiterleben könnten, auch wenn sie vom Körper abgetrennt sind.“</p>
<p>„Wenn sie ihr Protoplasma willentlich verformen können“, sagte Garry nachdenklich, „weshalb verwandeln sie sich dann nicht in Vögel und fliegen davon? Sie können ja alles Wissenswerte über Vögel nachlesen und ihre Molekularstruktur nachbilden, ohne selbst je einen Vogel gesehen zu haben. Oder weshalb bilden sie nicht einfach Vögel ihrer Heimatwelt nach?“</p>
<p>Copper schüttelte verneinend den Kopf und half Clark, den Hund freizulassen. „Die Menschheit hat jahrhundertelang Vögel studiert, um so eine Maschine entwickeln zu können, mit der man fliegen kann. Aber das funktionierte nicht; wir konnten erst Flugzeuge bauen, als wir nicht mehr einfach den Vogelflug nachahmten, sondern völlig neue Wege einschlugen. Um eine Grundidee zu wissen und die genauen Strukturen der Flügel und Knochen und Nervenbahnen zu kennen ist ein sehr großer Unterschied. Und was die Vögel der Heimatwelt des Untiers betrifft – vielleicht gelten dort ganz andere atmosphärische Bedingungen, so daß sie hier gar nicht fliegen könnten. Es mag ja sein, daß dieses Ding von einer Welt wie dem Mars stammt, wo eine so dünne Atmosphäre herrscht, daß Vögel dort überhaupt nicht fliegen können.“</p>
<p>Barclay kam herein und schleppte eine Rolle Halteseil von den Flugzeugen mit sich. „Wir sind fertig, Doc. Die kosmische Abteilung kann von innen nicht mehr geöffnet werden. Aber was soll aus Blair werden?“</p>
<p>Copper sah Garry an. „Wir haben keine biologische Abteilung. Ich habe keine Ahnung, wo wir ihn isolieren könnten.“</p>
<p>„Wie wäre es mit dem östlichen Lagerschuppen?“ sagte der Kommandant nach einigen Minuten Nachdenkens. „Kann Blair für sich selbst sorgen, oder müssen wir ihn verpflegen?“<br />
„Er kann auf sich selbst aufpassen. Wir sind diejenigen, die sich vor ihm in acht nehmen müssen“, behauptete Copper grimmig. „Bringt einen Ofen, ein paar Kohlensäcke, genug Nahrungsmittel und ein paar Werkzeuge dorthin. Soviel ich weiß, haben wir den Schuppen seit dem letzten Herbst nicht mehr benutzt, nicht wahr?“</p>
<p>Garry nickte bestätigend. „Ja, das ist eine gute Idee. Dann stört er uns wenigstens nicht, wenn er laut werden sollte.“</p>
<p>Barclay legte seine Rollen beiseite und sagte zum Kommandanten: „So, wie er sich jetzt benimmt, wird er wohl sehr laut werden und uns jede Nacht in den Schlaf brüllen. Nur, daß wir seine Schlaflieder nicht hören wollen.“</p>
<p>„Was sagt er denn so?“ fragte Copper.</p>
<p>Barclay zuckte die Achseln. „Ich habe nicht sehr interessiert zugehört. Das kannst du ja tun, falls dir danach zumute ist. Aber ich bekam immerhin soviel mit, daß dieser verrückte Narr genau die gleichen Träume gehabt hat wie McReady, und noch ein paar mehr. Als wir von Lager II hierher fuhren, schlief er ja immerhin neben dem verdammten Ding. Er träumte, daß es noch lebte, und noch einige weitere Einzelheiten. Und, bei seiner Seele, ich glaube, er hatte die Vermutungen, daß das nicht nur Träume waren. Er wußte, daß das Ding die Fähigkeit hat, Gedanken zu lesen und zu projizieren. Das waren keine Träume, weißt du; das waren Gedanken, die das Ding ausstrahlte, als wäre es so etwas wie ein Fernsehsender. Eine Art von telepathischem Traumgeflüster. Deshalb wußte er auch so viel über die Kräfte des Ungeheuers. Ich glaube, Doktor, daß du und ich nicht so empfänglich für telepathische Impulse sind – wenn du überhaupt an Telepathie glaubst.“</p>
<p>„Daran muß ich wohl oder übel glauben“, seufzte Copper. „Dr. Rhine von der Duke University hat sie immerhin nachgewiesen und auch gezeigt, daß manche Menschen empfänglicher dafür sind als andere.“</p>
<p>„Nun, wenn du mehr über die Details wissen willst, dann geh und höre Blair zu. Er vertreibt all die Jungs aus dem Verwaltungsgebäude. Kinner rasselt mit seinen Pfannen oder schüttelt die Kohlen herunter. Wenn er das eine nicht kann, tut er das andere.“</p>
<p>„Ach ja, Kommandant, was sollen wir diesen Frühling tun, jetzt, da unsere Flugzeuge unbrauchbar sind?“</p>
<p>Garry seufzte. „Ich glaube, daß unsere Expedition ein Fehlschlag sein wird. Wir können es uns nicht leisten, unsere Kräfte aufzuteilen.“</p>
<p>„Sie wird kein Fehlschlag sein, wenn wir hier mit heiler Haut herauskommen – und überleben“, sagte Copper. „Unser Fund ist unschätzbar wertvoll – wenn wir ihn unter Kontrolle bekommen. Und die weitere Erforschung der kosmischen Strahlung, des Magnetismus und der Atmosphäre kann ja ungehindert weiterlaufen.“</p>
<p>Garry lachte trocken. „Ich denke gerade an unsere Funksprüche. Wir berichten der halben Welt davon, welche wunderbaren Ergebnisse unsere Arbeit bringt, und versuchen, unsere Jungs daheim – Byrd und Ellsworth – gehörig hinters Licht zu führen, indem wir vorgeben, wirklich zu arbeiten.“<br />
„Wir können ruhig falsche Berichte abschicken“, pflichtete Copper ihm bei. „Aber unsere Jungs haben genug Erfahrung, um zu wissen, daß wir ihnen nicht grundlos falsche Forschungsergebnisse zuspielen, und werden warten, bis wir zurück sind, um dann über uns zu urteilen. Ich glaube, daß die Jungs, die erkennen, daß wir sie hinters Licht führen, auch Grips genug im Schädel haben, um bis zu unserer Rückkehr abzuwarten. Die, die nicht soviel Verstand haben, werden auch nicht hinter unsere falschen Werte kommen. Außerdem wissen wir inzwischen genug, um ziemlich gut bluffen zu können.“</p>
<p>„Wenigstens wissen wir so viel, daß sie nicht sofort eine Rettungsexpedition schicken. Sobald und falls wir hier mit heiler Haut herauskommen, können wir Captain Forsythe ja immer noch funken, daß er uns Ersatzmagneten schicken soll. Wenn nicht… aber daran wollen wir besser gar nicht denken.“</p>
<p>„Glaubst du, daß wir es schaffen werden?“ fragte Barclay. „Ich habe schon darüber nachgedacht, ob nicht ein hastiger Bericht über ein Erdbeben mit der rechten Lautuntermalung – wir können ja etwas Sprengstoff unter das Mikrofon legen und dann zünden – Wunder wirken würde. Aber natürlich können wir damit auf die Dauer unsere Jungs nicht von hier fernhalten, obwohl ein gut inszenierter Bericht, <em>Hier spricht der letzte Überlebende!</em>, sie täuschen könnte.“</p>
<p>Garry lächelte. „Habt ihr darüber schon gesprochen?“ meinte er.</p>
<p>Copper lachte auf. „Wie meinst du das, Garry? Ich bin sicher, daß wir es schaffen werden, das Untier zu besiegen. Aber es wird nicht leicht werden, fürchte ich.“</p>
<p>Clark, der den Hund streichelte, um ihn zu beruhigen, grinste den Arzt an. „Woher nimmst du diese Zuversicht, Doktor?“</p>
<p align="center"><strong>8</strong></p>
<p>Blair wanderte rastlos in dem kleinen Schuppen umher. Den vier Männern, die bei ihm waren, warf er nur hastige, unsichere Blicke zu: Barclay, einen Meter und achtzig groß und über einhundertzwanzig Pfund schwer, McReady, ein bronzefarbener Riese, Dr. Copper, gedrungen und voller Energie, und schließlich Benning, einen Meter siebzig groß und stark wie ein Bulle.</p>
<p>Der kleine Biologe lehnte sich gegen eine Wand des Schuppens; sein Hab und Gut lag in der Mitte des Raums, neben dem Ofen, so daß es eine Insel zwischen ihm und den vier Männern bildete. Seine Hände zitterten, bis er sie schließlich zu Fäusten ballte. Seine Augen hetzten mit ängstlichem Blick ständig umher, sein vogelähnlicher Kopf wackelte auf und ab.</p>
<p>„Ich will nicht, daß irgend jemand hierher kommt. Ich koche mir mein Essen selber“, sagte er nervös. „Kinner mag noch ein Mensch sein, aber trotzdem vertraue ich ihm nicht. Ich werde von hier wegkommen, und ich esse das Zeug das ihr mir kocht, auf keinen Fall. Ich will Dosen, ungeöffnete Dosen!“</p>
<p>„In Ordnung, Blair, wir bringen dir heute abend welche“, versprach Barclay. „Du hast ja Kohlen und kannst dir ein Feuer anzünden. Zum letzten Mal, Blair…“ Er machte einen Schritt nach vorn.</p>
<p>Blair zog sich sofort in die entfernteste Ecke zurück. „Raus hier! Laßt mich in Ruhe, ihr Monster!“ schrie der kleine Biologe und trommelte mit den Fäusten gegen die Wand. „Bleibt weg von mir… verschwindet… ich werde mich nicht imitieren lassen, ich nicht…“</p>
<p>Barclay entspannte sich und trat zurück. Dr. Cooper schüttelte den Kopf. „Laß ihn in Ruhe, Bar. Es ist einfacher für ihn, wenn er uns nicht sieht. Aber wir müssen die Tür hinter uns zusperren, das läßt sich wohl nicht vermeiden.“</p>
<p>Die vier Männer verließen den Raum. Sofort machten sich Benning und Barclay an die Arbeit. In der Antarktis waren Schlösser überflüssig, niemand hatte genug Privatbesitz, daß sie notwendig gewesen wären. Aber die Männer hatten dicke Schrauben in die Türbalken geschlagen und spannten nun ein besonders starkes Stahlkabel dazwischen. Mit einem Schraubenzieher und einer Säge fräste Barclay eine von außen zu öffnende und zu verschließende Öffnung, durch die man das Essen reichen konnte, ohne die Tür öffnen zu müssen. Zentimeterdicke Bretter, die sie zur Sicherheit vor die Tür hämmerten, verstärkten die Sicherung, so daß die Tür von innen nicht mehr zu öffnen war.</p>
<p>Blair wandelte ruhelos umher. Unter heftigem Keuchen und wilden Flüchen schleppte er dann irgend etwas zur Tür. Barclay öffnete die kleine Luke und warf einen Blick durch. Blair hatte das schwere Bettgestell vor die Tür geschleppt. Sie konnte nun ohne seine Zustimmung auch nicht mehr von außen geöffnet werden.</p>
<p>„Ich glaube, daß der arme Blair damit ganz richtig gehandelt hat“, seufzte McReady. „Wenn er ausbricht, wird er in seinem Wahn versuchen, uns so schnell wie möglich umzubringen. Aber auf unserer Seite der Tür gibt es etwas Schlimmeres als nur einen Verrückten. Wenn wir die Wahl haben, einen von den beiden sich austoben zu lassen, werde ich wahrscheinlich hierherkommen und die Verstrebungen lösen.“</p>
<p>„Wenn du mir rechtzeitig Bescheid gibst“, grinste Barclay, „werde ich dir zeigen, wie du sie ganz schnell von der Tür abbekommst. Aber laß uns jetzt zurückgehen.“</p>
<p>Die Sonne überzog den nördlichen Horizont noch immer mit vielfarbigem Licht, obwohl sie schon vor zwei Stunden untergegangen war. Das Schneegestöber war abgezogen, und der frische Schnee glitzerte unter den flammenden Farben in funkelnder Pracht. Im Norden begrenzten runde niedrige Hügel das Gesichtsfeld; das Magnetgebirge ragte kaum über das stürmische Schneemeer empor. Als die Männer sich daranmachten, das drei Kilometer entfernte Hauptlager zu erreichen, wirbelten ihre Skier kleine, helle Schneewölkchen empor. Der spinnenhafte Finger des Funksenders erhob sich wie eine schwarze Nadel gegen das monotone Weiß des antarktischen Kontinents. Der Schnee unter ihren Skiern war wie feiner Sand, hart und rein.</p>
<p>„Es wird Frühling“, sagte Benning verbittert. „Und was für einen Spaß wir haben werden! Mann, wie hatte ich mich darauf gefreut, endlich mal aus diesem vereisten Maulwurfshügel heraus zu können.“</p>
<p>„Wenn ich du wäre, würde ich es jetzt gar nicht erst versuchen“, riet ihm Barclay. „Kameraden, die sich in den nächsten Tagen von hier entfernen wollen, werden sehr schnell unbeliebt.“</p>
<p>„Dr. Copper, was macht das Hundeblut? Kommen Sie voran?“</p>
<p>„In dreißig Stunden? Nein, es liegen noch keine Ergebnisse vor. Ich habe dem Hund heute etwas von meinem Blut eingespritzt, aber ich kann mir gut vorstellen, daß wir noch fünf weitere Tage benötigen. Ich habe einfach nicht genug Informationen, um früher mit dem Test beginnen zu können.“</p>
<p>„Ich habe mich gefragt, ob Connant, wenn er wirklich eine Nachbildung ist, uns so schnell gewarnt hätte, nachdem das Ungeheuer geflohen war. Würde er dann nicht so lange gewartet haben, bis es eine viel bessere Ausgangsbasis gehabt hätte? Vielleicht hätte er uns gar nicht geweckt.“</p>
<p>„Das Ungeheuer ist selbstsüchtig. Du glaubst doch wohl nicht, daß dieses Ding irgend etwas wie ein Gerechtigkeitsempfinden hätte“, antwortete Dr. Cooper auf McReadys Frage. „Ich vermute, daß es aus vielen Einzelindividuen besteht und daß jedes Individuum zunächst einmal nur für sich selbst sorgt. Wenn Connant eine Nachbildung ist, hätte er uns auf jeden Fall warnen müssen, um seine eigene Haut zu retten. Aber seine Gefühle haben sich nicht geändert; entweder werden sie perfekt nachgeahmt, oder aber Connant ist noch er selbst. Aber natürlich würde eine perfekte Nachbildung von Connant genauso handeln, wie Connant es tun würde.“</p>
<p>„Sag mal, könnten Norris oder Van mit Connant nicht irgendeinen Test durchführen? Wenn das Ungeheuer intelligenter als ein Mensch ist, müßte es auch mehr von Physik verstehen als Connant, und vielleicht verrät es sich so“, schlug Barclay vor.</p>
<p>Cooper schüttelte müde den Kopf, „Wenn es Gedanken lesen kann, kann man ihm keine Falle stellen. Van hat das gestern abend auch schon vorgeschlagen. Er hoffte, von dem Ding die Lösungen von einigen physikalischen Problemen zu bekommen, an denen er brennend interessiert ist.“</p>
<p>„Die Idee, immer nur vier Männer zusammen etwas tun zu lassen, verschönert das Leben ungemein“, sagte Benning mit einem Blick auf seine Gefährten. „So kann jeder von uns ein Auge auf die anderen werfen, um ganz sicherzugehen, daß sie nichts… Ungehöriges tun. Mann, was sind wir doch vertrauensvoll geworden! Jeder beäugt seinen Nächsten mit unverhohlenem Argwohn und Mißtrauen. Jetzt verstehe ich langsam, was Connant meinte, als er sagte: ‚Ich wünschte, ihr könntet eure Augen sehen.’ Das müßten wir wirklich einmal. Jeder von euch hat einen ‚Beobachte-genau-die-drei-anderen’-Blick. Aber ich glaube, da bin ich keine Ausnahme.“</p>
<p>„Soweit wir wissen, ist das Ungeheuer tot. Nur gegen Connant besteht ein leiser Verdacht, gegen niemanden sonst. Die Vierer-Gruppen sind lediglich eine Vorsichtsmaßnahme“, erklärte McReady.</p>
<p>„Ich warte nur darauf, daß Garry auch vier von uns zusammen in eine Koje steckt“, seufzte Barclay. „Wenn ich bisher auch nicht viel Privatleben gehabt habe… dann ist es ganz aus.“</p>
<p>Niemand beobachtete das kleine, halb mit einer strohfarbenen Flüssigkeit gefüllte Reagenzgläschen genauer als Connant. Dr. Copper gab fünf Tropfen der klaren Lösung, die er aus Connants Blut zubereitet hatte, hinein, schüttelte es vorsichtig und setzte es dann in einen mit klarem, heißem Wasser gefüllten Behälter. Ein Thermometer zeigte die Temperatur des Blutes an, während ein kleiner Thermostat geräuschvoll klickerte und das Kontrollämpchen der elektrischen Kochplatte zu flackern begann, als diese sich erhitzte.</p>
<p>Dann bildeten sich kleine weiße Niederschlagsflocken, die in der strohfarbenen Flüssigkeit wie Schneeflocken aussahen.</p>
<p>„Mein Gott“, sagte Connant. Er ließ sich tief in sein Bett fallen und weinte wie ein Kleinkind. „Sechs Tage“, schluchzte er. „Sechs Tage in diesem Zimmer, in der Angst, daß dieser verdammte Test lügen könnte…“</p>
<p>Garry ging zu ihm hinüber und legte ihm den Arm um die Schultern.</p>
<p>„Er konnte nicht lügen“, sagte Dr. Copper. „Der Hund war menschenimmun, und das Serum reagierte.“</p>
<p>„Er… er ist okay?“ flüsterte Norris. „Dann… dann ist das Untier tot und wird es auch immer bleiben?“</p>
<p>„Er ist ein Mensch“, sagte Copper definitiv, „und das Untier ist tot.“</p>
<p>Kinner brach in lautes, hysterisches Lachen aus. McReady fuhr herum und schlug ihm ins Gesicht – links. Rechts, links, rechts. Der Koch lachte, gurgelte unterdrückt auf, schluchzte einen Moment lang und setzte sich dann, sich die Wangen reibend, wieder auf. „Ich hatte Angst. Gott im Himmel, was hatte ich für eine Angst!“</p>
<p>Norris lachte bitter. „Dachtest du, daß wir keine Angst gehabt hätten, du Affe? Und Connant? Er hatte doch wirklich Grund, Angst zu haben!“</p>
<p>Im Verwaltungsgebäude wurde die Erleichterung deutlich spürbar. Lachen erklang, und ein paar Männer scherzten mit Connant herum. Ihre Stimmen klangen freundlich und gelöst, waren aber unnatürlich laut. Jemand machte einen Vorschlag, und ein Dutzend Männer rannte los, um ihre Skier zu holen. Blair! Blair könnte sich wieder erholen. Nervös fummelte Dr. Copper an seinen Reagenzgläsern und an den verschiedenen Lösungen herum. Draußen klapperten die Skier derjenigen, die Blair die frohe Nachricht überbringen wollten. Unten am Ende des Stollens heulten die Hunde fröhlich auf, als die Atmosphäre der Erleichterung auch zu ihnen vordrang.</p>
<p>Dr. Copper beschäftigte sich immer noch mit seinen Reagenzgläsern. McReady bemerkte es zuerst, daß der Arzt zwei Röhrchen anstarrte, ein schneeweißes Gesicht hatte und aus seinen schreckgeweiteten Augen Tränen der Verzweiflung rannen.</p>
<p>Als Dr. Copper aufschaute, war es McReady, als dränge ihm ein eisiges Messer ins Herz und er fröre daran fest.</p>
<p>„Garry“, ächzte der Arzt dumpf, „Garry, um Gottes Willen, komm her!“</p>
<p>Als der Kommandant neben ihn trat, wurde es plötzlich still im Raum. Connant schaute auf und erstarrte.</p>
<p>„Garry, der Test beweist gar nichts. Gewebeschichten des Ungeheuers reagieren auch auf die Lösung. Der Test beweist nichts, bis auf die Tatsache, daß der Hund auch gegen das Untier immun war. Wir beide haben unser Blut zur Verfügung gestellt, und einer von uns beiden, Garry – <em>einer von uns beiden ist auch ein Monstrum!</em>“</p>
<p align="center"><strong>9</strong></p>
<p>„Bar, ruf die Männer zurück, bevor sie Blair etwas sagen“, befahl McReady ruhig. Barclay ging hinaus. Die Männer, die nun alle wieder in dumpfes Schweigen verfallen waren, hörten seine leisen Rufe, dann kam er zurück.</p>
<p>„Sie kommen“, sagte er. „Ich habe ihnen noch nichts gesagt, nur ausgerichtet, daß Dr. Copper darum bittet, Blair nicht zu informieren.“</p>
<p>„McReady“, seufzte Garry, du hast jetzt das Kommando. Mag Gott dir helfen. Ich kann es nicht länger führen.“</p>
<p>Der bronzefarbene Riese nickte langsam und sah den Kommandanten an.</p>
<p>„Ich könnte ein Monstrum sein“, fügte Garry hinzu. „Ich weiß zwar, daß ich keins bin, aber ich kann es nicht beweisen. Dr. Coppers Test hat nichts genutzt, aber die Tatsache, daß er die Nutzlosigkeit nachwies, obwohl das den Untieren ganz und gar nicht gelegen kommen dürfte, spricht dafür, daß er noch ein Mensch ist.“</p>
<p>Copper rutschte auf dem Stuhl hin und her. „Ich weiß ebenfalls, daß ich ein Mensch bin, aber ich kann es genausowenig beweisen. Da der Test nicht lügen kann, muß einer von uns beiden ein Lügner sein. Ich habe nachgewiesen, daß der Test sinnlos ist, aber Garry hat dies nun auch eingestanden, und das hätte eine Nachbildung wohl kaum getan. So geht es rund und rund und rund und rund…“</p>
<p>Dr. Coppers Kopf, und dann sein ganzer Körper, bewegte sich in dem Rhythmus seiner Worte. Dann lehnte er sich zurück und brach in gellendes Gelächter aus. „Der Test hat nicht unbedingt nachgewiesen, daß <em>einer von uns</em> ein Monstrum ist! Das hat er ganz und gar nicht nachgewiesen. Ha, wir beide können Monstren sein. Wir sind alle Monstren, jeder von uns, Connant und Garry und ich, und alle anderen auch!“</p>
<p>„McReady“, sagte der blondbärtige Chefpilot Van Wall leise, „du hast doch deine Arztausbildung abgeschlossen und dann erst auf Meteorologie umgesattelt, nicht wahr? Könntest du nicht irgendeinen Test ausarbeiten?“</p>
<p>McReady trat neben Copper, nahm ihm die Injektionsnadel aus der Hand und wusch sie sorgfältig in fünfundneunzigprozentigem Alkohol. Mit steinernem Gesicht saß Garry auf der Bettkante und beobachtete Copper und McReady. „Was Copper gesagt hat, könnte stimmen“, meinte McReady. „Van, hilfst du mir mal eben? Danke.“ Er setzte die Spritze auf dem Oberschenkel an. Das Gelächter des Mannes hörte nicht auf, verwandelte sich aber in ein Schluchzen und wich schließlich tiefen Atemgeräuschen, als das Morphium zu wirken begann.</p>
<p>Die Männer, die Blair benachrichtigen wollten, standen am anderen Ende des Raums und legten ihre Skier ab. Connant hielt in jeder Hand eine angezündete Zigarette. An der einen zog er geistesabwesend und fuhr fort, den Fußboden anzustarren. Als die Glut der ersten Zigarette seine Finger erreichte, sah er sie einen Moment lang einfältig an, dann schleuderte er sie weg und trat sie aus.</p>
<p>„Dr. Copper“, wiederholte McReady, „könnte recht haben. Ich weiß, daß ich ein Mensch bin, aber natürlich kann ich das nicht beweisen. Nur, um mir selbst Klarheit zu verschaffen, wiederhole ich den Test. Wenn irgendeiner von euch das gleiche zu tun wünscht, bin ich gerne bereit dazu.“</p>
<p>Zwei Minuten später begann sich in McReadys Reagenzglas ein weißer Niederschlag zu bilden. „Das Serum reagiert also auch auf menschliches Blut. Das bedeutet, daß die <em>nicht</em> unbedingt alle beide Monstren sein müssen.“</p>
<p>„Das habe ich auch nie angenommen“, seufzte Van Wall erleichtert. „Denn das würde auch dem Ungeheuer nicht recht sein; wenn wir völlige Sicherheit hätten, könnten wir sie beide töten. Aber warum bringen die Nachbildungen uns eigentlich nicht um?“</p>
<p>McReady schnaubte unwillig und lachte dann auf. „Ganz einfach, mein lieber Watson. Das Ungeheuer will sämtliche vorhandenen Lebensformen übernehmen. Einen Leichnam kann es anscheinend nicht mehr verwerten. Also wartet es einfach, bis eine günstige Gelegenheit kommt. Wir Menschen befinden uns also in der Defensive.“</p>
<p>Kinner erschauerte. „He, hör doch mal zu, Mann. Würde ich es eigentlich selbst wissen, wenn ich ein Monstrum wäre? Würde ich wissen, daß das Ungeheuer mich schon übernommen hat? Oh mein Gott, vielleicht bin ich sogar schon ein Ungeheuer und weiß es nur noch nicht.“</p>
<p>„Du würdest es wissen“, gab McReady kühl zurück.</p>
<p>„Aber <em>wir</em> wüßten es nicht“, sagte Norris mit halb hysterischem Lachen.</p>
<p>McReady betrachtete das übriggebliebene Serum. „Da fällt mir etwas ein… Für eins ist dieses verdammte Zeug doch noch nützlich“, sagte er nachdenklich. „Clark und Van, würdet ihr mir helfen? Der Rest von euch bleibt besser hier beisammen. Und paßt schön auf euren Nachbarn auf“, sagte er bitter. „Aber laßt es zu keiner Schlägerei kommen. Seht also zu, daß ihr keinen Ärger bekommt.“</p>
<p>McReady ging den Stollen entlang, der zu den Hundezwingern führte, gefolgt von Clark und Van Wall. „Brauchst du mehr Serum?“ fragte Clark.</p>
<p>McReady schüttelte den Kopf. „Ich will noch ein paar Tests durchführen. Schließlich gibt es hier auf der Station noch fünf Kühe, einen Stier und fast siebzig Hunde. Das Zeug reagiert ja nur auf das Blut von Menschen und… Monstern.“</p>
<p>Als McReady das Verwaltungsgebäude wieder betrat und sich dort die Hände wusch, fragte Connant ihn brüllend: „Was hast du gemacht? Weitere Hunde immunisiert?“</p>
<p>Clark gluckste vor Lachen. „Immunisieren, pah! Daß ich nicht lache!“</p>
<p>„Das Ungeheuer“, erklärte Van Wall ruhig, „geht ganz logisch vor. Unser immunisierter Hund war in Ordnung, und wir entnahmen ihm noch etwas Blut. Aber wir werden keine Tests mehr durchführen können.“</p>
<p>„Kannst du nicht einem anderen Hund das Blut eines Menschen einspritzen?“ fragte Norris stockend.</p>
<p>„Es gibt keine Hunde mehr“, sagte Van Wall leise. „Und auch kein Vieh mehr.“</p>
<p>„Wir haben keine Hunde mehr?“ Benning setzte sich verblüfft.</p>
<p>„Sie werden recht ungemütlich, sobald sie erst einmal nachgebildet worden sind“, fuhr Van Wall fort. „Aber sie werden auch langsamer. Und deine provisorische elektrische Gabel, Barclay, arbeitet sehr schnell. Wir haben nur noch einen Hund übrig – den immunisierten. Das Ungeheuer hat ihn uns überlassen, damit wir mit unseren Tests herumspielen konnten. Die anderen…“ Er räusperte sich und mußte sich die schweißnassen Hände an der Hose abwischen.</p>
<p>„Die Kühe…“ Kinner mußte schlucken.</p>
<p>„Sie auch. Es sah merkwürdig aus, als sie unter den Starkstromstößen zu schmelzen begannen. Die Nachbildungen des Untiers können nicht fliehen, wenn sie angekettet oder angebunden sind, aber trotzdem mußte sie es imitieren.“</p>
<p>Kinner erhob sich langsam. Sein Blick schweifte im Raum umher, und er zitterte, als er die Milchkanne neben dem Ofen erblickte. Schritt für Schritt näherte er sich der Tür, und sein Mund schnappte auf und zu, wie bei einem Fisch, den man aus dem Wasser gezogen hat.</p>
<p>„Die Milch…“, flüsterte er. „Ich habe die Kühe vor einer halben Stunde gemolken…“ Sein Flüstern verwandelte sich in einen lauten, langgezogenen Schrei, als er die Türe aufriß und nach draußen stürzte. Ohne warme Oberbekleidung war er in dem Schnee rettungslos verloren.</p>
<p>„Jetzt ist er völlig durchgedreht“, sagte Van Wall, aber es kann auch sein, daß soeben ein Monstrum zu fliehen versucht. Nehmt auf alle Fälle eine Lötlampe mit. Immerhin hat er ja keine Skier.“</p>
<p>Die körperliche Bewegung bei der Jagd auf Kinner belebte die Männer; sie waren froh, endlich etwas zu tun zu haben. Drei Männer waren inzwischen krank geworden. Norris lag flach auf dem Rücken und starrte mit grünlichem Gesicht die Unterseite der Koje über sich an.</p>
<p>„Mac, wie lange sind die Kühe schon keine Kühe mehr gewesen?“</p>
<p>McReady hob hilflos die Achseln. Er nahm ein Reagenzglas mit Serum und untersuchte die Milch. Ihre trübe Farbe erschwerte die Arbeit, aber schließlich stand er wieder auf und schüttelte den Kopf. „Die Tests verliefen alle negativ. Das bedeutet, daß die Kühe vor einer Stunde noch Kühe oder aber so perfekt nachgebildet waren, daß ihre Milch durch und durch echt ist.“</p>
<p>Copper bewegte sich ruhelos im Schlaf und gab ein gurgelndes Geräusch von sich, eine Mischung aus Gelächter und Schnarchen. Die Männer blickten zu ihm hinüber. „Würde Morphium ein Monster…“, frage einer von ihnen.</p>
<p>„Das weiß der Himmel allein“, gab McReady zurück. „Wenn ich mich aber richtig entsinne, wirkt es auf jedes irdische Lebewesen.“</p>
<p>Connant fuhr plötzlich von seiner Lagerstätte auf. „Mac!“ sagte er aufgeregt, „die Hunde müssen Fleischfetzen von dem Biest gefressen haben, und die müssen an ihrer Umwandlung schuld sein. Die Hunde waren in der Nähe des Monsters, ich war aber eingesperrt. Beweist das nicht, daß…“</p>
<p>Van Wall machte eine verneinende Geste. „So leid es mir tut, das beweist keineswegs, daß du noch ein Mensch bist. Das beweist nur, was du nicht getan haben kannst.“</p>
<p>„Damit kommen wir nicht weiter“, seufzte McReady. „Wir sind völlig hilflos. Wir wissen so furchtbar wenig, und bald werden wir schon nicht mehr klar denken können, Hast du je ein weißes Blutkörperchen beobachtet, das die Ader eines Blutgefäßes durchdringt? Nein? Es streckt einfach seine Pseudofüßchen aus, und dann ist es durch die Zellwand hindurch.“</p>
<p>„Ah“, sagte Van Wall ärgerlich, „jetzt verstehe ich. Das Vieh schmolz zusammen, weil es einfach durch die Wand dringen wollte, eine Lache aus Plasma, der winzige Ritzen Platz genug bieten, und danach hätte sich das Monstrum auf der anderen Seite wieder zusammenfügen können. Seile halten die Untiere also nicht.“</p>
<p>„Die beste Möglichkeit, herauszufinden, ob ein Mensch noch ein Mensch oder eine Nachbildung ist, dürfte wohl sein, ihm eine Kugel durch das Herz zu jagen. Wenn er daran nicht stirbt, ist er eine Nachbildung.“</p>
<p>„Jetzt haben wir keine Hunde und keine Kühe mehr“, sagte Garry leise. Das Ungeheuer <em>muß</em> jetzt Menschen imitieren. Aufpassen allein wird uns nichts helfen. Die Methode klingt ganz gut, Mac, aber ich glaube kaum, daß die Jungs sie besonders mögen werden.</p>
<p align="center"><strong>10</strong></p>
<p>Als Van Wall, Barclay, McReady und Benning hereinkamen, schaute Clark von dem Ofen hoch. Die vier Männer klopften sich den Schnee aus den Kleidern. Die anderen Männer, die sich im Verwaltungsgebäude zusammenpferchten, fuhren mit ihrer bisherigen Beschäftigung fort, spielten Schach, Poker oder lasen. Ralsen reparierte auf den Tisch einen Schlitten, Van und Norris steckten die Köpfe über Papierstößen mit Auswertungen der Magnetfeldmessungen zusammen, und Harvey murmelte mit monotoner Stimme Zahlenkolonnen vor sich hin, die er von Listen ablas. Dr. Copper schnarchte leise in seiner Koje. Garry arbeitete mit Dutton an dem Funkspruch, den sie bald abschicken mußten, und Connant beanspruchte den Großteil des zweiten Tisches für seine Strahlungsdiagramme.</p>
<p>Zwei Türen weiter redete Kinner vor sich hin; er war zu leise, als daß die Männer genau hätten verstehen können, was er sagte. Clark setzte einen Wasserkessel auf den Ofen und winkte McReady zu. Der Meteorologe schlenderte langsam zum Ofen herüber.</p>
<p>„Mir macht das Kochen zwar nichts aus“, sagte Clark nervös, „aber dieser verdammte Kinner regt mich furchtbar auf. Wir haben doch beschlossen, daß es sicherer wäre, wenn wir ihn in die Strahlenabteilung sperrten.“</p>
<p>McReady nickte zur Tür. „Ich kann Kinner zwar ein Betäubungsmittel geben, aber unser Vorrat an Morphium ist nicht unerschöpflich. Kinner läuft immerhin nicht Gefahr, verrückt zu werden, er ist nur hysterisch.“</p>
<p>„Aber uns treibt sein Gemurmel in den Wahnsinn. Seit dreieinhalb Stunden geht das nun schon so, und irgendwo ist eine Grenze.“</p>
<p>Garry kam zu ihnen herübergeschlendert. Einen Augenblick lang erkannte McReady in Clarks Augen die aufblitzende Furcht und eiskalten Schrecken, und da wußte er, daß er genauso reagiert hatte. Entweder Garry oder Copper – einer von ihnen war mit Sicherheit ein Monstrum.</p>
<p>„Es wäre besser, wenn ihr mit dem Gemurmel aufhören würdet, Mac“, sagte Garry. „Wir sind schon aufgeregt genug. Es ist sicherer für Kinner, wenn er dort bleibt, wo er ist. Wir anderen halten uns ja auch gegenseitig unter Beobachtung.“ Garry erschauderte leicht. „Und in Gottes Namen, versucht, irgendeinen Test auszuarbeiten, der mit Sicherheit funktioniert.“</p>
<p>McReady seufzte. „Allein oder nicht, jeder ist nervös. Blair hat die Tür zum Schuppen vollends verbarrikadiert und will sie unter keinen Umständen öffnen. Er sagte, er habe Essen genug, und brüllte dann nur: ‚Verschwindet, ihr Monster, haut ab! Ich lasse mich nicht nachbilden! Ich nicht! Ich werde der Rettungsmannschaft alles erzählen, sobald sie erst hier ist. Und jetzt verschwindet!’ Na, und da gingen wir wieder.“</p>
<p>„Gibt es denn wirklich keinen anderen Test?“ sagte Garry eindringlich.</p>
<p>McReady zuckte die Achseln. „Copper hatte ganz recht. Der Serumtest hätte funktionieren können, wenn er nicht… vergiftet worden wäre. Aber jetzt haben wir nur noch einen Hund übrig, und der ist auf eine bestimmte Reaktion festgelegt.“</p>
<p>„Wie wäre es mit einem chemischen Test?“</p>
<p>„Dafür ist unsere Chemie nicht gut genug“, verneinte McReady. „Du weißt ja, daß ich es schon mit dem Mikroskop versucht habe.“</p>
<p>Garry nickte bestätigend. „Der nachgebildete und der echte Hund waren identisch. Aber wir müssen irgend etwas unternehmen. Nach dem Abendessen werden wir weitersehen.“</p>
<p>Van Wall war geräuschlos zu ihnen getreten. „Wir wechseln uns jetzt mit dem Schlafen ab. Die eine Hälfte der Jungs schläft, die andere wacht. Ich frage mich, wie viele von uns schon zu Monstern geworden sind. Die Hunde waren ja allesamt Nachbildungen. Wir dachten, daß wir sicher wären, aber irgendwie hat es Copper oder dich erwischt.“ Van Walls Augen blickten ins Leere. „Vielleicht hat das Untier wirklich alle von euch erwischt, und ich bin der letzte Mensch. Nein das ist nicht gut möglich. Dann würdet ihr mich anspringen und festhalten. Ich wäre völlig hilflos. Wir Menschen müssen noch in der Überzahl sein. Aber…“ Er führte den Satz nicht zu Ende.</p>
<p>McReady lachte laut auf. „Du redest schon fast wie Norris. ‚Wenn noch einer von uns übernommen wird, könnte das das Gleichgewicht der Kräfte stören.’ Ich glaube nicht, daß das Untier überhaupt kämpfen wird. Auf seine Art und Weise muß es sehr friedfertig sein. Es brauchte auch nie zu kämpfen, da es immer erreichte, was es wollte – wenn auch auf andere Art.“</p>
<p>Van Walls Gesicht bekam einen leichten Grünstich. „Du meinst, daß die Nachbildungen vielleicht schon in der Überzahl sein könnten und nur abwarten, einfach abwarten, bis der letzte von uns einschläft? Mac, bemerkst du ihre Blicke, wie sie uns alle anstarren?“</p>
<p>Garry seufzte. „Ihr habt hier vier Stunden gesessen und nicht darauf geachtet, wie sich in ihren Augen der innere Kampf widerspiegelte, wie sie versucht haben zu verarbeiten, daß entweder Copper oder ich – oder vielleicht auch wir beide – Ungeheuer sind, Nachahmungen, Monstren.“</p>
<p>Clark wiederholte seine Bitte. „Bringst du diesen verrückten Vogel nun zum Schweigen oder nicht? Er macht mich noch ganz krank. Sorge wenigstens dafür, daß er etwas leiser redet.“</p>
<p>„Betet er immer noch?“ fragte McReady.</p>
<p>„Ja“, bestätigte Clark. „Seit vier Stunden betet er ununterbrochen. Wenn es ihn erleichtert – ich störe mich nicht am Beten selbst, aber daran, daß er Psalme und Hymnen singt und die Gebete laut hinausschreit. Er glaubt, daß Gott bis in unseren Maulwurfshügel hineinhören kann.“</p>
<p>„Das kann Gott wohl kaum“, meinte Barclay. „Sonst hätte er uns schon lange dabei geholfen, dieses Ungeheuer zu vernichten.“</p>
<p>„Wenn er nicht bald die Schnauze hält, werde ich an ihm den Test ausprobieren, den du vorgeschlagen hast“, sagte Clark grimmig. „Wenn man ihm eine Axt in den Kopf rammt, dürfte das Ergebnis wohl genauso gut sein, wie wenn man ihm eine Kugel ins Herz schießt.“</p>
<p>„Koche du lieber weiter. Ich werde sehen, was ich tun kann. Vielleicht gelingt es mir, ihn zu beruhigen.“ McReady schlurfte müde zu der Ecke, die Copper als Apotheke eingerichtet hatte. Drei große Kästen aus rohen Brettern, von denen zwei verschlossen waren, bildeten die Vorratskammer für die Medikamente des Lagers. Vor zwölf Jahren hatte McReady seinen Doktor in Medizin gemacht und als Internist zu arbeiten begonnen, hatte sich dann aber der Meteorologie verschrieben. Copper war ein ausgezeichneter Mediziner, der seinen Beruf von der Pike auf gelernt hatte und auch die neuesten Forschungsergebnisse berücksichtigte. Mehr als die Hälfte der Medikamente in den Kästen waren McReady völlig unbekannt, und von vielen anderen hatte er ihr Anwendungsgebiet vergessen. Hier hatte er keine umfangreiche Fachbibliothek zur Hand, keine medizinischen Journale, aus denen er sein Wissen hätte auffrischen können. Die wenigen Bücher, die Copper mit hierhergebracht hatte, halfen ihm kaum weiter. Jedes Buch mußte auf dem Luftweg hierher transportiert werden, Bücher sind schwer, und der Etat der Expedition war begrenzt gewesen.</p>
<p>McReady versuchte es mit einem Barbiturat. Barclay und Van Wall begleiteten ihn. Niemand durfte sich jetzt irgendwo in Big Magnet allein aufhalten.</p>
<p>Als sie zurückkamen, hatte Ralsen den Schlitten beiseite gelegt, und die anderen hatten ihr Pokerspiel beendet. Clark gab das Essen aus. Das Klicken der Löffel gegen die Teller und die Essensgeräusche waren die einzigen Anzeichen dafür, daß es noch Leben in der Station gab. Als die drei zurückkamen, sagte niemand ein Wort, aber die Männer blickten sie alle fragend an, während sie methodisch weiterkauten.</p>
<p>Plötzlich erstarrte McReady. Mit harter, abgehackter Stimme schrie Kinner eine Hymne in die Welt hinaus. Mit verzerrtem Grinsen sah er Van Wall an und schüttelte den Kopf. „O nein!“</p>
<p>Van Wall fluchte erbittert und setzte sich dann zu Tisch. „Wir müssen uns die Ohren zustopfen, bis ihm die Stimme versagt. Schließlich kann er ja nicht ewig so weiterschreien.“</p>
<p>„Er hat eine blecherne Kehle und einen eisernen Kehlkopf“, sagte Norris wütend. „Wenn ihm der Hals nicht verrostet, wird er bis zum Jüngsten Tag so schreien.“</p>
<p>Die Männer schwiegen. Zwanzig Minuten lang aßen sie, ohne dabei nur ein einziges Wort zu sprechen. Dann sprang Connant in hellem Zorn auf. „Ihr sitzt da wie versteinerte Götzen. Schweigt nur vor euch hin. Aber eure Augen! Der Ausdruck eurer Augen. Sie rollen wie Glasmurmeln, die über einen Tisch kullern. Sie zwinkern und blinzeln und starren – und flüstern. Könnt ihr nicht einmal irgendwo anders hinschauen? Hör mal, Mac, du hast doch jetzt das Kommando. Du kannst doch anordnen, daß für den Rest der Nacht Filme gezeigt werden. Wir haben doch noch einige, die wir uns aufsparen wollten. Wofür eigentlich? Wer soll sie sich noch ansehen? Wir sollten uns die Filme ansehen, solange wir das noch können, dann starren wir uns wenigstens nicht mehr gegenseitig an.“</p>
<p>„Eine gute Idee, Connant. Ich für meinen Teil wäre durchaus dafür.“</p>
<p>„Und dreht den Ton so laut auf, wie es nur eben geht. Vielleicht werden dann die ewigen Hymnen übertönt“, schlug Clark vor.</p>
<p>„Aber dreht das Licht nicht ganz ab“, sagte Norris leise.</p>
<p>„Wir werden das Licht löschen“, widersprach McReady, „und alle unsere Zeichentrickfilme zeigen. Ihr habt doch nichts dagegen, wenn ich auch die alten noch einmal vorspiele?“</p>
<p>„Na herrlich – Onkel Donald und die Panzerknackerbande in der Antarktis. Das wird unsere Stimmung etwas aufhellen.“</p>
<p>McReady drehte sich nach dem Mann um, der das gesagt hatte. Es war Caldwell, ein schlanker Neuengländer, der gemächlich an seiner Pfeife sog und McReady spöttisch ansah. Der bronzefarbene Riese mußte unwillkürlich lachen. „Na gut, Bart, du hast gewonnen. Vielleicht ist unsere Lage doch zu ernst, als daß wir uns Filme mit Popeye und trickreichen Entchen anschauen könnten.“</p>
<p>„Wir können ja ‚Bäumchen wechsle dich’ spielen. Oder ‚Was bin ich’, das wäre noch besser. Wir zeichnen ein paar Linien auf ein Stück Papier, und dann malen wir Tiere in zwei Spalten hinein. Über der einen steht ein ‚M’, über der anderen ein ‚U’; ‚M’ für ‚Menschlich’ und ‚U’ für ‚Unbekannt’. Das müßte doch so richtig Spaß machen. ‚Was bin ich’… Solch ein Spiel wäre doch schöner als Filme anzusehen. Zum Schluß zeichnen wir dann noch eine Linie, mit der wir die ‚M’-Tiere von den ‚U’-Tieren trennen.“</p>
<p>„Solch einen Bleistift hätte McReady sehr gern zur Verfügung“, antwortete Van Wall ruhig. „Aber wir haben drei verschiedene Arten von Tieren hier. Die dritte Gruppe beginnt mit ‚V’. Und davon können wir überhaupt keine mehr gebrauchen.“</p>
<p>„Verrückte, meinst Du. Na dann. Komm, Clark, ich helfe dir mit dem Wegräumen der Töpfe, damit wir mit dem <em>Beep-Beep</em> endlich anfangen können.“ Caldwell stand unlustig auf.</p>
<p>Während die anderen das Verwaltungsgebäude reinigten und die Töpfe und Teller spülten, gingen Dutton, Barclay und Benning schweigend ihrer Arbeit nach, den Projektor aufzubauen und die Filme vorzubereiten. McReady schlenderte zu Van Wall hinüber und lehnte sich an ein Kojengestell. „Ich habe mich gefragt, Van“, sagte er unbehaglich grinsend, „ob ich meine Überlegungen vor den Jungs ausbreiten soll oder nicht. Denn diese ‚U’-Tiere, wie Caldwell sie bezeichnete, können ja Gedanken lesen. Ich habe da so eine Idee, und vielleicht funktioniert sie ja auch. Aber bevor ich dich damit belästige, muß ich noch etwas nachdenken. Zeige also die Filme, während ich mich ins Bett lege, um in Ruhe nachzudenken.“</p>
<p>Van Wall schaute flüchtig auf und nickte. Von den Kojen aus konnte man die Filme gut verfolgen. „Vielleicht solltest du mir doch sagen, was du vorhast. Wahrscheinlich kennen außer dir nur die Nachbildungen den Plan, und wenn es soweit ist, könntest du schon… einer von ihnen sein.“</p>
<p>„Ich brauche nicht mehr viel Zeit, falls meine Vermutung stimmen sollte. Aber mein Test hat nichts mit Hunden zu tun wie der von Copper. Vielleicht legen wir den Doc am besten in die Koje über mir, aber er wird wohl die Filme nicht sehen können.“</p>
<p>Trotzdem verfrachteten die beiden den immer noch schnarchenden Arzt in die betreffende Koje. McReady lehnte sich zurück und dachte konzentriert nach. Noch war er sich über die genaue Methode und über die Aussichten des Tests im unklaren. Er bekam kaum mit, daß die anderen sich setzten und die Filme ansahen. Auch Kinners wirre, laut gerufene Gebete und Hymnen-Gesänge störten ihn nur so lange, bis der Ton einsetzte. Die Lampen wurden gelöscht, aber der Film gab noch genügend Licht, so daß es nicht völlig dunkel war und die Männer sich gegenseitig im Auge behalten konnten. Unruhig bewegten sie sich in ihren Stühlen. Kinner betete immer noch, und seine Stimme übertönte das Rasseln des Filmprojektors. Dutton drehte den Ton lauter.</p>
<p>Kinners Stimme war so lange zu hören gewesen, daß McReady zuerst gar nicht bemerkte, als sie verstummt war. Bis kurz zuvor hatte er die Gebete, da er auf der Koje direkt neben der Korridortür lag, ziemlich gut verstehen können, trotz des Lärms, den der Filmprojektor machte. Ganz plötzlich bemerkte er, daß Kinner schwieg.</p>
<p>„Dutton, stell den Ton leiser“, rief McReady und richtete sich auf. Für einen Moment flackerten die Filmbilder wie lautlose Schemen über die Leinwand, und der Wind, der auf der Oberfläche über sie dahinjagte, blubberte traurig im Ofenrohr. „Kinner ist still“, sagte McReady leise.</p>
<p>„Um Gottes Willen, schalte den Ton wieder ein, vielleicht hat er nur mit dem Beten aufgehört, weil er zuhören wollte“, rief Norris.</p>
<p>McReady ging den Korridor hinab. Barclay und Van Wall folgten ihm auf dem Fuße. Als Barclay durch den Strahl des Projektors ging, tanzten auf seiner grauen Unterwäsche die Zeichentrickfiguren. Dutton schaltete das Licht ein, und die Bilder verschwanden.</p>
<p>Norris stand noch immer neben der Tür, und Garry saß in einer Koje neben der Tür. Clark machte ihm Platz. Die anderen Männer blieben auf ihren Stühlen sitzen, nur Connant schritt in ständig gleichbleibendem Rhythmus auf und ab.</p>
<p>„Wenn du so weitermachst, Connant“, sagte Clark zornig, bekommst du Ärger mit uns, egal, ob du nun ein Monstrum oder ein Mensch bist. Kannst du dich nicht endlich auf deinen Arsch setzen?“</p>
<p>Mit einem gemurmelten „Tschuldigung“ setzte der Physiker sich nieder und starrte angestrengt auf seine Zehenspitzen. Es dauerte fast fünf Minuten, in denen der Wind die einzige Geräuschkulisse bildete, bis McReady wieder zurückkam.</p>
<p>„Wir haben wohl noch nicht genug Ärger“, sagte er. „Irgendeiner von euch wollte uns wohl einen Gefallen tun. Kinner hörte zu singen auf, weil ein Messer in seiner Brust steckt. Jetzt gibt es nicht nur Monster und Verrückte in der Station, sondern auch noch einen Mörder. Na, fallen dir noch ein paar Buchstaben ein, Caldwell? Wenn ja, würde mich das gar nicht überraschen.“</p>
<p align="center"><strong>11</strong></p>
<p>„Ist Blair ausgebrochen?“ fragte jemand.</p>
<p>„Wenn er inzwischen nicht fliegen gelernt hat, ist er noch in seinem Schuppen“, antwortete Van Wall. „Wenn wir herausfinden wollen, wer so nett war, Kinner zum Schweigen zu bringen, wird uns das wohl weiterhelfen.“ Van Wall hob ein fast zwanzig Zentimeter langes Messer mit dünner Klinge hoch. Der hölzerne Handgriff war halb verkohlt, und das Muster des Ofenrostes hatte sich in ihn hineingebrannt.</p>
<p>„Das ist mir passiert“, sagte Clark. „Ich habe nicht mehr an das verdammte Ding gedacht und ließ es auf dem Ofen liegen.“</p>
<p>„Ich frage mich, wie viele von uns eigentlich Monstren sind“, sagte Benning und schaute sich im Kreis um. „Wenn jemand von seinem Stuhl verschwinden konnte, sich hinter der Leinwand zum Ofen geschlichen hat, dann zur kosmischen Abteilung ging und wieder zurückkam… Er kam doch zurück, oder? Ja, es sind alle hier. Nun, so könnte es gewesen sein.“</p>
<p>„Es ist doch möglich“, schlug Garry vor, „daß eine Nachbildung den Mord begangen hat.“</p>
<p>„Wir haben doch heute nachmittag festgestellt, daß das Monster nur noch Menschen imitieren kann. Würde es etwa seinen… seinen Vorrat verringern?“ hielt Van Wall dagegen. „Nein, wir haben es mit einem gewöhnlichen, lausigen Mörder zu tun. Normalerweise würden wir ihn einen ‚unmenschlichen Mörder’ nennen, aber in dieser Situation müssen wir differenzieren. Wir haben jetzt nichtmenschliche Mörder und menschliche Mörder auf der Station. Oder zumindest einen Mörder.“</p>
<p>„Es gibt nun einen Menschen weniger“, meinte Norris. „Vielleicht sind die Nachbildungen nun in der Überzahl.“</p>
<p>„Das ist doch völlig unwichtig“, seufzte McReady. Zu Barclay gewandt sagte er: „Bar, wo ist deine elektrische Gabel? Ich will völlig sichergehen, daß…“</p>
<p>Während McReady und Van Wall zur kosmischen Abteilung hinübergingen, holte Barclay die Waffe. Eine halbe Minute später hatte er die beiden Männer wieder erreicht. Ein paar Schaulustige gingen mit zum Fundort der Leiche, mußten aber auf dem Gang warten. Plötzlich hörten sie, wie McReady einen Warnruf ausstieß. Es folgten einige laute Schläge und ein Geräusch, als ob etwas Schleimiges über den Boden krieche. Dann schrie etwas laut und gurrend auf. Norris stürmte zur Tür.</p>
<p>Kinner – oder was einmal Kinner gewesen war – lag auf dem Boden, von McReadys großem Messer in zwei Teile zerfetzt. Mit bleichem Gesicht lehnte der Meteorologe an der Wand, in seiner Hand noch das Messer, von dem Blut herabtropfte. Van Wall starrte geistesabwesend zu Boden; mit der Hand rieb er sich unbewußt am Kinn. Barclay, der die Starkstromgabel hielt, schluchzte mit wildem Funkeln in den Augen unaufhörlich vor sich hin.</p>
<p>Ein seltsamer, schuppenartiger Pelz überzog Kinners Arme, von dessen Knochen sich das Fleisch gelöst hatte. Die Finger waren kürzer geworden, die Hand hatte sich verformt, und anstelle von Fingernägeln trug das Untier dreißig Zentimeter lange, aus festem, rotem Horn bestehende Klauen, stahlhart und scharf wie Rasiermesser.</p>
<p>McReady hob den Kopf, sah das Messer an und ließ es fallen. „Nun, wer immer Kinner getötet hat, kann sich jetzt melden. Er ist nur insofern ein unmenschlicher Mörder, als daß er ein unmenschliches Ungeheuer getötet hat. Bei allem, was mir heilig ist, ich schwöre, daß Kinners lebloser Leichnam hier auf dem Fußboden lag, als wir ankamen. Als das Ding herausfand, daß wir Strom durch seinen Körper jagen wollten – da veränderte es sich.“</p>
<p>Norris starrte dumpf vor sich hin. „Mein Gott, was können diese grauenhaften Wesen schauspielern. Dieses Ding saß hier stundenlang und betete einen Gott an, den es hasste! Mit verzerrter Stimme sang es die Hymnen einer Kirche, die es gar nicht kannte, machte uns verrückt mit seinem endlosen Heulen… Nun gut. Der, der den Mord begangen hat, soll sich melden. Er wußte es nicht, aber er hat dem Lager einen Gefallen erwiesen. Und ich will wissen, wie der Mörder in den Raum gelangte, ohne dabei beobachtet zu werden. Diese Information könnte uns helfen, in Zukunft besser auf uns zu achten.“</p>
<p>„Sein Schreien… sein Singen. Noch nicht einmal der Filmprojektor konnte seinen Lärm übertönen“, gestand Clark zitternd ein. „Er <em>war</em> ein Ungeheuer.“</p>
<p>„Oh“, sagte Van Wall überrascht. „Du hast direkt neben der Tür gesessen, nicht wahr?“ Und schon fast hinter der Leinwand.“</p>
<p>Clark nickte dumpf. „Er… es ist jetzt ruhig. Es ist tot. Mac, dein verdammter Test taugt einen Dreck. Es war tot, ob Monster oder Mensch, es war tot.“</p>
<p>McReady mußte schlucken. „Jungs, seht euch Clark an, den einzigen, von dem wir wissen, daß er ein Mensch ist. Seht euch Clark an, der bewies, daß er ein Mensch ist, indem er versuchte, einen Mord zu begehen – und dabei versagte. Aber ihr anderen haltet euch für die nächste Zeit bitte mit solchen Beweisen zurück Ich glaube, es gibt noch eine andere Möglichkeit…“</p>
<p>„Einen Test?“ rief Connant erfreut; dann verdüsterte sich sein Gesicht wieder. „Ich glaube fast, daß man ihn wieder so auslegen kann, wie man will.“</p>
<p>„Nein“, behauptete McReady fest. „Paßt jetzt ganz genau auf und kommt alle in das Verwaltungsgebäude. Barclay, nimm deine elektrische Gabel mit. Und du, Dutton, gib auf Barclay acht. Jeder von euch muß seinen Nachbarn beobachten, denn mein Test wird funktionieren, und diese Monster wissen das. Sie können gefährlich werden.“</p>
<p>Die Männer verkrampften sich. Eine Atmosphäre der Bedrohung legte sich über die Gruppe, als sie sich gegenseitig mißtrauisch im Auge behielten. Und ein jeder stellte sich die Frage: <em>ist der Mann neben mir ein außerirdisches Monstrum?</em></p>
<p>„Was ist das für ein Test?“ fragte Garry, als sie sich wieder in dem Hauptraum versammelten. „Und wie soll er funktionieren?“</p>
<p>„Ich weiß es noch nicht genau“, gab McReady zurück, aber die Zuversicht seiner Stimme strafte ihn Lügen. „Aber ich <em>weiß</em> genau, daß er funktionieren wird, denn er stützt sich auf eine spezifische Eigenart dieser fremden Wesen. ‚<em>Kinner</em>’ hat mich auf die Idee gebracht.“ Er glich wieder einer schweren, bronzenen Statue und strahlte unerschütterliches Selbstvertrauen aus.</p>
<p>„Ich glaube, daß wir das hier noch brauchen werden“, sagte Barclay und deutete auf die provisorische Starkstromwaffe. Der Dynamo gibt volle Energie. Soll ich das Ding behalten, oder…“</p>
<p>Dutton nickte. „Ja, ob du oder ein anderer es hält, ist egal. Der Dynamo läuft auf Hochtouren. Van Wall und ich haben uns davon überzeugt, bevor wir mit der Filmvorführung begannen. Jeder, der die elektrische Gabel berührt, wird sterben.“</p>
<p>Dr. Copper richtete sich plötzlich in seiner Koje auf und rieb sich mit zitternden Händen die Augen, die noch vom Schlaf und von Drogen getrübt und unter dem Eindruck eines schier unerträglichen Alptraums geweitet waren. „Garry“, murmelte er, „Garry, hör zu. Sie sind… selbstsüchtig, bei der Hölle, der sie entstammen, selbstsüchtig. Was… was wollte ich sagen? Selbstsüchtig…“ Er sank wieder zurück und schnarchte leise weiter.</p>
<p>McReady schaute den Arzt nachdenklich an. „Das wissen wir mittlerweile“, murmelte er. „Aber selbstsüchtig, das ist genau der richtige Ausdruck. Deine Träume mögen dich darauf gebracht haben. Ich habe nie daran gedacht, was du wohl träumen könntest. Aber jetzt kommt alles in Ordnung. Selbstsüchtig, das ist das zutreffende Wort. Und selbstsüchtig müssen sie auch sein.“</p>
<p>Er drehte sich wieder zu den schweigenden Männern um, die sich gegenseitig wölfische Blicke zuwarfen. „Sie sind selbstsüchtig, und, wie Dr. Copper bewiesen hat, ist jeder einzelne Teil von ihnen lebensfähig. Jede einzelne Zelle der Monster ist ein selbstsüchtiges Tierchen für sich. Das – und noch ein Faktum habe ich mir zu Nutzen gemacht. Am Blut ist nichts Geheimnisvolles, es ist genauso ein normaler Bestandteil des Körpers wie ein Muskel oder die Leber. Aber es hat nicht so viel Bindegewebe, obwohl es aus Millionen und Abermillionen von Zellen besteht.“</p>
<p>McReadys dichter, bronzefarbener Bart verzog sich bei seinem Lächeln. „Ich bin ziemlich sicher, daß wir Menschen immer noch mehr sind als – ihr anderen“, fuhr er fort. „Und wir haben noch etwas, von dem ihr euch keinen Begriff machen könnt. Wir sind echte Menschen, keine Nachahmungen, mit einer inneren Flamme, die niemals ersterben wird. Wir werden mit einer Wildheit kämpfen, zu der ihr Nachbildungen niemals fähig sein werdet. Wir sind wirkliche Menschen, aber ihr seid bis hin zum Zellkern nur Imitationen.</p>
<p>So weit, so gut. Die Entscheidung naht, und ihr mit eurer Gedankenleserei wißt das genauso gut wie ich. Ihr habt die Idee in meinem Gehirn gelesen, und dagegen kann ich gar nichts tun. Aber ihr wißt auch, daß der Test funktionieren wird. Also, für die anderen werde ich es jetzt erklären. Wenn ich nun jemandem mit einem Messer den Finger ritze und er blutet nicht, dann ist er mit absoluter Sicherheit ein Monster, ein Ding aus einer anderen Welt. Aber falls er blutet, dann ist das Blut, getrennt vom Körper, ein lebensfähiger Einzelorganismus, <em>ein neues Individuum mit eigenem Leben, so wie die Nachbildungen, die, obwohl sie alle von einem Originalkörper abstammen, ein eigenes unabhängiges Leben führen</em>! Van, Bar, begreift ihr nun?“</p>
<p>Van Wall lachte leise auf. „Das Blut – es wird nicht gehorchen. Es ist ein eigenständiges Lebewesen und hat den Drang, sein eigenes, neugewonnenes und von dem Originalkörper abgetrenntes Leben zu beschützen. Das <em>Blut</em> will leben – und wird zum Beispiel vor einer heißen Nadel davonkriechen!“</p>
<p>McReady ergriff das Skalpell, nahm einen Träger voller Reagenzgläser, eine Spirituslampe und einen langen Platindraht, der in einen kleinen Glasstab eingesetzt war. Ein Lächeln der Genugtuung spielte um seine Lippen. Er warf einen raschen Blick auf die Männer, und Barclay und Dutton, die die elektrische Mistgabel hielten, stellten sich neben ihn.</p>
<p>„Dutton“, sagte McReady, „gehst du bitte zur Steckdose für das Stromkabel hinüber? Nur um sicherzugehen, daß kein – Ding den Stecker herausreißen kann.“</p>
<p>Dutton gehorchte. „Nun, Van, willst du der erste sein?“</p>
<p>Mit bleichem Gesicht trat Van Wall vor. Mit einem sorgfältigen Schnitt ritzte McReady seine Daumenkuppe. Van Wall zuckte zusammen, hielt dann aber still, während das helle Blut in das Reagenzgläschen rann. McReady stellte das Röhrchen in den Halter, gab Van Wall etwas Verbandsstoff und deutete auf die Jodflasche.</p>
<p>Bewegungslos sah Van Wall zu, wie McReady den Platindraht in der Spirituslampe erhitzte und dann in das Röhrchen einführte. Es zischte leise. Fünfmal wiederholte er den Test. „Ich würde sagen, daß du ein Mensch bist“, seufzte McReady und atmete tief. „Bis jetzt hat meine Theorie noch nichts bewiesen, aber wir werden ja sehen. Ach ja, laßt euch nicht allzusehr hiervon ablenken. Ohne Zweifel haben wir einige ungebetene Gäste unter uns. Van, lös du bitte Barclay an der Elektrogabel ab. Danke. Nun gut, Barclay, ich hoffe, daß du einer der unsrigen bist. Du bist ein verdammt guter Kumpel.“</p>
<p>Barclay grinste unsicher und zuckte zusammen, als McReady ihn mit dem Skalpell ritzte. Kurz darauf grinste er wieder und nahm seine langstielige tödliche Waffe in Empfang.</p>
<p>„So, wenn ich nun Samuel Dutton bitten darf – <em>BAR</em>…!“</p>
<p>Im Bruchteil einer Sekunde entlud sich die Spannung. Aus welcher Hölle auch immer die Ungeheuer entsprungen sein mochten, in diesem Augenblick nahmen es die Männer mit ihnen auf. Barclay hatte keine Gelegenheit, seine Waffe einzusetzen, ein Dutzend Männer sprangen auf das Ding zu, das wie Dutton aussah. Es miaute und kratzte und versuchte, sich Klauen wachsen zu lassen, aber es wurde buchstäblich in Hunderte von Fetzen zerrissen. Ohne ein Messer oder irgendeine Waffe – bis auf die eigene Stärke – war es den Männern hilflos ausgeliefert.</p>
<p>Allmählich faßten die Männer sich wieder. In ihren Augen schwelte verhaltene Wut, aber sie bewegten sich ungewöhnlich langsam. Nur ein vereinzeltes Zucken verriet den Grund der Nervosität.</p>
<p>Barclay machte sich mit der Starkstromwaffe ans Werk. Die Stücke schmolzen zusammen. Entsetzlicher Gestank erfüllte den Raum, als Van Wall auch noch Salzsäure über die restlichen Fleischfetzen goß.</p>
<p>McReady grinste. Seine tiefliegenden Augen strahlten hell. „Vielleicht habe ich mich geirrt“, sagte er vergnügt, „als ich erklärte, kein Mensch könne so hasserfüllt blicken wie unser eingefrorener Findling. Ich wünschte, wir könnten uns ein paar bessere Methoden ausdenken, wie wir diese Ungeheuer beseitigen könnten. Vielleicht sollten wir sie in siedendem Öl rösten oder in den Tank mit kochendem Wasser werfen. Wenn ich daran denke, was für ein Mann Dutton war… Aber egal. Meine Methode scheint sich zu bewähren. Van Wall und Barclay sind mit Sicherheit Menschen. Jetzt sollte ich wohl beweisen, was ich selbst schon weiß. Ich bin auch ein Mensch.“ McReady wusch das Skalpell in reinem Alkohol, hielt die Klinge in die Flamme und schnitt sich dann fachmännisch in den Daumen.</p>
<p>Zwanzig Sekunden später schaute er zu den Männern hinüber. Ihre Gesichter waren nun freundlicher, und einige lächelten schon wieder. Doch aus ihren Blicken sprachen noch andere Gefühle.</p>
<p>„Connant hatte recht“, lachte McReady leise. „Die Eskimohunde, die das Ding an der Biegung des Ganges belauerten, waren nichts gegen euch. Warum sollte man annehmen, daß nur Wolfsblut das Vorrecht hat, wild zu sein? Mag ein Wolf noch so bösartig sein, nach diesen sieben Tagen: Ihr Wölfe, die ihr hier eintretet, lasset alle Hoffnung fahren! Aber wir wollen keine Zeit vergeuden. Connant, würdest du bitte…“</p>
<p>Wieder war Barclay zu langsam. Als Barclay und Van Wall ihre Arbeit beendet hatten, schien die Spannung fast gänzlich gewichen zu sein, und das Lächeln der Männer war zuversichtlicher.</p>
<p>„Connant war einer der besten Männer im Lager, und vor fünf Minuten hätte ich noch geschworen, daß er ein Mensch ist. Diese verfluchten Ungeheuer sind mehr als reine Nachahmungen.“ Garry erschauderte und setzte sich auf eins der Bettgestelle.</p>
<p>Dreißig Sekunden später zuckte Garrys Blut vor dem heißen Platindraht zurück und versuchte, aus dem Röhrchen zu entfliehen, kämpfte dabei mit der gleiche Wildheit wie das rotäugige Raubtier, in das Garry sich verwandelte und das erst starb, als der kreidebleiche und vor Anstrengung schwitzende Barclay ihm die elektrische Gabel in die Brust rammte. Als McReady das Ding, das sich in dem Reagenzglas befand, auf die glühenden Kohlen im Ofen warf, schrie es mit dünner metallischer Stimme auf.</p>
<p align="center"><strong>12</strong></p>
<p>„Sind wir nun alle durch?“ Dr. Copper blickte mit traurigen Augen von seiner Koje herab. „Vierzehn Mann…“</p>
<p>McReady nickte knapp. „Irgendwie – wenn wir nur hätten verhindern können, daß sie sich immer weiter ausbreiten – wünschte ich, die Nachbildungen wären noch hier. Kommandant Garry, Connant, Dutton, Clark…“</p>
<p>„Was machen sie mit den Überresten?“ Copper deutete auf die Fleischklumpen, die Barclay und Norris hinaustrugen.</p>
<p>„Draußen haben sie fünfzehn zertrümmerte Kisten und eine halbe Tonne Kohlen auf das Eis geschichtet. Darüber werden sie fünfzig Liter Petroleum gießen. Wir haben Säure über jeden noch so kleinen Überrest geschüttet, und jetzt werden wir die Rückstände auch noch verbrennen.“</p>
<p>„Das klingt ganz vernünftig“, nickte Dr. Copper müde. „Was ich noch fragen wollte, ist Blair ein…“</p>
<p>„Blair!“ kam es verblüfft über McReadys Lippen. „Wir hatten so viel zu tun, daß wir ihn ganz vergessen haben. Ich frage mich… was meinst du, ob wir ihn jetzt wohl heilen könnten?“</p>
<p>„Falls…“, begann Copper, sprach aber nicht weiter.</p>
<p>„Sogar ein Verrückter“, flüsterte McReady tonlos. „Das Ungeheuer hat Kinner und seine Gebetshysterie nachgeahmt…“ McReady drehte sich nach Van Wall um, der noch am Tisch arbeitete. „Van, wir müssen sofort zu Blairs Schuppen.“</p>
<p>Van blickte verblüfft auf, als er an den Biologen erinnert wurde, dann legte sich seine Stirn in Sorgenfalten. „Barclay kommt besser auch mit“, meinte er dann. „Er hat die Sperrseile angebracht und weiß vielleicht auch, wie wir in den Schuppen kommen, ohne Blair zu sehr zu erschrecken.“</p>
<p>Eine Dreiviertelstunde waren sie bei klirrender Kälte von minus siebenunddreißig Grad unterwegs. Über ihnen bauschte sich die Morgenröte wie ein Vorhang zusammen. Das Zwielicht dauerte nun fast zwölf Stunden an und überzog im Norden den weißen Schnee, der wie feiner Sand unter ihren Skiern knirschte, mit grellen Flammenspeeren. Aus nordwestlicher Richtung wehte ein Wind von siebeneinhalb Stundenkilometern. Als die Männer die unter dem Schnee vergrabene Hütte ausmachen konnten, sahen sie, daß kein Rauch aus dem Schornstein emporstieg, und beeilten sich noch mehr.</p>
<p>„Blair!“ brüllte Barclay in den Wind, obwohl er noch fast einhundert Meter von der Hütte entfernt war. „Blair!“</p>
<p>„Halte lieber den Mund und beeil dich“, sagte McReady ruhig. „Vielleicht hat er sich aus dem Staub gemacht. Wenn wir ihn verfolgen müßten, ohne Flugzeuge und mit betriebsunfähigen Schleppern…“</p>
<p>„Würde ein Ungeheuer die gleiche Widerstandskraft wie ein Mensch haben?“</p>
<p>„Ein gebrochenes Bein würde es nicht länger als eine Minute aufhalten“, gab McReady zurück.</p>
<p>Barclay stieß plötzlich einen verblüfften Schrei aus und deutete in den Himmel. Dort zog, nur undeutlich sichtbar, ein geflügeltes Wesen mit unbeschreiblicher Anmut und Leichtigkeit seine Kreise. Die großen weißen Schwingen schlugen anmutig, als der Vogel in schweigender Neugier über sie hinwegschwebte.</p>
<p>„Ein Albatros“, sagte Barclay leise. „Der erste in diesem Frühling, der vom Instinkt landeinwärts getrieben wird. Wenn ein Monster hier herumschwirrt…“</p>
<p>Norris hockte sich auf das Eis und nestelte an seiner schweren, windundurchlässigen Überbekleidung herum. Als er wieder aufstand, war sein Mantel offen, und er hielt eine tödliche Waffe aus blauschimmerndem Metall in der Hand. Herausfordernd krachte der Schuß im weißen Schweigen der Antarktis.</p>
<p>Der Vogel krächzte erschrocken. Er schlug wild mit seinen mächtigen Schwingen, als die Kugel ihm ein paar Dutzend Federn vom Schwanz wegriß. Der Vogel entfernte sich, lautlos in der Luft gleitend. Norris feuerte noch einmal, und wieder schrie er auf und sackte mit wild taumelnden Schwingen in einer dichten Wolke aus Federn in eine Eisschlucht.</p>
<p>Norris folgte den anderen. „Er wird uns nicht in die Quere kommen“, sagte er grimmig.</p>
<p>Mit hastigen Gesten brachte Barclay ihn zum Schweigen. Aus einer Ritze in der Tür des Schuppens zuckte ein grellblauer Lichtstrahl hoch in den Himmel. Ein tiefes Brummen erklang im Inneren der Hütte, dann laut hallendes Klappern von Werkzeugen, so als arbeite jemand in äußerste Eile.</p>
<p>McReadys Gesicht wurde kreidebleich. „Gott helfe uns, daß das Ding noch nicht…“ Er packte Barclay an der Schulter und deutete auf die Kabel, die die Türe hielten. Barclay zog den Schraubenzieher aus seiner Tasche und kniete geräuschlos an der Tür nieder. Das Schnappen und Kratzen der Kabel zerriß die Stille, die sich über die Antarktis gelegt hatte. Neben diesen Geräuschen war nur das Summen der unbekannten Geräte im Inneren des Schuppens zu vernehmen.</p>
<p>McReady spähte durch eine Ritze in der Tür. Sein Atem beschleunigte sich, und seine Finger rissen an Barclays Schulter. Der Meteorologe wich zurück. „Das ist nicht Blair“, flüsterte er kaum hörbar. „Dieses Ding kniet auf dem Bett, und das Bett wird von irgendeinem Gerät in der Luft gehalten. Es sieht aus wie ein Rucksack und schwebt in der Luft.“</p>
<p>„Wir stürmen alle auf einmal hinein“, flüsterte Barclay grimmig. „Nein, Norris bleibt draußen und hält sein Schießeisen bereit. Das Ding könnte Waffen haben.“</p>
<p>Barclay mit seinem stämmigen Körper und McReady mit seinen unwahrscheinlichen Kräften rannten gemeinsam gegen die Tür an. Sie krachte gegen das Bettgestell und zerbarst, wurde buchstäblich aus den Angeln gerissen. Das Balkenwerk des Pfostens stürzte nach innen.</p>
<p>Das Ding, das an einen blauen Gummiball erinnerte, sprang hoch. Einer seiner vier tentakelförmigen Arme zuckte ihnen entgegen wie eine zustoßende Schlange. In der siebenfingrigen Hand glitzerte ein metallisch schimmernder Bleistift von fünfzehn Zentimetern Länge, der auf die Eindringlinge gerichtet war. Die strichdünnen Lippen des Ungeheuers entblößten giftschlangenähnliche Fangzähne und verzogen sich zu einem widerlichen Grinsen. Die roten Augen blitzten vor Wut.</p>
<p>Donnernd entlud sich Norris’ Revolver. Das hasserfüllte Gesicht verzerrte sich vor Schmerzen, und die umherpeitschenden Tentakel wurden zurückgezogen. Das silberne Ding in der Hand war nur noch unbrauchbarer Schrott, und der siebenfingrige Tentakel eine blutige Fleischmasse, aus der grünlich-gelbes Wundwasser sickerte. Der Revolver donnerte noch drei weitere Male. Die Augen hatten sich in dunkle Löcher verwandelt, dann schleuderte Norris dem Ungeheuer die leere Waffe ins zerstörte Gesicht. Das Ding kreischte hasserfüllt und fuhr mit einem peitschenden Tentakel über die geblendeten Augen. Mit zitterndem Körper kroch es über den Bretterboden, schlug mit den Tentakeln um sich, dann erhob es sich erneut, während sich über den Augen Blasen bildeten.</p>
<p>Barclay sprang vor und hieb mit dem Eispickel zu. Die stumpfe Seite des schweren Beils traf den Kopf des Ungetüms. Wieder wich das zählebige Monstrum zurück. Ein Tentakel zuckte vor, umschlang Barclay und riß ihn zu Boden. Als er die Fessel berührte, verwandelte sie sich in ein weißglühendes Band, das sich wie Feuer in das Fleisch seiner Hände brannte. Das geblendete Ungeheuer stürzte sich auf ihn, riß an der dicken, wasserundurchlässigen Bekleidung. Es suchte Fleisch – Fleisch, das es umwandeln konnte.</p>
<p>Die große Lötlampe, die McReady mitgebracht hatte, röhrte drohend auf und stieß eine blauweiße meterlange Flammenzunge aus. Das Ding auf dem Boden kreischte auf, schlug blindlings mit den Tentakeln um sich und versuchte, dem kochenden Atem des Flammenwerfers zu entkommen. Es kroch und wand sich auf dem Boden, schrie und jaulte, irre vor Schmerz und Wut, aber McReady hielt den Flammenstrahl unverändert auf das Gesicht gerichtet, verschmorte die geblendeten Augen vollends. Wie ein wahnsinniger Derwisch schlängelte sich das Untier über den Boden, stieß einen Tentakel vor, der im Flammenstrahl verkohlte. Mit grimmiger Miene drang McReady immer weiter vor und trieb das hilflose, vor Schmerz verrückte Ding vor sich her. Es bäumte sich noch einmal auf, dann erfaßte es die Flamme wieder und trieb es in den Schnee hinaus. Der bitterkalte Wind fegte über das Ungeheuer hinweg, das einen stinkenden Ölschmierer auf dem Eis hinterließ…</p>
<p>Schweigend kehrte McReady zu dem Schuppen zurück. An der Tür empfing ihn Barclay. „Nun?“, fragte der Meteorologe erschöpft.</p>
<p>„Nichts mehr ist von ihm übrig geblieben“, sagte Barclay. „Es hat sich doch nicht etwa geteilt?“</p>
<p>„Dazu hatte es keine Zeit“, versicherte McReady ihm. „Als ich es verließ, bestand es nur noch aus glühender Kohle. Was hat es hier getrieben?“</p>
<p>Norris lachte hohl. „Wir sind doch helle Jungs, was? Während wir die Magneten zerschlagen haben, damit die Flugzeuge nicht mehr fliegen können, und die Schneeraupen demolierten, ließen wir eins der Ungeheuer eine Woche lang hier mutterseelenallein. Allein und ungestört.“</p>
<p>McReady sah sich in dem Schuppen um. Bis auf die Umgebung der Tür war die Luft heiß und feucht. Auf einem Tisch hatte das Ungeheuer Kabel, Magneten, Glasisolierungen und Radioröhren zusammengebastelt. In der Mitte des Geräts lag ein roher Steinblock. Daraus kam das Licht, das die Hütte überflutete und in kräftigerem Blau als eine elektrische Bogenlampe leuchtete, und auch das dumpfe Summen. Daneben befand sich ein weiterer Mechanismus aus unglaublich sorgfältig und dünn geblasenem Kristallglas, Metallplatten und einer seltsam schimmernden Kugel, die nicht aus Materie zu bestehen schien.</p>
<p>„Was ist das?“ fragte McReady und trat näher.</p>
<p>„Wir müssen es noch genauer untersuchen“, brummte Norris, „aber ich kann mir meinen Teil denken. Atomkraft. Dieses winzige Ding links da schafft wahrscheinlich dasselbe, wozu Menschen Zyklotrone von einhundert Tonnen und mehr benötigten. Damit trennt man Neutronen aus Schwerem Wasser – das das Biest aus dem umgebenden Eis gewonnen haben dürfte.“</p>
<p>„Wie kam es denn hier heraus? Ach so! Man kann solch ein Monstrum ja nicht einschließen. Oder aussperren. Es ist also in den Gerätelagern gewesen.“ McReady starrte den Apparat an. „Mein Gott, was für einen Verstand muß diese Rasse besessen haben…“</p>
<p>„Ich glaube, daß die schimmernde Kugel ein Kraftfeld darstellt. Neutronen können jede Materie durchdringen, und es wollte sich ein Reservoir davon anlegen. Wenn man Neutronen gegen Silizium, Kalzium oder Beryllium schießt – man kann dazu fast jedes Element benutzen – wird Atomenergie freigesetzt. Dieses Ding da dürfte ein Atomgenerator sein.“</p>
<p>McReady zog ein Thermometer aus der Manteltasche. „Obwohl die Tür offensteht, ist es hier fast vierzig Grad warm. Bis zu einem gewissen Grad hat unsere Kleidung die Hitze abgehalten, aber jetzt beginne ich zu schwitzen.“</p>
<p>Norris nickte. „Ich habe herausgefunden, daß das Licht kalt ist. Aber es gibt über jene Spule dort genug Energie ab, um die Hütte warm zu halten. Es konnte es so angenehm warm haben, wie seine Rasse es schätzte. Ist dir etwas an der Farbe des Lichts aufgefallen?“</p>
<p>McReady nickte. „Die Erklärung dafür liegt jenseits der Sterne. Die Ungeheuer kamen von einem wärmeren Planeten, der eine heiße, blaue Sonne umkreist. Irgendwo jenseits der Sterne.“</p>
<p>McReady starrte zur Tür hinaus auf die rauchgeschwärzte Schleifspur, die zeigte, wohin das Monstrum ziellos geflohen war. „Ich glaube kaum, daß weitere solcher Ungeheuer auf der Erde landen werden. Das war ein reiner Zufall und liegt schon zwanzig Millionen Jahre zurück. Wozu hat es all das zusammengebaut?“ Er deutete auf die Apparate.</p>
<p>Barclay lachte leise. „Hast du nicht mitbekommen, woran es bei unserer Ankunft arbeitete? Sieh doch mal!“ Er zeigte zur Decke des Schuppens.</p>
<p>Dort hing wie ein Rucksack aus flachgeklopften Kaffeedosen, von denen Stoffballen und Ledergürtel herabhingen, ein weiterer seltsamer Mechanismus. Darin brannte ein winziges, gleißendes Herz, eine unerklärbare Flamme, und sie schien durch das Holz der Decke, ohne es anzusengen. Barclay ging darauf zu, ergriff zwei der herabhängenden Gürtel und zog das Gebilde mit einiger Anstrengung herunter. Er band die Gürtel um seinen Körper, und ein leichter Abstoß beförderte ihn in einem gespenstisch langsamen Bogen durch den Raum.</p>
<p>„Antischwerkraft“, flüsterte McReady.</p>
<p>„Antischwerkraft“, nickte Norris. „Ja, wir hätten sie auch nicht aufhalten können, wenn keine Flugzeuge und keine Vögel gekommen wären. Dieses Untier hatte Kaffeedosen und Radioersatzteile und Glas zur Verfügung und konnte des Nachts in der Werkstatt arbeiten. Es hatte eine Woche Zeit, nur eine Woche. Hinüber zum Südzipfel Amerikas ist es nur ein winziger Sprung, wenn man Antischwerkraft und als Antrieb dafür Atomenergie besitzt. Wir glaubten, wir hätten sie erledigt. Aber in einer halben Stunde hätte es die Bänder soweit befestigt gehabt, daß sie es getragen hätten, und wir wären in der Antarktis geblieben und hätten alles niedergeschossen, was sich draußen bewegte. Wir hätten eine ganze Welt gegen uns gehabt.“</p>
<p>„Der Albatros“, flüsterte McReady. „Glaubt ihr, daß…“</p>
<p>„Wo er dieses Gerät fast fertig hatte? Mit dieser tödlichen Waffe in der Hand? Nein, bei Gott, der uns vielleicht hört, selbst hier in der Antarktis noch, und uns diese halbe Stunde schenkte. Wir durften unsere Heimatwelt und die anderen Planeten unseres Sonnensystems behalten. Und wir besitzen nun Antischwerkraft und Atomenergie. Weil <em>sie</em> aus einer anderen Welt kamen, von einem Stern unter vielen. <em>Sie</em> kamen von einer Welt mit einer blauen Sonne.“</p>
<p align="center">*  *  *  *  *  *  *</p>
<p>Diese Geschichte war die Basis für Christian Nybys Film <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Ding_aus_einer_anderen_Welt_(1951)"><strong>Das Ding aus einer anderen Welt</strong></a> („The Thing From Another World“) von 1951 und für John Carpenters <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Ding_aus_einer_anderen_Welt_(1982)"><strong>Remake von 1982</strong></a> (Originaltitel: „The Thing“)</p>
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		<title>Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 19:46:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Deep Roots</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deep Roots (Ü)]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdsprachige Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Kevin MacDonald]]></category>
		<category><![CDATA["Culture of Critique"]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Judaismuskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Judentum]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine evolutionäre Analyse der jüdischen Beteiligung an intellektuellen und politischen Bewegungen des zwanzigsten Jahrhunderts. Von Prof. Kevin MacDonald, übersetzt von Deep Roots. Das Original „The Culture of Critique“ erschien 1998 bei Praeger Publishers und die mir vorliegende Paperback-Ausgabe 2002 bei 1st Books Library (ISBN 0-7596-7222-9). Ich erhebe keinen Anspruch auf eine wie auch immer geartete [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=schwertasblog.wordpress.com&amp;blog=5190227&amp;post=14754&amp;subd=schwertasblog&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><img class="wp-image-14755 aligncenter" title="CofC cover" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/01/cofc-cover.jpg?w=581&#038;h=566" alt="" width="581" height="566" /></p>
<p><strong>Eine evolutionäre Analyse der jüdischen Beteiligung an intellektuellen und politischen Bewegungen des zwanzigsten Jahrhunderts.</strong></p>
<p>Von <strong>Prof. Kevin MacDonald</strong>, übersetzt von Deep Roots. Das Original <strong>„The Culture of Critique“</strong> erschien 1998 bei Praeger Publishers und die mir vorliegende Paperback-Ausgabe 2002 bei 1st Books Library (ISBN 0-7596-7222-9). Ich erhebe keinen Anspruch auf eine wie auch immer geartete Vergütung für die Verwendung dieser Übersetzung durch den Verfasser, Professor Kevin MacDonald, für eine Veröffentlichung in Buchform oder in irgendeiner sonstigen Weise.</p>
<p>(I will not claim any reward whatsoever from the author, Professor Kevin MacDonald, should he publish this translation in printed or any other form)</p>
<p style="text-align:center;"><strong><span style="text-decoration:underline;">Vorwort von Professor Kevin MacDonald</span></strong> </p>
<p><img class="size-full wp-image-14756 aligncenter" title="Kevin MacDonald 1" src="http://schwertasblog.files.wordpress.com/2012/01/kevin-macdonald-1.jpg" alt="" width="288" height="376" /></p>
<p>Dieses Buch ist der dritte und letzte Band, der eine evolutionäre Betrachtung des Judentums entwickelt. Das erste Buch, „A People That Shall Dwell Alone: Judaism as a Group Evolutionary Strategy“ (MacDonald, 1994; im folgenden PTSDA genannt), präsentierte eine Theorie des Judentums innerhalb eines evolutionären Rahmens, und das zweite Buch, „Separation and its Discontents: Toward an Evolutionary Theory of Anti-Semitism“ (Mac Donald, 1998a; im folgenden SAID genannt; deutsch erschienen als <strong><a href="http://www.libergraphix.de/Verlag/product_info.php?info=p3_Kevin-B--MacDonald--Absonderung-und-ihr-Unbehagen---Auf-dem-Weg-zu-einer-Evolutionaeren-Theorie-des-Antisemitismus-.html">Absonderung und ihr Unbehagen – Auf dem Weg zu einer evolutionären Theorie des Antisemitismus</a></strong>) präsentierte eine evolutionäre Theorie des Antisemitismus.</p>
<p>Ethnischer Konflikt ist in den ersten beiden Bänden ein immer wiederkehrendes Thema, und dieses Thema steht auch in diesem Werk wieder im Mittelpunkt. Während jedoch ethnischer Konflikt in den vorhergehenden Werken hauptsächlich aus der Nacherzählung der oftmals blutigen Dynamik des Konflikts zwischen Juden und Nichtjuden über weite Bereiche historischer Zeit bestand, ist der Fokus hier viel enger. Der Schwerpunkt verlagert sich auf ein einziges Jahrhundert und auf mehrere sehr einflußreiche intellektuelle und politische Bewegungen, die von Leuten angeführt worden sind, welche sich stark als Juden identifizierten und die ihre Beteiligung an diesen Bewegungen als Dienst an jüdischen Interessen sahen.</p>
<p>Besondere Aufmerksamkeit wird der Boas’schen Schule der Anthropologie, der Psychoanalyse, linker politischer Ideologie und Verhaltensweise, der Frankfurter Schule der Sozialforschung und den New Yorker Intellektuellen geschenkt werden. Zusätzlich werde ich die jüdischen Bemühungen zur Gestaltung der U.S.-Einwanderungspolitik in Opposition zu den Interessen der Völker nichtjüdischer Abstammung, besonders der Völker Nord- und Westeuropas, beschreiben.</p>
<p>Eine wichtige These ist, daß man all diese Bewegungen als Versuche sehen könnte, die westlichen Gesellschaften in einer Weise zu verändern, die dem Antisemitismus ein Ende setzen und für den Fortbestand der Juden als Gruppe entweder in offener oder halb-kryptischer Weise sorgen würde. Auf theoretischer Ebene werden diese Bewegungen als Ergebnis dessen gesehen, daß Juden und Nichtjuden unterschiedliche Interessen bei der Interpretation der Kultur und in verschiedenen Fragen der öffentlichen Politik haben (z. B. der Einwanderungspolitik).</p>
<p>Dieses Projekt ist offensichtlich recht umfangreich gewesen, und ich habe in großem Maß von den Anmerkungen einer Anzahl von Gelehrten auf den Gebieten der Evolutionsbiologie, Psychologie und Geschichte profitiert, einschließlich Hiram Caton, Paul Gottfried, John Hartung, Ralph Raico, J. Philippe Rushton, Frank Salter, Glayde Whitney und David Sloan Wilson. Bedauerlicherweise gibt es andere, die hilfreiche Anmerkungen machten, deren Namen hier aber nicht erscheinen dürfen. Ich möchte auch Melissa E. Keller für ihre Ermutigung bei diesem Projekt, für ihre Hilfe bei der Vorbereitung des Manuskripts und für ihre Rolle bei der Veröffentlichung dieses Bandes danken. Und schlußendlich danke ich James Sabin, dem Direktor für akademische Forschung und Entwicklung bei Greenwood Publishing, der dieses sehr schwierige Projekt bis zu seinem Abschluß durchgezogen hat.</p>
<p align="center">*  *  *  *  *  *  *</p>
<p>Fortsetzung: <strong><a title="Permalink zu Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald zur ersten Paperback-Ausgabe" href="http://schwertasblog.wordpress.com/2012/02/15/die-kultur-der-kritik-vorwort-von-professor-kevin-macdonald-zur-ersten-paperback-ausgabe/">Vorwort von Professor Kevin MacDonald zur ersten Paperback-Ausgabe</a></strong> (<em>sehr</em> lang!)</p>
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