As der Schwerter

29. Dezember 2013

Der Preis der Paranoia: Snowden, Orwell und die unaussprechbaren Ursprünge des Überwachungsstaates

Malcolm Rifkind

Überwacht die Mehrheit: Sir Malcolm Rifkind, KCMG, QC, MP

Von Tobias Langdon, übersetzt von Deep Roots. Das Original The Price of Paranoia: Snowden, Orwell and the Unspeakable Origins of the Surveillance State erschien am 2. Oktober 2013 im Occidental Observer. (Anm. d. Ü.: Ich ersuche die „übliche Kundschaft“ gleich vorweg um Nachsicht dafür, daß Tobias Langdon als in dieser Hinsicht nicht so sensibler Brite den Ausdruck „Ostdeutschland“ für die ehemalige DDR verwendet hat.)

*    *    *

Alan Rusbridger ist der Chefredakteur des Guardian, Britanniens größter liberaler Zeitung. Wie viele Liberale ist er ein gutes Beispiel für den Riesenunterschied zwischen Intelligenz und Weisheit. Hier redet er über Edward Snowden und die National Security Agency. Rusbridger sagte, daß die NSA-Geschichten „eindeutig“ keine Geschichte über Totalitarismus seien, sondern daß eine Infrastruktur geschaffen worden sei, die gefährlich sein könnte, falls sie in die falschen Hände fiele:

„Obama ist ein netter Kerl. David Cameron ist ein netter Sozialdemokrat. Etwa drei Stunden von London entfernt, in Griechenland, gibt es ein paar sehr widerliche politische Parteien. Was es gibt, ist die Infrastruktur zur totalen Überwachung. Alle Präzedenzfälle in der Geschichte sind unglücklich“, sagte Rusbridger vor der Advertising Week Conference. (NSA surveillance goes beyond Orwell’s imagination, The Guardian, 23 . September 2013)

Warum ist Obama ein „netter Kerl“? Nun, er hat dunkle Haut, und er redet viel über Gerechtigkeit und Gleichheit. Daher ist es egal, daß er in Wirklichkeit ein böswilliger Affirmative-Action-Narzißt ist, der das weiße Amerika hasst und fleißig daran arbeitet, es in Zusammenarbeit mit den Republikanern und den Mainstream-Medien zu zerstören. Nach Obama erwähnt Rusbridger David Cameron, den Führer der Konservativen Partei. Und ja, er erkennt richtigerweise, daß Cameron ein „Sozialdemokrat“ ist statt ein Konservativer. Aber er geht wieder in die Irre, wenn er über Griechenland und die „Präzedenzfälle” der Geschichte redet.

Die „widerliche politische Partei“ in Griechenland ist die Goldene Morgenröte, die Griechenland für die einheimischen Griechen führen will statt für ausländische Banker und Einwanderer aus der Dritten Welt. Die Goldene Morgenröte verwendet eine hakenkreuzähnliche Fahne, und sie sind Bewunderer von Adolf Hitler. Rusbridger denkt, daß sie deshalb scharf darauf sind, eine „totale Überwachung” des griechischen Volkes zu betreiben. Er irrt sich. Wenn er sich tatsächlich in Geschichte auskennen würde statt im liberalen Dogma, dann wüßte er, daß Nazideutschland weit weniger ein Polizeistaat war als das kommunistische Ostdeutschland. Und ihr braucht nicht bloß mir zu glauben:

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16. Oktober 2013

Verbales Gift: Biologische Parallelen für westliche Pathologien

Mauerwespe mit Raupe

Von Tobias Langdon, übersetzt von Deep Roots. Das Original Verbal Venom: Biological Parallels for Western Pathologies erschien am 15. Oktober 2013 im Occidental Observer.

Gestochen, um zu sterben

Hier ist ein kurzes und sehr altes Wort: Wespe. Hier ist ein langes und sehr neues Wort: Neuroparasitologie. Trotz ihrer Unterschiede passen die beiden Wörter sehr gut zueinander. Neuroparasitologie ist das Studium dessen, wie Parasiten die Gehirne ihrer Wirte manipulieren. Parasitische Wespen sind Experten bei dieser Manipulation. Zum Beispiel spritzen manche mit ihren Stacheln lähmende Gifte und schaffen lebende Speisekammern für ihre Nachkommen. Mauerwespen legen Eier auf gelähmte Raupen und versiegeln sie dann in Brutkammern aus Schlamm. Die Raupen werden dann lebendig von den Larven gefressen, die aus den Eiern schlüpfen.

Parasitische Wespen führen diese selbstmörderische Passivität mit winzigen Einspritzungen von Neurotoxin herbei, weil winzige Mengen von Chemikalien riesige Auswirkungen auf Nervensysteme haben können. Die Art, wie eine Raupe sich lebendig auffressen läßt, ist sowohl grotesk als auch faszinierend, aber andererseits ist Parasitismus einer der interessantesten Aspekte der Biologie. Wie Raubtiere haben sich Parasiten im Tierreich wieder und wieder spontan entwickelt. Es gibt parasitische Säugetiere, Vögel, Fische, Insekten und mehr. Man denke an Vampirfledermäuse, Kuckucke, Neunaugen, Moskitos und so weiter.

Jede Parasitenspezies nützt irgendeinen bestimmten Aspekt der Biologie ihres Wirtes aus. Wespen spritzen Toxine ein, die Nerven lähmen; Kuckucke legen Eier, die Augen und Hirne täuschen. Aber dies erweckt eine gefährliche Idee über Homo sapiens. Es ist aus der Biologie klar, daß räuberische Lebensweise und Parasitismus sich unter Tieren schnell und leicht entwickeln. Alle Vögel haben einen gemeinsamen Vorfahren, aber manche Vögel, wie Adler und Würger, machen jetzt Jagd auf ihre Verwandten, während andere, wie Kuckucke und Skuas [Raubmöwen] jetzt an ihren Verwandten parasitieren. Warum also können sich räuberische Lebensweise und Parasitismus nicht auch unter jenen Tieren entwickelt haben, die als menschliche Wesen bekannt sind? Warum kann es nicht räuberische oder parasitische Ideologien, Berufe und sogar Rassen geben?

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10. Dezember 2012

Identität

Von Sternbald

Vorbemerkung

Mein Essay zu einer möglichen Befreiung aus der Sklaverei bzw. einer Selbstheilung unserer durch geistige und körperliche Vergewaltigung bewirkten seelischen Verformung hat im Kommentarbereich eine grundsätzliche Diskussion über die Identitätsfrage entfacht. Dabei wurde auf der einen Seite geäußert, Identität sei das Ergebnis eines geistigen Prozesses, und auf der anderen, sie sei vor allem durch die Abstammung gegeben.

Vor allem Vertreter der ersten Position führten als Argument gegen ihre Gegner an, das Phänomen der Identität könne gar nicht ohne ein intensives philosophisches Quellenstudium verstanden werden. Teilweise klang es sogar so, als könne man sich seiner eigenen Identität gar nicht ohne dieses geistige Rüstzeug bewusst werden (und dies bezog sich insbesondere auf uns Deutsche).

Zweifelsohne finden sich wertvolle Gedanken zum Thema Identität in der gesamten Geschichte der abendländischen Philosophie. Trotzdem möchte ich mich gleich von der These distanzieren, deren Kenntnis sei unabdinglich, um ein grundlegendes Verständnis der Frage zu entwickeln.  Dies würde ja bedeuten, dass die überwältigende Mehrheit der Deutschen (bzw. der Menschen weltweit) praktisch identitätslos ist, oder dass sie über ihre wirkliche Identität selbst nicht bescheid wissen (kann). Sodann würde aus diesem Essay mindestens ein dickes Buch werden, wenn ich alle diesbezüglich relevanten philosophischen Werke berücksichtigen wollte. Darüber hinaus glaube ich, dass die Identitätsfrage auch für Menschen interessant und relevant ist, die nicht gewillt oder in der Lage sind, sich im Vorlauf zu Gelehrten auszubilden. Ich wage also den Versuch, mich vorrangig meines eigenen Verstandes zu bedienen und nur Positionen zu berücksichtigen, die in dem genannten Artikel von Kommentatoren vertreten wurden. Weiterhin fordere ich unsere Kommentatoren dazu auf, die Gedanken von Dritten allgemeinverständlich zusammenzufassen, wenn sie davon überzeugt sind, dass diese essentiell für das Verständnis der hier erörterten Frage sind. Also: „In einfachen Worten sagt Kant, dass…“ anstatt „um das zu verstehen, muss man erst einmal die gesammelten Werke Kants gelesen haben“.

Hauptteil

Was bedeutet überhaupt das Wort „Identität“? In etwa bedeutet es, zu wissen, wer und was man ist.  Das liegt größtenteils auf der Hand, ist aber dann auch wieder gar nicht so einfach, weil es eine Vielzahl an Kriterien gibt, die man hier anführen könnte.

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5. November 2012

Die Kultur der Kritik (3) – Juden und die Linke

Das ganze Buch als pdf

Von Prof. Kevin MacDonald, übersetzt von Deep Roots. Das Original „The Culture of Critique“ erschien 1998 bei Praeger Publishers und die mir vorliegende Paperback-Ausgabe 2002 bei 1st Books Library (ISBN 0-7596-7222-9). Ich erhebe keinen Anspruch auf eine wie auch immer geartete Vergütung für die Verwendung dieser Übersetzung durch den Verfasser, Professor Kevin MacDonald, für eine Veröffentlichung in Buchform oder in irgendeiner sonstigen Weise.

(I will not claim any reward whatsoever from the author, Professor Kevin MacDonald, should he publish this translation in printed or any other form)

Zuvor veröffentlicht:

Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald
Die Kultur der Kritik: Vorwort von Professor Kevin MacDonald zur ersten Paperback-Ausgabe
Die Kultur der Kritik (1) – Juden und die radikale Kritik an der nichtjüdischen Kultur: Einführung und Theorie:
Die Kultur der Kritik (2) – Die Boas’sche Schule der Anthropologie und der Niedergang des Darwinismus in den Sozialwissenschaften

Juden und die Linke

Ich konnte nie verstehen, was das Judentum mit dem Marxismus zu tun hatte, und warum die Infragestellung des Letzteren gleichbedeutend damit sei, illoyal gegenüber dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs zu sein. (Ralph de Toledano [1996, S. 50] in Diskussion seiner Erfahrungen mit osteuropäischen jüdischen Intellektuellen)

Der Sozialismus war für viele eingewanderte Juden nicht bloß Politik oder eine Idee, er war eine umfassende Kultur, ein Stil der Wahrnehmung und des Urteilens, durch den sie ihr Leben zu strukturieren hatten. (Irving Howe 1982, S. 9)

Die Verbindung zwischen Juden und der politischen Linken ist ab dem neunzehnten Jahrhundert weithin bemerkt und kommentiert worden. „Was immer ihre Situation sein mag… in fast jedem Land, über das wir Informationen haben, spielte ein Segment der jüdischen Gemeinschaft eine sehr entscheidende Rolle in den Bewegungen, die dazu bestimmt waren, die existierende Ordnung zu untergraben“ (Rothman & Lichter 1982, S. 110).

Zumindest oberflächlich betrachtet kann die jüdische Beteiligung an radikalen politischen Aktivitäten überraschend erscheinen. Der Marxismus, zumindest wie von Marx vorgestellt, ist das genaue Gegenteil des Judaismus. Der Marxismus ist ein Musterbeispiel einer universalistischen Ideologie, in der ethnische und nationalistische Barrieren innerhalb der Gesellschaft, ja sogar zwischen Gesellschaften im Interesse der gesellschaftlichen Harmonie und eines Gefühls gemeinsamen Interesses schlußendlich beseitigt werden. Zudem ist Marx selbst, obwohl von zwei ethnisch jüdischen Eltern geboren, von vielen als Antisemit gesehen worden.71 Seine Kritik am Judentum (Zur Judenfrage [Marx 1843/1975]) konzipierte das Judentum als grundsätzlich mit egoistischem Streben nach Geld befaßt; es hatte die Weltherrschaft erlangt, indem es sowohl den Menschen als auch die Natur zu verkäuflichen Objekten gemacht hatte. Marx sah das Judentum als abstraktes Prinzip menschlicher Habgier, das in der kommunistischen Gesellschaft der Zukunft ein Ende finden würde. Jedoch argumentierte Marx gegen die Idee, daß Juden ihr Judesein aufgeben müßten, um deutsche Bürger zu sein, und er stellte sich vor, daß der Judaismus, befreit vom Prinzip der Habgier, in der umgeformten Gesellschaft nach der Revolution zu existieren aufhören würde (Katz 1986, S. 113).

Was immer Marx’ Ansichten zu dem Thema waren, eine entscheidende Frage wird im Nachfolgenden sein, ob die Akzeptanz radikaler universalistischer Ideologien und die Teilnahme an radikalen, universalistischen Bewegungen mit der Identifikation als Jude vereinbar sind. Entfernt einen die Annahme einer solchen Ideologie im Grunde aus der jüdischen Gemeinschaft und ihrem traditionellen Bekenntnis zu Separatismus und jüdischem Volkstum? Oder, um diese Frage im Sinne meiner Sichtweise umzuformulieren, könnte das Verfechten radikaler, universalistischer Ideologien und Handlungen mit der fortgesetzten Teilnahme am Judaismus als gruppenevolutionärer Strategie vereinbar sein?

Man beachte, daß diese Frage sich von der Frage unterscheidet, ob Juden als Gruppe zutreffend als Befürworter radikaler politischer Lösungen für nichtjüdische Gesellschaften beschrieben werden können. Es wird nicht behauptet, daß der Judaismus eine einheitliche Bewegung darstellt oder daß alle Segmente der jüdischen Gemeinschaft dieselben Überzeugungen oder Einstellungen gegenüber der nichtjüdischen Gemeinschaft haben (siehe Kap. 1). Juden können ein vorherrschendes oder notwendiges Element in radikalen politischen Bewegungen ausmachen, und Identifikation als Jude kann sehr gut mit der Beteiligung an radikalen politischen Bewegungen vereinbar sein oder diese sogar begünstigen, ohne daß die meisten Juden an diesen Bewegungen beteiligt sind und selbst wenn Juden innerhalb der Bewegung eine zahlenmäßige Minderheit sind.

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6. Dezember 2011

Die Dysgenik eines kommunistischen Massenmord-Feldes: Das kroatische Bleiburg

Von Tom Sunic, übersetzt von Jörn Uhl. Das Original Dysgenics of a Communist Killing Field: The Croatian Bleiburg erschien am 15. März 2009 im Occidental Observer.

Bei der Erforschung des kommunistischen Terrors kamen unterschiedliche Methoden verschiedener Gebiete zur Anwendung, und sie reichen von politikwissenschaftlichen Gebieten bis hin zur internationalen Justiz. Eine beeindruckende Anzahl von Büchern über kommunistische Verbrechen hat es den Beobachtern ermöglicht, dieses singuläre Phänomen des zwanzigsten Jahrhunderts zu erfassen, was unweigerlich einen enormen und emotionalen Aufschrei hervorruft, gefolgt von einem dauernden Schachern um die Zahl der Ermordeten. Ob es sich nun um das ehemals kommunistische Kambodscha oder das früher kommunistische Polen handelt – in den Köpfen vieler ehedem kommunistischer Länder ist der Kommunismus ein Synonym für ein unmenschliches politisches System.

Dem Zusammenbruch des Kommunismus als ideologisches und politisch-rechtliches System zum Trotz sind die kommunistischen Ideen des Egalitarismus und des permanenten ökonomischen Fortschritt immer noch wirksam, wenn auch in anderen Formen und unter anderen Namen, und das sogar bei Personen, die sich als Antikommunisten bezeichnen. Vielleicht liegt der Grund dafür in der Tatsache, daß die Ideen der Gleichheit, des Internationalismus (‚Globalismus‘) und ökonomischen Wachstums im Rahmen des liberalen, kapitalistischen Westens einfacher erreichbar sind, oder wenigstens zu sein scheinen, als in den früheren ‚real-sozialistischen‘ Ländern im Osten.

Wenig Arbeit wurde bisher aufgewendet, um das kommunistische System im Rahmen der modernen Genetik zu analysieren. Wie weiter unten besprochen wird, richtete sich der kommunistische Terror in überproportionalem Maße gegen die oberen Klassen. Aus genetischer Perspektive betrachtet legt dies nahe, daß dysgenische Effekte auf den Genpool der Opferbevölkerung die Folge waren – d.h., durch Beseitigung der oberen Klassen gäbe es eine allgemeine Herabsetzung der genetischen Qualität der Bevölkerung.

Richard Lynn und Tatu Vanhanen zufolge reicht der durchschnittliche IQ bei den europäischen Ländern von 90 bis 100. Nach ihren Feststellungen beträgt der kroatische Durchschnitts-IQ dürftige 90. Warum solch ein bescheidener IQ bei den Kroaten?

Neben einer eventuellen IQ-Herabsetzung könnte man auch die Frage stellen: Hat der Kommunismus in der früheren Sowjetunion, oder auch im früheren kommunistischen Jugoslawien eine Unterschicht von Menschen hervorgebracht, die für den Kommunismus prädisponiert sind? Hat der Kommunismus Leute hervorkommen lassen, die sich einfügen und sich wohlfühlen in einem hauptsächlich bürokratischen Regime mit wenig Spielraum für die persönliche Freiheit?

Im Grunde existiert schon eine gute Beschreibung des Lebensstils im Kommunismus, die von dem ehemaligen russischen Dissidenten und Schriftsteller Alexander Zinoviev stammt, in seinem Werk Homo Sovieticus (1982). Zinoview führte den Begriff homo sovieticus in die kommunistische Pathologie ein, wenn auch als eher literarische Metapher statt als Begriff für eine spezifische, anthropologische Art. Aus soziobiologischer Perspektive betrachtet ist Zinovievs homo sovieticus nicht nur eine literarische Figur, die eine bestimmte Lebensweise reflektiert noch eine Allegorie für kommunistisch geformte Massen in der früheren Sowjetunion oder Jugoslawien. Es ist eine spezifische, biologische Subkreatur der modernen Massendemokratien.

Zinoview war sich der Tatsache deutlich bewußt, daß der Kommunismus unmittelbar an die niedrigsten Instinkte des Menschen appelliert, und daß deshalb der Kommunismus das ideale System für die Massengesellschaft der Zukunft ist, die sich mit schwindenden Ressourcen konfrontiert sieht. Im Gegensatz zum unsteten System des freien Marktes stellt der Kommunismus dem Arbeiter ein vollständiges Gefühl der psychologischen Sicherheit und ökonomischen Vorhersehbarkeit zur Verfügung, wie dürftig die tatsächlichen Arbeits- und Lebensbedingungen auch immer sein mögen. Nur durch das Dechiffrieren einer derart kommunistisch geformten Geisteshaltung können westliche Beobachter die seltsamen Gefühle einer „Jugo-Nostalgie“ verstehen, oder wohlwollende Erinnerungen an Stalin im post-kommunistischen Osten Europas – sogar bei früheren Opfern des Kommunismus und trotz dem schrecklichen Vermächtnis von Gulag und Kolyma. Das Motto des kommunistischen Arbeiters – so oft von Zinoviev analysiert – faßt es am besten zusammen: „Niemand kann mir so wenig bezahlen, wie ich arbeite.“

Der Aristokrazid von Bleiburg und andere kommunistische Massenmord-Felder

Das kroatische Bleiburg (siehe auch hier und hier) ist der Name eines Massenmord-Feldes im südlichen Österreich. Mitte Mai 1945 ergaben sich hunderttausende flüchtende volksdeutsche und kroatische Zivilisten und Soldaten den Briten – nur um kurzerhand den vorrückenden und siegreichen kommunistischen, jugoslawischen Truppen ausgeliefert zu werden. In der Folge wurde der Begriff ‚Bleiburg‘ zu der Metapher für den kroatischen Holocaust und wird im heutigen Kroatien weithin von jenen verwendet, die unter der kommunistischen Herrschaft gelitten haben, noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg. Im kollektiven Gedächtnis der Kroaten bedeutet das Wort ‚Bleiburg‘ die totale biologische Katastrophe, deren historische, psychologische und anthropologische (und auch kraniometrische?) Konsequenzen noch evaluiert werden müssen. Das Wort Bleiburg bedeutet für die Kroaten das, was Katyn für die Polen bedeutet, oder Auschwitz für die Juden. Auch wenn die wahre Zahl der Opfer von Bleiburg Gegenstand emotionaler Debatten bleibt, so bleibt eines sicher: Bleiburg bedeutete die gewaltsame Auslöschung der kroatischen Mittelklasse im Jahre 1945.

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31. Juli 2011

Was ist Kulturmarxismus?

Einleitung

Mit Erstaunen habe ich festgestellt, dass es in der deutschen Sektion von Wikipedia keinen Artikel über Kulturmarxismus gibt. Es gibt zwar mittlerweile einen Eintrag zu “cultural marxism” – wobei mir schleierhaft ist, warum man das nicht übersetzt – der aber wahrhaftig nicht sehr aufschlussreich und darüberhinaus auch zur Löschung vorgeschlagen ist.

Der Begriff wird häufig von dem norwegischen Autor Fjordman benutzt, über den kurz nach dem entsetzlichen Verbrechen in seinem Heimatland das bösartige Gerücht kursierte, er sei der Täter – eine vollkommen abwegige Vorstellung, wenn man Fjordmans Werk kennt. Ich habe seine Darstellung der Dinge nicht gebraucht, um zu wissen, dass diese Anschuldigung Unsinn ist.

Es ist zwar richtig, dass Breivik offenbar Fjordmans Werk schätzte, ihn neben vielen anderen Autoren zitierte und sehr wahrscheinlich auch das Wort Kulturmarxismus von ihm übernommen hat. Auch ich schätze Fjordmans Werk, und soweit man das aus Schriften überhaupt entnehmen kann – und ich bin mit den seinen sehr gut vertraut – schätze ich auch seine Person als sehr sachlich, besonnen, intelligent und glasklar analysierend sowie ungeheuer belesen auf den verschiedensten Gebieten.

Breiviks Manifest habe ich nicht gelesen und ich habe das auch nicht vor. Was ich darüber gelesen hat, lässt mich vermuten, dass es einerseits Dinge enthält, die mir schon längst bekannt sind, und andereseits Dinge, die mich nicht im geringsten interessieren (sein Privatleben und wie man Attentate vorbereitet beispielsweise). Zu leugnen, dass sich seine politischen Ansichten zwar nicht vollkommen, aber doch in vielen Teilen offenbar mit den meinen und denen, die in diesem Blog vertreten werden, überschneiden, wäre lächerlich. Das ist nunmal so und wir sind keine Lügner.

Es ist mir jedoch absolut unmöglich, zu verstehen, wie ein Mensch – und gerade ausgerechnet ein Mensch mit den Ansichten, die wir mit ihm teilen – dazu kommen kann, ein solch fürchterliches Massaker anzurichten. Für mich ist die Grundhaltung, die dahinter steht, genau das, was ich von unseren Feinden fürchte, was sie oft und natürlich in viel größerem Ausmaß gezeigt haben (Zigmillionen Kommunismus-Tote), und daher ist der verzweifelte Versuch genau solche Verbrechen in der Zukunft zu vermeiden, unter anderem das, was mich  antreibt, zu schreiben und zu warnen.

Man könnte kurz und knapp sagen, Kulturmarxismus ist dasselbe wie politische Korrektheit, und es damit bewenden lassen.

Ich möchte aber im folgenden versuchen zu erkläeren, warum “Kulturmarxismus” ein viel treffenderes Wort für dieses Phänomen ist als “politische Korrektheit”, und warum dieses Phänomen sehr wohl Ausdruck marxistischer Ideologie ist. Unser von politischer Korrektheit geprägtes Gesellschaftssystem zeigt jetzt schon stark totalitäre Züge, die von Jahr zu Jahr ausgeprägter werden, bis wir eines Morgens aufwachen und erschreckt feststellen werden, dass wir in einer vollausgereiften marxististischen Tyrannei stecken, die mindestens so unfrei und totalitär wie die Sowjetunion und genauso marxistisch geprägt wie diese ist. (more…)

6. März 2011

Ein paar grundsätzliche Gedanken…

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von Deep Roots

Nachdem Alex Kurtagic mich nicht interviewt hat und das wohl auch in Zukunft nicht tun wird, bleibt es mir überlassen, im Anschluß an die drei Interviews meine politische Ausrichtung darzulegen sowie meine Vorstellungen hinsichtlich dessen, was ich mit der Bloggerei zu erreichen hoffe und worauf ich mit den Artikeln zu Kultur und Rasse hinauswill.

Mir wäre daran gelegen, Metapolitik zu betreiben (wie Greg Johnson das nennt); über die Ursachen der gegenwärtigen Misere und den Entwicklungsweg dorthin aufzuklären bzw. öffentlich darüber nachzudenken; zur Bildung lokaler Gemeinschaften als Überlebensnetzwerke für schlechte Zeiten anzuregen; praktische Tips für schlechte Zeiten zu geben bzw. die Leser dazu anzuregen, im Kommentarbereich aus ihrer eigenen Kenntnis und Erfahrung dazu beizutragen.

Zu meiner politischen Ausrichtung:

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3. März 2011

Interview mit Tomislav Sunić

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Von Alex Kurtagić, übersetzt von Deep Roots.

Das Original “Interview with Tomislav Sunić”  erschien am 10. November 2010 bei Counter-Currents Publishing.

Tomislav (Tom) Sunić ist ein ehemaliger US-Professor, Autor, Übersetzer und ehemaliger kroatischer Diplomat. Er absolvierte sein Grundstudium in Literatur und Sprachen in Europa. Er erhielt seinen Doktorgrad in Politikwissenschaften an der University of California. Dr. Sunić hat Bücher und Artikel auf Französisch, Deutsch, Englisch und Kroatisch über Themen veröffentlicht wie Kulturpessimismus, die Psychologie des Kommunismus und Liberalismus und den Gebrauch und Mißbrauch moderner Sprachen im modernen politischen Diskurs. Das vorliegende Interview erforscht ein wenig den Mann hinter den Ideen; wir erfahren ein paar Dinge, die Dr. Sunić nie zuvor über seine Vergangenheit und Persönlichkeit erzählt hat. Natürlich erzählt uns Dr. Sunić etwas über sein neues, auf Französisch erschienenes Buch, über seine frühen Jahre im kommunistischen Jugoslawien, über die Kunst des Übersetzens und mehr.

A. K.: Wie unterscheidet sich das Jugoslawien der 1950er und 1960er – nicht aus sozio-politischer Perspektive, sondern aus der des gewöhnlichen Mannes auf der Straße – vom Kroatien des Jahres 2010?

T. S.: Die jugoslawischen Zeiten waren weniger überfüllt, obwohl der jugoslawische Raum verdichteter und trostloser war – buchstäblich – eine Schwarzweiß-Welt. Vulgär und erzieherisch waren der tägliche Diskurs und die kommunistischen Insignien um einen herum. Im Gegensatz dazu ist der Fluß der Zeit in Kroatien, trotz der heutigen Aura der Dekadenz, besonders soweit es die hereinkommende liberale Moral betrifft, weit aufgelöster. Die Zeit verfliegt jetzt schneller. Die Leute beginnen, die liberale Moral der künstlichen merkantilen Höflichkeit zu erlernen – mit ihrem offensichtlichen Nachteil des Verlustes an Identität.

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12. Februar 2011

Der heimliche Genozid, Teil 3

Druckversion Teil 1-3

Von Sarah Maid of Albion, übersetzt von Deep Roots.

Das Original “Genocide by stealth – Part 3” erschien am 9. Januar 2011 in Sarahs Blog.

(Zuvor erschienen: Teil 1 und Teil 2)

In den ersten beiden Teilen meines Essays habe ich mich daran gemacht zu beweisen, daß im Laufe des letzten halben Jahrhunderts oder mehr Handlungen gegen die weiße europäische Rasse begangen worden sind, auf die mindestens zwei der Definitionen des Genozids zutreffen, die im Artikel 2 der UN-Konvention zur Verhinderung und Bestrafung des Verbrechens des Genozids zutreffen.

Es sind Maßnahmen eingeführt worden, die dazu vorgesehen sind, Geburten unter weißen Europäern zu verhindern und die die Abtreibung oder verhinderte Geburt von allermindestens zigtausenden weißer Kinder zur Folge gehabt haben. Über die gesamte westliche Welt zusammengerechnet liegt die Zahl der potentiellen Geburten unserer ethnischen Gruppe, die entweder durch chemische Mittel oder aktiven physischen Eingriff verhindert worden sind, bei hunderten Millionen.

Währenddessen sind uns Lebensbedingungen auferlegt worden, die bereits zu unserer mindestens teilweisen Vernichtung führen.

Daß diese Akte begangen wurden, daß sie vorsätzlich waren und die Ergebnisse zur Folge haben, die ich in Teil 1 und 2 beschrieb, ist offensichtlich wahr. Weiters steht es ebenfalls außer Frage, daß die Kombination dieser Akte, Maßnahmen und Politik uns nahe an einen Wendepunkt gebracht haben, jenseits dessen wir uns als Volk nicht mehr erholen können. Sie haben das bewirkt.

Es kann auch nicht verleugnet werden, daß wir eingeborenen Europäer, obwohl wir als Volk uns schon Kriegen, Hungersnöten, Pest und Katastrophen gegenübergesehen haben, unserer eigenen Auslöschung nie zuvor so nahe gekommen sind.

Was jedoch als Frage offen bleibt, ist, warum dies geschieht, wer es tut und was man damit tatsächlich zu erreichen strebt.

Bis jetzt habe ich Ihnen Fakten vorgelegt; beim Versuch, aus diesen Fakten schlau zu werden, kann ich Ihnen jedoch nur meine eigene Ansicht – oder meine Analyse, falls Sie das vorziehen – darüber geben, was geschehen ist und warum.

Zur Frage: „Gibt es eine Verschwörung zur Vernichtung der weißen Rasse?“ muß ich sagen, daß die Antwort meiner Ansicht nach beträchtlich komplizierter ist, als manche meiner Weggefährten glauben möchten. Womit wir es zu tun haben, ist keine einzige böswillige Verschwörung, sondern eine vielköpfige Hydra aus allen möglichen Zielen, Ambitionen, Hassgefühlen und Ideologien, alle in unterschiedlichem Ausmaß böswillig, die sich an den Rockschößen einer historischen Verschwörung vereinigt haben, um uns zu einer Zeit anzugreifen, in der wir am wenigsten in der Lage sind, uns zu verteidigen.

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4. Februar 2011

Kevin Alfred Strom: Mein politischer Bildungsweg

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Kevin Alfred Strom 1956

Von Kevin Alfred Strom, übersetzt von Deep Roots.

Das Original “My Political Education” erschien am 23. Oktober 2008 in Kevin A. Stroms Essays.

(ursprünglich Radiosendung von American Dissident Voices vom 19. Juni 1993)

ICH ZEICHNE diese Sendung in der Woche vor dem Vatertag auf, und dieses Jahr bin ich zum ersten Mal Vater. Meinen kleinen Jungen zu betrachten und meiner Frau dabei zu helfen, für ihn zu sorgen, hat mich dazu gebracht, daß ich reichlich über mein eigenes Leben nachgedacht habe, über die Welt, in der ich aufwuchs, über die Lektionen, die ich lernte, und über die Welt, die mein Sohn erben wird. Ich werde Ihnen ein wenig über mich selbst erzählen und darüber, wie ich zu den Schlußfolgerungen und der Weltsicht gelangt bin, die ich Ihnen gegenüber jede Woche auf diesem Sender zum Ausdruck bringe.

Ich wurde an einem Sommermorgen des Jahres 1956 in Anchorage, dem Territorium Alaska geboren [Anm. d. Ü.: Alaska war damals noch ein bloßes Überseeterritorium der USA und wurde erst 1959 zum 49. Bundesstaat]. Meine Eltern waren etwa fünf Jahre zuvor nach Alaska gezogen, kurz nachdem sie geheiratet hatten, da mein Vater, ein Master Sergeant der Air Force, dorthin versetzt worden war. Ich war das erste Kind meiner Eltern.

Sowohl mein Vater als auch meine Mutter waren norwegischer Abstammung, fleißige Bauernkinder aus Minnesota, die während der Depression geboren worden waren. Sie waren nur drei Generationen von ihren eingewanderten Vorfahren entfernt. Der Vater meines Vaters, Alfred Strom, hatte Anfang dieses Jahrhunderts selber seine Heimstätte von mehreren hundert acres gerodet und mit seinen eigenen zwei Händen ein sehr solides zweigeschossiges Haus, eine große Scheune und zahlreiche Nebengebäude gebaut. Sie stehen noch immer und werden heute noch von der Familie genutzt.

In der Familie meiner Mutter war Norwegisch viele Jahre lang die einzige Sprache, die zu Hause gesprochen wurde. Meine Mutter begann erst Englisch zu sprechen, als sie im Alter von sechs Jahren zur Schule zu gehen begann.

In Alaska aufgewachsen, lernte ich seine wilde Schönheit zu lieben, sein endloses Zwielicht und sein titanisches Ausmaß. Ich entwickelte eine Wertschätzung für wilde Tiere, die sich heute in meinem Abscheu gegenüber jeder Mißhandlung oder unnötigen Tötung meiner Mitwesen auf Erden ausdrückt.

Meine Familie hielt enge Bande zu ihrer Verwandtschaft im nördlichen Minnesota aufrecht. Zu meinen glücklichsten Erinnerungen gehörten unsere monatelangen Besuche auf der Farm meiner Großeltern, wo das Bauernhaus aus den 1880ern in beherrschender Position auf einem der wenigen Hügel in diesem flachen Land der weiten Himmel stand. Es war in jenen Tagen auch ein großes Abenteuer, mit dem Auto von Alaska zu reisen, über den Yukon und durch das westliche Kanada auf tausenden Meilen kurviger Schotterstraßen einschließlich des Alcan Highway.

Mein Vater verließ schließlich die Luftwaffe und nahm eine Stelle beim Innenministerium der Vereinigten Staaten an. Nach mehreren Jahren wurde er auf einen Job in Washington D.C. befördert. Wir übersiedelten nach Alexandria, Virginia, einen Vorort von D.C.

Ich interessierte mich schon früh für Elektronik, angespornt durch einen Kontakt mit Kurzwellenradios im Alter von 11. Ich wurde mit 16 Jahren ein Amateurfunker. Dieses Interesse führte schließlich zu einer Karriere als Rundfunkingenieur, die ich immer noch parallel zu meiner patriotischen Arbeit verfolge.

Patriotische Gefühle

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15. Januar 2011

Die Bestie als Heiliger: Die Wahrheit über Martin Luther King

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Von Kevin Alfred Strom, übersetzt von Deep Roots.

Das Original The Beast as Saint: The Truth About Martin Luther King erschien am 21. Oktober 2008 in Kevin Alfred Stroms Essays.

(Text einer Rede von Kevin Alfred Strom im nationweiten Radioprogramm American Dissident Voices, 1994)

WENN DIE KOMMUNISTEN EIN LAND ÜBERNAHMEN, war eines der ersten Dinge, die sie taten, alle in Privatbesitz befindlichen Waffen zu beschlagnahmen, um dem Volk die Möglichkeit zum Widerstand gegen die Tyrannei zu nehmen. Aber noch heimtückischer als der Diebstahl der Waffen des Volkes war der Diebstahl ihrer Geschichte. Offizielle kommunistische „Historiker“ schrieben die Geschichte um, damit sie zur aktuellen Parteilinie paßte. In vielen Ländern wurden verehrte Nationalhelden aus den Geschichtsbüchern geschnitten, oder ihre wahren Taten wurden verzerrt, um zur kommunistischen Ideologie zu passen, und kommunistische Mörder und Verbrecher wurden in offizielle „Heilige“ umgewandelt. Feiertage wurden zu Ehren der Bestien eingeführt, die zahllose Nationen ermordeten. Wußten Sie, daß ziemlich derselbe Prozeß hier in Amerika stattgefunden hat?

Jeden Januar geraten die Medien in eine Art fast krampfhafter Ekstase der Verherrlichung des sogenannten „Reverend Doctor Martin Luther King, Jr.“ Zu Kings Ehren wurde sogar ein nationaler Feiertag eingeführt, eine Ehre, die keinem anderen Amerikaner gewährt wurde, nicht Washington, nicht Jefferson, nicht Lincoln. (Washington und Lincoln haben keine Feiertage mehr – sie teilen sich den generisch klingenden „President’s Day“). Ein liberaler Richter hat die FBI-Akten über King bis zum Jahr 2027 versiegelt. Was verbergen sie? Werfen wir einen Blick auf diesen Plastikgott moderner Zeiten.

1929 geboren, war King der Sohn eines schwarzen Predigers, den man damals nur als „Daddy King“ kannte. „Daddy King“ nannte seinen Sohn Michael. 1935 hatte „Daddy King“ eine Inspiration, sich nach dem protestantischen Reformer Martin Luther zu benennen. Er erklärte seiner Kirchengemeinde, daß sie ihn fürderhin als „Martin Luther King“ bezeichnen sollten, und seinen Sohn als „Martin Luther King, Jr.“ Keine dieser Namensänderungen wurde jemals gerichtlich legalisiert. Der wahre Name von „Daddy“ Kings Sohn ist bis zum heutigen Tag Michael King.

Kings dreiste Betrügereien

Wir lesen in Michael Hoffmans „Holiday for a Cheater“ („Feiertag für einen Betrüger“):

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23. August 2010

Shelby Steele: “White Guilt” – Teil 1

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Shelby Steele: White Guilt: How Blacks and Whites Together Destroyed the Promise of the Civil Rights Era

Ein Überblick von Kairos

Teil 1: Die Geschichte der weißen Schuld

Shelby Steele vergleicht die Lewinsky Affäre mit der (vermuteten) Angewohnheit Eisenhowers sporadisch das Wort „Nigger“ zu verwenden. Eisenhower hätte die Lewinsky-Affäre nicht überlebt, weil in den 50ern ein amerikanischer Präsident, was Sex angeht, eine weiße Weste haben musste. Clinton dagegen hätte es nicht überlebt, wenn er öffentlich das Wort „Nigger“ verwendet hätte. So habe die Rassenfrage die Sexualmoral als Anker der Legitimität abgelöst.

Was war passiert?

Nach der Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King gab es unter den organisierten Schwarzen eine Radikalisierung. Man wollte nicht mehr nach den Idealen Ghandis mit friedlichen Mitteln eine Aufhebung der Apartheit und Gleichstellung erreichen, sondern militant Rechte und Forderungen durchsetzen.

Steele glaubt nicht, dass die Demütigungen der „rassistisch Diskriminierten“ ursächlich für diese Wut und Militanz gewesen sein können, sondern macht die „weiße Schuld“, den Verlust der moralischen Autorität, mit welcher die „weißen“ amerikanischen Institutionen zu kämpfen hatten, verantwortlich.

Erst nach der rechtlichen Gleichstellung der Schwarzen seien die Rassenunruhen ausgebrochen, sie seien also keine Reaktion auf Unterdrückung gewesen, sondern auf ein Machtvakuum. Da lange die weiße Vorherrschaft die Schwarzen unter der Knute hielt, schluckten diese die Segregation und Apartheit, erst als das weiße Amerika die Zügel locker ließ, gingen die Pferde mit den Schwarzen durch.

Dabei bedienten sich die politisch radikalen Schwarzen eines marxistischen Tricks: Es ging nicht mehr um den alltäglich erfahrbaren Rassismus, der durch die Gleichstellungsgesetze ohnehin kriminalisiert und damit minimiert worden war, sondern um „strukturellen Rassismus“, also die Annahme, dass in den politischen und sozialen Strukturen der USA überall der Rassismus „drinstecke.“ So konnte jeder noch so kleine nach Rassismus riechende Akt unverhältnismäßige Reaktionen hervorrufen, war er doch ein Beweis dafür, dass das ganze System rassistisch war. Black power und white guilt seien insofern genau dasselbe.

Die Schwarzen seien über die Jahrzehnte so gut dabei gewesen, das moralische Vakuum, das die weiße Schuld hinterlasse, zu füllen, dass O.J. Simpson freikam, obwohl es empirische Beweise gab. Dabei könne man von Gleichstellung der Rassen nicht mehr sprechen, denn Simpson hatte ebenso eine „race card“, eine „Du-kommst-aus-dem-Gefängnis-weil-du-die-richtige-Hautfarbe-hast“ wie vormals Weiße, die Gewalttaten an Schwarzen verübten.

Je progressiver und liberaler sich amerikanische Institutionen gäben – je mehr weiße Schuld sie also verinnerlicht hätten – desto mehr fühlten sich die Schwarzen „rassistisch diskriminiert.“ Steele beschreibt wie Studenten die linksverseuchten Colleges als Ort des Rassismus wahrnehmen, auf ihren Ferienjobs, wo man sich wenig bis gar nicht um Gleichstellung kümmert, aber nicht das Gefühl haben, aufgrund ihrer Rasse benachteiligt zu werden.

Da wir mit unseren Bereichern genau das Gleiche erleben dürfen, will ich Steeles Erkenntnis noch einmal verallgemeinern:

Je mehr Gleichstellungsanstrengungen unternommen werden, desto größer wird die gefühlte Diskriminierung!

Das scheint mir beim Feminismus das Gleiche zu sein. Man hat das Gefühl, die Emanzen bekämen „den Hals nicht voll“, forderten immer mehr, obwohl sie eigentlich fast alle Ziele, die sie sich einst auf die Fahne schrieben, erreicht haben. Überträgt man Shelbys Analyse auf den Geschlechterkampf, so erkennt man, dass die Emanzen in dem Ausmaß neue und immer absurdere Forderungen stellen, wie die mittlerweile völlig gezähmte und gedemütigte Männerwelt weiter zurückrudert, um bloß nicht als „Chauvinisten“ zu gelten. Nur eine entschiedene „Maskulinismus“- Bewegung könnte ein Kräftegleichgewicht wiederherstellen und im Spiel der Kräfte könnte sich vielleicht echte Gleichberechtigung einstellen. Vielleicht. Wahrscheinlicher wäre in Deutschland die Etablierung eines männlichen Gleichstellungsbeauftragten neben der weiblichen in allen Einrichtungen des öffentlichen Dienstes. Aber ich schweife ab…

Dem Kommunismus reicht es im Übrigen auch nicht, dass die modernen Demokratien neun von zehn Forderungen des kommunistischen Manifests erfüllt haben und Arbeiter in den westlichen Staaten eine Sicherheit genießen, die sie nirgendwo sonst und niemals zuvor erleben durften (erst Recht nicht in den Staaten, in denen man kommunistische Experimente angestellt hat).

Zurück zu Steele: Die Schwarzenbewegung ging noch weiter: Weil es strukturelle Ungleichheit gebe, könne man den Schwarzen auch nicht die Verantwortung für ihr Weiterkommen überlassen. Stattdessen müssten die Institutionen für Gleichstellung sorgen.

So wurde eben das nicht erreicht, wovon Martin Luther King geträumt hatte (Untertitel des Buches: „Wie Schwarze und Weiße gemeinsam die Versprechen der Bürgerrechtsära zerstörten“). King und den anderen Bürgerrechtsbewegten war die Vision eines Amerika gemein, in dem die Qualifikation und nicht die Rasse entscheidendes Kriterium für das Weiterkommen war. Sie wollten Gleichstellung in dem Sinne, dass Schwarze gegenüber Weißen nicht mehr benachteiligt wären, die Rasse einfach keine Rolle mehr spiele.

Eine Bevorzugung von Schwarzen allerdings, wie sie im Anschluß an die Bürgerrechtsbewegung durch „schwarze Militanz“ und „weiße Schuld“ erreicht worden sei, verewige das Stigma der Unterlegenheit des Schwarzen – denn nicht er selbst, sondern die Institutionen der weißen Mehrheit würden ihm nun den Aufstieg ermöglichen. Ein Wettbewerb, bei dem die Rasse keine Rolle spiele, finde nicht statt, man habe einfach die „Rassenkarte“ umgedreht, so dass es kein Nachteil, sondern ein Vorteil sei, schwarz zu sein. Nach Steele könne man „black power“- bewegte Schwarze am besten damit zur Räson bringen, dass man sie fragt warum denn weiße Institutionen für das Fortkommen des schwarzen Mannes zu sorgen hätten und er das nicht selbst erledigen könne.

Auch hier drängt sich der Vergleich zu unseren Bereicherern und den Feminazis förmlich auf: Nicht nur, dass man immer weiter in die Lücke, die schwindende moralische Autorität hinterlässt, hineindrängt, man geht auch noch davon aus, dass die deutschen, bzw. männlich besetzten Institutionen dazu da seien, das eigene Fortkommen zu beschleunigen. Weil ja überall strukturelle Ungerechtigkeit herrscht, hat der Staat, will er nicht für diese Ungerechtigkeit verantwortlich gemacht werden und damit seine moralische Integrität verlieren, für einen „Ausgleich“ zu sorgen. Damit aber findet tatsächlich auch hier eine Verewigung des Stigmas der Unterlegenheit statt. „Migranten“, bzw. Frauen schaffen es wohl nicht aus eigener Kraft, sich gegen die Deutschen, bzw. Männer durchzusetzen (eine türkische Frau kann in Deutschland also sicher sein, dass Sie einen Job nicht wegen ihrer beruflichen Qualifikation erhält. Wenn sie dazu noch behindert ist, dann gibt es zur Einstellung noch eine Beförderung oben drauf!)

Dabei ist die Folgerung, der Staat müsse für einen Ausgleich der Ungerechtigkeit sorgen aus der Prämisse, die Ungleichheit sei strukturell, stecke also im Staatsapparat selbst, keineswegs logisch zwingend.

Nur ein Staat, der in irgendeiner Weise den „Schuldkomplex“ (hier also statt weißer eben deutsche oder männliche Schuld) als Basis seines gesellschaftspolitischen Handelns verinnerlicht hat, fühlt sich verantwortlich, die „strukturelle Ungleichheit“ durch Gleichstellungsbemühungen zu minimieren.

Dabei geht es in letzter Konsequenz eben nicht um Gleichstellung im Sinne von „gleiche Chancen für alle“ (der Staat setzt die Regeln fest, sorgt für eine freie Laufbahn und dafür, dass alle Teilnehmer von der gleichen Startlinie aus starten dürfen), sondern um Bevorzugung der „strukturell benachteiligten“ Minderheit (da diese eben nicht so schnell rennen kann wie die anderen).

Weshalb Gutmenschen Chancengleichheit unfair finden…

Einige sprechen ja, wenn sie von Gewalt gegen Weiße reden, von „umgedrehtem Rassismus.“ Ich schließe mich Fjordmans Beurteilung an, dass diese Sprechgewohnheit sehr schädlich ist, weil sie impliziert, der weiße Rassismus sei der „echte“, der „ursprüngliche“ Rassismus, der nur „umgekehrt“ würde (Fjordman schlägt „Kaukasophobie“ als besseres Wort für Weißenhass vor).

Bei der Etablierung von Bevorzugungen einer Minderheit, bei „positiver Diskriminierung“ allerdings kann man tatsächlich von „umgedrehtem Rassismus“ sprechen, weil die jeweilige Rasse, Klasse, Volks- oder Geschlechtsgemeinschaft eben nicht dadurch von ihren Fesseln befreit wird, dass die Sonderregeln, die in Bezug auf sie gelten, aufgehoben werden, sondern dadurch in den Fesseln der „rassistischen Diskriminierung“ gefangen bleibt, dass diese Sonderregeln sie nicht mehr benachteiligen, sondern bevorzugen. Das ist zwar subjektiv gesehen eine „Besserbehandlung“, objektiv gesehen aber immer noch eine Sonderbehandlung.

Die amerikanischen Schwarzen verpassten es, als die äußeren Bedingungen endlich freie Fahrt ins Land der Freiheit gewährten, die mit dieser Freiheit verbundene Verantwortlichkeit anzunehmen. Stattdessen ließen sie sich auf eine andere Art der Abhängigkeit ein, nicht mehr von weißer Überlegenheit, sondern von weißer Schuld. Steele macht die „Furcht vor der Freiheit“, die seine schwarzen Geschwister und auch ihn in der Jugendzeit befallen habe, dafür verantwortlich. Wer ein freier Mensch ist, muss auch die volle Verantwortung für sein Handeln und persönliches Weiterkommen übernehmen, bzw. nur wer die volle Verantwortung für sein Leben übernimmt, ist ein freier Mensch.

Die Angst vor der Freiheit ließ nach Steele den Schwarzen die Opferrolle so attraktiv erscheinen. Als Opfer war man zwar weiterhin abhängig von der Mehrheitsgesellschaft, aber dieser Status verschaffte dem Gruppennarzissmus der Schwarzen enormen Aufschwung. Steele beschreibt, wie er nach seinem persönlichen Erweckungserlebnis „black power“ auslebte, indem er einen eigentlich lukrativen Ferienjob kündigte. Nur nicht mehr Sklave des weißen Mannes sein! Nicht wie Onkel Tom hart arbeiten und auf die Güte des Herren hoffen. Sondern militant und unnachgiebig Forderungen an das „rassistische System“ stellen.

Steele ist der psychologische Mechanismus hinter dieser Denkfigur mittlerweile bewusst, vielen anderen nicht. Dabei gilt wieder, dass die Erkenntnisse, die für das schwarze Amerika aus Steeles Analyse folgen, problemlos auf andere Felder ausgedehnt werden können. Hat nicht der Feminismus die Frauen in eine ewige Opferrolle gedrängt, weil es ihm unmöglich ist zuzugeben, dass die meisten Frauen so wenig Interesse wie Talent für den männlichen Konkurrenzkampf haben? Versucht man nicht das, was man mit fairen Mitteln nicht erreichen kann, durch Quotenregelungen durchzusetzen? Ebenso die Moslems: Was sie am Besten können, ist leiden, ist Opfer sein. Selbst wenn sie unverhältnismäßig reagieren oder gar, wie in vielen Fällen, die eigentlichen Täter sind, jede Beleidigung, jedes getötete Mitglied der Umma, wird ausgenutzt, um das Gruppengefühl in noch höhere Sphären zu katapultieren. Und weil der Westen sich hat einreden lassen, dass er in der Verantwortung ist, reagieren wir darauf, als hätten die empfundenen Beleidigungen und Demütigungen angemessene reale Anlässe.

Dabei überschneidet sich Steeles Beschreibung der schwarzen Militanz in augenfälliger Weise mit Fjordmans Analyse der politischen Korrektheit. Beides sind Auswüchse eines „weichen“, kulturellen Marxismus, der die Grundpfeiler der westlichen Gesellschaften umstürzen will.

Es ist schon eine interessante Frage, ob die christliche Lehre der „Erbsünde“ nachhaltigen Effekt auf unsere westliche Psyche gehabt hat. Vielleicht ist das ja der Grund dafür, dass wir so anfällig für die verschiedenen Spielarten des „Schuldkomplexes“ sind.

Aber ich glaube das nicht. Zum einen hat sich in zweitausend Jahren Christentum tausendneunhundert Jahre lang niemand schuldig genug gefühlt, um in solch suizidaler Art und Weise entgegen seinen eigenen Interessen zu handeln, wie wir das gegenwärtig tun. Zum anderen kennt auch der Islam die Schuld (nur eben nicht die Freiheit, die ja nach christlichem Verständnis als positiver Nebeneffekt beim paradiesischen Apfelessen entstand), ebenso andere Religionen.

Stattdessen scheinen Schuldkomplex und Leugnung der persönlichen Verantwortlichkeit in irgendeiner Weise verknüpft zu sein.

Steele schreibt über die Erleichterung, die er als junger Mann empfand, als er merkte, dass er die Verantwortung für sein Leben nicht selbst schultern, sondern den weißen Institutionen übertragen konnte. Die marxistische These von der „strukturellen Ungerechtigkeit“ geht ja gerade davon aus, dass nicht freie Menschen handeln, sondern gesichtslose Phantome, blinde Strukturen am Werke sind.

Shelby Steele

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