As der Schwerter

6. Januar 2009

Vierzehn Jahrhunderte Krieg gegen die europäische Zivilisation

von Fjordman

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Veröffentlicht unter dem Titel “Fourteen Centuries of War Against European Civilization” am 30. 9. 2008 in: Gates of Vienna

Übersetzung aus dem Englischen von: BeforeDawn

Das folgende Essay ist ein Zusammenschnitt einiger früherer Online-Essays, unter anderen Who Are We, Who Are Our Enemies – The Cost of Historical Amnesia; Why We Should Oppose an Independent Kosovo; Refuting God´s Crucible und The Truth About Islam in Europe.

 “Der Djihad, der islamische sogenannte Heilige Krieg, ist mehr als 1300 Jahre lang in Europa, Asien, Afrika und im Nahen und Mittleren Osten Realität gewesen, aber dieses ist die erste Geschichte der Kriege der Muslime in Europa, die veröffentlicht wird. Hunderte von Büchern jedoch sind erschienen über das Gegenstück auf der christlichen Seite, die Kreuzzüge, mit denen der Djihad oft verglichen wird, obwohl sie weniger als zweihundert Jahre dauerten und nicht wie dieser universell geführt wurden, sondern im wesentlichen auf das Heilige Land beschränkt waren. Hinzu kommt, dass die Kreuzzüge seit 700 Jahren vorbei sind, während der Djihad immer noch andauert. Er ist das am wenigsten beachtete und beschriebene historische Großereignis, ja er ist weitgehend ignoriert worden. So räumt zum Beispiel die Encyclopedia Britannica den Kreuzzügen achtzig mal so viel Platz ein als dem Djihad.”

Dieses Zitat stammt aus dem Buch von Paul Fregosi Jihad in the West (1998). Fregosi musste damals feststellen, dass es schwierig war, einen Verleger für sein Buch über die Geschichte des islamischen Heiligen Krieges in Europa vom 7. bis zum 20. Jh. zu finden, da der Fall Salman Rushdie noch in frischer Erinnerung war.

 Einige Jahre später erschien The Legacy of Jihad von Andrew G. Bostom, das wohl bislang umfassendste und gelehrteste Buch zu diesem Thema. Er hat auch einen Aufsatz über, wie er es nennt, “Amerikas ersten Krieg gegen den Terror” geschrieben. Thomas Jefferson und John Adams, damals Amerikas Botschafter in Frankreich bzw. Großbritannien, trafen sich 1786 in London mit dem tripolitanischen Botschafter in Großbritannien Sidi Haji Abdul Rahman Adja. Diese späteren amerikanischen Präsidenten versuchten einen Friedensvertrag zu verhandeln, der den Vereinigten Staaten die Verheerungen der djihadistischen Piraterie ersparen sollten – die Versklavung und den Tod, die von den so genannten Barbareskenstaaten ausgingen, die den heutigen Ländern Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen entsprechen.

Bostom stellt fest, dass “ein aggressiver Djihad schon 200 Jahre, bevor sie die bestimmende internationale Macht im Nahen Osten wurden, gegen die Vereinigten Staaten geführt wurde.” Israel hat nichts damit zu tun. Die djihadistische Piraterie der Barbaresken hatte schon mit der frühen arabisch-islamischen Expansion im 7. und 8. Jahrhundert begonnen. Francisco Gabrieli stellt fest:

“Entsprechend dem gegenwärtigen Verständnis der internationalen Beziehungen sind die damaligen Geschehnisse als Piraterie zu bezeichnen, aber sie entsprechen auch gänzlich dem Konzept des Djihad als einer religiösen Pflicht. Die Eroberung Kretas im Osten sowie auch ein beträchtlicher Teil der Kriegführung der Korsaren entlang der Küsten Italiens und der Provence gehören zu den augenfälligsten Merkmalen solcher ´nicht-staatlichen Unternehmungen´, die zu der Dominanz der Araber im Mittelmeer beitrugen.”

Eine prototypische Razzia der muslimischen Seestreitkräfte ereignete sich im Jahre 846, als eine Flotte arabischer Djihadisten an der Mündung des Tibers erschien, bis nach Rom vordrang, die Stadt einnahm und aus der Peterskirche alles Gold und Silber wegschleppte, das sich dort befand. Dass der Vatikan mit einer Mauer umgeben und so zu einer “Stadt innerhalb der Stadt” wurde, war die Reaktion auf die beständige Drohung durch die islamischen Kriegszüge.

Bostom schreibt, dass “bis zum Juni/Juli 1815 die unter kompetenter Führung stehenden amerikanischen Seestreitkräfte ihren Kriegsgegnern von der Babareskenküste in einer raschen Folge eine Reihe von vernichtenden Niederlagen beigebracht hatten. Dieser Erfolg inspirierte dann die Mächte der Alten Welt, sich gegen die Piraten zu erheben.”

Heute scheinen einige Araber, wenn sie die Tributzahlungen der Jizya vom Westen fordern, sich nach den guten alten Tagen zurückzusehnen. Der Führer Libyens und Förderer des Terrorismus Muammar al-Gaddhafi hat bekannt gegeben, dass die europäischen Nationen 10 Milliarden Euro pro Jahr an Afrika zahlen sollen, als Unterstützung bei dem Versuch, die Migranten zu stoppen, die auf der Suche nach einem besseren Leben nordwärts nach Europa fluten. Er fügte kurz und bündig hinzu: “Die Erde gehört allen. Warum sie [die jungen Afrikaner] nach Europa auswandern – dies sollte von den Europäern beantwortet werden.” Abgesehen davon, dass dies ein klares Beispiel dafür ist, wie die Migration, oder richtiger, das Abladen überschüssiger Bevölkerung, im 21. Jahrhundert ein Werkzeug der Erpressung geworden ist, bedeutet dies eine Wiederkehr des Zeitalters, in dem Tripolis Tributzahlungen von Europa fordern konnte.

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15. November 2008

Westliche Überlebensstrategie

von Fjordman

Veröffentlicht unter dem Titel “Strategy of Western Survivalists”  in Gates of Vienna, 13. Juni 2008

http://gatesofvienna.blogspot.com/2008/06/strategy-of-western-survivalists.html

Übersetzung aus dem Englischen von: BeforeDawn

Zunächst ein Hinweis: Ich habe in dem dänischen Blog Snaphanen ein Essay über die indoeuropäischen Sprachen geschrieben. Ich habe auch eine fünfteilige Geschichte der Medizin begonnen; die ersten beiden Teile sind bereits in The Brussels Journal und in Atlas Shrugs veröffentlicht worden. Sodann habe ich vor einigen Monaten mit dem Essay “Zehn Gründe, sich der Europäischen Union zu entledigen angefangen”. Ich habe es nicht vergessen und werde es jetzt beenden: das irische EU-Votum ist ein passender Anlass dafür; Rückmeldungen zu meinen Überlegungen sind willkommen.

Kürzlich habe ich Die Schock-Strategie von Naomi Klein gelesen, das heißt, ich habe es versucht zu lesen. Nach ein paar Kapiteln habe ich es aufgegeben. Es steht da ein solcher Unsinn drin, dass man glaubt, es explodiert einem der Kopf. Zum Beispiel spricht Klein darüber, dass Tabula-Rasa-Ideologien gefährlich sind, und erwähnt en passant einige vom Sowjetregime begangene Verbrechen wie auch die Kritik, die dem Zusammenbruch des sowjetischen Kommunismus folgte. Dann fährt sie fort:

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22. Oktober 2008

Vorschläge für die Zukunft

von Fjordman

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Veröffentlicht in Gates of Vienna, 29. September 2008

Übersetzung: Deep Roots

Dieser Essay überlappt sich etwas mit dem Essay Recommendations for the West von 2006. Wie sollten wir auf die Bedrohungen antworten, denen sich unsere Zivilisation gegenübersieht? Zuallererst sollten gewöhnliche Bürger sich sofort bewaffnen, da sich Verbrechen und Gewalt schnell in der ganzen westlichen Welt ausbreiten. Zweitens müssen wir uns den Stolz auf unser Erbe wieder zurückholen, der uns in den letzten Generationen systematisch genommen worden ist, und das ordentliche Lehren desselben in unserem Schulsystem wiederherstellen. Wir sollten davon ausgehen, daß uns die Massenmedien und unsere Führer nicht die volle Wahrheit sagen über das Ausmaß und die Konsequenzen der moslemischen Einwanderung.

Man sagt uns, daß die stattfindende Masseneinwanderung aus fremden Kulturen „gut für die Wirtschaft“ ist. Dies ist nachweislich falsch und ähnelt der Technik der „Großen Lüge“, die von den Nazis angewandt wurde. Selbst wenn es wahr wäre, würde ich dieses Argument zurückweisen. Ich bin nicht gewillt, unsere Existenz als Volk und das mir von meinen Vorfahren anvertraute Erbe aufzugeben in der hypothetischen Hoffnung, daß mir das ein paar Schokoriegel oder elektronische Spielzeuge einbringt, von denen wir bereits eine Menge haben. Die Haltung, daß der Mensch homo economicus ist, der ökonomische Mensch, nicht mehr als die Summe seiner Funktionen als Arbeiter und Konsument, ist sowohl Linken als auch vielen Rechten weitgehend gemeinsam. Sie ist eine der zerstörerischsten Ideologien unserer Zeit und muß besiegt werden, solange von der europäischen Zivilisation noch etwas zum Bewahren übrig ist.

Ein „Anti-Jihadist“ in Skandinavien hat einmal gemeint, daß eine moslemische Mehrheit in Europa o. K. sei, solange diese Moslems die „Menschenrechte“ respektieren. Das werden sie natürlich nicht, aber darum geht es nicht. Die „Debatte“ findet also zwischen denen statt, die meinen, wir sollten unbeschränkte Masseneinwanderung akzeptieren, und denen, die meinen, wir sollten unbeschränkte Masseneinwanderung akzeptieren, solang jene, die uns ersetzen, an „Menschenrechte“ glauben, wobei erstere Gruppe die letztere als „Rassisten“ betrachtet. An keiner Stelle gibt es irgendeine Debatte darüber, ob eingeborene Europäer das Recht zur Bewahrung unserer Kulturen und historischen Identitäten haben.

Der Globalismus ist der Feind im Inneren, der besiegt werden muß. Globalismus bezieht sich nicht auf die unpersönlichen Kräfte technologischer Globalisierung (obwohl überzeugte Globalisten gerne so tun, als ob es so wäre, weil es ihr ideologisches Programm „unvermeidlich“ erscheinen läßt), sondern auf eine utopische Ideologie, derzufolge die Ausradierung aller nationalen Kulturen und Staaten (besonders der westlichen) etwas eindeutig Gutes ist, das gefördert und den Leuten reingewürgt werden muß. Opposition gegenüber diesen Bestrebungen sollte als „Diskriminierung“, „Rassismus“, „Extremismus“ und „Nationalismus“ verboten werden (diese Begriffe werden synonym verwendet).

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14. Juni 2006

Political Correctness – die Rache des Marxismus

Von Fjordman

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Übersetzung: Eisvogel

Originaltitel: Political Correctness – The Revenge of Marxism; erschienen am 14. 6. 2006 in Gates of Vienna.

FrontPage Magazine: Sie haben die scharfsinnige Beobachtung gemacht, dass Political Correctness Schlechtigkeit hervorruft und zwar durch “die Gewalt, die sie den Seelen der Menschen antut, indem sie sie zwingt, etwas zu sagen oder stillschweigend zu akzeptieren, was sie nicht wirklich glauben, anstatt es in Frage zu stellen.” Können Sie das ein bisschen näher erläutern?

Theodore Dalrymple: “Political Correctness ist kommunistische Propaganda im Kleinen. Während meiner Studien kommunistischer Gesellschaften bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass es nicht der Zweck kommunistischer Propaganda war, zu überzeugen oder zu überreden oder gar zu informieren, sondern zu demütigen; und deshalb war sie umso besser, je weiter sie von der Realität entfernt war. Wenn Menschen gezwungen sind, zu schweigen, wenn ihnen die offensichtlichsten Lügen erzählt werden, oder – schlimmer noch – wenn sie gezwungen sind, diese Lügen auch noch selber zu wiederholen, dann verlieren sie ein für alle Mal ihren Sinn für Redlichkeit. Sich mit offensichtlichen Lügen einverstanden zu zeigen, bedeutet, dass man mit der Schlechtigkeit kooperiert und auf eine gewisse Art auch selber schlecht wird. Die Kraft, sich irgendetwas zu widersetzen, bröckelt dadurch oder wird sogar ganz zerstört. Eine Gesellschaft von kastrierten Lügnern ist leicht zu kontrollieren. Ich denke, wenn man die Political Correctness untersucht, wird man feststellen, dass sie den gleichen Effekt hat, und das ist auch beabsichtigt.”

Ich habe Menschen, die in ehemaligen kommunistischen Ländern aufgewachsen sind, sagen hören, dass wir im Westen durch den Multikulturalismus mindestens genau so gehirngewaschen sind wie sie es durch den Kommunismus waren, möglicherweise sogar noch mehr. Sogar in der Blütezeit des Ostblocks waren in all diesen Ländern Gruppen von Dissidenten aktiv. Das Beängstigende ist, dass ich manchmal glaube, diese Leute haben Recht.

Aber wie kann das möglich sein? Wir haben doch Meinungsfreiheit hier? Und wir haben doch keine Gulags?

Es ist schlicht und einfach so, dass wir den Kalten Krieg niemals so entschieden gewonnen haben, wie wir es hätten tun sollen. Ja, die Berliner Mauer fiel und die Sowjetunion brach zusammen. Dadurch fiel die militärische Bedrohung für den Westen weg, und der ökonomische Hardcore-Kommunismus erlitt als glaubwürdige Alternative einen Rückschlag. Jedoch war einer der wirklich großen Fehler, die wir nach dem Kalten Krieg machten, zu verkünden, der Sozialismus sei nun tot und daher nichts mehr, über das man sich Sorgen machen muss. Und hier stehen wir nun, fast eine Generation danach, und müssen erkennen, dass marxistische Rhetorik und marxistisches Denken jede Schicht unserer Gesellschaft von den Universitäten bis hin zu den Medien durchdringt. Islamischer Terrorismus wird durch “Armut, Unterdrückung und Ausgrenzung” erklärt, was eine klassische marxistische Interpretation ist.

Was geschehen ist, ist, dass – während der “harte” Marxismus der Sowjetunion zumindest vorerst zusammengebrochen sein mag – der “weiche” Marxismus der westlichen Linken sogar noch stärker geworden ist, teilweise sicher auch dadurch bedingt, dass er als weniger bedrohlich wahrgenommen wurde. Die “harten” Marxisten hatten interkontinentale Atomraketen und sagten offen, dass sie uns “beerdigen” wollten. Die weichen Marxisten reden von Toleranz und mögen durchaus weniger bedrohlich wirken, aber ihr Ziel, den bösen kapitalistischen Westen zu stürzen, bleibt dasselbe. Tatsächlich sind sie sogar noch gefährlicher, weil sie ihre wahren Ziele unter verschiedenen Bezeichnungen verbergen. Vielleicht sollten wir diese Form eher “Stealth- Sozialismus” anstatt weichen Sozialismus nennen.

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