As der Schwerter

29. April 2014

Die EU-Saatgutverordnung als Vorbereitung einer neuen Hungerwaffe

Tonio Borg, „Verbraucherschutzkommissar“ der EU

Tonio Borg, „Verbraucherschutzkommissar“ der EU

Wie bereits in meinem Einleitungskommentar zu „Das Schwarzbuch des Kommunismus über den Holodomor in der Ukraine“ kurz angesprochen, sehe ich in der von der EU angestrebten Saatgutrichtlinie die Gefahr, daß das nicht bloß einer Profitmaximierung der Saatgutkonzerne dienen soll, sondern auch als Vorbereitung einer neuen Hungerwaffe gedacht ist: Kein europäisches Volk soll mehr aus der „New World Order“ ausbrechen können, und falls es doch eines dieser Völker versuchen sollte, will man es mit einer Hungersnot ähnlich dem ukrainischen Holodomor von 1932 bis 1933 brechen können.

Zur Einführung bringe ich hier zunächst einen Auszug aus einem Artikel von Peter A. Krobath im Märzheft 2014 der ORF-Publikation „UNIVERSUM“:

VON GARTENMELDEN, OCHSENHERZSAMEN UND WIENER BUTTERHÄUPTLN
Die Aufregung über den Entwurf zu einer neuen EU-Saatgutverordnung hat die Aufmerksamkeit für alte Gemüsesorten erhöht. Noch mehr private Gärtnerinnen und Gärtner wollen sie nun durch Anpflanzen und Vermehren über die Zeiten retten.

Auf den zwei Tischen befinden sich unfrankierte Briefkuverts, selbstgefaltete Stanitzel, zweckentfremdete Gewürzstreuer, eine Holzschachtel mit daumengroßen Phiolen. All die Behältnisse sind handbeschriftet, teils grobkantig wie ein Volksschulheft, dann wieder kunstvoll verschnörkelt. Rund zehn Menschen, großteils Frauen, umrunden die Ausstellung, begutachten sie mit Augen und Fingern und unterhalten sich angeregt. Da ist vom „optimalen Standort“ die Rede, dort von einem „frechen Maulwurf“, auf der anderen Seite fällt plötzlich der Satz „Ich hab für die Jungfrau im Grünen eine Tüte Mädchenaugen bekommen.“

Geschieht hier etwas Kriminelles?

„Wir verdienen ja kein Geld damit“, rechtfertigt sich die eine. „So ein Gesetz, das uns das verbietet, wäre ein absoluter Schwachsinn. Genau deswegen machen wir das hier, um dem entgegenzuwirken“, erklärt die andere. „Das hier“ findet in den Räumen der Gebietsbetreuung im 20. Wiener Gemeindebezirk statt und nennt sich „Saatgut-Tauschbörse“. Dergleichen geht in Österreich zwischen Februar und April vielerorts über die Bühne, wobei im Kontext von Studierenden neben dem Tauschen meist auch das Schenken im Titel steht. Ob getauscht oder geschenkt: Bei so einem Treffen wechselt im Vorfeld der Hausgarten- und Gemeinschaftsfeld-Saison selbstgewonnenes Saatgut von Blumen, Gemüse und Getreide unkompliziert die Besitzer – eine Selbstverständlichkeit mit wahrscheinlich tausendjähriger Tradition.

Schenken verboten?
Auf den Gesetzesbruch angesprochen, wissen die hier anwesenden Gärtnerinnen und Gärtner sofort, wovon die Rede ist: Vom Entwurf zu einer neuen EU-Saatgutverordnung. Die sorgt seit einem Jahr nicht nur in der Gardening-Szene für Aufregung. In Österreich sprachen sich sämtliche Parteien gegen diesen Gesetzesvorschlag aus, der mit einem teuren und aufwendigen Zulassungsverfahren in Sachen Saatgut die großen Konzerne mit ihren Hybridsorten bevorzugen und die Vielfalt der Saaten, insbesondere die seltenen Sorten gefährden würde. Aber nicht nur über die Zulassungen für den Markt machte man sich beim europäischen Verbraucherschutz Gedanken – laut Artikel 3, Absatz 5 sollen auch die „anderen Formen der Weitergabe“ vom neuen Registrierungsprozedere betroffen sein:

„…das Bereithalten zum Zwecke des Verkaufs innerhalb der Union, einschließlich des Anbietens zum Verkauf oder jeder anderen Form der Weitergabe, sowie Verkauf, Vertrieb, Einfuhr in die und Ausfuhr aus der Union und andere Formen der Weitergabe, unabhängig davon, ob entgeltlich oder unentgeltlich; in Bezug auf bäuerliche Saatgutproduktion.“

Nach dieser Vorlage würde das Wir-verdienen-ja-kein-Geld-damit-Argument das rege Treiben in der Gebietsbetreuung also nicht legalisieren. Werden die des „Sorteneinheitsbreis müden Gartenmenschen“ in Zukunft wirklich gezwungen sein, in den Untergrund zu gehen, wie es die Garten-Autorin Ute Woltron kämpferisch ankündigt? „Mit verdeckten Codes würden wir agieren, Samensäckchen würden unter den Tischen die Runde machen. Eingeweihte würden es flüstern hören: Ochsenherzsamen da, Chilitomatensaatgut dort. Und wir würden all die prächtigen alten Sorten weiter ziehen, weiter vermehren, weiterhin über die Zeiten retten“, so Woltron in ihrem Blog (www.utewoltron.at).

Nach der großen öffentlichen Entrüstung (vor allem in Österreich und Deutschland) ruderte EU-Verbraucherschutzkommissar Tonio Borg zurück, sprach von Mißverständnissen. Die EU wolle den Tausch alter Sorten nicht untersagen, sagte er. Doch der umstrittene EU-Entwurf ist damit nicht vom Tisch, die Entscheidung darüber ist vorerst nur aufgeschoben. Selbst wenn das EU-Parlament den Entwurf am 12. März zurückweist, könnte die Kommission darauf beharren und schließlich dem neu gewählten Parlament dieselben Papiere vorlegen.

[…]

Saatgut als Commons
Mangold Five Colours, Gartenmelde Rubinrot, Andenbeere Schönbrunner Gold, Feuerbohne aus Ober-Wolfsbach, Flaschenkürbis Schalmeienklang, Dattelweintomate, Chili Gelbe Kirschen – die Wiederentdeckung von alten und seltenen (oft nicht oder nicht mehr registrierten) Sorten in den neuen Nutzgärten hat nicht nur kulinarische Gründe. Diese sogenannten Hausgarten- oder Hofsorten haben eine weitaus größere Variabilität als moderne Sorten, sie sind an die lokalen Ökosysteme angepaßt und sind ein lebendiges Statement gegen die Einfalt der großen Agrarkonzerne und für die große Vielfalt der Kulturpflanzen.

Die Nutzpflanzen sind eine gemeinsame Kulturleistung der Menschheit, ein „Commons“, das weiterhin allen Menschen zugänglich sein sollte, fordern zahlreiche Initiativen weltweit. Als Commons werden Ressourcen bezeichnet, die bestimmten Menschen so wichtig sind, daß sie sich selbst darum kümmern wollen, ohne Profitstreben, jenseits von Markt und Staat. Damit sind sowohl natürliche Ressourcen gemeint, wie Wasser, fruchtbarer Boden, Energieträger, Artenvielfalt oder die Stabilität des Klimas, als auch kulturelle und soziale Ressourcen, wie Bildung, Kunst, Sprachen, Forschungsergebnisse, Internet, Wohnraum oder der öffentliche Raum. Weltweite Aufmerksamkeit erhielt das Thema durch den Wirtschaftsnobelpreis für die Commons-Forscherin Elinor Ostrom im Jahr 2009.

„Was haben Saatgut und Software gemeinsam?“ pflegt die Commons-Fachfrau Silke Helfrich von der Heinrich-Böll-Stiftung bei ihren Vorträgen zu fragen. Die Antwort: Saatgut ist heute ein ähnlich „vermachteter“ und kontrollierter Bereich wie Software. Doch bei beiden kann man sich entscheiden, sie zur Ware oder zum Commons zu machen. Wobei es mit der Entscheidung für die Commons-Variante noch nicht getan ist: Diese muß erkämpft und verteidigt und naturgemäß auch gepflegt werden.

Auch die Hindernisse bei Software und Saatgut sind vergleichbar; der Kopierschutz auf der einen Seite mit der Genetic Use Restriction Technology (GURT) auf der anderen, also mit der Technologie, welche die zentrale Funktion des Saatguts (nämlich zu keimen, Leben zu entfalten) unterbindet, sodaß man es im nächsten Jahr nicht mehr aussäen kann und neu kaufen muß.

Neben dieser Einschränkung der Fruchtbarkeit des Saatguts durch Gentechnik und Hybridisierung gefährden das Patentieren von (auch konventionellen) Pflanzen, die radikale Monopolisierung auf dem Saatgutmarkt und eine (schon vor dem aktuellen EU-Entwurf) restriktive Saatgutgesetzgebung die Vielfalt unserer Nutzpflanzen. So sind im Laufe des 20. Jahrhunderts bereits 75 Prozent der Kulturpflanzenvielfalt unwiederbringlich verschwunden, wobei es sich hier nicht nur um Sorten, sondern auch um ganze Arten handelt.

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23. März 2014

Die eurasische Idee

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Alexander Dugin

Von Alexander Dugin, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Eurasian Idea erschien am 8. November 2013 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right (ursprüngliche Quelle: Ab Aeterno No. 1, November 2009).

Veränderungen in der ursprünglichen Bedeutung des Eurasianismus

Verschiedene Begriffe verlieren ihre ursprüngliche Bedeutung durch ihren täglichen Gebrauch im Laufe vieler Jahre. Solch fundamentale Konzepte wie Sozialismus, Kapitalismus, Demokratie, Faschismus haben sich tiefgreifend verändert. Eigentlich sind sie banal geworden.

Die Begriffe „Eurasianismus“ und „Eurasien“ enthalten ebenfalls einige Ungewißheiten, weil sie neu sind, sie gehören zu einer neuen politischen Sprache und einem intellektuellen Kontext, der erst heute geschaffen wird. Die eurasische Idee widerspiegelt einen sehr dynamischen Prozeß. Ihre Bedeutung ist die ganze Geschichte hindurch klarer geworden, muß aber weiter entwickelt werden.

Eurasianismus als philosophischer Kampf

Die eurasische Idee repräsentiert eine fundamentale Revision der politischen, ideologischen, ethnischen und religiösen Geschichte der Menschheit, und sie bietet ein neues Klassifizierungssystem und Kategorien, die Standardklischees überwinden werden. Die eurasische Idee machte zwei Stadien durch – eine formative Periode des klassischen Eurasianismus am Beginn des 20. Jahrhunderts durch ausgewanderte russische Intellektuelle (Trubeckoy, Savickiy, Alexejew, Suvchinkiy, Iljin, Bromberg, Hara-Davan et al.), gefolgt von den historischen Arbeiten von Lew Gumilew und schließlich der Konstitution des Neo-Eurasianismus (zweite Hälfte der 1980er bis zur Gegenwart).

Hin zum Neo-Eurasianismus

Die klassische eurasische Theorie gehört zweifellos der Vergangenheit an und kann richtigerweise in den Rahmen der Ideologien des 20. Jahrhunderts eingeordnet werden. Der klassische Eurasianismus mag vorüber sein, aber der Neo-Eurasianismus hat ihm eine zweite Geburt, einen neuen Sinn, einen neuen Maßstab und neue Bedeutung gegeben. Als die eurasische Idee sich aus ihrer Asche erhob, wurde sie weniger offensichtlich, hat aber seither ihr verborgenes Potential enthüllt. Durch den Neo-Eurasianismus hat die gesamte eurasische Idee eine neue Dimension erhalten. Heute können wir die große historische Periode des Neo-Eurasianismus nicht ignorieren und müssen versuchen, ihn im modernen Kontext zu begreifen. Des weiteren werden wir die verschiedenen Aspekte dieses Konzepts beschreiben.

Eurasianismus als globaler Trend; Globalisierung als Hauptteil der modernen Geschichte

Im breiten Sinn entsprechen die eurasische Idee und sogar das eurasische Konzept nicht strikt den geographischen Begrenzungen des eurasischen Kontinents. Die eurasische Idee ist eine Strategie in globalem Maßstab, die die Wirklichkeit der Globalisierung und der Beendigung der Nationalstaaten anerkennt, aber gleichzeitig ein anderes Szenario der Globalisierung anbietet, das keine unipolare Welt oder vereinigte globale Regierung mit sich bringt. Stattdessen bietet sie mehrere globale Zonen (Pole). Die eurasische Idee ist eine alternative oder multipolare Version der Globalisierung, aber die Globalisierung ist der gegenwärtig größte fundamentale Weltprozeß, der über den Hauptvektor der modernen Geschichte entscheidet.

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20. März 2014

Alexander Dugin über „weißen Nationalismus“ und andere potentielle Verbündete in der globalen Revolution

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Alexander Dugin

Von Alexander Dugin, übersetzt von Deep Roots. Das Original Alexander Dugin on “White Nationalism” & Other Potential Allies in the Global Revolution erschien am 3. Juni 2013 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right (französische Übersetzung hier).

Anmerkung von Greg Johnson:

Der folgende Text wurde von John Morgan aus verschiedenen informellen Aussagen zusammengestellt, die Alexander Dugin im Laufe des letzten Jahres auf seiner Facebook-Seite schrieb und die sich mit allgemeinen Themen befassen. Der Bearbeiter hat sie kombiniert und restrukturiert, um zu versuchen, sie zu einem einzigen zusammenhängenden Text umzugestalten, und er hat auch die Sprache etwas aufpoliert.

*     *     *

Es gibt verschiedene Tendenzen in der neuen Generation revolutionärer, nonkonformistischer Bewegungen in Europa (auf der Rechten wie auch auf der Linken), und manchen davon ist es gelungen, in ihren jeweiligen Ländern hohe politische Positionen zu erlangen. Die Krise des Westens wird jeden Tag breiter und tiefer werden, daher sollten wir einen Zuwachs an Macht und Einfluß unserer eigenen eurasianistischen Widerstandsbewegung gegen die gegenwärtige globale Ordnung erwarten, die eine Diktatur der schlimmsten Elemente der westlichen Gesellschaften ist.

Diejenigen auf Seiten der Rechten oder der Linken, die die amerikanische Hegemonie ablehnen, den Ultraliberalismus, den strategischen Atlantizismus, die Vorherrschaft oligarchischer und kosmopolitischer Finanzeliten, die individualistische Anthropologie und die Ideologie der Menschenrechte, wie auch den typischen westlichen Rassismus in allen Bereichen – wirtschaftlich, kulturell, ethisch, moralisch, biologisch und so weiter -, und die bereit sind, mit eurasischen Kräften bei der Verteidigung der Multipolarität, des sozioökonomischen Pluralismus und eines Dialogs zwischen Zivilisationen zusammenzuarbeiten, betrachten wir als Verbündete und Freunde.

Diejenigen auf der Rechten, die die Vereinigten Staaten unterstützen, den weißen Rassismus gegen die Dritte Welt, die antisozialistisch und pro-liberal sind und die bereit sind, mit den Atlantikern zusammenzuarbeiten, sowie diejenigen auf der Linken, die die Tradition angreifen, die organischen Werte der Religion und der Familie, und die andere Arten sozialer Abweichungen fördern – diese befinden sich beide im Lager des Feindes.

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14. März 2014

Illusionen weißer Nationalisten über Rußland

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Karte Eurasiens von 1771. Ein Großteil des heutigen Rußlands wird Groß-Tatarstan genannt.

Von Émile Durand, übersetzt von Deep Roots. Das Original White Nationalist Delusions About Russia erschien am 7. März 2014 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right. (Wikipedia-Links im Text vom Übersetzer eingefügt, andere Links von Émile Durand.)

Die Krise in der Ukraine entfaltet sich in vollem Tempo, und weiß-nationalistische Kreise im Westen verfolgen die Ereignisse genau. Eine Menge ist bereits über die tiefe kulturelle und historische Teilung gesagt worden, die den westlichen, europaorientierten Teil der Ukraine vom östlichen Teil trennt, der starke Bindungen zu Rußland hat. Bei Rußlands militärischen Schritten auf der Krim prophezeien manche sogar den Ausbruch des Dritten Weltkriegs.

Die Mehrheit der weißen Nationalisten im Westen geben sich heutzutage starken Hoffnungen auf Rußland und insbesondere Putin hin, die mit der laufenden ukrainischen Krise ein Crescendo erreicht haben. Ich möchte jedoch behaupten, daß diese Hoffnungen schwere Illusionen sind. Nicht weil Putin ebenfalls von Juden kontrolliert wird, wie von manchen weißen Nationalisten dagegengehalten wird; das wird er vielleicht oder auch nicht, aber das macht für uns keinen Unterschied. Und andererseits, selbst wenn Putins Rußland nicht so stark wie der Westen von Juden kontrolliert wird (was in Wirklichkeit nicht stimmt – siehe unten), selbst wenn Rußland den vollen Zorn der jüdisch kontrollierten Medien abbekommt, so macht das Putins Rußland dennoch nicht zu unserem Freund oder natürlichen Verbündeten.

Trotzdem räume ich ein, daß Rußland im Moment das kleinere Übel für die weiße Rasse ist, verglichen mit dem von Juden geführten Westen. Aber es muß dennoch verstanden werden, daß Rußland ebenfalls ein böses, ein im Grunde antiweißes System ist. Daher könnte es höchstens ein vorübergehender Verbündeter sein.

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21. Dezember 2013

Mandela: Was die Nachrufe weglassen

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Von Jim Goad, übersetzt von Deep Roots. Das Original Mandela: What the Obits Omit erschien am 9. Dezember 2013 auf Taki’s Magazine.

Als der freundlich dreinschauende, mokkafarbene Yoda Nelson Mandela letzte Woche in das große Jenseits einging, reichte die Welt sich die Hände wie in einer einzigen riesigen Coca-Cola-Werbung, um sein Andenken heiligzusprechen und zu vergöttern und zu heiligen. Der Schwall von süßlichen und kitschigen Lobreden, die zu Mandelas glühenden Füßen geschleudert wurden, umgab sein Vermächtnis mit einem Kraftfeld von solch pulsierender Heiligkeit, daß jeder nur entfernt Skeptische oder Wißbegierige wahrnehmen könnte, daß das alles ein Berg Scheiße war.

Dies soll nicht heißen, daß es an dem Mann nichts zu bewundern gab. Seine stoische Beharrlichkeit gegen alle Widrigkeiten ist der Stoff, aus dem heroische Legenden gemacht sind. Aber solche Legenden unbefleckt zu halten, erfordert ein wachsames und rücksichtsloses Wegschneiden unbequemer Tatsachen, die das sorgfältig geformte Bild der fleischgewordenen menschlichen Güte untergraben würden, das den möglicherweise berühmtesten Mann der Welt umgibt.

Am Freitagabend präsentierte ABCs 20/20 eine posthume Hommage, die von so viel frömmelnder Arschkriecherei troff, daß man sie hätte Up Mandelas Ass nennen sollen. Ich bezweifle, daß dieser Saccharinbrocken von sorgfältig verpackter Propaganda auch nur ein bißchen idealisierter, unrealistischer oder einseitiger war als die Tausenden anderer Hommagen, die nach seinem Hinscheiden wie Millionen zuckerglasierter Tränen hervorquollen, aber ich konnte nur eine Mandela-Hommage verarbeiten, weil meine Augen sonst so heftig rollen würden, daß sie mir aus dem Kopf fallen.

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3. November 2013

Die griechische Krise verstehen, Teil 1

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Von Alexios Synodinos, übersetzt von Deep Roots. Das Original Understanding the Greek Crisis, Part 1 erschien am 29. Oktober 2013 auf Counter-Currents Publishing/North American New Right.

Dieser Artikel wird versuchen, denjenigen, die mit der gegenwärtigen Situation in Griechenland nicht vertraut sind, die Grundursachen des gegenwärtigen griechischen Dramas zu erläutern.

Trotz der weithin geförderten Vorstellung, daß Griechenlands Problem hauptsächlich finanzieller Art ist, könnte dies nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Was diesem uralten Land heutzutage bevorsteht, ist sein totaler Zusammenbruch als Nationalstaat. Die angebliche Wirtschaftskrise ist in Wirklichkeit weitgehend fiktiv, und sie wird von der gegenwärtigen Regierung und von äußeren Kräften als Vorwand und als Mittel benutzt, um die wirtschaftliche Erschöpfung der griechischen Mittelschicht und die schließliche Auflösung des Staates zu fördern.

Meine Hauptthese lautet, daß kurz nach dem Ende des Kalten Krieges ein Plan zur effektiven Demontage Griechenlands und zur Auslöschung der nationalen Identität der Griechen entworfen und umgesetzt wurde, der mathematisch zu ihrem Verschwinden als homogene Menschengruppe führen würde. Der Leser sollte ob solcher Behauptungen nicht verblüfft sein; der Artikel wird ihm all die notwendigen Beweise zur Stützung dieser These präsentieren. Der erste Teil des Artikels wird sich auf einen notwendigen Crashkurs über die politische Geschichte Griechenlands konzentrieren, vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Wahl der gegenwärtigen griechischen Regierung.

I.

1944 zog sich die deutsche Armee aus Griechenland zurück, um ihr Heimatland gegen die vorrückende Rote Armee zu verteidigen. In einem Wirbelwind von Ereignissen zwang die Griechische Kommunistische Partei (KKE) das Land in einen blutigen und katastrophalen innerstaatlichen Krieg, in dem ihre bewaffneten Guerillas gegen die Nationalarmee Griechenlands kämpften. Der kommunistische Kampf um die Macht war natürlich von Anfang an zum Scheitern verurteilt, nachdem Stalin sich bereits im Moskauer Abkommen von 1944 mit Churchill darauf geeinigt hatte, daß Griechenland unzweifelhaft im westlichen Lager bleiben würde. Trotzdem strebten die Kommunisten Griechenlands die Allianz mit anderen kommunistischen Ländern wie Bulgarien, Albanien und Jugoslawien an, die alle bereit waren, sie unter bestimmten Bedingungen zu unterstützen, d. h. territoriale Gewinne von Griechenland, falls die Kommunisten sich schließlich durchsetzen würden. Die KKE, die dringend Hilfe brauchte, stimmte zu, und ihre selbsternannte provisorische Guerillaregierung unterzeichnete die Preisgabe riesiger Teile Griechenlands, die nach dem Sieg der kommunistischen Guerillas an Jugoslawien übergeben werden sollten. Um eine lange und schmerzliche Geschichte kurz zu machen, die kommunistischen Aufständischen wurden zerschlagen, und Griechenland ging zerstört, aber frei vom Joch des Sowjetismus daraus hervor.

Die Niederlage der Kommunisten war ein schwerer Schlag für die griechische Linke. Ihre schrecklichen Verbrechen, die von Massenhinrichtungen nichtkommunistischer Zivilisten bis zur Entführung tausender Kinder reichten, die zur Gehirnwäsche in den Sowjetblock geschickt wurden, führten das Land zu einem seltsamen rechten Regime, bei dem jeder, der sich weigerte, die Königsfamilie zu glorifizieren, verdächtigt wurde, ein kommunistischer Sympathisant zu sein. Die Rechte war dominant, aber es wurde klar, daß solch eine manichäische Sicht auf die Politik die Saat für ihre zukünftige Zerstörung legen würde. Die Massen des Volkes, die der Mitte angehörten und die niemals der illegalen kommunistischen Partei und den anderen Linksgruppen nahestanden, wurden von der Propaganda des Regimes als Linke, Kryptokommunisten oder gefährlich nach links neigend bezeichnet. In einem außergewöhnlichen Prozeß, von dem ich annehme, daß er für den Leser schwer zu verstehen sein wird (wie auch für den Autor), akzeptierten die Zentristen langsam, aber stetig ihre Kategorisierung als Linke, die sie vom Rechtsregime erhielten. Gleichzeitig verbreitete die illegale kommunistische Partei, die von der UdSSR finanziert wurde und ein bedeutendes Untergrundnetzwerk organisiert hatte, ihre Propaganda und trug zur politischen Instabilität des Landes bei, indem sie zu Streiks, Zusammenstößen mit der Polizei und Unruhen aufhetzte. Der zuvor erwähnte grobe Fehler der Rechten, jeden als Linken zu bezeichnen, der nicht rechts genug war, wurde natürlich von den Kommunisten ausgenützt. Kurz, die Rechte und die Linke arbeiteten zugleich daran, die Mitte nach links zu rücken. Daher begannen die patriotischen Zentristen, die ein paar Jahre zuvor gegen die Kommunisten gekämpft hatten, sich mehr und mehr mit der Linken zu identifizieren, und wurden zunehmend empfänglich für linke Propaganda. Gleichzeitig gingen die Zusammenstöße in Griechenland weiter; die gewählte Regierung der populären Zentristenpartei (Enosis Kentrou) wurde gestürzt, als eine Gruppe ihrer Abgeordneten beschlossen, aus der Partei und der Regierung auszutreten. Die Instabilität ging weiter, bis eine Gruppe von Armeeoffizieren am 21. April 1967 beschloß, ein autoritäres Militärregime einzuführen.

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28. Juni 2013

Der eschatologische Krieg

Das französische Original ist am 30. April 2013 unter dem Titel La Guerre eschatologique auf dem Blog Hervé Ryssen – L’esprit français erschienen. Bilder und Links stammen nicht aus dem Original sondern wurden beim Übersetzen eingefügt. Für ein  Zitat von Friedrich Nietzsche wurde bei der Übersetzung anstatt der französischen Kurzfassung die korrekte deutsche Fassung gewählt. Übersetzt von Osimandia.

LGE-premiere-copie-1Die Eschatologie ist die Lehre von der Endzeit. In den drei großen monotheistischen Religionen, dem Judentum, dem Christentum und dem Islam, gibt es den Glauben, dass die Welt, so wie wir sie kennen, von Gott erschaffen ist aber auch ihr Ende finden muss.

Naturkatatastrophen, Kriege und Schreckensereignisse aller Art, die stattfinden müssen, finden sich in jeder dieser großen Traditionen, so wie auch bei den alten Ariern und in der nordischen Mythologie. Aus dem Endkampf gegen die Mächte des Bösen – dem großen Krieg am Ende der Zeiten – wird eine erneuerte Welt geboren werden, in der die Ungläubigen und Häretiker ausgemerzt sein werden.

Die Geschichte hat jedoch einen Sinn: Den, welchen ihr die Menschen geben. Hier sieht man, dass die Trennlinie nicht so sehr zwischen den Anhängern einer linearen und denen einer zyklischen Sicht auf die Geschichte verläuft, sondern zwischen denen, die an einen irdischen Sieg glauben und in diesem Sinne aktiv werden, auf der einen Seite, und denen, die in Nostalgie nach einem vergangenen Goldenen Zeitalter oder in der vagen Hoffnung auf ein ewiges Paradies im Jenseits leben, auf der anderen Seite.

Das ist die Eschatologie, die verstehen hilft, warum in den Vereinigten Staaten Millionen von evangelikalen Christen glühendste Eiferer für den Staat Israel sind.

Das ist die Eschatologie, die verstehen hilft, warum die Moslems heute selbst ihre erbittertsten Feinde sind.

Das ist die Eschatologie, die den Triumph der globalistischen Ideologie, den langen Niedergang der katholischen Kirche und die moralische Krise, die den Westen durchdringt, verstehen hilft.

Interview mit Hervé Ryssen, erschienen in der Halbmonatszeitschrift Rivarol am 3. Mai 2013

Jérôme Bourbon: Guten Tag, Hervé Ryssen. Sie haben diese Woche Ihr neuntes Buch herausgebracht. Dieses Mal befassen Sie sich mit Eschatologie. Können Sie den Lesern von Rivarol zunächst erklären, was Eschatologie überhaupt ist?

Hervé Ryssen: Guten Tag, lieber Jérôme, und guten Tag allen Freunden von Rivarol, die ich immer mit großer Freude treffe. Die Eschatologie ist, um es kurz zu machen, die Lehre von der Endzeit. In den drei großen monotheistischen Religion, das heißt dem Judentum, dem Christentum und dem Islam, gibt es den Glauben, dass die Welt, so wie wir sie kennen, eines Tages ihr Ende finden muss. In jeder dieser Traditionen – aber auch in der nordischen Mythologie – müssen Naturkatastrophen, Kriege und Schreckensereignisse aller Art stattfinden und dem Endkampf gegen die Mächte des Bösen, aus dem heraus eine erneuerte Welt geboren werden wird, vorausgehen. Man findet dieses Schema bei jeder dieser Religionen.

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13. März 2013

Viva Chávez!

Das englische Original von Kerry Bolton erschien am 8. März 2013 unter dem Titel Viva Chávez! auf Counter Currents Publishing. Übersetzt von Osimandia.

 

Hugo Chávez 28.07.1954 - 05.03.2013

Hugo Chávez 28.07.1954 – 05.03.2013

“Letzendlich wird sich eine verantwortungsbewusste Führerschaft für die störrische Masse von ungefähr 180 Millionen Lateinamerikanern herausbilden. Die Saat für eine Revolte gegen die jüdisch-amerikanische wirtschaftliche Beherrschung ist bereits gelegt. Kuba gibt Zeugnis davon”.Francis Parker Yockey, 1961.[1]

Die Geier sind über ein Jahrzehnt lang über Venezuela gekreist und haben auf eine Gelegenheit gewartet, eine Nation leerzufegen, die  ihre Souveränität unter der inspirierenden Führerschaft eines modernen Perón – Hugo Chávez – starrsinnig aufrecht erhalten hat. Für Pseudokonservative war Chávez einfach nur ein weiterer marxistischer Tyrann, eine Bezeichnung, die auf jeden angewandt wird, der auch nur im entferntesten der globalen US-Hegemonie kritisch gegenübersteht, sei es auf politischem, wirtschaftlichem, moralischem oder kulturellem Gebiet. Er war jedoch etwas anderes als einfach nur ein weiterer “Dritte-Welt-Diktator”; wie Perón hatte er sich einer Idee verschrieben, und während die durchaus als “links” bezeichnet werden könnte, war sie weit davon entfernt, marxistisch zu sein. Rechtsgerichtete politische Realisten wie Yockey, sein Kollege H. Keith Thompson und der Belgier Jean Thiriart hätten ohne weiteres Größe in Chávez gesehen, um die sich eine antiglobalistische Achse in Lateinamerika und weit darüber hinaus schmiedete.

In Yockeys letztem Essay, das er in Zusammenarbeit mit H. Keith Thompson verfasste, anerkennen sie die Bedeutsamkeit der “Bildung nationalistischer, neutralistischer Regimes” in der Dritten Welt, und hatten auch keinerlei Probleme damit, einige Dunkelhäutige als “brillante Staatsmänner” zu bezeichnen, zu denen sie auch Nkrumah von Ghana  zählten. “Diese Persönlichkeiten” so schrieben sie “verkörpern eine Idee, keiner davon ist auf Geld oder Ruhm aus. Sie führen ein einfaches Leben, arbeiten und leben für ihre Ideen. Ein solcher Mann in einer Führungsposition ist eine welthistorische Kraft.” [2] Kann irgendjemand ernsthaft bestreiten, dass wenn Yockey heute noch leben würde, er Chávez als etwas anderes als einen “brillanten Staatsmann” und eine “welthistorische Kraft” bezeichnet hätte, und er es sehr wohl Ceresole nachgetan hätte, der ins bolivarische Venezuela reiste, wie er auch ins Ägypten Nassers gereist ist?

Chávez, der den Rang eines Oberstleutnants innehatte, hatte 1992 an einem fehlgeschlagenen Putsch teilgenommen, wurde inhaftiert und dann 1994 begnadigt. Er nutzte diese Zeit dazu, seine politischen Ideen zu formulieren und sich mit Geschichte zu befassen. Die revolutionäre Bewegung Bolivars ist von radikalen Militäroffizieren geprägt worden. Wie der Name schon sagt, verehrten sie Simón Bolívar und nicht Karl Marx, und hatten eine weiterführende Vision für Lateinamerika. Obwohl die Oppositionsparteien sich gegen ihn vereinigten, gewann Chávez die Wahl zum Präsidenten im Jahr 1998 mit 56% der Stimmen.

Der Name des Staates wurde zu “Bolivarische Republik Venezuela” geändert. (more…)

8. Dezember 2012

„NovaEuropa: Sammlungsbewegung für eine Europäische Republik“

EU 2020

Die „Europäische Republik“ als künftig größter Mitgliedsstaat der EU, wie es sich der ÖVP-nahe Verein „Nova EUropa“ für das Jahr 2020 vorstellt. Man beachte: In diesem Superstaat sollen Deutschland, Österreich und die Niederlande aufgehen – zusammen mit sämtlichen PIGS sowie den anderen Problemländern Frankreich, Belgien und Slowenien.

Am 2. Dezember 2012, brachte die „Kronen-Zeitung“ den folgenden Artikel, der mir den Sonntag verdorben und mir wieder einmal klargemacht hat, daß ÖVP-Politiker wohl die ärgsten NWO-Knechte Österreichs und genauso schlimme Volksverräter wie die Grünen sind:

Zwei Ex-Parteichefs, Minister und 2. Nationalratspräsident:

ÖVP-naher Verein bastelt an der „Europäischen Republik“

Wien. – Ein obskurer Verein mit ehemals führenden ÖVP-Politikern wie den Ex-Parteichefs Taus und Riegler, Ex-Verteidigungsminister Fasslabend und dem früheren Zweiten Nationalratspräsidenten Neisser bastelt hinter den Kulissen an der Gründung einer „Europäischen Republik“, in der auch Österreich aufgehen sollte.

Bereits in sieben Jahren möchte diese ÖVP-nahe „Sammlungsbewegung“ mit dem Vereinstitel „NovaEUropa“ erreicht haben, dass es eine „Europäische Republik“ gibt. Damit verbunden wäre für Österreich der Verzicht auf wesentliche Souveränitätsrechte.

In einem Positionspapier, in dem von einem „großen europäischen Staat“ die Rede ist und das der frühere ÖVP-Chef und Vizekanzler Josef Riegler unterzeichnet hat, wird die Gründung eines „souveränen europäischen Staats, einer ‚Europäischen Republik’“ bis zum Jahr 2020 gefordert. Mitglied der Bewegung ist übrigens auch einer der engsten Vertrauten von ÖVP-Chef und Vizekanzler Spindelegger, der ÖVP-Personalentwickler Lukas Mandl.

BZÖ-Chef Josef Bucher ist empört, daß „maßgebliche Teile der ÖVP jetzt Österreich abschaffen wollen“. Bucher sagt, man müsse weg „von einem teuren, entscheidungsunfähigen Einheits-Superstaat“. Das BZÖ verlangt nun Aufklärung darüber, ob der „Europa-Republik“-Verein von ÖVP-Ministerien finanziert werde?

*   *   *

Soweit die „Kronen-Zeitung“.  Auf der Webseite dieses ÖVP-Vereins, nach dessen Vorstellung bis zum Jahr 2020 auch Island und Norwegen schon EU-Mitglieder sein sollen (siehe diesbezüglich übrigens die Island-Reihe von Hjörtur J. Guðmundsson) findet sich auch eine Weltkarte, auf der die zukünftige EU im Weltmaßstab dargestellt ist, untergliedert in die „Europäische Republik“, das Vereinigte Königreich und „Sonstige“. Auffallend ist, daß zwar die „Europäische Republik“ und Großbritannien, nicht aber die EU als Ganzes ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates sein sollen.

Nova EUropa Weltkarte

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5. August 2012

Die Olympische Idee im Jahr 2012

Das englische Original von Peter Stuyvesant erschien am 3. August 2012 unter dem Titel The Olympic Idea 2012 auf der Seite  Occidental Observer. Übersetzt von Osimandia. Die Bilder sind im Original nicht enthalten, sondern wurden bei der Übersetzung hinzugefügt.

Die Bedeutung der Olympischen Spiele der Moderne (ab 1896) ist in der Olympischen Charta niedergelegt, die beinhaltet, dass “die Olympischen Spiele Wettbewerbe zwischen einzelnen Athleten oder Athletenteams sind und nicht zwischen Ländern” (Kapitel 1, Artikel 6). In diesem Artikel möchte ich einige Ausführungen zu den Reibungspunkten zwischen Nationalismus und den Olympischen Spielen der Moderne machen.

Zunächst einmal waren  die Olympischen Spiele der Antike Ausdruck von griechischem Nationalismus und panhellenistisch. Die Welt der Griechen war in Stadtstaaten aufgegliedert, die entweder unabhängig waren oder zumindest eine gewisse Form der Selbstregierung hatten. Nur freie griechische Männer durften daran teilnehmen und die Spiele wurden zu Ehren der griechischen Götter abgehalten, weil man davon ausging, dass diese am Berg Olympus residieren. Beide Kriterien schlossen jegliche Möglichkeit der Teilname von Ausländern aus, die nicht einmal als Zuschauer zugelassen waren. Die Teilnahme an den Spielen war gleichbedeutend damit, den griechischen Göttern Ehre zu erweisen. Ein weiteres auffallendes Merkmal der antiken Spiele war, dass nur die Gewinner mit Ruhm und Ehre überhäuft wurden. Die Vorstellung eines zweiten oder dritten Platzes gab es nicht. Die Spiele waren eine Zurschaustellung griechischen Stolzes und griechischer Leistungsstärke.

Die Olympischen Spiele der Moderne wurden zuerst von griechischen Nationalisten wiederbelebt, und zwar während des 19. Jahrhunderts nachdem Griechenland 1832 unabhängig geworden war. Sie hatten wieder panhellenistischen Charakter, da Griechen rund um das Mittelmeer zur Teilnahme ermutigt wurden. 1890 gründete der Franzose Pierre de Coubertin das Internationale Olympische Kommittee (IOC), dem es gelang, die Olympischen Spiele, die 1896 in Athen stattfanden, zu einem internationalen Ereignis zu machen, an dem 14 Nationen aus Europa (oder von europäischer Herkunft) teilnahmen. Das nationalistische griechische Grundprinzip, dass jemand kein Staatsbürger sondern Mitglied einer Nation ist, wurde aufrechterhalten: Griechen aus dem Osmanischen Reich wurden als Griechen gelistet. Manche traten für Athen als dauerhaften Austragungsort der Olympischen Spiele ein, aber sie wurden vom IOC überstimmt. Seither werden die Spiele alle vier Jahre in unterschiedlichen Städten rund um den Globus ausgetragen. (more…)

20. Juni 2012

Finden Sie die Korrelation: Reichtum versus Einwanderung

Obere Kurve: Anteil des Nationaleinkommens, das an die 1 % Spitzenverdiener ging; untere Kurve: Anzahl (in Millionen) und Prozentanteil der Einwanderer in den Vereinigten Staaten von 1910 bzw. 1913 (nicht 1970, wie fälschlicherweise in der Titelzeile steht!) bis 2010.

Von Dennis Mangan, übersetzt von Deep Roots. Das Original Spot the Correlation: Wealth vs. Immigration erschien am 16. Juni 2012 auf Mangan’s Adventures in Reaction.

Ein Kommentator brachte einen Link zur obigen Grafik, die er durch Gegenüberstellung zweier anderer Grafiken zusammengestellt hatte. Sie ist mehr als suggestiv: sie weist auf einen der Hauptgründe hin, warum die Reichen reicher geworden sind, während die Löhne für uns andere stagnierten. Ein größerer Anteil des Nationaleinkommens ist in den letzten paar Jahrzehnten an das Kapital gegangen, und ein geringerer Anteil an die Arbeitenden, und Masseneinwanderung ist eine Schlüsselstrategie beim Griff der Eliten nach mehr Geld gewesen.

Man kann erkennen, daß die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg das goldene Zeitalter für den Anteil der Arbeitenden am Nationaleinkommen gewesen ist, wobei dessen Zenit um 1970 fast genau dem Tiefpunkt des Bevölkerungsanteils entspricht, der aus Einwanderern besteht, etwa 4,7 %. Die Nachkriegszeit war auch die Hochphase für die Gewerkschaften, aber wenn dieses Diagramm irgendeine Gültigkeit hat, dann waren die Gewerkschaften erfolgreich, weil die Firmen sie nicht einfach durch Anheuern billiger Arbeitskräfte umgehen konnten.

Beachten Sie auch, daß die Spitzenzeit für den Anteil des Kapitals am Einkommen 1928 war, vier Jahre nach Inkraftsetzung des Einwanderungsbeschränkungsgesetzes von 1924, und daß er einen Abschwung begann, der Jahrzehnte dauerte. Zufall?

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8. Dezember 2011

Europäische Integration und die Globalisierung

Von Andrew Hamilton, übersetzt von Deep Roots. Das Original European Integration & Globalization erschien am 2. Dezember 2011 bei Counter-Currents Publishing/North American New Right.

Die europäische Integration ist von anti-weißen Eliten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verfochten worden.

Angefangen mit der Zollunion der Benelux-Staaten (1948) erweiterten zunehmend mächtigere pan-europäische Organisationen ihren neuen institutionellen Wirkungsbereich buchstäblich ohne Unterlaß: die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS [auch „Montanunion“]) 1951, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG oder „Gemeinsamer Markt“) 1957, die Europäische Gemeinschaft (EG) 1967 und schließlich die Europäische Union (EU) 1991.

Es ist wichtig zu verstehen, daß die Europäische Union eine supranationale Organisation statt einer Organisation zwischen Regierungen ist. Letztere hängen von freiwilliger Regeleinhaltung durch ihre Mitglieder ab. Sie besitzen keine direkte Zwangsmacht, um ihre Gesetze und Vorschriften durchzusetzen. Supranationale Organisationen andererseits können von ihren Mitgliedern verlangen, Kontrolle über ihre Politik abzutreten und die Einhaltung ihrer Anordnungen erzwingen.

In Osteuropa errichteten sowjetische Armeen und politische Agenten ein dicht verwobenes Kolonialregime, teilweise dank der intensiven ideologischen Identifikation jüdischer und westlicher Eliten mit ihren kommunistischen Bettgenossen und einer tiefe Zuneigung ihnen gegenüber während und gleich nach dem Krieg.

In der Sicht des Historikers William H. McNeill war der Krieg selbst ein bedeutender Katalysator des Pan-Europäismus gewesen:

Ungeachtet der rassischen und nationalistischen Doktrinen der Nazis erlebte der europäische Kontinent während der späteren Phasen des Zweiten Weltkriegs eine bemerkenswerte transnationale wirtschaftliche und administrative Integration. Nachdem sie bis 1942 den Großteil Europas erobert hatten, begannen die Nazis sich auf die menschlichen und materiellen Ressourcen des gesamten unter ihrer Kontrolle stehenden Gebietes zu stützen, um die deutschen Armeen zu versorgen…

Die Erinnerungen an Europas Wirtschaftsstrukturen der Kriegszeit konnten nicht weggewischt werden. Als die wirtschaftlichen Boomverhältnisse nach 1948 nach Westeuropa zurückkehrten, waren Männer, die während des Krieges als Sklavenarbeiter in deutschen Fabriken gearbeitet hatten, nur allzu bereit, wieder als Fabrikarbeiter nach Deutschland zurückzukehren. Tausende andere folgten. Allgemeiner gesprochen wurde der Nachkriegserfolg des Gemeinsamen Marktes sicherlich durch die Erinnerungen an die massiven transnationalen Migrationen begünstigt, die während des Krieges stattgefunden hatten, als Soldaten und Kriegsgefangene wie auch zivile Sklavenarbeiter Europas nationale Grenzen zu Hunderttausenden kreuz und quer überschritten hatten. Der Zusammenbruch von Europas nationalen Barrieren erscheint daher als das ironische und völlig unerwartete, aber wahrscheinlich dauerhafteste Monument von Hitlers Karriere. (The Shape of European History, 1974, S. 173 – 74).

In diesem Zusammenhang ist zum Beispiel nicht allgemein bekannt, daß die SS-Generäle Otto Steinhäusl, Reinhard Heydrich, Arthur Nebe und Ernst Kaltenbrunner alle als Präsidenten von INTERPOL gedient haben.

Die signifikanteste Auslassung (von mehreren) in McNeills Darstellung ist, daß ein deutsches Europa, so unangenehm es von Standpunkt der Freiheit und repräsentativen Regierung gewesen wäre, wenigstens weiß gewesen wäre, wohingegen das Europa, das entstand, systematisch die Weißen vom Kontinent und vom Planeten säubert und dazu noch der Freiheit ermangelt.

Die europäische Integration nach dem Krieg war zum Teil eine gesunde Reaktion auf den brudermörderischen Nationalismus, der den Kontinent während des Ersten und Zweiten Weltkriegs dezimierte. Und gewisse Teilnehmer sahen den Prozeß als notwendig, um die amerikanische Dominanz nach dem Krieg auszugleichen. Sie glaubten, daß die Nationen Europas, wenn sie eine bedeutende Rolle in den Angelegenheiten der Welt spielen sollten, sich vereinen und über Ressourcen gebieten müßten, die jenen der USA vergleichbar wären.

Die Bildung der Europäischen Union 1991 wurde, auch wenn sie jahrzehntelang vorbereitet worden war, durch den plötzlichen Zusammenbruch des Kommunismus beschleunigt. Seit damals ist das ex-kommunistische Osteuropa methodisch einem einzigen, pan-europäischen Gebilde einverleibt worden, im fortgesetzten Versuch, die lang angestrebten „Vereinigten Staaten von Europa“ zu verwirklichen.

Man kann nicht anders, als sich in dieser Hinsicht der Aussage des ehemaligen Kongreß-Untersuchungsbeamten Norman Dodd (in der Zeit des Kalten Krieges) von 1982 gegenüber dem Interviewer G. Edward Griffin zu erinnern, die nachfolgend häufig von der John Birch Society zitiert wurde (ich habe eine Bandaufnahme des Interviews, aber es ist auch online verfügbar), daß ihm H. Rowan Gaither, der Präsident der Ford Foundation, in den 1950ern gesagt hatte, daß die Führer der größeren Privatstiftungen alle eine Vergangenheit entweder beim Office for Strategic Services (OSS) während der Kriegszeit oder in der „European Economic Administration“ (vermutlich das „European Recovery Program“ – ERP oder Marshallplan) nach dem Krieg gehabt hätten. Gaither sagte Dodd angeblich, daß die größeren Stiftungen unter Direktiven der Exekutive arbeiten würden, ihre Förderungsmacht so einzusetzen, „daß das Leben in den Vereinigten Staaten so verändert wird, daß sie bequem mit der Sowjetunion verschmolzen werden können.“

Dodds Behauptung klang zu der Zeit plausibel und erscheint im Lichte nachfolgender Ereignisse noch prophetischer. Falls sie stimmt, deutet sie auf einen Zeithorizont hin, der für von sich aus handelnde Weiße untypisch ist, wie auch auf eine Form von Elitedominanz, an die viele Leute trotz des Vorherrschens zentralisierter großer Diktaturen im 20. Jahrhundert, Medienoperationen, Sicherheitsdiensten und so weiter nicht glauben werden.

Zwischenstation

Die Europäische Union ist nur eine Komponente in einem viel größeren Prozeß der globalen Integration. In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg bauten die europäischen Eliten systematisch ihre Kolonialreiche ab und förderten die Einwanderung von Drittweltpopulationen ins europäische Mutterland.

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